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Deutsches Reich.

Berlin, 29. Juli. Während der Inspektion -er mobilisierten Flotte bei Spithead am 3. Aug. werden sich der Kaiser Wilhelm, der Prinz ton Wales, Prinz Heinrich von Preußen und die übrigen Mitglieder der königlichen Familie an Bord der königl. JachtViktoria und Albert" befinden. Auch die Lords der Admiralität werden während der Revue an Bord der königlichen Jacht sein. Der königl. Dacht werden in gemesiener Entfernung folgen: die königl. JachtAlberta", die Admirali- tätS-DachtenEnchantteß" undElfin", die Truppen- fchiffeTamar" (mit dem diplomatischen Korps), EuphrateS" (mit den Mitgliedern des Oberhauses) undSerapis" (mit den Mitgliedern des Hauses -er Gemeinen). Den Beschluß des königl. Ge­schwaders wird ein Schiff mit dem Lordmayor und den Mitgliedern der Korporation von London an Bord bilden. Die Herrschaften werden sich am Trinity Pier in Ost - Cowes einschiffen und in Osborne Bai am Privat-Pier der Königin landen. Eine der Folgen der jüngsten Reise des Landwirt­schaftsministers Freiherrn v. Lucius durch das schlesische Ueberschwemmungsgebiet dürfte die Be­schleunigung der längst in Aussicht genommenen Kanalisierung der oberen Oder sein. Dazu wird es allerdings zuvor einer Abänderung des Gesetzes vom 6. Juni 1888, betreffend die Verbefferung der Oder und Spree, bedürfen. Trotzdem nämlich die Grunderwerbskosten für die Kanalisierung der Oder längst ausgebracht sind, kann dieses Werk doch nicht in Angriff genommen werden, weil die in jenem Gesetz vorgeschrrebene Bürgschaft für etwa ent stehende Mehrkosten vom schlesischen Provinzialland­tage kürzlich abgelehnt worden ist. Diese unter den obwaltenden Umständen kaum erfüllbare Klausel wird voraussichtlich in der nächsten Tagung des Land­tages durch Antrag der Regierung beseitigt werden. Rach einem Beschlüsse der vom Magistrat einge­setzten Subkommission sollen, wenn möglich, noch im laufenden Jahre auf öffentlichen Plätzen Normal- Uhren nach dem Meyrhoferschen System aufgestellt werden, und zwar zunächst etwa 15; wenn diese sich bewähren, soll eine Vermehrung derselben er­folge». Nach einem unter Leitung des Direktors der königlichen Sternwarte, Profeffor Foerster, ent­standenen und mit seinen Vorschlägen versehenen Gutachten des Dr. Leman empfiehlt sich das von Meyrhofer ausgebildete System der Uhren für die Ausführung Hierselbst besonders. Das System be­ruht bekanntlich darauf, daß die einzelnen Uhren mit selbständigen Gangwerken versehen sind und in bestimmten Zwischenräumen von der Zentralstelle aus auf elektrischem Wege in ihrem Gange kontrol­liert und reguliert werden, so daß dieselben richtige Zeit mit Abweichungen von höchstens einer halben Minute anzeigen. Verbunden mit dieser Kontroll- Einrichtung kann werden eine Einrichtung zum selbstthätigen Aufziehen, sowie zur besonderen Regu­lierung einer größeren Anzahl räumlich nicht zu weit von einander entfernter Uhren mittelst An­schluffes der Einrichtung an die städtische Wasser­leitung. Es bedurfte also für ein über die Stadt verbreitetes System derartiger Uhren eines ent­sprechenden telegraphischen Netzes. Die Bedenken, welche sich der Herstellung eines solchen besonderen Netzes entgegenstellten, hat Meyrhofer dadurch zu beseitigen vermocht, daß er mit der kaiserlichen Tele­graphenverwaltung einen Vertrag geschlossen hat, wodurch ihm die Benutzung der Telephonanlagen für die Kontrolle des Ganges der Uhren gestattet ist. Es ist ihm somit gegenwärtig möglich, im ganzen Stadtgebiete, soweit in demselben das Tele­phonnetz verbreitet ist, Uhren mit elektrischer Kon­trolle ihres Ganges zu errichten, und dieselben mit einer selbstthätigen Aufzugseinrichtung zu versehen überall da, wo ein Anschluß an die städtische Wasser­leitung möglich fft. Für den Betrieb der Uhren auf öffentlichen Straßen und Plätzen ist also nur die Herstellung einer elektrischen Leitung bis zu der nächsüiegenden Telegraphenanlage und eines An­schlusses an die städtische Wasserleitung mittelst eines etwa 20 Millimeter starken Rohres, sowie ent­sprechender etwa 40 Millimeter weiten Ableitung des verbrauchten Wassers in die Entwässerungsan­lagen erforderlich. Der Wasserverbrauch tritt nur im Moment des Aufziehens der Uhren ein und beträgt nur wenige Liter. Für die Beleuchtung der Uhren ist Gaslicht zu verwenden; auch ist bei frei auf Straßen oder Plätzen stehenden Kandelaber- Uhren, bei welchen sich das Aufzugswerk im Sockel befindet, bei Winterzeit innerhalb desselben eine kleine Flamme dauernd zu erhalten, um das Ein- friere» des Auszugswerkes zu verhindern.

Die lebensgefährliche Erkrankung des Onkels des Kaisers von Rußland kann leider wie einem hiesigen Börsenblatt gemeldet wird, im Augenblick als eine in mehrfacher Hinsicht beklagenswerte That- sache aufgefaßt werden, da durch sie eine unberechen­bare Verspätung des Besuches deS Zaren in Berlin eintreten könnte. Offiziösen Nachrichten aus Kopenhagen zufolge, wird der Zar auf derDershawa" nach Stettin segeln und den Kaiser Wilhelm in Berlin am 24. August besuchen. Von Berlin reist der Zar über Stettin nach Kopenhagen. Ob diese Angaben mehr Wert beanspruchen dürfen, als die früheren über die Reisepläne des Zaren, muß dahingestellt bleiben. Im allgemeinen geht allerdings die Annahme der Blätter dahin, daß der Zar den Kaiser um die angegebene Zeit in Berlin antreffen werde. Dem Wiener Fremdenblatt wird von

Ihrer berichtet, daß der Reichskanzler Fürst v. Bismarck beabsichtige, alsbald nach der Abreise des Kaiser- Franz Joses von Berlin sich zum Kurgebrauch nach Kissingen zu begeben. Der italienische Minister­präsident Crispi wird, tote verlautet, einer Einladung deS Fürsten BiSmarck folgend, diesen Anfang September in Friedricksruh besuchen. Wie der Voss. Ztg." aus Zanzibar depeschiert wird, setzt Wißmann eine Belohnung von zweitausend Rupien auf den Kopf Buschiris aus. Leutnant Giese meldet, Buschin habe fernen Gefährten Nielsen mit eigener Hand getötet. Von den Missionaren in Mpwapwa ist seit der Abreise Gieses keine Nachricht einge­laufen. Das Urteil in Sachen des Petersschen DampfersNeera" wird binnen Wochenfrist gefällt werden. Wie derPost" aus Braunschweig ge­meldet wird, hat sich Oberst Freiherr von Secken- dorff, früher des Herzogs General-Adjutant, erschossen. Als Grund wird Melancholie angegeben.

Wilhelmshaven, 29. Juli. Die Kaiserin traf mittelst Sonderzuges gestern abends 9Vi Uhr hier ein und begab sich sogleich an Bord desHohen- zollern." Zur Begrüßung der Kaiserin hatten sich die hiesigen Korporationen und Vereine mit Fackeln auf dem Wilhelmsplatze aufgestellt. Die feierliche Nagelung der neuen Fahne des zweiten Seebataillons sand heute vormittag im Gebäude des Stations­hofes in Anwesenheit der Majestäten, des Prinzen Heinrich, der Admiralität und vieler hohen Offiziere statt. Die Einsegnung erfolgte um 12 Uhr auf dem Adalbertplatz. Dem für den Nachmittag um 3 Uhr in Aussicht genommenen Schwimmfeste im Hafenbassin wohnen die Majestäten an Bord des Mars" bei.

Karlsruhe, 29. Juli. Das Befinden deS Erb- großherzogs ist besser. Die vergangene Nacht war gut. Infolge der fortschreitenden Lösung des Katarrhs ist der Husten mit reichlichem Auswurfe verbunden. Die Temperatur ist nahezu normal und der Kräftezustand sehr beftiedigend.

München, 29. Juli. Der Festzug der Turner dauerte zwei Stunden und verlief ohne Störung. Von 21000 hier anwesenden Turnern beteiligten sich 12 000. Das Wetter ist das'günstigste. Etwa 1000 Fahnen, 20 Musikkorps, 2 Prachtfestwagen, sowie antike Römergespanne und Kostümgruppen aus der Turngeschichte wurden in dem Zuge bemerkt. Beim Vorbeimärsche am Residenzschlosse wurden dem an einem Parterrefenster stehenden Prinz­regenten, sowie dem gesamten Königshause jubelnde Huldigungen dargebracht. Die Festzugsstraße ent­lang standen hunderttausende von jubelnden Zu­schauern, welche den Turnern vielfach Blumen und Kränze warfen.

A«slattd.

Wien, 28. Juli. Der offizielle Saatenstands­und Erntebericht konstatiert pro 1889 für den weitaus größeren Teil von Galizien und fast ganz Schlesien ein vollständiges Mißjahr, für den größeren Teil von Böhmen und Mähren ein ungünstiges ober minder günstiges Jahr; dagegen für Tyrol ein zum gesegnetsten Teil des Dezenniums gehörendes Er­gebnis. Die übrigen Alpen- und die Karstländer dürften es als ein gutes Jahr betrachten. Die Rapsernte ist ungünstig und unter der Hälfte einer Durchschnittsernte. Die Zuckerrübe zeigt einen größtenteils befriedigenden Stand. Hopfen läßt in Steiermark eine gute, in Böhmen eine mittlere, in Galizien eine schwachmittlere bis schlechte Ernte er­warten.

Rom, 29. Juli. DieAgenzia Stefanie" meldet aus Massauah: Debeb, welcher auf eigene Faust in die Provinz Tigreh vorrückte und in Makalla mit Rasmann Pascha eine Zusammenkunft angenommen hatte, soll durch denselben verraten und gefangen genommen worden fein. In dem entstandenen Kampfe soll Ras Alula getötet oder verwundet worden fein. Die Mehrzahl der Soldaten Debebs sei zu Menelik übergegangen. In der Provinz Tigreh bestanden zwischen den obersten Befehlshabern und den Verwaltern große Mißhelligkeiten. In Asmara und den übrigen Teilen Abessiniens herrsche Ruhe.

Paris, 29. Juli. Es sind bis jetzt 1300 Wahlergebnisse bekannt. Die Republikaner haben 54 Sitze gewonnen und ebensoviel verloren. Die Kon­servativen haben etwa 20 Sitze gewonnen. Bou­langer ist nur in zwölf Kantonen gewählt, u. a. in Bordeau, Amiens, Tours, Rennes Nancy und Bou- logne; unterlegen ist er dagegen z. B. in Marseille, Lille, Montpellier, Toulouse, Sens, Bourges, Reims, Rouen, Havre, Clermont-Ferrand, Caen, Troyes, Orleans und Besantzon. In mehreren Kantonen kommt er in die Stichwahl. Bemerkenswert ist seine Niederlage in den Departements Nord, Eisne, Cha­rente inferieure und Dordogne, wo er bei den De­putiertenwahlen gesiegt hatte. Wilson ist unterlegen, ebenso Le Hsrisss gegen den Royalisten De la Fasse. Bei den gestrigen Sttaßen-Kundgebungen sind 53 Personen verhaftet, von denen noch keiner ent­lassen worden ist.

Lovdo», 29. Juli. Im Unterhause erklärte Staatssekretär Fergusson, die Einwohner von Kreta hätten nicht bett Wunsch ausgesprochen, unter bri- ttschen Schutz gestellt zu werden. Das Bureau Reuter bettchtet auS Assuan, 28. Juli: Oberst Wodehouse meldet, Wad-el-Njumi habe fein Lager abgebrochen und wolle augenscheinlich nach Norden vormarschieren. General Grenfell mit dem General­stabe werde mit Sonnenaufgang nach Süden auf­

brechen, sobald die Verstärkungen von Affuan ein« getroffen feien. Grenfell verfüge über eine englische und zwei egypttsche Brigaden.

Hesse« »Nassau.

Marburg, 30. Juli. Seine Exzellenz der Herr Kultusminister Hut dem Herrn Universitäts-Musik­direktor Richard Barth dahier in Anbettacht seiner Verdienste um Förderung der Kunst das Prädikat Professor verliehen.

Marburg, 30. Juli Die diesjährigen Schieß­übungen des Jägerbataillons beginnm am 12. August. Dieselben dauern 10 Tage lang und finden, in der Gegend von Biedenkopf statt.

Die zum 1. Oktober in den Verkehr zu bringenden neuen Postwettzeichen werden zwar von der bisherigen Zeichnung nur in der Form des Adlers abweichen, in der Farbe aber sich von bett bisherigen Wertzeichen sehr unterscheiden: unver­ändert bleiben nur die 10-Pfennig- und 20-Pfennig- Marken: rot bezw. blau; die 3 - Pfennig - Marken werden in brauner, die 5-Pfennig-Marken in grünet, die 25-Pfennig-Marken in orange-, die 50 Pfennig- Marken in rotbrauner Farbe ausgeführt werden. Dem entsprechend wird auch der Marken - Aufdruck der Postkarten des inneren Verkehrs in grüner, der­jenige der Streifbänder in brauner Farbe hergestellt. Die innerdeutschen Postkatten erhalten auch dfe Auf­schrift in nur deutschen (nicht lateinischen) Schrift­zeichen.

Neukirchen b. Z., 25. Juli. Einen höchst seltenen Fund machte in Seigertshausen ein gewisser Schwerer der sogenannte Köhler. Derselbe ent­deckte nämlich beim Ausroden einer Hecke unter einem Steine etwa 100 alte gut erhaltene Münzen aus dem 16. und dem Anfänge des 17. Jahrhunderts, meistens Hessen, auch einige Oesterreicher. Der Schatz wurde wahrscheinlich zurzeit des 30jährigen Krieges dort in Sicherheit gebracht.

Cassel, 30. Juli. Die Rückkehr Ihrer Majestät der Kaiserin von Wilhelmshaven nach Schloß Wilhelmshöhe erfolgt, soweit bisher bekannt, morgen (Mittwoch) Abend. Jrn Gefolge Ihrer Majestät auf Wilhelmshöhe werden sich alsdann noch be­finden: die Hofdame Gräfin von Keller, Kammer- Herr von Mirbach (Kammerherr von der Recke kehrt nicht hierher zurück), der Militärgouverneur der Prinzen, Hauptmann von Falkenhayn und cand. theol. Keßler. Die Zimmer, welche Ihre Majestät im Schlosse bewohnt, liegen im ersten Stock des Hauptgebäudes auf der Seite nach Cassel links, die Zimmer der Prinzen parterre ebendaselbst und zum Teil in dem angrenzenden Zwischenbau.

Hünfeld, 27. Juli. Heute Nacht gegen 2 Uhr brach in einem kleinen an der Landstraße nach Burg­haun gelegenen Häuschen Feuer aus, welches so rasch um sich griff, daß auch zwei anstoßende Wohnhäuser von dem Element ergriffen und in kurzer Zeit ein­geäschert wurden. Der rasch herbeigeeilten Feuer­wehr lag unter diesen Umständen nur ob, die hinter und neben den brennenden Gebäuden stehenden Scheunen und Häuser zu retten, was ihr nach ein« stündiger Arbeit auch gelang. Von den Abgebrannten sind zwei mit ihren zu Grunde gegangenen Mobilien rc. nicht versichert und einer bei dem großen Brande vor neun Monaten schon einmal hart mitgenommen worden. Das Feuer soll durch die Unvorsichtigkeit einer alten Frau entstanden sein, welche noch glühende Kohlenasche ausgeschüttet hatte.

Battenberg, 27. Juli. Am Mittwoch Nach­mittag brannten hier 3 Ockonomiegebäude ab. Das Feuer soll durch das schon so viel Unglück herbei- gefühtte Spielen der Kinder mit Feuerzeug ent­standen sein. Möchten doch Eltern niemals ver­säumen, ihre Binder von kleinster Jugend an vor dem Berühren des Feuerzeuges streng zu warnen.

Telegraphische Depesche».

Dortmund 29. Juli. DieRhein.-Westf.Ztg." bringt folgende Nachricht über die Bergleute - Ver­sammlung:Die gestrige Versammlung sämtlicher Delegierten der Bergleute des Dortmunder Ober­bergamtsbezirkes in Gelsenkirchen wurde polizeilich aufgelöst. Bergmann Dieckmann, welcher als Dele­gierter zum Pariser Sozialistenkongreß gereist war, wurde bei seiner Rückkehr verhaftet,- in seiner Woh­nung fanden sich sozialdemottatische Schriften, welche beschlagnahmt wurden. Der zweite Delegierte zum Pariser Sozialistenkongreß, Berginvalide Eckhardt, hat in der gestrigen Delegiertenversammlung des Essener Reviers sein Amt als Vorsitzender niedergelegt.

München, 29. Juli. Der Prinzregent besuchte nachmittags 2*/t Uhr in Begleitung der hier an­wesenden Prinzen die Turnfesthalle, wo das Preis­turnen stattfand. Hierauf folgt Gesamtturnen im Freien.

München, 29. Juli. In Gegenwatt der fran­zösischen Kommission und des Regierungspräsidenten von Schwaben, v. Kopp, sind heute mittag in Unter­hausen bei Neuburg a. Donau die Gebeine Latour dAnvergnes ausgegraben worden und werden die­selben bis zur feierlichen Uebcrgabe militärisch be­wacht fein.

Rom, 29. Juli. Einer Blättermeldung zufolge geht das TorpedoschiffStromboli" zum Schutze italienischer Nationalen nach Kreta.

Paris, 29. Juli. Bis heute abend waren 1344 Wahlresultate bekannt. Gewählt sind 764 Republikaner, 419 Konservative, zwölf Mal Bou­langer, außerdem sind 149 Stichwahlen nötig. Ein Gesamttesultat aller Wahlen wird erst morgen

vorliegen.Temps" zufolge würde« die Republikaner nur im Departement Ille et Vilaine die Majorität einbüßen. Im Laufe des TageS wurden wieder mehrere Personen wegen Teilnahme an der Ent­wendung von Schriftstücke« des obersten Gerichts, Hofes verhaftet.

Chicago, 29. Juli. Durch einen am Sonn­abend Abend hier stattgehabten Sturm mit Regen von größter Heftigkeit ist sehr großer Schaden an- gerichtet worden, bei dem Einsturz eines Gebäude» wurden 8 Personen getötet.

Rniverstläts = Chronik.

Prof. Dr. Friedr. Vogt in Kiel, Germanist, wird zum Herbste einem Rufe nach Breslau Folge geben.

Prof. Dr. Friedr. Adolph Märcker ist im 85. Lebensjahre verschieden. Märcker gehötte mehr als 40 Jahre der philosophischen Fakultät der Uni­versität Berlin als Dozent an.

Litterarilches.

Der glänzende Huldigungs-Festzug, den die sächsischen Städte dem Herrscherhause aus Anlaß des 800 jährigen Regierungs-Jubiläums darbrachten, spiegelt sich in Wort und Bild wieder in dem soeben erschienenen Heft 25 desUniberfu m", Jllustritte Zeitschrift für die deutsche Familie. Die prächtigen Gruppen, die das Bild von Sachsens Geschichte in acht Jahrhunderten vor die Augen zauberten, sind in den Illustrationen trefflich wiedergegeben und finden in dem begleitenden Text von Cornelius Gurlitt eine fesselnde Besprechung der nicht das Salz des Witzes fehlt. Wertvolle Beiträge des vor­liegenden Heftes sind auch der lesenswerte Aufsatz überDie Zeitkrankheit Neurasthenie" von Dr, Lah- mann, der Artikel über diePariser Gesellschaft" aus der geistreichen Feder Eugen von Jagows. Der RomanSchwarzes Blut" von Fred Imhof hält den Leser noch weiter in Spannung, während eine neue ErzählungOle Mortensen" von Gustav Irnberg, die in Norwegen spielt, beginnt. An kleineren Bei­trägen finden sich eine Biographie Gottfried Kellers mit (Porträt), ein illustrirter Artikel von der Welt­ausstellung in Paris und eine Plauderei über die neuesten Pariser Moden. Der Bilderschmuck ist ein reicher. Außer zahlreichen in den Text gedruckten Holzschnitten bringt das Heft Kunstbeilagen nach Ge­mälden von L. Knaus, L. Blume-Siebert und A. Hertel. Preis des Heftes 50 Pf.

In der tobten Saison pflegen manche Jouruale ben lieben Lesern wohl mit minbertoertigem Füllstoff bie Zeit zu vertteiben. Unter jenen Zeit­schriften, welche biese schlechte Gewohnheit nicht in ihr Programm ausgenommen, ist rühmlichst bie Wiener Mode" hervorzuheben. Gerade die Sommcr- hefte dieses vortrefflich rebigirten Familienblattes bringen Muster erlesensten Geschmackes unb zeigen sich ähnlichen Publikationen weitaus überlegen. Wir machen besonbers auf bas eben erschienene Heft 21 aufmerksam, bas in allen Buchhanblungen für 40 Pf. einzeln erhältlich ist; benn es will uns bebünken, baß wir praktischen Hausftauen einen wirk­lichen Dienst leisten, wenn wir sie wieber unb wieber auf bieWiener Mode" Hinweisen.

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vermischtes.

Wasungen, 26. Juli. Ein Remvnte-Pferbe- ttansport in Begleitung von Straßburger Ulanen hat heute gegen 8 Uhr in ber Nähe bes Eisenbahn- dammes, auf bem Wege nach Memels, in bent Augenblicke, als ber Zug vorüberfuhr, großes Un­glück gehabt, inbem die Pferde scheu wurden, sich

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gekoppelten Pferde waren ebenfalls stark beschädigt.

Ueber Saemaschinen wird uns berichtet: Die neueste und vollkommenste Saemaschine ist un­streitig die patentierte Berolina von der A k t. - G e f.

bäumten und Reißaus zu nehmen suchten, was auch dreien davon gelang; der Führer dieser letzteren ist leider sehr schwer verletzt worden, sodaß an seinem Auskommen gezweifelt wird. Erst nach ca. 2 Stun­den gelang es, die entkommenen Pferde in nächster tt Nähe von Möckers zu ergreifen, bie aneinanber»

H. F. Eckert in Berlin, 0., Weibenweg. Man kann sie als eine bebeutenb verbesserte Saxonia be­trachten, denn sie hat beren sämtliche Vorzüge und dabei noch zahlreiche sehr wichtige Verbesserungen und Neuerungen. Alle Früchte, Rüben, Raps, Mais, Bohnen, Erbsen u. f. w. werden mit ein unb berfelben Saewelle ohne Aenberung gefaet. Nur ein ein­ziges Rad ist bei verschiedenen Saatenmengen auszu­wechseln. Sie hat Kasten - Entleerung, bedarf keiner Regulierung, hat bedeutend verbeffette Stahl- schaaren. Die Fahrräder, mit eisernen Naben ver­sehen, können nicht lahm werden u. f. w. Land­wirte, welche eine Saemaschine anschaffen wollen, mögen sich eine Berolina ansehen, ober sich eine solche auf Probe geben lassen.

Die Frankfutter Bierbrauerei - Gesellschaft, vorm. Hch. Henninger und Söhne, wurde auf ber Internationalen Ausstellung für Nahrungsmittel und Hausbedarf zu Köln neuerdings mit ber golbenen Medaille ausgezeichnet.

(Großer Brand in Hamburg.) Aus Ham­burg wird ein großer Brand gemeldet, welchem Menschen znm Opfer fielen. Es brach in einem Hause am Pferbemarkt Feuer aus; beim Löschen des Branbes hat der Feuerwehrmann Ebeling sein Leben eingebüßt. Wie sich der Unfall zugettagen, konnte mit Genauigkeit nicht festgestellt werde«. Ebeling ist aus einer Luke des 5. Bodens gestürzt-

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