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,6. C.- schreibt: Welcher Humbug von der Oppo-
md, das jemals für Maßnahmen der deutschen bezw.
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F3761 jüdischen Regierung eingetreten ist, wird es geben, »lchem nicht der „Makel" der Osfiziosität ange- fängt worden wäre. Warum die Opposition diese
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beschwöre Dich, verttaue ans Sott und aus
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, Pfd taß außer den durch die Kommission bestimmten [376* Bergleuten, welche vernommen werden sollen, auch
Dortmund durch den Minister des Innern ermächtigt sind, die Untersuchungskommission anzuweisen,
roch jeder Bergarbeiter, welcher bisher schriftlich ibei mündlich Beschwerde angebracht hot, sowie berhaupt jeder, welcher vernommen zu werden
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- iliiSwärtigen Amtes wieder übernommen. — Die
, Mit diese« Worte« verließ ich laogsam de« Eß- M)v und zog wich langsam auf «ei« Zimmer zurück *•8 ich de« ganzen Tag «icht mehr verließ.
Seit jener Stuode lebe« Kurt «ud ich «icht mehr Mvavder, sonder« nnr uebeneiuavder, tu kalter
Mei« süßes GeheiwuiS hatte ich ihm verschwiege»; 1soll eg niemals von meinen Lippen vernehme«. 54 Elma, was soll aus meinem Kinde Verde», das Mutter nnr mit Thrünen und Weh' zn nähren ^«ag. Mein tägliches Sehet ist, der Himmel wöge dies junge Leben mit dem meinen vernichten daß wieder Ruhe und Friede werde Deiner nuglücklichen Doris.
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<Fortfetzung.)
Jede Bewegung in meinem Innern erstarrte bei •*fen Worten, nur der bitterste Hohn blieb noch in
^Nachdruck verboteu.j
Vernunft nnd Liebe.
77 »mische, protokollarisch gehört werden soll. — Der ktaatsminister Graf Herbert Bismarck ist von seinem r*vi Urlaube zurückgekehrt und hat die Geschäfte des
. ic Regierung für diesen oder jenen Plan Stimmung i machen". Wohlbemerkt ist in beiden Fällen die- 37d0 Zeitung gemeint, und dieses Verhalten wird 22 Icht nur gegen dieses eine Blatt, sondern gegen ine ganze Reihe von regierungsfreundlichen Organen
_____ iastik beliebt, ist längst bekannt: sie verfolgt damit tn Zweck, der für sie Lebenszweck geworden ist, P ie Regierung im Innern sowohl wie im Ausland i diskreditieren. Darum nennt die Presie des 2.5Q Freisinns heute ein Blatt offiziös, welches morgen ls „nationalliberale Stimme" figurieren muß; denn .12Y «ch der nen Richtung wirkt es ausgezeichnet für 0,8Q hre Ziele, wenn es heißt: „sogar die national- Pfd^ iberale xx Zeitung richtet Angriffe gegen diesen ! der jenen Minister", während wiederum in anderen Alen die Wirkung bester ist, wenn man schreibt: WW .in einem offiziösen Artikel der XX Zeitung sucht
i Elma an Doris l
gjl H . . ., April 1869.
Ifri «8 so kommen mußte, meine arme Doris, bebt mir das Herz vor Entrüstung, die Feder jgl Mt in meiner Hand, kaum bin ich hn Stande, Mff -T*6 Zeilen zu schreiben. Ist es denn wahr? Ist v ? Dein Glück zerstört, Deine reine, selbst. ’ i«2' ^»gebende Liebe an einen Unwürdige» der« rp* ^udet, Dein edles Her, ans das Sransamste
GLchMiche Beilagen
Willem Herze«, als ich kalt und schneidend antwortete: »Du hast recht, Kurt, ich habe nur, was ich mir selbst , •Reitete, indem ich in törichter Verblendung meine lz A»e Neigung einem Wüstling schenkte. Von heute er» e aber ist meine Liebe für Dich tot nud nur dem
*<!>»« nach werde ich noch Dein Weib fein/
j (gc fllionspressc mit dem Worte offiziös getrieben wird, rt fiel) in den letzten Tagen wieder in augenfälliger ) " \ keife gezeigt. Kaum ein Blatt im In- und Aus-
rg «ch Kirchhain.
Expedition- Markt 2L — Redaktion, Druck und «erlag von 3o|. A««. Koch.
Ebensowenig werden diese Leser daran denken, daß während der Regierung der 99 Tage namentlich die Freisinnige Zeitung deS Herrn Eugen Richter es für eine ganz besondere Ehre hielt, als „offiziös" zu gelten, und daß sämtliche Oppositionsblätter, von dem des Herrn Isaac in Charlottenburg an, sich damit brüsteten, offiziös inspiriert zu sein, wenngleich die Inspiration nur auf dem Umweg über die Hintertreppe und aus der Umgebung des bekannten englischen Arztes zu geschehen pflegte. Die kurze Periode, aus welche wir soeben bezug genommen haben, hat aber auf das unzweideutigste wahrnehmen lasten, daß, falls der Freisinn und die ihm verwandten Parteien einmal zur Herrschaft gelangen sollten, die „Osfiziosität" und die Beeinflustung durch die „offiziöse" Presse in wesentlich höherem Maße blühen würde, als dies jetzt vielleicht hin und wieder der Fall sein mag.
— fVon der Reise des Kaisers.^ Auf der Fahrt von Drontheim nach den Lofoten pflegen sämtliche Dampfer die kleine Stadt Bodö im Saltensjord anzulaufen zur Kohleneinnchme. Die Fahrgäste versäumen währenddessen nicht, die nordöstlich von dem Städtchen liegende Höhe Löbpasen auszusuchen. Von dort aus erblickt man westlich die Lofoten, östlich die Schneeberge am Sulitjelma, südöstlich die Börsvatestinder und südlich Sand- hornet nebst Leartisen. Eine gute Viertelstunde südwärts von Bodö liegt die dazu gehörige alte Kirche und der Pfarrhof, in welchem Ludwig Philipp als Flüchtling unter dem Namen Müller auf seiner Reise nach dem Nordkap (1796) sich ausgehalten hat. Obgleich die Stadt Bodö nur wenige hundert Einwohner zählt, so besitzt sie doch eine eigene Zeitung, ist auch der Sitz des Amtmanns und erfreut sich eines starken Aufschwungs. Sonderbar wirkt der Wechsel großer moderner Gebäude und alter Hütten mit Rasendächern. Von Bodö aus wird gewöhnlich der Ausflug nach den Lofoten und Vesteraalen gemacht, jene durch ihre Fischerei berühmten Inselgruppen. Durch die Sunde und Inseln geht die Fahrt dann weiter nach Norden bei der Stadt Stromsö vorbei und von dort, immer durch Sunde, bei den großen Inseln Stigärnö, Sejland und Sorö vorüber, quer durch die Mündung des Altenfjords und über die Meerenge Varysund nach Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Erde, im westlichen Finnmarken, an einer Bucht an der Westseite der Insel Koale. Hammersest ist einer der Hauptorte für den Walfisch- und Robbenfang und wird deshalb viel von Schiffen fremder Nationen besucht. Bemerkens-
— verwundet, jedes bessere Gefühl rücksichtslos mit Füßen getreten?
Wohl hab' ich voll dämmernder Sorge jeden Deiner' Briefe gelesen und düstere Ahnungen find längst in mir auf gestiegen, wenn ich Dir es bis jetzt auch nicht eiugestehen wollte. Deine heutige Mitteilung Übertrifft aber meine schlimmsten Befürchtungen — heute, Doris, liegt eg mir fern, Deinem pflichtvergessenen Gatten noch bag Wort reden zu wolle». Aber Du barst nicht unterliegen, wenn auch ihm die energische Kraft des Mannes fehlt, feine unseligen Leidenschaften zu bekämpfe»; Dir hat der Himmel heilige Pflichte» an bag Herz gelegt, für die Du Dich erhalten, für die Du lebe» m»ßt.
Noch ist nicht Alles verlöre»; welcher Schlag könnte z« gewaltig fein, daß er einer Mutter den Muth und die Straft nähme, für ihr Kind zu kämpfen und zu fiege«? DaS muß Dein Trost und Deine Hoffnung fein. Halte fest daran, meine Doris, ich
wert ist die Säule von Fuglenäs, von der im Jahre 1810 die große Messung der Länge des Meridianbogens begonnen wurde. Hammerfest besitzt einen geschützten Hafen, der des Golfstromes wegen niemals zufriert. Die Stadt ist eng gebaut und dauernd von einem starken Thrangeruch erfüllt, der von den Thransiedereien ausgeht, in denen aus den Dorschlebern Leberthran bereitet wird. Die Umgebung des Städtchens ist unsäglich öde und unfruchtbar; wohin das Auge blickt, nichts anderes sieht es, als finstere, nackte Felsen, düstere Einsamkeit. Vom 13. Mai bis 29. Juli bleibt die Sonne ununterbrochen über dem Horizont sichtbar. Vom 24 November bis 21. Januar erscheint sie niemals darüber. Nur um die Mittagszeit nimmt man dann eine schwache Dämmerung wahr, sonst herrscht Nacht, lange Nacht, ab und zu erhellt durch den Schein des Nordlichts, des Flammenzeichens kommenden Sturmes, das der Schiffsleutnant Weyprecht von der österreichisch-ungarischen Nordpol-Expedition so malerisch und meisterhaft schilderte: Den ganzen Tag haben sich schon Bänder jeder möglichen Gestalt und Intensität am Himmel herumgetrieben; es ist jetzt 8 Uhr abends, die Stunde der größten Nordlicht- Jntensität. Für den Moment stehen nur einzelne Strahlenbüschel am Himmel; nur dort im Süden liegt dicht über dem Horizont ein schmales Band, das wir kaum beachten. Auf einmal hebt es sich rasch, es breitet sich gegen Ost und West aus; die Llchtwellen beginnen durchzuhüpfen, einzelne Strahlen stergen gegen den Zenith empor. Kurze Zeit hält es sich stationär, da kommt plötzlich Leben hinein. Von Oft gegen West jagen lebhaft die Lichtwellen durch, die Ränder färben sich intensiv rot und grün und tanzen auf und ab; schneller schießen die Strahlen in die Höhe, sie werden kürzer; alles hebt sich, näher und näher kommen sie dem magnetischen Pole. Rasch und rascher folgen die Wellen auf einander, schon überstürzen sie sich gegenseitig, sie kreuzen sich, sie laufen übereinander weg; in wilder Jagd wetteifern die Strahlen, wer von ihnen zuerst den Pol erreicht. Doch es find nicht mehr einzelne Strahlen, es sind ganze Büschel, die gleichzeitig auf dem ganzen südlichen Firmament in toller Hetze emporjagen. Und jetzt haben sie den Punkt erreicht, den sie alle anstreben und jetzt schießt es auf und ab nach allen Seiten, nach Nord und Süd, nach Ost und nach West. Gehen die Strahlen von oben nach unten oder von unten nach oben? Wer kann es unterscheiden. Um das Zentrum herum leckt ein Flammen
dem ich getrennt von meinem Gatten allein hier waltete und in emsiger Thätigkett die fiebernde Aufregung, bag sehnsüchtige Haaren meineg Herzens ZU betäuben suchte. Verboppelter Eifer, mtt bem ich Ach der Erziehung Miuni's widmete und die häufige» Berichte, die ich ihrem Vater Über nufer Wohlergehen «ach Italien zu senden hatte, halsen mir leidlich über die erste Zeit hinweg.
Otto'S «ntoorten waren selten und meist lakonisch. Kam bann und wann ein längerer Brief, so enthielt er begeisterte Ausbrüche über bie erhabenen Kunstwerke, die er zu schauen das Glück hatte.
Ich fand darin nichts Auffälliges; viel Worte waren nicht feine Sache und sicher war er nicht nach Rom gegangen, nm von dort Herzensergüsse an feine @atnn zu schreiben, sondern nm sich ernsten Studien und Forschungen zu widmen, und daß diese an kunst- geweihter Stätte feinen Geist ganz erfüllten, schien wir nur gu natürlich. Mir aber wurde eg bald jnm Bedürfnis, mich brieflich auszusprechen. Die Gedanken, die in Otto'S Gegenwart immer seltener laut wurden, flössen nun rasch und leicht a»S der Feder; aus für gen Zeile« wurden Seite« und eines Tages dicht beschriebene Blätter, in denen, so dachte ich, jedes Wort meinem Empfinden einen warmen Ausdruck verlieh.
3t glaubte in diesem Bries endlich einen Ser, mittler gesunden zu haben, durch den wir lernen rofirben, nnS besser zu verstehe»; benn ich vertraute meinem Gatten alles, was so lange ein Geheimnis für ibn geblieben war. Ach und wie sehnsüchttg er, wartete ich feine Antwort — mußte fie mir doch sagen, daß auch er einer glücklichen Zukunft verttaue, gleich mir de« Himmel offen sehe.
*ber die antwort verzögerte sich auffällig. Enb- l ch war der Brief da — zitternd Erbrach ich de« Umschlag — mein Her, pochte hörbar unter der Frage: ,WaS wirb er mir heute schreibe»?
,U»b wa» schrieb er? Urteile selbst, geliebte Freundin, wie mir zu Muthe ward, als ich folgende
A«S dem Briefwechsel zweier jungen Frauen. intp6e Marie v. Zobel und 3L I. Groß v. Trockau.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte?
sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler
in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf YYTV CYrtfirrmtm
Masse m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: ®. 2.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
294^ ^WIUIU» , | L -4 «ieichgültigkett.
Elma.
Bries 9.
Elma an Doris.
eobochtet. Wie absurd diese doch gewiß nicht ehr- nmer- $c Kampfesart ist, das werden die naiven Leser Leber- Oppositionsblätter in den seltensten Fällen be- elben ihnen ist es die Hauptsache, ob und zu einen 1.3M *^r oder weniger gepfefferten Artikel gegen irgend fjO l®e Autorität in dem Lieblingsblatt zu finden.
meer, ist es rot, weiß oder grün? Wer weiß es^. Es sind alle drei Farben zu gleicher Zeit. Fast bis zum Horizont herab reichen die Strahlen, bet ganze Himmel steht in Flammen. Das Band ist. zu einem Bogen geworden, der über den Pol läuft, und auf beiden Seiten des Horizontes aufsteht; eS ist ein feuriger Fluß geworden, in dem die breiteU, Lichtwellen mit rasender Geschwindigkeit von einer zur andern Seite hinüber jagen. Die Natur führt uns ein Feuerwerk vor, wie es sich die kühnste Phantasie nicht herrlicher zu denken vermag. Unwillkürlich horchen wir aus, ein solcher Vorgang, scheint uns undenkbar ohne Getöse; aber es herrscht lautlose Sttlle, nicht das leichteste Geräusch trifft; unser Ohr. lieber dem Eise ist es hell geworden, das ist das Nordlicht des kommenden Sturmes, daS Nordlicht in feiner vollen Pracht.
— Der Sarkophag für Kaiser Wilhelm I.» welcher im Mausoleum zu Charlottenburg bezw. in einem Anbau seinen Platz erhalten soll, ist von dem mit der Herstellung betrauten Künstler Pros. Erdmann Encke derart entworfen worden, daß gleich bei der Anlage berücksichtigt wurde, der Kaiserin Augusta an der Seite ihres verewigten Gemahls ein entsprechendes Grabmahl zu sichern. In dem neuen Entwürfe des Künstlers, welchen der Kaiser Ende Juni unmittelbar vor seiner Nordlandsreise besichtigte und genehmigte, stehen nach der „Vofl. Zeitung" die beiden Sarkophage parallel nebeneinander, die Figuren der Entschlafenen sollen aber nicht, wie es z. B. bei dem Grabmale König Friedrich Wilhelms III. und der Königin Louise der Fall ist, darauf angebracht werden. Zwischen den beiden Steinsärgen steht der Engel der Auferstehung, die Rechte über den Sarg des Kaisers Wilhelm ausgestreckt haltend, als rufe er ihm ein: Rufe sanft! zu, während die Linke die Posaune hält. Aus dem Sarkophag des Kaisers ruht der Hermelin, darüber Schwert und Szepter, das Ganze von der Kaiserkrone überragt. Die Vorderseite des Sarkophages ist mit dem Medaillonbild des toten Kaisers, von Lorbeer umrahmt, geschmückt. Entsprechend ist die Ausschmückung des Sarkophages für die Kaiserin Augusta entworfen mit den sich von selbst ergebenden Aenderungen. Die Sarkophage und der Engel werden getragen von einem kunstvoll gegliederten nnd geschmückten Postament. Die Komposition soll in allen ihren Teilen über lebensgroß in Marmor zur Ausführung kommen.
Jena, 16. Juli. Bei der gestern stattgefundenen Wahl eines neuen Bürgermeisters unserer Stadt
Zeile« las: „Der heutige Tag war einigen Monn« menten gewidmet, deren Betrachtung uns zmückführi, in die frühsten Tage der Republik. Zwischen dem JanuSbogeu und dem Flusse erhebt fich der Tempel der Vesta . . /
Ach, Doris, da lag er gestürzt, der Tempel des Glückes de« ich langsam, allmählich in meinem Herzen hatte erstehen sehe«, granfam zerstört durch ihn, für den ich ihn erbaut hatte. So teilnahmlos, so un> empfindlich, ja so ganz abgestumpft für jegliche Regung, die ihn enger, fester an seine Familie knöpfen ollte, hatte ich mir Otto doch nicht gedacht.
Empört riß ich den Brief tn Stücke, — ich wollte nicht Wetter lesen! Was kümmerten mich bie Sauten der Römer, gestürzte Säulen, zerfallene Steiumaffen wo neues Leben an meinem Herze» fich entfalten, emporblühe» und gedeihen sollte? Zn jener Stunde ward eS mir klar, Otto'S ganzes Interesse, sein Denken und Fühlen war in den Kreis seines ernsten Berufes gebannt, und nie konnte er vergessen, unter welchen Verhältnissen ich ihn geheiratet, nie bie Wandlung wahr nehmen, die längst in meinem Heizen borgegangen war.
Eine geraume Zett verstrich, ehe ich wieder zur Feder griff und bann waren «8 nnr einige kurze, gleichgiltige Zeilen, die ich auf das Papier warf. Mit einer Art Beschämung gedachte ich meiner letzten Briefe, ich wollte die Erinnerung daran möglichst verwische» nod verfiel von einem Extrem tn bas andere, indem ich mich von nnn an nnr auf bas Notwendigste beschränkte: MinuiS Gesundheit, ihre geistigen Fortschritte, ihre Aufträge an den Vater, in die wohl stets ein Wort der Sehnsucht eine Frage nach feiner Wiederkehr mit eingefchlossen werden mußte.
So gingen Wochen vorüber und aus den Wochen wurden Monate. Der April war längst dahin, bereits neigte fich der Mai feinem Ende zu, und noch erwähnte Otto nichts von einer baldigen Zurückkunft. Wie auf bleiernen Flügeln zogen bie Tage Wetter, die ich fast stet» in der Einsamkeit meines Hanse» verbrachte.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und 0(11. ..I..____
Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Erpe- ZlrLIITlIll Iru.
bition 2*/43RL, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Psg. (exkl. O*
Bestellgeld) JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile DoNNerötHH. 18. 1889
10 Pfg, Reklamen für die Zelle 25 Pfg. -LOCK7.
Deutsches Leich.
Berlin, 16. Juli. Der „Reichs - Anz." macht ckunnt, daß, um jeden Einwand gegen die Voll- ftinbigkeit und Unparteilichkeit der Kommission zur --- lvtersuchung der von den Bergleuten im Rheinisch- Lestsälischen Kohlenrevier erhobenen Beschwerden CH ton vornherein zu beseitigen, die Oberpräsidenten * Mn Rheinland und Westfalen und das Oberbergamt
H .... am 15. Dezember 1869.
Meine Gedanken waren viel bet Dir, geliebte Freundin, und immer in treuester Besorgnis, wen« ich eS auch lauge nicht durch bie That bekundete — wußte ich doch nicht, ob ein Brief Dir willkommen wäre, ob Du tn Deinem tiefen Eeelenschmerze empfänglich fein könntest für bie kleine« Sorge« und Freude« meines bescheidenen Daseins? Länger läßt eS mich nun aber nicht mehr schweigen, und wen» ich auch wett znrückgreife« muß tn meiner Erzählung so wirst Du heute nach Monde«, einen ebenso ausführlichen Bericht erhalte«, als hätte« fich jetzt alle die Sreigaiffe zngettag«, die iu Wir llichkeü in weiter Ferne liegen.
Vor allem laß mich jenen Zeittanm berühren, in