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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch. "
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expe
dition 2'/»Mk-, bei den Postämtern 2SRL 60 Pfg. (exkl. Marburg,
Bestellgeld). JnsertionSgebLhr für die gespaltene Zelle DvNNerstaa, 15. AUllUst 1889.
10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg. w.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler m Frankfurt a. M., Cassel Magdeburg u. Wien; Rudolf TY1V
Masse in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; G. L AA11 * O Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Me Parade des Gardekorps vor dem Kaiser Fra«; Josef.
Noch war das große Paradefeld leer, über dem ein herrlicher Morgen ausgebreitet lag, als die ersten Pserdebahnwagen bereits die ersten Zuschauer heraussührten, denen bald einzelne Trupps, dann aber immer dichtere Mcnschenscharen folgten. Jetzt erschien auch das erste Piquet der Sicherheitsbe amten, nm den ganzen östlichen Teil gegen das Publikum abzusperrcn, während aus dem Paradefelde selbst sich die ersten Uniformen bemerkbar machten. Es waren dies die rechten Flügelunter- offiziere, die sich von jedem Bataillon, jedem Kavallerie- Regiment, jeder Artillerie-Abteilung, von der Lchr- batterie und der Lehrkompagnie der Artillerie-Schießschule an den für ihren Truppenteil durch Tafeln bezeichneten Stellen einfanden. Zur selben Zeit meldeten sich an dem einsamen Baume in der Mitte des Platzes eine Anzahl Unteroffiziere der Halb- invaliden'Abteilung im Paradeanzuge bei dem Hauptmann v. Reibnitz vom Generalstabe des Gardekorps, der das Einrücken der Truppen in die Alignements leitete. Es hat auch dieser Teil, welcher der Parade vorausgeht, sein interessantes. Kein Truppenteil darf beliebig aufmarschieren, sondern jedem ist der Weg genau vorgezeichnet, auf dem er in das Alignement einzurücken hat. Sobald dies geschehen, verschwinden die Tafeln, welche das Alignement des Points bezeichnen. Hat man den Aufmarsch bis zu seinem Ende abgewartet, so hat man den Ueberblick über folgende Paradeaufstellung: Vor dieser hält der kommandierende General des Gardekorps, General der Infanterie Freiherr von Meerscheidt - Hüllcssem, jbü dem Chef des Generalstabcs, Oberst Freihrrrn von Falkenhausen. Die Truppen sind in zwei Treffen aufgestellt, von denen das erste die erste Garde-Infanterie-Division unter Generalleutnant von Sobbe, und die 2. (zusammengesetzte) Garde - Infanterie-Division unter Generalleutnant v. Kaltenborn - Stachau umfaßt. Zu ersterem gehören die Leibgendarmerie, die Stäbe, die 1. Garde-Jnfanterie- Brigade unter Generalmajor von Lmdequist mit dem Kadettenkorps, dem 1. Garderegiment zu Fuß, dem 3. Garderegiment zu Fuß, dem Lehr - Jnfanterie- bataillon, der Unteroffizierschule zu Potsdam und dem Garde-Jägerbataillon, und die 2. Garde - Infanterie Brigade unter Oberst Freiherrn v. Wilczeck mit dem 2. Garderegiment zu Fuß und dem 4. Garderegiment zu Fuß. Die 2. (zusammengesetzte) Garde-Infanteriedivision umfaßt die 3. Garde-Jnfan-
Eitt tvüer Streich.
Humoristische Erzählung von F. E. Jensen.
(Fortsetzung.)
Eie schüttelte den Kops und sagte:
| »Er wird darauf halten, daß ich «ei« Der.
4 wrechen erfülle. Seit sehr viele« Jahre» hat er diesem Plan der Verbindung angehaugeu. OI wie betrübt bin ich, ihm Sorge zu machen 1*
»Nun dann verzichte nud nimm mich.*
»Scherz« nicht, Karl I Du allein wirst mich retten Ennen.*
»Soll ich abreisen, indem ich ihm einen Brief ttrücklaffe, der ihm nufer« Bruch anzeigt? Das vürde wirksam sein, denke ich.*
»Um GotteSwillen, Karl, Ihn das nicht. Du Klei« vermagst viel über ihn. Du würdest bester KS wir dazu gelangen, ihn zu bewegen, ihn zn «erzeugen.*
»Gut. Mache« wir unser Bekenntnis. Ich werde GM sage«, daß ich Deine Liebe zu Herr» Hol« ent. deckt habe, uud daß ich die Person nicht will, wenn W ihr Herz nicht habe."
»Sott! welch schrecklicher Augenblick! Ich zittere, dkrun ich darau denke. Mein Vater ist so auffahrend."
»Würbest Du vorziehen, mit Gustav zu flüchten! och werde auch als guter Konfin helfen.'
„3hin, dies würde heißen, die Zuneigung, die «ein «ater mir immer bewiesen hat, schlecht erwidern."
»ES ist schade, daß Gustav nicht hier ist; seine Gegrnwart würde ganz sicherlich Deinen Mut unter, aützrn. Die schrecklichen Augenblicke find manchmal «ichter zn fragen, als man denkt. Ebe« hast D« «« Beweis an Dir selbst gehabt.'
»Gustav wird gleich kommen. Er weiß, daß ich xich nm eine Unterredung gebeten habe--Er
«Kd kommen, um — — Er möchte--• Und
I « errötete lebhaft.
»Er möchte Wiste«, war zwischen uns vorgefallen
teriebrrgade unter Oberst Blecken von Schmeling mit dem Kaiser Alexander Garde- Grenadier-Regiment Nr. 1, dem 3. Garde-Grenadier-Regiment Königin Elisabeth und dem Garde-Schützenbataillon, die 4. Garde-Jnfanteriebrigade unter Generalmajor Erbprinz von Sachsen-Meiningen mit dem Kaiser Franz Garde - Grenadierregiment Nr. 2 und dem Garde- Füsilierregiment, und die zusammengesetzte Brigade unter Generalleutnant von Teichman and Logischen mit dem Garde-Fuß-Artillerieregiment, dem Garde- Pionierbatalllon, dem Eisenbahnregiment und der Lehrkompagnie der Artillerie-Schießschule. Auf dem rechten Flügel des unter Befehl des Generaladjutanten, Generalleutnants Grafen v. Alten, Kommandeur der Garde - Kavalleriedivision, stehenden zweiten Treffens hält die 1. Garde-Kavalleriebrigade unter Oberst Kleist mit dem Regiment der Gardes du Korps und dem Garde Kürassierregiment, daneben die 2. Garde-Kavalleriebrigade unter Generalmajor Edler v. d. Planitz mit dem Leib-Garde-Husaren-, dem 1. und 3. Garde - Ulanenregiment; ihr schließt sich die 3. Garde - Kavalleriebrigade unter General- Major Prinzen zu Sachsen - Altenburg mit dem 1. Garde-Dragoner-, dem 2. Garde Ulanen und dem 2. Garde - Drogonerregiment an. Auf dem linken Flügel hielt die Artillerie und der Train unter Generalmajor v. d. Knesebeck mit dem 1. und 2. Garde-Feld-Artillerieregiment, der Lehrbatterie, der Artillerie-Schießschule mit dem Garde-Trainbataillon. Tie Bataillone standen in Doppelkolonnen, das Eisenbahnregiment und die Lehrkompagnie der Artillerie-Schießschule in Tieskolonnen, die Kavallerie in Kolonnen in Eskadrons, die Artillerie in Breitkolonnen, der Train in Linie.
Bor dem königlichen Schlosse hatte sich inzwischen das prächtige Bild des Abholens der Fahnen abgespielt. Unter schmetternden Fanfaren ritt bald nach 7 Uhr die 4. Eskadron des Garde-Kürassierregiments unter Rittmeister von Kramsta mit dem etatsmäßigen Stabsoffizier Major Grafen Lüttichau, in den Schloßhof an der Lustgartenseite ein. Der Anblick der Reiter mit ihren Lanzen zu Pferde, auf deren blinkenden Kürassen sich die Sonnenstrahlen brachen und der dem Trompeterkorps voraufreitende Paukenschläger auf einem mächtigen Braunen waren von imponierender Wirkung. Gleich nach dem Abrücken marschierte die Leibkompagnie des 1. Garderegiments z. F. unter Hauptmann Graf Kanitz an, um die Fahnen abzuholen. Magnetisch fühlt sich jeder angezogen, und wie eine nicht aufzuhaltende Welle wälzt sich der Menschenftrom neben den Fahnen-
tft', unterbrach ich sie lachend. Vielleicht ist er schon nicht weit von hier? »Sehe« wir «ach.*
Und ich begann zu wiederhole« Malen z« schreien:
»Herr Hol«! Herr Hol«!*
»Schrei doch nicht so", sagte Henriette. „Wenn man uns überraschte!"
Und in der That kam jemand, uns z« überraschen. Ich vermutete richtig, «8 war Gustav.
An seiner Miene und Haltung sah ich, daß er nicht wußte, ob er wich für feinen Freund oder seinen Feind halten sollte.
„Gustav!--Karl!--" rief Henriette aus.
Aber di« Freud« erstickte die Stimme in ihrer Kehle. Ihr Ange, der Ansdruck des Blicke?, welchen fie auf un» beide heftete, vollendete den Satz.
Ich nahm ihn bei der Hand nnb führte ihn zu Henriette. Er fiel ihr zn Füße«; fie neigte sich zu ih« uud überschwemmte ihu mit ihre« Thräuen. Ich sah mit Rührung mein Werk an. '
Auf einmal entstand ein Geräusch in dem Gebüsch. Johanna nnb der Rat waren zwei Schritte von «nS. Umsonst versuchte ich, de« beide« Liebende« ei« Zeichen zu geben, «S war zu spät.
»Tausend Teufel! was geht denn hier vor?' tief der Rat aus. »Bei der Hölle! werdet Ihr mir antworten?*
Ich hiell mich kallblütig so viel, als es in meiner Macht stand.
»Ich gebe meinen Segen*, fügte ich, »nnb ge. währe belben ausgezeichneten junge« Leuten, die sich von ganzem Herzen Heben, die vollständigste Ver. gebnng. Thun Sie wie ich, Onkel! dies wirb eine schöne nnb gnte Handlung sein.*
Henriette warf fich in bie Arme ihrer Schwester. Gustav stammette: »Herr Rat!*
»Herr Holm!' schrie bieser mit bem Ton eines äußersten Zornes.
Ich hielt er für ratsam, io baS Mittel zu treten.
»Teurer Onkel!* sagte ich, »lassen Sie «ich Ihnen alles erkläre«. Herr Hol« liebt Henriette. Henriette
trägem auf das Tempelhofer Feld, dieses mit einer undurchdringlichen Hecke umsäumend. Jeder wollte die von Feindeskugeln zerfetzten Fahnen und Standarten sehen, die Musik hören, die goldgestickten Uniformen der Generale und fremdherrlichen Offiziere bewundern, und vor allem das Kaiserpaar mit dem Kaiser Franz Joseph erwarten. Offiziere aller Grade mit breiten Ordensbändern, Stallmeister in ihren roten Röcken, Hofchargen in gestickten Uniformen, ganze Trupps von Lakaien, alle eilten im Galopp zum Tempelhofer Berg hinauf. Die Insassen aller eleganten Fuhrwerke zu übersehen, war eine vollständige Unmöglichkeit; es ging alles zu schnell an dem Auge vorüber. Die erste königl. Equipage, mit vier Rappen bespannt und mit zwei Vorreitern vorauf, brachte die Schwester der Kaiserin, die Prinzessin Friedrich Leopold, welche ganz hell gekleidet war und für die Zurufe nach allen Seiten freundlich dankte. Bald darauf erschienen in einem Kremser die wilden Gestalten des Mr. Caver in ihren Nationaltrachten, der spalierbildenden Menge Kußhände zuwerfend. Es schien sie sehr zu amüsieren, zwischen der festgekeilten Menge im schlanken Trabe hindurchzufahren. In einer Hofequipage bemerkte man den Prinzen Sai Sanitwongse von Siam mit seinem Sohne, denen sich das Gefolge in einer ganzen Reihe von Wagen anschloß. Dann kam General-Feldmarschall Graf Blumenthal, und bald nach ihm Prinz Albrecht in der Uniform des 1. Garde-Dragonerregiments. Nicht lange darauf erschien die Prinzessin Albrecht in offener, von vier Braunen gezogener Equipage, begleitet von ihrer Ober - Hofmeisterin. Die hohe Frau trug ein rotes Kleid mit cieite= farbigem Umhang, gleichfarbigem Kapothut und einen Hellen Schirm au8 kostbaren Spitzen. Das Hauptaugenmerk lenkte sich aber selbstverständlich auf die österreichischen Offiziere, die in allen möglichen Uniformen herangesprengt tarnen. Auf dem Kasernen- hofe deS 1. Garde - Dragonerregiments standen die Pferde für die Allerhöchsten Herrschaften und für die Prinzen zum Besteigen bereit. Hier war auch das Gedränge des Publikums am stärksten. Es war einige Minuten vor 8*/i Uhr, als aus dem Gedränge laute und anhaltende Hurrahrufe ertönten. Se. Majestät der Kaiser, welcher die große gestickte Generalsuniform mit dem breiten Bande des österreichischen St. Stephans-Ordens angelegt hatte, ritt mit seiner Suite dem Paradefelde zu. Eine förmliche Flut von Hochrufen erhob sich, die Damen wehten aus den Fenstern mit den Tüchern und die Kinder schwenkten zum Gruß ihre zu diesem Zwecke
erwidert feine Liebe. Ich bi« nur ein einfacher Konfin, weder weht noch weniger. Halten Sie mich nicht für bnmm genug, nm eine Fran, beten Herz einem onbetn gegeben ist, zur Heirat zu zwingen. Nicht ohne wohl überlegt zu haben, habe ich meine Verlobung aufgehoben. Da ich Ihre Tochter nicht glücklich machen kann, so verzichte ich auf ihre Hanb; $ WM nicht ihr Unglück. Hier ist ihr wirklicher Bräutigam. Geben Sie ihm Ihren Segen, und dieser Tag wirb der schönste meines Lebens fein, benn ium erstenmal werde ich gutes gethan haben.'
Ihr beult vielleicht, daß diese Worte eine Wirkung hervorbrachten; Ihr irrt Euch nicht. Gott des Himmels, welche Szene, welcher Lärm! Der Rat wütend wie ein Franzose wollte weder Worte noch hören, und sein stärkster Zorn fiel auf mich. Gustav hatte den Kopf verloren. Ich machte unnütze Anstrengungen, nm ihn zu beruhigen. Die beiden Schwestern weinten heiße Thräuen.
_ ,'HtUt noch* sagte er mir endlich, »werde ich an Deinen Vater schreiben. Er allein wird mich meines Versprechens entbinden können. Seit sehr vielen Allhreu war diese Verbindung für ihn wie für mich die heißeste Hoffnung.*
»Er wird Ihnen Ihr Wort zurückgeben*, antwortete ich. »Ich werde heute abreisen, und Sie werden nichts mehr von mir hören. Sollte ich meinem Vater ungehorsam sein, so werde ich durch, aus nicht eiuwilligen, Henriette unglücklich zu machen. Teurer Onkel! hören Sie «ich und lassen Sie fich rühren. E» giebt kein Versprechen mehr. Geben Sie Herrn Holm und Henriette Ihren Segen; das übrige geht mich an. In einem solchen Fall könne« Sie fich nicht weniger großmüttg zeige« als ich.*
»Dieser Tangenichts hat fich Kopf «nd Körper in Berlin zu Grunde gerichtet.*
»Sie haben recht, Onkel. In Berlin bstr ich ,n Grunde gegangen; da habe ich «ich verlobt während meiner Reise, nnb ba wie hier ist es verboten, zwei Frane« z« habe«.*
erhaltenen Fähnchen. Kurz darauf erhob sich ein abermaliges Hurrahrufe».
Kaiser Franz Josef war in Begleitung des Erz. Herzogs Franz Ferdinand aus dem Kasernenhofe geritten und in den Reitweg der Bellealliancestraße eingebogen, gefolgt von den Offizieren des Ehrendienstes und seiner eigenen großen Suite. Doch nur eine kurze Strecke hatte er zurückgelegt, als ihm die Einfahrt der Kaiserin in die Kaserne gemeldet wurde und er wieder Kehrt machte, um Ihre Majestät zu begrüßen und abzuholen. Das Bild, welches sich nun dem Auge bot, war ein überaus großartiges, herrliches und imposantes. Es war der Ritt der Kaiserin zum Paradefelde. Den glänzenden Zug eröffnete die neugeschaffene Leibgarde der hohen Frau mit gezogenem Pallasch, unter Führung des Leutenants v. Albedyll. In den weißen Röcken mit den roten Aufschlägen und Passepoils der Kürassiere des Regiments Königin, dem adlergekrönten Helm, dazu lauter hellbraune Pferde reitend, sah diese Leibgarde pompös aus. Hinter derselben ritt der Kaiser von Oesterreich, rechts von der Kaiserin. Ersterer trug die Uniform des Kaiser Franz Garde-Grenadierregiments Nr. 2 mit den Generalsabzeichen, dazu das breite Orangeband des hohen Ordens vom Schwarzen Adler. Die Kaiserin hatte den weißen Galarock des Kürassierregiments Königin angelegt, der sich über das Weiße Reitkleid eng anschmiegte. Prächttg markierte fich auf dem schneeigen Weiß das breite Orangeband des Schwarzen Adlerordens, während das rote L , der Namenszug der Königin Luise, auf der Schulter leuchtete. Das Haupt Ihrer Majestät bedeckte ein weißer Filzhut mit nach beiden Seiten aufgeschlagenen Krempen und mit herabwallender weißer Feder. Der Jubel war geradezu unbeschreiblich, mit bem das hohe Paar begrüßt wurde. Während der Kaiser mit der Hand am Helm für die Ovationen dankte, neigte sich die Kaiserin in graziöser Weise gegen das Publikum mit einem freundlichen Lächeln in ihren Zügen. Hinter dem fürstlichen Paar ritt Prinz Heinrich in der Oberstenuniform des 1. Garderegiments neben dem Erzherzog Franz Ferdinand, welcher die Ulanka des Ostpreußischen Ulanenregiments Nr. 8 trug. Ihnen schlossen sich die zum Ehrendienst befohlenen Offiziere rc. an: Generaloberst v. Pape, Generalmajor Graf von Wedel, die Kommandeure des Kaiser Franz- und des Schleswig-Holsteinischen Husarenregiments Nr. 16, von denen beiden der Kaiser Chef ist, der Militärbemächtigte in Wien, Major v. Deines, das große
Diese Lüge war eine prächtige Eingebung.
»VerlobtI* lief der Rat ans. »Verlobt in Berlin! Du hast Dich also über mich lustig ge- macht? Wenn ich--*
»Verlobt I« rief Johanna aus. »Welch reizender Konfin! Deshalb wahrscheinlich wollte er den Ring von Henriette nicht fragen. Verlobt! Und ich war dumm genug, seine Großmut zu bewundern.*
Henriette reichte mir ihre Hand von der einen, Gustav von der andern Seite.
»Ja, verlobt!* brach ich ans. »Beleidigt «ich hoffet mich, verfluchet mich, schneidet mich in Stücke, wenn Ihr wollt, aber ich bin und werde verlobt bleibe«.'
Diese Worte nnb ber Ton, mit bem ich fie ans- sprach, schnitten völlig jeben Einwaub ab. Der Zorn de» Rats legte fich. Der brave Manu war erschöpft. Er konnte nicht mehr unfern Bttten wiberstehev. Vielleicht auch trug bie Furcht vor jede« Aussehen zu feiner Beruhigung bei.
»Du bist ein wirklicher Taugenichts, Karl', fegte er, »nnb im (Srunbe ist Henriette glücklich, Dich nicht ,« heiraten. Doch fei ruhig, Du sollst eS mir bezahlen.'
Dau« nah« er bie Hanb seiner Tochter, welche er in die Gustavs legte.
»Tröstet wich, Kinder', fuhr er fort, »Über die Sorgen, die dieser Spitzbube mir gewacht hat. Aber was wird mein armer Bruder sagen, wen« er diese Geschichte vernimmt.'
Henriette warf fich a« de« Hals ihre« Vaters und fiel ohnmächtig in feine Arme. Mr alle Über- häuften ihn mit Küffe« und Liebkosungen.
»Und jetzt*, sagte Johanna, »begeben wir «ns |ur Mama, da werden wir diesen Aufstand beendigen. ES ist wahr, Sonst«, ich möchte nicht an Deiner Stelle fein.*
»Du wirst meine Sache vertreten, Jahanna. Brette Deine Flügel über «ich an» nnb nimm mich in Deinen Schutz.