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WchMiche Beüagen: Kreis-Blatt ffir die Kreise Marburg Md Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt<
Srprditiov: Marit 21. — Redaktion, Druck und «erlag von Jo». >»q. »och.
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Marburg, Dienstag, 25. Juni 1889.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blatte?, sowie die Annoncen-Bureaux von Hassen stein und Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV. Hahraaua. Mosse m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. M *) » “
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In Kirchhain unsere Agentur, Herr Buchbinder Rindt, und in hiesiger Stadt unsere Zeitungsträger sowie unsere Expedition.
Die Exped. der Oberh. Zeitung.
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Ketttsches Reich.
Berlin, 22. Juni. Nicht mit großem öffentlichem Pomp, aber doch in echt festlicher Art spielen sich die Vermählungs-Feierlichkeiten ab, welche anläßlich der Verbindung der Prinzessin Luise Sophie von Schleswig-Holstein mit dem Prinzen Friedrich 'Leopold von Preußen heute und an den folgenden Tagen am königlichen Hofe zu Berlin stattfinden. Schon gestern traf die weitaus größte Anzahl der auswärtigen fürstlichen Teilnehmer in Berlin ein. Heute reist Prinzessin Luise Sophie in Begleitung ihres Bruders und deS Hofmarschalls von Buddenbrock mittelst Extrazuges von Dresden nach Berlin. Die hohe Braut traf 12 Uhr 20 Mm. am Potsdamer Bahnhof ein, wo sie durch den Oberstallmeister Rauch, den Stadtkommandanten und den Polizeipräsidenten empfangen wurde. Die Prinzessin fuhr im offenen Vierspänner nach dem Schloß Bellevue, sie wurde unterwegs von einer zahlreichen Menschenmenge enthusiastisch begrüßt. — Der Kaiser empfing, umgeben von sämtlichen königlichen Prinzen, die Prinzessin-Braut Luise Sophie an dem Portal des Schlosies Bellevue, die Kaiserin nickte von einem Fenster des Erdgeschosses der ankommenden Schwester
(Nachdruck verboten )
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Humoreske von Max Trausil.
(Fortsetzung statt Schluß.)
Er hatte nicht übel Lust, die Dehudarkett der Ohren des Grieche» zu erproben, als ihm aber im Sonnenlicht der Stern von Miflolunghi eutgegevglitzrrte, gebrach es ihm au Muth, die jungen Leute t»S Verhör zu nehmen. Zudem bestärkte ihn das unbefangene Dreiufchane» der Beiden, die, in ihre Ecken gedrückt, weit auseinander faßen, in der anfkeimeudeu Vermutung, daß die ganze Kußgefchichte unr eine» kusttsche Täuschung gewesen fei. „
Im Gedränge drs Badener Bahnhofes bot GeorgioS Euphrofiuen de» Arm, iudeß der Vater, lauter als notwendig war, eiuew Fiaker herbeirief uud ihm uach feiner Villa Ravheueck zu fahre» befahl.
Beide Hände um de» kräftige» Arm des junge» Mannes geschlungen, sah das Mädchen mit ihre» trenherzigen blaue» Auge» zu ihm empor uud flüsterte zum Abschied:
.Aus Wiedersehen, Franz! Bertrane ans mich, eS wird noch alles gut werden.'
Nachdem fich Vater Purzelmeier von de» Attache fleif uud eerewouiell verabschiedet uud letzterer Euphro- syueu die Hand geküßt hatte, rollte der Fiaker von tannen. ,
Der junge Manu sah dem Wageu wehmütig uach, bis er um die nächste Straßenecke verschwand, daun ließ er de» .Stern von Missoluughi' in der Brust- lasche verschwinden nnd lenkte seine Schritte dahin, wo .die letzten Häuser stehen' nach der Annengaffe, an deren Ende er tu einem von Ulmen überdachte» Vorhofe verschwand.
Noch rang da» Souvevgold de» jnngen Tages »st de» Schwtfeldüvste» der aste» Themse Pannoniae, dem auch in der Neuzeit berühmt gewordene» Bade» bei Wie», al» der erste To» der Parkmnfik erscholl.
lebhaft zu. Der Kaiser trat an den Wagenschlag, begrüßte die Prinzessin und geleitete dieselbe zu ihrem Bräutigam; die Kaiserin kam ihrer Schwester bis zum unteren Treppenabsatz entgegen und geleitete ie durch das Spalier der obersten Hofchargen und General-Flügeladjutanten in den runden Saal, wo im engsten Familienkreise ein Frühstück von 18 Gedecken folgte. Um 5 Uhr nachmittags fand bei prachtvollstem Wetter der Einzug der Prinzessin- Braut in Berlin statt. Sie wurde von der zahlreichen Menschenmenge enthusiastisch begrüßt; die Straßen haben reich geflaggt. Bei dem Einzug bildete die Garnison Spalier, die Kavallerie bis zum Brandenburger Thor, die Infanterie bis zum Schloß. Beim Passieren des Thores ertönten Salutschüsse, die goldene Staatskarosse hielt auf dem Pariserplatz vor der Tribüne mit der Deputation des Magistrats. Bürgermeister Duncker bewillkommnete die Prinzessin, indem er aussührte: Mit lebhafter Freude blicken die Bewohner Berlins auf den Ehebund, welchen die Schwester ihrer geliebten Kaiserin mit einem Sohne des Hohenzollern einzugehen entschlossen ist, der auf dem höchsten Gipfel einer ruhmreichen Laufbahn ein warmes Interesse bewahrte für die einst seinem Befehle unterstellten Söhne der Mark Brandenburg und der Stadt Berlin. In dankbarer Erinnerung an die Vergangenheit und in froher Hoffnung auf die Zukunft verbindet die Bürgerschaft mit ihrem herzlichen Willkommen den innigen Wunsch: Gesegnet sei der Eintritt in unsere Stadt! Werde sie eine Stätte reicher Freuden und ungetrübten Glückest Die Prinzessin antwortete: Ich danke der Bürgerschaft herzlich für den freundlichen Empfang; die Stadt ist mir nicht fremd, da ich als Schwester der Kaiserin hier residiert habe. Ich freue mich, die Vertreter der Stadt begrüßen zu können und bitte, der Bürgerschaft meinen herzlichen Dank zu übermitteln. — Am Portale des Schlosses wurde die Braut vom Kaiser in der Uniform des Garde du Korps empfangen, worauf um sechs Uhr Galatafel im Weißen Saale des Schlosses stattfand.
— Ueber die Reise des Kaisers nach der norwegischen Küste bringt das „Kieler Tgbl." folgende Angaben: Der Kaiser wird sich zum Ende dieses Monats, wie es heißt am 29., in Kiel, und zwar auf seiner Dampfyacht „Hohenzollern" nach Norwegen einschiffen. Die Dacht wird vom Kapitän zur See von Arnim geführt werden. Ueber den Punkt, wo der Kaiser bei den Lofoten seinen Aufenthalt nehmen wird, ist noch nichts näheres bestimmt, da der Kaiser sich alle Einzelheiten Vorbehalten hat.
Die Wiener Geldaristokratie, mit de» kühugebogene», in Höckerform fich schwungvoll auSweiteuden Nasen, begann unter der Statue der Hygiea ihre Winter, süvde» mit heißem Schwefeltranke abzubüßeo. Auch Papa Purzelmeter glaubte dem guten Ton dieses Trankopser zu sein und that einen herzhafte» Schluck — aber nur eine». Da»» eilte er aber schleuaigst ins Kaffeehaus, um das Höllengetränk durch einen Schnaps zu ueutralifireu.
Zur Trinkhalle zurückgekehrt, traf der fich noch immer schüttelude Purzelmeier an der Seite seiner Tochter den Herrn PopokatopuloS, der ihm seine beiden Freunde den serbischen Csnsul Gyuri von Nedelkowitsch und den rumänische» LegationSrat Demeter Cantakuzeuo vorflellte. Für Ausländer sprachen die junge», fesche» Diplomaten auffallend gut Wieuerisch waS sie natürlich ihrem vieljährige« Aufenthalt tu der Kaiserstadt verdankte». Uud doch beschlich de» neugebackene» Capitalisteu Purzelmeier, deffeu einzige Beschäftigung in letzter Zett in der Straßeubummelei bestand, ein gelinder Zweifel, den» er glaubte fich ganz bestimmt zu erinnern, die beiden Herren sehr oft in der Strauchgaffe vor der Börse gesehen zu haben. Aber der Nachdruck, mtt welchem die Herren über die schwebenden politische» Frage» spräche», verscheuchte bei Purzelmeier schließlich jegliche» Zweifel an der Echtheit ihrer diplomatische» Stell»»g. Nach dem Frühstück ging man ans den Kalvarienberg spaziere» und schmauchte etue Zigarre iu dem Pavillon „Moritzrnh". Die flotte» StaatSwiuner wußten PurzelweierS Gunst im Sturm zu eroberu, kenn schon lud er sie mit einigen gutgemeinten, aber schlecht an. gebrachten Komplimenten zu feiner morgigen Sollte ein. Um auf dem Rückwege zur Stadt GeorgioS und Euphrofiuen Gelegenheit zu einem geflüsterte» Zwie. gespräch zu verschaffen, verwickelte» fie den „Partikulier" in einem gelehrte» Disput, dessen Koste» sie gauz allein trugen, und so verstand sich eS von selbst, daß Purzel, meter dafür die Koste» von dem gemeinschaftlich ein» genommenen Mittagessen ganz allein trog.
Wahrscheinlich wird der Kaiser seine Wohnung an Bord der „Hohenzollern" behalten, deren prachtvolle Räume jetzt ja auch elektrisch beleuchtet werden können. Andernfalls dürfte an irgend einem passenden Punkte an der Küste ein Blockhaus für den Kaiser aufge- chlagen werden, wie seinerzeit ein solches für den Prinzen Friedrich Karl an der Küste von Rügen zusammengezimmert worden ist. Der Kaiser will in Norwegen nur dem Fischfang und der Jagd obliegen, Berge steigen und sich sonst gänzlich für einige Wochen der Ruhe hingeben. Ein norwegisches und ein schwedisches Kriegsschiff begeben fich bereits in den nächsten Tagen in den Westjord um alles für die Ankunft des Monarchen vorzubereiten. Die „Hohenzollern" wird noch von einem andern Kriegsschiff auf der Steife begleitet fein. Wahrscheinlich wird die Lofoten - Insel Westvaagen vom Kaiser zu seinem Aufenthalt gewählt werden. — Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge trifft der Großfürst-Thronfolger auf der Durchreise nach Stuttgart Montag früh in Berlin ein. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Schwarzen Adler-Ordens an den bayerischen Minister Lutz. — Die „Post" veröffentlicht ein Schreiben des früheren spanischen Botschafters in Berlin, Grafen v. Benomar, worin er erklärt, der spanische Staatsrat sei niemals mit irgend einem Vertrauensbruche von seiner Seite befaßt gewesen und habe niemals den Beschluß gefaßt, ihn wegen Vertrauensbruchs vor Gericht zu stellen.
— Die .Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein erfreulicher Beweis für das Erstarken unseres Nationalgefühls zeigt sich in dem Verhalten des überwiegenden Teils der süddeutschen Presse bei dem mit der Schweiz schwebenden Streit. Es liegt auf der Hand, daß die Folgen einer Störung unserer Beziehungen zu der Schweiz namentlich für Süddeutschland Unbequemlichkeiten im Gefolge haben werden, und es ist deshalb um so anerkennenswerter, daß alle achtbaren Blätter, zum Beispiel in Württemberg und Baden, sich mehr zur Reichsregierung, als zu der demokrattschen Opposition halten. Nur Blätter von ähnlicher Vergangenheit nattonalen Bestrebungen gegenüber wie der „Beobachter" machen davon die natürliche Ausnahme. Es kann nicht verkannt werden, daß der Eindruck der Feindseligkeit, welche in dem Verhalten der schweizerischen Kantonialbchörden gegenüber Deutschand liegt, durch die auffallende Ungeschicklichkeit abgeschwächt wird, welche Wohlgemuth in seiner Eigenschaft als politischer Beamter bekundet hat. Die Vertrauensseligkeit, mit welcher ein Vertreter der geheimen polittschen Polizei mit einem
Auf dem grüne» Tuche des Billards wäre» die junge» Leute als Diplomaten erst recht zu Hause deuu im Cast Otto beim „Schwarzen" verlor Purzel» meier, der sonst kein schlechter Spieler war, eine Partie um die andere. Als die mitgenommene Baar- schaft ans die Neige ging, warf er ärgerlich seine Queue auf das Billard und zwar so heftig, daß die andere» Gäste vom Tarok und Domino auffuhren. Aber die »eugewounenen guten Freunde ließe» nicht nach, bestellten einen Fiaker und schoben den verdntzten Purzelmeier ohne viel Federlesen in den Wagen, um ins Heleueuthal zu fahren. Als Barbier wäre er bei dieser Verha"dluug grob geworden, aber für einen Partikulier paßte sich so etwas nicht, und schließlich fand er es in der Ordnnng, als die guten Freunde im Gasthaus „Zur Kraiuerhütteu" auf ihre Kosten ein Souper mit Champagner bestellte».
Porzelmeiers Aerger war bald verflogen und machte einer lärmenden Fröhlichkeit Platz. Nach der dritten Flasche „Schlumberger" streifte er den stolzen Partikulier völlig ab, zog den Barbier wieder an »nb trank Brüderschaft mit GeorgioS PopokatopuloS. Da feine Zunge den „PopokatopuloS" nicht mehr fertig bringen konnte, nannte er ihn schlechtweg, „feinen Attache", uud als der Pfropfen zum vierten Male knallte, und die übermütigen Zecher jedes einzelne Fawllteuglied der auSgebreiteten Pnrzel- meier'fchen Verwandtschaft hochleben ließen hatte Purzelmeier gegen die feierliche Verlobung feiner Tochter mit GeorgioS nichts mehr einzuweuden, weil er überhaupt nicht mehr sprechen konnte. Dte HeiraiS. Vermittler sprudelten in toller Lust, aber bei bem Braut» paar selbst wollte keine rechte Freude auftommen. Euphrosfine hatte trotz deS Gelingens des tollen Schabernacks eine schlaflose Nacht. Auch ihr Bräutigam machte fich darüber Vorwürfe, einen alten Man» zur Zielscheibe des Spottes feiner Freunde gemacht zu habe». Desto ruhiger schlief, von goldenen Träumen nmganfclt der mein» und frenbentruntene Purzelmeier. Auf einer Wolke von Seifenschaum trug ihn ber Traumgott in
ihm persönlich unbekannten, übel beleumdeten Sozial, demokraten nicht blos Verbindungen angeknüpft, fon» dern auch eine schriftliche Korrespondenz geführt hat, deren Bedenklichkeit er selbst durch einen Appell a» die Ehrenhaftigkeit dieses von ihm nie gesehene» Vertrauensmannes anerkannt hat: diese Thatsache wird bei der Beurteilung des Vorfalls vielfach in den Vordergrund gedrängt. Es ist unter diesen Umständen der Eindruck natürlich, daß ein ungeschickter Beamter aus den Schutz seiner Behörde weniger Anspruch haben müsse, und der Unwille gegen die Ungeschicklichkeit übt einen Einfluß auch auf die Beurteilung des Falles als solchen aus. Gerecht aber würde die Beurteilung nicht sein, die sich vcm diesem Eindruck leiten läßt; im Gegenteil: aus der naiven Bedachtlosigkeit, mit welcher Wohlgemuth sich in die Hände eines ihm unbekannten und unverbürgten politischen Schwindlers ins feindliche Lager begeben hat, hätten die Schweizer Behörden, noment» lich die gebildeten Beamten der Zentralstelle, sich von der Unschädlichkeit dieses Beamten der Elsässer Regierung überzeugen und die Gewähr dafür finden müssen, daß dieser Beamte des Deutschm Reichs kein für die Sicherheit der Eidgenossenschaft gefährlicher Agent sei. Wenn sie dennoch in einer allen nachbarlichen und freundschaftlichen Beziehungen Hohn sprechenden Form gegen ihn eingeschritten sind, so ist dafür kein anderes Motiv als das der Parteilichkeit für die Sozialdemokratie im Kampfe derselben gegen das Deuffche Reich annehmbar. Ob diese Parteinahme ein Ergebnis des UebelwollenS gegen den deutschen Nachbarn oder eine Folge der Ueberlegenheit der deutschen demokrattsierenden Kantonalorgane über die Zentralregierung ist: dieses Motiv ist für uns schließlich ohne Erheblichkeit.
Aachen, 22. Juni. Die „Aachener Zeitung* meldet den Tod des lateinischen Patriarchen in Jerusalem Bracco.
Stuttgart, 22. Juni. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Königs Karl: „An Mein Volk!" worin derselbe gelegentlich seines 25- jährigen Regierungs-Jubiläums seine Freude aus» spricht, daß es ihm vergönnt gewesen sei, in bewegter und großer Zeit seines fürstlichen Berufes zn warten. Er dankt ferner für die zahlreichen Zeichen der Treue und Anhänglichkeit des Volkes, welche dieser ihm auch in diesen Tagen entgegenbrmge. Die Wohlfahrt Württembergs werde auch ferner da- Ziel aller seiner Bestrebungen sein. Sein schönster Lohn seien die dankbaren und treuen Gesinnungen seines Volkes. Der Erlaß schließt: „Möge GotteS
bie säulengetragene Vorhalle einer Königsburg; reich» gallonierte Diener nahmen ihm Hut und Regenschirm ab und Hofgardisten mit grstzmächtigeu Hellebarde» geleiteten ihn zum Throusaal. Kaum traute er feinen Augen. Stand nicht dort an deS Thrones Stufen im goldbrokatenen Kleid und mit Straußfebern geschmückten Diadem feine Tochters Wahrhaftig! Und auf der anderen Seite fein schmucker Schwiegersohn in Sammt und Seide und einen goldenen Schlüssel auf dem Rücken s Nach dem Takte einer fünften Musik bewegten fich zierliche Paare und lauggelockte Pagen kredenzten in schimmernde» Gefäße» perlenden Wei». Ueberwälttgt voa dem blendende» Gepränge blieb der eiugeschüchterte Purzelmeier uuschlüffig an der Thür stehen, aber fein Schwiegersohn winkte ihm mit einem goldenen Stab, die Musik verstummte und beherzt schritt er durch die respektvoll zurückweichende Menge. Ein Jüngling im Hermeltumautel, mit Szepter und Krone stieg die Thronstufen herab nnd sprach lentfelig zu ihm:
„Knie nieder, RopheuciuS Purzelmeier!"
Erstaunt, daß ber Jüngling feinen Taufnamen kenne, sah ihn Purzelmeier groß an. Nachdem ihn die Pagen mit einem sanften Druck aufs Knie gezwungen hatten, fuhr der Jüngling fort:
„Ich, der König Bon Griechenland, schlage Dich zum Ritter I"
Der König berührte PurzelweierS Schuller mit einem silbernen Rastrrneffer und heftete einen Ordens» steru an feine Brust — das war ein goldenes Barbierbecken.
Die Hofcharge» riefen: „ES lebe Ritter Figar» von Miflolunghi!"
Purzelmeier verbeugte fich, stieß mit feiner Rück- feite an die Vorderseite einer Hofdame und — erwachte.
Der arme Purzelmeier! Er war ans der Zauber» well der Träume so schnell in die rauhe Wirklichkeit herunter gepurzelt, daß er fich gar nicht zurecht finde» konnte. Die »ettgarbtneu kamen ihm wie ber Wolken» wagen bar, indem er mtt dem Tranmgott durch die