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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fite die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
' Expedition: Markt 21. — Redaktion, Truck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
— Illustriertes Sonntagsblatt.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2'/. Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.
Marburg,
Sonnabend, 24. August 1889.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler m Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg u. Wien: Rudolf Messe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L- Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXIV. Jahrgang.
Bestellungen für den Monat September nehmen auf die
vberhesfische Zeit»», nebst Krrisblatt
fite die Kreise Marburg und Kirchhain
und
-llußrirrtes Sonutagsblaii
sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt unsere Expedition entgegen.
Die Exped. der Oberh. Zeitung.
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Keatsches Reich.
Berlin, 22. Aug. Der »Reichsanzeiger- macht die Kündigung bezw. Aufforderung zur Konver- tietung bezüglich der Oberschlcsischen vierprozcntigen Prioritäten Littera H, der Oberschlcsischen vier- prozentigen Prtoritäten-Emission von 1879 und der Rechte Odcrufer-Prioritäten zweite Serie bekannt. — Die Nachrichten, welche über den Zarenbesuch am hiesigen Hofe in Umlauf gesetzt werden, sind, wie die„Nat.-Ztg." schreibt, vielfach durch leicht begreifliche Tendenzen beeinflußt. Man dürfe als durchaus feststehend daran festhalten, daß der Besuch in den nächsten Wochen stattfindet. Die Wahl der Reiseroute wird ostensibel offen gelassen. Es sind für drei Linien Vorbereitungen getroffen. — Durch Verfügung des preußischen Kriegsministers v. Verdy find die Armee-Intendanten angewiesen worden, bezüglich der Kandidaten für das höhere Intendantur- Wesen nicht die gewöhnliche Zahl beizubehalten, sondern die Anmeldungen der Kandidaten in zunächst ausgedehntestem Maße entgegenzunehmen, damit im Falle eines plötzlichen Mehrbedarfs durch Krieg rc. für möglichsten Ersatz gesorgt ist. Den Gerichts- reserrndarien in der preußischen Monarchie ist, wie «an verschiedenen Blättern schreibt, von dieser Verfügung Kenntnis und anheim gegeben, sich zur höheren Intendanturlausbahn bald zu melden. — Ein kaiserlicher Erlaß bestimmt, daß die Feldwebel und Vizeseldwebel einschließlich der Vizefeldwebel des Beurlaubtenstandes, sowie die im gleichen Range stehenden Stabshoboisten bezw. Stabshoi nisten und Zahlmeister-Aspiranten bei denjenigen Truppen, bei welchen infolge der Ordre vom 22. März 1889
sNachdruck verboten.)
Are Rose vou Windermere.
(Fortsetzung.)
Kaum hatte er das Wort gesprochen, so vernahm tt Fußtritte und sah auch sogleich einen Mann näher kommen, der Angelschnur, Netz und anderes Fisch. Berat trug, dem ein gelblich. brauner Wachtelhund, »en er Bryan nannte, folgte. Jeder, der eine Erkunde zuvor das Gesicht des Fremden, mit dem Ausdruck leidenschaftlichen Schmerzes gesehen, würde kaum geglaubt haben, daß eS dieselben Züge seien, die jetzt dem Ankömmling ruhig eutgegeublickteu. Zwar behielt er feinen Platz auf dem Felsstöck inne, Eein er erwiderte dessen Gruß mit so einnehmendem Lächeln »ud so höflicher Neigung des Hauptes, »aß er sich gleich zu dem Fremdling hiugezogeu lühlle, der seinem Gruße die Worte folgen ließ:
.Ein herrlicher Abend heute zum Fischen, und stcherlich kehre» Sie mit guter Beute heim. Dennoch »st wohl das Waffer zu klar, als daß die Forelle kitt anbeifeen solltet*
Der Angler schien über diese Anrede höchlichst Erfreut, denn sie verriet ihm, daß ihu der Zufall wit einem Manne znsammeugeführt, der mit den Ge. drirnnissen der Fischerei vertrant war.— ein Ler- üuügiu, welches er leidenschaftlich liebte und dem er «le seine Mußestunde» widmete.
Er selbst schien über die erste Hälfte deS LebenS- dueis hinaus, war mehr als klein »ud von so um» mugreicher Gestalt, daß er fast unr wackelnd auf letuen kurzen Seinen weiter kommen konnte. Sein «ficht entsprach der Rundung seines übrigen Körpers hatte eine Stumpfnase, kleine, hellblaue, freund- ‘«9 blickende Augen, einen großen Mnnd, spärlich Landes Haar und einen spärlichen Bart aufzu. «ise» — also ausgestattet haben wir den praktischen §rzt Doktor ESdaile vor uns, wie er vor dem Memden am Windermere . See stand. Er hatte ttisen Wohnfitz tu dem nahegelegene» ReSwick, be»
der Infanterie-Offizierdegen neuen Modells zur Einführung gelangt ist, ebenfalls mit Jnfanterie-Ossizier- degcn und Portepee neuen Modells zu bewaffnen sind. Die genannten Chargen haken den fraglichen Degen an einer weißen bezw. schwarzen Ueberschnall- koppel zu tragen. — Die etatsmäßigen Feldwebel und Wachtmeister, sowie die Stabs Hoboisten, Stabs- hornistkn und Stabstrompeter haben künftig am Unterälmcl als besonderes Abzeichen außer der breiten noch eine schmale Treffe zu tragen, welche bei dem Waffenrocke, dem Koller und der Ulanka oberhalb der ersteren auf dem Aermeltuche, bei dem Attilla unterhalb der breiten Treffe anzubringen ist. Die neu hinzutretende, 16 Millimeter breite Treffe, welche im übrigen der Untcrosfiziertresfe des be- tteffendcn Truppenteils zu entsprechen hat, ist in einem Abstande von 7 Millimeter von dem Aermel- ausschlage bezw. von der breiten Treffe bei den Husaren anzubringen. — Nachdem zwischen dem königlich preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten einerseits und den Regierungen des Königreichs Sachsen, des Großherzogtums Baden, des Großhcrzogtums Mecklenburg - Schwerin, der großherzoglich und herzoglich sächsischen Staaten, des Herzogtums Braunschweig und dem Statthalter von Elsaß- Lothtingen andererseits, und zwar mit jeder einzelnen dieser Regierungen besonders, Verhandlungen über die gegenseitige Anerkennung der Prüfungs- zeugniffe für das Lehramt an höheren Schulen stattgefunden haben, und aufgrund der aufgestellten Vorbedingungen, der zur Erläuterung und Ergänzung derselben gewechselten Schreiben, sowie der schließlich ausgetauschten Erklärungen ein volles Einverständnis erzielt worden ist, bringt der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal - Angelegenheiten zur öffentlichen Kenntnis, daß die von den wiffenschaft- lichen Prüfungs-Kommissionen zu Leipzig, Karlsruhe, Rostock, Jena, Braunschweig und Straßburg i. E. ausgestellten Prüfungszeuvniffe für das Lehramt an höheren Schulen vom 1. April d. I. ab in Preußen in gleicher Weise werden anerkannt werden, wie die nach § 1 der diesseitigen Prüfungsordnung vom 5. Februar 1887 von preußischen Prüfungskommissionen ausgestellten Prüfungszeugniffe.
— Nachdem bei der Gefechtsübung, die vor dem Kaiser von Oesterreich in Spandau abgehalten wurde, das rauchlose Pulver zur Verwendung kam, hat sich die allgemeine Aufmerksamkeit in erhöhtem Maße der Frage zugewendet, welche Wirkungen die vollständige Einführung dieses Pulvers auf die
sachte aber alle Seen der Grafschaft, »m feinem Ser« gnfigen nachzugehen.
»Wohl habe» Sie Recht*, entgegnete er dem Fremden, »das Waffer, nnd gerade hier, ist viel zu klar, »nd hätte ich henke nicht mein Nitz gehabt, ich hätte nicht eine einzige Forelle bekommen.*
«Wie? Diese so begehrte Ausbeute liefert der See hier? Das hätte ich kaum geglaubt.*
»Dennoch verhält fichs so; glauben Sie aber nicht, daß ich meine Zeit so vergeudet und hier in dem See m fischt Habel — »Nein*, fuhr der Angekommene fort, »ich bin mit meiner Angel dort an jenem Bache gewesen, und Sie sollen gleich den Erfolg meiner Arbeit sehen.*
Bei diese» Worten legte Doktor Esdaille Netze, Angelruten und eine grüne Blechbüchse nieder, gebot seinem Hunde, sich zu legen, nahm bann ebenfalls aus dem Felsstück Platz und tretende sich bedächtig mit einem großen seidenen Taschentuche die schweiß- tiiefenbe Stirn.
Sei» neuer Bekannter hakte, durch Eingehen auf seine Liebhaberei, schnell sein Herz gewonnen, und daher beeilte er sich auch mit ollem Stolz, den er über feinen Fang empfand, ihm diesen zu zeigen. ES war Übrigens Jenem eigen, schnell und leicht sich die Zuneigung Anderer zu erwerben, wie er auch in hohem Grade die Fähigkeit besaß, nach kurzem Beisammensein den Charatter Derjenigen zu durchschauen, mit denen der Zufall oder sein Geschick ihn zu- sammenführte. Die Selbsterhalknng hatte diese Fähigkeit noch geschärft, vermöge welcher er bald einsah, daß er von Doktor Esdaille nichts zu fürchten habe, de« er mti einem mitleidige», fast verächtlichen Blicke beobachtete, als er eine große Forelle ans dem Blechkasteu hervorzog, fie ihm entgegenfeielt und trinmphirend sagte: »Hier, sehen Eie her! Ist das nicht ein Fisch, ans dem das Ange eine» Kenners mit großem Wohlgefallen ruhen kann?*
»Ja, da haben Sie vollkommen Recht! Er hat doch sicherlich ein Gewicht von mehrere» Pfunde».*
Gefechtsführung ausüben würbe. Es mehren sich jetzt die Stimmen, welche neben einzelnen Vorzügen des neuen Pulvers aus die großen Bedenken Hinweisen, die seiner Anwendung im Wege stehen. So wird der „Hamb. Nacht." von offenbar gut unterrichteter Seite aus Berlin geschrieben: Was das rauchlose Pulver angeht, so kann erst die Zeit lehren, ob es die notwendigen Eigenschaften für ein Kriegspulver in dem für ein solches erforderlichen Grade dauernd bewährt. Bis jetzt hat sich die deutsche Erfindung zwar bewährt, jedoch dürfte es selbstverständlich sein, daß alle Heere erst am Eingänge der Erfindung stehen und daß Vervollkommnungen derselben mit den wachsenden Erfahrungen eintreten werden. Ganz unrichtig sind die Meldungen, wonach das rauchlose Pulver knalllos sei. Wer die hierbei in Frage kommenden physikalischen Gesetze kennt, weiß, daß der Knall ebenso wenig beseitigt werden kann, wie der Rückstoß. Es gehörte am 14. d. M. nur geringe Aufmerksamkeit dazu, um zu erkennen, daß der Knall eher stärker als schwächer war. Was den Einfluß des neuen Pulvers auf die Kriegführung und nicht allein auf die Gefechtsführung anbetrifft, so zeigte jene Spandauer Uebung, daß die darüber bisher gepflogenen theoretischen Erörterungen zum Teil irrige waren. Als erstes Grundgesetz darf man aufstellen, daß das rauchlose Pulver das Schießen und Treffen so wesentlich erleichtern wird, daß eigentlich jetzt erst von „Zielen- ernstlich gesprochen werden darf. Diesem Vorteile stehen aber auch große Nachteile gegenüber, welche sowohl das taktische und das strategische als das moralische Gebiet berühren. Man konnte das am 14. August ziemlich genau spüren. Von Seiten des Gegners waren die mit rauchloser Munition ausgerüsteten Schützen im Gelände noch nicht zu erkennen, als dieselben sich bereits auf 300 Meter eingenistet hatten. Man hörte auf gegnerischer Seite wohl das lebhafte Feuern, also den Knall, man konnte auch die Richtung leicht feststellen, in der die feindliche Schützenlinie ungefähr lag, aber man konnte nicht feststellen, wo sie lag. Mithin war die Möglichkeit ausgeschloffen, die feindlichen Schützen erfolgreich zu beschießen. Es stellte sich dabei für sämtliche Führer, bis zu den Zugführern herab, das Bedürfnis eines Feldstechers heraus, um, wenigstens in einigermaßen bedecktem Gelände, die eingenisteten Schützen erkennen und den eigenen Leuten die Richtung und Entfernung der gegenüberliegenden Schützen angeben zu können. Wie das Gefecht und die Gefechtsleitung, so wird der ganze strategische
»O, gewiß! ES ist eine Forelle, wie fie nur feiten in den Seen nnd Bächen hier vorkommt. Wenn Sie fie aber schon in diesem ursprünglichen Zustande be- wundern, was werden Sie da erst sagen, wenn Sie fie dampfend und schmackhaft ^bereitet vor sich sehen, mit jener delikaten Sauce, die nu8 den Genuß noch erhöht, der wahrlich eines EpiknrS würdig ist!*
Die lebhafte Freude des kleinen Doktors bei der Aussicht auf das so gepriesene Mahl entlockte feinem Gefährten ein Lächeln, welches er, aufblideub bemerkte.
Er sagte beShalb: »Sie stnb, nach Ihrer Behauptung, selbst Angler; können Sie benn ba nicht begreifen, wie man nach ben Mühen eine» ganzen Tages sich auf ben so wohlverbienten Schmaus freut? Wenn Sie länger hier bleiben, müssen Sie doch auch einmal mit mir fischen gehen, nnb ich will sehen, was Sie leisten nnb ob Sie mit Exemplaren, wie biefe, ben Kasten zu füllen vermögen I Denn was könnte wohl einen Menschen in diese Gegend führen, wenn es nicht eben unsere berühmten Forellen find?•
Der Fremde lächelte abermals nnb antwortete ruhig: »Ein Gericht solcher Forellen ist sicherlich vet- lockeub genug, um barnm bie Seen hier zu besuchen. Ich muß jeboch eingestehen, baß nur bie romantische Gegeub hier mich veranlaßt hat, Wiubermere auf- znsncheu.*
»So freut es mich, baß getabe Sie mir in ben Weg gekommen finb, ba ich Ihnen auch bas anbere, bessere Vergnügen bieten kann! Doch jetzt muß ich mit biefen — hier packte er seine Forellen wieber ein — iuS Dorf.*
»Mich führt ebenfalls mein Weg dahin. Ich erwarte mein Gepäck, welche» ich mir uachfchicken laffe, in dem WtrtShause am See, nnb muß baher die» anffuchen.*
»Dahin bringe ich Eie und kau» Ihnen zugleich die Berfichernng geben, daß Sie hier nirgends besser zuftiedengeßellt werden, al» in de» »Wanderers Ruh.* Wenn Eie mir jetzt die Freude machen wolle», mich z» begleite», bitte ich dagegen tun bie
Dienst der Kavallerie von dem neuen Pulver beeinflußt und erschwert. Bisher konnte die vorauseilende, in kleine Abteilungen aufgelöste Kavallerie, wenn sie plötzlich hinter irgend einer Deckung her (Dorf, Gebüsch, Falte im Gelände u. f. w.), Feuer erhielt und Verluste erlitt, infolge des aussteigenden Rauches wenigstens bei Tage sofort feststcllen, woher das Feuer kam. Jetzt kommt die Kavallerie in die üble Lage, daß sie, nachdem sie Feuer erhalten hat, die Richtung suchen muß, aus der cs gegeben wurde. Sie hat dabei keinen anderen Anhaltspunkt, als die Richtung, aus der der Knall erfolgt. Es ist aber an sich sehr schwer, diese nach dem Knall zu finden, und fast unmöglich, wenn das Feuer von mehreren Punkten aus abgegeben wird. Man kann daher sagen, daß die strategische Verwendung der Kavallerie durch das neue Pulver sehr erschwert wird. — Dieselbe Zuschrift der „Hamb. Nacht.* beschäftigt sich auch mit der Mitteilung, daß demnächst die Bewaffnung der gesamten Feldartillerie mit Karabinern eingeführt würde und glaubt mit ziemlicher Bestimmtheit sagen zu können, „daß an der ganzen Mitteilung nur das richtig ist, daß die Frage einer solchen Bewaffnung theoretisch erörtert wird, daß aber keine Aussicht dafür vorhanden ist, daß die Feldartillerie mit Karabinern ausgerüstet werden wird.*
— (Zur Schulreform-Frage.) Der deutsche Realschulmännerverein hatte stn Jahre 1888 einen Preis auf die beste Beantwortung der Frage: „Woher rührt die Ueberfüllung der sogenannten gelehrten Fächer und durch welche Mittel ist derselben am wirksamsten entgegenzutreten?* ausgesetzt. Da Betrachtungen dieser Art ohnehin an der Tagesordnung find, so war das Ergebnis dieses Ausfchrei- bcns, was die Zahl der eingegangenen Arbeiten an« langt, ein sehr reichhaltiges. Die ,Nordd. Allg. Zig." äußert sich nun über die Frage wie folgt: „Es kann nicht behauptet werden, daß dadurch bie etwa zu ergreifenden Maßnahmen mit genügender Schärfe hervorgetreten seien oder daß überhaupt die Erkenntnis deffen, was etwa an unserem Schulwesen zu reformieren sei, wesentlich gefördert worden wäre. Diese Erscheinung darf indes nicht Wunder nehmen, da die ganze Angelegenheit nach allen Seiten hin bereits genügend erwogen worden, b. h. cs hatte an Vorschlägen über eine Reform bes höheren Schulwesens — wie auch ber Kultusminister seiner Zeit im preußischen Abgeordnetenhause hervorhob — wahrlich nicht gefehlt. Diese Vorschläge sind jedoch allermeist so radikal, daß die Unterrichtsverwaltung
Ehre Ihrer Gesellschaft bei meinem heutigen Forellen« essen, das — lassen Sie dies meine Sorge fein — allen Ihre» Ansprüchen genügen soll!*
»Ich nehme Ihre Einladung mit eben so viel Dank wie Vergnügen an*, entgegnete der Fremde, der bereits mit Doktor ESdaile, nnb von Bryan gefolgt, an bem See entlang geschritten war. Doch ba haben wir schon unser Ziel vor Augen; denn täusche ich mich nicht, so glänzt un» dort ein Schild entgegen, nach dem wir gewiß unsere Schritte lenlru müssen."
Dem war in der Tbat so.
Bald hatten fie des „Wanderers Ruh" erreicht, nnb in frenbiger Erwartung des Genusses, ans ben er rechnete, trat bet kleine Doktor ungesäumt ein, währenb sein Begleiter noch einmal bie Blicke Über ben See nnb seine malerischen Ufer schweifen ließ nnb bann bem älteren Manne folgte.
m.
Das freundliche Wirtshaus „Wanderers Ruh" trug feinen Namen mit vollster Berechtigung, und jeder Reifende —und ihre Zahl war nicht gering—, !>er einmal dort gewesen, versäumte nicht, eS öfter wieder aufzusnchen. Schon das Aeußere desselben und die nächste Umgebung gewährte ben einladendsten Anblick; über bem tiefen, burch ein kleines Dach ge« chützteu Eingang, an bem zu betben Seiten Bänke ianben, wuchsen in seltener Pracht vielfarbig blühenbe Winde», indes bie vordere Seite des Hanfes mtt Bein, Rankrofeu unb anbeten Schlinggewächsen be« »eckt war. Der Garten, welchen bie schönsten Blumen, Sträucher unb ein wohlgepflegter Rase» zierten, umgab baS ganze Gebäube, dehnte sich aber am tiefsten hinter demselben au». Hier befand sich auch die am ganzen unteren Stockwerk hinlaufende Veranda, durch die man mittelst GlaSthüren gelangte, welche in den verschiedenen Zimmern waren. SIS nächste Grenze hatte der Garten eine» schnellfließen- ben Bach, der, über größere unb Heinere Steine unb