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KKchmtlicheBeilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Mld Kirchhain.
Mustriettes Sonntagsblatt
Exvedttion: Marit 21. — Redaktion, Druck und Striaq vou 3e§. lag. Loch.
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ben bis Mitternacht aus dem lleberichwemmungs- gebiete an der Pennsylvania - Bahn eingcgangenen Nachrichten sollen in der Stadt Johnstown mindestens 1500 Personen umgekommen sein. Den Northfolk-Fluß hinunter schwimmen Teile von Häusern, Scheunen und Bäumen mit hilfesuchenden Menschen. Der mittlere Teil der Pennsylvania- Bahn von Harrisburg bis Altona ist durch Erdrutsche und Fortspülungen durch die Regengüsse schwer betroffen. Die Telegraphen- und Eisenbahnverbindungen sind unterbrochen. Verschiedene kleinere Dörfer wurden völlig zerstört. Die Verheerung erstreckt sich südlich durch Maryland und Virginia. Von überall treffen Meldungen über ein weiteres Steigen der Flüsse und Verkehrsstörungen ein.
Rio de Janeiro, 1. Juni. Das gesamte Ministerium gab heute seine Demission.
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Oesterreich-Ungarns während seiner langen Regierungszeit vollzog. Die hieraus sich ergebenden Rückschlüsse auf die gegenwärtige, zur Nachfolge berufene Persönlichkeit sprechen eine deutliche Sprache. Und es mag schließlich — um jede Zweideutigkeit zu vermeiden — noch besonders betont werden, daß man im Lager der Jesuiten über dieses Vorhaben des Kaisers um so mehr entsetzt ist, als der zurzeit zum Throne berechtigte Neffe des Kaisers sich stets als ein treuer Anhänger der Jünger Loyolas erwiesen hat."
Dortmund, 31. Mai. Minister Herrfurth, welcher heute vormittag den neuen Oberpräsidenten Studt in Münster in sein Amt einführte, ist in Begleitung des letzteren hier eingetroffcn, um mit den Regierungspräsidenten v. Rosen aus Arnsberg und Frhr. vou Berlepsch aus Düffeldorf und den Vertretern des Kreises hier über die Strcikverhält niffe zu beraten.
Stuttgart, 1. Juni. Der König und die Königin eröffneten heute mit großem Gefolge die anläßlich des Regierungsjubiläums stattfindende graphische Ausstellung. — Die Kammer der Abgeordneten genehmigte die Vorlage betreffend die Aus- befferung der Gehalte der Staatsbeamten, Geistlichen und Schullehrer mit 72 gegen 14 Stimmen.
n, ld ge- Ife»1 und illigst ter.
Marburg,
Dienstag, 4. Juni 1889.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Juni. Der Kaiser erledigte heute
Zum FrttherMspirl.
Jeder Bürger Marburgs erinnert sich wohl noch d-s glänzenden Festes, durch welches im Jahre 1883 das Fest der 400jährigeu Geburtstags LulherS begangen wurde. Und nun hat sich vou Neuem aus der Mitte nuferer akademischen Bürgerschaft heraus eine Bewegung erhoben, um das Andenken unseres großen Reformators tu einer Weife zu feiern, welche unserer Stadt, die vor vir len ander» mit der Reformationsgeschichte und mit der Person Luthers eua verknüpft ist, nicht »vr würdig ist, sondern auch eben durch die 6tfo»bei8 bevorzugte Stellung unserer Stadt als etae Ehrenpflicht derselbeu erscheint. Das Herrigsche Luthersestspiel soll im Juni d. I. aufge- führt werden, und schon find vielfache Vorbereitungen hierzu getroffen.
hnaß.®“r ®.ftrxbe schon der großartige Erfolg, welche» dasselbe bei den frühere» Aufführungen, besovder» anch in unseren Nachbarstädteu Caffel nud Gießen kIJ»rtrlen etae Bürgschaft für den iunereu Wert liefern, doch ist eS vielleicht nicht über- flusstg, die Eigenart deS Herrigschen Festspiels tiv Voraus etwas zu würdigen.
. ,WaS zunächst die Aeußerlichketteu desselben be- trifft, so unterscheidet eS sich wesentllch von allen andern Festspielen moderner Auffaffuug. Die Waauer- auffuhrungen in Bayreuth, daS PasfiouSspiel in Ober, ammergau, auch daS Devieutsche Lutherfestspiel weudeu alle Mittel der moderuen Bühnentechnik a» und zwar insbesondere glänzende Dekorationen, nm den festlichen, feierlichen Eindruck hervo-zurufen.
Herrigsche Stück spielt ans eiufach drapierter Bühue, ohne den Ortswechsel anders als durch die Handlung zu bezeichue».
Richard Wagner hat ja tu seine« Schriften ver. sucht» eS ästethisch und künstlerisch zu begründe», daß in unserer Zeit alle Künste znsammenwirkeu müßte». ?? -i° vollendetes Kunstwerk hervorznbriugex. Nack» seiner Meinung soll der dramatische Dichter alle th«
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Hesse«- Nassau.
Marburg, 3. Juni. Die Straßenbeleuchtung hiesiger Stadt für den Monat Juni ist folgende:
Datum Richtungslaternen
vom 1. bis 30. von 10 bis 2 Uhr
Marburg, 2. Juni. Der landwirtschaft- liche Verein Marburg hielt gestern seine erstr diesjährige Sommer-Wanderversammlung in Wetter ab. Trotz der bereits am Vormittage herrschenden großen Hitze hatte sich doch eine ansehnliche Zahl der Mitglieder zu der Sitzung eingefunden. Nach Er- Öffnung derselben und Erledigung einiger geschäftlichen Angelegenheiten referierte zu 2 der Tagesordnung Herr Justizrat Dr. Grimm in l*/istündigem Vortrage über Unfallversicherung. Redner bezeichnete dieselbe als ein Glied in der Kette der Gesetze für daS Wohl der arbeitenden Klaffen und behandelte dann das gesamte Thema unter Zugrundelegung folgender Abschnitte: 1. Gegen was wird versichert, 2. Wer wird versichert, 3. Wer versichert und wer zahlt die Beiträge, 4. Was wird an Entschädigung gezahlt, 5. Welches Verfahren ist bei eingetretenem Unfälle seitens der Beteiligten einzuschlagen, um in den Genuß der Entschädigung zu gelangen, und hat hiernach zunächst die Anzeige bei der Ortspolizeibehörde und dem Vertrauensmann, dann die Untersuchung durch die Orispolizeibehörde und darauf die Feststellung durch den Kreisausschuß zu erfolgen. Verbunden mit demVortrage gabRedner eine erläuternde Darlegung aller seitens des hiesigen Kreisausschuffes in Beziehung auf dieses Gesetz bis dahin getroffenen Entscheidungen. — In einem weiteren Vortrage sprach Herr Dr Giersberg aus Dortmund über Thomasschlacken.'
b?. Mvllmächtigten, der Generaladjutanten und Generale ----- la suite und vieler anderer hoher Offiziere rc. ein- je in Potsdam garnisonierenden Garde-Kavallerie- tgimenter. Dem militärischen Schauspiele wohnten
Zmittag aus Schloß Friedrichskron zunächst Re 1W, «Iingsangklegenheiten und nahm sodann Vorträge *** ? «gegen. Gegen 9 Uhr begab sich Allerhöchstderselbe Begleitung der Flügeladjutanten vom Dienst nach
wurde wärmstens begrüßt mit den Rufen: .Es lebe Carnot! Es lebe die Republik!" 20 000 Bergleute defilierten vor Carnot in musterhafter Ordnung. — Auf die Ansprache des Vorsitzenden des Komitees der Kohlengrubenarbeiter in Lens wies Präsident Carnot auf die Entwickelung der Kohlengruben der Departements Pas de Calais und Nord hin und betonte, daß die Regierung bemüht sei, für billige Transportmittel zu sorgen.
Arras, 1. Juni. Auf dem gestrigen Bankett im Stadthause, bestätigte Präsident Carnot den Erfolg der Ausstellung, welcher nicht einer einzelnen Partei, sondern dem Patriotismus der Gesamtheit Frankreichs zuzuschreiben sei.
London, 1. Juni. Eine gestern abgehaltene Versammlung der Bergarbeiter in Yorkshire beschloß, das Angebot der Bergwerksbesitzer anzunehmen. Hierin sagten die Eigentümer eine Lohnerhöhung um 5 Prozent für Juli und um weitere 5 Prozent für Oktober zu. Hier herrscht große Genugthuung über die Beilegung des drohenden, sehr ernsten Streiks.
Petersburg, 1. Juni. Der österreichische Botschafter Graf Wolkenstein ist heute hierher zurück- gekehrt.
Belgrad, 1. Juni. Laut amtlicher Feststellung sind während der jüngsten Tumulte ein Offizier und 19 Gendarmen teils verwundet, teils verletzt worden. Von den Tumultuanten und den Fortschrittlern ist einer, Mikovic, getötet, einer durch einen Revolverschuß verwundet und 12 Personen verletzt. — Die Regentschaft unterfertigte einen Ukas, durch welchen der zwischen Serbien und der Betriebsgesellschaft serbischer Bahnen bestandene Vertrag gelöst wird.- Der Betrieb geht am 2. Juni auf die Staatsverwaltung über. Die Maßregel erfolgte auf Grund der Berichte der Kommissionen, welche Mißbräuche und Unregelmäßigkeiten in der Bahnverwaltung konstatierten. — Der Gerichtshof erster Instanz bestätigte die Entscheidung des Untersuchungsrichters betreffs der Verhängung der Untersuchungshaft über Garaschanin. Da die diesbezügliche Entscheidung des Gerichts verfaffungsmäßig vollstreckbar ist, verbleibt Garaschanin in der Untersuchungshaft.
Newyork, 1. Juni. Infolge außergewöhnlich starken Steigens des Northfolk-Flusies bei Johnstown (Pittsburgh) sind zwei Drittel der Stadt unter Waffer gesetzt. Ein Reservoir in der Nähe der Stadt wurde zerstört. Die Einwohner, von einer Panik ergriffen, flüchteten auf die Berge, lieber zweihundert Personen sind ertrunken, der Eisenbahn- und Telegraphenverkehr ist unterbrochen. — Nach fte mir bisher gegenüber gestände», ich wäre nicht schwach geworden aber — sie verstand so vortrefflich, die verschiedenste» Masken ,» tragen, sie war eben durch und durch Cowödiautin. Als wir in der Laube stände» — ich hatte sie uicht aufgefordert, Platz zu nehmen — wechselte sie die Rolle. Aus der Frau vou Welt, der hochmütigen Hofdame, wurde plötzlich das gefühlvolle, sich ganz hiueiugebeude, demütige Weib. Da stand sie plötzlich vor mir mit gesenkten Augen und gefaltet herabhäogendev Händen und sagte in den weichste» Tönen ihrer wohlklingende» Stimme: .Roderich, vergieb mir, daß ich gekommen bin, aber ich konnte nicht mehr lebe» uud konnte doch auch uicht sterben, ohne Dich noch ein einzig Mal wenigstens zu sehe». Ich versuchte trotzdem, in dem vorherigen Tou fortzufahren, uud fiel ihr iu'S Wort: .Nicht doch, meine Guähigste, ich rechne mir Ihre» Besuch zur ganz besonderen Ehre und würde mich.allerdiugS noch mehr gefreut haben, wen» Ihr Herr Gemahl Sie zu uuS begleitet hätte. Oder hat er vielleicht versprochen nachzukommen, daß wir, meine Gemahlin uud ich, doch »och die Freude habe» werde», ihn bei uns zu begrüßen?" Einen Augenblick war eS mir, als schlöffen ihre Finger sich fester in einander, während die kleine» weißen Zähne sich in die Unter, lippe grnbeu, aber im nächsten Moment schon sprach sie weiter, und ihre Stimme klang wohl noch flehe», der als vorher: .Ich weiß es wohl, Roderich, ich habe nichts Besseres verdient als Deinen Spott, aber ich will ihn demütig erttage», da mir nun doch vergönnt ist, den einzigen heißen Wunsch, der mich durch all die langen Jahre verfolgte, der mich nicht Rabe finden ließ, endlich, endlich zu befriedige».
Ich mußte Dich noch einmal sehen, nm Dir zu sage», tote tief schmerzlich, wie bitter ich mein Betragen, jedes meiner Worte bereut, das ich damals in einem Anfall fieberhaften WahufiuuS für Dich gehabt, als Dn mir von Deiner Liebe sprachst.
(Forts? tzuug folgt.)
Erscheint täglich afa n Statute» t>own> «ab Feiertage». — Qaartal-UbonVemeatS-Preis bei ber Lxpe» toioBay.ÄL bri des Postämter» 2 Mk. 8V Pfg. (exll. PesteSgeü). Jnserttonsgebthr für bie gespaltene Zeile 10 Pfg., Ncklsmen für Vie Zeile 25 Pfg.
Anstatt-.
Bern, 1. Juni. Der Bundesrat beschloß, daß vom 3. Juni an das Recht zur Einfuhr auch desjenigen Branntweins, welcher denaturiert werden soll, ausschließlich der eidgenössischen Alkoholverwaltung zustehen soll.
Rom, 1. Juni. Der Papst spendete der „Propaganda" eine Million Lire zu Missionszwecken. — Der König und der Kronprinz sind heute mittags hier wieder eingetroffen. Dieselben wurden am Bahnhofe empfangen von Crispi, den übrigen Minister.', den Präsidenten und Mitgliedern des Senats und der Kammer, dem Präfekten, dem Maire und den Mitgliedern des Munizipalrats und den Spitzen der Behörden. Vor dem Bahnhofe hatten sich zahlreiche Vereine mit ihren Fahnen aufgestellt. Eine große Volksmenge begrüßte den König enthusiastisch und begleitete den Wagen bis zum Quirinal, wo der König und der Kronprinz wiederholt auf dem Balkon erschienen.
Paris, 1. Juni. Aus Haiti hier eingegangene offizielle Nachrichten bestätigen den Sieg Hippolytes über die Streitkräfte des bisherigen Präsidenten Legitime. — Carnot ist in Lens angekommen und
Mir stand das Herz still, als ich fie so plötzlich vor mir sah, die ich längst vergessen z» haben glaubte. Ohne mich zu rühre», ohne Gruß starrte ich zu ihr hinüber, die sitzt ohne jegliche Hilfe kaum zwanzig @4ritt vou mir entfernt vor der kleine» Pforte aus dem Sattel sprang, dann den Zügel ihres Tieres geschickt um ein Staket des Zauner schlang, und die lange Schleppe ihres ReitkleideS über den Arm ge- schlagen, die Reitgerte in der Hand, zu mir trat.
.Ah, daS Schicksal scheint mir günstig zu sein, da eS mich bei meinem Ritt auf das Geratewohl Sie sogleich treffen laßt. Vraiment j’en suis enehantäe, man eher baren, obgleich Ihne» das Wiedersehen mit einer alten Freundin wmtgcr Freunde zu machen scheint." Damit streckte fie wir die Hand entgegen die in einem eug anliegenden Stulpenhandschnh steckte und die ich uur leicht mit den Fingern berührte, indem ich entgegnete: .Sie thuv mit Unrecht, meine Gnädigste ich bin wahrhaft entzückt über Ihr allerdings sehr unerwartetes Ei scheinen uud ich denke meine Gemahlin wird mein Entzücken teilen, sobald sie der Ehre Ihrer Bekanntschaft teilhaftig geworden. Dars ich bitten, mir zu ihr zu folgen?"
Ein zorniger Blick ihrer Hellen Ange» traf mich bei dem ausgesucht kalthöflichen Tou, ben ich angeschlagen , doch gleich darauf spielte wieder jenes bestrickende Lächeln um ihren Mund, deffe» Macht fie wohl kannte.
„Caro amico,“ sagte fie dann, mit der Reitgerte leicht meine» Arm berührend, .ich denke, das erste Viertelstüudchen des Wiedersehens gehört nngeschmälert ben nächsten Freunden, und so bitte ich mir jetzt mein Recht auS, nachher gehe ich dann mit Ihne», wohin Sie wollen. UebrigeuS der scharfe Ritt hat mich echaus firt uud eS ist windig hier. Losse» Sie u»S, bis ich mich ein wenig abgekühlt, in jene Laube treten, fie steht sehr ttaulich ans." Dabei legte fie die Hand auf meinen Arm und zwang mich so, mit ihr in den Pavillon zu treten. Wäre fie während der Dauer unseres Gespräches die Weltdame gebliebe, als welche
Änjeige» nimmt entgegen die Expedition d Blatte»
sowie b. Annoneen-Lnreaax von Haasenstein und Logier
E Jahrgang
Daube u.Lo. in Frankfurt <u M., Berlin, Hannover. Pari».
[&U& g, Bornstädter Felde und besichtigte daselbst, im 3398; tijein einer zahlreichen Generalität, der Militär-
! ch Ihre Majestät die Kaiserin-Königin, sowie die ] mzessin Luise zu Schleswig-Holstein zu Pferde j, welche bereits von Schloß Friedrichskron aus » Kaiser nach dem Bornstädter Felde begleitet iten. Nach dem Schluß der Besichtigung begab h der Kaiser zur Frühstückstafel nach dem Osfizier- ßno des Osfizierkorps des 3. Garde - Ulanen« kgiments, während die Kaiserin-Königin mit ihrer lhwester, der Prinzessin Luise zu Schleswig- »lstein, sofort nach Schloß Friedrichskron zurück- iten. — In der am Mittwoch unter dem Vördes Vize - Präsidenten des Staatsministeriums, paissekreiärs des Innern v. Bötticher, abgehaltenen kiarsitzung erteilte der Bundesrat dem Anträge t Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für mdel und Verkehr, betreffend die Ermittelung des Loholgehalts des zur steuerlichen Abfertigung geizenden Branntweins, dem Entwurf einer Verjüng wegen Abänderung beziehungsweise Er- izuug der Verordnungen vom 16. August 1876 i 4. März 1879, betreffend die Kautionen der i der Militär- und der Marineverwaltung angelten Beamten die Zustimmung. — Unter ent- »chendem Vorbehalt publiziert die freilich nicht »er zuverlässige „B. B. - Ztg." heute folgenden zugegangenen Wiener Brief: „In Hoskreisen icht man davon, Kaiser Franz Josef hege den m, gleich seinem Vorfahren Karl VI. auf dem ineichischen Kaiserthron eine Veränderung der behenden Thronfolgeordnung im Sinne der präg« Äschen Sanktion vorzunehmen und dies zugunsten i Töchterchens des Kronprinzen Rudolf. Die lünde für diese Pläne sind hier stadtkundig, ent« WM sich aber selbstverständlich der öffentlichen Wkussion. In den höheren Kreisen, innerhalb When diese Nachricht zirkuliert, macht man kein kl daraus, daß man diese That den größten an hm müßte, die Kaiser Franz Josef im Jntereffe
(Nachdruck verboten.)
Lin Md -es S«-etts.
Novelle von R. Sn6t.
(Fortsetzung.)
„Viola", sagte er leise, aber ihre Stimme klang er vor Aufteguug, als fie fragte: .Ist eS wahr, jenes rothaarige Weib meine Mntter gewesen?*
! war so fest überzeugt, daß die Rede der Alten 8 nur die lauterste Wahrhaftigkeit sei, dennoch «rfte fie einer Bestätigung auS seinem Munde. ,3a", war die zögernde Antwort. WaS hätte er tem gegeben dies Wort uicht aussprechen zu müffeo, > ihr den bitter» Schmerz zu ersparen, ben auch einst am Grabe seines BaterS bei Mercedes' Erlang empfnubev. Viola hatte fich znr Thür ge- ibet, aber er vertrat ihr ben Weg, ergriff ihre ib, die fie ihm vergebens zu entziehen suchte, und iigte sie so zum Bleibe».
«Viola, man soll nicht nugehöit verurteilen, und Hebt wohl keinen Verbrecher, der für seine That lt eine Entschuldigung, uicht einen mildernden Grnnd ftsühren hätte. Du mußt mich hören."
6t hatte ihre Hand wieder frei gelaffen, aber fie chte keinen Versuch, mehr hinauSzufliehen, sondern 6 unbeweglich ans ihrem Platz, und er erzählte don seinem Leben am Hofe dkS längst mediatifirttn htn Staates, von feiner ersten schnöde znrückge- Itntn, höhnisch verlachten Liebe und wie er fich mit seinem beleidigten Stolz, seinem gekränkten tyn hinanSg, flüchtet. Auch von seinem Leben *ttm fernen Süden, vonJneS und seiner endlichen Mkehr mit seinem jungen Weibe sprach er nnb "tollte vor ihr ein getreues Bild seines Lebens.
«Da kam jener Herbsttag, von dem Mercedes ge- ^chev. Ich hatte hinten tm Park einige 8er. «rangen treffen lassen nnb war gegangen nachzu- <8, ab man in Allem meinem Willen uachgekommeu, .hörte ich plötzlich den Hufschlag eine» PfirdeS * schaute ansblickend in Isabella'» schönes Gesicht.