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Illustriertes Sonntagsblatt-

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Wochenschau.

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Gegrüßet sei recht herzlich heut!

Aus Hessen's Gauen ziehst Du ein

Ein hessisch Fest bei uns zu feiern.

Da schließe fest für alle Zeit

Den Bund im traulichen Verein

Mit Lust und Freude zu erneuern.

. i 34 kann mir mit gutem Gewissen sagen, daß ich kein Mittel unversucht gelassen habe, um eiue 8er» ohnuvg herbei zu führen. Selbst nach jenem peiu» ltcheu Auftritt zwischen uns, teilte ich Kurt »och schriftlich meinen Entschluß mit, sein Haus zu verlaffen, fügte aber bei, daß ich bei dem leisesten Versuch der An. Näherung seinerseits alles vergessen wolle und fest eutfchloffen sei, den Schwur der Treue, den ich ?? geleistet, zu halten, «ach hierauf erfolgte ,e nc und ich fühlte mich nun berechtigt,

dem Wunsche meiner Mutter Folge zu leisten und dieselbe nach Bergstein, meiner Hetmat, zu begleiten.

Ja) verließ das Haus, ohne Kurt noch einmal gesehen zu haben. Nur die Dienerschaft begleitete mich weinend zum Wagen, vud als derselbe die Sia- fahrt verließ, wußle ich, daß eS eiue endgültige Trennung sei daß ich Abschied nahm von olle» qiTn * nnb der Freude, daß mein LebeuSfad hinfort ein einsamer und öder sein würde. Aber k-iue Thräue entfiel meinem Auge Kurt hat jede» weichere Gefühl in mir ertötet.

In Bergstein empfing mich mein Vater und Walter.

Walter hinkte mir eutgege», reichte

n<» BBb wandte sich daun von mir ab,

blaffe Antlitz von Thränen benetzt.

muX156111 ^ntttne M«»sch. wenn ich gedachte, mit welch unwandelbarer Neigung er seit deo Tagen mriner Kindheit au mir hing. Weiß ich mich doch ia derselben kaum einer frohe» oder trübe» Stuude zu erinneru, tu welcher nicht Walter meine Freude geteilt oder mein Leid mtt seiner Teilnahme ae. mildert hätte! Und ich? Hatte ich dies nicht alles etWa8 Natürliches, Selbst»».

stäudlichrS, das zu meinem Leben uud zu metuem Heim gehörte, so lauge ich deukeu tonnte?

Wie weh habe ich dem armen Walter oft gethan i.eBeB, glücklichen Tagen frohen JngendübermnIS, jetzt so west, ach so weit, hinter mir zu liege» scheinen. Entfinnst Du Dich noch, Elma?'ES war au einem Mimen, mondhellen Jnliabeud vor fünf

weil er italienische Fahnen ausgehängt haben sollte. Im übrigen ging aber alles famos und man ist recht fidel gewesen. Die Kammern sind geschloffen, nachdem die letzten Sitzungen noch reichlichen Spek­takel gebracht hatten, und als neuestes ist nun die Anklageschrift gegen Boulanger wegen Hochverrats, Komplotts und Unterschlagung wird der General vor Gericht gefordert, erschienen. Sonderlichen Ein­druck hat das Schriftstück, welches lediglich bekannte Thatsachen enthält, aber nicht gemacht. Die Re­gierung hat vielleicht noch geheime Schriftstücke in Petto, die zum Schluß mit einem Knalleffekt logge, lassen werden sollen. Boulanger selbst erklärt alle Anschuldigungen für lächerlich.

Bei der englischen Regierung macht sich eine immer mehr erkennbare Neigung zu den Prinzipien der großen Festlandmächte geltend. Der alte Glad­stone sagte in seiner oft angestaunten politischen Weisheit, England müffe sich um das kontinentale Europa überhaupt nicht kümmern; als ob das über­haupt anginge. Sein Nachfolger Salisbury erklärt heute sehr offen, England müffe so stark rüsten, daß es allen eventuellen Angriffen mit Ruhe entgegen« sehen könne. Ganz dasselbe ist in Wien, Rom, Berlin bekanntlich zu Wiederholtenmalen gesagt worden. In Egypten ist das entscheidende Treffen gegen die aus dem Sudan eingedrungenen Derwische nach nicht geschlagen worden. Die Gegner beobachten sich einander und ziehen Verstärkungen heran; an dem schließlichen Siege der englisch - egyptischen Truppen kann natürlich kein Zweifel bestehen. Die Araber werden eine sehr blutige Lektion erhalten.

In Serbien sind ganz augenscheinlich die Dinge nicht so, wie sie sollten. Die liberalen Re-

>ugust affend . Ei.

Augusthälfte von Statten gehen soll. Die Er­holungsreise unseres Kaisers vollzieht sich ohne Störung weiter; die .Hohenzollern" ist bereits am Nordkap angelangt. Zu Ende des Monats wird der Kaiser bekanntlich in Wilhelmshaven zurück erwartet und von dort mit einer deutschen Flotte nach England fahren, um seiner Großmutter, der Königin Viktoria, einen Besuch abzustatten. Fürst Bismarck wird bis zur Ankunft des Kaisers von Oesterreich in Berlin in Varzin bleiben, vorher aber dort noch den Besuch des Staatssekretärs Grafen Bismarck empfangen.

Aus Ostafrika kommt die erfreuliche Nachricht, daß Reichskommiffar Wißmann den ersten Teil seiner Aufgabe beendet hat: alle Häfen im nördlichen Teile des deutschen Schutzgebietes sind seit der Er­oberung von Pangani und Tanga in deutschen Händen, und die Hauptmasse der Bevölkerung zeigt sich auch zum Frieden geneigt. Einzelne Araber­banden durchstreifen wohl noch das Gebiet, werden aber von den Streifkorps des Reichskommissars eifrig verfolgt und ohne sonderliche Mühe auseinander­gesprengt. Die Hauptarbeit ist gegenwärtig auf die volle Wiederherstellung des Handels, die Er­öffnung der Karawanenstraßen gerichtet, damit die Eingeborenen, n eiche auf den friedlichen Erwerb angewiesen sind, auch volles Vertrauen zur deutschen Schutzherrschaft faffen. Dr. Peters mit seiner Emin - Pascha - Expedition hat seinen Marsch ins Innere angetreten. Ueber das Schicksal seines vom englischen Admiral wegen Waffeneinfuhr beschlag­nahmten Dampfers .Neera" herrscht noch ein leb­hafter Streit. Daß sich die Reichsregierung in die Sache eingemischt hat, ist bisher nicht bekannt geworden.

Der Wortwechsel zwischen Berlin und Bern hat kein lösendes Resultat gehabt. Die deuffche Reichs­regierung bleibt bei ihrer Anschauung stehen, daß bu Schweiz verpflichtet ist, von allen sich in ihrem Gebiet niederlaflenden Deutschen ein Leumundszeugnis von den heimischen Behörden zu fordern. Der Bundesrat m Bern bestreitet diese Verpflichtung und erklärt, er werde gern alle offenen und geheimen Agitationen im Gebiet der Eidgenoffenschast unter­drücken, sein Ajylrecht aber nie antasten lasten. Von deutscher Seite sind nun zunächst zur Verhinderung der Einschmuggelung sozialistischer Schriften sehr strenge Zollkonttollmaßregeln angeordnet, mit denen die davon am meisten betroffenen Süddeutschen frei- lich wenig einverstanden sind. Auf dem Streikgebiete macht jetzt in erster Reihe der Berliner Bäckerstreik von sich reden. Irgend welche bedeutsame Betriebs­störungen sind dadurch noch nicht herbeigeführt worden Merkwürdig ist es jedenfalls, daß dasselbe Jahr, in welchem die Alters- und Invalidenversicherungs- Vorlage für die deutschen Arbeiter fertiggestellt wurde, so viele Lohnkämpfe zeigt, wie nie zuvor ein Jahr.

Mit vielem Regen und ziemlicher Begeisterung ist das französische Nationalfest in Paris begangen worden. Wesentliche Skandale sind unterblieben, nur die Boulangisten konnten es sich nicht versagen, vor der Straßburg - Statue eine Kundgebung für ihren General zu veranstalten, die eine kleine Schlägerei zum Gefolge hatte, bei welcher sich die Polizei durch eine sehr seltsame Haltung auszeichnete und nicht undeutlich für die Bou'angisten Partei gegen ihren eigenen Anführer nahm. Ein harm­loser italienischer Restaurateur wurde durchgeprügelt,

^Nachdruck verböte».!

Vermurst ««d Liebe.

>»S dem Briefwechsel zweier jungen Frauen. «m Marie v. Zobel und «. I. Groß v. Trockau.

, Fortsetzung.)

Ich hatte kein Wort gegen diese ebenso heftigen wie »»gerechten Beschuldigungen; mein Herz schien nnter flnrt8 gehässige» Worten zu versteinern. Stumm i ud leise verließ ich fein Zimmer ohne ein Wort der Erwiderung, aber bei meiner Mutter angelangt, wankte ^ch auf dieselbe zu und fiel ihr mtt einem schmerz, lichen Aufschrei definnnngSloS in die arme!

DreiTage darauf verließ ich mit meiner Mutter crt ?»V28' Hm es nie wieder zu betreten, denn obwohl ich die gerichtliche Scheidung scheue, bin ich doch fest entschloffen, niemals wieder zu einem Manne r-rSckkehren, der mich haßt und den ich verachten muß?

lG7*t Ivb»/,

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Doch denke stets und warm dabei:

Daß wie es war, auch ferner sei:

Ätr wollru sei» rin einig Aolk von Bräbtro

Ins kremten nicht in Lot und in Zefichr." Dann stehet fest was Ihr in Liedern Dem Vaterland gebracht habt dar!

Jahre», als Du bei »US zu Besuche warst« und wir beide plaudernd in der GeiSblattlanbe am Treibhanse tofeen, wo wir uns alle jene kleine, unbedeutenden Vsrtommuiffe anbertranten, die in einem Mädchen- leben so wichtige Ereignisse scheinen. Du hattest mir eben von Walter gesprochen und die Vermutung laut werden lassen, daß sein Herz in Liebe zu mir entbrannt sei; ich hatte Dir mit einem lauten, lustigen Lachen geantwortet und als Du weiter auf Deiner Behauptung bestandest, au?gerufen: ,tzs mag ja fein, daß Walter sich in mich verliebt hat, warum auch nicht, ein Mann ist mancher Thorhett sähig, die man von seinem Alter nicht erwartet; aber wenn Du denkst, daß der gute, alte Waller, mtt einen sechsunddreißig Jahren irgend eine Aussicht hätte, mein Herz pr rühren, so bist Du sehr im Jnthum! Glaubst Du wirklich, daß ich Lust hätte, die V-nuS dieses Vulkan zu werden? Nein, da» wäre eine Vernunftheirat, die niemand von meinen achtzehn Jahre» verlangen kann!'

,Du machtest mir in Deiner sanften, überlegenen Art Vorwürfe über die Herzlofigkeit meiner Worte, bis mir die Thränen ins Auge kamen, und ich Dir unter leisem Schluchzen anbertraute, daß Kurt von Lettners Blld mein ganze» Herz ausfüllte!'

Sin leises Geräusch in unserer Nähe ließ mich berstummen, und als wir beide ängstlich in die Nacht siuauS lauschte», ei kannten wir denttich den schleppe», den Schritt deS Vetters auf dem Kieswege, der zum Schlosse führt. Der arme Waller hatte alles gehött!

AIS wir bald darauf wieder Arm in Arm in das Theezimmer traten und mein Auge ängstlich Walter achte, stand er blaß und abgespannt an die Samir» ecke gelehnt und blätterte mechanisch in einem Buche: ich trat näher und that eine gleichgilttge Frage, die er mit seiner gewohnten Milde und Präzision be­antwortete, aber der Blick, den er zu mir erhob, tret o tief traurig, daß er mein Herz wie ein Messer, ich traf.

Mein Gewissen machte mir bittere Vorwürfe über

MHrMche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg mb Kirchhain.

Expedition Mark 21. Redaktion, Drmi uud Berlag »en Joh. Sag. Lech

hessische« Iängerbrrri-fesi Die schlug in Marburg ein jeder Her, bchon lange dem Feste entgeg n, Wie sah man Erfreute allerwärtS Nach Kunst und Gabe sich regen! Und heute wer gehen und laufen kann, Wird entgegen den Gästen springen, Jab den lieben Sänger», die kommen au. Wird manches Jnbellied klingen. Wo im Käfig ein goldener Bogel hüpft Und triflert auf seiner Stange, »er kommt aus feinem Häuschen geschlüpft u»d schmettert zum Sängerempfange. In den Lüften der Schwalben schwirrender Chor, «n jedem Tage früh munter, Stößt heute da« frohste Gezwttscher hervor Und lugt mit Jauchzen herunter.

Und unsere Jugend, wie könnte die Beim Sängereiuzug schweigen, §«ch frisch entgegen jubelt sie, Den Sturm der Gefühle zu zeigen. » wie fich'S ziemt in der Mnsenstadt Die Poeten thun auch daS ihre, *«b wer nnr Verse in petto hat, «i bringt ste schnell zu Papiere. Bo» Dache zu Dache die Flaggen weh», <Ne Häuser umwinden Suirlanden, Z den Sttaßen die grünen Fichten steh'», «ie gern unsre Wälder sandten.

Und dtS schönsten GrnßeS gedacht sei noch,

Bevor man daS schwarze Pulver erfaud, Gab's hier oft ein Lavzeubrecheu, Der Fürst, wie der Ritter mit ftaifer Hand Den Gegner vom Rosse zu steche», ^d dem glücklichen Sieger in dem Turnier, Ward der Preise schönster gereichet, ES bot ihm den Kranz mit Zucht und Zier Die Holde, errötet, erbleichet.

Wohl hoff' ich, daß hier auch ein Rosenmnud Den Sieger im Wettsang lohne, Unb Fama die Sieger wett machen kund Bon der Hütte bi« auf zum Throne! Nun wünsch' ich, es lasse der Himmel nicht Sturm weheu und triefen den Regen, Er spende ein mildes Sonnenlicht Und gebe Gedeihen und Segen! *

S» möge da» Beste nur hier geschehen Jedwedem, der fiugt und der trinket, Zufrieden ein jeder zur Heimat gehen. Wo nur Freude ihm winket. <

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Deutschland hat sich um nichts erregt, unsere guten Freunde zur Rechten und zur Linken haben fit zu früh frohlockend die Hände gerieben. Die Hoffnungen, die an der Newa und Seine heimlich gehegt wurden, es möchte zu einer offenen Kanzler­krisis in Berlin infolge eines Zusammenstoßes zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Waldersee kommen, haben sich nicht erfüllt, und werden sich wch wohl nie erfüllen. Die Wege des leitenden Staatsmannes des Deutschen Reiches und des Ge- neralstavschefs der Armee haben sich bisher nicht gekreuzt; daß unser Kaiser beide Männer mit seinem größten Vertrauen beehrt, ist klar, aber Graf Waldersee ist doch nur der militärische Berater d.s Monarchen unb eine Slenberung in diesem Ver- NtniS wird schwerlich je eintreten. Deutschland $ 8Qnj gewiß stolz auf seine Armee, aber darum »raucht ein General noch lange nicht an der Spitze itr Reichsgeschäste zu stehen. Sehr zweideutige Zeitungsartikel haben dazu beigetragen, die Ver- Wrrrnig zu erhöhen, und zu allerlei sensationellen «rüchten Anlaß gegeben. Sie sind alle auf ihr nichtiges Maß zurückgeführt und Gras Waldersee hat selbst die merkwürdige Mitteilung, er habe dem Mer eine Denkschrift über den nächsten Krieg »egen Rußland überreicht, für unbegründet erklärt.

wollen wir denn ruhig die Entwicklung unserer Mieren Verhältnisse abwarten; uns irgend welche borgen zu machen, hatten und haben wir nicht den , Eiligsten Anlaß. Der Besuch beS russischen Kaisers

Berlin ist offiziell noch nicht angekündigt; es toiTb aber behauptet, daß die Reise in der zweiten

herbei! Du froher Sänger Schar f Mit Deinen Liedern, Deinem Sang, Willkommen tönet Dir entgegen

Am Ort, wo manches Fest schon war, Wo deutscher Sänger Lied erklang Da sei gegrüßt auf allen Wegen.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und rwi w ... .

Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Erpe- alf Migen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes,

ditwn2'/.Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 60 Pfg. (erkl. fomie d>e Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler

'WKÄÄi Ä'K" Sonntag, 21. Juli 1889.V. Jahrgang.

_____Daube u. Co. m Frankfurt a. TO., Berlin, Hannover, Paris.

Wersen Damen von den Baltoueu hoch. Die Rosen au« zarten Händen, go schallt den Gästen hier Gruß nm Gruß, Kunst uud die Künstler zn preisen, «»b auf dem Fest platz ist alle, im Schuß: *tapfrafen vom Kämpfen geheißen.