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Kßchmtliche Beilagen: Kreis-Blatt für tit Kreise Marburg md Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt
Expedition- Mar« 21. — Rebattion, Druck und Setlag vou Ich. lag. Koch.
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IS NZ., ArS-RS- für die -Me W Pfg.° Daube u. «o. in Frankfurt a. «L, Berlin, Hannover. Paris.
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Pfingsten.
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: Aus allen Zweigen schmettert es der ftohen Mmschenschar. welche zum schönen Pfingstfest Er- 1 tzolung und Erfrischung in der freien Natur sucht, pn Willkommen entgegen, und die ganze bunte Au Mietet mit all' den lieblichen Kindern des Frühlings kn Gästen ihren heiteren Gruß! Pfingsten, so heißt kr Festgruß, der sich heute allen beut, und willig folgen Tausende dem Rufe; sie schmücken sich dem üblichen Feste zu Ehren mit frischem Grün, und kmit auch Haus- und Wohnräume, die sie flüchtig fmler sich lassen, des Pfingstschmuckes nicht entbehren, irbnet die sorgende Hand auch für sie das grüne iLoub der Maienzweige. Die ganze Welt prangt |im Festschmuck; auf kein anderes der hohen kirch- Mhen Feste paßt dieser Ausdruck geradeso, wie auf Äfwgsten. Pfingsten zeigt nicht allein der Kalender an, das sieht schon jeder Mensch; sein lachendes 1 ßilb, es schleicht sich in die Herzen ein und wohlgemut greift die Hand zum Wanderstabe, pilgert der Kuß in die schöne Welt hinaus. Pfingstfreude er-
füOt die Brust, ein frohgemuter und dankbarer Sinn ü das Gemüt für die herrlichen, friedlichen und weihe | «ollen Festtage, die uns wiederum bescheert sind. | Zn Wahrheit ist es ein liebliches Fest, eine ideale k Feier ohne egoistische Bedürfnisse, eine Feier, die p alle Gedanken auf das einfach Schöne lenkt. Das | nietet uns das Pfingstfest, deshalb jubeln wir ihm ß toll entgegen.
g Ein so lachendes, sonniges Fest, und eine so tief- B miste, gedankenvolle Bedeutung! Müsien nicht den | Weiteren Menschenscharen in ihrem kindlichen Freuen | tot blauen Himmel und wonniger Flur ganz von I selbst leichtere, ja heiligere Wünsche und Forderungen | kommen, als wie sie sonst die Menschheit erfüllen? I Gewiß wird, was wir schon angedeutet, jeder . denkende, fühlende Mensch mit tiefem Dank auch t man üch erinnern, wie nach vielen ernsten Tagen - 3 um alles wieder schön und herrlich geworden, wie
] t über manche Fährden sicher fortgesührt ist, ohne
«st entwickelt hat. Es ist nicht leicht, heute breite
Volksmengen von vornherein und schnell für hohe
len,
tob ideale Ziele zu gewinnen, ober der edle und
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»er, en,
(Nachdruck verboten.)
Ei« Kind des Südens.
Novelle von R. Anüt.
(Fortsetzung.)
,3a, ja', bestätigte Nieves, »jetzt kommt der Vinter! — Aber ich habe den Winter sehr lieb, j «un Du weißt ja, mit den elften Schneeflocken lommt Olaf aus Italien zurück und bann gehe ick flr sein Weib mit ihm nach Dänemark. Taute Betty fast, sie würde sich vor der Seereise fürchten, sie bürde schon krank, wenn sie nur darau denke, aber H fürchte mich nicht — Olaf ist ja dann bei mir.'
»Liebst Du ihu deuu gar so sehr?' fragte Viola.
»I« Anfang hab' ich gar nicht gewußt, wie lieb M ihn habe', entgegnete sie träumerisch, »aber feit« er fort ist, seitdem ich ihn nicht mehr sehen «un, hab' ich e8 einsehen gelernt.' Und bann nach toter Pause fuhr sie fort: »Willst Du so gut sein, «Ma, und Mercedes rvfeu? Sie hat mich so ver- dohnr, daß ich ohne ihre Hilfe gar nicht mehr ans. Ren mag. Sie kommt auch mit unS nach Däne- ?a$t, wie sie einst meiner Mntter ans Spanien «urhrr gefolgt ist." —
„Wie kommt eS nur, daß ich so müde bin, ob- ich doch so fest und so lange geschlafen habe?" Aktor Wermuth hatte sich nnbemerkt aus dem «immer entfernt, jetzt ging auch Viola hinaus, um M'ic-dks zu rufen und ihr die nötige Vorsicht ein« «uschärfen.
.Als Doktor Wermnth am Abend, äls NieveS 1 Asts ihr Lager wieder aufgesucht, da sie gar so
»Sde war — nach der Stadt zurückfnhr, mit dem 1 Arspitchru, am nächsten Morgen wieder nach der «ranken zu sehen, sagte er zu Roderich uud Mercedes, , ibn hinabbegleiteten: „Meine Kunst ist hier umsonst. Schöffen Sie den Schurken, jenen von Mreu zur Stelle, sonst kann ich für das eine oder andere Unglück nicht stehen. Denn, sagen Sie
V — ba ihr von der Katastrophe nicht das 6k«
i recht zu merken, wie er ost gehadert und gelitten, manchmal wider beffere Einsicht, und wie ön doch alles gut geworden. Die christliche Kirche feiert das liebliche Pfingstfest als Fest zur Erinne- nmg an die Ausgießung des heiligen Geistes und kt Errichtung der christlichen Kirche, jenem Ereignis, s tos welchem sich die Geschichte unserer Zeitrechnung
schöne Geist hinterließ doch in jedem einzelnen Menschen wenigstens eine Spur seines Wirkens, es ist eine zarte, kostbare Pflanze, die der sorgfältigsten Pflege und Wartung bedarf. Oft, sehr oft wird alle aufgewendete Sorgfalt mit Undank belohnt, oft erzielt sie aber auch srohe Erfolge und giebt damit den Mut zu weiteren Arbeiten. Scharf war gerade in der Zeit vor dem Pfingstfest der Kampf der Meinungen, in das lichte Frühlingsweben mischte ich ein harter Streit über Mein und Dein, und nicht immer wurden die Grenzen innegehalten, die eingehalten werden sollen und muffen.
Aber zu Pfingsten ist auch der laute Hader verstummt, und es läßt sich erhoffen, daß aus jenen Tagen des Zwistes in der Zukunft noch segensreiche Früchte erwachsen werden. Neue Lehren bringt die ortschreitende Zeit auf, wie den Armen und Schwachen geholfen werden kann, die bestehenden Gegensätze im sozialen Leben gemildert werden können. Zahlreich sind die Wege, welche zu dem schönen, echt menschlichen und echt christlichen Ziel führen, und wer den einen Weg nicht billigt, der wird noch hinreichend auf anderen Gelegenheit finden, nach seinem Vermögen, nach seinem besten Wissen und Willen zu wirken. Edle Samenkörner sind in unseren Tagen ausgestreut und wir wollen hoffen, daß sie dermaleinst eine Frucht zeitigen werden, welche in erster Reihe der deutschen Nation und dann allen Kulturvölkern zum Segen gereicht. Gut Ding will gute Weile haben, so allerdings wird es auch hier heißen, aber wir Menschen sind ja geboren zum kräftigen Arbeiten und Kämpfen, und nicht die Hände in den Schoß zu legen. Eine würdige Pfingst- eier ist auch der Gedanke deshalb an die großen und edlen Aufgaben unserer Zeit, die da versöhnen wollen, was sich fremd gegenüberstand, verbinden, was getrennt war, durch Werke edelster und reinster Menschenliebe.
Wir können uns einer so hohen Arbeit um so emsiger widmen, als Pfingsten 1889 in eine Zeit tiefsten Friedens fällt. Noch zittert in unserer Brust die Erinnerung an die festlichen Tage, welche der Besuch des unserem Kaiser auf das Engste befreundeten italienischen Königs dem ganzen deutschen Reiche brachte. Die Berliner Feier war Eine chöne und edle Verbrüderung der beiden befreundeten Völker, hier schwieg der hohle, phrasenreiche Lärm, der bei solcher Gelegenheit so gern sich breit zu machen liebt, und es sprach allein die lautere Stimme wahrer Herzensfreundschaft. Bei diesem weihevollen Bilde hat auch die Stimme des Neides
ringste im Gedächtnis geblieben — die Wahrheit, so steh- ich nicht für ihren Verstand ein, — daß der gestalt würde, und zwar unheilbar, ist nnr zu wohl vorauszusehen; laff n Sie aber die Sachen, wie sie find, so wird die ff beihafte Sehnsucht nach diesem Unmenschen nur zu schnell ihre Lebenskräfte aufgezehrt haben, die nach der Attaque überhaupt nicht mehr bedeutend find. Können Sie diesen v. Haaren aber zur St lle schaffen, daß sie selbst nach und nach dahinter kommen kann, was für ein ehrloser Patron er ist, um ihm dann selbst den Laufpaß zu geben — so wäre dies nach meiner Ansicht die einzige Aussicht auf Rettung für sie. So, mehr als raten kann ich ja leider nicht, und nun guten Abend.
Damit stieg der kleine Doktor in den Wagen und Roderich und Mercedes blieben Beide stehen, auf das verhallende Geräusch der Räder lauschend. Endlich wandte sich die Alte zu Roderich: »Ihr müßt ihu rufen, ihr müßt."
»Mercedes!" fuhr er auf. Soll ich mich den Mann zu bitten demütigen, der mein Kind so schmählich verriet?'
»Wollt Ihr, nachdem Ihr Emern Kinde die Mutter geraubt, eS jetzt auch sterben lassen, nur weil Ihr Emen Stolz nicht beugen könnt, Euch nicht demütigen mögt, mit einer Bitte vor einen Mann zu treten, der doch kaum Schlimmeres that, als Ihr?!'
Ohne eine Antwort abznwarteu, schritt sie dann die Stufen hinauf und verschwand im Hause. Gleich darauf betrat auch Roderich fein Arbeitszimmer und ließ sich stöhnend am Schreibtisch nieder, die schwere Pflicht zu erfüllen.
XIX
Acht Tage waren seit jenem Morgen vergangen, an welckeu die Brautkleider auf Schloß Lobeuwald eingetroffen. Tante Betty hatte sich ein Über baS anbere Mal bte Augen rot geweint, seit Babette gesagt, baS ganze Unheil komme nnr baher, daß das junge, gnädige Fräulein das Brautkleid vorher äugt probt habe, das bedeute immer großes Unglück.
und der Schmähung nicht gefehlt, aber über die Kundgebungen, welcher rechter und linker Hand von unserer Grenze erfolgt sind, sehen wir lächelnd fort. Deutschland ist von edlem Stolz beseelt im Bewußtsein seiner Kraft und seines Rechts, es braucht sich nicht über Dinge zu erregen, die nicht gerade den besten menschlichen Gefühlen entspringen. Wir wissen, was wir sind, und was der Friedensbund bedeutet, den die Weisheit der leitenden Staatsmänner der großen Staaten von Mitteleuropa geschaffen, und in dieser Erkenntnis warten wir ruhig ab, was die kommenden Tagen uns bringen werden. Zum Pfingstfest haben wir doch das erhebende Bewußtsein aus den verflossenen Wochen mit hinübergenommen, daß es der große Friedensbund in Wahrheit ist, welcher dem Erdteile die Tage rastlosen Strebens in ungestörter Ruhe sichert, und dieser Thatsache wollen wir uns würdig zeigen durch rechtschaffenes und treues Wirken für die edlen Aufgaben unserer Zeit, die nur erfüllt werden können durch die Mitarbeit einer Ration. Ein ruhiges und sorgenfreies Pfingsten hat ein gütiges Geschick dem deutschen Reiche wieder bescheert, es ist das erste unter Kaiser Wilhelm II.; mag es in Wahrheit auch jedem unserer Leser ein liebliches Fest sein.
Deutsches Keich.
Berlin, 7. Juni. Vom Jagdaufenthalt des Kaisers in Bröckelwitz wird gemeldet: Am Montag Nachmittag nach dem Gewitter hat der Kaiser noch 3 Rebböcke, am Dienstag, wo er sich schon vor Beginn der Dämmerung in den Wald begab, fernere 3 Rehböcke geschoffen. Vorgestern sollte eine Treibjagd stattfinden. Gewöhnlich begiebt sich der Kaiser, nur begleitet von seinem Büchsenspanner und dem Jäger Schmidt aus Pröckelwitz, auf den Anstand. Die Schulter des Jägers Schmidt dient dem Kaiser gewöhnlich als Stützpunkt für das Gewehr beim Zielen, doch schießt der Kaiser auch aus frei angelegtem Gewehr, sobald ihm ein Stück Wild unerwartet schußgerecht kommt. Se. Majestät ist ein so geübter Schütze, daß er nur sehr selten fehlt. Die Rückkehr des Kaisers wird am Sonnabend Mittag erfolgen. — Zu Ehren des Schahs von Persien findet am Sonntag ein Diner im Schlosse Bellevue statt. Nach dem Diner besucht der Schah die hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen. Am Montag folgt der Besuch bei der Kaiserin im Schlosse Friedrichskron. Nach dem Gottesdienste begiebt sich der Schah mit den höchsten Herrschaften nach Potsdam, woselbst im Stadtschlosse die Früh-
llnd sie selbst, Bettina v. Rednitz, hatte angeordnet das NieveS es thun solle, also war sie eigentlich an dem ganzen Elend schuld. Zuletzt schrieb sie in ihrer Herzensangst einen langen Brief an den Oberst und beruhigte sich erst einigermaßen, als dieser ihr b einer umgehenden Antwort vor rechnete, daß der Brief, durch den die Angst und Sorge in das Schloß gekommen, bereits achtundvierzig Stunden früher geschrieben und abgeschickt gewesen sei, als die Brautkleider überbaupt auf Lodenwald angelangt, sie selbst durch ein Verbot nach dieser Richtung das Unglück nicht hätte verhüten können. Daun hatte er ffe mit ihrem Aberglauben noch ein wenig zum Besten gehabt und ihr schließlich mitgeteilt, daß, da seine Versetzung früher statthabe, als er geglaubt, auch ihre Verbindung verfrüht werden müsse. AIS sie ihm daun wieder mit: »Lieber Philipp, bedenke doch Nieves' geantwortet, hatte er sehr ernst gesagt: »Liebe Betty jetzt gehe ich vor.' So waren sie denn am Tage vorher in aller Stille in der kleinen Dorskirche getraut worden und am Abend eben so still in ihre neue Heimat abgereift. Nieves, deren Kräfte zusehend abnahmen, hatte von alledem nichts erfahren.
Als sie heut spät am Morgen ausgemacht, hatte ffe sich im Bette aufgerichtet uud gebeten: »Nicht wahr, Mercedes, Du bringst mir meine Chocolade, ich möchte heut im Bett frühstücken.' Und dann nachdem ihr die Alte sorglich die Kissen zurecht gerückt, blickte ffe gedankenvoll durch das weite Fenster zu dem bleigrau bewölkten Himmel auf.
»Was ist für Wetter heut?' fragte ffe, als Mercedes mit dem Frühstück wieder eintrat.
»Recht kaltes, unfreundliches', entgegnete die Alte. »Seit einer Stunde schon brennt das Feuer im Kamin und doch will eS hier immer noch nicht recht warm werden. Dabei reichte sie NieveS die Chocolade, in der das junge Mädchen lange gedankenvoll rührte, um ffe doch endlich fast unberührt niederzusetzev. Dann ließ sie sich von der Alten ankleiden und war dabei so gedankenvoll, auch schien ffe schwächer, als
stückStafe! stattfindet. Um 3 Uhr fahren die Majestäten per Dampfer nach Charlottenburg, das Diner wird wieder im Schlosse Bellevue abgehalten, abends ist ein Besuch der Oper beabsichtigt. Am Dienstag ist großes Exerzieren der Artillerie in Tegel, darauf Galatafel von 170 Gedecken im Weißen Saal, abends Galavorstellung mit Ballet. Die Abreise des Schahs erfolgt voraussichtlich am Mittwoch. — Die „Nordd. Allg. Ztg. “ veröffentlicht einen Aufruf, dem Elend, das durch die amerikanischen Katastrophen angerichtet worden ist, auch durch deutsche Gaben fteuent zu helfen. Sie erinnert dabei an die reichen Spenden, welche über den Ozean gesendet wurden, als in den letzten Jahren wiederholt verheerende Wasserfluten über unsere Niederungsländer herein- brachen und Leben und Besitz der Angehörigen derselben bedrohten und vernichteten. In der Erinnerung an die alte Stammes- und Rassengemeinschaft haben die amerikanischen Bürger deutscher Abkunft damals bereitwillig den Brüdern jenseits des Ozeans die helfende Hand entgegengestreckt und dazu beigetragen, daß manche Thräne gettocknet, manche vernichtete Existenz wieder aufgerichtet wurde. Raum und Entfernung trennen .heute nicht mehr die Völker, wenn es sich um die Erfüllung der Gebote werk- thätiger Menschen- und Nächstenliebe handelt. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist zur Sammlung eingehender Unterstützungsbeiträge bereit. — Die diesjährige Uebungsreise des großen Generalstabes findet in der zweiten Hälfte dieses Monats an der Donau tit Schwaben unter Leitung des Chefs des General- stabes der Armee, General der Kavallerie Grafen von Waldersee, statt. Dem Vernehmen nach wird sich auch der Chef des Generalstabes der Königlich bayrischen Armee, Generalmajor v. Staudt, mit seinem Adjutanten an dieser Reise beteiligen. — Der zu Berlin domizilierte Zentral-Ausschuß der vereinigten Jnnungsverbande Deutschlands erläßt einen Auftuf an die Innungen Deutschlands zur Begründung eines eigenen deutschen Jnnungsver- bandes von gemischten und Gesamt-Innungen. Diesem gemischten Jnnungsverbande sollen alle diejenigen Fach- und Innungen verwandter Gewerbe beitreten dürfen, welche wegen der geringen Anzahl vorhandener Innungen des betteffenden Gewerbes außer Stande sind, einen selbständigen Fack-Jnnungs- verband über Deutschland vom Herrn Reichskanzler bestätigt zu erhalten. — Gleichzeitig wird in dem Aufruf die Herausgabe einer Innungs-Zeitung angekündigt, die berufen sein soll, den verschiedenen zeitigen Bedürfnissen des Jnnungswesens zu dienen
je vorher. Da, als Mercedes ihr das Kl-id überwerfen wollte, rief sie plötzlich: ,O, sieh Mercedes, da kommen die Schneeflocken, und Du weißt ja, mit dem ersten Schnee will Olaf kommem, mied nach Dänemark zu holen. Wo ist mein Brautkleid? Bring' cs mir, er soll mich geschmückt finden, wenn er nun kommt.'
Die treue Alte wußte nicht, was zu thun; ffe wagte nicht dem Wunsche der Kranken entgegen zu handeln, und doch fürchtete ffe, durch den Anblick des Kleides die schlummernde Erinnerung zu wecken. Endlich brachte sie das Kleid aber doch und warf es der zarten Gestalt über, aber Nieves achtete kaum darauf, ffe hielt nur immer die Augen auf die tanzenden Schneeflocken draußen gerichtet. »Nun laß uns hinabgehen', sagte ffe und stieg bann auf de« Arm der Alten gestützt, langsam die Treppe hinab. Drunten begrüßte ffe der Vater, der ihr im Vestibül entgegenkam, ffe zärtlich küßte und besorgt auf ihre tiefgeröteten Wangen und glänzenden Augen blickte. Er fragte nach ihrem Ergehen und wie ffe die Nacht geschlafen.
»Nun ist alles gut, Papa, denn jetzt kommt Olaf sind doch die Schneeflocken schon da. Laß uns eilen, Mercedes, mir ist, als hört' ich schon das Rollen seines Wagens.'
Jetzt kam auch Viola, ffe zu begrüßen. »So fest, lich geschmückt?' fragte ffe mühsam lächelnd.
»Ja, fteilich, OUs kommt, mich hetmznführe« als sein Weib. — Aber so komm doch, Mercedes. Du mußt auch habet fein, denn auch Du gehst ja mit nns nach Dänemark.'
Uud dann traten die Beiden hinaus in die falte Luft. Es war so hell, trotz des dichten Schnee«, der in großen Flocken zur Erde fiel, daß man glaube« konnte, er habe fein leuchtend Weiß noch der Tage«, Helle gngeffigt, nm sie leichter erscheinen zu lassen.
(Schluß folgt)