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KßchMüche Beilagen: Kreis-Blatt fite Mt Kreise Marburg «ad Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. lag. tod).
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;rreiss- ist Bismarck hat die Kohlensrage als eine hoch-
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mpreis t allerdings wohl konstatiert werden müssen,
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[3787 s aus der momentanen Verlegenheit herauszu-
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der offiziellen Kriegserklärung nahm man in
Wir sind ja nun wohl
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lenz gegenüber in eine ungünstige Lage gebracht.
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^ige bezeichnet und das ist sie in der That. ifen wir daran, welche enorme Verlegenheiten :ba§ deutsche Reich entstehen könnten, wenn bei it unvorhergesehenen Mobilisierung kein genügen« l Kohlenvorrat vorhanden wäre, um die zahl- hen Züge, welche sür eine Armee, wie die deutsche, »endig sind, befördern zu können. Ja, mit Bc- i eines Feldzuges wächst der Kohlenbedarf noch ilge der Ansprüche, welche die Truppenausrüstung
mde Schnelligkeit in dem Aufmarsch ihrer Truppen, i das Zeittempo kann sich gewaltig ändern. Nun
i kein deutscher Bergmann angesichts eines drohen- Krieges die Arbeit einstellen würde, um höheren
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-gen; aber ein Krieg kann über nacht kommen, gerade mit einem Streik und Kohlenmangel
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a68 ihren Augen blickt, hat Olaf ihr gegeben, °te Farbe aus ihren Waagen ist das Morgen» >brer erwachenden Liebe."
.»Die Morgenröte kann einer Schneeflocke den bedeuten, wenn sie als Vorbote warmen Sonne».
«8 kommt', dachte der kleine Doktor und strich
über sein bartloses Gesicht. Als er sich aber auf diesem schwungvollen Gedanke» ertappte dachte er ärgerlich: „Das scheint hier ja wie ein ansteckendes Fieber von Emem auf den Ander» Überzugehe», seit Fräulein Bettina's poetischer Anfall eine solche Dauerhaftigkeit zeigt. Wenn ich oft hierher komme, werde ich auch noch poetisch; habe da schon einen recht hübsche» Anfang gemacht.' Dann wandte er sich wieder an Roderich und sagte: „Mit Fräulein Windehu's Zustand bin ich nicht zufrieden. Sie fie sieht so bl-ich und abgespannt aus und klagt noch immer über Schlaflosigkeit. Sie meinte einmal, eine Luftveränderung wü-.de ihr gut thuu, davon aber rate ich ganz entschieden ab. Ich glaube viel eher, daß der Grund ihres gestörten Wohlbefindens gerade in jener Luftveränderuag im Frühjahr zu suchen ist. Die aufregeude Z-.it vorher, daraus die anstrengende Pflege, das alles wird natürlich auch dazu beigetragen haben. Ruhe uud ein wenig Frohsinn das ist alles, was ich ihr verordnen kann. — Sie, Herr Baron, sollten allerdings auch längst jede Erinnerung au Ihre Krankheit überwunden haben! Der uufrenndliche Sommer muß wohl die Schuld trage», daß es mit der Genesung der Mehrzahl meiner Patienten gar nicht vorwärts will.'
„NteveS, NteveS', tönte da Tante Betth'S Stimme vom Hause her, „ein Brief vou den Ufern deSCorner- feeS. Unb da flog das junge Mädchen de» Gang entlang, die Stufe» zur Veranda hinauf und hielt cleichdarauf tieferrötend den ersehnte»Brief in den Händen. Dan» drückte fie ihn mit strahlende» Allgen ans Herz uud eilte die Treppe hinauf t» ihr Zimmer um ungestört lese» »nd genießen zu können. AlS ste eintrat, fand fie die Spanierin dort. „Mercedes, ein Brief von ihm! O nie ist er zu besserer Stunde aekomme» als heut', rief fie ihr entgegen. Daun das Couvert mit vor Erwartung zitternden Fingern aui- reißend, fuhr sie fort: „Den ganzen Tag schon quält und verfolgt mich die letzte Strophe a»8 der Ballade, die ich Dir neulich zu lesen brachte:
iSummen, welche während des letzten Ausstandes Ren gegangen sind, waren recht groß, und wenn Aich noch getragen werden können, so steht doch diel fest, daß bann die schlechteste Verwertung
str noch besser und für das Nationalvermögen kassef' ieilhafter war, als der blanke Verlust. Wie ist
nun der Wiederkehr solcher Verhältnisse vorzudeugen? Man hat von der Verstaatlichung der Kohlenwirke, von der Anlage großer Kohlenmagazine und ähnlichen Projekten gesprochen, die alle gleich kompliziert, sehr teuer sind und recht viel Zeit erfordern. Daran wird auch wohl kaum gedacht, sondern eher an die Einrichtung einer genaueren Kontrolle der bergbaulichen Verhältnisse und vor allem an die dauernde Klarlegung der Zustände in den Gruben, des Wechselverkehrs zwischen Zechenverwaltungen und Arbeitern. Wird auf den ganzen Bergbetrieb ein genaues Augenmerk gerichtet, so sind Zwischenfälle, wie der große Streik, auch von vornherein zu ber hindern, oder es kann zum mindesten in geeigneter Weise Fürsorge getroffen werden, daß durch einen Arbeitsausstand das Gemeindewohl keinen Schaden erleidet. Solche Vorsichtsmaßregeln sind notwendig; jetzt gilt allerdings die Lohnbewegung der Bergarbeiter als abgeschlossen und es wird gehofft, daß Deutschland künftig von solchen Ereignissen verschont bleiben wird, aber eine Garantie für die Erfüllung dieser Hoffnungen kann natürlich niemand übernehmen. Das erkennt man auch in den Kreisen der Reichsregierung und darum finden eben die Eingangs erwähnten Erörterungen statt.
)«m LttthrrfestspirL.
(Schluß.)
Nach einigen exponierende» Szeaev ist in beiden Stöcken der eiste Fottschritt der Handlung der, daß Luther in de» Baun gethau wird. Die inneren Seelenkäwpfe Luthers, welche zur Erklärung sowohl der Person Luthers als auch feines ganzen Handelns so wichtig find, erfahren wir nur aus kurzeu Sr-
m, der iarbutg ! Aus- Frank- ograph. he. sch-
»rutsche» »eich.
Berlin, 4. Juni. Die Meldung einiger Londoner Blätter, daß der deutsche Kaiser bei seinem bevorstehenden Besuch in England nicht nach London kommen werde, weil die Königin Viktoria diesem Besuch den privaten Charakter zu wahren wünsche, beruht wohl nur auf einem Mißverständnis. Allerdings hat auch der Unterstaatssekretär Fergusson kürzlich im Unterhause erklärt, daß der Besuch des deutschen Kaisers im Gegensatz zu demjenigen des Schah von Persien zu keiner Kostenforderung beim Parlament führen werde, da er einen privaten Charakter trage. Das ist indessen nur so zu verstehen gewesen, daß Kaiser Wilhelm als Enkel der Königin Viktoria deren persönlicher Gast sein wird, während der Schah auf Staatskosten in England leben wird. Daß im übrigen der deutsche Kaiser nicht als Enkel der Königin von England, sondern als der Herrscher eines befreundeten Reiches nach England kommen und mit allen seiner hohen Stellung zukommenden Ehren empfangen werden wird, ist feststehend. Die Frage, ob der Kaiser auch London besuchen werde ober nicht, dürfte ausschließlich nach Zweckmäßigkeitsgründen entschieden werden. Da London bei der voraussichtlich starken Hitze einen angenehmen Aufent-
3u Berti«
kn auf Betreiben des Reichskanzlers in der That gehende Verhandlungen darüber statt, wie in ijtigen Zeiten einem plötzlichen Kohlenmangel, der bei dem letzten Bergarbeiterstreik schon recht Mich bemerkbar machte, vorgebeugt werden kann.
ich bi# kille».
Marburg,
Donnerstag, 6. Juni 1889.
m wir aber auch ganz von diesem äußersten ab, es ist schon schlimm genug, wenn in ; idcnszeiten aus herrschendem Kohlenmangel er- ' liche Schwierigkeiten entstehen. Auch gar nicht
8 Streik direkt beteiligte Industriezweige werden
shunde ch den
Ver- tib sehr « um H hohen Kohlenpreis, wie wir ihn jetzt gehabt b ^Bl m' empfindlich geschädigt und der fremben Kon-
(Nachdruck verboten.)
Li« Kind des Südens.
Novelle von R. Anüt.
(Fortsetzung.)
XVI.
rbeitet t, unb es bart in solchen Fällen nicht nötig sein, itracht e nach Ko Zenvorräten zu suchen. 1870 ent« enorm dien bie Franzosen allerdings keine hervor-
längere Zeit ber Kriegsfurcht überhoben, aber l.!™ ificht ist bei diesem heiklen Thema sehr notwendig.
der Stadt ruft eine Jmchrift dem Kaiser Waid« manns Heil zu. Am Montag früh 7 Uhr traf der kaiserliche Sonderzug in Altfelde ein, empfangen von dem Ober-Hofjägermeister vom Dienst Grafen Richard zu Dohna. Der Kaiser, welcher sofort am Fenster des Salonwagens sichtbar wurde, entstieg demselben nach Stillstand des Zuges und begrüßte den Ober- Hofjägermeister auf das freundlichste. Se. Majestät trug den enganschließenden Jägerrock mit schweren vergoldeten Raupen. Hoch aufgerichtet überschritt Deutschlands Kaiser den mit Teppichen belegten Weg, mit einem brausenden Hurra von dem versammelten Publikum begrüßt. Huldvollst dankte der freudigst überraschte Monarch, dessen von Jugend- frische strahlendes Gesicht etwas gebräunt ist, nach allen Seiten durch Lüften des kecken Jägerhutes. Den Sanbrat Dühring - Marienburg beehrte der Kaiser mit einer längeren Ansprache, in der er sich besonders eingehend nach den Verhältnissen in dem vorjährigen Ueberschwemmungsgebiet erkundigte und Aufschluß wünschte über die Wirkung der staatlichen Unterstützungen und den Stand der diesjährigen Saaten. Der Landrat erwiderte darauf, daß die staatlichen Unterstützungs - Gelder nunmehr zum größten Teile zur Auszahlung gelangt unb den Geschädigten eine willkommene Unterstützung geworden sind. Für die Saaten hätte bisher noch der Regen gefehlt, doch seien stellenweise und auch in der überschwemmt gewesenen Niederung Aussichten auf eine gute Ernte vorhanden. Der Kaiser drückte hierüber seine Befriedigung aus und bekundete seine Allerhöchste Teilnahme für unsere Niederungsbewohner auch dadurch, daß er der Hoffnung auf eine recht gesegnete Ernte Ausdruck gab. Mit einem Händedruck verabschiedete sich Se. Majestät von dem Herrn Landrat. Elastischen Schrittes setzte der Kaiser, den beim Betreten des Perrons von einer Dame ein prächtiges Rosenbukett überreicht war, das dankbar mit einem Händedruck angenommen wurde, den Weg bis zum Wagen, fort, umjubelt von der festlich gestimmten Menge. Nachdem ber Kaiser neben bem Ober-Hofjägermeister, welcher bie Zügel selbst führte, auf bem Wagen Platz genommen hatte, erbrauste noch einmal ein donnerndes Hurra; ber Kaiser dankte freundlich lächelnd mit Schwenken seines Hutes, bie feurigen Tiere zogen an unb bahin gleitete in faufenber Fahrt das leichte Jagd- gefährt. Auf bemfelben hatte außer Sr. Majestät und bem Grafen nur ein Leibjäger Platz genommen. Die Fahrt nach Prökelwitz gestaltete sich zu einem wahren Festzuge. In allen Ortschaften, bie der
zählungen. Henze», ber dies offenbar auch als Fehler erkannt hat, b> ginnt mit dem Anschlag bet 95 These». Aber was wäre auch HevzenS Luther, wenn der Zuschauer nicht auS seinen fienntntffen das ganze Vorleben Luthers ergänze» würde? Dasselbe was etwa Faust fei» würde, wenn das Stück mit bem 2. Akt. begänne. Bei Herrig aber machen wir wie im Faust bett Gang der Entwickelung beS Helben selbst mit, wir können uns, wenn wir ihn später handeln sehen, alles motivieren unb erklären, ohne gezwungen zu sein, etwas was wir nicht selbst gesehen unb gehört haben, zur Erklärung heranzuziehe». Unb doch ist dies bet Herrig, wie schon oben anSgesührt, in ganz anderem Grade möglich und es geschieht auch unwillkürlich viel mehr, als in den andern genannten Stücke». Rühmend ist auch bet Herrig hervorzuhebe«, daß Luther, bevor er den Reichstag betritt, in einem kurzen Monolog bem Zuschauer seine Stimmnng, seine Gedanken klarlegt, in den andern Stücken findet sich hiervon keine Andeutung. Und doch ist dies eigentlich ganz notwendig, für einen nicht episch, sondern dramatisch fühlende» Dichter auch so naheliegend, daß z. B. Theodor Körner ganz ohne weiteres Beiwerk einen solchen Monolog geschrieben hat.
Ganz nnglaublich ist ferner, in welcher W-ise tt» dem Wernerschen vnd Mastropasquascheu Deama gegen die Geschichtlichkeit bet Charaktere auberer auf» tietenber Personen — abgesehen von Luther — ge- fehll ist. Gewiß hat ber bramatische Dichter baS Recht, auch an geschichtlich feststehende» Thatsackea zu rütteln unb fie nach seinem Bebarf umzugestalK», doch unalltaftbar muß ihm ber von bet Geschickte überlieferte Charakter fein. Lessing hat ill feiner Hamburgischen Dramaturgie bieS mit überzeugenden Gründen auSeinaubergesetzt, und es kann hier einfach darauf verwiesen werben. Einen gänzlich fremde« Eindruck machen z. B. in beide» Stücke» die auftretende» Etter» Luthers. Auch Melauchthou und andere Freunde Luthers find gänzlich falsch gezeichnet. Besonders anschaulich wirb biefer Fehler
^(|in \ mmenfaöen. Denken wir an bie Vorgeschichte deutsch - französischen Krieges; noch acht Tage
rare,Mschlan bie vorhandenen Schwierigkeiten nicht > ! hernst und Fürst Bismarck äußerte sich in einem
I «iben, er glaube nicht, daß es sofort zum
'S ipfe kommen werde. “
: billig
«njeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte»
sowie d. Smroncen-Vnreanx von Haasenfiei» und Vogler
MÄSS'JSfffcS.'ÄtÄ "e.'S ™v- Jahrgang
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den regnerischen Sommer war ein . . tt Herbst gefolgt, prächtig helle Septembertage, doch war es, als hätten dunkle Wolken fich über r von b>ß Lodenwald zusammengezogeu. Nieves'frisches en und he eS Singen, das sonst mit dem Back --den Vögeln im Park gewetteifert hatte ließen tot selten hören, und Nieves selbst konnte oft Wang gedankenvoll ans jener Bank sitzen, wo i sonst täglich einige Stnuden zugebracht, und Qiten. Wohl lag daun ein Buch auf ihrem Schooß oft schlag fie es gar nicht auf, und wenn Jemand *e, was sie gelesen, wußte fie meist nicht einmal Titel zu neunen. Da man fie aber ruhig ge> «n liefe, suchte sie Tag für Tag jene Bank auf r» ihrem Lieblingsplatz geworden. Dort safe sie Dr. Wermuth im Gespräch mit ihrem Vater 1™«/ “er kam. Er tauschte einige begrüßende Worte dem jungen Mädcken, dann gingen bie beiden 74i/ ^er weiter. Nach kurzer Pause begann der Arzt:
— '* ist wunderbar, weich' auffallende Veränderung Nzer Z-.it mit NteveS vorgegangen. Sie hat sich ,i o-h ’,n letzten Monaten sehr entwickelt, den Uebcrgong Wje [fitnte zur Jungfrau durchgemacht ist jetzt wahrst'/, schön zu nennen. Mir scheint, als wären ihre 84*/, Rtu seelenvoller geworden, und ihre Wangen sind »it so zartem Rot übergossen, wie ich ei früher hi ihr gesehen."
Roderich nickte gedankenvoll lächelnd: „Die Seele
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halt kaum bieten würde, so ist es allerdings möglich, daß ber Kaiser seine diesmalige Reise nicht dorthin ausdehnen wird. — Im Schlosse Bellevue werden für die am 9. Juni bevorstehende Ankunft des L>chah von Persien umfassende Vorbereitungen getroffen. Wie der „B. B. K." hört, wird im Schlosse eine völlig neue Küche eingerichtet. Die daselbst befindliche Küche erweist sich als zu klein. Zur Unterstützung der Leibköche des Schahs, welche ihn begleiten, wird ein Teil des Küchenpersonals des königlichen Schlosses nach Schloß Bellevue übersiedeln. Die .Post" schreibt: „Dem bermaligen Vorsitzenden des Ausschusses der Studentenschaft an ber hiesigen Universität, stud. math Loose, ist vor kurzem von dem Geh. Ober - Regierungsrat Dr. Althoff, dem Dezernenten für Universitätsangelegen- Ijeiten im Kultusministerium, mitgeteilt worden, daß bie Aufstellung der Ulanen bei König Humberts Einzüge vor der Tribüne, bie vor ber Universität errichtet war, nicht stattgefunden hätte, wenn der maßgebenden militärischen Stelle bekannt gewesen wäre, daß die Studierenden durch ihr Erscheinen in Wichs auf der Tribüne auch ihrerseits der Einzugsstraße ein festliches Gepräge geben und dem hohen Gaste ihre Huldigung barbringen wollten.'
Elbing, 4. Juni. Dem Vernehmen nach wirb der Kaiser 3 Tage in Pröckelwitz bleiben, bann bie geneigte Ebene bei Buchwalde am Oberländischen Äanal besichtigen und sich hieraus zu Wagen über Preußisch-Holland nach Schlobitien begeben.
— Vom Jagdausslug des Kaisers nach Pröckelwitz entnehmen wir ber „Elbinger Zeitung" nachstehenbe Mitteilungen, wobei wir nicht unterlassen wollen, voranzuschicken, baß bie bortigen Blätter dem erhabenen Monarchen einen warm empfundenen Willkommen zurufen. Der Bahnhof Alt- selbe war prächtig geschmückt. Gnirlanden und Fähnchen in den Farben des Deutschen Reiches bedeckten fast das ganze sonst unscheinbare Gebäude. Auf dem Bahnsteig war zwischen Masten - Alleeen ein Transparent mit der Inschrift „Willkommen" angebracht. Vom Durchgänge bis zum Wagenhalteplatz erhoben sich weitere Mastbäume mit Krauz- sckmuck unb ber Transparent-Inschrift „Heil Kaiser Wilhelm". Das Städtchen Christburg hat festlichen Schmuck angelegt. In der Mitte des Marktes erhebt sich eine, nach einer Zeichnung des Grafen Richard Dohna errichtete Ehrenpforte mit den Inschriften „Gott erhalte unseren Kaiser" und „Willkommen in Christburg". Alle Straßen waren mit Fahnen und zartem Grün geschmückt. Am Ausgange
Die Braut hob auf deu Scharlach rot, Da lag Herr Olaf und er war tot!
Deshalb ber Dichter auch gerade diese» Namen gewählt hat? Nicht war, MeicedeS, bie Worte ftnb furchtbar traurig, unb weshalb ich nur meine (gebauten gar nicht dabo» los machen kann! Aber ber soll ihnen eine anbere Richtung geben', unb bähet brückte ste den jetzt entfalteten Brief an bie Lippen unb laS dann einmal — zweimal — breimal, — unb je länger sie laS, desto glücklicher strahlte ihr liebreizendes Ge. ficht. Nn» endlich reichte fie Mercedes den Bogen und die Enveloppe: „Hebe Du ihu auf, bitte, leg ihn zu den anderen', damit war sie wieder aus dem Zimmer geschlüpft, uud die Alte laS den Brief jetzt auch. Dann mit einem gedankenvollen Blick auf die fteifen deutlichen Schriftzüge sagte sie: Immer nur dasselbe, was er schon in sechs anderen Briefen gesagt hat, mit einige» neuen Wendungen. Freilich eS sind Bramleute, die eben nur für Eines Gedanken haben, ober gerade von dem Einen spricht er gar nicht. Hi» steht kein Jubelruf: „In wenig Wochen bist Du mein fürs Leben', selbst von dem Tage feiner Rückkunft spricht er nicht, obgleich schon morgen ber Oktober beginnt Es mag wohl wahr fein, bafe Ver- liebte nur sich gegenseitig verständlich find, hat doch der Brief, der mich so wenig befriedigt, mein Kind sehr beglückt. Und deshalb fei gesegnet Olaf von Haare».'
(Fortsetzung folgt)