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Illustriertes Sonntagsblatt

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Mg, ihrer schmetternden Mustk »od ihrem jubelnde» Beifall spendenden Publikum, wo sie sich so ost, so

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ES machte ihr Mühe, au das Programm zu deukeu «o es bei ihre» Productioneu etuzuhalteu, uud dabei httbe auch das Thier unter ihr, dem sich die eigene «reguug mitteilte, wehr uud mehr unruhig. Der aste auf fie fallende Teil des Programms war ab- wlvirt; auch der zweite. Der Beifall deS Publikums Rigerte sich, «berauch daS Pferd Dar immer schwerer M Zügel zu halten. Noch eine Viertelstunde, uud fe verließ für immer die Arena mit ihrem Lichter-

Sinne werden auch die drei nördlicher gelegenen großen Inseln Hirndö, Langö und Andö zu den i Lofoden gerechnet. Der Mittelpunkt des Fischfänge- l ist die Doppelinsel Baagen, der beste Fischplatz in ganz Europa, wohin sich aus Nordnorwegen mehr : als die Hälfte aller Männer zur Fischerei einfindet. 1 Die wichtigsten Fischarten sind der Krei (eine Ar! große Dorsche) und der Häring. Dir Zahl der zur Zeit des Fischfanges im Januar an den Lofoden zusammenströmenden Leute beträgt gegen 40 000, der Wert des gesamten Fanges ist auf etwa zehn Millionen Reichsmark zu schätzen. Die trockene kalte Luft sichert diesen nördlichen Gegenden das Privi­legium des Fischttocknens. Administrativ bilden die Inseln mit Ausnahme des nordöstlichen Teils von Hindö, der zum Amt Tromsö gehört, die Bogtei Lofoden und Westeraalen im Amt Nordland. Sie zählen etwa 28 000 Einwohner in 10 Pfarreien und 20 Kirchspielen. Städte sind nicht vorhanden, wohl aber 55 Handelsplätze und mehrere bedeutende Fischerorte, die Mehrzahl auf den eigentlichen Lofoden.

Stuttgart, 2. Juli. Vom Generalkommando ergeht an den Schwäbischen Merkur eine Mitteilung des Inhalts, die von den Zeitungen behaupteten Vorfälle bezüglich der russischen Offiziere hätten nicht stattgefunden; die russischen Offiziere hätten sich an allen Trinksprüchen beteiligt und keiner vorzeitig die .Vereinigung verlassen.

und 350 Mk. bei der ersten bezw. vierten Lohn- klasse bewegen. Daß diese Renten auskömmlich bemessen sind, beweist aber die Thatsache, daß im ganzen Osten Deutschlands jetzt alte Leute zu 72 Mark in Pension gegeben werden, ihre Lage also sich selbst beim Bezug der geringsten Invalidenrente sehr erheblich verbessert. Die Beiträge, welche der Arbeiter leistet, stellen sich auf 7 Pfennige wöchent­lich in der ersten, auf 15 Pfennige wöchentlich in der vierten Lohnklasse, im Jahre bei 47 Wochen auf 3,29 und 7,5 Mk., also noch nicht auf 1 Pfg. von der Mark Arbeitslohn! Dabei werden Mädchen, welche heiraten, sowie Witwen und Kindern eines verstorbenen Arbeiters die eingezahlten Beiträge wieder herausgezahlt. Ueberdies bewirkt der Beitrag des Arbeiters, daß er die Rente als selbstverdientes Recht und nicht als Almosen bezieht. Daß dem Arbeiter so große Wohlthaten bei vergleichsweise so geringen Beiträgen gewährt werden können, liegt daran, daß die Arbeitgeber dieselben Beiträge zahlen, wie die Arbeiter und überdies dos Reich einen festen Zuschuß zu jeder Rente im Betrage von 50 Mark gewährt. So vereinigen sich die Gesamt­heit aller deutschen Steuerzahler und die Arbeitgeber mit de« Arbeitern, um die letzteren im Alter und bei Arbeitsunfähigkeit vor Not zu bewahren. Es ist in der Wahrheit ein großartiger Att prattischen Christentums, welcher jetzt zum Abschluß gebracht ist.

Für Juli bis September

(3. Vierteljahr)

abonniert man noch bei der nächst ge­legenen Postanstalt, bei Herrn Buch­binder Rindt in Kirchhain und der Ex­pedition in Marburg auf die

Oberhesfische Zeit»«

nebst

ßreisblatt und Illustriertes Sonntagsblatt.

«chmtliche Beilagen: Kreid-Blatt für tzik Kreise Marburg und Kirchhain.

SxpÄitio«: Markt 21. Redaktion, Druck uud 8etlag von Ioh. Auq. Koch.

Jetzt nur noch das große Htuderuißreuue«: ihr «upkunststück zum Abschied. Zwei über mauueS- W Wände aus dichtem Rohrgeflecht wurdeu bei «igaug uud AuSgaug der Areua uuwett der Barriere ttfgestellt.

Der Marquis staud au der kletueu AufgaugStteppe 8 den Logen uud verfolgte die Kühohett, Gewandt- ttt und Kraft, mit welcher die Künstleriu das Pferd 8 meistern verstand. Uud dabei sagte er sich, daß ülr wenige Miauten noch ihn von dem Augenblick rennte», i» welchem diese schmale krastvolle Hand sich 8 die seine legen wollte, alS sein eigen. Aber von dem vierten Platz aus, wo »nr wenig be. *sttette Besucher, zu fitzen pflegen, starrten uuabläsfig paar Mäoneraugeo auf die schlanke, königliche «scheinung der Künstlerin. Die Lippe» deS Allen Ri da so in der Meage verborge» saß, bewegte» fich ^Mässig, aber sprach nar lautlos iu sich hinein: «eine Tochter! .Mein einziges Sind l WaS für ein MueS, et- herrliches Weib fie ist. Die Snderu

Deutsches Keich.

Berlin, 2. Juli. DerReichsanzeiger" ver­öffentlicht die Verleihung des Charakter« eines Wirklichen Geheimen Oberregierungsrates mit dem Range erster Klaffe an den Regierungspräsidenten v. Rosen in Arnsberg anläßlich deffen Ausscheidens aus dem Staatsdienste. Die Ausschüsse des Bun­desrats für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr haben beim Plenum beantragt, es solle hinfort eine periodische Mitteilung über den Stand der Spiritusproduktion und -Versteuerung veröffent­licht werden. Zu diesem Zwecke soll das Statistische Amt nach den Meldungen der Steuerhebestellen be­ziehentlich der Hauptämter jährliche llebersichten aufstellen und imStaats-Anzeiger" veröffentlichen, welche die am 30. September jedes Jahres in den Niederlagen und Reinigungsanstalten befindlichen Mengen an inländischem unversteuertem Branntwein angebcn, und außerdem soll das Reichsschatzamt monatliche Nachweisungen über die Menge des in den Brennereien des deutschen Reiches hergestellten und des nach Entrichtung der Vcrbrauchsabgabe in

vrrschwiudc» Alle gegen fie. ll»d ich hab' fie aus meinem Hause gewiesen, mit kalten Worte». Aber warum hat fie mir daS auch a»gethan hier iu Berit» bei Reuz zu reite». Könnt ich denn wisse«, daß es daS letzte Mal sein sollte, daS allerletzte? Da mußte der MarqutS erst kommen, um mir das zu sagen. Und wie et so von ihr sprach wie mir da die Augen aufgingeu, mir altem Dummkopf. WaS hab' ich nicht alles von dieser Tochter gedacht, und was hab' ich ihr nicht alles abzubitten. Wenn solch ein Ehrenmann fie zu feinem Weibe begehren kann, der ihr Leben so genau kennt, seit langer Zeit, dann muß fie eine ehrliche Frau sein, Du dummer Graukopf von einem verblendeten Batet! SIS ob Du nicht weißt, daß eS darauf aukommt, was für ein Ker» u einem Menschen steckt, um solch' ein Leben ver­tage» zu können oder uicht. Da steht er ja, der Marquis. Was für ein glückliches Gesicht er macht! Daß er ein Edelman» ist von altem hohem Adel daS macht bei mir nichts aus, aber daß Jeder» mau« ihm vsu der Stirn liest, daß er ei» ganzer

Ehrenmann, daS ift8.* ,

Da ritt Mathilde unten langsam an dem Marquis vorüber, ihr Pferd mühsam im Zügel haltend. Sie reichte ihm vom Pferde herab die Hand uud sprach ein Wort dabei. Der Alle da droben wußte, daß >teS WortBald!" hieß. Hatte et eS gehört, ober hatte er e« nur von ben glücklichen Gesichtern bet Beiben abgelesen? Er faltete unwillkürlich die Hände und flüsterte:Gott sei Dank, daß die Geschichte einen solche» AuSgaug genommen.*

Da setzte die Mnfik wieder ein.- Die Reiterin machte Kehrt, nm im nächsten Augenblick im Galopp steranzujagen. DaS Pferd stutzte vor der hohen Wand. Ein Schlag der Reitgerte auf die Flanke nnb es nahm da» Hindernis im mächtigen Sprunge, noch ein Schlag und es nahm auch das zwette. Und so noch einmal und zum drittenmal. Schon wollte die Künstlerin vom Pferde steigen, al» der immer neu auSbrechende Applau» fie zu nochmaliger Wiederholung

- den freien Verkehr übergeführten Branntweins auf- I stellen und ebenfalls durch denReichs-Anzeiger" 1 zur Veröffentlichung bringen. Nunmehr liegt auch ! der zweite Band der Gutachten vor, welche für den » 20. deutschen Juristentag, der vom 10. bis 14. : September in Straßburg abgehalten wird, vorbe- : reitet sind. Auch diese Gutachten nehmen sämtlich - Bezug auf den Entwurf eines bürgerlichen Gesetz- 1 buchs für das Deutsche Reich. Landrichter Dr. i Koffka und Rechtsanwalt Dr. Hermann Veit Simon- . Berlin beleuchten die Frage, ob die Konventional- , strafe im künftigen deutschen Gesetzbuch lediglich der i freien Vereinbarung unterliegen oder an gesetzliche ' oder richterliche Schranken gebunden werden solle. I Professor Dr. Friedrich Endemonn-Königsberg und Rechtsanwalt Dr. C. F. Reatz-Gießen untersuchen, 1 l>b es sich empfehle, die Anfechtbarkeit der Schen- 1 tun gen aus dem vom Entwurf aufgestellten Gesichts- : punkt des außerordentlichen Pflichtteils, ober aus , dem des Uebermaßes festzusetzen. Ob die von dem 1 Entwurf in Aussicht genommene Beschränkung der ; Ehescheidungsgründe anzunehmen sei, erörtern Prof.

Dr. Otto Mayer-Straßburg und Rechtsanwalt und Dozent Dr. Leonard Jacobi-Berlin, woran fich ein Gutachten des Prof. Dr. Brie-Breslau darüber an- schließt, ob es gerechtfertigt sei, anstelle der Ehe­scheidungsstrafen in der Weise, wie der Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuchs dies beabsichttgt, nur eine Verpflichtung des für den schuldigen Teil erklärten Ehegatten zur Gewährung des Unterhalts an den andern, der Unterstützung bedürftigen Ehegatten ein­zuführen." Schließlich unterziehen der Ober-Landes- gerichtsrat Dr. Jaeckel-Posen und Prof. Dr. Otto Fischer-Greifswald, wie der SatzKauf bricht nicht Miethe" im Falle der Subhastation zu modifizieren sei.

Ueber die Losoden, das Reiseziel des Kaisers, dürften noch folgende Notizen von Interesse sein: Die aus sechs größeren und einigen kleinen Eilanden bestehende Inselgruppe ist von der Küste des nörd­lichen Norwegen durch den Westfjord getrennt, ge­birgig und felsig wie das gegenüberliegende Festland, mit schneebedeckten Bergen, zum Teil mit etwas Hafer, Gerste und Kartoffeln bestellten Thälern und sommergrünen Matten, ohne Bäume und schwach bevölkert, durch gefährliche Meeresströmungen und starke, altberühmte Fischerei bekannt. Die südliche Insel heißt Röst, bann folgen Värö, Moskenäsö, Flakftad und die beiden größten: Ostvaagen und Westvaagen. Letztere hat 75 Kilometer Umfang, trägt die hohen Berge Himmeltiud, Guratind und Liötind und ist eine der fruchtbarsten. Im weiteren veranlaßte. DaS Thier, rntt weitgeöffneten, fliegenden Nüstern aber weigerte fich, ben Sprung zu wieder- holen. Mit lautem Anruf und einem pfeifenden Grrtenhieb zwang fie eS.

Da flog ein prächttger Lorbeerkranz ans einer der Lagen ans den Sand der Arena nieder. Jrn nächsten Moment ein mächtiger Satz des widerstrebende» ThiereS, während das Mafikcorps einen schmetternden TU'ch bläst dann ein Augenblick der lautlosesten Stille und nun ein gellender Weheruf durch ben ganzen weiten Raum.

Die Reiterin liegt, a»S dem Sattel gefdjlenbert bo8 Gesicht im Sande, unweit des LorbeerkranzeS, nach dem der eine Arm auSgestreckt ist, am Boden.

In der nächsten Sekunde hat einer der Zuschauer eine hohe, vornehme Erscheinung, die Barriere über, prungen. Er hebt die leblose Gestalt auf seine arme nnb trägt fie, ohne auf trgenb etwas nm sich her zu achten, hinaus.

In ihrer Garberobe legt er sie sanft auf die Erbe fäou vorher Decken nnb Mäntel gebreitet.

Dann kniet er neben ihr nnb sucht ihrem Kopf eine bequeme Lage zu geben, von bem er mit sora- amer Zärtlichkeit bie letzten Sanbfpuren entfernt, ^etfe, leise berührt er mit seinen Lippen ihren Munb ihre geschlossenen Augen.

, "AtiuBrautknß*, flüsterte er batet,ich hätte ! hu Dir froher zu geben gehofft l*

D> Vabe e8 mtr wohl gebucht, daß ein Un» glück geschehen würde,* schluchzte Lisette.Madame

J6r. --sehe», heut znm dritten male, und es ist jedesmal ein Unglück ge» I kommen.

,3hr Gespenst?*

.Ja, Herr Marquis. Ich hötte, wie fie dem Palaisten, der ihn verhaftete, feinen Namen neunte.* 1 di« Mutter der Künstlerin rntt dem

Arzt und dem Direktor ein.

Der Doktor neigte fich sofort Über die noch

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Bögler _____

in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf TYlV Messe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. 1' Daube u. Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris-

Avslaud.

Wie«, 2. Juli. Im Heeresausschusse der un­garischen Delegation wurde bei der Debatte über das Extraordinarium festgestellt, daß im Jahre 1890 sämtliche Repetiergewehre für bie dreizehn Armee­korps beschafft fein werden. DiePolitische Korrespondenz" meldet auf Cetinje: Anläßlich der Großjährigkeitsfeier des Erbprinzen drückte der Fest­redner den Wunsch und die ©rroartung aus, die großserbische Idee werde an dem Prinzen einen unermüdlichen Förderer haben. Dem Tedeum wohnte das diplomatische Korps bei, der Erbprinz leistete den Ergebenheitseid dem Fürsten Nikolaus, dem Lande, der orthodoxen Kirche und dem Zaren Alexander III.

London, 2. Juli. Das .Bureau Reuter" meldet aus Wadi-Haifa: Wade! Njumi ist nach Mataka ohne Gefecht zurückgekehrt.

Kopenhagen, 1. Juli. Zwei deutsche Kriegs­schiffe, von welchen eines die Kaiserflagge führte, passierten, von Süden kommend, heute morgens oVi Uhr Draggr.

immer Leblose und begann sie zu untersuchen. ®8 folgten Minuten deS ängstlichen Schweigens in dem kleinen Kreise, während dessen aller Augen mit qualvoller Spannung an ben Zügen des Arztes hingen. So bemerfte auch niemonb, baß brr alte Herr, bet fich von feinem Platze hoch auf bei Gallerte eublich bis hierher bnrchgefragt, leise eintrat.

O1 .3st sie ?* ringt es fich enblich von ben L'ppen ber Mutter, aber fie vermag baS entsetzliche Wort nicht auszusprechen.

D°u Arzt hebt ben Kopf nnb zuckt bie Achseln. «Tot? Noch nicht, aber--

Die Geberde, welche diese Worte begleitet, drückt vollste Hoffnungslosigkeit aus. Dann erhebt er fich: hier bleibt für ihn nichts zu ihn« übrig.

Mit einem dumpfen, schmerzlichen Stöhnen finkt der Mann neben der Sterbenden auf die Kuiee, auf ihre letzten Herzschläge zu lauschen, ben letzten Hau» ihres Mundes zu spüren.

o t,®rte butter kniet während deffen zu Füßen der Leblosen. I» dieser Stunde muß fie znrückstehen. Der Platz an dem Herzen ihre» sterbenden Kinde» gehört dem Manne dort rntt ben bleichen, schwer», entstellten Zügen.

Sie preßt bie Hänbe krampfhaft in einanber, fk ttffl beten, nm ©nabe flehen, daß Gott biefen ent. etzlichstrn Schlag von ihnen wenbe, aber fie findet keine Worte, ihre Lippen zucken, ohne einen Laut hervorzubrtngen---

Bo» der Arena klingen, nur wenig gedämpft, die chreienden Stimme» der Clowns herüber, die mit hreu Späßen, bie durch den Zwischenfall gestörte nftige Stimmung des Publikums wieder hei stille« olle». Bald antwortet denn auch wieder da» challende Lachen der Menge und klingt bis an die Stätte, wo der unbarmherzige Tod ein blühende» Leben dahinrafft.

Der Dttettor steht draußen an der Barriere «ib überwacht ben Fortgang der Vorstellung. Er hat rntt ficherem Blick das Schicksal bei Künstlerin vo»

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und -

Feiertagen- Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe»

dition 2'/.Mk., bei den Postämtern 2 ML 50 Pfg. (exkl.

Bestellgeld) Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile Donnerstag, 4. Juli 1889

10 Pfg., Reklamen für bte Zeile 2o Pfg u' yj v

Nachdem die Alters «nd Invaliden- versichern«-

Gesetz geworden, mag es an ber Zeit sein, noch einmal kurz zusammenzufassen, welche Vorteile es dem Arbeiter in Aussicht stellt und um welchen Preis er diese erkaufen muß.

Das Gesetz erstreckt seine Wohlthaten zunächst licht blos auf die eigentlichen Arbeiter und Ar­beiterinnen, sondern auch auf alle Dienstboten, Wasch­frauen, Näherinnen, Handlungsgehilfen und Betriebs­beamte mit weniger als 2000 Mark Einkommen, j zusammen auf etwa 12 Millionen Personen.

Der arbeitsfähige Arbeiter erhält mit 70 Jahren eine nach der Lohnhöhe verschieden abgestufte Alters­rente, deren Mindestbetrag auf 106,40, der Höchst­betrag auf 191 Mk. im Jahr sich stellt. Man be­rechnet, daß zur Zeit etwa 80 000 Arbeiter männlichen und 37 000 weiblichen Geschlechts zum Bezüge der Altersrente berechtigt sind.

Wer arbeitsunfähig ist, d. h. nicht mehr ein ; Drittel des Durchschnittes aus dem ortsüblichen Tagelohn seiner Lohnklasse verdienen kann, ist zum Bezüge der Invalidenrente berechiigt. Die In­validenrente steigt mit der Dauer der Beittagspflicht wochenweise nach vier verschiedenen Lohnklassen. Die niedrigste Rente für Arbeiter der untersten Lohn­klasse bis 350 Mark Jahreseinkommen und erst fünfjährige Bettragsleistung beträgt 114 Mk. 70 Pfg. Sie kann, da die Beittagspflicht mit 16 Jahren beginnt, schon mit 21 Jahren verdient sein. Wer aber 50 Jahre in der 4. Lohnklasse (mit übet 850 Mk. Jahreseinkommen) Beittag geleistet, hat eine Invalidenrente von 415,50 Mark erworben. Die meisten Renten werden sich wohl zwischen 140

^Nachdruck Verbote».)

Madame de Marbre.

Erzählung von T. Rindler.

.Schluß.)

Immer wieder mußte Madame be Marbre fich sagen: »Wieder das Gespenst! Zum dritten Male heut! DaS bedeutet nichts Gutes!*