Einzelbild herunterladen
 

-MchM IMG

0 KLchMiche Beilagen: Kreis-Blatt ffir dir Kreise Marburg md Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.

Exprditto«! Statt 21. Rdxtttion, Druck und Setlag ernt Jos. lag. «gch.

I« Rom

leificr nebst bcns-

herz-

5078

tär.

Gr­aus «ar­tet«, h-f< ;er« »rü­hme I

d.

Laffel i. den >«r-

Em- lsereu cn in die :Ireff- herr-

vom 16 in 5080 ei».

r> l«tt.

8k

ob ach.

irbach-

ette-

»bach-

er.

ah 2 m Wit, ad in errcn »atz, oben.

ent* * nB«* 504fr 10.

tot sich gegenwärtig eine ganz eigentümliche Be 1 ngung kund. Die Gerüchte, der Papst werde Rom eilaffen infolge des Zwiespaltes mit der italie chchen Regierung und in einer französischen oder ssmnischen Stadt seinen Wohnsitz nehmen, sind in tzter Zeit sehr lebhaft verbreitet, und die Zeitungen n römischen Regierung, besonders das Blatt des Ünistcrpräsidenten Crispi, beschäftigen sich sehr ein- chend damit. Es ist ja möglich, daß in einem eile des Kardinalskollegiums die Ansicht besteht, 1 I würde für den heiligen Stuhl unter den obtoaL 1 aiden Umständen angemeffen sein, wenn der Papst anc Residenz außerhalb der Mauern der ewigen tobt nähme; aber man kann doch wohl von dem lugen Leo XIII. erwarten, daß er diesen Schritt to unter ganz besonderen Verhältnissen thun würde, tot welchen gegenwärtig noch nicht die Rede fein - ton. Rom und das Papsttum gehören zu ein i aber; auf dem Boden Roms ist das Papsttum Ustanden und groß geworden, ein Verlasien der tobt würde mehr als tausendjährige Verbindungen | zerreißen, und auch der katholischen Kirche nicht tat zum Vorteil gereichen. Die italienische Re- i mrng läßt erklären, ihr sei es gleichgillig, ob der apst Rom verlaße; gleichgiltig ist ihr das schwer- h> d dies Wort entspringt auch wohl nur der tumhme, daß der Papst in Rom bleiben wird, ta Nutzen, welcher der Stadt Rom aus der An Wesenheit des Oberhauptes der katholischen Kirche i wächst, ist immerhin ein recht bedeutender.

Bei den Erörterungen der römischen Frage durch k italienische Regierungsprcfse läßt sich aber auch

! -D. _________JLJ

sNachbruck »erböte«.]

Vernunft nrrd Liebe.

AuS dem Briefwechsel zweier jungen Frauen.

« Marie v. Zobel und A. I. Groß v. Lrockan. .Fortsetzung.)

Bries 13. Doris an Elma.

Am 30. Oktober 1870.

Wie viel liegt zwischen meinem letzten Schreiben beute, meine liebe Elma! Welch ereignisvolle kit ist an uns vorüber gerauscht, nnd welche Vei- ibernngen Ijat dieselbe in den Geschicken der Mensch, ch im allgemeinen tote in meinem eigenen stillen ton gebracht!

Lauge Wochen hindurch war ich zu sehr über- ÜUigt von oll dem Eilebten, nm selbst Dir, meiner toten Freundin, darüber berichten zu tonnen. Heute tot biu ich iu soweit beruhigt, daß ich ohue Er- bütteruug Rückschau halten kann auf die jüngste ktgaugeuhett, und ich will daher nicht länger hemmen, «ich mit meinen Erlebnissen bekannt zu machen.

Als der Kriegsruf so begeistert durch unsere totscheu Gauen schallte, da war eS bei allem toiotischen Enthusiasmus doch der Gedanke an tort und unser ganzes unseliges Verhältnis, der tob am meisten bewegte. Knrt mußte j-tzt wieder * Fahne eilen würde er bann ohne ein Wort *8 Abschieds, ohne einen Versuch zur Versöhuuug

*b Verständigung dem mörderischen Kampf ent- i ton ziehen? Täglich harrte ich mit der schmerz.

Men Ungeduld auf ein Zeichen von ihm, allein «®9 um Tag verrann, ohne daß der Ruf an mich 68tng, den ich so sehnlichst wünschte.

Ich laS.daßKurtS Regiment bereits die Marschordre polten, nnd noch immer harrte ich vergeben». Ein toief im versöhnlichsten Geiste, den ich endlich selbst

ihn schrieb, kam unerbrochen zurück. Er wollte tote Versöhuuug. Er, der Schuldige, stieß die Hand Nrück, die ihm sein tiesgekräukteS Weib vor dem

L

M 173.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartol-Abonnemevts-Preis bei der Expe­dition 2'/. Mk-, bei den Postämtern 2 Ml. 50 Psg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg

Marburg,

Freitag, 26. Juli 1889.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg u. Wien: Rudolf TYIV Masse in Frankfurt a. M., Berlin. München u. Köln; ®. L.

Daude u. Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.

Bestellungen für die Monate August mb September nehmen auf die vberheffische Zeitung nebst

Kreis blutt

Kr -ie Kreise Marburg ««- Kirchhain und

k-llnftriertes Sonntagsblatt stmtliche Postanstalten, unsere Agentur in Wirch Hain, sowie für hiesige Stadt un­tre Expedition entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

sogen: Auf den Sack schlägt man und den Esel weint man. Herr Crispi beschäftigt sich nicht so sehr mit der Frage, ob der Papst in Rom bleibt oder nicht, sondern damit, ob eine europäische Macht für die Wiederherstellung des Kirchenstaates ein­treten wird. Bisher wurde eine solche Aussicht immer kurz von der Hand gewiesen; jetzt schreibt diefRiforma", Herrn Crispis Blatt, schon ganz bestimmt, wenn eine solche Macht sich fände, würde sie von Italien und seinen Verbündeten besiegt werden. Wer diese Worte zu hären bekommen soll, kann nicht fraglich sein. Das kleine Spanien ganz gewiß nicht, Oesterreich-Ungarn ist Italiens Bundes­genosse, bleibt also "nur Frankreich übrig. Der Plan, den Kirchenstaat mit Gewalt wieder herzustellen, bestand in Paris schon bald nach dem deutsch- französischen Kriege, wurde dann aber kurz bei Seite gelegt.

In der letzten Zeit hat Frankreich nun, lediglich aus Abneigung gegen Italien, wiederum eine be­sondere Stellung zur römischen Frage eingenommen und sich namentlich gehütet, der italienischen Aus- faffung zuzustimmen, daß die Angelegenheit gänzlich erledigt sei. Das italienische Ministerium fürchtet aber wohl weniger von der jetzigen Republik, als von einem etwaigen Siege des Boulangismus. Daß Boulanger einen aussichtsreichen Krieg um sein Leben gern führen würde, ist außer allem Zweifel und die er, imfalle er Diktator einmal werden sollte, auf die Dauer sich kaum anders als durch einen glücklichen Krieg behaupten kann, so liegen die Fol­gerungen nahe. Es ist nun bedeutsam, daß von Rom aus erklärt wird, das Bündnis Italiens mit anderen Staaten besiehe auch für den Fall, daß aus dem Besitz von Rom ein Kriegsfall gemacht werden sollte.

Für Deutschland besteht nach den Worten unseres Kaisers keine ungelöste römische Frage mehr. Kaiser Wilhelm II. hat zu wiederholten malen in der aller- feierlichsten und bestimmtesten Weise Rom als die Hauptstadt des Königreichs Italien anerkannt, als die Residenz des Königs Humbert. Daraus ergiebt sich selbstverständlich, daß in dem Bundesvertrage zwischen Deutschland und Italien die Frage Rom keinen besonderen Punkt bilden kann. Mag eines der beiden Länder aus irgend einem Grunde von Frankreich angegriffen werden, so ist, sobald der Bündnissall gegeben, der Bundesgenosse zur Unter­stützung verpflichtet. Ob dieser Angriff um der Stadt Rom willen erfolgt, kann also bei Gewäh­rung unserer Hülfe nicht in Betracht kommen. Das

Scheiden reichte. Mit dem alten Groll im Herzen würde er auSziehen, und sollte ihn eine feindliche Kugel treffen, so starb er in Feindschaft nnd llnversöhu- lickkeit, bis zum Tode die Liebe vei kennend, die er mit Füßen getreten, und die doch auch jetzt nur des Rufes harrte, um zu ihm znrückzuk.hreu.

Ach, Elma, wie heiß habe ich in diesen schweren Tagen der Sorge und des Uoheils für den verlorenen Gatten gerungen nnd gebetet I Und der Allbarmherzige hat mein Flehen nicht unerhört gelassen, das Herz meines Gatten hak sich im Tode mir wieder zuge­wendet; ich durste ans seinem brechenden Blick die Bitte nm Vergebung lesen und von seinen Lippen noch einmal meinen Namen mit dem Ausdruck der allen Liebe hören!

ES war am vierten September nach der großen Schlacht von Sedan. Mein Herz, das so hoch bei der SiegeSnachricht nuferer tapfer» Armee geschlagen, war recht schwer bei dem Gedanke» geworden, daß. wen» Kurt bei diesem glorreiche» Treffe» unter den Siegern gewesen, ich von seinem Triumphe ausge­schlossen blieb, uud wen» er für das Vaterland ge­falle» wäre, kein Blick kein Seufzer mir mehr sagen konnte, ob er Sehnsucht nach seinem verkannten Weibe empfunden!

Wie viele heiße Thränen vergoß ich nicht in den folgenden Tagen und Nächten! Und wiederum war es Walter, der in seiner fünften Art, ohne die Wunde zu berühre», Balsam in meine trübe Seele goß. Ich kann eS Dir nickt sagen, Elma, waS er mir in diese» trübe» Tage» gewesen! Ich weiß nur, daß er immer zur Hand war, immer gleich teilnehmend, gleich zartfühlend, steiS bereit, mich fühlen zu laffen. daß sein Herz meinen Kummer teile und mit mir litt wie ein Bruder mit seiner Schwester.

Eines Morgens kam er bleich und erregt mit einem Zeitungsblatt iu den zitternden Hände» auf mein Zimmer.DoriS", sprach er,ich bringe Nachricht vou Kurt!"

Bebend vor Augst und Erregung und keines

europäische Schachbrett ist heute noch ebenso vorzüg­lich besetzt, wie bei Abschluß des Friedensbundes. Die Hechte im europäischen Karpfenteich, Rußland und Frankreich, mögen sich drehen und wenden wie sie wollen, immer werden sie gepackt. Und obgleich England keine bestimmten Abmachungen getroffen hat, so genügt doch die neuliche Erklärung im Par­lament, im Kriegsfall werde England vor allem seine Jntereffen wahren, vollkommen. Diese Jn- tereffen sind nämlich ganz genau dieselben, wie die der Staaten des Friedensbundes. Dagegen spricht selbst der alte Gladstone kein Work.

Deutsches Veich.

Berlin, 24. Juli. Den Besorgnissen, welche in Ostpreußen nach Mitteilung der .Ostpreußischen Ztg." herrschen, daß der Friede in Gefahr stehe, ein Ueberfall von Osten befürchtet werden müsse und daß im Verfolg unberechenbarer Ereignisse eine Preisgebung ber, Provinz bis zur Weichsel der deutschen Heeresführung wenn auch nur vorüber­gehend werde aufgenötigt werden können", ist am Sonnabend der seitherige Kriegsminister und neuerdings kommandierende General Bronsark von Schellendorff in einer Toostrede auf die Provinz Ostpreußen entgegengetreten. Er hat in der Tischrede sich dahin geäußert, daß von dergleichen Besorgnissen ihm bei seinen Reisen in der Provinz Kenntnis geworden sei; er versichere aber, daß dieselben unbegründet seien und eine Störung des Friedens überhaupt nicht in Aussicht stehe, daß er und das 1. Armeekorps ober, wenn ein solcher Fall wider Erwarten eintreten sollte, mit dem eigenen Leibe bis auf den letzten Mann die Grenzen verteidigen würden und daß er die Heimat zu schützen wissen werde. Er spreche dies mit dem besonderen Wunsche aus, daß seine Worte zur vollkommenen Beruhigung dienen und Beruhigung hervorbringen möchten. SBon allen Kundgebungen des internationalcnSozialisten- kongresses in Paris, der seine Sitzungen kürzlich ge­schloffen hat, verdient besondere Beachtung der Umstand, daß fast alle Redner dieKampfbereitschaft" der Sozialdemokraten für den .entscheidenden Augen­blick" versicherten und daß die Wiederholung dieser phrasenhaften Versicherung jedesmal stürmischen Beifall veranlaßte. Wenngleich gegenwärtig nur Phrase, weisen uns diese Aussprüche, welche durch die Dreistigkeit, mit der sie vorgetragen wurden, verblüffen, doch deutlich genug auf die letzten Ziele der Sozialdemokraten hin. Umsturz, Revolution, das ist es, was die Herren Bebel und Liebknecht, Wortes fähig sprang ich ans von dem Sopha, ans welchem Ich halb träumend gelegen nud streckte meine Hand »ach dem Blatte aus. Waller jedoch drängte mich sauft auf meinen Platz zurück, zog einen Stuhl an meine Seite und laS: .Unter den Schwerverwnndeten der letzten Schlacht befindet sich auch Rittmeister von Seltner, welcher feine Wnude durch eine der tapfer stell Thateu erhalten, welche die Geschichte dieses glorreichen ÄriegeS anfweist. Seut- nant D. von den Hnsaren war im Eifer deS Ge­fechtes bis in die Mitte der feindlichen Reiterei vor- gibtungen, er fand sich plötzlich »mzlngelt und von einigen zwanzig feindlichen Säbeln bedroht. Schon schien der tapfere junge Mauu veiloreu, da sprengte Rrttmelster von Seltner, nur vou einigen Gemeinen begleitet, unter die Feinde und hieb mit seltenem Heldenmute deu Kameraden heraus, sank aber selbst, vou zwei tötllcheu Wuudeu getroffen, vom Pferde, indes die nachdräugeude, feindliche Reiterei über ihn dahin fauste. Nach beendigter Schlacht wurde der heldenmütige Rittmeister von der Sanitätskompagnie anfgenommeun und in das Hospital zu Sedan gc. bracht, wo er nun hoffnungslos daruieder liegt. Ehre solch tapferem Kameraden!"

Mit überströmenden Auge» hatte ich Walters Bericht bis zu Ende gehört. Mit jedem Worte schien eine Schranke zwischen mir und Kurt zu o**"» ganzes Herz floß Über in Schmerz und Zärtlichkeit!

Ich erhob mich von dem Sopha, fiel Waller, in einen Strom von Thränn» ausbrechend, nm den |al8 und rief schluchzend: .Ich muß zu ihm, Waller, um jeden Preis!"

Das habe ich vorauSgesehen, liebe DoriS", sprach er sanft; .Deine Zofe ist bereits mit dem Packen Deiner Sachen beschäftigt und der Wagen ist brstellt. I» einer Stunde geht der nächste Zug ab, wenn Du bereit bist, könne» wir abreise»."

,D» willst mich begleiten, Walter?" rief ich ge> rührt und erfreut zugleich. .Wie gut Dn bist!"

ebenso wie die ausländischen Genossen, sinnen und vordere iten, und zwar Umsturz nicht aus gesetzlichem Wege, sondern Umsturz durch Gewalt. Was hätten sonst die Aeußerungen der Abgeordneten und der stürmische Beifall, den sie ernteten, bedeuten sollen! Der Schweizer Vertrauensmann erklärte:Wenn es dereinst zum Entschetbungskampse komm:» sollte, dann werden auch die Schweizer auf dem Platze sein." Der Vertreter für Ungarn äußerte:Die ungarische Bevölkerung wird im Momente der Ent­scheidung wiffen, wo sie zu stehen hat." Der holländische Abgeordnete beteuerte:Die holländischen Arbeiter werden am Tage der Entscheidung wie ihre internationalen Genossen entweder siegen oder sterben." Der Vertrauensmann aus Rußland ver­sicherte unter stürmischem Beifall:Die Großindustrie gewinnt in Rußland immer mehr an Boden; dadurch wird das Proletariat zusammengedrängt und dieser Umstand wird zur sozialen Revolution führen." Der italienische urb ber schwedische Abgesandte er­klärten ebenfalls, daß in den von ihnen vertretenen Ländern die Sozialdemokratie int entscheidenden Moment kampfbereit sein werde. Wer diese Sprache der angeblichen Vertreter der Arbeiter Höri, wird nicht im Zweifel sein, daß Staat und Gesellschaft die Verpflichtung haben, jenenentscheidenden Augen­blick" mit allen Mitteln abzuwenden und auf diese Ankündigungen mit den geeigneten Gegenmaßregeln zu antworten. Mik Recht bemerkt die Konservative Korrespondenz, daß, wer bei solchen Offenbarungen der internationalen Sozialdemokratie sich gleichmütig stellt und dem Staate und der bestehenden Gesell­schaftsordnung zu dem Kampfe, der ein Kampf um die Existenz sein würde, die notwendigen Waffen verweigert, eine schwere Verantwortlichkeit auf sich nimmt, die er früher oder später wird büßen muffen. Staatssekretär Graf Herbert Bismarck ist gestern abend aus Varzin hierher zurückgekehrt; er begiebt sich Sonntag oder Montag nach Wilhelmshasen um von dort den Kaiser nach England zu begleiten.

lieber das von unserem Kaiser nach Ruß­land gesandte Bild wird derKreuzztg." aus Peters­burg noch folgendes mitgeteilt: .Das Bild ist außer­ordentlich lebenswahr gemalt, etwa 3 Meter hoch und 2 Meter breit. Man sieht die Jacht .Hohen- zollern", begleitet von einem Aviso und auf der an­deren Seite einen Petersburger Vergnügungsdampfer, ber voller Menschen ist. Im Vo.bergrunbe Barken mit begrüßenbem Publikum. Die Szene der Kaiser­begrüßung ist nur in der Ferne in kleinen Figuren ersichtlich, so baß ber Charakter des Seestücks ge-

Ich reichte ihm bantnb meine beiden Hönde, die er in die feinen nahm und an die Sippen führte. .Gott segne nnd schütze Dich, DoriS!" sprach et dabei mit unsicherer Stimme und eilte dann znr Thüre.

Eine Stunde darauf erwartete er mich reisefertig am Fuße der Treppe und wir fuhren, vou ben Segenswünschen der Meine» begleitet, »ach der nächste» Station, wo wir de» Zug bestiege», der mich zn dem Sterbebette meines Gatten bringe» sollte.

Nie werde ich Walter die treue Sorge genugsam danke« könne», die er mir auf dieser schrecklichen, qualvolle» Reise widmete. Er hatte alles bedacht, ebnete mir alle Wege, wußte überall Rat und fand noch Zeit, mir Mut nud Hoffnung zuzusprechen. Er war mein guter Engel.

Am achten September in den ersten Morgen, stunden langten mir in Sedan an. Mit fünfter Ueberrebnng brachte Walter mich dahin, mich nieder, zulegen, bis er die nötigen Schritte gethan, um Kurts Aufenthalt zu ermitteln und mir die Erlaub­nis zu erwirken, meinen kranken Gatten zu sehen.

Dn kannst Dir denken, daß ich keine Ruhe auf dem Sager fand, das Walters sorgende Hand mir selbst auf dem Sopha bereitet hatte; wie Jahre schlichen die bangen Stunden bis zu Walters Rückkehr mir dahin. Endlich erschien er mit allem, was uns nötig war, und nm zwölf Uhr trat ich, aus seinen Arm gestützt, zitternd in das Krankenzimmer meine» Gatter'.

Kurt lag im heftigsten Fieder und schien mit feinen Phantasten noch immer auf dem Schlachtfeld zn wellen; für feine Umgebung war er verloren.

Bei dem Anblick des Kranken war mir plötzlich Mut und Fassung wiedergekehrt, ich fühlte, daß ich hier eine Pflicht zn erfüllen hatte, und mit diele» Gedanken war alle» Uebrige versunken. Ich blieb sogleich am Bette Kurts, nahm Hut und Mantel ab und ließ mich von der daimherzlgen Schwester in die Pflege eiuweihen. Dan», al» ich endlich mit