Einzelbild herunterladen
 

Ick

-rkaust

Marburg,

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und

XL 187.

Sonntag, 11. August 1889.

pfifitl des Schlosses breitet sich, vou deu Eiche» *8 Parbs eingefaßt, ein weiter Rasenplatz ans.

von dem Besuche zurück, der sich weit Charakter eines gewöhnlichen Höflichkeits-

t

1.

von Mbe ieu-

Be- usen >381

»ftre-

>379 2.

Bahn.

ud.

»en an egenen 76/46 f den 2 dir g be- [5353 ter.

w*

1 mit der jclbte»

4459 5, chetz m). mm), cht»

>eret

3855

07'/. 05*/.

06*/, OS*/.

04»/.

78'/« 85»/, 01»/.

03»/. 74*/.

83

64»/, 80»/.

35*/, 08*/, S '/, 05*/, 03

DO*/, 03

dersagt hat, weil man sich überhaupt nicht mehr viel um den General bekümmert. Bon Interesse sind auch für uns aus dem Schriftstück die Ausführungen über die umfassende Spionage, welche Boulanger gegen Deutschland hat treiben lasten. Er sagt übrigens von neuem, zur Zeit des Schnäbele- Zwischenfalles habe er wirklich einen Krieg als nahe bevorstehend geglaubt. Da die Angeklagten sich dem Senatsgerichtshofe nicht persönlich stellen, ist die Verhandlung nur von kurzer Dauer und die Ver­urteilung wahrscheinlich.

In Egypten hat die langerwartete Schlacht der englisch-egyptischen Truppen und der Sudanderwische stattgefunden. Wie vorauszusehen war, sind die Araber total geschlagen, und die erbitterten Egypter haben sich für die ftüheren Mastacres der Suda­nesen revanchiert. Ein paar Tausend Araber mit allen Anführern sind zu Muhamed gegangen. Da die englische Regierung von der Wiederbesetzung der wichtigeren Städte im Sudan absieht, kehren die siegreichen Truppen sofort nach Kairo zurück. Zur selben Zeit haben auch die Italiener bei Maffauah einen Erfolg errungen. Es ist ihnen gelungen, die schon lange ersehnte abessinische Bergfestung Asmara zu besetzen und damit haben sie festen Fuß in dem Gebirgsland gefaßt. König Menelik von Schoa, der den Italienern bekanntlich sehr geneigt ist, ist fast allgemein als Negus von Abessynien anerkannt worden und damit scheinen denn nun die Hauptschwierigkeiten für die Kolonialpolitik der Italiener am Roten Meere gehoben zu sein. Bedenklicher haben sich die Zustände auf der Insel Kreta gestaltet. Der Auf­stand der Christen gegen die türkische Herrschaft ist im Wachsen, neue blutige Kämpfe sind vorgekommeu und der griechischen Regierung wird es immer schwerer, ihre Unterthanen zu zügeln, welche ihre Stammesgcnoffen in Kreta unterstützen wollen. Das Athener Kabinett hat eine Note an die Großmächte gerichtet, in welcher es diese auffordert, für Wieder­herstellung der vollen Ruhe auf Kreta -u sorgen. Geschieht das nicht, so sagt die griechische Regierung, könne sie für die Zukunft keine Verantwortlichkeit übernehmen. Nun, aus dem bischen Kreta wird noch kein allgemeiner Krieg entstehen. Auf der Balkan­halbinsel herrscht sonst absolute Ruhe.

Kaiser Wilhelms Abschied u<m der * Jrrsel Wight.

LE, t. vor,

Wochenschau.

Der Kaiserbesuch in England ist beendet; die mutsche Flotte, an ihrer Spitze die DachtHohen- .jollein", ist bereits auf der Heimreise nach Wilhelms­haven begriffen, nachdem sie in den englischen

billig 5376 FeRu Igel rank» unter ft: 5,50.

Lin toller Streich.

Humoristische Erzählung von F. E. Jensen.

(Fortsetzung.)

Nach dem Frühstück schlug mir Thomas eine kleine Jagdpartie vor. Ich nahm seinen Vorschlag an, vor» züglich in der Abficht, ihn ein wenig nach mehrere» geringen Umständen in betreff seiner Familie zu fragen. Wir nahmen zwei Flinten und gingen fort. Ich war also abgehärtet genug, um die Aufrichtigkeit dieses zwölsjährigeu Kindes zu mißbrauche». Wen» «a» dem Teufel einen Finger reicht, so hat er fich bald der gangen Person bemächtigt.

Der Koufin Thomas war ein zu eifriger Jäger, nm fich mit etwas ander», als der Vrrfolgnng des Wildes zu beschäftige». Ich verlor meine Zeit damit ihn zu frage», »ud eS kostete mir Anstrengung, ihm vou riuem Sumpf zum ander» zu folge».

In einer gewiffeu Entferunng vom Hanfe be­gegnete n»S ein Herr.

«Sieh, da kommt Herr Gustav Holm von dem große» Sumpf», rief Thomas ans. ,ES ist der au Wild- pret reichste Ort deS Landes. Ich mnß ihm gnte» Tag sagen. Herr Holm, Herr Holm!»

Der Herr näherte sich nnS, und ich gab mich ihm zu erkennen als ein jüngst augekomwener Sonfin der Familie des Rais. Er sah mich auf eine so liebens- würdige Weise a», daß man nie vermutet hätte, ich wäre fein Nebenbuhler.

Thomas der fich sogleich au ihn wachte, über- häufte ih» mit Fragen über die Jagd im große»

k" *f?M**A» UM WVMU V4U|(M|/W{ UM»«

dieser Westfassade waren Zelte errichtet; ein «ltgang verband die lauge Gallerte im Erdgeschoß *« eine» weiß und blau gestreisteu Speisezelt, in Estchem duS Frühstück für die Herrschaften serviert Mde. Um 11 Uhr rückten die Mannschaften an.

Kaiser, in Admirals uniform mit weißer Mütze, Mete persönlich die Anfstellnug. DaS Seebataillo» U schwarzem Haarbusch war dicht vor den Schloß- Rtl an der Ostseite be8 Rasenplatzes ansgereiht, S dessen Südseite zunächst die Eeekadetteu, bann A Schiffsmannschaften in blaner Matrosentracht, **t effenet Brust, ausgerüstet mit Lajonnetgewebreu, die West- und Nordseite umgaben fie. Nach 2.Ul)i erschien der Prinz von Wales in Admiral«. Morm, den Kaiser, den Grafen Bismarck und die Äderen Herren durch kräftigen Handschlag herzlich grüßend. Lor de« Südportal des westlichen ^chlrßsügelS hielt ein offener Wagen mit zwei Afelschiwmel» bespannt, neben dem Kntscher ein ^chschotte tu schwarzer Tracht, davor ein Spitzrester

MchßW 3 eil ii in.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

| Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

ah «hS W ot ..i. ?-------

Heber die Ereignisse des letzten TageS, an welchem yfti Kaiser als Gast der Königin Viktoria auf der *»fel Wight verweilte, sendet Ludwig Pietsch der »off. Zig." eine sehr »fesselnde Schilderung. Wir «triehmeu derselben folgendes: »Der Kaiser hatte *8 Mittwoch die Truppen deS britischen HeereS und «t Freiwilligen in Aldershot manövrieren gesehen vd ihren Leistungen die wärmste Anerkennung ge- venbei. Am Donnerstag Vormittag vor dem Scheiden E» England wollte er der Königin nun auch de» «eil feiner Trrppin vorführen, mit welchen seine » bett englischen Gewässer» versammelte Flotte be­gannt ist. 1500 Manu von den Mannschaften nnb *>m Seebataillon sollten nm 11 Uhr im Park von Morne vor ihr paradieren. Bor dim westlichen

Deutsches Reich.

Berlin, 9. Aug. Der WienerPol. Korresp." wird von hier geschrieben: Die hiesige Presse, welche dem deutschen Kaiser auf allen seinen Reisen mit reger Aufmerksamkeit gefolgt ist, beschäftigt sich weidenden Rinder ein komisches Entsetzen, fie liefen wie in panischem Schrecken davon. Die vorbei- marschierten Mannschaften ordneten fich ans der West­seite deS Platzes in einer langen, zwei Glieder tiefen Front; die Bajonnette blitzten im Sonnenlicht. Dnrch den Logen der Sänlengallerie sah man die bläuliche Fluth des Meeres, einzelne Schiffe nnserer Flotte nnb in der Ferne die englische Küste. Noch einmal trat der Kaiser ans de» ih» »mgebe»de» Gruppen heraus auf die Mttte des Platzes, deu die langen Reihen feiner Flottenwaunschaften gleich lebendigcn dunkelblauen Mauren nmgaben. Mit lanter Stimme richtete er an fie anerkennende Worte, die mit einem Hoch nnb Hnrrah für Ihre Majestät die Königin nnb mit bem KommandoPräsentiert das Gewehr! schloffen. Er schwenfte den Säbel nnb breimal erbrauste baS Hoch ber Mannschaften mit nicht zu schildernber Energie. Auf ein neues Kornmaubo kamen von allen Seiten bie Kommandeure der Schiffe zu dem Kaiser heran zur Krstik, die jeden- falls keine ungünstige gewesen fein wird; bie Herren schwenkten bie Säbel, steckten fie bann ebenso wie der Kaiser ein, verabschiebeten fich nnb wmben gnm Frühstück in bas Zell geführt. Um 7V. Uhr Abends erfolgte die Abfahrt des Kaisers, bie deutsche Flotte hatte berettS vorher den Hafen verlaffeu. Um 6 Uhr wnrde der ganze Weg vorn Oxford. Schlöffe bis gnm Hafenplotze mit englischer Infanterie besetzt nnb von 6 Uhr an stellten fich bie Hofstaaten nnb hohen Staats- beamten ein. Um 7y. Uhr erschien bet Kaiser mit dem Prinzen von Wale» in vierspänniger Equipage. Seine ganze Erscheinnng atmete Gesund hell, frische Kraft nnb Heiterkeit; er trng bie große Admirals­uniform mit Dreimaster. Nun war ber Augenblick beS Scheibens gekommen. Nach herzlichem Abschied bestieg ber Kaiser ein mit 12 Mann besetztes Deutsches Ruuberboot vou ber .Hohenzollet»" mit ber gelben Kaiserstanbarte am Bug, ber beutscheu Kriegs flagge am Hc ck. Rasch durchschnitt ba8 Fahrzeug das glatte Wasser, »ud bald verkündete bal Knfftetgen bet

iesuchcs hinaus erhoben hat unb eine Bedeutsamkeit erlangte, die wohl kaum erwartet ist. Allein der rrglische Ministerpräsident Lord Salisbury muß doch wohl dem deutschen Kaiser in den langen Louserenzen, welche der Monarch mit ihm hatte, fkeweise dafür gegeben haben, daß die heuttge Mglische Politik eine solche ist, daß das Deutsche «eich damit zufrieden sein kann; darauf lassen wenigstens die hohen Auszeichnungen schließen, zu welchen die Zusammenkunft Anlaß gegeben hat. |$ie Verleihung eines preußischen Gardekavallcrie- 'stegimentes an die englische Königin hat außerordent­lich überrascht, weil es sich dabei in der That um tintn ganz besonderen Akt handelt; derselbe hat sein wegenstück in der Ernennung des Kaisers zum Kritischen Admiral und aus dieser hat die englische flotte den Anlaß zu begeisterten Kundgebungen sür m deutschen Herrscher genommen. Das bekannte englische Phlegma fehlte bei dieser Monarchenbe- tüßung vollständig, die hoffentlich den Beginn auernder vorzüglicher Dezic Hungen zwischen beiden ieichen bilden wird. Die Engländer haben auch licht umsonst ihre gewaltige Flotte vor der Insel Kight versammelt, sie haben damit aller Welt be- iesen, über welche enormen Streitkräfte fie zur See verfügen. Und wer den Wert einer starken rmada heute am besten kennt, das ist der deutsche aiser. Der Kaiser wird am Sonntag wieder in krlin ankommen, von dem er seit Anfang Juli ent gewesen, um alsdann den österreichischen Kaiser a empfangen, dem in der Reichshauptstadt der trjFdjpe Willkomm geboten werden wird.

Wenn auch die Ereignisse in England die be- nidere Aufmerksamkeit auf sich lenkten, so bot doch nere Politik nicht wenig Anlaß zu eifrigen rörterungen. Da war besonders das unerwartete rsulrat der Reichstagsstichwahl im Wahlkreise vlberstadt, welcher von dcn Nationalliberalen auf die onservativen übergieng. Wie sich die Berhälrniffe ei den nächsten Wahlen stellen werden, läßt sich heute hwerlich sagen. In manchen Wahlkreisen spielen

ja lokale Fragen mit, die zu beseitigen auch die Parteileitung keine Macht hat. Einiges Erstaunen haben Artikel des Berliner Militär-Wochenblattes sodann erregt, in welchen dem Offizierstande eine ganz besonders bevorrechtete Stellung im Staate zugewiesen wurde. Darüber Diskutieren zu wollen, ist ganz überflüssig. Aber peinlich muß es berühren, wenn nach 1870 noch versucht wird, dem deutschen Volke, das gemeinsam sein Blut auf den französischen Schlachtfeldern vergoffen, eivzureden, daß es ver­schiedene Klaffen und Stände im Reiche gebe. Bor dem -deutschen Gesetz sind alle Deutschen gleich; daran giebt es nichts mehr zu rütteln.

Der Zank über den von dem englischen Blokade- geschwader wegen angeblichen Waffenschmuggcls be­schlagnahmten deutschen DampferNeära" ist nun beigelegt durch die Entscheidung des britischen Prisen­gerichts in Zanzibar, welche den Dampfer wieder freigiebt. Nachdem die Hauptschwierigkeit beseitigt ist, wird man sich auch wohl über die erhobenen Entschädigungsforderungen einigen. Die .Neära" ist bereits vom Hauptmann Wißmann erworben, der neue Expeditionen gegen Buschiri vorbereitet, welcher gegenwärtig die Wege nach dem Innern gesperrt hält. Da jctzt die Karawanen nicht passieren können, so ist ein bewaffnetes Einschreiten von Seiten der Deutschen unabweislich. Vom Streik ist es in Deutschland fast ganz still geworden. In den Kohlenrevieren warten die Bergleute auf die Ver­öffentlichung der Ergebniffe der staatlichen Er­hebungen, und die Bauarbeiter verhalten sich ruhig. Etwas von sich reden machen nur die Berliner Bäckergesellen, die einen neuen Ausstand versuchen wollen.

Die Beisetzung der Gebeine der berühmten fran- zösischen Toten, die aus Deutschland nach Paris zu Ende der vorigen Woche Lbergeführt worden sind, hat im Pantheon stattgefunden. Allgemein bemerkt ist, wie enthusiastisch der Präsident Carnot bei dieser Gelegenheit, sowie bei der späterhin stattfindenden Eröffnung des neuen Sorbonne - Instituts gefeiert worden ist. Keinem Monarchen können größere Ehren erwiesen worden sein! Demgegenüber sitzt General Boulanger in wütendem Grimm in London, nachdem seine Hoffnungen, wenigstens bei den General­ratsstichwahlen einen kleinen Ersolg herauszuschlagen, zu Waffer geworden sind. Der Prozeß wider ihn hat vor dem Senatsgerichtshofe begonnen. Gegen die bekanntlich sehr lückenhafte Anklage hat Bou- langer eine recht geschickt abgefaßte Erwiderung ver­öffentlicht, die aber ihren Eindruck auf die Menge

auf einem Schimmel. Die Königin Viktoria, die bald darauf ans btm Schlosse trat, ließ sich mit einer Begleiterin im Wagen nieder nnb biefer wen­dete sich bet Südseite des Rasenplatzes z». Während deffen war der Kaiser wieder in die Mitte der Truppenaufstellung getreten, hatte den Säbel gezogen nnbGeweht über I* bannpräsentiert baS Gewehr!' kommandiert. Ein lanteS dreimaliges Hnrrah er» schallte nnb bie Musikkapelle intonierte ben Armee­marsch nnb bie englische Nationalhymne. Langsam fuhr die Königin an ben Truppen vorüber, während ber Kaiser an ber rechten Seite des Wagen? schritt. Tie Prinzen von Wales unb Battenberg, bie Prin­zessinnen nnb bie Hofstaaten folgten zn Fuß. Nach vollendeter Umfahrt stieg die Königin mit ihrer Be­gleiter in ans nnb trat in das mittlere Zelt. Der Kaiser wat dort für kurze Zeit an ihrer Seite, dann übernahm et wieder das Kommando. Das Mnfik- koips marschierte gegen die Mitte beS Platzes vor, bie Mannschaften formierten sich dahinter an ber Südseite in Kolonnen, nach ihren Schiffen geordnet, jede von ihrem Kommandeur nnb ihren Offizieren geführt, Prinz Heinrich neben ber Mannschaft ber .Irene.» Der Kaiser trat vor bie Musik, .zunächst hinter ihm Admiral von Kall, und zum Klange der Trompeten nnb Trommeln führte er, mit gesenktem Säbcl falntierenb, die Mannschaften in vollendetem Paradeschritt an bet Königin vorüber. Hatten bie Englänbet bie deutsche Flottenmannschaft bisher nnr auf ihren Schiffen bewundert, so gaben unsere brave» Junge» ihnen durch ihre Haltung auf bem Laube neue Ursache dazu. Der Kaiser trat wieder zur Königin nnb ber Vorbeimarsch der gejammten Flottenmannfchast setzte fich fort. DaS Seebataillon folgte ben Matrose»; jede Abteilung wetteiferte mit ber anberen unb mit jeher Garbetruppe im mnstergiltigen Votüberkomme» nnb Linienhalteu. Lot btm energische», »»gewohnten Klängen beS deutschen Armee matsches ergriff die auf deu weiten Rasenfläche» westlich voa diesem Platz

Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2'/, Ml., bei den Postämtern 2 SRI 50 Pjg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

in diesem Augenblick selbstredend auf das lebhafteste mit seiner Anwesenheit in England; nichtsdesto­weniger äußert sich aber gleichzeitig in allen hiesigm Kreisen in unverkennbarer Weise das regste Jntereffe für die nahe bevorstehende Ankunft Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph in Berlin. Der freu­digen Spannung, mit der man diesem Ereignis ent­gegensieht, gesellt sich nur insofern auch eine Empfin­dung des Bedauerns zu, als cs der Bevölkerung Berlins, in anbetracht des von dem hohen Besucher bereits ausdrücklich kundgegebenen Wunsches, daß jede Prunkentfaltung bei seinem Empfange vermieden werden möge, verhältnismäßig schwer gemacht wird, dem Kaiser Franz Josef ihre Huldigungen in einer Weise darzubringen, die auch nach außen hin die Wärme ihrer Verehrung für den Freund unseres Kaisers und für den Herrscher des mit Deutschland verbündeten mächtigen Nachbarstaates deutlich zu er­kennen geben würde. Nichtsdestoweniger läßt fich voraussehen, daß, wenn auch der Empfang des Kaisers Franz Josef außerhalb seines eigenen Reiches nirgends mit größerer, tief empfundener Teilnahme ausgenommen werden könnte, als in Berlin. Die Einwohner der deutschen Reichs Hauptstadt, die in dieser Beziehung als getreue Dolmetsche der Gefühle aller Deutschen betrachtet werden können, verehren in dem Herrscher Oesterreich-Ungarns nicht nur den pflichttreuen, erhabenen Monarchen, sondern auch den edlen Menschen, an deffen tiefem Kummer sie seiner­zeit warmen Anteil genommen haben. Diese Teil­nahme wird sich es läßt sich dies mit Sicherheit ankündigen auch beim Empfange des Monarchen in Berlin wiederspiegeln und demselben den Charakter ganz besonderer Herzlichkeit verleihen. Der Zar trifft spätestens am 24. August m Berlin ein, denn für den 25. August ist bereits eine Parade vor ihm angesetzt; er kommt mit dem Großsürsten-Thronfolger. Tie russische Kaiserin reist gleichzeitig zu See nach Kopenhagen und wird, wie das .Berl. Tage bl." aus Petersburg erfährt, in Stettin oder Kiel mit dem Zaren und dem deutschen Kaiserpaare, die von Berlin hinkommen, Zusammentreffen und einen Tag zusammcnbleiben.

Wilhelmshaven, 9. Aug. Hier eingegangener Nachricht zufolge trifft der Kaiser morgen Mittag mit demHohenzollern" auf der hiesigen Rhede ein. Ein offizieller Empfang unterbleibt auf Wunsch deS Kaisers. DerHohenzollern" dampft sofort nach der Ankunft auf die Werft, wo der Extrazug zur Weiterreise des Kaisers nach Berlin bereitsteht.

Dresden, 9. Aug. Während der bevorstehen-

Kaisetstandarte am Hauptmast betHohenzollern" nnb ber flanonenbonnet, daß ber Kaiser sein Schiff bestiegen habe. Nicht lange, so entströmte dichter Qualm ben Schloten, das Waffer schäumte an ben Näbern auf, das Deutschlands Kaiser durch so viele Meere getragen hat, führte ihn wieder von Englands Küsten ber Heimath zn. Tausende sahen vom Ufer und vom Deck ber Dampfer ber Abfahrt zu.

Anreizen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a.M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV Qrrfitrtrtttrt Mvffe in Frankfurt a- M-, Berlin. München u. Köln; g. «M* 9H9'

Daube u. Co. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Paris.

ieten dem für- -reffe ;e? r.

rinn Klee» Brr» : der lbzu- 380

Acwäffern eine Reihe von glanzvollen Festtagen zischen hat. Kaiser^ Wilhelm II. kehrt durchaus I v» tifnedigt L<it \ Ker den