Einzelbild herunterladen
 

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain. Jllnstriertes Sountagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Jtt 204.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2'/ Ml-, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

Marburg,

Sonnabend, 31. August 1889.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a.M., Cassel, Magdeburg u.Wien; Rudolf TTIV Messe in Frankfurt o. M., Berlin, München u. Köln; G. L- W Daube u. Co. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Paris.

Bestellungen für den Monat September nehmen auf die

vbertzesfische Zeitnng nebst Kreis-Latt

fSr -Le Kreise Marburg «ab Kirchhai«

und

Iltuftriertes Sautttagsbtatt sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

Unnötige Aennrnhignngen.

Ohne Zweifel ist es die Aufgabe einer auf der Höhe ihrer Situation befindlichen Kriegsverwaltung, die militärische Entwickelung der anderen Staaten und insbesondere derjenigen Nachbarstaaten sorgsam zu überwachen, mit denen sich im Kriegsfall unser Heer voraussichtlich zu messen haben würde. Es liegt daher auf der Hand, daß die Veränderungen, welche die französische Armee in so durchgreifender Weise sowohl betreffs der Organisation als taktischen Aus­bildung erfahren hat, von der deutschen Militär­verwaltung in der sorgfältigsten Weise geprüft, ihre Vorteile gegen ihre Nachteile abgewogen und endlich genau erwogen wird, ob das zur Erhaltung des Friedens, wie zur erfolgreichen Durchführung eines etwaigen Krieges unbedingt erforderliche Gleichgewicht der Kräfte auch vorhanden ist. Ebenso selbstver­ständlich ist, daß, wenn etwa diese Prüfung ergeben sollte, daß eine bedenkliche Verschiebung des Ver­hältnisses der Kräste zu Ungunsten Deutschlands entweder bereits eingetreten ist oder zu erwarten steht, die erforderlichen Schritte unternommen werden, um das Gleichgewicht wieder herzustellen und die deutsche Wehrkraft wieder auf die Höhe zu bringen, welche sie haben muß, um dem Vaterlande zum sicheren Schutz zu gereichen. Es ist aber eine völlig müßige Beunruhigung des Publikums, wenn in der Presse auf die erste Kenntnisnahme des neuen fran­zösischen Wehrgesetzes hin die Behauptung einer be­denklichen Unzulänglichkeit unserer heimischen Wehr­einrichtungen aufgestellt wird. Bei uns pflegt das, was für die Wehrkraft der Nation etwa notwendig ist, nicht im Voraus durch die Presse ausposaunt zu

sNachdruck verboten-!

Dir Kose von Windermere.

(Fortsetzung.)

.Und würdet Ihr ihn verraten, wenn einmal der Zufall Euch mit ihm zusammensührte?' fragte Ren- wore in tieferem Tone, wobei er vielleicht unbewußt, de» Greise näher trat.

.Ich ihn verraten? Nein, gewiß nicht, eine so gemeine Handlung überlasse ich gern einem Andern l Mag er glücklich entkommen, ich wünsche er ihm von Herzen, denn schade wäre eS, wenn endlich doch die Polizei einen so geschickten Kerl in ihre Hände klommen würde!'

.Recht so, Mikel DaS macht Emern Herzen, dem Herzen eines braven britischen Seemanns, alle Ehre!' sagte, beifällig mit dem Kopfe nickend, frermdlich der Geologe.

.Ihr habt wie ein Christ gesprochen und gehandelt was in diese» Zeiten drS GgeumtzeS und der Ge- wivusvcht immer seltener wird', bemerkte Renmore Mt einem merklichen Beben seiner Lippen, dar er »icht ganz zu unterdrücken vermochte. Dabei sah er dru allen Seemann mißtrauisch au, allein dieser Aus­druck seiueS Blickes verwandelte sich in ruhiges Ver­dauen, als er dem kühnen, scharfen Auge des See- wauueS eutgegeublickte, das, anfangs gefahrdrohend, jetzt voll Wohlwollen dem f einigen begegnete.

Da der Geologe ebenfalls nach KeSwick ging nnd Mike dahin begleiten wollte, schlag er selbst die ent­gegengesetzte Richtung ein, nachdem er sich von Beiden eit einigen höflichen, freundlichen Worten verabschiedete.

Die beiden Begeguuvge» jedoch waren ihm eben so unerwartet wie wichtig gewesen, er blickte fich daher «lch nach einiger Zell nochmals nach den Männern je. Was er jetzt sah, wußte notwendig seine gute Meinung von dem Geologen erhöhen, den» er trug uicht alleiu die Bünde drS greisen Seemannes, sondern dieser hatte fich auch noch auf seinen Ar« gestützt und schien danrll beschäftigt, seine« «ruscheufreuuL-

werdcn. Man bereitet vielmehr in aller Stille das Benötigte vor, und tritt alsdann erforderlichenfalls mit reifen und einwandfreien Vorschlägen an die ge­setzgebenden Körperschaften des Reiches heran, von denen auch die Bewilligung der erforderlichen Mittel regelmäßig nicht verweigert wird. Man darf daher vertrauen, daß das Notwendige auch jetzt nicht ver­säumt werden wird; zu einer öffentlichen Diskussion unserer Wehrverhältnisse und insbesondere einer ab­fälligen Kritik derselben fehlt es daher an einem ausreichenden Anlaß. Auslassungen dieser Art för­dern die Sache nicht, schaden vielmehr dadurch, daß sie unnötig Staub aufwirbeln.

Deutsches Keich.

Berlin, 29. Aug. DieNordd. Allg. Ztg." hält die Jndentifizierung der Emin Pascha - Unter­nehmung mit der Kolonialpolitik des Reiches für unzutreffend; beide ständen vielmehr zu einander in einem Gegensätze. Die Emin Pascha - Expedition könne nach der Trennung von, ja in Konkurrenz mit der Wißmannschen Aufgabe die deutschen kolo­nialen Interessen nur schädigen, während es gelte, alle Kräfte auf die Wiedergewinnung, Sicherstellung und Melioration des bisherigen Besitzes zu konzen­trieren. Es sei an der durch die Regierung und den Reichstag festgelegtcn Kolonialpolitik und an der Notwendigkeit fcstzuhalten, daß der Reichskanzler die auswärtige Politik leite -unb nicht der Vorsitzende des Emin Pascha-Komitees. DerKreuzzeitung" zufolge ist bei der Kundschen Expedition an Stelle des verstorbenen Leutnants Tappenbeck Premier­leutnant Morgen vom Infanterie-Regiment Nr. 63 getreten. Derselbe begiebt sich bereits morgen nach Hamburg und am 1. September mit einem Wör­mann-Dampfer nach Westafrika. Für die preu­ßischen Staatsbahneu sollen folgende Aenderungen vorgesehen sein. Die 4. Wagenklasse, welche weitaus am stärksten besetzt ist, erhält bequeme Holzbänke. Wagen dieser Klasse werden nur in Ortszüge und in solche durchgehende Züge eingestellt, welche von der Arbeiter- und Landbevölkerung erfahrungsmäßig viel benutzt werden. Freigepäck fällt ganz weg. Dafür erhält die 3. Klasse Lederbezüge, wie man sie bereits m der 2. Klasse der französischen Eisen­bahnen hat. Der Gcpäcktarif wird wesentlich her­untergesetzt. Für das Kilometer werden 5, 4, 3 und 2 Pfennig Personengeld erhoben; bei den Schnell­zügen tritt ein Aufschlag von 25 Prozent ein. Das Netz der Sekundär-Eisenbahnen in Preußen soll auch im nächsten Jahre eine Erweiterung erfahren,

wenigstens ist auch dem nächsten Landtage dem Ver­nehmen nach eine bezügliche Vorlage zugedacht. 8ür die Herb st reise desKaisers, welche, wie bekannt, mit einem Besuche des italienischen Königs­paares in Monza beginnen und unser Kaiseipaar zur Vermählung der Prinzessin Sophie nach Athen führen wird, sind die Vorbereitungen im vollsten Gange. Die Rückkehr des Kaisers nach Berlin wird erst Ende Oktober erfolgen und der Kaiser dann ständige Residenz in Berlin nehmen; für den Spätherbst sind dann nur die üblichen Jagdaus­flüge in Aussicht genommen.

lieber das neue ftanzösische Wehrgesetz und die Ergänzung des Reserveosfizierkorps in Frank­reich wird demHamb. Korresp." von seinem militärischen Mitarbeiter geschrieben:In keinem Punkt sind die Ausführungen und Bettachtungen eines großen Teiles unserer deutschen Tagesblätter über das neue französische Wehrgesetz so irrtümliche, wie betreffs der zukünftigen Ergänzung des ftan- zösischen Reserveoffizierkorps. Ein großer Teil unserer deutschen Blätter hat die Artikel 28 und 29 des neuen Wehrgesetzes vom 15. Juli 1889 dahin aufgefaßt, daß fortan nur die in diesen Artikeln näher bezeichneten Kategorieen von Freiwilligen Reserveoffiziere werden könnten. In diesen Artikeln handelt es sich um die Schüler der Polytechnischen Schule, der Forstschule und der Ecole centrale des arts et manufactures. Die Anzahl der Reserve­offiziere, die auf diese Art das ftanzösische Heer von den drei genannten Schulen erhält, wird jähr­lich kaum 200 betragen. Es liegt auf der Hand, daß ein so großes Heer, wie das französische, auf diese Weise allein seinen Ersatzbedarf an Reserve­offizieren nicht decken kann. Das neue Wehrgesetz hat hier ganz ausschließlich die Beförderung zum Reserveoffizier für einige bestimmt bezeichnete Kate­gorieen festgesetzt, an den allgemeinen Bestimmungen über den Ersatz der Reserve- und Landwehr-Offiziere ist damit nicht das Geringste geändert. Dieselben bleiben im ganzen nach wie vor im Wesentlichen dieselben. Das wichtigste Gesetz für den Ersatz der Reserveoffiziere bleibt das Gesetz vom 26. Juni 1888. Dieses Gesetz führt die besten Elemente der Reserve und Territorial-Armee, welche den vom Kriegsminister festgesetzten Bedingungen für die Be­förderung zum Reserveoffizier genügen, dem Offizier­korps zu und hat bislang dem Heere völlig aus­reichende Reservekadres an Offizieren geliefert. Durch eine kriegsministerielle Verfügung vom 2. Juli d. I. sind Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz vom

lichen Gefährten die lebhafteste Schilderung einer wichtige« Begebenheit zu machen.

Sie lange mit den Blicken verfolgend, sagte er endlich halblaut:Was mag nur der Alte erzählen? Er spricht so angelegentlich feine Bewegungen mit Händen und Kopf--sollte er von von

mir reden? Doch nein, ich glaube eS uicht, daß er auch uur ein Wort sagen würde! Ich bin aber hier, wie ich nun bestimmt weiß, von großen Gefahren umringt. Mich schreckt das Schlimmste, die Unge­wißheit, und ich muß uun jeden fürchten, der mir jetzt entgegentritt.'

Renmore hatte seinen Weg wieder hastig fortge­setzt, dann aber stand er abermals still nnd sah, fich umweudeud, den Geologen alleiu weiter gehen, während Mike einen anderen Weg eiugeschlagen haben mußte. ES ward ihm dies bald erklärt, deuu nach wenigen Sekunden sah er den asten Seemann aus einer kleinen Schlucht hervorkommeo, die noch seiner Aufmerksam- leit entgangen war, offenbar in der Absicht, ihm abermals zn begegnen.

MS dieser Renmore erreicht haste, sagte er ohne weitere Einleitung:Ich bin umgekehrt, Sir, um Euch zu sagen, falls die Nachricht Euch iuteresfieren sollte, daß öffentlich Demjenigen eine Belohnung zu- gesagt ist, welcher den Stanfield oder auch nur Nachrichten von ihm nach KeSwick bringt. ES wäre also ratsam', fügte er hastiger und in gedämpftem Tone hinzu,daß, wenn er fich hier in den Bergen anfhält, er vorsichtig und auf feiner Hut und daher vor allen Dingen auch an seine Sicherheit denkt.'

Wäre er hier, er würde Euch sicherlich für Euren wohlgemeinten Rat feinen Dank aussprechen', ent »ortete Renmore ruhig.Man hat ihn also doch auSgespürt? Wer aber ist der Anführer der Mente, welche in diesen Bergen Jagd auf ihn machen will?'

Man vermutet im tiefsten Dickicht gewöhnlich das Wild, und daher auch in diesen Bergen den be- rüchtigten Verbrecher l WaS aber den Verfolger am betrifft, so taut ein blutdürstiger Spion keine bessere

Hülle auuehmen, als diejenige, welche die Religion ihm bietet, wodurch er denn auch seine wirklichen Abfichten und Pläne mit dem besten Erfolge verbirgt.'

Also als Geistlicher verkleidet? Ich kenne keinen solchen das heißt, ich meine, nach meiner Ansicht muß doch die GerechttgkeU einen so geschickten Helfers- Helfer reichlich unb nach Verdienst belohnen. Allein' fuhr Renmore nach einer kurzen Pause in sorg, losem- fast scherzendem Tone fortman sagt, daß Ihr jo, eine Art von Seher seid; glaubt Ihr, daß ihm sein Opfer glücklich entkommen wird?'

Der Greis schüttelte ernst, fast feierlich das Haupt, daß die grauen Locken langsam die gefurchte Stirn umwallten. Dabei blickte er seinen Gefährten traurig und kummervoll an, welcher, fich getroffen fühlend, anscheinend ruhig und unbefangen sagte:Ihr seht forft^enb an, findet Ihr etwa in meinem Angesicht Anzeichen kommenden Unglücks ober drohen­der Gefahr?

Und wiederum suchte er ein Lächeln zu erzwingen, was ihm iudessen uur tellweise gelang.

.34 habe noch nie die Lippen lächeln sehen, während der übrige Teil der Gefichtr ernst blickst, ohne zu wiffeu, daß die- Lächeln ein verstelltes sei und ein geängstigtes Gemüt nnd einen sorgenvollen Seist verbergen sollte', antwortete Mike in dem feierlich bedeutungsvollen Tone, der meistens feine Rede kennzeichnete.

.Nr scheint wahrlich ein geschickter Phystognomist zu sein!

Ich vollst, ich wäre eS nicht', entgegnest er langsam, wobei er feinen Gefährten unausgesetzt be- trachtest, der, so gleichgültig er sich auch stellen «ochst feinem Einflüsse fich dennoch nicht eutzsthen konnte.

.Abtt. sagt ufir doch., fragte Reuuäre nochmals, .weshalb Ihr eigentlich

Fragt mich nicht weiter, tarn ich weiß, war Ihr lagen wollt, und bald wird wohl bie Stunde kommen die Such alle» «Härt', fegte der Greil», fich zum

26. Juni v. I. ergangen. Dieselben verlegten die Hauptanforderungen, die an den Reserveoffizier» Aspiranten zu stellen sind, von dem bislang be­sonders kultivierten, rein theoretischen Gebiet auf das praktische. Die von ihren unmittelbaren nächsten Vorgesetzten Vorgeschlagenen sollen in der Zukunft vor ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst ihre Brauchbarkeit im praktischen Truppendienst vor einer besonders zu ernennenden Kommission darthnn. Ein schriftliches Examen findet nicht mehr statt. Die von der Kommission für geeignet Erachteten werden von allen Truppenteilen auf dem Instanzenwege dem kommandierenden General des Armeekorps namhaft gemacht. Dieser prüft die Listen und veranlaßt eine Erkundigung bezüglich der bürgerlichen Verhältniffe der Vorgeschlagenen. Diejenigen, welche ihm auch in dieser Hinsicht für geeignet zur Beförderung zum Reserveoffizier erscheinen, werden sodann dem KriegS- minister zur Ernennung zum Offizier vorgeschlagen. Alle weiteren Bestimmungen des Gesetzes vom 26. Juni v. I. bezüglich der Einjährig-Freiwilligen fallen fort, da bekanntlich das Gesetz vom 15. Juli 1889 das ganze Institut der Einjährig-Freiwilligen beseitigt hat. Damit gehen aber die Elemente, welche dieses Korps bislang dem Heere als Reserve­offizier-Aspiranten lieferte, keineswegs verloren, denn da jeder taugliche Franzose thatsächlich dienen muß, so gelangen diese Elemente auch in Zukunft auf die eine oder andere Weise in das Heer, sei es nun als Freiwillige oder zu drei- bezw. einjähriger Ein» stellung. Bei der ihnen inne wohnenden Bildung wird die große Maffe derselben nach wie vor das Streben haben, sich im Heeresdienst hervorzuthun. Namentlich wird die große Anzahl junger Leute, die aus dem besseren Kaufmannsstande, der Landwirt­schaft, dem Baufach u. s. w. dem Heere zugehen, in Zukunft sich zum dreijährigen fteiwilligen Eintritt stellen, da ihr die Möglichkeit zum einjährigen frei­willigen fortan benommen ist, die Berufsverhältniffe sie aber nach wie vor zwingen, ihre Dienstverpflichtung möglichst bald zu genügen und bereits mit dem 18. bezw. 19. Lebensjahre ein>utreten, anstatt erst mit dem 21. bezw. noch später. Nach einer drei­jährigen Dienstzeit werden aber gerade diese jungen Leute weit geeignetere Reserveoffizier-Aspiranten sein als die bisjährigen Einjährig - Freiwilligen. Also auch in dieser Hinsicht ist daS neue Wehrgesetz ein ganz wesentlicher Fortschritt."

Die Rede, welche der Kultusminister am 6. März d. I. im Abgeordnetenhause über Fragen der künftigen Gestaltung unseres höheren Schulwe- Weitergehen anschickend, wobei er einzelne Worte murmelte, die Renmore jedoch nicht verstehen konnte.

Nein, nein, verlaßt mich so schnell nicht!' rief dieser.Ich muß wissen, was Eure AustnerksawkeU fesselt, was in Eurem Geiste vorgeht'

»O, laßt mich, laßt mich gehen', erttiberte der SreiS mit angstvoll flehender Stimme, und versuchte, fich von feinem Gefährten loSzumacheu.

Ich muß und will alles wissen.'

Wollt Ihr mich zwingen, Euch elend zu machen? Ja, bann will ich reben aber fo leise, daß nur Euer Ohr meine Worte vernehmen soll.'

Unb fich üerbeugenb, flüsterte er Renmore Bc-te z«, die mit furchtbarer Gewalt fein Herz trafen.

Umsonst suchte er sich zu fassen. Staune» unb Schmerz hatte» ihn betäubt, unb als er sich seiner wieber vollkommen bewußt war unb fich nach dem alten Seemaune umsah, war bteser spurlos feinen Blicke» entschwunden.

vn.

Aufgeregter noch als bisher unb von »en« Angst unb neuem Zweifel erfüllt, verfolgte Renmore be» Weg z» feinem Versteck, als welches feine jetzige Wohnnng bienen sollte. Glücklich wäre er gewesen, hätte sie ihm ei» fichere» Versteck biete» können, er tonnte jedoch baranf nicht «ehr rechnen, feit er bie Worte beS alten Mike vernommen. Vielmehr ver» folgte ihn unaufhörlich ber Gedanke an bie Häscher tmb Späher, bie fich vielleicht schon Überall verborge» hielten, nm ihm anfjulanern. Nur mit zögernde» Schritte» setzte er feinen Weg über Berge und Felsen, bmch Thäler unb Schluchten unb am Ufer beS Sees fort, wobei jebeS unerwartete Geräusch ihn erbeben machte unb er beim Anblick einer Schäfers, be» eine Hecke ihm bisher v«borge», «schreckt zurückfnhr, weil er glanbte, in ihm einen verkleideten Diener ber Ge­rechtigkeit z» sehen.

Endlich «blickte er ans ber FerneWanderers Ruh', in tat « jedoch »ach d« Mitteilung des See»