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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain. Illustriertes Sonntaasdlatt.

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freue mich, wiederum auf der roten Erde mit Ihnen und unter Ihnen zu fein und spreche den herzlichsten Dank aus für den schönen Empfang, den die Pro­vinz mir bereitet hat, besonders die Stadt Minden. Ich knüpfe daran den Wunsch, daß es der Provinz nat$ Pe bor vergönnt sein möge, zu grünen und zu blühen, daß ihren Söhnen beschieden fei, Ruhm unb Sieg an die Fahnen zu knüpfen. Ich erhebe das Glas und trinke auf das Wohl der Provinz."

Hannover, 13. Septbr. Schon seit frühester Morgenstunde herrscht in den Straßen das regste Treiben. Die Truppen rücken mit klingendem Spiel nachdem die Fahnen und Standarten ans dem Re- sidenzschloffe abgeholt worden, nach dem Paradefeld am Kronberge ab, wohin von allen Seiten Tausende M Fuß, zu Pferde und zu Wagen zusammenftrömen. Das Kaiserpaar, die Prinzessin Albrecht, der Groß­fürst-Thronfolger und die anderen Fürstlichkeiten be­gaben sich um 8'/« Uhr zu Wagen auf das Parade­feld. Auf dem Wege dorthin wurde der Kaiser bei der städtischen Brauerei, auf deren Hof ein pracht­volles Zelt errichtet worden, vom Senator Brauns Namens der Brauer-Gilde, deren Mitglied der Kaiser als Besitzer des Refidenzschlosses ist, ehrfurchtsvoll begrüßt. Derselbe dankte, erkundigte sich eingehend nach den Verhältnissen der im Jahre 1472 errich- teten Brauerei und nahm den vom Borsteher der Brauergilde, Ramm, mit einem alten Brauerspruch ihm dargebotenen Ehrentrank an. Inzwischen er­schien die Kaiserin zu Wagen; Brauereidirektor Heimsdorff überreichte ihr einen Blumenstrauß. Unter den Hochs der anwesenden Brauhausbesitzer ritt der Kaiser darauf dem Paradefeld zu, während die Kaiserin den Weg zu Wagen fortsetzte. An der Grenze des Stadtgebiete- spielte sich die Begrüßung seitens der Landgemeinden ab. Die Parade ist großartig verlaufen. Der Kaiser war in großer Generalsuniform, die Kaiserin erschien zu Pferde im weißen Reitkleid mit den Abzeichen und Farben der Königin-Kürassiere. Prinz Albrecht cotoyierte das ganze Korps und führte das Regiment Nr. 73 wie selbe Braunschweiger Regimenter vorüber, der Groß­herzog von Oldenburg seine Regimenter, Ptinz Balduin von Flandern das Dragoner - Regiment Nr. 16, Feldmarschall Georg von Sachsen die Ulanen Nr. 16, General von Waldersee die Ulanen Nr. 13. Biele Tausende umstanden das Paradefeld, die Tribünen waren dicht besetzt, der Jubel endlos. Die Parade des Armeekorps dauerte drei Stun- ! de«. Die Aufstellung der Truppen auf einem sanft aufsteigenden Gelände bot einen prächtigen Anblick

Der russische Thronfolger in der Uniform des ersten westfälischen Husarenregiments Nr. 8 mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens, wohnte der Parade zur Linken des Kaisers bei. Der Kaiser sprach dem Chef des zehnten Armeekorps seine hohe Zuftieden- heit mit dem Parademarsch und der vorzüglichen Haltung der Truppen, namentlich der acht Kavallerie­regimenter, aus. Er kehrte zu Pferde gegen 3 Uhr in die Stadt, die Kaiserin zu Wagen zurück.

Bremen, 13. Sept. Dem Vorstande der nächst­jährigen Gewerbe- und Industrie-Ausstellung in Bremen wurde seitens des Reichsmarineamtes mit­geteilt, der Kaiser habe die Beteiligung der Marine an der Ausstellung genehmigt.

Darmstadt, 13. Sept. Prinzessin Heinrich von Preußen ist heute von Kiel kommend auf Schloß Heüigenberg mit dem Prinzen Waldemar zu länge­rem Besuch eingetroffen.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen- Ouartal-Monnements-Prei- bei der Expe-

> Uten Freund verlaffen? Ich dachte Sie anfznfordern den Abend in meiner Wohnung bei MrS. Wetherbv mtt mir znzubringen.«

»Nein, nein, heute nicht.*

»Nun, bann ein anderes Mal. Da wir uns hier udeß noch öfter begegnen können, so laffeu Sie uns fernen, daß wir in Gegenwart Anderer nns als Fremde gegenüberstehen, um lästigen Fragen zu entgehen.«

?Awitz, gewiß!« erwiderte Quaudtfch, dem dieser Vorschlag sehr gelegen kam, well er jede Erinnerung an die Vergangenheit zu vermeiden wünschte.

Im Begriff, nnn feinen Weg allein fortzusetzen, wurde er nochmals von Renmore ausgehalten welcher zn ihm sagte: .ES bleibt jetzt also bei unseren 8er» abrednugen.«

,3a ja, ich gehe nach SeSwick, um dort alle Plakate zu vernichten.

»Ein schöner Weg beim Schein des MoudeS, der eben anfgeht. Soll ich Sie vielleicht dorthin begleiten?«

»Nein, nein, lasten wir das lieber!* entgegnete Onandtsch. Gute Nacht, gute Nacht!«

Das letzte Wort war schon nicht wehr denüich vernehmbar, denn er war bereits in der Abend­dämmerung unter den grünen Bäumen verschwunden.

Ihm nachblickend, sagte Renmore mit triumphireu» dem Lächeln: Da» also wäre mir gelungen, und einen Monat noch kann ich frei atmen, kann ohne Sorge Der fein, für den ich mich anSgegebeu habe. Die guten Leute der Nachbarschaft: Doktor ESdaile >te Lawtous und Sutherlands sollen wahrlich keine Ursache mehr haben, sich über meine Zurückhaltung zu beklagen. Und Gertrud? Ja, Gertrud, der Gedanke an Dich, meine holde Geliebte, wird wenigstens so lange durch Nichts wehr gestört am wenigsten aber durch die Furcht, jedeu Augenblick von Dir ge. riffeu und ins Gefängnis geschleppt zu »erben.«

.Sr schM weiter und erfreute sich mit erleichtertem Venen der Schönheit de, Abends, die er seit langer Seit zum ersten Male im Gefühl der Sicherheit

Ausland.

Lemberg, 13. Sept. Nachdem in den an Galizien grenzenden Komitaten Ungarns die Maul- nnd Klauenseuche amtlich konstatiert worden ist, untersagt die Statthalterei bis auf weiteres die Ein­fuhr von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schwemm aus Ungarn nach Galizien.

Pari-, 13. Sept. In der letzten Nacht wurdm am Montmartre Plakate mit dem letzten Manifeste Boulangers und beleidigenden Ausfällen gegen die Entscheidung deS obersten Gerichtshofes angeschlagm. Auf Befehl deS Ministers Constans wurdm die Plakate entfernt und die Verbreiter verhaftet. DasJournal officiel" veröffentlicht den diesjährigm Erntebericht. Danach find in diesem Jahre 7 160 026 Hektare angesät gegen 6 978134 im Vorjahre. Der Ertrag der Cerealien beträgt 111460 218 Hektoliter gegen 98 740 728 im Vorjahre, oder 85 667 436 Zentner gegen 74 969 693 im Vorjahre.

Antwerpen, 13. Sept. Der Bericht der Gou­verneurs an den Minister deS Innern sagt, die Ursachen der Katastrophe feien noch unermittelt, namentlich sei noch nicht festgeftellt, ob der Patronen« chuppm zuerst in die Luft geflogen oder ob der Petroleumbehälter zuerst in Brand geraten sei. Die Untersuchung dauere fort. Die Zahl der standeS- amtlich eingetragenen Toten betrage 72, die Zahl der Verwundeten in den Hospitälern-114.

London, 13. Sept. Einer Reutermeldung auS Bombay zufolge fanden bei dem Feste Muharrem in Rohtak zwischen Muselmanen und Hindus ernste Zusammenstöße statt. Die Polizei machte von der

genoß. Den Weg in die Berge verfolgend, ließ er *alb das Dorf wett hinter sich, und, ans dem ost durch Htnderniffe aller Art unterbrochenen Pfade sich vorfichttg nach allen Richtungen umblickeud, sah er endlich ein Licht, welches sich eine Weile auf und Micheu den Hügeln hin und her bewegte und bann wieder verschwand.

«Was oder wer mag daS sein?« fragte M, einen lugenblick stehen bleibend, der späte Wanderer. Sollte Ruandisch sich mit einer Leuchte oder Fackel auf ben Weg gemacht haben? Nein unmöglich, denn er hat liefe Richtung nicht zu verfolgen! SS wird der alte Mke fein. Ich will dem Lichte nachgehen, da ich hm Mitteilen muß, daß ich für den Augenblick jeder Gefahr entgangen bin. Er wird mich ohnedies in einer Zelle erwarten.«

Hier, wie um ihn dieser Richtung zu befestigen, !>lieb das Licht ruhig an einer bestimmten Stelle, welcher sich Renmore zuwandte, fest überzeugt, dm Gesuchten bort zu finden.

xv.

Endlich war der Sonntagmorgen augebrochm und >amit der Tag erschienen, an dem Miß Sutherland ihre benachbarten Freunde zu einem feierlichen Mittags« mahl zu empfangen gedachte.

Die alte Sonnenuhr auf dem Kirchhofe deutete au, daß die Stunde des GotteSdimste» gekornmm und bald begann auch die Thurmglocke das Sonntags« geläute, das, wetthttt in der Gegmd vernehmbar, die Andächtigen zum Gebet und Gottesdienst etulnb.

Der Erste unter Denen, die sich während deS- eiben auf dem Kirchhofe einfachen, in dessen Mitte, nach früher allgemeinem Gebrauch, die Kirche stand war der Naturforcher Golefield, besten bereits bei einer früheren Gelegenheit erwähnt toorben ist. Bei einem umfangreichen Wissen besaß er ein ttef-religiöseS Gemüt, unb bieS ließ ihn jetzt voll Beifall nnb Freude auf bie Dorfbewohner bilden.

(Fortsetzung folgt)

anjetgen nimmt entgegen bie Expedition d. Blattes.

sown die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler

in Frankfurt a. M., Toffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf TTTV Clnfir a am a Moste m Frankfurt a. SB., Berlin,München u. flöht; @ 2. >5<MgaNg.

Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Haris.

aus Laune eine Gabe verabreicht hat, ohne bie Wahrheit zu prüfen. Ist bagegen anzunehmen, baß ber Geber wirklich getäuscht würbe unb baß diese Täuschung den Willen des Gebers zur Gabe be- stimmte, so liegt ein Betrug vor, da der vom Bettler erlangte Vorteil ein rechtswidriger ist und der Geber durch Einbuße einer Gabe einen Bermögens- nachteil erleidet.

Während die Beratungen des Reichshaus­haltsetats für 1890/91 seit der Rückkehr des Staats­sekretärs Frhrn. von Maltzahn beschleunigten Fort­gang finden, werden, so wird offiziös geschrieben, die Vorarbeiten für den preußischen Etat sich länger ausdehnen. Die kommiflarischen Vorberatungen der Spezialetats dürften sich in den Monat Oktober hineinziehen. Da die nächste Landtagssession, wie jetzt üblich, erst Mitte Januar beginnen dürfte, ist auch mehr Zett, als notwendig, gegeben, um den Staatshaushaltsetat rechtzeitig zur Vorlegung zu bringen. Im übrigen sprechen ja hinreichende sach­liche Gründe für einen späteren Abschluß des Vor­anschlages für die nächstjährige Finanzgebahrung Preußens. Zunächst wird die Bilanz des preu­ßischen Etats wesentlich von der Gestaltung des Reichsetats beeinflußt. Die Mattikularumlagen bilden auf der Debet-, die Ueberweisungen aus Reichssteuern und Zöllen auf der Kredit-Seite einen wesentlichen Faktor für die Bilanz in Preußen. Je mehr in dieser Beziehung, wie im laufenden Jahre, mit Ab­weichungen zu rechnen ist, um so wichtiger erscheint es, daß vor definittvem Abschluß des preußischen Etatsentwurfs der nächste Reichshaushaltsetat wenig­stens im Reichsschatzamte entworfen ist. Ferner ist in den ersten fünf Monaten dieses Jahres auf wirt­schaftlichem und Verkehrsgebiete vieles vorgegangen, was auf die Gestaltung des preußischen Etats von Einfluß ist. Je länger die Wirkungen dieser Vor­gänge vor der Etatsfeststellung zu beobachten sind, um so richtiger wird die letztere daher werden. End­lich hängt die Entscheidung sowohl inbezug auf die Auffassung der Finanzlage im Allgemeinen, wie in­bezug auf die daraus für den Etat im Einzelnen zu ziehenden Konsequenzen wesentlich von dem Finanz­minister ab. So lange dieser beurlaubt ist, ist daher schwerlich ein Abschluß der Etatsarbeiten zu erwarten.

Minden, 12. Septbr. Der Trinkspruch des kaisers bei der gestrigen Tafel mit den Zivilbehör­den lautete:Ich heiße die Mitglieder der Pro­vinz Westfalen von Herzen willkommen in der treuen Stadt Minden, worin vor 200 Jahren meinen Vorfahren zum erstenmale gehuldigt wurde. Ich

voran!" erwiderte Quanbisch schnell unb offenbar i verlegen.Ich hatte nach allen Richtnngm hin Unglück!"

DaS thnt mir leib, dies zu hören", antwortete Renmore, welcher sehr gut wußte, baß bie Eltern bte Kinder nnr seiner Aufsicht entzogen, weil er sie flecht behandelt nnb sie Hunger gelitten hatten. Aber Ihre Fran unb Ihre Heinen Kinder?"

Qnandisch mutmelte einen Fluch zwischen den i Zäh"«», entgegnete aber anscheinend ruhig: .Wie, Sie wissen noch nicht, daß meine Fran gestorben ist?« !

»Nein, das höre ich uns Ihrem Munde heute i zum ersten Male!« lautete die Antwort seines Ge. führten, doch nicht der Wahrheit gemäß, den» Ihm i waren verschiedene Gerüchte, den Tod der unglückliche» j Fran betreffend zugegangen .nnd ich bebauen aufrichtig Ihren Verlust. Ist Ihre Gattin eines ilötzlicheu Todes gestorben?« :

.Sie war wenigstens nicht lange krank!« entgegnete Qnandisch mit abgewandtem Gesicht. <

,3°, ja, ich erinnere mich, sie war eine schwache nnb kränkliche Person, nnb hätten Sie sie nicht so für. j orglich nnb rücksichtsvoll behandelt, der Tod hätte le schon früher von 3hrer Sette geriffeu. Was i st aber an» Ihren Kindern geworden ? Die armen kleine» Wesen find schon so früh der Mutter beraubt worden!*

Hier war bie Geduld deS unnatürlichen Baiers zu Ende, ber seine Kinder verlasse» nnb sie bem i Elend und ber öffentlichen Barmherzigkeit auheimge- : leben, nnb entgegnete heftiger, als er bisher ge­brochen: .Lassen wir bie FamUien-Angelegenheiten >ie nicht hierher gehören, obgleich ich Ihnen sagen kann, baß eS meinen Kinder» gut ging, als ich sie zuletzt gesehen. UebrigenS meine ich, daß wir nun alles Nötige besprochen haben, unb so will ich Ihne» denn eine gute Nacht wünschen I« ;

«Gute Nacht, Sim--Qnandisch wollte ich

agen! Sie sehen, ich kann Ihren Namen noch immer < nicht be hatten. Wollen Sie aber so bald schon einen ,

bition S'V.Mk., bei ben Postämtern" 2ML. 50 Pfg.'kexll.

«5*3.»'Äk'' Sonntag, 15. September 1889.

Britisches Reich.

®erlitt, 13. Sept. Der . Reichs anz." veröffent- : licht einen kaiserlichen Erlaß zur Ausgabe von 90 390 917 Mk. 3'/>proz Reichsanleihe, beruhend auf den Gesetzen aus ben Jahren 1882, 85, 86 unb 89. Davon finb 4 Millionen für den Ham­burger, 3 für ben Bremer Zollanschluß, 97. Mill, für ben Norbostseekanal, ber Rest für Militärzwecke bestimmt. Der »Rat. - Ztg.« zufolge gebenft Finanzminister von Scholz gegen Enbe bs. Mts. ? hierher zurückzukehren. Der Erfiuber Ebison ist gestern abenbs 11 Uhr hier eingetroffen unb würbe am Bahnhofe von seinem eigenen hiesigen Vertreter, ferner von den Mitgliedern der amerikanischen Ge­sandtschaft und dem Vertreter von Werner Siemens empfangen. Es ist wiederholt vorgekommen, daß Rekruten eingestellt worden find, welche sich in Untersuchung befanden und demzufolge wieder ent lasten werden mußten, weil die betteffende Staats- ; anwaltschast über deren MilitärverhättniS nicht unterrichtet war und daher die vorgeschriebene Be­nachrichtigung an die Militärbehörde nicht geben konnte. Die städtischen Polizeiverwaltungen sowie die Amtsvorsteher sind daher aufgefordert worden, in den Monaten September und Oktober, als den beiden dem regelmäßigen Einstellungstermine der Rekruten im November vorhergehenden Monaten, von allen ihnen bei Feststellung des Thatbestandes strafbarer Handlungen bekannt werdenden Aus­hebungen militärpflichtiger Beschuldigter unverzüglich der zuständigen Staatsanwaltschaft in geeigneter Weise Kenntnis zu geben. Es ist Anlaß vor- [ Händen, wiederholt darauf hinzuweifen, daß Rekla- mattonen von Fahrgeld und Gepäckftacht (mit Aus­nahme des Fahrgeldes für zusammensetzbare Rund­reisefahrkarten , welche bei der Eisenbahn-Direktion anzubringen sind) stets bei demjenigen Betriebsamt einzureichen find, in besten Bezirk das Fahrgeld i ober bie Gepäckftacht erhoben worben ist. Dies gilt besonbers auch für Rückfahrkarten. Nach bereits mehrfach ergangenen höhern Entscheidungen kann durch Betteln ein Betrug begangen werden. Ein kürzlich ergangenes Reichsgerichtserkenntnis führt zwar aus, daß nicht alles Betteln unter die Angabe unwahrer Thatsachen und unter den Begriff des Betruges fällt, es kommt vielmehr auf den Causal- zusammenhang zwischen Vorspiegelung und Gabe an nnb ist ein Betrug in ben Fällen ausgeschlossen, in welchen ber Gebende aus die unwahren Angaben kein Gewicht gelegt, sondern gewohnheitsgemäß oder

sNachdruck verboten)

Die Lose tum Windermere.

(Fortsetzung.)

.Erst in einem Monat?« fragte Qnandisch.

F ,3a, weil ich bann sehr reichlich mit Geld der- sehen bin. Wollen Sie indeß in vierzehn oder acht Tagen das Geld haben, vielleicht auch jetzt gleich* »Nein, bleiben wir bei dem Monat!« antwortete Qnandisch, der schon bedacht, daß in dieser im Ganzen doch nur kurzen Zett noch Mancherlei ge­schehen könne. Welche Sicherheit aber habe ich, daß Eie während dieser Zeit nicht ohne Zahlung ent» -weichen? Hören Sie, Stanfield nnd merken Sie sich wein Wort. SS wäre ganz vergeblich Ihrerseits, an eine Flucht zu denke», den» ich werde jede Ihrer Be- weguoge» beobachten und leinen Ihrer Schritte ver- wögen Sie meinem Scharfblick zu entziehen.«

.3ch kann Ihre Wachsamkeit nur loben und billigen übrigens ist hier meine Verschreibung.«

Damit zog er sei» Taschenbuch hervor, schrieb hastig und mit wenigen Worte» ihr gegeuseittges Uebereintommen aus, riß das Blatt heraus und fügte, eS Qnandisch reichend, hinzu:' »Nun aber fordere ich, daß Sie alle jene Zettel verschwinden lasten, .die hin und wieder an den Bäumen hängen, was indeß in »Wanderers Ruh« nicht nötig ist, da ich ihn dort schon selbst abgeriffen habe. DaS »Wie« «Utz habet Ihre Sache fein.«

»3«, ja, sie sollen verschwinden«, ertoiberte ber «obere hastig; »auch in SeSwick.«

»Und sollte bie Polizei schon benachrichtigt sein* »So werde ich sie ans andere Fährte leiten verlassen Sie sich ans mich!"

Und da nun dieses gnte Geschäft abgeschlossen ist, so lasten Sie uns doch einmal wieder bie Ber- j langenbett besprechen!" sagte Renmore.Hatten Sie nicht, al» mir uns zuletzt sahen, eine bedeutende Schule übernommen?"

Ja, ganz recht; aber es ging damtt nicht gut