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Illustriertes SonntagSblatt

Expedition? Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. »sch.

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Der Toast des Daren

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Daß Kaiser Alexander Deutschland nicht seinen

yrya chweifendsten russischen Wünsche. So weit ist

>OC> eit uns aber doch nicht gekommen, daß wir

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iskwismus, zurückgekehrt ist. Der letztere hat aber in seinen politischen Handlungen recht wenig

die Tage des Dreikaiserbündnisses von Skicrniewice ihn total überwundener Standpunkt sind, und f er zu seiner politischen Jugendliebe, dem

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Leiser Alexander von Rußland hat einen Toast den als Gast bei ihm weilenden Fürsten von ittnegro ausgebracht, der das Aufsehen von ganz spa in größerem oder geringerem Maße erregt Der russische Selbstherrscher hat den kleinsten l ärmsten der europäischen Herrscher den einzigen mt Freund Rußlands in Europa genannt. Zu Hem Zweck diese von dem amtlichen Petersburger perungsblatt veröffentlichten Worte gefallen sind, i keinem Zweifel unterliegen: sie bilden die vort auf die Berliner Monarchenentrevue und die Toaste im Berliner Schloß. Dort war der idmsbund der mitteleuropäischen Herrscher ge­

glaubt, aber der Uebergaug von der demütig Büßenden zu dem ehrgeizigen excentrischen Weibe war zu kraß und schlecht gespielt ob-ndreiu, das machte mich stutzig. Vorher hatte ich jedes Wort für volle Wahrheit hi», genommen »nd mich dadurch zu jener leidenschaftlichen Sprache hinreißen lassen, uuu wurde ich durch den folgende» Akt da^an erinnert, daß das Ganze eben nichts alS eine Lomödte war. Der Wechsel ihres Tones erst löste den Bann, in den ihre sanften Blicke, ihre fl hcude Stimme gleichsam meine Vernunft ge­schlagen. Mit zornsprühendeu Auge», eine vicht eben salonmäßige Verwünschung zwischen den Zähnen murmelnd, verließ sie mich endlich, und gleich darauf hörte ich den eileuden Hufschlag ihres PferdcS in der Ferne verhallen. Am nächsten Morgen stand ich an der Leiche meines uuschuldvollen WetbeS, das wich so heiß geliebt.

Wenige Wochen später erhielt ich ein Schreiben DeiucS Vaters, das mir den Tod Deiner Mntter meldete, eiugefchloffen einen Brief, den man nach ihrem Tode ohne jede Adrefle vorgefunden. Er ent­hielt in kurze» klare» Worten den Grund, weßhalb sie selbst ihrem Lebe» ein Ende gemacht, nnd das war ungefähr: das Lebe» habe alle» Reiz für ste verloren, da eS ihr keinen ihrer gerechten Ansprüche, wie Einfluß, hohe Stellung, Rang und Glanz ge­währt. Ihre» Gatte hasse sie, ihr Kind liebe sie nickt, und de» wärmsten ihrer früheren Verehrer, den Baron v. Lodow, habe sie vergebens wieder zu ihrem unterwürfigen Sklaven zu machen gesucht, und so sei der Tod ihr als der einzige Ausweg aus der Lang­weile deS Lebens erschiene».

Wie schwer aber habe ich die Verwirrung jenes einz'geu Augenblickes durch lauge, lauge Jahre ge. büßt! Ich wagte nicht, meinem Kinde meine zärt­liche Liebe frei und offen z» zeigen, denn weuu ich über NieveS' schwarzes Haar strich oder ihren Name« nannte, daun stand mir wieder das Bild ihrer toten Mntter vor Augen, au der ich in der letzte» Stunde gesündigt. So bi» ich lange, lauge Jahre einsam

»ureigen nimmt entgegn die Expedition k. Blattes, Ernte d. Amwneen-Lnreaux von Haasenstein und Vogler Frankfurt a- M-, Eaffel, Magdeburg «. Wien: Rudolf

nur vertreten von Solchen, die nur eine bestimmte Art der höheren Schulen als allein berechtigt aner­kennen. Wenn es ein Land giebt, dem die Unifor­mierung der Bildung zum Schaden gereichen mürbem so ist es Deutschland, dessen ganze geschichtliche Ent­wickelung im Gegensätze zu andern Ländern zahlreiche Brennpunkte des wiffenschaftlichen Lebens und der höheren Bildung kennt. Diesen vielen Brennpunkten verdanken wir es, wenn in Deutschland jede Wissen­schaft ihre vorzügliche Pflege gefunden hat. Ob diese Eigentümlichkeit des Deutschen Reiches, die ihm zum höchsten Segen gereicht, erhalten bleiben könnte, " wenn, den Wünschen der Reformer entsprechend, das ganze Reich nur eine Art von höheren Schulen hätte, darf wohl bezweifelt werden. Aber es ist noch ein wesentliches Bedenken gegen die Uniformierung der Bildung hervorzuheben. Dieselbe hat Oberflächlichkeit im Gefolge, weil es dem einzelnen Individuum ver­sagt wird, von vornherein den Weg zu beschreiten, auf dem es am Erfolgreichsten Vordringen kann. Wenn man einen Knaben, der früh die größte Neigung für Naturwisienschaften verrät, zwingen wollte, bis zu seinem 19. Jahre von dieser seiner Lieblings- wiffenschaft nur zu nippen, und ihn dafür mit de» alten Sprachen eingehend sich zu befassen nötigte, so würde die Wirkung eine traurige seine, jedenfalls wäre eine unnütze Kräftevergeudung unvermeidlich. Was uns not thut, ist viel weniger eine Reform an Haupt und Gliedern, als treue pflichtmäßige i Führung der Jugend auf die Pfade, auf denen sie am meisten zu leisten verspricht. Genaue Erforschung der Beanlagung im früheren Stadium, kein auS falschem Ehrgeiz der Eltern entspringendes Treibe» solcher Jünglinge zur Universität, die im Erwerbs­leben viel Tüchtigeres leisten würden, als in amt­licher Stellung, die Ablegung der Vorurteile gegen körperliche Arbeit und die Erkenntnis, daß jeder, der in seinem Fache tüchtig ist, die Achtung verdient, welches Fach er auch ergriffen haben möge, das sind die Forderungen, die zunächst erfüllt werden müssen und denen gegenüber eine Reform der Lehrpläne eine untergeordnete Rolle spielt. Möge diese Er­kenntnis in allen Kreisen des Volkes durchdringen, dann wird nicht allein die Klage über unsere Schule verstummen, sondern die deutsche Bildung wird einen Aufschwung gewinnen, das deutsche Volk wird leistungs­fähiger und seiner Mission in der Welt immer mehr gewachsen werden.

Die Franzosen können sich noch immer nicht über die Thatsache beruhigen, daß der deutsche Kaiser sich eine Zeitlang mit dem Gedanken ge-

steht I n (27%

er« Lind des Südens.

Novelle von R. Inbt.

(Fortsetzung.)

0, wie tausend und tausendmal hab' ich

anitti

i. Näh

«n übernehmen sollten. Deutschland hat Ruß­wirtschaftlich ganz enorm unterstützt, daß Zaren- i hat lange von deutschem Gelde gelebt, die sche Industrie verdankt hauptsächlich deutschen Adern ihre Entwicklung. Dafür haben wir Bi Dank empfangen, im Gegenteil werden die tschcn in Rußland jetzt rechtschaffen schikaniert, ist die Sachlage, und deshalb nehmen wir auch Toast des Kaisers sehr gelassen und mit stiller

Heiterkeit auf. Alexander III von Rußland Arm in Arm mit dem Fürsten von Montenegro, das ist ein schönes Bild, aber Europa wird darum keine Nacht schlechter schlafen. Der Zar hat feine weisheits­volle Politik einmal wieder zum Besten gegeben, und in Rußland sind natürlich die Panslavisten äußerst erbaut darüber, aber man wird schon merken, daß die Karre recht hübsch schief geht, wenn sie im angeschlagenen Tempo weitergeführt wird. Es wäre auch nicht das erstemal.

Tiefer Schmerz ob der Worte des Zaren hat aber die guten Freunde Rußlands in Paris er­griffen. Alle Patrioten ringen verzweifelnd die Hände und fragen, was sie gethan haben, um das Woblwollen Alexanders III. zu verscherzen? Frank­reich hat ja auch alles gethan, was es Rußland an den Augen absehen konnte; die russischen Ansprüche auf Bulgarien sind von ibm unbedingt unterstützt, und seine Minister haben vor dem russischen Bot­schafter in Paris Capriolen und Mätzchen gemacht, wie gut dressierte Pudel. Alles das hat aber nichts geholfen, denn die französische Republik hat eben nicht solchen Einfluß mehr in Europa, um dem Kaiser Alexander praktische politische Dienste leisten zu können. Das vermag nur der Fliedensbund, der aber selbstverständlich nicht die geringste Lust hat, sich ins eigene Fleisch zu schneiden. Frankreich ist also vom Zaren nicht sein guter Freund genannt und verharrt im bitteren Scbmerz. Daraus ergiebt sich aber, daß Alexander III. nicht die geringste Lust hat, den Säbel, den er im Kriege nicht zu führen versteht, zu ziehen; seine Worte sollen nur seine persönlichen Weltanschauungen kundgcben. Viel­leicht wirken sie auch in Belgrad und sonst noch wo im Orient, aber allzu große Hoffnungen sind auch darauf nicht zu setzen. Der Respekt vor dem Selbstherrscher an der Newa ist gering geworden.

Marburg,

Mittwoch, 5. Juni 1889.

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Juni. Der Kaiser ist gestern abend mittelst Sonderzuges von der Wildpark-Station aus nach Pröckelwitz bei Altfelde abgereist. Die Kaiserin begleitete denselben bis zum Bahnhofe. Heute mor­gen 6*/e Uhr traf der Kaiser in Dirschau ein und setzte alsbald die Reise nach Altfelde über Marien­burg fort, wo jedenfalls etwa eine Stunde später die Ankunft erfolgt ist. Pröckelwitz liegt an der Nogat. Der Kaiser wohnt daselbst Jagden bei. Ter »Nordd. Allg. Ztg." zufolge sind im Verfolge der in der Audienz der Bergleute bei dem Kaiser am 14. Mai d. I. gemachten Zusage einer genauen

itenegriner außerhalb Rußlands die unbedingte rkennung findet. In Rumänien und Bulgarien man gar nichts davon wissen, und die serbische ierung ist wenigstens nicht sofort zum Mitmachen it. Damit giebt auch der Zar zu verstehen,

Bis, während im Innern alles unverändert blieb, der Zar cs meint, wird Deutschland auch nie Freund werden, denn unter Freundschaft der­er eine blinde Unterstützung aller, auch der

Dum Ltttherfestspiet.

(Fortsetzung.)

Diese Bretter find daher auch im Shakespearesche» Sinne »die Bretter, die die Welt bebeutcn', and nur irrthümlich wird diese Bezeichnnng heutzutage auf ben Fußboden der Bühne angeweudet.

Daß Graf Schack etu eifriger Verfechter der dekorationslosen Bühne ist, dürfte bekannt sei», auch daß binnen kurzem am Münchener Hoftheater »König Lear* mit den etwas modernifierten Dekorationen der Shakespearesche» Böhue zur Aufführung gelange» wird.

Also schon durch den bloße» Anblick der Bühne »nterscheidet sich das Herrigsche Stück von allen andere» Lutherdrameu. Besonders auch das Devrientsche Stück, welches alletu noch dem Herrigsche» Konkurrenz macht, sucht die Großartigkeit deS Eindrucks durch glänzende Dekorationen und ein Massenaufgebot von redende» und handelnden Personen zu erreichen. Aber ganz Deutschland kann Devrieut doch nicht auf die Bretter bringen, eS sind nur etwa 150 einzelne Personen, während in HerrigS viel geringerer Personenzahl die Vertreter deS ganzen Deutschlands enthalten find uxb auch als solche erkannt werden.

Aber auch durch seinen inneren Wert unterscheidet sich daS Herrigsche Stück von allen bisher b kannt gewordenen Lutherdrameu zu feinem größten Vorteil.

Daß e8 nicht leicht ist, ein Lutherdrama zu schreiben, erkennt Julia» Schmidt i» seine» oben citiertea Worten an, wo er »eine kühne Shakespearesche Hand* dazu verlangt, und eS leuchtet dies bet allen Ge­legenheiten aufs Neue ein, wo Luther redend oder handelnd aufgeführt wird. Man erinnere sich nur an ben ziemlich schwächlichen Eindruck, ben Luther tu FnytagS »Markus König' macht. Etwas b-ffer kommt Luthers Persönlichkeit schon in Kleists Novelle »Michael Kohlhaas' fort. Besonders interessant »nd lehrreich aber ist eS, Luthers Person in de» Dramen, die seinen Namen ttagen, zu betrachte».

Im Anfang dieses Jahrhunderts wurde etu Drama

»er jui (3931 n 3. i

ittn Thränen jene Stunde zurückgewünscht, um Gehen zu machen, was zu trogen mit oft die fehlte. Und endlich um jene Stunden zu sühnen, tltW ich mich, meine Hand einem alten launeu.

® Manne zu reichen. Was ich in ben Jahren lhn.,n3 «m erduldet, kann ich nicht beschreiben, aber wenn ,3948 18 wüßtest, Du würdest mir Dein Mitleid nicht

l0tn könne». So bin ich heut gekommen, Deine

Übung zu erbitten und nm, wenn Du mir ver- *, in meine alten Kellen getröstet znrückzukehren , mein LooS, das ich selbst verschuldet, in stiller 1 nat* bbnng weiter zu tragen. Bei diesen Worten beugte kg Knie vor mir und flehte mit so weicher

Finder tat »nd einem so frommen Angenaufschlag: mnten tgitb, Roderich. o vergieb mir', daß wohl auch abzu- sktre als ich bezwungen worden wären. Ehe ich [3946 * wußte was ich that, hatte ich ste vorn Bode» i ^gehoben, an meine Brust gedrückt und geküßt.

ahnte es nicht und habe eS erst heute, heute er- Safiel 51- daß Ines in jenem Augenblick durch das ter geblickt und ich ihr durch jenen Anblick das i gebrochen habe. Ich hielt daS schöne Weib einem Herzen, strich ihm die wirren roten Locke» der weißen Stirn und sagte: »Isabella, armeS, lf8, geliebtes Weib, Du sollst Dich nicht mehr ävard. kn, alles, womit Du je meinem Herzen weh

u, ist längst vergeben und vergessen. ES ge« 6.nnr noch der frohen, glückliche» Stande», die icaffo. Dir, durch Dich erlebt. IS habe niemals Srve 5t^tt, Dich zu lieben, und liebe Dich noch heute "ig wie je. Erzählt Dir das nicht mein Kuß, Schlag meines Herzens?' Aber weßhalb soll jt widerliche Scene, die jetzt folgte, so auSführ- «eschreibe» ? Sie hatte ihr Spiel ßewvnnen ge-

Schaden unserer Bundesfreunde Oesterreich- i, sehr tnt und Italien die Rolle eines russischen

Prüfung der vorgebrachten Beschwerden die zu ständigen Behörden der Bergverwaltung und der allgemeinen Verwaltung unter dem 25. Mai an­gewiesen worden, ungesäumt vorzugehen, um die vorhandenen Mißstände, insoweit die gesetzlichen Be­stimmungen eine Handhabe dazu bieten, sofort ab­zustellen, und im übrigen auf die Abstellung dieser Mißstände und die Erfüllung der gerechten For­derungen der Arbeiter in geeigneter Weife hmzuwirken. Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen, schreibt dasselbe Blatt, dies gilt auch von der Schul­reformbewegung. Sicherlich hatte der Kultusminister vollkommen Recht, wenn er jüngst im Abgeordneten­hause bemerkte, die Zahl der Unterschriften unter ben verschiedenen Petitionen mache auf ihn gar keinen Eindruck, und so ist es denn auch völlig unerheblich für den inneren Wert jener Petitionen, ob viele oder wenige Namen unter ihnen stehen. Jedenfalls ist das Pochen des Ausschusses für deutsche Schulreform darauf, daß seine Petition über 20 000 Unterschriften aufzuweisen hätte, wäh­rend die sogenannte Heidelberger Erklärung nur wenige Tausend Anhänger gewonnen hätte, nicht geeignet, einen unparteiischen Beobachter unseres öffentlichen Lebens und seiner Erscheinungen zu be­einflussen. Es ist vor allen Dingen das Ringen um die Alleinherrschaft, welches unsere Schulreform­bestrebungen auszeichnet. Leider kann man sich der Ueberzeugung nicht verschließen, daß sowohl unter den Freunden des Realgymnasiums, als denen des humanistischen Gymnasiums ein erheblicher Bruchteil damit noch garnicht zufrieden gestellt sein würde, wenn nur jeder höheren Schule die Bahn frei ge­macht wäre. Sie wollen der von ihnen vertretenen Schule auch jede Konkurrenz fern halten und ge­langen zu der Anschauung, es gäbe nur einen Weg jur höheren Bildung, und zwar den, auf welchem sie selber wandeln. Wenn aber eins gut ist, so ist es auf dem Felde der Bildung die Verschieden­artigkeit. Eine Universalbildung ist bei dem Um­fange, den das menschliche Wissen angenommen hat, schlechterdings nicht mehr möglich, und schon in dieser Thatsache liegt die Notwendigkeit der Teilung begründet. Es vollzieht sich auf geistigem Gebiete genau derselbe Prozeß wie auf materiellem; früher konnte ein Uhrmacher allein eine Uhr Herstellen, heute bedarf es dazu einer ganzen Reihe von Kräften, welche die ein­zelnen Teile des Werkes liefern, das dann zusammen­gesetzt wird. Aus diesem Grunde ist auch alles Streben nach höheren Einheitsschulen von vornherein als verfehlt zu betrachten. Dasselbe wird aber auch

durch das Lebe» gegangen. Nur feite» wen» das Herz mir gor zu wehe that in seiner Verlaffeuheit, vertrante eS der Geige dort nächtlicher Weile seine Qualen.

Er schwieg und wandte sich bann langsam dem jungen Mädchen z», daS noch immer auf dem näm> lieben Platze stand, den Kopf gesenkt, baß bie golbigen Locken tief über baS schwarze Gewanb herabfloffeu, die Hänbe auf baS Herz gepreßt, wie wenn ste bort Schmerzen leibe.

-Viola, Viola", rief er leise, ba blickte sie auf mit so großen, schmerzvollen Augen. Ihre Lippen bewegten sich, aber eS kam kein Laut von ihnen. Nur bie Hänbe streckte sie abwehrenb gegen ihn aus, bann floh ste aus bem Zimmer.

Droben vor bem Madonuabilde kniete bie alte Spanierin: »Santa madonna, bitte für mich', betete sie bo wurde die Thür geöffnet, und Viola trat ein. Die Alte beendete erst ruhig ihr Gebet, bann erhob sie sich von bem Schemel unb fragte mit ihrer harten Stimme: »Was begehrt Ihr, Donna Viola?'

Das junge Mäbchen trat dicht zu ihr, ergriff eine ihrer runzeligen Hände und bat: »Mercedes, helfen Sie mir, ich weiß wich nicht mehr zurecht zu finden."

Die Alte schwieg einige Minuten, dann fragte fie wieder: »Und worin begehrt Ihr meinen Rat?'

-O welche Pein muß ihm mein Anblick bereüen, bo er dadurch stets an meine Mutter erinnert wird. Helfen Sie mir, Mercedes, ihm diese Qualen zu er» sparen; ich ertrage nicht, ihn so leiden zu wissen.'

Don Rodrigo hat väterliche Gewatt Über Euch, Ihr dürft nicht gegen ober ohne seinen Willen houbelu.'

»Aber, MereebeS, ich ertrage eS nicht, ihn täglich jn sehen unb denken zu müssen, baß ich bie Tochter Jsobello'S von Wettern bin.'

»So lernt bartn Eure, seine Buße sehen, und Ihr werbet eS ertragen.'

(Fortsetzung folgt)

Ur; Germ utglich a|» « Wetttagen nsch vvnn- nnk Feiertagen. vnortal-UbomremeutS-Preis bei der Sxpe- bttion 2V. Mt, bei ben Postämtern 3 3RL 50 Pfg. (ejU. BesteSgÄ), JnsertionSgchAhr für die gehaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für dre Zrste 95 Pfg.

| Erfolge ausgezeichnet, er ist es gerade ge- i, welcher Rußland isoliert hat, es die bulgarische it oder °Äe hat ve Henn lassen.

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[3836 m Freund nannte, kann nicht Wunder nehmen. pE'sche Erfolge halte die vorjährige Kaifer- ...f ® ! nicht; sie schuf nur ein äußerlich erträgliches Der-

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5.

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Kßchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für tztz Kreise Marburg und Kirchhain Reinigif ahrerzch : alle gr.

Anstrich jj morden, der Zar stellt diesem das große Meruiiz ^bündnis gegenüber, dos leider nur bei dem lg't - ----