Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg and Kirchhain. — Illustriertes Sonntaasblatt.
______________________________________________________________________Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Aug. Koch. "
JK 231
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Marburg,
Freitag, 20. September 1889.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, pw,e d»e Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler m Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u-Wien: Rudolf Messe m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. 2. Daube u. Co. m Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXIV. Jahrgang.
Die Verhandlungen derselben befaßten sich im Allgemeinen außer mit den inneren Verwaltungs-Angelegenheiten mit organisatorischen Fragen. Zunächst war schon seit längerer Zeit ein Einverständnis darüber zu konstatieren, daß das bisherige Statut den heutigen Zeitverhältnissen und den Anforderungen der Gegenwart an den Verein als Vertreter de»
' -rberrsrntttelprrise ««- Waarrrrpreise
Seit langen Jahren haben wir in diesem Herbst zum erstenmale ein ziemlich allgemeines Anziehen der Preise für Lebensmittel und Konsumartikel. Fleisch und Brot sind im Preise gestiegen, eine Erhöhung der Sätze für Brennmaterial ist vorauszusehen. Keine Wirkung ohne Ursache! Welches die Gründe der herrschenden Verteuerung sind, das unterliegt noch vielfach einem ziemlich erregten Meinungsstreit. Man kann wohl annehmen, daß nach den verschiedenen Teilen des Deutschen Reiches auch die ausschlaggebenden Ursachen verschiedene sind; aber für alle Märkte ist eins gemein, die Konjunktur, welche zum Ausschlagen der Preise auffordert. Die allgemeine wirtschaftliche Loge ist eine solche, daß sie infolge starken Bedarfs und hier und da mangelnder Vorräte eine Verteurung gestattet. Soll man aus dem Mehrsordcrn jemandem einen Vorwurf machen? Das geht nicht wohl an. Nach trüben Jahren würde jeder Geschäftsmann die Gelegenheit wahrnehmen, einen besseren Verdienst zu erzielen, wenn sich ihm die Gelegenheit nur bieten wollte. Einfache Ausnützung der Markt - Konjunktur ist übliche Gefchäftspraxis, die nur dann zu Auswüchsen Anlaß geben kann, wenn durch nicht reelle Mittel der Markt selbst beeinflußt wird, wie eS z. B. beim Kupferring in Paris geschehen ist. Immerhin kann eine Erhöhung der Preise für wichtige Lebensmittel und notwendige Konsum - Artikel nicht einfach als unvermeidliche Thatsache hingenommen werden, denn darunter leidet Produktiv- und Kaufkraft weiter Kreise der Bevölkerung, so lange nicht eine allgemeine Preisaufbesierung erfolgt, und davon können wir heute wohl noch nicht reden. Es ist nicht ratsam, Hals über Kopf zu Maßregeln zu schreiten, welche vielleicht die bestehenden Kalamitäten bannen könnten. Das Geschäftsleben ist eine gang verwickelte Geschichte, man kann hier nicht blind dreinschlagen, sondern muß erst prüfen und dann lösen. Reichsregierung und Reichstag haben dasselbe weitgehende Interesse, die vorhandenen Klagen beseitigt zu sehen, und eine der ersten Aufgaben der Volksvertretung wird die sachliche Erörterung dieser Angelegenheit zur Abhilfe der Beschwerden sein müssen.
Daß die Klagen so dringend kommen, hat zum guten Teil seinen Grund darin, daß die Industrie- Artikel im allgemeinen nicht im Preise anziehen, während die zum Lebensunterhalt und Wirtschafts- bedarf nötigen Artikel verteuert werden. Die Arbeiter haben im Laufe dieses Jahres vielfach einen
höheren Lohn erhalten und sie sind heute zum Teil verhältnismäßig nicht so übel daran, als kleine Gewerbetreibende, die an allen Ecken und Enden das Wort „teurer" hören, während das Publikum mehr denn je feilscht und sich länger als sonst besinnt, ob es einen Ankauf vornehmen soll. Hier liegt der schlimmste Punkt der stattgehabten Verteurung und ihrer Folgen, vor allem deshalb ist ihre schlennige Beseitigung zu wünschen.
Die Konkurrenz hat nicht nachgelassen und gerade in solcher Zeit sucht die unsaubere Konkurrenz am liebsten im Trüben zu fischen. Und es gelingt ihr am leichtesten, weil der allgemeine Ruf ist: Billig! Der streng reelle und solide Gewerbetreibende sieht die Kosten seines Haushaltes und Betriebes erhöht, seine Einnahmen im günstigsten Falle unverändert. Auch diese Verhältnisse beanspruchen eingehende Beachtung, ihre Beseitigung liegt im nationalen Interesse, denn die Klein-Industrie war trotz einzelner besserer Anzeichen doch im Ganzen noch lange auf Rosen nicht gebettet. Leidet die Klein-Industrie, so erleidet die Steuerkraft einen ganz gewaltigen Stoß und schließlich bleibt der Rückschlag auf die Arbeiter nicht aus. Immer mehr und mehr zahlen, das geht schließlich nicht.
Der Lebensmittelmarkt ist, wie die Thatsachen beweisen, immer noch der, auf welchem sich für Verkäufer und Produzenten verhältnismäßig leicht günstige Konjunkturen ergeben, jedenfalls viel eher, als für die Industrie und den Handel. Mögen die Ursachen nun so zahlreich sein wie sie wollen und welcher Art es auch sein mag, wir haben mit dem Faktum zu rechnen, das allein kommt auch nur für die Bevölkerung in Betracht. Es ist neulich glaubwürdig dargelegt, daß in Deutschland so viele Schweine gezüchtet werden, daß der Bedarf an Schweinefleisch bequem aus deutschen Schweinen gedeckt werden kann. Das ist auch zu glauben, aber unbestreitbar ist die Thatsache, daß seit dem Erlaß des Schweineeinfuhrverbotes die Preise sehr in die Höhe gegangen sind. Man hofft, es wird wieder anders werden und deshalb haben auch wir oben gesagt, es sei besser, nicht ohne weiteres dreinzuschlagen, um hinterher noch größeres Unheil zu vermeiden, aber wenn nun alle schönen Hoffnungen und vielen Worte die Marktlage doch nicht ändern? Dann werden eben die Reichsregierung und der Reichstag den Verhältnissen Rechnung tragen müssen, denn wenn Lebensmittelpreise und Warenpreise ab- olut nicht im Verhältnis zu einander stehen, dann liegt ein wirtschaftlicher Mißstand klar zu Tage.
Herrisches Leich.
Berlin, 18. Sept. Kaiserin Friedrich n bcn Priuzessinnen-Töchtern heute früh 8 Uhr 25 Minuten nach Kopenhagen abgereist. — Der zufolge wird die Kaiserin Friedrich mit ihren Töchtern am 23. Sept, von Kopenhagen hierher zurückkehren und bis zu ihrer Abreise nach Venedig am 19. Okt. hier verweilen. Die Prinzessin Sophie wird vor ihrer Abreise gelegentlich einer großen Hoffestlichkeit die Glückwünsche der Hofgesellschaft entgegennehmen und sich verabschieden. Die Hochzeit findet in Athen am 27. Oktober statt. — Nach den Meldungen der hiesigen Blätter wird der Reichskanzler während des Zarenbesuchs in Berlin ver- »etlen. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Beschluß des BundeSratS vom 4. Juli, wonach der Deutsch-Ostafrckanischen Gesellschaft auf Grund ihres als neue Faffung vom 27. April 1889 bezeichneten, öom Reichskanzler genehmigten Gesellschaftsvertrages die Fähigkeit beigelegt ist, Rechte, insbesondere Eigentum und andere dingliche Rechte an Grundstücken zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen, vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden. Die Aufsicht über die Gesellschaft wird vom Reichskanzler geführt. — In der russischen Botschaft unter den Linden m Berlin wird, wie die „Nat.-Ztg." mitteilt, auf das Eifrigste gearbeitet, um diese Räume zum Empfange des russischen Kaisers in Stand zu setzen. Der Botschafter Graf Schuwalow selbst hat die Ausstattung dieser Gemächer mit einem neuen prächtigen Meublement angeordnet. Sämtliche Sekretäre und Attachees der Botschaft sind von ihrem Urlaub zurückberufen, um während der Anwesenheit des Zaren zur Stelle zu sein. Schon jetzt ist das Personal der Botschaft vollzählig. — Die Reise des Kaisers nach Athen, zu der am 27. Okt. stattfindenden Vermählung seiner Schwester gllt nunmehr für sicher; der Plan hat, was wenig bekannt geworden ist, in den letzten Wochen mehrfachen Schwankungen unterlegen, und es gab eine Zeit, während der Unruhen in Kreta, in welcher der Reichskanzler die Ausführung der vom Kaiser gewünschten Reise für nicht opportun hielt, weil sie politische Mißdeutungen und vielleicht auch vorher nicht zu berechnende Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Die Meinungsverschiedenheiten, die darüber bestanden haben, sind indessen ausgeglichen, der Kaiser wird reisen.
— Der Deutsche Apotheker-Verein hat zu Mainz eine diesjährige Generalversammlung abgehalten.
deutschen Apothekerstandes nicht recht mehr genügt. Insbesondere wird eS sich um eine schärfere Abgrenzung gegen den Drogistenstand und um eine Vereinfachung der inneren Organisation handeln; des Ferneren soll an die Stelle der bisherigen Generalversammlung eine Delegiertenversammlung treten, welche besser geeignet erscheint, die wirkliche Majorität im Vereine zur Geltung zu bringen. Die vom Vorstande dieserhalb der Versammlung gemachten Vorschläge wurden in der angedeuteten Richtung gutgeheißen und sollen der definitiven Feststellung eines neuen Statutenentwurfes zu Grunde gelegt werden. Die andere wichtige Angelegenheit welche die Versammlung beschäftigte, war die Frage der Alters- und Invalidenversicherung. Die Forderung einer Versorgung der mittellosen alten und arbeitsunfähigen Apotheker war schon seit längerer Zeit immer und immer wieder laut geworden, man hatte jedoch, als der dem Reichstage vorgelegte Gesetzentwurf die in den Apotheken beschäftigten Gehilfen und Lehrlinge der Bersicherungspflicht unterwerfen wollte, erst die Entwickelung dieser Verhandlungen abwarten müssen. Der Verein begrüßte zwar zunächst die Forderung des Entwürfe» mit Genugthuung, der Lauf der im Reichstage gepflogenen Beratungen stellte aber bald klar, daß das Gesetz seiner ganzen Anlage und seinem Zwecke einer allgemeinen Alters- und Jnvalidenversorgung gemäß de» speziellen, durchaus eigenartigen Verhältnissen des Apothekerstandes nicht Rechnung tragen konnte. Der Vorstand des Vereins that daher die notwendigen Schritte, um eine Befreiung des pharmazeutisch gebildeten Personals der Apotheken von der Versicherungspflicht zu erwirken, ein Vorgehen, welches bekanntlich von Erfolg gekrönt war. Es handelte sich nun aber, nachdem eine reichsge- etzliche Altersversicherung in einer für den Stand angemessenen Form nicht zu erreichen gewesen war, barum, selbstständig auf diesem Gebiete vorzugehen und den Versuch zu machen, ob der Apothckerstand nicht als solcher für sich die Möglichkeit habe, für eine alten und invaliden Angehörigen in einer Weise zu sorgen, welche demselben eine Rente nicht als eine Unterstützung, sondern als ein Recht zu sichern
fRachdruck »erboten.]
W Lose von Windermere.
(Fortsetzung.)
Der Genannte verbeugte sich tief vor der Dame des Hauses, was diese durch eine förmliche Ver- vriguvg erwiderte, indem sie sagte: .Ich freue mich ganz besonders, Oberst Reumore herzlich willkommen M heißen!"
Zugleich betrachtete fie ihren Gast mit prüfendem Auge, dessen hohe, stattliche Gestalt und männlich schönes Angesicht mit dem erustfinoendeu Ausdruck ihr sehr wohl gefiel.
Als Doktor ESdaile die Ceremonie vor dem Haus« Herrn wiederholte, neigte dieser nur sei» Haupt, jedoch »ti größerer Höflichkeit, als er feinen Gästen zu beweisen pflegte, und sprach in ungewöhnlich vernehmlichem Tone: .ES ist mir sehr lieb, Ihre Bekanntschaft zu machen, Oberst! Wie gefällt Ihnen unsere Gegend? Still vnd öde, nicht wahr?"
.Wenn sie eS bisher für mich gewesen", aot- d-ortete Reumore verbindlich, so ist dies lediglich meine Echnld, in dem ich Ihre Güte nnd Gastfreundschaft Uicht früher angeuommmen. ES gehört« auch eine Voße Selbstverleugnung meinerseits dazn--*
»Selbstverleugnung I" dachte Miß Sutherland mit steigender Bewuuderuug für ihren Gast. .Ein sehr hübscher und zugleich sehr richtiger Ausdruck! Andere ivürden sich mit faden Höflichkeiten begnügen."
»Aber meine ausgeschobene Korrespondenz", fuhr der Oberst fort, meine öffentlichen Geschäftsange- legeuheiten, namentlich eine Bill betreffend, die ich nächstens die Ehre haben werde, dem llnterhanse dorznlegen--"
.Nehmen alle Ihre Zeit nnd Gedanken in Anspruch, Oberst! Natürlich, ganz natürlich!' unter- drach ihn Doktor ESdaile. Aber um fo verdienst- doller ist avch Ihre Selbstverleugnung."
«Ich weiß ebenfalls ans Erfahrnng, was öffentliche SeschäftSaugelegenheiten heißt und welche Plage
eine ausgebreitete Korrespondenz werden kann", er- widerte Mr. Sutherland lebhafter als sonst, denn er sprach nur zu gern von feinen Enttäuschungen, die er im Dienste des Staates erlebt.
Er wollte eben in noch längere Klagen darüber ausbrechen, als Doktor ESdaile, feinen Patienten kennend, dies verhinderte, in dem er feine Aufmerksamkeit durch gutmütige Neckereien zu fessel« suchte, was Miß Sutherland beuntzte, um auf eben so chlaue wie gewandte Weise Näheres über den Oberst nnd zwar dnrch ihn selbst zu erfahren, und, ich an ihn wendend, bemerkte: .Sie finde» doch unfehlbar die Szenerien in Schottland schöner als die unsrigen hier!"
.Ich muß gestehen", antwortete er verbindlich, »daß ich hier einzelne Punkte gesehen, die au Groß- artigfeit in Schottland kanm übertroffen werden!"
.Leben Sie vorzugsweise daselbst?"
.Ja, denn meine Besitzungen liegen dort."
.In Caithveß?"
Reumore verbeugte sich schweigend und die Dame uhr fort:
»Dann hegen Sie doch gewiß eine besondere Vorliebe für jenes Land» das, so schöu unser England avch ist, doch in den Angen der Schottländer den Vorrang behanptet.
.ES ist wahr", entgegnete der Oberst lächelnd, .daß avch in mir diese HeiwaiSliebe begründet ist nnd ich fie eben so warm, wie nur irgend ein hochländischer Klansner empfinde. Nach meiner Ansicht aber ist man bei Vergleichen niemals gerecht nnd sollte stets alles einzeln, nach seinem besonderen Werte nnd seiner eigentümlichen Schönhett beurteilen!"
«Sehr wahr."
.Wenn ich", fnhr Renmore fort, znm Beispiel den Borrodaile oder deu Skiddew annehme, nnd--*
Hier ward abermals die Thür drS Zimmer» geöffnet, nnd Mr. Lawto», der Besitzer von Blacktnrn, trat ein, begleitet von feiner Tochter, die, in einfacher geschmackvoller Tottette, mit etwa» bleichem, doch
ausdrucksvollem Gesicht, den Rnf eines hübschen Mädchens rechtfertigte.
Nachdem diese Alle, auch den Fremden, der ihr ^S-stell worden, begrüßt hatte, nahm sie neben Miß Sutherland Platz, indeß ihr Vater zu Reumore agte: .Glücklich, Sie endlich zn sehen, Oberst! Sie al? ,aD8,e ^vergeblich auf sich warten (offen! Ich « Wirklich schon, daß Blacktnrn nie die Ehre 3hr^ Besuches zu Teil werden würde."
Revmore hatte dieselben Eutschuldignugen als rorhtt, wandte dann aber wiedernm das Gespräch »«Laa Boa bcr er sich 6"», überrascht nnd entzückt erklärte.
.Oh»e Zweifel, Oberst, ohne Zweifel sind Berge und Seen sehr hübsch", erwiderte, diesem näher tretend, der Gutsbesitzer; .ich glanbe jedoch, daß Sie wenn ich Ihnen erst einen anderen Charakter dieser Gegend gezeigt habe, sich nicht weniger befriedigt aussprechen werde."
.34 stehe Ihnen ganz zn Diensten nnd kann mir chou denken, daß Sie anf den Landball hiudeoten." ""türlich, und schmeichle mir zugleich", fuhr Mr. Lawtou fort, .daß Sie uns Ihre Auer- kenunng nicht versagen werden, wenn Sie sich erst überzeugt haben, welche Ergebniffe Beharrlichkeit und El fiudung, verbundeu mit Kapital, erzielt haben, nnd vaS nufere Anstrengungen dem vorher so nnfrncht- baren Boden abgewounen haben."
_ ^3lV!nofeLfiberie“6t' baß Sie sich nm die Hebnng deS LaudbaneS sehr verdient gemacht haben."
.Dieser einfältige Lawtou! Er freut sich, daß « -iumal wieder ei« Opfer erhascht hat, «ud er wird eS sobald uicht wieder loSlasieu", flüsterte Mr. Suther- laud dem Arzte zu, u«d fuhr, sich an seine Schwester «eudend, lavier fort: .Aber sage doch, wie laoge olleu wir »och aas unser Esse» warten?"
.Me Du siehst, find Mr. «elefield uud Routh- more twch nicht gekommen. - UebrigenS begreife i$ nity, tote fU über die bestimmte Zett hinaus aus- bleibe» können."
«Ich sehr wohl, den« wen« dieser Träumer Gole« reld erst anfängt, einer Idee nachzuhängen, so tragen ihn seine Gedanken bald wett fort von unserem prosaischen Mittagessen."
.Aber Mr. Ronihmore ist bei ihm, nnd praktischer nnd prosaischer als er, wird er ihn doch an die verabredete Stunde erinnern I" entgegnete Miß Sutherland.
„Wir wollen aber nicht länger auf sie warten", entschied ihr Brnder, und ihretwegen die Speisen nicht verderbe» lassen; ich fordere daher die Damen und Herren ans, sich mit mir zu Tische zu setzeu."
Diesen Worten folgte ein allgemeiner Ansbrnch »ach dem Eßzimmer, wobei pflichtgemäß der Oberst »er Dame vom Haufe den Arm reichte, obgleich ihm >ie junge Erbin als Tischnachbarin weit eher zugesagt hätte, die dennoch zu seiner Freude ihreu Platz zu setuer Linke» erhielt.
(Fortsetzullg folgt)
Aes Handwerks «raß a« das Kaiserpaar.
.... .Unter allen den Worten nnd unter allen den Inschriften, die nn» bei unserem Empfange ent- legengeklnagen find, haben besonders zwei mein Herz »erührt: der eine ist der Gruß der Jnuungeu an nus Beide; eS ist das erstemal, daß in großer Maffe bas Gewerk als solches, al» Stand sich fühlend, nn» entgegen getreten ist und mit voller Wärme nnd Herzlichkeit nn» begrüßt hat ... ." Diese Worte de» Kaisers, welche derselbe in seinen Triuksprnch einflocht, den er am Sonnabend gelegentlich der Prnnktafel im Schlosse zu Hannover gehalten hat, (eiten in erster Linie den Innungen der Stadt Hannover, welche sich au der Begrüßung des Kaiser- »aareS in corpore beteiligt hatten. Namentlich scheint »er Kaiser au den kernigen und humorvollen Sttm- prücheu seine besondere Freude gehabt zu haben.