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öchcntliche Beilage«: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sountaasblatt.

Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch. *>* ***

M 182

Eine Morr-scheirmacht a«f -er Akropolis.

Ei« toller Streich.

Humoristische Erzählung von F. E. Jensen.

I Zwanzig Jahre alt, war ich ein junger Mann er nicht unüberlegter sein kann. Ich lebte cur die Gegenwart. Ich vergaß die Vergangenheit । beunruhigte mich durchaus nicht wegen bet Za. st. Immer dazu aufgelegt, allerhand schlechte eiche auSzaführen, stürzte ich mich bald in eine e Unüberlegtheit, bald ließ ich mich in einen erlichen Streit ein und war ein lebender Beweis ftr, daß die Sprichwörter gar nicht unfehlbar sind; n wenn es wahr ist, daß „»er zerbricht, bezahlt', Hütte ich »ich sehr lauge deS Zerbrechens über, ffig finde» wüsten. Ich hielt eS also für passend dieser kleinen Einleitung zn beginnen, um den er auf meine Erzählung vorzuberesten.

i Mein Vater gedachte eines Tages, mich dem «den der Zerstrevung, das ich in Kopenhagen führte M jede» Preis entreißen zu wüste» und schickte mich ^diesem Zweck nach Hamborg alS Kommi» zu einem M bekannten Kaufmann. Dieser galt als ein Manu großer Moralität, von sehr strengen Grundsätze» man erwartete ihn einen außergewöhnlichen Etv- auf mich auSüben zu sehen. Aber ich kann Euch ^sichern, liebe Leser, daS für den, der gut gelaunt V, die Gelegenheit zum Vergnügen selbst in Hamborg M fehlt. In kaum vierzehn Tage» hatte ich schon pimal die Wachsamkeit meines Prinzipals getäuscht. A wiederholten Male indrffen war ich bei TageS- ^>ruch zurückgekehrt, ohne mich geschlagen zu haben, i®8 dafür zeugt, daß ich eine Gesellschaft sah, eine »Iche, in der die Gefahr, eine gute Tracht Prügel bekomme», »»versehens kam. Wie dem anch sei, Schicksal beschützte wich und nach Verlauf eines reS kam ich nach Kopenhagen zurück, ebenso wohl munter, al» ich eS verlassen hatte. Nur brachte eine größere Erfahrung tu der Knust der Ver- geu zurück und brannte vor Verlangen, fie in uug zu bringen.

gegen den Etat um Mk. 2 356 000 ungünstiger. Insbesondere sind bei der Geldverpflegung der Truppen, bei dem Garnisonverwaltungs- und Ser­viswesen, bei dem Remontewesen, bei den Fonds zu Reisekosten und Tagegeldern, Vorspann- und Trans­portkosten bei dem Artillerie- und Waffenwesen, sowie beim Zuschuß zur Militärwittwenkaffe erheblichere Mehrbedürfniffe hervorgetreten, welchen nennenswerte Ersparniffe nur bei der Naturalverpflegung und bei dem Medizinaltpesen gegenüberstehen. Bei den Aus- gabefonds der Marine, einschließlich des die letztere betreffenden Kapitels des allgemeinen Pensionsfonds sind Mk. 1 934 000 mehr erforderlich gewesen; des­gleichen Mk. 1 372 000 bei dem Auswärtigen Amt, wovon Mk. 800 000 auf die, mittels Gesetzes vom 2. Februar d. Js., Reichsgesetzblatt S. 3, bewillig­ten Kosten der Maßregeln zur Unterdrückung des Sklavenhandels und zum Schutz her drustchen In­teressen in Ost-Astafrika kommen. Im Restort des Reichsschatzamts, einschließlich der Reichsschuld und der Zivilpensionen bei dem allgemeinen Pensionsfonds sind an den Ausgabefonds Mk. 1 160 000 erspart worden; bez. der Reichsschuld ist hervorzuheben, daß die Verzinsung der Anleihen Mk. 1006 000 und die Verzinsung der zur vorübergehenden Verstärkung des ordentlichen Betriebsfonds der Reichshauptkaffe aufgenommenen Mittel Mk. 788 000 weniger in An­spruch genommen haben. Die übrigen bei den Hauptab­schnitten der Ausgabe eingetretenen Abweichungen vom Etat ergeben noch einen Minderaufwand von Mark 83 000; im ganzen übersteigen die Mehrbedürfniffe bei den hier in Betracht gezogenen Ausgabefonds die daran gemachten Ersparniffe um Mk. 4 758174.53. Was die Einnahmen des Reiches angeht, so haben die Zölle und die Tabaksteuer, von deren Ertrag dem Reich nur der feste Betrag von Mk. 130 000 000 verbleibt, einen Mehrbetrag von Mk. 38 337 000 ergeben; nämlich Mk. 37 595 000 mehr an Zöllen, Mk. 1577 000 mehr an Tabaksteuer und Mk. 835 000 weniger an Aversen der Zollausschüffe, Die den Bundesstaaten im vollen Reinertrag zu überweisenden Steuern haben im Vergleich zum Etat betragen: Die Verbrauchsabgaben von der Brannt­wein-Nachsteuer Mk. 34 398 000 weniger, die Stempelabgaben für Wertpapiere rc. Mk. 7 507 000 mehr. Die Abweichungen von der etatsmäßigen Voraussetzung finden für den Reichshaushalt ihre Ausgleichung durch entsprechende Erhöhung bezw. Ermäßigung der unter den Ausgaben vorgesehenen leberweisungen an die Bundesstaaten. Im ganzen belaufen sich diese Ueberweisungen aufMk. 277 801000,

Natürlich wollte mich wein Vater wiederum an ein Kornptoir fesseln, indessen gestattete er mir, zuvor einen Monat auf dem Lande znzubringen, nm bet­riebene Onkels und Tanten zu besuchen.

ES war an einem Nachmittag de» Monat» September. Ich hatte einen kleinen Wagen gemietet, »er mich acht Meile» von der Hauptstadt Bringen ollte, und, meine Reisetasche in der Hand, wollte ich eben einsteigen, nm abzureisen, als plötzlich eilends ein Diener erschien und rief: „Haben Sie nicht eine : Person gesehen, die heut uach Kioge reist?'

.Ja, hier ist gerade ei» Herr, der dorthin will', agte auf mich zeigend der Stallknecht.

Der Diener näherte fich mir und uahm ehrsnrchtS- voll seinen Hut ab.

,Meiu Herr', sagte er zu mir, „hier ist ein wichtiger Brief meines Herrn, welcher in der Hsrberge iinm Korporal abgegeben werden soll. Der arme Rann ist krank geworden, ein Wagen erwartet ihn in der Herberge, und er möchte nicht, daß der Sntscher । unnütz dabliebe.'

.Geben Sie den Bries her', antwortete ich. „Ich : werde der Vermittler Ihre» Herrn fein. Wie heißt i er eigentlich?'

Der Bediente nannte einen mir gänzlich uube- ' kannten Namen; ich steckte den Brief ein und rief i dem Kutscher zu: „Vorwärts I'

Sn jenem Tage schien mein gewohntes Glück 1 «ich zu verlassen. Gewöhnlich konnte ich nicht eine ! Meile machen ohne irgend einen Zwischenfall. Einigemal ließ ich einen Fußgänger tu meinen Wagen i teigen, oder ich belustigte mich auch wohl damit, j einen einfältigen Bauersmann zu foppen, oder mit ; »en jungen Mädchen zu scherzen, aber an jenem Tag, 1 der wie behext schien, langweilte ich mich znm Toll. 1 werden. Der Weg uach fliege ist der abgeschmackteste aller Wege; die Fußgänger, denen man dort begegnen ! an», find so zerlumpt, vou einem so unangenehmen llnblick, daß man fie nicht einladen kann, seine» i Wagen zu besteigen. Die Bauer» find so listig, I

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Aug. Die „Nordd. Allgem. Ztg.' tnnerkt den Zeitungsstimmen über die Kündigung des Deutsch - Schweizerischen Niederlaflungsvertrags gegenüber, die deutsche Regierung habe keinen Grund, mit der Schweiz Händel zu suchen, sondern nur das Bedürsnis gehabt, die sozialistischen Foriifika- tumen, die in der Schweiz angelegt werden, zu be­seitigen. Die aus der Aufhebung des Niederlas- sungsvertrages entstehenden Unannehmlichkeiten würden inr die deutschen Sozialisten treffen, ruhige deutsche Staatsbürger werde die Schweiz nicht ausweisen. Sollte die Maßregel dazu beitragen, die Schweizer Behörden zu veranlassen, den deutschen Sozialisten gegenüber künftig mehr geschäftsmäßig und weniger gemütlich zu verfahren, so würde damit den deutscher­seits an den Fall Wohlgemut geknüpften Wünschen entsprochen sein. Der Polizei-Kommissar Wohlgemut It vielleicht gerade durch den Mangel an poli­er Begabung sich politisch ein praktisches Ber­um die Beziehungen der beiden Nachbarstaaten den haben. — Gegenüber den in der Preffe tauchten Vermutungen, daß die diplomatischen mdlungen mit der Schweiz thatsächlich vom 'n Herbert Bismarck geleitet worden seien, ist nicht all. Der Reichskanzler hat die ganze Angelegen- elbst bearbeitet und sämtliche Noten selbst ent- ™,.n. — Es bestätigt sich, daß der Domprobst i^hser in Breslau zum Bischof in Münster auser- jfchen ist, und daß darüber bereits eine Einigung MÜ dem Vatikan erzielt ist. — Das Emin-Pascha- Mwnitee beschloß in seiner heutigen Sitzung, einen Mfruf an die Nation zu richten, um neue Mittel Mr Verstärkung des Unternehmens zu gewinnen und Werner Dr. Peters für seine Thatkraft und Umsicht kn gebührenden Dank auszusprechen.

— Nach dem Finalabschluß der Reichshauptkaffe haben sich die Ergebniffe des Reichshaushalts für ks Etatsjahr 1888/89, abgesehen von den auf be- mdere Deckungsfonds angewiesenen Ausgaben, im strgleich zum Etat in runden Summen wie folgt estaltet: Bei der Verwaltung des Reichsheeres sind » fortdauernden Ausgaben Mk. 2 276 000 und it einmaligen Ausgaben Mk. 353 000 mehr erfor­sch gewesen. Die das Reichsheer betreffenden apitel des allgemeinen Pensionsfonds haben mit «em Mehrbedarf von Mk. 66 000 abgeschlossen, n Einnahmen sind im Bereiche der Militärverwal- ■j eg Mk. 3k 9 000 mehr aufgekommen; bei dem I eichsheere stellt sich hiernach das Gesamtergebnis

11 §^000 mehr, als der Etat voraussetzt. I daß sie die verlangte Garantie von 150000 ^anks im ganzen Mk. 24 363 000 weniger durch die Credit Lyonnais in Madrid geleistet habe- sie W aber überzogt, daß sie keines ft Sfe E 018 000 an Verbrauchsabgaben. Rom, 3. Aug. Nach einer Meldung der

Auch bi®. Maffchsteuer und Branntwein - Material ! „Agenzia Stefani' aus Canea griffen die durch die s euer weist einen Minderbetrag von Mk. 4 255 0001 Ermordung eines ihrer Kameraden aufaebracbten JsSÄrsgÄ? Mk. 2255000 und türkischen Bewohner außerhalb Candia die^Matrchen t e r- 3 289 000 mehr aufgekommen. I des Italienischen Schiffes „Anna" an schoflen auf Die Aversen für die letztgenannten vier Steuergat- einen derselben und verwundeten ihn am Unterleib feSSmRTSäÄ 68^000<SBeV5ebSbertDaIttt*^*^e fI" 3.'Aug.^Der N^ Laguerre er-

St mehr s8e”. S"*1*? PieIt W eine Vorladung vor dem Untersuchungs-

TelearavbenveÄ^ttum "b 8 faLbie richter wegen der Entwendung von Aktenstücken deS

f x fo(cSen bon Mark SenatsgerichtshoftS. - Der Schah bestieg heute

b 0^.000, die Reichsdruckerei mit Mk. 291000 den Eiffelthurm. — Dem Journal deS DebatS' und die Reichseisenbahnverwaltung mit Mk.2 080 000; I zufolge beschloß der Präsident deS Senats den 653 000 Bankwesen find um Mark obersten Gerichtshof auf den 8. August einzuberufen.

653 000 hinter dem Etat zurückgeblieben. An Zinsen London 3 Aua Die Es" Wert bi, XefoXn Mk- 55 000 mehr Ankunft Sr.'Majestät'des Kaisers !» emem ^

aufgekommen. Die verschiedenen Verwaltungsein-1 pathischen Leitartikel in welchem es be,üt> Der einnahmen^be? dtt^MM^vSoattu" 3^^?chie» Mehr-1 einstimmige Wunsch Englands ist eS, dem kaiserlichen S?V«nnDrbXn*USffie“ Munzwesem Im ganzen Anverwandten des königlichen Hauses, sondern X hinter dem^Eta ^ur^aÄi^ "7 ^4 den Herrscher des mächtigsten Reiches des Continents

t , ,D ba& unter und als Haupt der uns verwandten Raffe Jeder

Mehrausgaben von Mark Freund Ls Frieden- hofft' es möge dm E 1888/894‘?in Etatsiahres!gelingen, mit seinen die Friedensliga bildenden

eraiebt Fehlbetrag von Mk. 20383738.53 Bundesgenossen fest vereinigt zu bleibe», denn davon «Hi**«. » *„ , l hängt der Fortschritt Europas, ja die Sicherheit

sichti^Ar^/rv5sammi..n^ S? beab- der Menschheit für diese Generation ab. Ungeachtet beT^'^erftattung der gelegentlichen Proteste nichtverantwortlicher kona«ü ^r den Pariser Soz,allsten- Politiker weiß England wohl, daß eS mehr Geme^

Ä verboten worden, - schäft mit Deutschland als mit den übrigen großen

de7 9 d'e gestr'ge Konferenz Nationen des Festlandes hat. Tas Schauspiel in

der sudösterrerchlschen und adnatischen Bahnen die Spithead wird dazu beitragen den Kaiser in dem Einlegung des entsprechenden Eilzuges ab, wodurch Glauben zu bestärken, daß ^England die Stärke be-> das Projekt eines BlitzzugeS zwischen Rom und! sitzt, welche deffen Freundschaft zu einer nicht »u eche ^" andtttbcübstündioe Ächn-II ®a Tr vernachlässigenden macht. Es seien starke Gründe iScben S Pn ” Sch"ellzugS - Verkürzung gegen einen förmlichen Beitritt Großbritanniens zwischen Berlin-München und vice versa durchgesetzt, j zur Liga der Zentralmächte vorhanden , allein es

I9!66. keine Gründe dagegen, zu zeigen, daß die

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-.i-it. j .*■ Wä Är***"''*“* jaf^abrta meldet die Gesellschaft aus Fiume, | Pottsmoath, 2. Aug. Se. Majestät Kaiser

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®r blia't ob S"- »";«»«« l« b« H«b„«< ,»m «Moral, 1-.

töten sucht, nnn. !r 3ett ,8“ I mitten eines schrecklichen Platzregens und fast voll,

ans, Mb 1 RnTh"fbnnn ja“? *efl ständiger Dunkelheit, um acht Uhr abends an. Ein

hftff svitlt, mit r a”i9 $ ?or ®er.fler' kleiner zugemachter und vollständig bespannter Wage»

ÄWft su bH ””1"-*s ffi bm S Ä LWL . «- (««w. m."W. die Gaben bei GlLett

beuten batte 1»^^^"^»»»^. Ohne daran zu!verteiltl bachte ich, indem ich den elende» Wage» x c. nh iHv fo oft rntt fiebernder Hand ge-1 anfah, bet mich fuhr unb in dem ich bi, kiöikt,

„hf 71« f°att ich thu»? Es war! „Wem gehört dieser Waaeu?' kraate ich

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baß eN starker Fchnuns,« N°-u auznzeige» «»ftrag an ben Herrn Kat persönlich ans,»richt« &t ^.Lld^brl mir. »W* W)

Sage anfzufchiebe». Indem ich Sie biefen Auf- tewÄÄMÄÄ SS 8

Marbttra, 7 sF---------

diti°n2'/.Ml., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (extl. toinu bte anni»nc!n.»ureoibjöion fioafenftetn unb SSoglet

Dienstag, 6. August 1889. Jahrgang.

____________________ Tmnoe u. 8.0. m sramsUkt a. M., Berlin, Hannover, Paris.