Illustriertes Sonntagsblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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W. 8.
es diesen Bruch unterstütze, weil das Zarenreich 1870 neutral geblieben war. Die deutsche Politik hatte sich auf dem Berliner Kongreß hinreichend dankbar erwiesen und erst recht nicht konnte ihr zugcmuthet weiden, einen anderen Staat ans Messer zu liefern. Nun glaubte man sich in Petersburg alles erlauben zu können. Es war in demselben Monat August 1879, als Fürst Gortschakow einen Vermittler nach Paris entsandte, um die französische Regierung zum Abschluß eines Bündnisies mit Rußland zu bewegen. Damals war Waddington Ministerpräsident. Er und G:4vy waren entschiedene Gegner eines Abenteuers, welches bei dem sehr zweifelhaften Zustande der russischen Truppen die Vernichtung Frankreichs bedeuten konnte. Der russische Agent erhielt abschlägigen Bescheid und die französische Regierung setzte die deutsche Diplomatie von diesen Verhandlungen in Kenntnis. Trotz russischer Truppenansammlungen an der Grenze gab Fürst Bismarck die feste Erklärung ab, Deutschland und Oesterreich würden die strenge Ausführung des Berliner Vertrages überwachen und jede» Versuch, demselben Hindcrnifle in den Weg zu legen, entschieden zurück weisen. Zu gleicher Zeit wurden die Allianzverhandlungen zwischen Berlin und Wien mit allem Eifer betrieben und in Gastein zwischen Bismarck und Kalnoky zum Abschluß gebracht. Die rufsenfreund- liche Partei in Berlin wußte indessen die Sympathie des greisen Kaisers Wilhelms I. für seinen Neffen, Zar Alexander II., zu benutzen, Herr von Manteuffel reiste zum Zaren nach Warschau, der deutsche Kaiser hatte in Alexandrowa eine Begegnung mit dem russischen Selbstherrscher und es ist Thatsache, daß Fürst Bismarck bei diesem Zwischenspiel keine zustimmende Rolle gespielt hat. Allein der Reichskanzler blieb fest, auch Kaiser Wilhelm I. überzeugte sich, daß nur in dem Zusammengehen mit Oesterreich- Ungarn ein Vorteil zu erreichen sei, und so kam das Bündnis zum Abschluß. Damals war es auch, wo ein strenger Befehl aus Petersburg nötig war, um den heutigen russischen Kaiser, den damaligen Thronfolger, zur Begrüßung Kaiser Wilhelms auf einer Durchreise durch Berlin zu veranlaffen. Zehn Jahre sind das erst her!
Dein Schicksal ist ja allen gemein, In jedcs Leben fällt Regen hinein Und Tage, die trübe und traurig.
Der Legeirrag.
Nach Longsellow.
Der Tag ist kalt und öd' und traurig;
68 reguet, es wehen die Winde so schaurig; Der Wei» hängt müde am morschen Well, Et» Windstoß bringet die Blätter zu Fall, Und der Tag ist öde und traurig.
Mein Leben ist kalt und öde uud traurig;
Es regnet, eS wehen die Winde so schämig; Mein Denken weilt bei der verlorene» Zett, Doch Jugrudhoffuuug dringt eia iu dar Leid; Uud die Tage find öde und ttaurig.
Sei still, ttfib’ Herz, und lasse Dein Klagen; Die Sonne scheint golde» nach düstere» Tagen;
Im Augnst 1879.
Kaiser Franz Josef ist in diesen Augusttage» in Berlin von unserem Kaiser mit ungemeiner Herzlichkeit, von der Bevölkerung mit lautestem Jubel empfangen, und in den Kundgebungen, welche bei dieser Gelegenheit laut geworden, erblickt ganz Europa Zeugnisse für den gesicherten Fortbestand des Friedens. Da ist es denn wohl angebracht, den Blick zehn Jahre rückwärts zu wenden, auf die Ereignisse im August des Jahres 1879, in welchem die Loge eine ungemein ernste war und nur durch einen entschlosienen Schritt ein allgemeiner Krieg verhindert wurde. Dieser Schritt war der Abschluß des Zwcikaiserbündnisses, durch welches Europa bis heute noch der Friede gewahrt worden ist. Die Situation war eine sehr kriüsche infolge der Bemühungen Rußlands, die Beschlüsse des Wiener Kongreffes zu brechen und rin Bündnis mit Frankreich herbeizuführen. Die deutsche Politik widerstand diesem Ansinnen auf dos entschiedenste, weil es Rußland ein totales Uebergewicht über Oesterreich-Ungarn gegeben hätte; die Folge waren die wütenden Angriffe der russischen Prefle und die krampfhaften Versuche Gortschakows, Frankreich zum Losschlogen zu bewegen. Zum gegenseitigen Schutz uud Trutz wurde dann das Friedensbündnis zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Kalnoky vereinbart, deffen Einzelbcstimmungen seither bekannt gegeben sind. Sie sagen bekanntlich, daß jeder Staat dem anderen mit voller Heeresmacht zu Hilfe kommen muß, sobald dieser von Rußland angegriffen wird. Rußland war damals derFricdens- störrr und wenn heute gleich andere Verhältnisse cingrtrrten sind, so sind cs doch die Deutschfeinde in Rußland, auf welche alle Gegner der heutigen europäischen Zustände blicken. Zum Glück ist seitdem auch der Friedensbund gewaltig verstärkt, und bietet den Friedensfeinden mit Erfolg die Spitze.
„Niemand als die kaiserlich russische Regierung selbst wäre imstande, die erprobte hundertjährige Freundschaft zwischen der preußischen und russischen Regierung aufzuheben,' so hatte Fürst Bismarck noch 1876 sich geäußert. Auch auf dem Berliner Kongresse unterstützte Rußlands Forderungen Fürst Bismarck; aber wenn dieser so in Wahrheit als ehrlicher Makler gehandelt hatte, so dachte die russische Diplomatie ganz anders, sie nahm den Berliner Vertrag von vornherein mit dem festen Gedanken, ihn bei günstiger Gelegenheit wieder zu brechen. Und von Deutschland verlangte man, daß
El« Isürr Streich.
Humoristische Erzählung von F. E. Jensen.
(Fcrtsetzung.)
Ich stieg iu die Schaukel uud erttiuerte «ich des glücklichen Augenblicks, de» ich da a» der Seite des
lickenden Wesens zugebracht hatten Siehst Du, Leute wie ich, verberge» sich, wen» Sie ernst werden vld erscheine» u»r wieder, wen» sie eS nicht mehr find.
Plötzlich sand ich mich von Henriette und Gustav iberi ascht.
.Wie ernst stehst Du aus, lieber Soufin', sagte Henriette. .Warum nimmst Du nicht teil au dem Glück, das Du unter »uS verbreitet hast? SBtnn ich dicht wüßte, daß eS sich damit anders verhält', fügte m lachend hinzu, »so würde ich glaube», daß Du
dem unersetzlichen Verlust leidest, de» D» iu mir vhabt hast.'
,, «Zieh mich nicht auf, Henriette. WaS ich Der« urre, ist vielleicht uuers.tzlicher eil Du denkst.'
Marburg,
Freitag, 16. August 1889,
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uud Albrecht, der Erzherzog Franz Ferdinand und die Prinzen des königlichen Hauses. Den Majestäten gegenüber der Reichskanzler Fürst Bismarck zwischen dem österreichisch-ungarischen Minister des Aeußern, Grafen Kalnoky, und dem österreichisch-ungarischen Botschafter Graf v. Szechenyi. Weiterhin Graf Moltke, General-Feldmarschall Graf Blumenthal, General-Feldzeugmeister Baron Beck. Die Trinksprüche beider Majestäten wurden von der illustren Versammlung mit großem Jubel ausgenommen. Während der Tafel war Kaiser Franz Josef mit dem Kaiser und der Kaiserin in lebhafter Unterhaltung und trank dem Reichskanzler Fürsten Bismarck zu, desgleichen der Kaiser Wilhelm dem Grafen Kalncky, dem Botschafter Oesterreich-Ungarns, dem General - Feldzeugmeister Baron Beck. Die Ausstattung der Tafel war überaus glänzend. — Nach Aushebung der Tafel stattete Kaiser Franz Jose' von Oesterreich am gestrigen Nachmittage, beim österreichischen Botschafter Grafen Szechenyi, den Prinzen Mexander und Friedrich Leopold von Preußen, sowie auch dem Reichskanzler Fürsten Bismarck, wo er längere Zeit verblieb, und dem Grafen Otto zu Siollberg-Weruigerode Besuche ab. — Beim Reichskanzler, Fürsten v. Bismarck, fand gestern ein Diner zu Ehren des österreichischen Ministers des Auswärtigen, Grafen Kalnoky, statt, an welchem außer dem fürstlichen Paare und dem Grafen Kalnoky unter anderen der Staatsminister Graf Herbert Bismarck, der österreichisch-ungarische Botschafter Graf Szechenyi, Sektionschef von Szögyenyi, der deutsche Botschafter in Wien, Prinz Reuß, und Graf Wydenbruck teilnahme». — Beide Kaiser fuhren heute früh 7'/. Uhr in einem Wagen gemeinsam zum Lehrter Bahnhofe und begaben sich von da mittelst Extrazuges nach Spandau zu den Truppenübungen. — Allgemein äußert sich ein günstiges Urteil über die Erscheinung und das Auftreten des mutmaßlichen Thronerben Oesterreich- Ungarns, des Erzherzogs Franz Ferdinand. Bekanntlich wurden, als nach dem Ableben des Kronprinzen Rudolf die Person des Prinzen in den Vordergrund trat, mancherlei nachteilige Gerüchte über ihn verbreitet, die indes alsbald wieder verstummten und in dem Wesen und Gebühren des jugendlichen Erzherzogs keine Unterstützung finden. — Bezüglich des beabsichtigten Meetings der deuffchen Kolonialgesellfchaft über das Vorgehen englischer Handelskompagnieen gegen Privatpersonen, sowie gegen die deutsche Emin Pascha-Expedition sagt die "Nordd. Allg. Ztg.": Etwaige Entrüstungsbe-
,Mel" rief Henriette staunend aus, indem ste eine» ©tritt zurückwtch, „Du bist nie in Berlin Be»efen? Du hast gelogen, »m mich z» retten? Du bist nicht verlobt?"
„Nein, bei meinem Leben! nnb nie suchte ich es ®8 H heute das erstemal", fügte ich lächelnd hinzu, „daß ich einen Korb bekommen habe."
„Karl, Du bist ein edler nnb großmütiger Mensch. Gott belohne Dich! ich habe nicht die Macht, eS zn thuu, aber ich werde für Dich Tag und Nacht bete», sei davon überzeogt!"
Sie zitterte, ihre Stimme war bewegt, Gustav drückte mir die Hand.
., "Meine Freunde", sagte ich, „Eure Dankbarkeit ist übertrieben, aber versprecht mir bloß, meine wahren nad aufrichtigen Freunde zu bleibe». Das ist alles, was ich verlange. Darauf laßt uns tanzen. Ich sordere meine Koustne zum oächsteo Walzer auf." . ^tr kehrte» also zum Ball zurück nnb unterwegs traf Johanna mit uns znsammen.
„Großer Gott!" rief fie auS, „solltet Ihr tanb und stnrnm geworden fein! Ich habe Euch mehrere- male mit lauter Stimme gerufen, ohne eine Antwort
"WA,und ktzt geht Ihr da wie drei Gespenster. Wahrscheinlich wird Karl Euch wieder einen schlechten Streich gespielt habe». Du weißt also nicht, Staar von Koufin, daß do, wo sich Henriette und Herr Holm bchadeo, mau immer zu viel ist? Antworte mir: Weißt Du eS, ober weißt Du cs nicht?"
„Nein", sagte ich kalt. W
„DoS ist eine feine Weise zu antworten, besonders einer Dame! Wenn Du Dich i« Berlin nicht besser zn benehmen gewnßt hast, so begreife ich nicht/wie —"
„Zum Teufel sei ganz Berlin, Johanna, und flfanbe mir, daS ist mein teuerster Wunsch." die,'Dir*liPIi$er ^""sch l UebrigenS gleicht _ -Deuke Dir, Johaura', sagte Henriette, .daß ß »derlta gewesen und daß er nicht der. lobt ist. Seine Erklärung war nur eia Borwand,
MechM Leitung
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nnb Kirchhain
Deutsches Reich.
Berlin, 14. Aug. . Bei der gestrigen Hostafel, die Gala- und Paradediner zugleich war, saß Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich Ungarn zwischen Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin, rechts und links die Prinzessinnen Friedrich Leopold
„Glücklicherweise kann eine gewisse verführerische Person in Berlin Deine liebenswürdigen nnb rätselhaften Komplimente nicht höre». Sprich doch freier uud gestehe, daß Du darüber glücklich bist, waS heute geschloffeu morde» ist.'
„Und wenn gerade dieser Ausgang meta Unglück verursacht hätte?'
,Jn diesem Falle würde ich Dich aufrichtig be- klageu, armer Koufin. Doch gestatte mir, Dir zu sagen, daß ich darau zweifle'
»Wohlan! beklage mich, Henriette, denn ich stehe aus dem Punkt, Euch zu verlassen; aber mein Herz nnb meine Gedanken werden immer hier bleiben.'
»Sie wollen obreifen?' fragte Gustav.
.Zwei Tage nach Deiner Ankunft!' sagte Henriette, »daS ist unmöglich!'
»Dennoch ist eS so. Vielleicht werde ich verschwunden sei», ehe Du eS hast bemerken können. Ich habe eine Art an mir, zn kommen nnb zü gehen.'
„Aber kurz, wa« hast Du den», Karl? Was wird mein Vater sagen? Und was solle« wir alle von einer solchen Handlungsweise denken?"
„Ich muß Ench auf einige Zeit verlassen, Henriette, ich bin dazu gezwungen. Ader vielleicht werden wir uuS Wiedersehen. Und, iu dem ent» gegengesitzteu Fall--werde ich Dir schreiben,
nnb Du wirst meine Verteidigung übernehmen, wenn ich fie branche. Nicht wahr, liebe Konfine, und Sie, Gustav, werde» mich nicht vergessen?"
Alle beide reichten mir die Hand.
,Jch kau» eS gar nicht mehr fassen", sagte Henriette. ,,D» siehst so feierlich a»S und sprichst, als wenn wir uns auf immer trennen sollten l Hättest Du die Abficht, Dich in Berlin niederzulaffen? '
„Ich bitte Dich darum, sprich nicht von Berlin. DaS war ein Vorwand, eine Lüge, die der Angenblick mir eingab und die ich beuntzte, um die Eiu- willigung Deiner Vaters in Deine Verbindung mit Herrn Holm zu entscheide». Ich habe nie Berlin gesehen and liebe niemand da."
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes
sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler
m Frankfurt a. M Cassel Magdeburg u. Men; Rudolf TYIV Qtflfirflrtttrt
Messe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: G. L-
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
zeugungen gegen die englischen Beamten und Behörden wären politisch unerwünscht gewesen, da eventuell die englische Regierung die erforderliche Remedur würde eintreten lassen. Wegen der deutschen Emin Pascha-Expedition sei die kaiserliche Regierung nicht befragt worden, sie würde eventuell auf die gewichtigen Bedenken gegen deren Ausführung hingewiesen haben. Sollten politische Ziele ins Auge gefaßt oder Maßnahmen beabsichtigt fein, welche als Eingriffe in die von uns anerkannte englische Interessensphäre betrachtet werden können, so wäre dies zu beklagen. Die bestehende Freundschaft mit England ist für uns von größerem Werte, als alles, was die Expedition am Oberen Nil günstigenfalls, erreichen könnte. Sollte Dr. Peters beabsichtigen, mit Waffengewalt oder mit Hilfe Emins dem türkisch-egyptischen Reiche eine Provinz zu entreißen, die demselben nach den bestehenden Vertrügen zugehört, so wäre das ein Unternehmen, welches der Rechtspflege derjenigen Staaten unterläge, gegen die es gerichtet wäre. — Kaiser Franz Josef wird, wie ursprünglich bestimmt war, die Rückreise nicht über Dresden—Prag, sondern über Leipzig—Hof—Regensburg nach Ischl ar treten. Das große Gefolge wird von Berlin direkt in die Heimat zurückkehren.
— Der dritte Tag der Anwesenheit des österreichischen Monarchen in der Reichshauptstadt war vom Wetter wenig begünstigt. Regen, Gewitter, Hagel, Sonnenschein, das ging so ziemlich abwechselnd, das reine Aprilwetter, bis am späteren Nachmittage beständiges Wetter eintrat. Am Vormittage fand zunächst bei Spandau eine Felddienstübung statt, zu welcher die beiden Kaiser morgens 8 V« Uhr unter dem Salut der Festungsgeschütze eintrasen. Es wurde in Spandau die kaiserliche Yacht „Alexandra" bestiegen und mit derselben zur Landungs- brücke bei Gatow gefahren. Dort stiegen die Monarchen zu Pferde, von einem zahlreichen Publikum mit enthusiastischen Hochrufen begrüßt. Um 9 Uhr begannen die Uebungen damit, daß die gegen Spandau heranrückenden Truppen angegriffen wurden. Der Kommandeur der letzteren, Generalmajor Erbprinz von Meiningen, hatte die Absicht, Spandau anzugreifen, sobald noch die auf dem linken Havelufer stehenden Truppen: das Kaiser Franz Regiment, die Garde-Schützen und eine Abteilung Artillerie über die Havel südlich Gatow übergesetzt waren. Diesen Uebergang zu decken, hatte die Division (Ost-Abteilung) des Erbprinzen bei Gatow eine feste Stellung genommen, während die Kavallerie die linke Flanke deckte. Der Angriff der verstärkten Besatzung von
nm von meinem Vater die Aufhebung unserer Der- lobnng zu erhalten.'
»Wie? er ist nicht verlobt? er ist nie in Berlin gewesen? WaS den Streich betrifft, so ist er ein Erzlügner. Und wenn man denkt, mit welcher Sicher- beit er dies erzählt hat!'
»Solltest Du damit »»rnfrieden fei», daß ich ge- löge» habe?'
»Gewiß! Die Lüge ist ein schreckliches Laster. ES scheint übrigens, daß D» keinen richtigen Begriff von dem Gute» und Bösen hast. Ehe Du uns ver. läßt, mvß ich Dich nach dem Katechismus frage».'
»Er will morgen abreife», Johanna', sagte Henriette.
„Morgen abreisen? Wir werde» ih» wohl daran ,n hindern wissen! Ich werde Thomas bitten ihn zu hüten, nnb jener Knabe ist wie Vogelleim. Er wird ihn des Tages nicht verlassen.'
»Ich werde des Nachts durchs Fenster flüchte».' »Du wärest sicher, Dir den Hals zu brechen." »ES ist keine Gefahr dabei. Mau kann höh:r herabsteigen, als ans meinem Fenster, ohne sich selbst die Beine zu brechen.'
Henriette und Gustav errötete».
,3<b hone Dir nicht', sagte Johanna, »aber wir werden davon morgen spreche». Gehen wir im Sarttn hemm, denn das Wetter ist prächtig.'
Und darauf begannen wir olle vier zu spaziere».
»Ist eS wahr, daß Du abreifen willst?' fragte Johanna.
»Ja, das ist wahr, ich bin dazn gezwungen.'
»Uud darf ich Dich fragen, warum? BloS nimm, nm mir zu antworten, nicht noch Deine Zuflucht zu einer Lüge.'
„Ich werde abreisen, weil ein längerer Aufenthalt ')ier, bei Dir, liebe Johanna, mich nm de» Kopf bringen konnte.'
.Ich hatte Dich gebeten, nicht ,» lügen, aber eS ist wahr, daß man nicht das Unmögliche verlangen muß.'