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Marburg,
Freitag, 13. September 1889.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler m Franksurt a. M., Caffel, Magdeburg u-Wien; Rudolf Moffe m Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; ®. L Dauben. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, hariS.
XXIV. Jahrgang.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. Sept. Der Erbprinz von Meiningen, der ein Kenner der neugriechischen Sprache ist, hat vor einigen Tagen in der sehr angesehenen griechischen Zeitschrift „Hestia" einen langen Artikel veröffentlicht, welcher die verschiedenen Ansichten über das französische Lebelgewehr klar und übersichtlich resümiert. „Nachdem die französische Infanterie", so schreibt der Prinz, „mit dem Lcbel- Gewehre bewaffnet worden, hat sie auch eine Patrone erhalten, welche beim Schuffe nur sehr wenig Rauch erzeugt. Auf weitere Entfernungen (die uns nicht genau bekannt sind), ist dieser Rauch überhaupt nicht sichtbar und der Schuß verursacht nur wenig Geräusch. Eine französische militärische Zeitschrift sagt über das Lebelgewehr und seine Patronen folgendes: „eile ne donne qu’une tres legere vapeur bleuätre invisible ä une distance un peu grande et le bruit de sa detonation est 6gale- ment affaible.“ Wie dasselbe französische Fachblatt mitteilt, soll das rauchlose Pulver demnächst auch bei der französischen Artillerie eingesührt werden. Diese Neuerung wird einerseits eine Vermehrung des Inhalts der Munitionswagen nach sich ziehen und andererseits dazu nötigen, das Gewicht der Kanonen und Lafetten zu vermindern. Sollte sich das rauchlose Pulver auf die Dauer bewähren, so wird cs jedenfalls sehr bald auch in den Heeren anderer Staaten, wenn auch in anderer chemischer Zusammensetzung eingeführt werden." Ueber den Einfluß, welchen das neue Gewehr auf die militärische Taktik ausüben dürfte, verbreitet sich der hohe Artikelschreiber sehr ausführlich und er glaubt, derselbe würde so weittragend sein, „daß die Hoffnungen auf einen Erfolg in der Schlacht infolge deffen höchst ungleich verteilt seien zwischen Heeren, deren eines das geräuschlose Pulver verbraucht, während das andere noch auf das alte Pulver angewiesen ist." Um diesen großen Unterschied zu beweisen, führt der Erbprinz folgende Beispiele an: „Heute hören die Soldaten mit dem Zischen auch schon das Geräusch der einschlagenden Kugel, so daß sie, ehe man zum zweiten- oder drittenmale auf sie schießt oder wenigstens, ehe sie verwundet werden, sich vor dem Feinde, deffen Standpunkt sie erkannt haben, schützen können. In Zukunft aber werden die Vorposten, da sie nicht wiffen, von woher auf sie geschaffen wird, sich häufig irren und zu ihrem Schutze nicht gleich die richtigen Maßregeln treffen, wodurch ihre Lage nachteilig und unsicher wird.
fNachdruck verboten.)
Dir Rose von Windermere-
(Fortsetzung.)
„Heute aber habe ich erfahren", fuhr Renmore fort, daß, weuu ich noch eine Stunde länger in dieser Gegend verweile, eS mir verhängnisvoll werden kann. Ich bin jedoch auch uicht vorberestet, so schnell zu scheiden — ich möchte sie Wiedersehen, ihr einige Worte des Abschieds sagen, ehe ich auf uubesttmmte Zell von ihr gehe."
.Glaubt Ihr, ich wüßte nicht, welcher Zauber Euch danut uvd mächtiger ist als alle meine Warnungen? Glaubt Ihr das forschende Auge des alten Mike hätte, zwar von Euch uugefeheu, Euch uicht beobachtet, die Ihr die kostbaren Blicke im Souuenscheiu jener drrhängnisvollen Schönheit, die vielleicht Euer Un» glück werden kann, vergeudet?"
.Wie? Sollte Gertrud mich verraten?" fragte der junge Mann bestürzt.
„Nein, das wollte ich damit uicht sagen. Sie P viel zu edel, rein und hochherzig, um eine» solchen Gedarken aufkommeu zu lassen. Nein, Ihr verratet Euch selbst, uicht aber diese Gerttud, die Euch i-mig liebt."
„Ja, deffeu bin ich jetzt gewiß, und'diese Ueber. dkuguug wird mich jede Gefahr, jedes Geschick leicht «tragen lösten. Wie aber wißt Ihr, daß Gerttud Ach liebt?"
„Habe ich nicht ost genug, wenn Ihr nicht an Ihrer Seite wäret, sie auf jenen Hügeln sehnsnchts, dolle Blicke nach jener Richtung werfen sehen, von delcher Ihr meistens zn kommen pflegtet? Und das Geschick dieses Mädchens, welches von Allen geliebt, « verehrt wird, wollt Ihr an Ener schreckliches Los Mel»?" — Die Sttmwe des Greises bebte, als er * vorwurfsvollem Tone diese Worte sprach.
„Nein, nein, lieber wollte ich mein Leben zum Vpfer bringen! Wie »uwürdtg wäre ich all Emer
Die Rekognoszierungen werden infolge deffen schwieriger werden und größere Verluste mit sich bringen. Wenn heute der Vortrab der Kavallerie sich einem feindlichen Orte nähert und von dorther auf ihn geschaffen wird, so erkennen sie aus dem Geräusche der Kugeln und dem Pulverrauche, wie weit sich die Stellung des Feindes ausdehnt, und selbst für den Fall, daß die rekognoszierende Kavallerie sich sofort wieder zurückziehen muß, können schon jene oberflächlichen Beobachtungen von großer Bedeutung für den Heerführer sein, um die Lage der Dinge richtig zu beurteilen. Wenn aber die feindlichen Schützen, welche der Kavallerie gegenüberstehen, weder zu hören, noch aus dem Rauche des Pulvers zu erkennen sind, dann fehlen nicht nur die ersten Elemente für eine schnelle Auskundschaftung der Stellung des Feindes, sondern es können auch irrtümliche Folgerungen daraus gezogen werden. Durch das Rcpetiergewchr kleinen Kalibers kann der Feind die Vorposten des Gegners in noch größerer Distanz als bisher halten und vielleicht sogar in so bedeutender Entfernung, daß das Geräusch seines Schießens überhaupt ganz unhörbar wird." — Die Berufung des Reichstags ist für den 22. Oktober in Aussicht genommen. — Die „Magd. Zig." erfährt, daß man in unterrichteten Kreisen die Angabe über Vorlegung eines neuen Wehrgesetzes oder selbst der Ausarbeitung eines solchen als eine völlig haltlose Vermutung bezeichnet; es sei davon auch nicht entfernt die Rede gewesen. — Wie dem Geschäftsbericht des Vorstandes des deutschen Apothekervereins für 1888/89 zu entnehmen, dürfte das Erscheinen eines neuen Textes der kaiserlichen Verordnung vom 4. Januar 1875 über den Verkehr mit Arzneimitteln bevorstehen. Zur Umgestaltung dieser kaiserlichen Verordnung sind bekanntlich aus Jntereffenkreiscn mehrfache Abänderungsvorschläge gemacht worden. Dieselben betrafen in erster Linie eine bestere Abgrenzung zwischen dem geschäftlichen Betriebe der Apotheken einerseits und der Droguenhandlungen andererseits und sodann den jetzt ganz freigegebenen Handel mit neu auftauchenden Mitteln, über deren Wirkung oft ebensowenig eingehende Erfahrungen vorliegen, wie Wege und Methoden zu ihrer sachgemäßen Prüfung angegeben oder gar vorgeschrieben sind. Des ferneren ist dem Berichte zu entnehmen, daß die zuständige Behörde der Erwägung näher getreten sei, ob künftig als Vorbedingung für den Eintritt in den Apothekerberuf das Bestehen der Maturitätsprüfung zu fordern sei. — Die „Schles. Ztg." veröffentlicht einen
Teilnahme und Sorge, dächte ich daran, so viel Lieblichkeit und Unschuld in Gefahr zu bringen? Aber sprecht Euch deutlicher aus, nicht mehr wie bisher in jenen dnnkleu Rätseln —"
,Anch das würde vergeblich sein, da Ihr dem Mädchen nicht mehr entsagen könnt!" unterbrach der Greis. Ich kann weder Ener Geschick, noch Eure Liebe ändern."
.Mein Geschick? Ja, ich verstehe! Dennoch könnt Ihr mir aber sagen, ob Ihr in Enrer gestrigen Erzählnng in den Schicksalen jene» Kinde» die meinigen geschildert?"
»Und wenn dem so wäre", fragte der alte Seemann feierlich, .würdet Ihr da Gerttud in Euer gefahrvolles Leben hiueiuzieheu?"
.Kanu ich aber — verzeiht mir diese Be. merknug — einer Erzählnng Glauben schenken, welche die Welt allgemein mit dem Namen eines Märchens bezeichnen würde?"
.Ihr sagt", erwiderte der Greis, der mehr Trauer als Zorn über den Unglauben seines Gefährten zn empfinden schien und dessen Bemerknng überging, .Ihr sagt, daß hente meine Warnung sich als wahr erwiesen! Seid Ihr endlich Enrem Feinde begegnet? Habt Ihr den Priester Qnaudisch gesehen?"
.Den Priester Onandisch?* rief Renmore erstaunt. »Wäre nnr der eS gewesen I Nein, bi» jetzt haben meine Angen ihn nte erblickt. — Ich sah dagegen — zwar nnbemerkt von ihm — weinen erbittertsten Feind, verließ schnell da» Hau» und kam hierher."
«Habe ich Ench nicht schon bei unserem ersten Zusammentreffen gesagt", erwiderte der alte Mike ernst, .vor dem friedlichen, verttauenerweckenden Gewände des Priester» Ench zu hüten, unter dem fich die gefährlichsten Laster, wie Haß nnb Rachsucht, zn verbergen im Stande find? Euer Todfeind, den Ihr erst heute gesehen, war niemand ander» als Onandisch, der Methodistenprediger."
Erlaß des Reichskanzlers, nach welchem fortan ungarische Schweine aus Steinbach bei Pest über Oderberg, nicht nur nach Ratibor, sondern auch nach Beuthen zur sofortigen Abschlachtung in dem dortigen städttschen Schlachthause, an je einem Wochentage, eingeführt werden dürfen. Das Fleisch von in Beuthen geschlachtetrn Steinbrucher Schweinen darf ohne weiteres — wie dies bereits für Ratibor zugestanden worden ist — in den freien inländischen Verkehr übergeführt werden.
— Zur Steigerung der Lebensmittelpreise schreibt die „N. R. C.": Wie in mancher anderen Hinsicht, so ähnelt die wirtschaftliche Entwickelung unserer Tage derjenigen am Anfang der siebziger Jahre auch darin, daß mit der Besserung des Verkehrs und des Absatzes eine Erhöhung der Preise notwendiger Lebensbedürfnisse Hand in Hand geht. Wenn gegenwärtig die Brotfrüchte und das Fleisch höhere Preise bedingen, als in den letzten Jahren, so war das Gleiche in den Jahren 1870 bis 1873 nur in noch höherem Maße der Fall. So stieg in diesem Zeitraum, obwohl am Anfang desselben erheblich höhere Getreidepreise herrschten als jetzt, der durchschnittliche Preis des Weizens in Preußen um nicht weniger als 3,8 Mark, der Preis von Roggen gar um 4,2 Mk. auf den Doppelzentner. Das Kilogramm Rindfleisch ist in dem gleichen Zeitraum durchschnittlich um 26, das Kilogramm Schweinefleisch um 20 Pfg. aufgeschlagen. In jener Zeit fehlte es an der Notwendigkeit, dem deutschen Getreidebau und der deutschen Viehzucht durch Einfuhrzölle und Einfuhrbeschränkungen den erforderlichen Schutz zu gewähren. Es entspricht daher den Thatsachen nicht, wenn Preisaufschläge, wie sie gegenwärtig auf dem Gebiete wichtiger Lebensbedürfnisse wahrzunehmen sind, allein oder auch nur in der Hauptsache auf zollpolitische oder veterinär- polizeiliche Maßregeln zurückgeführt werden. Dies Steigen oder Fallen der Getreidepreise hängt regelmäßig von dem Ausfälle der Ernte des In- und Auslandes ab. So stiegen Ende 1887 und Anfang 1888 die Getreidepreise trotz der Zollerhöhung nicht, weil die Getreideernte von 1887 eine ungewöhnlich reiche war, während die seit dem Sommer vorigen Jahres steigende Tendenz der Getteidepreise die Rückwirkung der ungleich weniger reichen von 1888 und 1889 ist. Die Fleischpreise stehen erfahrungsgemäß im Zusammenhänge mit den Getreidepreisen und folgen den Bewegungen der letzteren. — Die erhöhten Kohlenpreise, welche im Winter sich ohne Zweifel empfindlich bemerkbar machen werden, hangen
.Unmöglich! Ich wäre ihm doch gewiß schon rüher hier begegnet!" erwiderte Renmore.
»Er ist seit dem Tage Enrer Ankunft abwesend gewesen, nm Ench in Keswick zu suchen, wo er Ench bermutete. Habt Ihr aber immer noch Zweifel, so olgt mir, nnb ich will Euch Gelegenheit geben, Ench davon zn überzeugen, ohne daß Ihr dabei in Gefahr geratet."
J8ei biefen Worten erhob der alte Seemann sich, oschte die Lampe an» nnb verließ, von Renmore ge- olgt, seine Felsengrotte, nnb Beide schritten hastig rem Dorfe zu. Die Sicherheit feine» Gefährten er» orderte, daß er ihn anf Umwegen dahin führte, nnb auf dem langen Wege bahin gelang e» biefem, Näheres über feine Kindheit nnb feine Familie zu erfahren, wa» jedoch erst der Verlauf der Erzählung offenbaren wird.
Der Tag begann fich zn neigen, al» fie von einer anderen Seite, die nnr wenig bewohnt war, Wiuder- mere erreichten, nnb nachdem sie ein kleine» Tannengehölz am Ende eines ThaleS durchschritten, befanden fie sich anf einem freien, ringsum von hohen Bäumen eingefaßten Platze, au dessen einen Seite fich ein einfaches, viereckiges Gebände, die Methodistenkapelle, erhob, ans welcher ihnen schon ans der Ferne der Klang der tiefen Stimme QnandifchS entgegentönte, der offenbar einen Vortrag hielt.
Renmore blieb an der Stelle gebannt stehen, lanfchte nnb sagte bann halblaut: .Leiber kenne ich diese Stimme nnr zu gut Es ist zugleich biefelbe, die ich am Tage meiner Ankunst in Mrs. Wrtherbys Hause hörte. Doktor ESbaile sagte mtt damals, daß fie die beS Prebigers Onandisch sei."
.Er hatte Recht", erwiderte Mike, .nnb wenn Ihr fie kanntet, warnm ließet Ihr Ench bie» nicht ein Wink zur Vorsicht fein? Kommt jetzt nnb seht Euch das Antlitz an! Ihr könnt es ohne alle Gefahr thun, sobald Ihr Euch hinter mir verbergt."
Und damit trat Mike durch die einfache hölzerne Flügetthür ein, die aber unglücklicherweise zusammen
endlich mit den bei den Ausständen des Frühjahrs erzielten Besserungen bet Arbeitsbedingungen der Bergleute zusammen. Die Lohnerhöhung wie die Verkürzung der Arbeitszeit wirken in gleicher Weise preissteigernd, nicht minder die Unterbrechung der Produktion durch die Ausstände. Die Lohnerhöhungen, welche nicht blos bei den Kohlenbergleuten und seit den Ausständen des Frühjahrs, sondern schon seit längerer Zeit und für weitere Kreise der deutschen Arbeiterschaft eingetreten sind, bieten für die Mehrkosten deS Haushalts einen Ausgleich. Während aber diese letzteren mehr oder minder vorübergehender Natur sind, pflegen die Arbeitslöhne nach den Erfahrungen des letzten Menschenalters von der einmal erreichten Höhe nicht leicht und jedenfalls in ungleich geringerem Maße wieder herabzusinken, als die Preise, der Verkehr und Absatz zurückgehen. Zur Unzufriedenheit haben gerade diese Arbeiter daher jedenfalls keinen Anlaß.
Minden, 11. Sept. Bei der heutigen Parade stieg der Kaiser in großer Generalsuniform am Eingänge des Exerzierplatzes zu Pferde und sprengte, von den Fürstlichkeiten und einer glänzenden Suite gefolgt, nach dem rechten Flügel der Parade-Aufstellung. Die Truppen riefen dreimal „Hurra!" und die Musikkorps spielten die Nationalhymne. Nach dem Abreiten der Front fand ein zweimaliger Vorbeimarsch, geführt von dem Großherzoge von Hessen als General - Jnspetteur, statt. Der Kaiser sprengte beibemale an die Spitze des 5. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 53, dessen Chef sein Vater viele Jahre gewesen war und führte dasselbe an seinen fürstlichen Gästen vorbei, was große Begeisterung hervorrief. — Die beiden Fürsten von Lippe, sowie der Großhcrzog von Oldenburg führten dem Kaiser bei der Parade die Truppenteile vor, deren Chefs sie sind. Der Kaiser wurde bei der Hin- und Rückfahrt zur Parade von den Gemeinde», deren Ortschaften er passierte, sowie von den Zuschauern auf den Trübinen enthusiastisch begrüßt. An der Ehrenpforte des Dorfes Heide brachten Bauern und Bäuerinnen in Landesttacht dem Kaiser Erzeugnisse des Landes dar. Die Fürstin und die Prinzessinnen von Schaumburg - Lippe (Bückeburg) wohnten der Parade zu Wagen bei.
Friedrichsrnh, 8. Septbr. Wie in früheren Jahren, so hat es sich der Reichskanzler Fürst Bismarck, trotz seines augenblicklichen Beinleidens — er leidet an einer Venenentzündung — nicht nehmen assen, gestern dem Erntefest auf seinem Gute Schönau beizuwohnen. Der Fürst erschien im Wagen, das chlug, als er fie geöffnet hatte, nm feinen Begleiter geränschlos einzolaffen.
Die fromme, andächtige Versammlung, welche sonst keinen Blick von dem so verehrten Redner wandte, ward dnrch diese plötzliche Störung in einige Ans. regnng versetzt. Aller Köpfe richteten fich der Thüre zn, wo fie zn ihrem nicht geringen Schrecken den von Vielen so gefürchteten, von Allen aber gekannten alten Seemann stehen sahen, welcher nnterdeß feinem Gefährten hastig zuflüsterte, ihm unverzüglich nnb chnell aus ber Kapelle zu folgen.
Seine Warnung war jeboch vergeblich, beim starr vor Schrecken nnb Ueberraschung war Renmore einen Augenblick außer Staube, fich von ber Stelle zu be» wegen. Seine Angen nnb bie des Predigers be» segneten fich; letzterer schwieg einen Augenblick in einem sonst so fließenden Vortrage, denn auch ihm war der unerwartete Anblick eine große Ueberraschung.
Renmore ober faßte fich zuerst, und noch ehe Onandisch seine Rede fortsetzen konnte, hatten er und Mike schon mit raschen Schritten das schmucklose Gebänbe verlassen.
«Ihr habt nur zu wahr gesprochen", sagte er za diesem, als Beide fich entfernten. .Wer aber hätte gedacht, daß ich den Mann, welchen ich auf der Welt allein fürchte, hier also verkleidet wiederfiuden würbe? OaS Schlimmste aber ist, baß derselbe mich gleich» alls gesehen und auch wiebererkanut hat."
.Ja, ja, es war eine Fügung de» Geschick», daß gerade in dem Augenblick, wo Ihr unbemerkt Euch hättet überzeugen können, die Thür znschlng. Ihr wißt aber jetzt, baß ich mich nicht in der Person ge» äuscht hatte, die zuerst jene Zettel in KcSwickübereilte, von denen ich Ench bet unserem ersten Zn» dmmentreffen sagte. Er glaubte Euch ohne Zweifel dort."
.Ich bin dort gewesen, ehe ich hierher kam, wo ch bi» auf den heutigen Tag keine Ursache zur Be» orgni» gehabt habe."
»Welche Freude mag ihm Euer Anblick verursacht