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Wöchcnüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Jllnstriertes Sonntagsblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
M 208.
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Akk Londoner Streik
der Tockaibetter wird seines ganz eigentümlichen Verlaufes wegen auch in Deutschland viel besprocheen, und er verdient in der That diese Aufmerksamkeit. Wenn sich wiederholen sollte, was hier zum ersten- male in die Erscheinung getreten ist, dann würden die Lohnkämpse der Zukunft ein ganz neues Bild gewinnen. Vergegenwärtigen wir uns zunächst die Sachlage. Die Docks in London, in welchen die ankommenden Schiffe ausgcladcn und wieder gefüllt werden, sind ein Zufluchtsort für Tausende existenzloser Menschen; nun wird aber in den Londoner Zeitungen ausführlich dargelegt, daß diesen sich selbst anbietenden Arbeitern von den Dockverwaltungen ein Lohn gezahlt wird, der so gering ist, daß er kaum ein menschenwürdiges Dasein gestattet. Die Dockarbeiter haben höhere Löhne beansprucht und wurden abgewiesen. Darauf berief das Streik-Komitee die Arbeiter verwandter Geschäftszweige und forderte diese auf, gleichfalls einen Ausstand zu beginnen, um auf diese Weise eine allgemeine Pression der gesamten Geschäftswelt auf die Dockverwaltungen hrrbeizuführen. In der That haben eine größere Zahl von Arbeitern aus verschiedenen Jndustrieen die Sache der Tockleute zu der ihrigen gemacht, und cs ist bekannt, wie infolge dieses Vorganges ein großartiger Geschäftsstillstand in der Riesenstadt der Themse eintrat, der teilweise zur direkten Notlage sich zuspitzte und Millionen gekostet hat. Dadurch sind auch die Dockverwaltungen genötigt worden, den Streikenden sehr weit entgegenzukommen, und der Abschluß des Ausstandes wird in jedem Falle eine ganz wesentliche Aufbesierung der Lage der Streikenden sein. Der unbestreitbare Erfolg dieses Streikes hat in den englischen Arbeiterkreisen eine weitgehende Bewegung hervorgerufen, und es ist sehr wahrscheinlich, daß die zahlreichen Lohnkämpfe, welche Deutschlaad in diesem Jahre erlebt hat, nun in England ihre Fortsetzung finden werden. Die englischen Streiks haben bisher im ganzen nur schnelle Erfolge aufzuweiscn gehabt; die meist über enorme Kapitalien verfügenden Großindustriellen und Unternehmer gaben selten mehr nach, als sie gutwillig wollten, und so ist der Bezug der Arbeiter in England, wenn man die gesamten Existenzbedingungen in Anrechnung bringt, vielfach nicht so günstig, wie bei uns. Man konnte den über reiche Mittel verfügenden Unternehmern nur schwer beikommen und mußte sich gedulden.
Die Londoner Dockarbeiter haben nun den Weg
zu einem verhältnismäßig schnellen und bedeutenden Erfolg gezeigt, einen Weg, der auch die Sympa- lhieen der Preffe und des Publikums gefunden hat, da die zu bessernden Verhältniffe wirklich traurige waren. Die unumschränkten Herrscher im Gebiete der britischen Industrie sind aber jetzt aus ihrer Sicherheit gewaltig aufgerüttelt worden; cs werden neue Ansprüche an sie herantreten und sie werden dieselben nicht einfach von der Hand weisen können. London ist eine Stadt ungemeinen Reichtums, eine Stadt aber auch herzbrechenden Elends. Es giebt 'eine zweite Stadt in Europa, in welcher das Geld dermaßen rolliert wie in London, aber keine andere Großstadt hat auch solche traurigen sozialen Vcr- hältnisse. Nehmen wir unsere deutschen Großstädte; es mag in vielen in manchen Punkten nicht sehr erfreulich stehen, in keiner einzigen steht es aber auch nur annähernd so, wie in London, nirgends herrscht dies nicht einmal durch Lumpen mehr verhüllte Elend, welches an der Themse man zutage reten sieht. Alt-England hat in fremden Ländern Millionen für Humanitätszwecke aufgewendet, die zugleich seine eigenen Jntereffen förderten, aber günstige soziale Zustände hat es zu Hause noch immer nicht geschaffen. Die Notlage ist groß und es ist erklärlich, daß zu allen gesetzlichen Mitteln gegriffen wird, welche einen Erfolg, eine Befferung versprechen. Der Dockarbeiterstreik bedeutet einen großen Fortschritt in diesem Kampfe und die Londoner Geldherren werden mit seinen Folgen ganz gewaltig rechnen müssen.
Britisches Reich.
Berlin, 3. Sept. In Jeßnitz traf ber Rai fei gestern früh um 9 Uhr ein. Zu seinem Empfange waren der Bahnhof wie auch die Umgegend festlich geschmückt. Von nah und fern hatte sich die Bevölkerung eingefunden, um den Kaiser zu begrüßen. Auf dem Bahnhofe selbst war das Kaiserzelt, deffcn Spitze die deutsche Kaiserkrone zierte, errichtet. Hinter dem Bahnhofsgebäude war eine Ehrenpforte erbaut, welche die Inschrift: „Willkommen in der Niederlausitz" trug. Der Empfang des Kaisers war ein überaus enthusiastischer. Hurrahrufe begleiteten >en Monarchen, als er zu Pferde stieg, um mit einer Begleitung in das Manöverterrain zu reiten. Der Kaiser wohnte alsdann mit einer zahlreichen Generalität und vielen fremdherrlichen Offizieren am Vormittage den Feldmanövern der vereinigten 1. Garde - Infanterie- und der Garde - Kavallerie- Division gegen einen markierten Feind zwischen
Kohlo, Latten und Cammeltiz bei und begab sich hierauf, nach dem Schluß der Manöverübungen, mittags 1 Uhr von Jeßnitz aus über Guben, Croffen und Rothenburg mittelst Separatzugcs nach Lang- Heinersdorf, um auch in der dortigen Umgegend zwischen Goltzen und Kemzig dem Feldmanöver der 2. Garde-Jnfanterie-Division gegen einen markierten Feind beizuwohnen. Nach dem Schluß der Uebungen und nach dem Vorbeimarsch der Truppen ttat der Kaiser um 6 Uhr den Rückweg nach dem Bahnhofe Langheinersdorf an. Auf dem Wege dorthin fuhr derselbe beim Schloßhauptmann von Unruhe-Bomst vor und verweilte bei demselben etwa eine Stunde. — Um 7 Uhr abends wurde über Bentschen und Frankfurt die Rückreise nach Potsdam angetreten. Dort traf der Kaiser um 11 Uhr abends auf der Wildparkstation ein, woselbst die Equipagen zur Fahrt nach dem neuen Palais bereit standen. — Am heutigen Vormittage unternahm der Kaiser mit der Kaiserin einen gemeinsamen Spazierritt in die Umgegend. Von demselben zurückgekehrt, nahm der Kaiser von 10V. Uhr ab die Vorträge des Marinekabinetts, sowie später den des Militärkabinetts entgegen. — Die „Nordd. Allg. Zig." schreibt: Das „Wolffsche Telegraphen - Bureau" hat aus Chllteau-Salins gemeldet, daß der Statthalter in Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe, bei einer Rundreise in dem Kreise, wegen Aushebung des Paßzwanges interpelliert, erklärt habe, „er könne darüber nicht entscheiden; die auf diese Angelegenheiten bezüglichen Petitionen liegen Sr. Majestät dem Kaiser vor und sei Allerhöchstdeffen Entscheidung abzuwarten." Die Meldung scheint ungenau zu fein und wird auch von anderen Zeitungen in verschiedenem Sinne wiedergegeben. Sie ist jedenfalls insoweit unrichtig, als die Aufhebung des Paßzwanges längst von Sr. Majestät abgelehnt worden und keine Aussicht vorhanden ist, daß eine Abänderung dieser Allerhöchsten Entschließung eintreten werde. Die Aufhebung des Paßzwanges würde nur im Jntereffe der reisenden Franzosen, nicht in dem der ruheliebenden Bevölkerung der Reichslande sein.
— Unter den militärischen Vorlagen, welche dem Reichstag in seiner nächsten Tagung zugehen werden, erwartet man die Errichtung von zwei neuen General - Kommandos. Es unterliegt, so schreibt die „Post", kaum einem Zweifel, daß eine Teilung des 15. Armee-Korps beabsichtigt ist, das zur Zeit nicht weniger als 49 Bataillone Infanterie zählt, also über den gewöhnlichen Umfang eines Armee-Korps weit hinausgeht. Da dasselbe an Feld - Artillerie
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Die Rose von Windermere.
(Fortsetzung.)
»Ich wollte, bet einfältige Esdaile hätte ben Namen jenes Mannes hier gar nicht erwähnt, benn feit jenem Augenblick ist er unaufhörlich in Deinem Munde gewesen und mir dadurch aus» Höchste zu- wider geworden. — Kannst Du cS denn nicht saffeu und begreifen, daß gleich mir dieser Reumore alle Geselligkeit haßt?"
.Haßt? Nein, daS glaube ich nicht im Ent- ferntesteu, sonder» vielmehr, daß es mit seiner Zurückhaltung eine eigene Bewandtnis hat, baß vielleicht gar ein Geheimnis bamit verbunden ist, welches zn entdecken mich über die Maßen freue» würde I — Nnu, der Versuch wäre zu machen »ud ich will ihu wagen", fügte fie leiser hinzu und verließ daS Zimmer um sich zum Ausgeheu auzukletdeu und zugleich daS kleine Pony-Fuhrwerk zu bestellen in welchem fie und ihr Bruder gewöhnlich auSznfahreu pflegten.
AIS fie »ach wenige» Minute» vollständig äuge- kleidet im Hausflur wieder erschien, schickte fie ben Wagen zurück; benn fie hatte schnell überlegt, baß fie während eine» Spazierganges eher Gelegenheit habe» würbe, im Dorfe Erkvubigeu einzoziehe», wo. bei fie vielleicht gesprächsweise Manches über ben geheiwnißvollen Fremde» iu Erfahrung bringen könne.
So verließ fie denn ihre Wohnung, nachdem fie vorher ihre» Bruder von ihrem Vorhaben iu Kennt- uis gefetzt hatte; denn fie war viel zu lebhaft, um eine solche Ansicht gänzlich für sich behalten zn können.
AIS dieser sie mit schnellen Schrttten durch den Garten eilen sah, sagte er halblaut: .Schrecklich, baß mau einen Mensche», bet es doch so offenbar wünscht, sich nicht selbst überlassen kann! 68 gibt wahrlich bald kein Fleckchen Erde weht, wo «an nicht durch die unangenehme, zudringliche Höflichkett Anderer oder ihre Neugier belästigt wird! Und da» thut alles nur dar gesellige Leben."
So dachte und sprach Mr. Sutherland, während feine Schwester mit kaum glaublicher Schnclligkett getrieben von der edelsten Wißbegierde, daS Dorf erreichte. Sie hatte unterwegs ernstlich Über einen Plan nach gedacht, nach welchem fie handeln könne, war jedoch zu dem Entschluß gekommen, die erste Person, die ihr begegnen würde, anzureden und zu befragen.
Der Zufall führe ihr Jack, den Knecht deS Boten zwischen Windermeere und Keswick, dessen bereits Erwähnung geschehen ist, entgegen, welcher unter einer schwere» Last, die er zu besorge» hatte, keuchte. ES war ein heißer Tag, und in dicken Perlen träufelte ihm der Schweiß über bie gebräunte» Wangen hinab.
Nachbem Miß Sutherland ihn freundlich begrüßt hatte und Beide still standen, fragte fie, ihn prüfend betrachtend: .Seid Ihr nicht der Bote zwischen Mindermeere und Keswick?"
.Nein", antwortete Jack, seine Bürde auf einen Baumstumpf niederlegend. .Nein, Madame, ich bin nicht der Bote, dabei aber doch ein Bote, und wenn Ihr bieS auch nicht versteht, o spreche ich trotzdem die reine, richtige Wahrhett l"
Dabei nahm er seinen Strohhut und trocknete sich 6Hrn und Gesicht mit einem rotbaumwollenen
Taschentuch.
.Wie?" Ihr seid nicht der Bote?" fragte Miß Sutherland Überrascht und zugleich verwirrt.
Der schlaue, wenngleich plumpe Baneruknecht lachte, al» er entgegnete: .Nein ich bin nicht der Bote — Und wenn Euch die» ,» schwer zu der- stehen ist--"
.Wirklich, das ist mir unbegreiflich!" antwortete bie so wißbegierige Dame, welche bebanette, schon so viel bet kostbaren Zeit verloren zu habe».
Der Bursche lachte noch lauter als vorher nnb sagte: .Nun, so hört zu. Ich bin ein Bote, benn ich verrichte alle Huf träge, welche ich von meinem Herrn erhalten. Dieser aber ist der Bote, mit Wagen und Pferd, zwischen hier und Keswick, der alle
großen nnb kleinen Besorgungen, wie all gemein be» tonnt, übernimmt."
Nach dieser Auseinandersetzung, die ihm äugen» blicklich große Freude bereitet, setzte er sich zu seinem Bündel auf den Baum stamm nieder.
Miß Sutherland, welche »och immer hoffte, bei ihm ihren Zweck zu erreichen, ließ ihn einen Augenblick gewähren, bann sagte fie: .Ich möchte noch einige Fragen an Euch richten, wollt Ihr fie mir beantworten?
»Fragt nut, und ich will sehen, ob ich e» tarnt.* »ES ist in deS »WaudereS Ruh" ein Herr —• »Einer? Nein, mehrere."
»Ich meine einen gewissen Oberst Renmore, der abreisen will, wenn er nicht schon fort ist. Da Ihr nun der Bote ober doch in seinem Dienst feib, so wißt Ihr auch wohl, ob Ihr schon sein Gepäck von hier fortgeschafft habt?"
,O, Madame, Ihr sprecht so schnell und fragt so viel, daß ich Euch kaum verstehen kann."
»Nun, so totH ich meine Frage nochmals wieder, holen. Hai der Herr, von dem ich spreche, schon daS Dorf verlasse» ?*
»Ob er das Dorf verlassen?"
Der schlaue Bursche, der längst eingesehen, daß ihr an der Antwort gelegen war, welche er der Wahr, heil gemäß erteilen konnte, blickte fie mit beinahe blödfiunigem Glotzen seiner großen braunen Augen an.
»Könnt Ihr denn Eure Zunge nicht rühren und mir eine Antwort geben?" fragte Miß Sutherland jetzt heftiger.
,O, gewiß kann ich meine Zunge rühren nnb Euch eben so gut Antwort erteilen, nur muß ich wissen, was ich baffir zu erwarten habe, sonst bin ich sehr sparsam in meiner Rede!"
.Stehen so bie Dinge? — Nein, guter Freund, bann hört nur gleich, daß Ihr von mir nichts erwarten habt; ich habe hier schon zu viel Zett verloren!*
Bei diesen Worten entfernte fie sich mit schnellen Schritten.
heute nur den geringen Bestand von 2 Regimentern zu je 9 Batterie en hat, so benötigte dasselbe einer erheblichen Vermehrung, wozu die kürzlich gebildeten dritten Abteilungen der älteren Feld-Artillerie-Re- gimenter ein geeignetes Mittel bieten. Es bedürfte dann noch der Bildung der Stäbe von einem Armee- Korps, einer Infanterie - Division, einer Jnsanterie- wie einer Feld - Artillerie - Brigade. An Kavallerie besitzt das 15. Armeekorps eine Kavallerie-Division, an deren Teilung nicht gedacht werden darf. Das neue 16. Armeekorps müßte also auf andere Weise mit Kavallerie ausgestattet werden. An Pionier- Bataillonen bestehen beim 15. Armeekorps bereits zwei, das 15. und 16. — Das zweite der neu zu bildenden General-Kommandos möchten wir in den Ost-Marken des Reiches suchen. Nach der Teilung der Provinz Preußen in die Provinzen West- und Ost-Preußen wäre die Errichtung eines zweiten General-Kommandos recht angezeigt gewesen, sie unterblieb mit Rücksicht auf Rußland. Nachdem dies aber im vergangenen Jahre in den Militärbezirken bezirken Wilna und Warschau je 1 Armeekorps neugebildet hat, kann ein solcher Grund für die Unterlassung nicht mehr ausschlaggebend sein. — Mit der gedachten Umbildung würde eine Truppenvermehrung nicht beabsichtigt sein. Die oben erwähnten Artillerie- Abteilungen zu zwei Batterien würden aus ihren bisherigen Verbänden ausscheiden und neue Abteilungen zu drei Batterien daraus hervorgehen. Alles dies hat, wie das oben zitierte Blatt weiter bemerkt, mit der neueren französischen Militär-Gesetzgebung keinerlei Zusammenhang. In Frankreich wie in Italien haben die Armeekorps von vornherein eine gleichförmige Zusammensetzung erhalten; Oestcr- rcich-Ungarn wie Rußland haben sich einer solchen in neuerer Zeit sehr genähert. Nur Deutschland steht in dieser Hinsicht noch vereinzelt da, würde sich aber nach obiger Umbildung in einem wesentlich besseren Verhältnis befinden. Immerhin bleiben noch das 11. und daS 12. (königl. sächs.) Armeekorps mit je drei Infanterie - Divisionen und 39 bezw. 36 Bataillonen ungewöhnlich stark, das 13. (königl. württemb.) mit 21 Bataillonen ungewöhnlich schwach. Dies hat aber eine territoriale Begründung.
— lieber daS erste Betriebsjahr der Branntwein- Brennerei nach Einführung des neuen Steuergesetzes, also über das vom 1. Oktober 1887 bis 1888 laufende Jahr, ist nunmehr der erste amtliche Bericht erschienen. Wir entnehmen den Angaben der Steuerdirektionsbehörden über die Verhältnisse der Branntweinbrennerei folgendes: Dieselben bezeichnen
Jack, Ihr uachblickcud, sagte iudcß: »Sie hätte alles vvu mir erfahren können, benn ich weiß es, was fie von bem Gentleman zu wissen wünscht. Unb er ist Einer, vom Kopf bis zu ben Zehen! Wie reichlich hak er bezahlt, als ich ihm vor zehn Tagen seine Sachen brachte l Unb die will mich mit Fragen quälen und mir nicht einmal einen Sixpense geben 1*
Nachdem er also seine Ansicht ausgesprochen, fetzte er, verdrießlich brummend, seinen Weg fort.
Anch Miß Sutherland schritt rüstig weiter und überlegte allen Ernste», was zunächst zu thun fei. Das Ratsamste erschien ihr endlich, sich au bie erste Quelle zu weubeu, unb da des »WaudereS Ruh" nahe lag, schlug fie bie Richtung dahin ein.
DaS Wirtshaus war bald genug erreicht, und kaum hatte fie den Flur betteten, als sie von der Befitzeriu selbst empfangen ward, welche mit gemessener Höflichkeit nach ihrem Begehr fragte.
»Meine liebe Mr». Wetherky*, lautete ihre Antwort schnell, »ich wollte mich nur erkundigen, ob der Oberst Sie schon verlassen? Da wir am Sonntag einige Gäste bei un» sehen, würden wir auch ihm nochmals eine Einladung schicken, sobald ich von Ihnen erfahre, daß er noch hier ist!"
»Der Oberst ist hier, Madame; allein er nimmt weder Besuche an, »och erwidert er solche."
»Das ist» eben, was vir so sehr bedauern!" erwiderte Miß Sutherland der frommen Wirtin. »Aber nach dem, wa» ich von Ihnen höre, bleibt uns einige Hoffnung, ihn doch noch zu sehen. Weshalb aber mag er nut so zurückgezogen leben? In feiner Stellung und da er schon so lange hier ist?"
Mts. Wetherby richtete sich in ihrer ganzen Höhe auf und erwiderte mit kalter, zurückweiseuder Förmlich kett: »In der That, Madame, ich vermag Ihnen nicht die Gründe auzngeben, weshalb Oberst Reu- more alle Einladungen abgeschlagen. So viel ich weiß, ist et immer sehr beschäftigt, mitunter auch unwohl — ich bekümmere mich um meine Gäste so wett nicht, und" — fügte fie noch ernster sich ab-