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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sountaasblatt.

_______Expedition: Markt 81. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch. "

JK 219

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Abp »3«, und auch Oberst Renmore", fügte Miß lebübra. H^tty schnell hinzu. .Ich hoffe, daß wir Sie bei

nur sehen werden."

7.

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würde ein Feldzug nach Rom ganz zweifellos statt­finden, um den Zustand vor 1870 wieder herzu­stellen. Das ist es, was Frankreich Italien bieten würde, wenn dieses sich ihm in die Arme würfe, und die Reden des Herrn Jmbriani in Paris sind deshalb für einen Italiener, der einsichtig die Zu­kunft seines Vaterlandes ins Auge faßt, recht schwer begreiflich.

Eine Zahl französischer Politiker schmeichelt sich im stillen freilich immer noch mit der Hoffnung, Italien von Deutschland abzudrängen, es durch wirt­schaftliche und finanzielle Maßnahmen aller Art mürbe zu machen, wie der Volksausdruck lautet. Daraufhin zielt die Erschwerung der handelspolitischen Beziehungen, diesen Zweck haben die Schwierigkeiten, welche das französische Kapital italienischen Banken und Finanzinstituten bereitet. Italien hat eine nicht ganz angenehme Krisis durchzumachen, und die französischen Nachbarn suchen dieselbe nach Möglich­keit zu verschärfen. Das Königreich Italien ist jung, in der Zeit seiner Begründung war die Freundschaft mit Frankreich, mit dem die Verbindung schon von jeher eine recht enge gewesen war, haushoch; was war natürlicher, als daß der ganze wirtschaftliche Verkehr sich vor allem nach Nordwesten lenkte? Italien hatte kolosfalen Geldmangel, der Staat war geradezu arm; hauptsächlich mit französischem Kapital hat man sich im Anfänge beholfen. Erst mit Beginn dieses Jahrzehntes begannen die Staats­finanzen sich zu befestigen, man konnte sich auf eigene Füße stellen. Aber was für den Staat schneller ging, das vollzog sich nur langsam für Industrie, Handel und Wandel, und so sind die wirtschaftlichen Beziehungen bis zum Abbruch der Handelvertrags­verhandlungen enge geblieben. Im jetzigen Konflikt ist Italien zunächst der leidende Teil gewesen, jeden­falls war sein Schaden größer, als der Frankreichs. Nach und nach sieht man sich aber nach neuen Ver­bindungen um, und dieser energische Anfang der wirtschaftlichen Selbstständigkeit reizt in Paris doppelt. Daher die heimlichen Vorstöße von der Seine gegen den ehemaligen Freund. Die allgemeine Lage in Italien ist nicht rosig, die Lasten sind chwer, und nur die Ueberzeugung, daß eine große Rolle viel Geld erfordert, hält lautes Murren zurück. Wie schwer es ist, auf dem Weltmarkt eine Stellung zu gewinnen, wissen wir Deutschen am besten, und wir können deshalb nur der verbündeten Nation Glück zu ihren Bestrebungen wünschen. An Energie und Anstelligkeit fehlt es in Italien nicht, reilich sind die Geldmittel nicht allzureich bemessen.

: zu w n 14.

»Ich würde Ihrer Etuladuug gern folgen", er­widerte der Geistliche freundlich; allein ich muß noch heute zum AbeudgotteSdteust nach Sotten zurück."

»So begleiten Sie uns doch wenigstens jetzt und ruhen Sie sich nach der gehabten Anstrengung auS I" entgegnete Miß Sutherland.

t »Da mir vor meiner Heimfahrt noch etwas Zeit bleibt, will ich Ihnen die» nicht abfchlagen", ant­wortete Mr Fenton. '

Hierauf verabschiedeten sich die Drei von den Uebrigeu, um den Weg nach der Wohnung der Ge- fchwister etnznschlagen.

Ihr Gespräch wandte sich zuerst dem ehrwürdigen Fremden zu, den sie vor dem Gottesdienst Alle ge­sehen, uud nach welchem fie sich vergeblich wieder »wgeblickt halten, nm, wenn irgend möglich, zn er­fahren, wer er gewesen sei.

Dieser hatte indeß das Gotteshaus verlassen, nock ehe der Segen gesprochen worden, und als sämmt- liche Anwesende ebenfalls ins Freie treten, hatte er sich schon den Blicken Aller entzogen.

xvi.

Schnell und ruhig glitt ein kleines Boot unter ben Bäumen dahin, welche in jener Richtung das Boot beschatteten, bis es an eine Stelle gelangte, wo die überhäugeuden Felsen demselben einen stchereu, geschützten Aufenthalt gewährten.

Hier verließen e» zwei Männer die eS geführt, befestigten eS sorgfältig und stiegen eine Art natür­licher Treppe hiuanf, die fie aus die Berghöheu

: 18$ man» rille. -

ührte, wo fie ihreu Weg langsam und schweigend weiter verfolgten.

»So habe ich ihn wiedergeseheu, endlich wieder- gesehen I" brach der Eine von ihueu daS Schweigen. .Meine Etiuuerung führt mich in läugstvergangeue Zeiten zurück uud zeigt mir deutlich seine ehemalige Gestalt, sein wohlwolleudeS Lächeln, seine edlen Ge- fichtSzüge, die seine Menschenliebe, wie seine Güte uud Milde wiederspiegelteu! Damals aber hatte der Kummer seine Stirn noch nicht umdüftert uud Gram uud Sorge nicht feine Tage getrübt!"

Er schwieg, überwältigt von diesen Gedanken uud Erinueruugeu, die um so bitterer waren, weil fie ihn des Undanks gegen ein Wesen beschuldigten, das seiner ganzen Hochachtung uud Liebe würdig war.

.Still, still davon I" entgegnete ihm sei» Gefährte. .Wozu nützt es auch, sich jene längst »ergangene Zeit ins Gedächtnis zurückzurnfen? Ein unreifer Jüngling damals noch-- '

.Wäre anch zwei Mal die Zeit darüber verflossen, das Bewußtsein meiner Schuld würde ebeu so frisch wie jetzt vor meiner Seele stehen I Ich sehnte mich ein teures Angesicht wiederzusehen, und fürchtete >och in demfelbeu meinen schärfsten Ankläger zu er­blicken, und obgleich ich Gefahren aller Art kaltblütig getrotzt, zagte und erbebte ich doch, in dem Augen­blick, als mein Ange unerwartet auf seine ehr- würdige Gestatt fiel. Der Ausdruck stillen Leides, der über dieselbe wie auch auf feine Züge anSge- ireitet war, traf mich vernichtender, als die Feind- chatt einer ganzen Welt eS gethan hätte, und müßte ich ihm noch einmal so gegenüber stehen, ich fürchte mir würde das Herz brechen!"

Der also Redende versank in dumpfes Schweig-u und schritt mechanisch neben seinem Begleiter hin. der ihm weder Trost noch Beruhigung bot, da er wußte, daß dies vergeblich sein würde.

Nach einer längeren Pause sagte der Andere: .Weshalb wollt Ihr Euch noch jetzt Über die Ber» gaugeuhett härmen, die doch weder Gram noch Reue

WWWWsN meistens die ttblimmkeu^o^i-n^iink-«" & bttwollte! Hätte ich nicht die Männer in dem Boot aber hoffen dastfürEnckbies-nb überzeugen wollen, wer fie seien, zu Ende find " b * * tranrlflen2'a0e letztlich wäre heute nicht hierhergekommen. Nun, die Zett

äe^Stte Ähm^ ba pe tK L MrS. Wetherbys Hans war bald erreicht, und e,,nt «* * f» SS«MHt

Ä. mÄÄWiJ SCottor'Ä'&Ä °Ä-Ä.

"ie aettnaüeSvllrvonibnen"' fi°de nicht genau seine Rede, und so fühlte fich denn auch MrS.

Die kleine rrmde^"seüalt"nnk di» x.Mmtu« au W'therby durch seine Worte verletzt und glaubte au» berde» d.8 RebeNb.« Kn ^' denselben eine Anspielung, daß fie fich der Methodisten»

S »tuehLen. (Forts, folgt.)

i anz erMdtt^fÜh'lle/ er fich von dem raschen Sang 3 pyxMgMAr« KttttKtverKe itt Beim Anblick der ttesblanen, glatten Wasserfläche! der St* ElisabethKirchr jÄatbtttO.

K fich in gm der Wunsch, fein Fischergerät zur 3. Der Hochaltar.

Hand Pt haben, um die Angel nach den Forellen j «m 1. Mai 1290 wurde der Hochaltar im Chor

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Aerrisches Leich. fcT" toirb. Durch die Einführung der neuen

<c r~ ec IWertzeichen wird auch eine Neuausgabe der gestem-

melbrt 1 Sri bPm®neft6r- //^Wi^- pelten Briefumschläge und Streifbänder, sowie der tton der UnihPrSf der Deputa- gestempelten Formulare zu Postkarten, Postanwei»

ans hf. r » Göttmgen erwiderte der Kaiser jungen u. s. w. bedingt. Entsprechend bTr verän- M b« H"^'0ungsansprache des Prorektors: Ich derten Farbe der neuen Marken zu 3 Pfa und 5 SeLKto1 b?^C®$e9rfiSn9ilUnb ^halten die Streifbänder einen Ausdruck in

^ußerordentl ch daß Sw gerade d,e geschichtliche brauner, die Postkarten für den inneren Verkehr halte S Ä x5 T Ä Heien Aufdruck in grüner Farbe. Außerdem kommt vieler halte auch Ich besonders fest. Ich glaube, bei dem Aufdruck der bezeichneten Postkarten die 'Ä ^teaefübrTteeren derGeschichte das deutsche anstatt der lateinischen Schrift in Anwendung, bene/feine ^Elemente, aus Mit der Ausgabe der neuen Wertzeichen bezw. einer

bautblt^ -^mek^nb''dsem- Kraft sich aufge- Gattung derselben an das Publikum dürfen die be ©etokfite e,frt9Cr xn? angehender Verkehrsanstalten erst dann beginnen, wenn die vor»

M«« S e§ e7n K- .to,rbo' b^° h°nd-n-n Bestände an alten Wertzeichen derselben

Winnen und hnbrA 5 ? Sa9e ^Gattung verkauft sein werden. Die Bestimmung des

T ^Lb rbur^.ÜL!l^e,tI,^cr Werse zu groß- Zeitpunktes, von welchem ab die jetzigen Freimarken rc. fiÄÄs 7s.^nken erzogen werden. Ich ihre Gültigkeit verlieren, tonb & erfolgm - bQ?@?e baTbSerin?e,ni;^rttlt ^'Ngeäußert, Fürst Bismarck wird, wie in gut unterrichteten Kreisen vorberettet in Ihren verlautet, während des Besuches des Zaren, dem den nächsten Jabren"'das'G^b ^«stbb^^^^ ml man in der letzten Septemberwoche bestimmt ent» 2.anberen»Muuu «<5 «ueu fleaenW, nach Berlin kommen; bestätigt sich die» - Sferin teS,9 n^n wird, wie bisher, und findet, wie dies beim letzten Besuche des Zaren Hannover mied«' T. ^5 ^tmüage vor zwei Jahren der Fall war, zwischem diesem und dem JKS\Sepa- Reichskanzler eine Unterredung statt, so würde der w°L auf de!° Wildem e 7 Uhr Anwesenheit des russischen He?rschers damit ein p°-

und beaiebt MbÄ ?? "" litischer Charakter aufgedrückt werden, den man aller»

dem Neuen ÖwT b °us zu Wagen direkt nach dings nicht zu überschätzen braucht und um so »e«

®iüe beftätiS Ä9 «überschätzen wird, wenn man sich erinnert, daß

y bestätigt, baß die Eröffnung des Reichstages I die in der Unterredung vor zwei Jahren erfolgte beutfcken Al!!>b8^°^. Nach der »Nord- Aufklärung über Mißverständnisse und Fälschungen Geh ^Oberreaierunasrat^N^n bc§ Ian dem Verhältnisse der beiden Staaten zu einander

äne§ Rottenburg wahrend wenig geändert hat. Aus Hannover wird übrigens

neftnrfS. ßif. t l « u Krankheit heute berichtet, daß der russische Thronfolger zunächst

b- Rottenburg hatte sich auf nicht nach Paris gehen werde; er kehrt von bei bu Nachricht von ber Erkrankung seiner Gemahlin Manövern nach Frebensborg zurück Damit würben m Sonnaben von Friebrichsruh nach Lonbon be- auch bieBeklemmungen Wegfällen^ stkretärs' ^es OR^chs^Ros^amts^wp"^^9 St°°ts- liche Besuch ber französischen Hauptstabt einem Teile i SX °m 1. Oktbr. der Presse bereits bereitet hat Es verlautet, baß

eingOführt SiSlr ^-Wertzeichen i>er Zar, ehe er nach Berlin kommt, seine Gemahlin elngesuyrt. Die neuen Marken unterscheiben sich nach Mecklenburg geleiten werde wo dieselbe rum der i^en^auäS ^ ^che bleibt und man nimmt an, daß die deutsche

kröne ber^ h l Ä b,e Reichs- Kaiserin sich dorthin begeben wird und daß auf

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Die Italiever In Paris.

Daß ein Teil der italienischen Bevölkerung nod; nicht ganz politisch reif ist, ist schon oft gesagt und jetzt von neuem durch die Deputation bewiesen, welche von der apeninischen Halbinsel zum Besuche der Weltausstellung nach Paris gekommen sind. Ihr Führer Jmbriani, Mitglied der italienischen Volks­vertretung in Rom, hält jeden Tag seines Aufent Halles an der Seine für einen verlorenen, an welchem er nicht gegen den »Pangermanismus" reden und die Franzosen zur Wiedergewinnung von Elsaß- Lothringen auffordern kann. Signor Jmbriani er­klärt das deutsch-italienische Bündnis für eine prak­tisch undurchführbare Thorheit und seine Worte finden jubelnden Beifall bei seinen gleichgesinnten Landsleuten und bei den Franzosen. Herr Jmbrian ist nicht der einzige Italiener, der solche Gedanken hat, die aus dem unbesiegbaren Haffe gegen den engen Verbündeten Deutschlands, Oesterreich-Ungarn, entspringen; aber die Gesamtzahl dieser französischen Italiener ist doch nur gering im Vergleich zu jenen, welche einsehen, daß Italien nicht anders handeln kann, wie es geschieht, daß eS auf Oesterreich-Ungarn und Deutschland angewiesen ist, wenn es seinen gegenwärtigen Besitzstand und seine Selbstständigkeit behaupten will. Ein Bündnis mit Frankreich würde Italien unbedingt eine Rolle zuweisen, die des Königs Humbert wenig würdig wäre; die ftanzö- sische Regierung würde dann mit der allergrößten Ungeniertheit ihre bekannten Plänne, daS mittel­ländische Meer zu einem französischen See zu machen, zur Durchführung zu bringen versuchen. Was läge denn auch den der Popularität so sehr bedürfttgen Leitern der französischen Republik näher, als, sich als Mehrer Frankreichs zu zeigen? Durch seine Ver­trauensseligkeit hat s. Z. Italien Tunis, in welchem sehr wichtige Interessen für Rom bestanden, an den Nachbar verloren gehen sehen; bei einer unbedingten Anschließung an Frankreich, die in Paris sofort als Abhängigkeit aufgefaßt werden würde, würde auch Tripolis und die ganze Südküste des Mittelmeeres verloren gehen. Und bei allem Respett vor der italienischen Waffentüchtigkeit, daran, daß Italien allein jemals einen Krieg mit Frankreich glücklich führen würde, ist doch absolut nicht zu denken. Noch viel ungemütlicher würde aber eine gänzliche Iso­lierung ober ein blindes Vertrauen auf Frankreich für Italien sein, wenn in Paris Boulanger, Philipp von Orleans ober Victor Napoleon das Heft in die Hand bekäme. Zur Auffrischung der »Gloire"

jNachdruck verboten.]

Die Lose von Windermere.

(Fortsetzung.)

Hiermit blickte er auf die Umstehenden, welche sämmtlich eingelaben waren.

Feitttagen. OuartÄ-AbonEmtS-Preis'be^der Exp SPifWBlWlL Wwie^die Armmicen Bureaur^voniEpefbitLDI? bl Blattes,

dition 2'/.Mb, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. ^ ^?nlJ,? m K aarUyDnAaafcnflc*".unb Vogler

Mittwoch, 18. September 1889. niV-

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