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tffeS bilden. Die kluge Mutter kann dem spielenden Mädchen die ganze Hyftene deS Säuglings, die Grnndbegr'ffe des Kochens, dir Ordnung deS Anf- räuwevs uogesncht nährend bi 6 Kinder spiel-s bei* bringen. Das Mädchen soll wit seinem Kochgeschiir und, Zimmer spie lzeug ordentlich und genau, mit seiner Pnppe zärtlich nnd iorgsältig seiu and soll bitterlich weinen, wen» der Puppe eine Hand oder ein Fuß bricht: dies bringt das Gemüt der Gattin, der Mutter am besten zur Entwicklung. Dabet aber darf der Sö.per nicht übersehen werden! Der Körper der Frau mutz iw KtvdeSclrer ibenso oder noch b-sser gepflegt werden, als der b.8 Knaben, damit sie ein schönes Werb und eine glückliche Mutter werden könne. Die formvollendete, klüftige nnd gesund organisierte Frau wird als Gattin und Mutter die Wonne bi8 Gatter», das belebende Element einer ganzen Generation. Aus dem schmächtigen nervösen Fräulein dagegen wird eine stets mit Ohnmacht ringende Gattin nnd eine entkräftete Mutter; gleich nach dem ersten Kinde ist sie nervös, kränklich, bade- reisend; mit sich nnb Anderen unzufrieden, altert rasch und ist eine für das Familienleben untaugliche Ruine. Die körperliche Erziehurg der Frau wird bet strenger Wahrvvg der weiblichen Zartheit und des weiblichen Reizes die Mnskelu, Knochen nnd Organe entwickil» und stärken müssen. Auch das Mädchen wog frei umherlavfeu, Lall schlag-n und springen wie der Knabe; besonders soll es schwimmen, eie laufen, fingen, tanzen und freiturve» (weniger Geräteturnen!). Es soll nicht viel im Zimmer bocken, auf einim Flecke mit unterschlagenen Beinen, mit von Gedichten oder Romanen geröteten Wangen und klopfendem Herzen und flimmernden Augen. B i solchen Beschäftigungen finkt die Brust ein, die Muskeln werden matt, der Rücken und das Becken kiumw, die Ange» und sogar — daS Herz verdorben. Das Mädchen besucht auch die Schule und heut zu Tage lernt 18 gar viel. Wie nützlich wäre es, and die gute und schlimme Historie dieser Schulbesuches
»Die Srsim-hett -er Fra« ist -ie Sefrm-heU -er Ratio«!"
Mit diese« Schlag ort k nnzttchnet der Budapester Hhpentker Prof.ssor Fodor die Bedeutung der w.ib- liLen Hygiene. Seinem Bortrage über dieses Thema, ■dbtn gegenwärtig die .Deutsche medtz. Wochen- ftrift* ausführlich veröffentlicht, entnehmen wir salgendeS hochtntereffante Kapitel über die Erziehung v>d Bestimmung der Frau:
Der Knabe erhält sein Steckenpferd, seinen Spiel, ball; er läuft frei umher iu Sonne nnb Wind; er dengt sich an, kriecht nnb klettert überall, ringt — seine Muskeln nnb Lungen, seine Gesundheit erstarken. Das Mädchen bekommt seine Pupp-, sein Zimmer, spiclzeng, Kochgischirr, — gestickte Röckchen, ins haar ein Bändchen und lungert nab ziert sich innen bald bet Wohnung ans bem Divan nnb vor bew kpiegel, iw Kühlen. Die Hantfarbe bleibt wohl Milchfarben, die Glieder weich und rund, das Haar coli flaumig: doch bleibt die Lunge eng, die Knochen «it nnd knorpelig, daS Fleisch wie das eines Huhn, cheus. WaS für eine Gattin, und besonders welch eine Mutter wird wohl anS solcher Treibhauspflanze? Dos Ziel, die Bestimwung der weiblichen Existenz ist, ein begehrtes, scköneS Weib, eine beglückende Sattln nnd eine segensreiche Mutter zu werdin. Dann wird die Frau mit sich und die menschliche Gesellschaft mit der Frau zufrieden sein, je nächdem ste di-seu Zwecken entspricht. Darum bat die weibliche Erziehung schon vom zartesten Alter an vor Allem die zukünftige Gattin und Mutter vor Singen ft halten. Ich will eS durchaus nicht verurteilen Menn das Kind weiblichen G-schlechteS wit Pupveu, Kochgeschirr und Ziwwereiurichtvngen spielt. Mag fie Ute Puppe lieben nnb vetsotgen, daS Kocher ftib baS Aufräumen ber Wohnung liebgewinnen; Mag sie sich daran gewöhmn, sich durch solche B - schäfligung u zu zerstreuen. Die Familie, der Haushalt soll den Gegenstand ihre» Denkens, ihres Intel*
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An der dauernden Einheit von Deutschlands Fürsten und Stämmen hat der künftige bayerische König keinen Zweifel gelaffen, der, außerordentlich bescheiden, von sich selbst nicht im Geringsten sprach. Diese Turnsestrede wird sicher zu den schönsten Erinnerungen dieses Jahres gehören, sie hat dauernden, historischen Wert als die Kundgebung eines wahren deutschen Mannes auf den Stufen des Thrones.
Das Ereignis der Woche wat Boulangers Wahlniederlage bei den am letzten Sonntag ftattgehabten Generalratswahlen. Boulanger hat den Mund gar zu voll genommen und die Strafe dafür ist nicht ausgeblieben: Ganze zwölfmal ist er gewählt worden, während er aus 80 Mandate rechnete. Diese Schlappe ist eine Folge des heillosen Skandals, der sich an des Generals Namen knüpft und deffen die Provinzbewohner nun gerade doch überdrüssig zu werden beginnen. Boulanger hofft nun freilich noch aus die nahen Kammerwahlen, aber vorher findet sein Prozeß statt, und bringt der schlimme Sachen zutage, dann ist der Prahlhans fertig. Großen Grund über den Wahlausfall zu triumphieren, haben die Republikaner allerdings auch nicht, denn die Monarchisten haben sich sehr stramm gehalten und sogar eine Reihe von Sitzen gewonnen. Daß die republikanische Mehrheit bei den allgemeinen Kammerwahlen nicht erschüttert wird, ist wohl zweifellos, aber eine starke antirepublikanische Minderheit wäre auch schon schlimm genug. Neben den Wahlen ist Skandal über Skandal hergegangen. Die Zengen- Protokolle des Staatsgerichts sind aus der Stsais- druckerei gestohlen und die Boulangistenblätter veröffentlichen nun flottweg das ganze Aktenmaterial. Darüber hat es zahlreiche Verhaftungen und Beschlagnahmen gegeben. Mit der Entlaffung von Beamten, welche den Boulangismus begünstigt haben, fährt die Regierung fort. Sogar eine Anzahl höherer Polizeibeamter in Paris ist kassiert. — Zum Besuche der Weltausstellung ist der Schah von Persien aus England in Paris eingettoffen und mit großem Gepränge empfangen worden.
Die italienische Regierung sucht sorgfältig neue Reibungen mit Frankreich zu vermeiden. Ein französischer Offizier wurde unter dem dringenden Verdacht der Spionage verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Von einem Prrzeß ist indessen abgesehen, Der Arrestant ist per Schub über die Grenze gebracht worden. — Das engl sche Parlament hat die Apanagenforderungen für die Enkelkinder der Königin bewilligt, lieber diesen Punkt ist ein Riß in der liberalen Partei eingetieten, deren einer Flügel die
Marburg,
Sonntag, 4. August 1889.
Wochenschau.
Unser Kaiser hat nach Abschluß seines norwegischen Erholungsausfluges und nachdem er einige Tage zusammen mit der Kaiserin in Wilhelmshaven ver- weilt, seine Reise nach England angetreten. So viel bekannt ist, werden besondere Festveranstaltungen auf Wunsch des Monarchen unterbleiben, und nur größere Hebungen ber englischen Kriegsgeschwader vor dem Laifir ftattfinben. Mit Recht heben wohl der Londoner Regierung nahestehende Blätter hervor, daß es sich bei diesem Besuch weniger um die hohe Politik, als um eine verwandtschaftliche Visite des deutschen Kaisers bei seiner Großmutter, bet Königin Moria, handelt, und außerdem um die Erfüllung des Wunsches des hohen Gastes, die englische Marine genauer kennen zu lernen. Wie ungemein große Eympathien ber Kaiser ber Flotte entgegtnbringt, ist ja bekannt. So ganz außer Acht wird aber auch die politische Seite des Besuches nicht gelassen werden können. Fürst Bismarck hat in der vorigen Rcickstags- feffton immer wieder betont, daß ihm ungemein viel an guten Beziehungen zu Großbritannien gelegen sei, nnb der Kaiser bekräftigt jetzt diese Worte durch sein Erscheinen auf englischem Boden. Auf der anderen Seite hat auch die britische Regierung das höchste Jntereffe, sich mit Deutschland und den Mächten des mitteleuropäischen Bundes auf guten Fuß zu stellen und diese Notwendigkeit wird im Lande anerkannt. Wenn ber wegen seiner merkwürdigen Ansichten bekannte Lord Churchill in diesen Tagen auf einer großen Versammlung in Birmingham gelaffen aussprach, England müsse sich nur um sich filbst kümmern, so erweckte er damit nicht die Bewunderung seiner Zuhörer, sondern ein Kopsschütteln. Der Gegenbesuch des russischen Kaisers in Berlin etwa in Monarsftist wird nach wie vor bestimmt erwartet. Daß noch keine speziellen Details veröffentlicht sind, entspricht ledig den bekannten Reisegewohnheiten des Zaren.
Ein richtiges, rechtes Manneswort am richtigen Platze erweckt allemal Freude, und ein solches Wort hat der bayerische Thronfolger Prinz Ludwig bei dem deutschen Bundesturnfest gesprochen. Keine hochttabende, großartige Rede, sondern einfache Worte, die vom Herzen kamen und zu Herzen gingen, und den Prinzen im ganzen Deutschen Reiche populär gemacht haben. Ein urkräftiges Nationalbewußtsein, rm edler Nationalstolz, echte Vaterlandsliebe wehten aus diesen Worten, mit welchen der Prinz Saiten berührte die in allen deutschen Herzen widerklingen
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Expeditton: Markt 21. — Redaktion, Truck und Verlag von Joh. Slug. Koch.
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Erde übernommen haben. So sind es denn nicht nur die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem großbritannischen und unserem Herrscherhause, sondern es ist auch die Interessengemeinschaft der Länder und Völker, welche in den Sympathiekundgebungen der englischen Nation für unfeten Kaiser zum Ausdruck gelangen. Dafür, daß man sich deffen auch diesseits des Kanals bewußt ist, liegen ausgiebige Zeugniffe in Fülle vor. — Wie das »Militär - Wochenblatt" veröffentlicht, wurde Prinz Balduin von Belgien k la suite des Hannöverschen Dragoner - Regiments Nr. 16 gestellt. — Zum Ehrendienst bei dem Kaiser von Oesterreich sind kommandiert Generaloberst von Pape, General ä la suite Graf Wedel, die Kommandeure des Kaiser Franz-Garde-Grenadier-Regiments und der Franz- Josef Husaren Nr. 16, Militärattache Major Seine# in Wien; bei dem Erzherzog Franz Ferdinand der Kommandant der Garde-Kürassiere Prinz Salm und Leutnant Graf Dohna. — Der Kultusminister hat an die sämtlichen Universitätskuratoren mit Rücksicht auf die mehrfachen Beschwerden und Klagen wegen übermäßigen Anwachsens ber Ausgaben für die Universitäten die dringende Mahnung gerichtet, auf Einhaltung größter Sparsamkeit nach Kräften hinzuwirken, insbesondere aber alle Anträge auf außerordentliche und fortlaufende Mehrbewilligungen aufs strengste zu prüfen und denselben nur in dem Falle weitere Folge zu geben, wenn sie sich in jeder Beziehung als wohlbegründet erweisen. Dieser Gesichtspunkt ist mit doppelter Schärfe bei der Vorbereitung von Anmeldungen zum Staatshaushulisetat festzuhalten.
— Kaiser Wilhelm ist wohlbehalten wie der Telegraph meldet m England angetommen und am Freitag Nachmittag auf der Insel Wight gelandet, wo er im Osborne-Schloß, bem Sommerfitz der Königin Viktoria, Wohnung nimmt. Tas deutsche Geschwader, mit bem Kaiserschiff an der Spitze, war schon auf ber Fahrt bis Wight von ben englischen Küstenbatterien mit Salutschüssen begrüßt worben. Die Fahtt verlief ungestört. Der Prinz und bie Prinzessin von Wales waren an Bord der englischen Königsyacht „Osborne" mit ihrer Familie, dem Herzog von Cambridge und anderen Persönlichkeiten der Jacht „Hohenzollern" entgegengefahren, durch die Reihen des bei Spithead in Parade ausgestellten Über hundert Kriegsschiffe starken englischen Geschwaders hindurch. Bei Jnsichtkommen der deutschen Flotte wurden die donnernden Salutschüffe abgegeben, woraus von
Aufsehen zu erregen, erweckt? Das Mädchen wird auch iu schönen Künsten, in Musik nnb Zeichnen unterrichtet; man lehrt eS weibliche Handarbeiten und hält er zu alle dem tn der Stube; dagegen bleibt eS vom Haushalte fern, den es nicht t unen noch lieben lernt. Mit der wertlose» seinen Arbeit verdirbt man dem Kinde die Augen, durch daS bei solchen Arbeiten unerläßliche Krümmen des Kö perS die Lunge, den Magen u. s. w. Kurz, bas Mädchen lernt und eignet sich tn der Schule viel SchöueS und Gutes an, doch kommt dabtt die zukünftige Mutter und Hausfrau kaum in Betracht, und der Köp-r des Mädchens wird weder zu Hause noch in der Schule entwickelt und gipflegt. Die auffallendste Verkehrtheit in der Lebensweise unserer Frauen ist jedenfalls die, daß sie viel fitzen und fich wenig Bewegung machen. Ja den intelligenten Kreisen DentialandS fitzt die Fran nicht — wie in Ungarn — TagS über am Gassenfenster, eine unnütze Stickerei in ber Hanb und ein Gähnen auf ben Sippen, sondern ist im Haushalt beschäftigt, schaltet nnb waltet nnb — rührt fich. Wir wisse» bieS nicht um aus Erfahrung, sondern auch an* ben Angaben der Statistik. In ben reichsten Städte» nnb Familien Deutschlands werden nicht so viel auswaitende Dienstl ute gehalten, wie in Budapest von ungarischen Frauen. Wo giebt eS bet uns Bildet, Ballspiel, LawutenriyS für Tarnen, wie in England? Die englischen Eltern führen ihre heran- letfenben Stäbchen auf Reisen, hinaus aus bie schneebedeckten Gipfel ber Schweizer berge, damit sie fich kräftigen. Auch bei unS führt man die Mädchen in Badeorte, aber nur des BalleS wegen, um sie sobald wie möglich unter die Haube zu bringen. Eine andere grrße Verkehrtheit in der L benSweise junger Mädchen nnd Frauen ist, daß sie sich nicht in entsprechender Weise nähre». ES genieit sie, sich satt zu effen, einen gesunden Schluck zu thnn, — vor lauter Zartheit und Noblesse nähren sie fich mangelhaft, greifen nur nach Näschereien und habe»
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quattal-AbonnemeriiS Preis bei der Expedition 2*/t Mk-, bei den Postämtern 2 Mk. 60 Pfg. (extl. Bestellgeld). JnsettionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Caffel, Magdeburg n. Wien; Rudolf YYTV Moffe tn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. 8. 441 ’" ouwJ>'
Daube u. To- in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Zustimmung verweigerte. — In London sand die Vermählung der Prinzessin Louise von Wales mit bem Grafen Fise statt, ben bie Königin zum Herzog erhoben hat. — Einen kleinen republikanischen Putsch hat es nach längerer Pause wieder in Spanien gegeben. Der mehrere hundett Mann starke Hausen Aufständischer wurde von den regulären Truppen aber schnell zersprengt.
Am Körper des „kranken Mannes" macht sich wieder einmal eine wunde Stelle bemerkbar. Auf der Insel Kreta ist es nun doch zu einem blutigen Ausstande eines Teils der christlichen Bevölkerung gegen die türkische Herrschaft gekommen Wiederholte Zusammenstöße haben stattgefunden und die Türkei hat die Zahl ihrer Truppen erheblich verstärkt. Insgeheim wird der Aufstand von Griechen geschürt, wenn auch die griechische Regierung streng Wache halten läßt, daß ihre Unterthemen sich in den Kampf nicht einmischen. — Exkönig Milan von Serbien ist noch in Belgrad. Er beansprucht das faktische Oberkommando über die serbische Armee, aber hiervon wollen die radikalen Minister nichts wiffen, da sie bann vollständig in Milans Hand wären. Im übrigen scheint in Serbien ungestörte Ruhe zu herrschen.
Deutsches Reich.
Berlin, 2. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt anläßlich des Besuches Kaiser Wilhelms in England: Heute nachmittag landet Kaiser Wilhelm an der Küste des besreundeten England. Die Blätter haben von den festlichen Vorbereitungen berichtet, welche daselbst zum Empfange unseres Kaisers ge- ttoffen find. Es bekundet sich in denselben die Sympathie, welche das stammverwandte Volk dem Herrscher entgegenbringt, der, an der Spitze ber deutschen Nation, unermüdlich im Dienste des Friedens seines hohen Amtes waltet. Soeben zurückgekehrt von seiner Nordlandsreise, welche ihm die gewünschte Erholung nnb Stärkung gebracht, unternimmt Kaiser Wilhelm, begleitet von einer stattlichen Flotte, aufs neue eine Meerfahrt nach ben Gestaden Großbritanniens, deffen erhabenes Herrscherhaus ihm so nahe verwandt und befreundet ist. Zum erstenmale 6e- tritt ein deutscher Kaiser das Jnselreich und zum eistenmale erscheint ein so ansehnliches deutsches Geschwader in britischen Gewässern. Dieses geschichtliche Ereignis ist wohl geeignet, beiden Nationen zum Bewußtsein zu bringen, welche Kräfte sie in den Dienst der großen Kulturaufgaben stellen, die sie in unserem Weltteile wie in den fernsten Gegenden der
und Unterrichtes der Mädche» zu schreibe»! Die Schule vermag tn der Seele der garten organisierten Fra», die fich in ihrer Schwäche und ans Mangel an Selbständigkeit leichter in daS Gehörte hineindenkt, demselben auch leicht unterwirft, in geistiger und pfyfischer Beziehung viel eher einen Schaden anzurichte», als tn bem wiberstanbSfähiger organisiert'» Knaben, dessen stärkere, erwägende nnb »rteilenbe Seele eine selbständigcre Entwicklung zuläßt. Die Hygiene der Mädchenschule ist »och nicht genügend erforscht und beschrieben, und ich fürchte, daß im Schulstudium der Mädchen heut zu Tage »och i» viel größerem Maße das Weib angegriffen wild, als im Schnl- stndinm der Knabe» der Maar. Das Mädchen, das ja auch z» Hanfe nnr tn der Stube hockt, wird nun auch in der Schule dazu verdammt. Sie zwängt fich mit ihre» btt len Röcken in die enge Schulbank, fitzt dort recht nachlässig, nnteischlägt gelegentlich die Beine, und bald wird — abgsehen von anderen sanitäre» Uebelständen — die Hüfte schief. Mao braucht nur die Dame» auf den fashionable» Promenade» großer Städte zu beobachte» und wird — wo die Kunst deS Schneiders nicht täuscht — genug schiefe Hüften bewelken. Bet der Landbevölkernug läßt fich allerdings eine solche Krümmung nickt wahrnchmen! Und diese geringe Verschiebung ist von großer Bedeutung — nicht etwa darum, weil fie die weibliche Schönheit entstellt, a!S vielmehr dämm» weil fie eine emsti Gefahr für die künftiae Mutter in fich birgt. Die Mädchen verfolgen in der Schule mit ungern öhn- liä-km Jntereffe bie Geschichte, die H-lbenfage, die Geographie, die Beschreibung der reizenden Bunt hetten ber Natur. Ob aber diese Menge von Studium nnb Wissenschaft nicht möglicherweise tn ber Seele des Mädchens argen Schaben anrichtet ohne ber zukünftigen Mutter auch nnr im geringsten von Nutzen zu feto ? Ob fie nicht etwa im Mädchen romantische Neigungen nnb ein nngesunbeS V r- langen nach Reisen, Zerstreuungen oder die Sucht,