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Illustriertes Sonntagsblatt

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dem Nordkap.*

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler _____

in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV Moffe in Frankfurt a. M., Berlin. Manchen u. flöht; G. L. ' 'VuVlöuw3' Daube u. Co. in Frankfurt a.M-, Berlin, Hannover, Paris.

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Der Pariser ArbeiterKongreß

hat sich konstituiert und seine Thätigkeit eröffnet. Ein Blick auf die Veranstalter deffelben ist vollauf genügend, um jeden Kenner der Verhältniffe darüber zu belehren, weffen sich die Welt von den Beratungen Wd Beschlüssen jener Versammlung versehen darf. Nach allem, was über Zusammensetzung und Partei- bezw. Nationalitätszugehörigkeit der Kongreßteil «hmer berichtet wird, erscheint eS zweifellos, daß die deutschen Sozialdemokraten der Zahl nach den Vorrang vor den übrigen .Genossen" behaupten wd alles, was in ihren Kräften steht, ausbieten werden, den Standpunkt, den sie in der Heimat ver­treten, auch in Paris zum alleinherrschenden zu machen. Ihrem innersten Wesen nach sind die Bebel, Liebknecht, und tutti quanti, Agitatoren, nichts wie Agitatoren; was sie an positiven Forderungen im «geblichen Interesse der Arbeiter ihrem Programme einverleibt haben, ist lediglich Scheinmannöver. Ein ersprießliches Wirken behufs Berbefferung der Lage der Arbeiter ist schon darum aus dem Kreise ihrer Bestrebungen ausgeschlossen, weil eS ihnen in Wahr­heit durchaus nicht um Linderung oder gar Ab­stellung vorhandener Uebelstände, sondern um syste­matische Aufhetzung ihrer Anhänger gegen bestehende staatliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung zu thun ist. Ihr Schlagwort lautet demnach denn auch nicht: soziale Reform, sondern: soziale Revo­lution, und in diesem Endziel begegnen sie sich mit den übrigen Kongreßteilnehmern ohne Ausnahme. Zweck des Pariser internationalen Stelldicheins ist teils die Erörterung sozial-revolutionärer Theo- -rjen, vornehmlich aber die Vereinbarung einer für alle Umsturzverschwörer verbindlichen obersten Richtschnur praktischer Propaganda. DieVer- handlungen des KongreffeS sollen auf der Grund­lage breitester Oeffentlichkeit erfolgen, damit die ganze Welt, insonderheit die Regierungen, sich iiber- Nhren könne, wie dieSache der Arbeiter" das Licht des Tages nicht zu scheuen brauche. Wir brauchen wohl nicht darauf hinzuweisen, daß solche Prahlerei niemanden täuschen wird, der sich nicht Hit aller Gewalt täuschen laffen will. »Das lche, was Du wiffen kannst, darfst du den Buben doch nicht sagen." Man kramt eben nur diejenige Weisheit aus, von deren Preisgebung keine kom­promittierende Folgen zu besorgen stehen was dir Führer einander, wenn sie ganz unter sich find, vertraulich mitteilen: wer kann das kontrollieren? Der Pariser Kongreß hat eben ein doppeltes

während welchem die Waffe sich wahrscheinlich entlud. Ich entsinne mich auf nicht» mehr, als auf eiueu lauten Knall, von einem stechenden Schmerz.tu meiner Brost gefolgt, ui ter welchem ich die B. siauung verlor.

AIS ich wieder zu wir kam, wäre» Woche» ver- floffeo, und «et» erster Blick traf das besorgte, blaffe Antlitz meiner Mutter, die sich liebend über mich beugte. Es währte einige Minuten, bis ich meine Gedanken so weit gesammelt hatte, um wir einigermaßen Rechenschaft zu geben über die jüngste Vergangenhest, die wir in undeutlicher, dunkler Schwere auf meiner Eriunerung lastete. Vergebens bemühte ich mich, Klarheit in meine Gedanken zn bringen; erst als die Mutter sich zu mir neigte und int Tone innigsten Mitleids und wärmster Liebe mir znflüftertt: »Meine liebe Doris, mein armes unglückliches Sind, versuche alles mit Ergebung zu tragen!* da ward es plötzlich klar in wir! Die Enttäuschung meiner Ehe, das letzte entsetzliche Er- eigois vor meinem @ihauten, ja selbst der Verlust meiner Mntterhoffunng, alle» stand in peinlicher Deutlichkeit vor mir. Ich legte den Arm um den Hais der Mutter, als sollte mir da» Herz brechen!

Einige Tage vergingen mir wieder in der stillen Einsamkeit meiner Krankenstube, die niemand betrat, als die Mutter und meine Zofe. Ich hatte noch nicht den Mut gefunden, zu fragen, wie Kurt sich in der Zeit meine» Krankseins verhalten, denn nachdem die Mutter mir versichert, daß er unverletzt gtbiteben, batte fie seiner keine Erwähnung mehr gethau. Endlich eine» Morgen», al» ich wieder in meinem Lehnstuhl am Fenster saß und in den trüben Oktobertag hinaukblickte, der schwer und grau Über der Erde hing, wagte ich die lang gefürchtete Frage: .Wo ist Kurt, Mutter? Und warum kommt er niemals zu mir?»

Die Mutter sah ans Schrecken und Mitleid sprachen an» ihrem Blick, und al» sie sich erhob, in meine Nähe trat und ihren Arm um «einen Hals legte, fühlte ich da» Zittern ihrer Hände.

Publekum zu berücksichtigen: die Welt, die, einem alten Sprüchwort nach, betrogen sein will, ferner die Welt, die sich nicht betrügen läßt. Für ersteres sind die öffentlichen Verhandlungen bestimmt, durch deren scheinbare Beschäftigung mit spezifischen Albeiterinteresien, z. B. der-Frage des internatio­nalen Arbeiterschutzes, kein urteilsfähiger Mann ge­täuscht werden wird. Sprach doch schon Laffale das große Wort gelaffen auS: .Man muß dem Mob etwas bieten." Dieses Wort auf die Verhandlungen des Pariser Kongreffes angewandt, dürfte den Nagel auf den Kopf treffen. WaS hinter den Kouliffen vorgeht, entzieht sich natürlich der Kenntnis Unein­geweihter; man wird uns aber nicht verargen können, wenn wir unser Urteil über den sittlichen Wert der Pariser internationalen .Arbeiter" - Zusammenkunft dahin abgeben, daß man es hier mit einer dreisten Reklame zu thun hat, die, wie aller Reklameschwindel, nur bei der gedankenlosen Waffe verfängt, jeden ehrlichen und vernunftbegabten Menschen aber mit Widerwillen und dem dringenden Wunsche erfüllen muß, die gewissenlosen Macher möglichst bald und möglichst gründlich entlarvt zu sehen.

auS Hammerfest noch folgendes Telegramm des .W. T. B." vor:Die Fahrt von Hammerfest bis zum Nordkap wurde bei klarem Wetter und be­wegter See zurückgelegt, in frühester Morgenstunde das Nordkap umschifft und dann angesichts desselben die Heimreise angetreten. Der Kaiser hat bei bestem Wohlbefinden und heiterster Stimmung den Morgen

Deutsches Reich.

Berlin, 18. Juli. Der Kaiser traf am Mittwoch, 17. Juli, abends 9 Uhr, in bestem Wohl­sein bei zwar regnerischem, aber stillem Wetter und bei einer Temperatur von 10 Grad in Hammerfest ein. Auch auf der Weiterfahrt von Hammerfest aus hatte der Kaiser stilles Wetter und erreichte das Nordkap bei schöner Beleuchtung in früher Morgen­stunde. Gegen 3 Uhr morgens trat der Kaiser die Rückfahrt an, gelangte in bestem Wohlsein heute früh um 9 Uhr wieder nach Hammerfest und beabsichtigt alsbald die Reise nach dem Lyngen-Fjord sortzu- sktzeu.W. T. B." meldet über die Reise des Kaisers aus Hammerfest, vom 17. Juli, 9 Uhr abends: .Nach der Abfahrt aus Tromsö, um 11 Uhr, wurde der 70. Breitengrad um 5 Uhr in gehobener Stimmung passiert. Das Befinden des Kaisers ist vortrefflich. Die Ankunft in Hammerfest erfolgte um 9 Uhr und von da sofort die Weiterfahrt nach

Wßchmtliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain

Brtebitüm- Mark» 81. Redaktion, Druck und »erlag von 3e|. Sag. Koch.

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schien nicht, als wenn der Fisch gut biß, denn bald begaben sich die Herren thalwärts, der Kaiser voran, die beiden anderen hinterdrein. Um keine Aufmerk­samkeit zu erregen, bediente sich der Kaiser eines kleinen, nur von einem Manne geruderten Boote» zur Rückkehr nach dem .Hohenzollern". Als ich später von Gudvaugen wieder hinausstieg, erzählte man mir unterwegs, daß Kaiser Wilhelm am Abend zuvor an's Land gekommen sei und einen Spazier­gang in das Thal hinauf machte. Hier schenkte er einem kleinen blondhaarigen Mädel, das ihm eine Einfriedigung öffnete, eine goldene Doppelkrone. Wie mag die Kleine glücklich gewesen fein! Bald wurde es lebendig an Bord des Kaiserschiffes. Ein mit zwölf Ruderern bemanntes Boot setzte vom.Hohen» zollern" ab (denGreif" v rmochte ich nicht zu er­blicken), und hielt auf die Bucht nahe am Winter­wege zu, der von Gudvaugen aus am Westufer deS Fjords entlang führt. Im Boote befanden sich drei Passagiere, der Kaiser, Thorwald Beyer und ein dunkelgekleideter Herr, der Arzt, wie ich später vernahm. Man fischte vom Boote aus mit der Sentangel, dem A. Bald hatte der Kaiser einen stattlichen Dorsch an der Angel; nachdem dieser in!» Boot gezogen, ergriff der Kaiser den Fisch und hielt ihn hoch in die Luft, den auf .Hohenzollern" Zurück­gebliebenen triumphierend feinen Fang zeigend. Der Fang schien reich auszufallen, denn bald darauf wurde demHohenzollern" signalisiert, die Leute an Bord zu holen, und nach kurzer Zeit begab sich der Kaiser auf das Schiff zurück, um, wie ich annehme, von den frisch gekochten Fischen zu speisen, denn erst nach Verlauf einer Stunde zeigte er sich auf dem Deck, eine Cigarre rauchend. Nach kurzer Zeit regte es sich an Bord. Ein Boot wurde zu Waffer gelaffen, ein kleiner Wagen in dasselbe .gebracht und dem Lande zugeführt, wo man ihn zusammensetzte und ihn mit einem niedlichen, hell ausgezäumtea Fjordpferd bespannte, das dem Besitzer des Hotels auf Stalheimskleven, Herrn Petterson, gehörte. Kurz darauf stieg der Kaiser an's Land. Auf das freundlichste grüßend, schritt er die Landebrücke ent­lang zu den am Ufer aufgestellten 16 Gefährten und bestieg fein eigenes Karriol, die ihm überreichten Zügel nehmend. Herrn Thorwald Beyer's Wagen bildete die Tete des Zuges, der ein Spalier zahl­reicher Reisender, Herren und Damen aus aller Herren Länder, passieren mußte. Aus dem Rücksitz eines jeden Gefährts hatte ein .Skyds "-Junge (Skyds" nennt man bekanntlich das ländliche Post- fuhrwerk, welches von der Bevölkerung gestellt wird)

Lasse mich schweige». Hebe Elma, über alles Pein­liche, das dieser Schritt mit sich brachte! Ich kau» Dir nicht beschreibe», wie mir zn Muihe war, als ich vor einem fremde» Auge de» Schleier lüfte» mußte, den ich so ängstlich über die traurige Ent. tänschuag meine» Lebens gezogen hielt; wie peinlich es mir war, gerade die letzte Scene in allen Einzel- beiten zu widerhole». Es fiud dies Dualen, wie sie die Verdammte» nicht bitterer erleiden können! Genug, es gelang mir, mit meiner Aussage vor dem Unter» suchungSrichter Kurt die Freiheit wieder zu verschaffe» uud uuS Allen den Scaudal einer öffentlichen Ver­handlung zu ersparen.

SIS ich am Tage von Kurfs Freilaffuug mit pocheudem Herzen in meinem Zimmer fcß und seiner Rückkehr harrte, fing ganz leise in wir die Hoffnnng zu feinem an, dies Wiedersehen könne der Aufan, zu einem neuen Leben werden, indem unsere Heize» sich wiederfänden in Reue uud Vergebung. Wie grausam fand ich mich getäuscht! Kurt betrat mein Zimmer nicht, als er zurück kam, und als ich selbst mit übervoller Seele ihn auf suchte, um ihm zu be­weise», daß ich leinen Groll gegen ihn kannte, empfing mich der SuSbruch eines HaffeS, wie ich denselben t» einer Menschenbrust nicht für möglich gehalten!

Kurt fehlte jede ErkeuutuiS für seine eigene» schweren Vergehe», er fühlte nur Haß gegen mich die er ohne Liebe gefreit und die so bitter entlässt hatte, indem sie ihr Eigeuthum vor seiner L:r- schwendungSsucht wählte. Er sah in mir nur da» Wesen, da» durch seinen hartnäckigen Widerstand gegen feine Wünsche die alleinige Schuld trug a» den letzten traurigen Ereignisse», das feine Saniere rntnirt, seinen Name» der Schande p:ei8gegebe» hatte und nun ihn selbst »och dem Anschein vo» Großmut demütigte, mit welchem c8 tbm entgegen Lm, (Fortsetzung folgt) -

an Deck verbracht. Temperatur 5 Grab Röaumur." Der Kultusminister von Goßler wird von feiner Inspektionsreise nach Schleswig-Holstein morgen in Berlin wieder eintreffen. Die anerkannte Wich­tigkeit der Maßnahme, Lehrern an Volksschulen auf dem Lande Dienstland zur Nutzung zu überweisen, hat den Herrn Kultusminister veranlaßt, den könig­lichen Regierungen zu empfehlen, thunlichst darauf bedacht zu nehmen, daß geeignetenfalls bei sich dar­bietender Gelegenheit neu zu errichtende Lehrerstellen auf dem Lande je nach den örtlichen Verhältnissen mit Dienstland ausgestattet werden. Dies hat jedoch nur in solchem Umfange zu geschehen, daß die Be­wirtschaftung des Dienstlandes weder die Kraft und Zeit, noch die Mittel des Lehrers zum Nachteil der Schule in Anspruch nimmt. Sofern die Schul­unterhaltungspflichtigen erweislich außerstande sein sollten, den zum Erwerbe einer Landdotation er­forderlichen einmaligen Kostenaufwand allein aus eigenen Mitteln zu bestreiten, ist den königlichen Regierungen überlassen, die Bewilligung einer ein­maligen Staats beihülfe zu diesem Zwecke unter näherer Begründung des Bedürfnisses beim Kultus­ministerium nochzusuchen. Der Vorschlag der streikenden Bäcker, in der heute unter dem Vorsitze des Stadtsyndikus Eberty abzuhaltenden Versamm­lung eine Einigung herbeizuführen, wurde von den Meistern abgelehnt, weil ber Streik durch den Zuzug von fremden Bäckern beendet ist. Die Versammlung fand deshalb überhaupt nicht statt.

Ueber einen Besuch, den der Kaiser der Stalheims-Klust am 10. Juli abgestattet, macht ein dort anwesender Herr, ein Norweger, einem Bergen- schen Blatte verschiedene Mitteilungen, von denen die folgenden dem .Hamb. Korr." entnommen sind: Der Berichterstatter schreibt: Es wurde heute hier bekannt, daß die Kaiseryacht .Hohenzollern" in Gudvaugen eingelaufen sei und daß der Kaiser am nachmittag zur Stalheims - Kluft hinauf kommen werde. Man bat mich jedoch, nicht darüber zu sprechen, da der Kaiser dem großen Strome der Touristen waren deren doch allein 100 mit der .Suuniva" angekommen zu entgehen wünsche. Als ich kurz darauf nach Gudvaugen hinunterfuhr, erblickie ich unterwegs am andern Ufer drei Herren, welche mit ber Angel fischten. Trotzdem mich mein Weg in ziemlicher Entfernung von ihnen vorbei- sührte, so erkannte ich doch zwei derselben: den Kaiser Deutschlands und Thorwald Beyer (cand. phil Th. Beyer auS Bergen, den der Kaiser be­kanntlich als Führer und Dolmetsch berufen). Es

»Mein liebe» Kind", sprach sie bewegt,ich fürchte, Du wirst die Nachricht »och nicht tragen könne», die ich Dir geben muß."

Mit einem Schrei sank ich in meinen Lehnstnhl, aus dem ich mich erhebe» wollte, zurück. .Ihr HM mich betrogen!* rief ich, Kurt ist tot!'

.Nein, nein*, beeilte sich die Mutter mir zu ver- stch'nt, .Kurt lebt, beruhige Dich, da» Schlimmste ist Dir erspart. Er lebt, aber er lebt der Freiheit beraubt in Untersuchungshaft.*

Starr, wie versteinert, blickte ich der Mutter in das Gesicht, indes in meinem Inner» ein Sturm peinlichster Gefühle tobte.

Kurt, der feinen Abschied genommen hatte, ge- foagen, in Untersuchungshaft I Unser trauriges Familiendrama entschleiert vor der Welt! D eS war schrecklich entf tzlich! Und nur ich konnte Kurt entlasten, nur ich allein konnte verhindern, daß unsere Beziehungen öffentlich verhandelt wurden, wie der erste beste Skandalprozrß! Ich mußte handel» und ich wollte havdel».

Mtt diesem Gedanke» kam wieder Mut in meine S«'le und Kraft in meine geschwächten Glieder. Ich ergob wich, schritt zum Glocke uzng uud befahl der kivtretende» Zofe, den Wagen z» bestellen.

Die Mutter, die bis j tzt mtt stummem Staunen zugesehen hatte, tief nun entsetzt:

Stab, was sinnst Du? Wa» hast Du vor?* .Ich allein kann Kurt entlasten und die Unter»

eiustellen lassen! Ich will sofort die nütigeu Schritte thun!"

Während diesen Worten hatte ich hastig Hut und Mantel anS meinem Schranke genommen und trat an das Fenster, nm da» Vorfahren de» Wagen» ,» erwarten.

Die Mutter widersktzte fich vergeben» meinem Vorhaben; ich erklärte nicht gesunden zu können, bevor diese Last von meiner Seele genommen sei, und brachte e» endlich dahin, daß fie mich auf de« schweren Gange begleitete.

(Nachdruck verboten.)

Vernunft nnd Liebe.

AuS bem Briefwechsel zweier jungen Frauen.

Bon Marie v. Zobel und A. I. Groß v. Lrockau.

►Fortsetzung.)

Ein Gefühl von Bangigkeit und Ohnmacht über, hm mich und zitternd sank ich auf meinen Stuhl itoütf, indes ein thränenloseS Schluchzen fich meiner Spießten Brust entrang.

Kuit schien meinen Zu stand nicht zu bemerken oder abfichttich übersehe» zu wollen, denn er fuhr kaltblütig fort: .Ich freue mich zu sehen, daß Deine Heftigkeit der Vernunft zu weicheu beginnt es bürde Dir auch kein Widerstand nltz-u, denn Du »nßt mir sogleich tausend Mark einhändigen, mit »eichen ich eine Ehrenschuld bi» zu diesem Abend bezahlen soll. Du würdest mich zum Aenßersten treiben mit Deiner Weigerung da» bedenke »»hl, Dori»!*

Diese» kaltblütige Bekenutni», das mit einer Art Drohung endete, weckte eine Entrüstung in mir, die »es Gefühl der Schwäche und Bangigkeit über, »and; ich sprang wieder auf von meinem Stuhle »Mb eilte zur Thür; die Hand auf dem Drucker »erfelben, wandte ich mich zoruglühend und von Oldestem Schmerze dmchtobt an Kurt: .Ich werde diese Summe nicht zahlen, niemals hörst Du? denn e» hieße Dein Laster unterstützen und mein <inb berauben, das schon vor der Geburt de» Vater, vrzens und der Sateiforge verlustig gegangen ist.* Mit diesen Worten hatte ich die Thüre geöffnet »Mb wollte die Schwelle überschreite», ohne Äurt taie» weiteren Worte» zu würdigen; allein ein leises Zacken, wie von dem Hahn einer Feuerwaffe her» Ehrend, ließ mich »och einmal nwblickeu, nm bann *it einem lauten Schrei mich auf Kurt zn stürzen, OQi/t im Begriffe staub, einen Revolver an seiner OS Schläfe abzndrücke».

bi entspann sich ei» kurzer Lamps zwischen an»,

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und atlaat tt ra

Feiertagen. Quartal-Abonnements Preis bei der Expe- ArIRXimXlIl

bitionll'^Mk-, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl.

Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile Sonnabend, 20. Juli 1889.

10 Pfg, Reklamen für bte Zeile 25 Pfg. '

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