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Marburg,

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JI2 178.

Donnerstag, 1. August 1889.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf YYTV Qrtfirrtfttlft

Moffe m Frankfurt a. M., Berlm, München u. «öln; G. L. AA1' xJU17toUUl>e

Daubemeo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2'/. Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg

MOM 3iilinh|.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Truck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

ZinS- Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und flto***1t**e»* Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS

Bestellungen für die Monate August

-- - ib September nehmen auf die

* Nerheffische Zeitnxg

nebst

Ureisblatt

der

die Kreise Marburg «ad Kirchhai«

und

sichen.

ntliche Postanstalten, unsere Agentur in rchHain, sowie für hiesige Stadt un- e Expedition entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

trüb! und

sll«ftriertes So««tagsblatt

Deutsches Keich.

I Berlin, 30. Juli. Der Kaiser hat mittels verhöchsten Erlasses vom 15. Juli d. Js. dem ilagsbuchhändler Otto Mühlbrecht in Berlin in iner Eigenschast als Mitglied des Königl. Preuß. Nerarischen Sachverständigen - Vereins den Roten jer - Orden IV. Klasse verliehen. Der Chef

rofjem 1 Generalstabes der Armee, Graf Waldersee, hat steht i einen Urlaub angetreten und wird erst zur 4298 bte August, zur Zeit der Anwesenheit des Kaisers fcnj Joseph nach Berlin zurückkehren. Gegenwärtig j ät derselbe m Luzern. Aus einer kürzlich nach : t©tat. Korresp." mitgeteilten Uebersicht über

1 ! Gesamtzahl der Studierenden ergab sich, daß gach »Besuch der Hochschulen im Deutschen Reiche i I 1869 bis 1888 regelmäßig und zwar rund um

'/, Prozent gestiegen ist, und daß die in Be 2400 h«ng zur Volkszahl gesetzte Zunahme auch noch 1 fProzent erreicht. Wenn dies von der Gesamt- i it der Hochschulbevölkerung gilt, so zeigen die ein- i »en Gruppen der Hochschulen mancherlei Ab-

»chungen hiervon. Die 22 Universitäten (Münster i id Braunsberg eingeschlosien), welchen etwa 85

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»iecn und vollends zu den 5 tierärztlichen Hoch

ti; aber doch immer noch 48 Prozent betragend,

i wzent der gesamten akademischen Jugend ange- ten, haben anstelle von je 100 Studenten des t beit 1869 heute deren 212. Größer als zu den 'N be» liversitäten ist der Zufluß zu den drei Bergaka-

«üen gewesen; anstelle von je 100 Studierenden igent,- » Jahres 1869 standen 1888 deren 238 bei den Inen und sogar 360 bei den letzteren. Nicht so

lauer, V sich die Zunahme der Forstakademiker. Anders

(Nachdruck verboten.!

» Marie v. Zobel und A. I. Groß v. Trockau.

(Schluß)

90

ontag t bet ivener , den- abzu' 5205

gen- »

traße.

! itigen Tone zurück. 3hm nahm ich rasch die W71* falbe vom Gesicht, legte sie auf Ottos Schultern 106*/» ib blickte ihm fest tu die Auge», zwischen welche 1 eine tiefe Falte gezogen hatte.

ICXr/l 102»/,

,8im sagst Du? Nein!* rief ich, reich bin

I, Otto, reicher heute deuu je zuvor. .,3a*, fuhr 791/* h lächelnd fort, als er erstaunt zu mir »iederblickte, 86il Hätte rasch die böstu Falte» auf Seiner Stirne lOPfo *b höre, was ich Dir zu vertrauen habe. Das was ;c3'/i 6 einst für Moritz zu fühle» glaubte, war nur eine 7S'l»W»rahuuog des Glückes, deffeu Erfüllung wir in 82*/i raem Anderen erblüte. Die echte, wahre Liede lag ö4'*M vor mir, Du, meiu einzig geliebter Mau»,

<ht bist der Schatz, de» ich gefnudea habe.'

Mit stummer, Htfinniger Wonne fchaMe er zu Rr nieder, legte die Arme nm meine« HalS und

Am nächste» Marge» war RederuS Auftrag be­bet. Wir »ahme» eine» kurzen, raschen Abschied. Hf Wiedersehen", sagte ich leise als l tzteS Wort, t zog »eine Hand an feine Lippe» und hauchte Bun verständlich: .Vielleicht I"

Otto begleitete ihn hinab, und nachdem sich die hüte hinter de» Männern geschloffen hatte, schlug i beide Hände vor die über quellenden Augen. So Id mich mein Gatte, als er nach wenigen Augen- Iden zurückkehrte. .Armer Moritz!" sagte ich, ohne t Stellung zu verändern.

.Arme Elma!" gab wir Otto in ernstem, weh.

Ver«tt«st ««d Liebe.

3. Aus dem Briefwechsel zweier jungen Frauen.

331*/»

I9Ä» As wich so fest an feine Brust, daß ich da» laute 104** «rmische Poche» feines Herzens vernahm. Endlich 103 Hetzer der Sprache mächtig, sagte er: .Bergieb, 100*4» Awa, men» Du iS vermagst, daß nur ein Funke 103 Eifersucht i» meinem Herzen Raum gefunden Mt, und vergied auch, wen» ich nicht genügend in

sieht es mit dem Besuche der technischen Hochschulen (Polytechniken) aus. Auf den 9 Anstalten dieser Art im Deutschen Reiche befanden sich 1888 1,40

Prozent weniger Studierende als 1869. Im einzelnen zählten Siredierende

1869

1872 1875 1880 1885

22 Universitäten

1888

13 674

15 201 16726 21210 27 265

9 technische Hochschulen

29 057

2 928

4163 5 449 3 377 2 549

4 Forstakademieen

2 887

261

317 269 394 394

3 Bergakademieen

386

144

168 264 262 344

5 tierärztliche Hochschulen

343

267

271 284 436 735

4 landwirtschaftliche Hochschulen

962

357

298 269 353 468

483

Der Finanzminister macht bekannt, daß der auf Grund lex Huene an die Kommunalverbände zu überweisende Betrag der Getreide- und Vieh­zölle für 1888/89 auf Mk. 29 585 255 festgesetzt worden ist.

In Bezug auf die Voraussetzungen, unter welchen eine Verwendung des Etatsfonds zu Bei­hilfen für unvermögende Schulverbände behufs Auf­bringung des von letzteren zu leistenden Teiles der Lehrerpension zulässig ist, hat sich der Kultusminister in einer längeren Verfügung ausgesprochen, der wir folgendes entnehmen. Zur Gewährung einer Staats- beihilse zur Aufbringung der Pensionen von Lehrern an Volksschulen stehen besondere Fonds überhaupt nicht zur Verfügung. In der Regel wird es zur Aufbringung einer solchen Pension, außer dem gesetz­lichen Staatsbeitrage bis zur Höhe von jährlich 600 Mk. einer weiteren Unterstützung der Ver­pflichteten nicht bedürfen. Sonach ist grundsätzlich daran festzuhalten, daß die Schulverbände ihren Anteil an der gedachten Pension aus eigenen Mitteln zu decken haben. Wenn aber in einzelnen Fällen ein Schulverband erweislich durch Ausbringung seines Anteils an der Lehrerpension unfähig werden sollte, die Besoldung des im Amte stehenden Lehrers zu sichern, so ist zu diesem Zwecke helfend einzutreten, oder wenn unerachtet der Erleichterung, welche einem Schulverbande infolge der Gesetze vom 14. Juni v. I. und 31. März d. I. zuteil wird, die Lehrerbesoldung ohnehin schon ganz mittels einer Staatsbeihilse hat gesichert werden müffen, so ist unter Darlegung des Sachverhaltes und Begründung des Bedürfniffes die Genehmigung des Kultusministers dazu nachzusuchen,

Worten Dir sage, wie sehr Deine Liebe mich be­glückt und beseligt. D» weißt ja, baß ich eS nicht lann.'

Wozu hätte 'S noch der Worte bedurft, liebe Doris, um mich zu Überzeugen? Lag doch in feine« 8«flen eine Fülle von Dankbarkeit und Zärtlichkeit, der Abalanz einer Glückseligkeit, die erhaben ist über jede« Zweifel.

Noch stürmt es in der Welt, nnd noch soll der lang ersehnte Friede nickt werde«. Bei nvS aber herrscht, Gott fei eS gedankt, Ruhe, and waS immer komme« möge, ich weiß, daß eS am Frieden nuferer Häuslichkeit nicht zu rütteln vermag.

Denn Liebe und Vertrauen find in meinem Herzen eingekehrt, und nichts wird je mehr im Stande fein, sie zu verdrängen anS dem Herze» .

Seiner Elma.

*

Brief 15. Doris an Elma.

Schloß v., am 14. Januar 1872.

Fast zwei Jahre hat meine sonst so redselige Feder Dir geschwiegen, ohne daß deshalb meine Freund- schäft an Innigkeit verloren hätte.

Ich war mir selbst nicht klar in dieser Zeit nutz vermied eS daher, selbst Dir, meine liebe Elma, einen Einblick in meine Seele zu gewähren 1 Nun aber ist eS klar geworden in mir, ich habe endlich erkannt, daß eS auch für mich noch ein Glück geben lann, nnb jetzt drängt eS mich, anch Dir meine Seligkeit mitzuteile«.

So laß Dir denn die Nachricht verkünde», die mir in der Feder brennt nnb für welche ich Deine frenndschaftltche Teilnahme in Anspruch nehme: ich bin seit drei Tagen des treuen Walter glückliche Brant.

Wie die» alles gekommen, wirst Du mich fragen? Ja, liebe Freundin, wie eS gekommen, da« weiß ich wohl selbst nicht zu sage«! Ich bin mir nur bewußt, daß seit Monaten schon Walter» Rat nnb Walter« Teilnahme mir unentbehrlich geworben waren l Um

baß zur Bestreitung der Schulunterhaltungskosten eine Beihilfe gewährt werde.

Wilhelmshaven, 29. Juli. Ihre Majestät die Kaiserin traf, wie schon gemeldet, gestern abend 9 Uhr 40 Min. mittelst Extrazuges hier ein. Der Zug fuhr langsam vom Bahnbof über den elektrisch beleuchteten Wilhelmsplatz auf die kaiserliche Werft. Zu beiden Seiten des Geleises auf dem Wilhelms- Platz hatten sich sämtliche Vereine und Korporationen mit Fackeln aufgestellt und begrüßten Ihre Majestät durch freudige Hurrahs, in welche sich die Jubelrufe der Menge mischten. Die Kaiserin dankte huldvollst nach beiden Seiten des hellerleuchteten Salonwagens. Als Ihre Majestät dem Sonderzuge, welcher un­mittelbar vor der kaiserlichen Yacht auf der Werft hielt, entstieg, wurde sie von dem kommandierenden Admiral, Frhr. v. d. Goltz, Vizeadmiral Paschen, Chef des Manövergeschwaders, Vizeadmiral v. Kall, Chef des Schulgeschwaders, Kontreadmiral Hollmann, Staatssekretär Kontreadmiral Heusner empfangen. Ihre Majestät begab sich hierauf an Bord der Yacht Hohenzollern" und übernachtete daselbst. Heute früh um 9 Uhr wurde den Majestäten von der Kapelle der 2. Matrosendivision eine Morgenmusik gebracht. Um 10 Uhr begaben sich die Majestäten nach dem Staiionschefgebäude, woselbst die Nagelung der Fahne des 2. Seebataillons stattfand. Zeugen des feierlichen Aktes waren Se. königl. Hoheit Prinz Heinrich, der Herzog von Mecklenburg, die Suite Sr. Majestät, die Admirale und Stabsoffiziere. Kurz nach 12 Uhr erfolgte die feierliche Weihe der neuen Fahne auf dem Adalbertsplatz; auf der West­seite desselben war der Altar errichtet, welcher durch eine rote Sammetdecke mit rotem Kreuz überdeckt war, das Zeltdach desselben bildete die Flagge des kommandierenden Admirals, die äußeren Setten waren durch Flaggen und Grün dekoriert. Um den Altar hatten sich in zwei Halbkreisen sämtliche Offiziere der Garnison gruppiert, neben dem Altar die Damen der Offiziere und geladenen Gäste; die Offiziere trugen Galauniform. An der Nordseite der Adal- bertstraße tour das 2. Seebataillon in Zügen auf­marschiert, die Uniform der Mannschaften war blauer Rock, Czacko mit Federbusch und weiße Hosen, die Offiziere trugen blaue Hosen mit breitem Goldstreifen. Um 12 Uhr 15 Min. erschienen die Majestäten. Der Kaiser nahm zunächst die Parade über das Bataillon ab und musterte genau die Richtung der einzelnen Glieder. Die Mannschaften brachten dem Kaiser, während die Spielleute den Präsentiermarsch und die Nationalhymne intonierten, ein Hurrah.

willkürlich sah ich alle» mit feinen Äugen, strebte ich «ach feiner Zustimmung, hing an dem Blicke feiner Angen und la» jeden feiner Gedanken ihm von der Stirne.

So konnte e» nicht «»»bleiben, daß ich gewahr wurde, wie fett» treue» Herz noch immer in tiefer, ttlbßlofer Liebe mir ergeben blieb, und bald gestand ich mir f löst, daß diese» Bewußtsein mich innig beglückte, ja, daß ohne Walters Liebe mein Leben mir fortan eine traurige O-de fein würde. Mir war, als müßte Walter e» ans meinen Ängen lefen, baß ich besiegt war, daß das übermütige Mädchen bau ehemal», das feine Huldigungen wie einen schuldigen, aber wertlosen Tribut angenommen hatte, ihm 0t-n tote »ine Magd dienen würde.

Täglich hoffte ich, von ihm da» Wort zu hören, da» be» Bann lösen mußte, der u«S noch getrennt hielt- allein er sprach e« nicht! Seine Wange« wurde» bleich nnb feine Blicke trübe vom inneren Kaupse, aber er sprach nicht nnb ich frag an, ihm darob ernstlich z» grollen, so daß nnfer schöne« Verhält»!» eine traurige Veränderung erlitt. Wir miede» »«» »»» ebenso forgfältig, als wir »«« vor- dem gesucht hatten, nnb begegneten nnS gegenseitig im Familienkreise mit erzwungener Kälte.

Ach. ich »ar recht elenb in dieser Zeit, Hebe Elma, nnb »einte manche heimliche Thräue, ffl; welche mein Stolz mich peinigte. WaS sollte ich weinen und mich grämen, wenn Walter jetzt meine frühere Kälte an mir rächte? Nein, ich durste ihm nicht zeigen, wa» er mir geworden, er sollte seiner Rache nicht froh werden! So quälte ich mich selbst mit bitteren Gedanken nnb klagte de» Himmel an, der für mich nur Leid nnb Weh zu hab-u schien.

Da, eine» Tage», kurz nach Weihnachten, trat Waller reisefertig in meine Stube. .Doris', sprach er mit mühsam erheuchelter Ruhe, .ich komme, uw Abschieb zu nehme»; ich werde ein Jahr auf Reisen gehen."

Da» Buch, in dem ich gelesen hatte, entsank

Die Kaiserin, begleitet von Frau Vizeadmiral Paschen, zwei Hofdamen, sowie dem Prinzen Heinrich, schritt langsam zum Altar, woselbst Stühle aufgestellt waren, welche die hohe Frau jedoch nicht benutzte. Die Kaiserin trug ein olioengrünes Sammetkleid mit Goldstickerei, der. Kaiser die Uniform des See­bataillons und das breite Orangeband des Schwarzen Adlerordens. Die Suite des Kaisers nahm an der rechten Seite des Altars Aufstellung. Se. Majestät ttat hierauf vor die Front des Bataillons und hielt eine kurze schneidige Ansprache an dasselbe, des In­halts, daß mit dem Wachsen der Marine seit den 10er Jahren auch das Seebataillon eine Vermehrung erfahren habe und jetzt zu einem größeren selbststän­digen Truppenteil heran gewachsen sei. Er sei bereits durch seinen hochselige» Großvater in intime Beziehungen zu dem Seebataillon getteten und freue sich, dem neuformierten 2. Bataillon heute eine Fahne verleihen zu können, welche der Truppenteil hoch in Ehren halten solle. Hierauf trat der Chef de« 2. Seebataillons, Major Gresser, begleitet von den Leutnants v. Ende und v. Esch, welche zu beiden Seiten gingen, mit der neuen Fahne aus dem Portal des Stationschefgebäudes und schritt zum Altar, wo­selbst aus einen Wink des Kaisers die Fahne einem Unteroffizier übergeben wurde und die beiden Offiziere nach ihren Zügen marschierten. Jetzt betrat Marine- Oberpfarrer Langheld die Kanzel und segnete in kurzer feierlicher Rede die neue Fahne ein. Nach Beendigung dieses feierlichen Aktes erfolgte der Parademarsch dcS Seebataillons in Zügen mit auf» gepflanzten Seitengewehren vor den Majestäten. Boran schritt der kommandierende Admiral Frhr. v. d. Goltz, ihm folgte der Vizeadmiral Paschen, dann der In­spekteur der Marineinfanterie, Oberst v. RoqueS, und endlich der Kommandeur des Bataillons, Major Greffer. Se. Majestät schien sichtlich zufrieden mit der strammen Haltung der Mannschaften und drückte nach Beendigung des Parademarsches den Admiralen, namentlich aber dem Oberst v. Roques und dem Major Greffer seinen persönlichen Dank aus. Kurz daraus verabschiedeten sich die Majestäten von den anwesenden Offizieren und begaben sich nach dem Staiwnschefgebäude zurück. Der Kaiser fuhr gegen 2 Uhr zum Offizierkasino, während Ihre Majestät im Stattonschefgebäude verblieb. Die hohe Frau zeigte sich wiederholt am Fenster und entsprach damit einem herzlichen Wunsche der zahllos harrenden Menge. Das heute um 3 Uhr angesetzte Schwimm- fcst ist in letzter Stunde abgesagt und findet morgen nachmittag statt; an den Kais hatte sich bereits eine

meinen Händen; ich zitterte nnd meine weißen Lippen vermolbte» kaum zu stammel«: ,Dn gehst Walter? Wohio? Warum?"

Er sah mich mit feinen großen, traurigen Angen an: .Du fragst noch, Doris? Weil ich hier nicht bleiben kann."

Er wandte sich «ach diesen Worten ab »nd trat zum Fenster; mein Herz klopfte zum Zerspringe«; ich tonfite, jetzt war die Stunde gekommen! Wen» Walter jetzt ging, war er mir auf immer verloren!

Eine minutenlange Pause war cinge treten, nach der Waller wieder vom Fenster zurücktrat, mir beide Hände reichte nnb mit zitternder Stimme sagte: .Lebe wohl, Doris, Gott schütze Dich!"

Da hielt ich mich nicht länger! All mein Stolz schmolz dahin in dem Schmerz dieser Stunde! Laut aufrotinenb, warf ich mich an Walters Brust, schlang meine Arme ihm fist nm be« Hais nnb schluchzte mehr als ich sprach: .Sei nicht grausam, Waller! Geh' nicht von mit! Ich kann ohne Dich nicht lebe»!'

.Doris! Doris! brach e» da wie heller Jabel von feinen Lpp-n: ,Wa» meinst Du dawii?"

Ich lag noch immer leife weinend an feinem Herzen, und als er jetzt mein Antlitz in beide Hände »ahm und mir tief in die Augen blickte, stammelle ich unter Thräne« und Erröten: .WaS ich damit meine, Walter? Daß ich ein thörtchteS Mädchen gewesen, als ich vor Jahren den Schatz nicht haben wollte, de» D» mir geboten nnd daß Da Dich j tzt grausam au mir rächen kannst, wenn Du willst!'

Ich machte mich nach diesen Worten leise von ihm loS und stand nun vor ihm erglühend und mit gesenkten Augen, tote ein gescholtenes Kind! Er aber schloß mich auf» Nue mit einem 3ubeiruf in f. ine Arme und erstickte mich fast unter feinen Süssen I

Da» war meine Verlobung mit Walter!

Al» toll dann Hand in Hand vor die Ellern traten, nm deren Segen zu erbitten, und mein Vater mich staunend fragte: «Aber, Dori», mein Kind! Sie ist die» alle» so schnell gekommen?", da blickte