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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Jllnstriertes Sonntagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Feintägen. QuartÄl-Abonnement^PreiS^bei der Expe» Marburg, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein un^Vogler

Bestellgew) JnserttonSgebah?^ür die oespaltene & D0NN6rstag, 19. SePteMbt! 1889. M°sie°?n Frankfurt a^äB.fsÄinSanVnSMV- Jahrgang.

10 Pfg., Reklamen für die Zecke 25 Pfg. ____________________r Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Der Besuch -es r«ss. Thronfolgers xi den Kaisermanövern in Hannover ist in Deutsch­land Verhältnis mäßig wenig beachtet worden und hat ja auch in der Thal keine besondere Bedeutung. Großsürst Nikolaus ist politisch noch nie hervorge- tteten, Kaiser Alexander würde sich auch jedes selbständige Auftreten seines ältesten Sohnes ent- schieden verbitten, man hat auch von dem russischen Thronfolger noch nie gehört, daß er sich ernsthaft mit der Politik befasie. Der junge Prinz war von Hause aus sebr schwächlicher Körperkonstitution, und ttft in der letzten Zeit ist eine Kräftigung einge­treten, welche ihm gestattet, sich militärischen Hebungen zu widmen. Mit Willen seines Vaters ist der Thronfolger nach Deutschland gekommen; begiebt er sich weiter nach Paris, so geschieht das ebenfalls auf Gehets seines Vaters und hat mit den persön­lichen Anschauungen und Grundsätzen nicht das Mindeste zu thun. Jnteresiant ist nun aber, daß in dem Augenblicke, in welchem der Thronfolger Rußlands in Deutschland wellt und der Zar ernsthaft daran denken soll, nach Berlin zu kommen, die Petersburger Regierung sich keine schönere Aufgabe auszusuchen weiß, als die, wie die Grenzplackereien gegen Deutschland noch erhöht werden können. Ob es nun eine Folge des deutschen Schweineeinfuhr­verbotes ist oder nicht, kann billig dahingestellt bleiben, Thatsache ist jedenfalls, daß man an der Newa sich mit dem Gedanken an neue Zollerhöhungen trägt, welche vor allem die deutsche Industrie treffen würden. Die Deutschen in Rußland sind schon längst schikaniert und drangsaliert, daß es eine Art hatte, die Zollschraube ist nach Möglichkeit ange­zogen worden, aber es ist immer noch nicht genug. Die bekannte Gehässigkeit der Nationalruffen und der panslawistischen Blätter treibt zu immer neuem Vorgehen an, und die Regierung erfüllt diese Wünsche nur zu gern. Die bekannten Worte Kaiser Wil­helms I. kurz vor seinem Tode, Rußland müsie ja recht zart behandelt werden, haben heute kaum noch Geltung. Wie Du mir, so ich Dir!, heißt es heute und die bekannte Aufforderung der ,Nordd. Allg Zig." in der Periode der neuen russischen Anleihen, keine Papiere des Zarenreiches zu kaufen, spricht viel deutlicher, als lange Bände. An der russischen Grenze wird auch ein neues deutsches Armeekorps errichtet werden, gleichfalls ein Zeichen, daß es mit der unbedingten Vertrauensseligkeit Rußland gegen­über bei uns längst aus ist. Das Zarenreich zart behandeln zu wollen, ist heute Schwäche; eine zarte

sNachdruck 8erboten.]

Die Dose von Windermere.

(Fortsetzung.)

Der Ausdruck ihres Gesichts hatte sich in Folge deffeu schnell verändert und sie blickte streng und mit hocherhobeueu Haupte auf ihn herab, als sie sagte: .Ich weiß nicht, wie andere Leute tu dieser Beziehung denken, nach meiner Meinung aber müßten Kinder sich von deu Ansichten ihrer Eltern leiten kaffe».*

»Ganz recht, sehr recht, meine gute MrS. Wetherbyl Ist dies die Thür zu dem Zimmer des Obersten?" fragte Doktor ESdalle hastig, der keine Lust zu einem längeren Gespräch hatte.

Sie hatten dieselbe bereits erreicht, und während er auklopfte und ohne großes Ceremouiell die Thür öffnete nnd eintrat, sagte die Wirtin, indem fie die Treppe hinunter ging:So setzt dieses Mädchen »ich fortwährend dem Gerede der Bente aus, weil t» für gut findet, seinem eigenen Kopfe zn folgen und einen anderen Weg wie ich zu gehen! Mau spricht so ost von ungeratenen Söhueu eine un­geratene Tochter aber kann noch weit eher der größte Knmmer einer Mutter fein 1*

Nach diesen mit Seufzern und Kopfschütteln be. gleiteten Worten traf MrS. Wetherby alle Vorbe­reitungen, dem NachmittagSgotteSdienst in der Methodisteukopelle beizuwohnen, den fie abstchtlich vicht verfehlen wollte, um dadurch wiederum ZeugutS von ihrer Verehrung für Mr. Ouandifch abzulegen.

Während dieser Zell hatten die gegenseitigen Be­grüßungen zwischen de« Arzte nud seinem vornehmen Freunde stattgesuuden, wobei ersterer eS nicht an Entschuldigungen hatte fehlen lassen, daß er de» Obersten so unverzeihlich lange veruachläffigt habe.

Als dieser darauf «iuige verbindliche Worte »widert hatte, fahr Doktor Esdatle in bezug auf »»S ihnen bevorstehende Vergnügen fort: »Ich kau» Aue» die Berficherung geben, Oberst, daß die Be. fillschasten bei Sutherlands nie etwa» zu wünsche»

Behandlung würde einemsich alles gefallen lassen" gleicbkommen. Kaiser Wilhelm betrachtete den heutigen russischen Kaiser auch als Erben der Gesinnung seines Vaters, Alexanders II. Dieser letztere war für einen Zaren eine Zeit lang geradezu liberal; das gab sich freilich, aber er blieb doch ein hochherzig denkender, edelsinniger Mann. Alexander III. sieht die ganze Welt vom Standpunkte des National­ruffen an, und der Gesichtspunkt der letzteren ist nicht gerade der allerweiteste. Nach seiner Politik soll Rußland das erste und einflußreichste Land Europas werden, und da er der erste Mann in seinem Staate ist, würde er dann die erste Persön­lichkeit in ganz Europa sein. Nur von diesem Standpunkt aus ist das Auftreten des russischen Selbstherrschers zu beurteilen, nur daraus erklärt sich seine Politik, die zahlreichen Fehlschläge, welche dieselbe erlebte und noch erleben wird, wenn keine Aenderung darin eintritt. Angesichts dieses Ver- hältniffes brauchen wir auch nicht zu glauben, daß der Besuch des Zaren irgendwelche Aenderungen Hervorrufen wird; Kaiser Wilhelm II. und Zar Alexander III. würden wahrscheinlich Freunde sein, die zu Gefallen sich thun, was sie nur irgend können, wenn sie nicht zugleich die mächtigsten Monarchen Europas wären.

Deutsches Deich.

Berlin, 17. Sept. Die Etats des Reichsamtes des Innern, der Reichskanzlei, des Rechnungshofes, des Reichseisendahnamtes und der Reichsjustizver­waltung für 1890/91 sind heute den Ausschüssen des Bundesrats zugegangen. Dem Vernehmen nach weisen dieselben nur wenige unerhebliche Abände­rungen gegen die laufenden Etats auf. Voraus­sichtlich werden bis Ende deS Monats sämtliche EtatS bei dem Bundesrate eingebracht sein. Der Bericht über die Bergwerks-Industrie und Bergverwaltung Preußens, welcher jährlich aufgrund der amtlichen Erhebungen erstattet wird, liegt nunmehr auch be­züglich des vorigen Jahres vor. Es ergiebt sich daraus, daß die bereits im Vorjahre eingetretene allgemeine Besserung in der Lage der Bergwerks- Industrie auch während des Berichtsjahres fortge­dauert hat. Die zunehmende Nachfrage nach Berg­werks-Erzeugniffen hatte nicht nur eine regelmäßige und zum Teil angestrengte Thätigkeit der Werke zur Folge, sondern überstieg in den wichtigeren Be­triebszweigen hin und wieder fast die Leistungs­fähigkeit der vorhandenen Anlagen. Gleichzeitig aber übte sie auch einen etwas entschiedeneren Einfluß

übrig lasseul Wie auch unfer Wirt sich im ersten Augenblick zeigen mag, er ist viel weniger unliebe»» würdig, als er die Menschen glauben mache» will. Seiner Unfrenudlichkeit liegt gewiß auch ein gut Teil Eitelkeit zu Grunde.*

»Eitelkeit? Wie habe ich das zu verstehen?' fragte Renmore.

»Er hat sich früher einmal in feiner parla- mentarischen Kairi L e in seinem Ehrgeiz gekränkt ge- fühlt, und da er gefunden, daß man seine Talente nicht nach ihrem vollen Wert geschätzt, hat er sich entschlossen, der Welt den Rücken zv kehren nnb fortan in gänzlicher Abgeschiedenheit von dieser zu lebe».* .

»Nach meiner Ansicht der sicherste Beweis eines schwachen Charakters*, erwiderte Renmore, »und das Ergebnis von Eitelkeit, wie von einem eben so großen Wunsch, Aufmerksamkeit zu errege». Ohne Zweifel ist jebe Enttäuschung so bitter tote kränkend; aber in dieser kann nnd soll der Mensch seine Charakter­stärke betveiseu, die bann viel bewunderungswürdiger ist, als eine zur Schau getragene Nichtachtung der Gebräuche, Gefühle und selbst Vorurteile der Gesell, schast, in der man lebt.*

»Gewiß eine sehr richtige Philosophie, und unser Routhrnore hätte sich nicht schöner darüber anSsprechen können! O, auch dieser wird Ihnen als ein Mitglied unsere» kleinen Streifes sehr gut gefallen.*

»Ich habe wirklich ost und ernstlich bedauert, nicht früher der freundlichen Einladungen folgen zn können, die von allen Seiten an mich ergangen find, nnb hoffe bestimmt, mich Hefen Sbenb bafür zu entschädige».*

Hier folgte in ber Unterhaltung der beiden Männer eine Pause, da Beide zn der bevorstehenden MittagSgesellschaft noch Toilette zu machen hatten, denn Doktor ESdaile fand in »Wanderers Ruh* stets fein Zimmer bereit, da» er sich für alle Zetten und für olle Fälle vorbehallen hatte.

SIS die» binnen kurzer Frist geschehen und fie

auf die Preisstellung aus, als dies während des Vorjahres der Fall gewesen. Sehr förderlich wirkte in letzterer Hinsicht neben dem wachsenden Bedarfe auch die in vielen Betriebszweigen durchgeführte Vereinigung der Werke zu festen Verbänden. Eine gesteigerte Betriebsamkeit machte sich besonders in fast allen Zweigen der Eisen-Industrie bemerkbar. Jnfolgedeffen war auch das Geschäft in Eisenerzen, Steinkohlen und Koks recht lebhaft. Die Verkaufs­preise vermochten zwar der stettgen Erhöhung der Produktion anfangs nicht in gleichem Maße nachzu­folgen, erreichten aber doch im allgemeinen einen befriedigenden Standpunkt. Auch auf dem Kupfer- und Zinkmarkte behaupteten die Preise während des Berichtsjahres, trotz mehrfacher Schwankungen, im Durchschnitte eine Höhe, welche die gedeihliche Weiter­entwickelung der betteffenden Werke gestattete. Das­selbe gilt,,, wenn auch nicht im gleichen Maße, von den Bleihütten, obwohl die meisten derselben durch das noch immer nicht zum Stillstände gekommene Sinken der Silberpreise wieder fühlbar in ihren Erträgen geschädigt wurden. Weniger machte sich der Umschwung der Verhältnisse bei dem Braun­kohlen- und dem Steinsalzbergbaue bemerklich, wie denn allerdings diese beiden Betriebszweige auch von dem letzten allgemeinen Niedergange des Berg­werksmarktes verhältnismäßig nur wenig berührt worden waren. Dem flotten Betriebe der Werke entsprechend war die wirtschaftliche Lage der berg- und hüttenmännischen Arbeiterbevölkerung gut. An Gelegenheit zu regelmäßiger Beschäftigung hat es nicht gefehlt und auch die verdienten Arbeitslöhne, welche während der voraufgegangenen ungünstigen Haltung des Bergwerksmarktes im allgemeinen nur unbedeutend herabgesetzt worden waren, zeigten fast durchweg das Bestreben, m die Höhe zu gehen, und erwiesen sich bei den fast überall ziemlich niedrig verbliebenen Preisen der Lebensmittel durchgängig als auskömmlich.

Zur staatlichen Arbeiterversicherung schreibt dieN. R. C." Bei der Beratung der Alters­und Invalidenversicherung ist von den grundsätzlichen Gegnern staatlicher Fürsorge und obligatorischer Einrichtung der Versorgung im Alter und bei In­validität und Anhängern rein privater, auf dem Boden der Freiwilligkeit stehender Thätigkeit auf diesem Gebiete die Jnvalidenkaffe des Arbeiterbundes der Gewerkvereine als Beispiel und Muster solcher privater und freiwilliger Veranstaltungen hingewiesen worden. Eine einzige wirklich segensreich wirkende Einrichtung würde an sich zwar noch nichts für die

Vortrefflichkeit des Systems beweisen, wie es aber in Wahrheit mit diesem manchesterlich-fortschrittlichen Paradepferd sich verhält, hat erst die jüngste Zeit gezeigt. Ihre viel gerühmte Kaffe war längst kern- faul. Alle Versuche, sie durch kleine Hülfsmittel zu stützen, erwiesen sich vergeblich. Jetzt ist der völlige Bankrott offen zu Tage getreten. Die Auflösung der Kaffe ist beschlossen, die Ausführung der Be- schlüffe steht in naher Frist bevor. Alsdann sind die Kaffenmitglieder sowohl ihrer Beiträge, als jeder Aussicht auf die damit zu erkaufende Unterstützung verlustig und auch die Invaliden werden für ihre wohl erworbenen Ansprüche nur dürftig, wohl mit einer geringen einmaligen Geldzahlung, abgcfunden werden. Dieser Fall ist so recht geeignet, den Ar­beitern die Schattenseiten eines Privatunternehmens für Versorgung der Arbeiter im Falle der Invalidität vor Augen zu führen und spricht so wirksam für die staatliche Alters- und Invalidenversicherung, wie seiner Zeit die Unmöglichkeit für manchen Gewerb- treibenden, bei einem großen Unfälle der Haftpflicht zu genügen, für die staatliche Unfallversicherung. Das ist die eine Seite der Sache. Für die Anhänger der absoluten Freiwilligkeit auf diesem Gebiete ist aber auch die Ursache des Verfalles der Kaffe besonders bemerkenswert und lehrreich. Die Zahlungsunfähigkeit derselben rührt in erster Linie namentlich daher, daß die Zahl der Mitglieder in steter Abnahme begriffen war, während natur­gemäß die Verpflichtungen der Kaffe wuchsen. Ins­besondere zeigte sich bei den jungen Arbeitern eine starke Abneigung gegen die Kaffe; sofern sie beige­treten waren, zogen sie sich meist bald wieder zurück, selten aber traten überhaupt noch junge Arbeiter bei, so daß es der Kaffe gerade an dem sichersten und leistungsfähigsten Elemente zuletzt gänzlich gebrach. Mag diese Abneigung nun auf Mangel an Vertrauen zu der Dauer und Leistungsfähigkeit der Kasse oder auf die natürliche Abneigung der Jugend, für eine anscheinend ferne Zukunft freiwillig Opfer zu bringen oder auf beide Quellen zurückzuführen sein, jeden­falls liefert der Vorgang den Beweis, daß das Fundament der Freiwilligkeit nicht ausreicht, um die Versorgung der Arbeiter im Alter und bei In­validität zu sichern. Dem Rechte auf diese Ver­sorgung muß die Pflicht zur Seite stehen, die dazu erforderlichen finanziellen Opfer zu bringen. Diese Pflicht aber wird den Arbeitern bei der Reichs­invalidenversicherung dadurch sehr erleichtert, daß die Arbeitgeber soviel Beiträge wie sie und das Reich gleichfalls im Durchschnitt etwa ebensoviel zu den

dann am Ufer des Sees Mr. Sutherlands Wohnung zuschritten, bemerke Renmore: »Habe ich nicht schon von Ihnen gehört, daß Miß Lawton die einzige Tochter ihres Vaters ist?*

»Ja, nnb auch das einzige Kind, nnb bazu ein liebenswürbiges Mädchen! Könnte ich noch al» Heiratskandidat auftreten, ich würde gewiß ber erste fein, ber ihr einen Antrag stellte.*

»Weshalb aber sollten Eie eS nicht? Wäre ich an Ihrer Stelle, ich würbe mich, ungeachtet aller Vollkommenheiten beS jungen MäbchenS, nicht gar lange besinnen.*

Der keine Doktor fchüttette lächelnb baS Haupt; vielleicht sollte bieS anbeuten, daß er alle Gedanken an ein eheliches Glück aufgegeben; vielleicht aber auch, daß er überzeugt fei, dem Geschmack ber jungen Dame doch nicht zu entsprechen.

»Ganz »ach Belieben!' fuhr ber Oberst fort. -Wie aber ist ber Vater dieser so bevorzugten Tochter?*

»Genau genommen ein sehr guter Mann, ber jedoch eine zu hohe Meinung von feinen Talenten und feiner Weisheit besitzt.*

»Wirklich? Und wodurch beweist er nach feiner Ansicht diese?* fragte Renmore. '

»Sein ganzer Stolz find feine Verbesserungen, die er auf feinen Besitzungen voruimwt, und fein Steckenpferd: endlose kostspielige Experimente. Er bezeichnet diese jedoch mtt dem Namen: wiffeufchast- liche Berbefferungeu.* IW 1

»Unb fein Eifer ober feine Phantasie gebt oft mit seinem Urteil babon! Ist» nicht so?*

»Ganz wie Sie sagen, nnb kein Mißlingen ober Fehlschlägen seiner Pläne nnb Versuche läßt den Ge- Bieter von Blockt»rn von seiner Unfehlbarkeit znrück- kommen. Er hat stets sehr triftige Entschuldigungen zur Hand, die in solchen Fällen feine gekränkte Selbst, liebe beruhigen.

Unter ähnlichen Gesprächen, in denen der Beine Doktor den Charakter nnb die Eigentümlichkeiten de»

Gutsbesitzers zur Genüge schilderte und Beispiele von seinen Experimenten nannte, hatten fie die Maner erreicht, die Mr. Sutherlands Garten einschloß, nnb bald betraten fie den Kiesweg, der für die Fußgänger gerade auf die HanSthür führte.

Und nun den Empfang umständlich mit zu er­leben, mfiffen sich die Leser in Miß Sutherland» Wohnzimmer versetzen, in welchem fie und ihr Bruder die Gäste erwarteten.

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Von beu Fettstem dieses Zimmers konnte man den ganzen Eingang des Gartens Überblicken, und da e» Miß Sutherland ein besonderes Vergnügen gewährte diesen zu loutroliren, so brachte fie manche Stunde beobachtend an dem Fenster zu. Auch jetzt sah fie Dottor Esdatle mit seinem Begleiter kommen, und diesen mtt einem prüfenden Blicke betrachtend, tief st' au»: O, da ist er endlich 1 Und wie vornehm biftinguirt steht er an»!'

»Also er ist da? Und vornehm nnb biftinguirt steht er ans! Welchen Unsinn Du ba redest!* sprach der Hausherr in feinem gewöhnlich verdrießlichen Tone. »Wenn ich nur nicht noch die Zett erlebe, wo Du Dich dieser so gesuchten Bekanntschaft zu schämen hast und zu spät bereuen wirft, einen fremden Abenteurer heraugezogen zu haben!*

»Schäme Dich, Bruder, daß Du schon wieder so wenig geziemende Reden führst l* entgegnete die Schwester ganz entrflftet

In diesem Augenblick öffnete der Diener die Thür um die Ankömmlinge auznmelden, die ihm gleich ans dem Fuße folgten.

»Endlich, Miß Sutherland, wirb mir die Ehre zu Teil, Ihnen den Oberst Renmore vorstellen zu können!* sagte DoKor ESdaile, unter den lebhaftesten Bewegung« seine» keinen Körper» eintreteub.

(Fortsetzung folgt)