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Wchmtliche Beilagen: Kreis-Blatt für Mt Kreise Marburg mti Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt

Expedition? Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Z,h. A»g. Agch.

M 127.

Erscheint tlgii* exia n Äedtegc» »ach bonn- mb Feiertaz«. --- Luattat->Son»emestS-LreiS bei der «xpe- ditto» 2*4 ÄL bei de» Posttdnt«» S M. 50 Pfg. (epi BefteKsÄ). J»strtio»SgeoLhr für die gespaltene geile 10 BfS-, Reklomer für Mc Zeile 95 Pfg.

Marburg,

Sonnabend, 1. Juni 1889.

itazetge» nimmt entgegen die «xpedttton » Blatte», -wie d. Limouceu-Vureaux von Haasenstei» und Bögler LLMLLtÄlS'iLrALV LM Jahrgang Daube u. To. i» Franksutt a. M., Berlin, Hannover. Pari».

taub.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

,Der Senat des Königreichs, der gestern

gerichtet:

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nnaie gant nit blass ;earbei

ourwt r Sohn tr. 21.

m ersten male seit der Abreise Seiner Majestät £k» Königs zusammengetreten war, hat einstimmig schloffen, Sr. Majestät dem Kaiser von Deutich- d, Könige von Preußen, Seiner Regierung, sowie ruhmreichen Stadt Berlin den herzlichsten Dank Pr die Sr. Majestät dem Könige von Italien zu-

iigst.

Eie preßte die Hand auf da» Herz, und in de« ttigtiffidt» Lugen stand eine angstvolle Frag«.

weniger geschickt hergestellte Kombinationen, oder sie stammten aus solchen Quellen, welche in Die Ver­pflichtung zur Verschwiegenheit nicht eingeschlossen seien. DenBerl. Pol. Nachr." zufolge sind die von einem hiesigen Blatt gebrachten Andeutungen,

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:herheiö| jdjoftcr Grafen de Launay nachfolgendes Telegramm llen" gerichtet:r ~ ......

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Bestellungen für den Monat Juni nehmen aus die

vberhesfische Zeittmz mit ihren Gratisbeilagen Kreisblatt

für die Kreise Marburg «ud Kirchhai«

und

Zllttstriertes Soautagsbtatt sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt un-

nbigtl - 6*/, 2 |1M

[®w«r in den Händen, sah mit Erstaunen, welche s oaubei kraft die Stimme des jungen Mädchens auf

Deutsches Keich.

Berlin, 29. Mai. Der Bundesrat wird über

(Nachdruck verboten.)

Ei« Kind -es-errs.

Novelle von R. AnSt.

v Doktor Wermuth nahm eine Arznei hervor und hüte zögernd: »Ich thue kS nicht gern aber 'tun eS sein mutz'

]0 ££a Kranken übte, und venu sie inne halten wollte, H er ihr zu, weiter zu sprechen, und fie that es, !, ?N erst lange darüber uachzudeuken, waS fie sagte: 2 -perverse, Dichterworte und eigene Gedanken »od 2 Erinnerungen, alles bunt durch eiuauder und hin

Da umschlang Viola in ihrer H.-rzeuSangst den Nacken ihres Retters und sprach zu ihm unaufhörlich kn jener Stunde, in der fie zu sterbeu gemeint, A»d wie er fie dann gerettet in der letzten höchste» Sot wie fie ihn für ihren Schutzengel angesehen tob daß er nun nicht von ihr gehen dürfe er 05 itsf pfifft leben, damit sie ihn lieben und ihm danken tone und dazwischen nannte fie wieder und wieder Me» Namen. Doktor Wermuth, der au der anderen ytite des Lagers stand, die gefährliche Arznei noch

Urschiedenen Meldungen der Blätter in den letzten 3,20 ind tagen über den Verlauf der Sitzungen der Samoa- adenprd Konferenz erinnert diePost" daran, daß die Mit­glieder derselben zur Geheimhaltung verpflichtet seien en durt $nb daß an eine Indiskretion ihrerseits daher selbst- [3iä redend nicht zu denken sei. Die veröffentlichten Be Port» lichte seien aus diesem Grunde nur mehr oder

ist.

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und 08 endet 08

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, lüs habe in den Regierungskreisen die Absicht bestanden, für die Kohlenreviere Westfalens den Belagerungs-

mit seiner Gemahlin heute nach Schönhausen ab. nzerrei» Ministerpräsident Crispi hat unterm 28. d. Mts. aaies von Mailand aus an den hiesigen italienischen Bot-

Dteil gewordene Aufnahme auszusprechen. Ich ersuche abetrad Euere Exzellenz, von diesem Beschluffe dort amtlich ngenon Kenntnis zu geben, gez. Crispi. Gegenüber

teil Räch' L. .

$ott(ttt M Expedition entgegen.

in.

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rburg-

en, daa ben Gesetzentwurf, betreffend die Jnvaliditäts- und wenn Do Altersversicherung erst in einer seiner nächsten Sitzungen Beschluß fassen. Fürst Bismarck reiste

sU^ (Fottsetzung.)

ini 18? f Da war eS, als kehii- jener flüchtige Strahl zurück ), 'in geistiger Ausdruck des Lauschens ging über seine c< Züge, es schien, alS sei der Wahnsinn des Fiebers BonilXü ^broche u, aber alS das junge Mädchen schwieg, kehrte Tft zurück mit voller Angst und Qual.

r» li ''»»uuciungcu, UUC» VUIU UlUiy ClUUBDCr UUD 94 , ,2 tob wieder seinen Name» dazwischen: .Roderich, 0« .^K»derichl- Die heißen Händen deS Kranken lagen h?n siill ans der Decke, die brennenden Angen ogr/, ¥lofen sich, und endlich sank der Kops matt aus Biola'S tkl Schulter. Aber sie sprach weller nnb weiter, bis er lOI1/« zurtcksank und sie ihn aus ihren Armen sauft 99 , ? die Stflku gleiten ließ. Jetzt machte ihr der Arzt et» 08®kiytofttn zu schweigen.

zapau.> zu proklauueren, vollständig erfunden. Von der wissenschaftlichen Deputation für das Mcd'zinalwesen sind dem Unterrichtsminister von O'Dütr Vorschläge, betreffend die Einrichtung einer ärznjchen Cchulaufsict t, gemacht worden. Als Haupt- vuntie sind bemerkenswert:1. Die Baulichkeiten und Einrichtungen der Schule oder deren Umgebung sind von dem Schulärzte in periodischer Wiederkehr zu untersuchen; hierbei ist ein Fragebogen mit vor- geschriebencm Formular zu benutzen, welcher der vorgesetzten Schulinstanz eingesendet werden soll. In 3 bis 5 Jahren muß jede Schule mindestens einmal revidiert werden. 2. Behufs Feststellung des Gesundheitszustandes der Schüler hat der Arzt jede Schule bald noch Beginn des Schuljahres einmal zu untersuchen. Bei neu Eintretenden ist jeder einzelne zu besichtigen und sind hier die etwa vorhandenen Mängel festzuftellen; bei den übrigen Schülern ist dies nicht jedesmal erforderlich. Durch Rücksprache mit dem Lehrer sind die Maßregeln festzustellen, um vorhandene Mängel und Schäden zu beseitigen. 3. Zur Sicherung des Erfolges der ärztlichen Unter­suchung und Anregung sind zu Punkt 1 von der Aufsichtsbehörde, zu Punkt 2 von dem Schulvorstand oder Direktor dem Arzte über das Veranlaßte Mit­teilung zu machen, welchem freistehen soll, Beschwer­den bei der höheren Instanz anzubringen. Betreffs der ansteckenden Krankheiten bewendet es bei den sanitätspolizeilichen Vorschriften. 4. Die vorgesetzten staatlichen Verwaltungsbehörden bestimmen, welche Aerzte, unter welcher Bedingung, für welche Schulen bei der Schulaufsicht nach oben genannten Maßgaben zu beteiligen sind. Besondere Schulärzte bei ge­sonderten Anstalten mit Alumnaten und in großen Städten sind erforderlich." Ueber das Verhalten des Eisenbahndienstpersonals gegen das Publikum hat der Eisenbahnminister folgende Verfügung er­lassen:Reben vielen anerkennenden Aeußerungen über freundliches und entgegenkommendes Verhalten des mit dem reisenden Publikum dienstlich verkehren­den Staatseiscnbahnbeamtenpersonals sind leider auch manche Klagen über absprechendes und unhöfliches Benehmen einzelner Beamten zu meiner Kenntnis gelangt. Ich nehme daraus Anlaß, nachdrücklich daran zu erinnern, daß § 1 des Betriebsreglements, nicht minder § 69, Absatz 1 und 2 des Bahnpolizei- reglemknts für die Eisenbahnen Deutschlands, wie die gemeinsamen Bestimmungen für alle Beamten des Staatseisenbahndicnstes ein höfliches und rück­sichtsvolles, wenn auch entschiedenes Benehmen gegen das Publikum zur besonderen Pflicht machen. Die

.Er ist gerettkt", sagte Doktor Wermuth, ihr die Hand reichend, nnb fie ergriff diese Hand und drückte die Lippen darauf. Der kleine alte Herr war ganz rot geworden nnb zog schnell seine Hand zurück.

Aber, mein Frävletn--*

.Verzeihung", flüsterte fie, die Augen senkend, .ich wollte Ihnen nur danke».*

.Danke» Sie Dem dort oben und fich selbst; ich habe ben geringsten Teil an seiner Rettung.' Dan» beugte er sich wieder über ben Kranken, untersuchte »och einmal dessen Puls und lauschte ben motten regelmäßige» Atemzüge». Sich barauf wieder zu Viola wenlend, sagte er:Die Gefahr ist beseitigt uur darf er durch nicht« in seinem Schlafe, der vor­aussichtlich bis gegen Morgen dauern wird, gestört werden. Und deßhalb, Fräulein Windehn, denken Sie jetzt auch wieder einmal au sich selbst. Gehen Sie jetzt zur Ruhe, lieber Kind, Johan» mag im Vorzimmer wachen, das genügt, aber Sie können daS Bewnßtfein mitnehme», Ihr Bestes gethan zu habe» zur Rettung eines Menschenlebens. Und nuu, gute Nacht."

Viola schüttelte das blonde Haupt. .Erlaube» Sie wir nur noch, bis znm Morgen hier zu bleibe», Herr Doktor ich würbe bie Ruhe zum Schlafen jetzt boch nicht finbev. So habe ich Zeit, mich an ben Ge­danken zu gewöhne», daß er wirklich, wirklich gerettet ist; morgen will ich dann ganz gehorsam sein.'

.Nun, so machen Sie nur, wie eS Ihnen scheint. Wahrhaftig, Doktor Tormann hat mir nicht zu viel von Ihne» erzählt. Haben Sie wieder einmal von ihm gehört?'

.Nein, aber ich wünsche, daß eS ihm gut gehe» möge." Und wieder verließ der Arzt mit de« Gedanken das Zimmer: .Armer Dormann, nichts als Dank- barke't!'

Und Stunde auf Stunde verrann, während Viola in de« stillen Zimmer am Lager de» Kranken saß nnb ans die immer ruhiger werdenden Atemzüge lauschte. Da endlich, als schon der Morgen graute,

königlichen Eisenbahndirektionen und Bemebsärmer beauftrage ich, die Beobachtung der vorbezeichneten Boischrifien sorgsam zu überwachen, Verstöße gegen dieselben nachdrücklich zu ahnden und solche Beamte, welche sich durch ihr Verhalten als ungeeignet für den Verkehr mit dem Publikum erwiesen haben, aus den betreffenden Stellungen zu entfernen." Um su zeigen, wie ausländische Milbewcrbung deutsche Arbeiterausstände auszubeuten suche, teilt dieNordd ^3- Zig-" offiziös aus Amsterdam mit, daß der in Hanau von Diamant- und anderen Edelstein­schleifern geplante Streik Wohlgefallen bei den Amsterdamer Berufsgcnoffen errege; dieselben hätten eine große Versammlung abgehaltcn. den Mut der Hanauer Arbeiter gelobt, eine Adreffe an dieselben abgesandt und ihnen Unterstützungen versprochen. Der Zweck sei natürlich, der Amsterdamer Fabrikation die Hanauer Mitbewerbung aus dem Wege zu räu­men, dafür spreche schon die Thatsache, daß auch Juweliere an der Versammlung teilgenommcn hätten. Die Nachricht, daß der Oberpräsident Westfalens, Herr v. Hagemeister, seine Entlastung nachgesucht hat und daß der Unterstaatssekretär im Ministerium für Elsaß - Lothringen, Studt, auf den Posten des Herrn v. Hagemeister berufen worden ist, wird amt­lich bestätigt. Ueber die Gründe dieses plötzlichen Wechsels erfahren wir, daß an sehr hoher Stelle die Meinung vertreten wird, über die Vorbereitungen des Streiks der Grubenarbeiter in Rheinland und Westfalen sei man an der kompetenten Stelle ver­hältnismäßig recht spät unterrichtet gewesen.Ein Heer von 100 000 Mann sei doch wohl nicht heim­lich zu ralliiren" diese Aeußerung soll von sehr hoher Seite gefallen sein, und mit dieser für die Verwaltung der Provinz allerdings nicht besonders schmeichelhaften Kritik bringt man den Wunsch des Herrn von Hagemeister, sich zurückzuziehen, in Ver­bindung.

Attslan-.

Wien, 29. Mai. In der heutigen Jahres­sitzung der Akademie der Wissenschaften hielt der Kurator Erzherzog Rainer die Eröffnungsrede, worin er des Ablebens des Kronprinzen Rudolf gedachte und dann sortfuhr:Leider muß es gesagt werden, daß ein Kampf gegen die Aufklärung und den Fort­schritt eröffnet wurde, den gerade wir am meisten beklagen müssen, weil wir den Wert der Wisten- schaft zu schätzen misten. Wir wollen hoffen, daß diese Erscheinung eine vorübergehende sein wird."

Mailand, 29. Mai. Heute abend fanden sich

übermannte sie der Schlaf. Die müden Angen fielen ihr zu, aber nm den Mund legte fich ein glück­liches Lächeln.

.Und wieder verging die Stunde, da mit einem tiefen Atemzng erwachte der Kranke. Sein erster Blick fiel aus daS schlafende Mädchen, und seine Augen glitten fragend, verwundert, über die Flut der goldigen Lock-» und das liebliche Antlitz hinab auf die gefalteten Häude. Auch sein Gestcht erhellte sich dabet zu einem Lächeln und er flüsterte: .Isabella Viola." Dann entschlief -r wieder.

XV.

E« waren Wachen vergangen. Nach dem souniaen Frühjahr war ein regnerischer, kühler Sommer ge« kommen, aber in Schloß Lodenwald, wo so lange Angst und Sorge geherrscht, war wieder Licht und Frohsinn ringezogeu. Der Oberst war längst in seine Garnison zurückgekehrt, und Tante Betly hatte schon eine ganze Sammlung Briefe von ihm. Sie versuchte täglich, NieveS in lange AusstattungSge, spräche zu verwickeln; die hiett aber niemals Stand. Der Gutsherr erschteu bereits wieder bet Tische und war währeud seiner Genesung fröhlicher geworden alS seit langen Jahre». Viola bagegen war oft ge- bankenvoll: .Sann er verstauben haben, waS ich in jener Nacht zu ihm gesprochen?" hott» sie Doktor Wermuth ängstlich gefragt, als er von Roderich kam, und eS war auffallend, wie fie ihn mied. Sie sahen fich fast nur bei Tische im Familienkreise, denn daß Roderich ihr oft von seinem Fenster aus nachschaute wenn fie mit Zante Betty ober NieveS in ben Garten ging, baS ahnte Viola nicht. Sie wußte es fich selbst kaum zu erklären, weshalb ihr Herz so ängstlich klopfte, wenn fie unvermutet feinen Schritt oder seine Stimme vernahm, weshalb ihre Hand bebte, wenn fie dieselbe zum Morgengruß ober zur Guteuacht in die seine legte. Wenn fie am späten Abenb, wenn eS ringsum still geworden, in dem kleinen Erker ihres Zimmers stand nnb zu bem dunkle» Himmel auffchaute, bann wurde fie oft von einem Gefühl so

zahlmche Bereme mit Musikkorps und Fahnen vor dem Palazzo Reale ein und veranstalteten zu Ehren der Rückkehr des Königs aus Berlin eine impotente Kundgebung. Während die Musik die Nationalhymne spielte, brachten die Vereine und die zahlreichst her­beigeströmte Menge auf den König und den Prinzen von Neapel unausgesetzt enthusiastische Hochs aus. Sowohl der König wie der Kronprinz erschienen mehreremale auf dem Balkon und danklen für die Ovation.

London, 29. Mm. Lord Salisbury empfing heute eine Deputation, welche die Abschaffung deS Postens eines Vizekönigs von Irland verlangte. Ter Premierminister sagte, daß die Regierung mit der Erwägung der Angelegenheit beschäftigt, daß eS jedoch schwierig sei, eine darauf bezügliche Bill noch in der gegenwärtigen Session einzubringen.

Bukarest, 29. Mai. Der Senat beschäftigte sich heute mit dem Kredit für di Befestigungs­arbeiten. Die Dcputierten-Kammer nahm mit 95 gegen 66 Stimmen den Debattefchluß über die In­terpellation Earps an. Betreffs des Zwischenfalles mit serbischen Fischern auf der Donau rrinnerte bie Regierung das serbische Kabinett an die über­nommenen Verpflichtungen, die serbischen Fischer da­von abzuhalten, in den rumänischen Gewäffern Netze auszuwerfen, und verlangte die Bestrafung der­jenigen, welche trotzdem in rumänischen Gewäffern fischten und welche auf diejenigen rumänischen Matrosen, welche sie daran hindern wollten, Schüffe abgegeben hätten. Die Frühjahrssession der internationalen Donaukommission ist geschloffen. In der letzten Sitzung beantragte der italienische Delegierte, daß ein ehemaliger italienischer Marine - Offizier zum Generalsekretär der Kommission ernannt werde, ein Amt, welches bisher em Franzose inne hatte. Nach lebhafter Debatte beschloß die Majorität, worunter sich auch der rumänische Delegierte befand, die Er­nennung zu vertagen.

Hesse«-Rastatt.

Marburg, 31. Mai. (Oeffentliche Sitzung des Bürger-Ausschuffes am 28. Mai.) Anwesend waren 19 Mitglieder. Zu 1 der Tagesordnung erfolgte die Genehmigung einer Vorlage, betreffend den Erwerb eines Gartens zur Vergrößerung des Toten­hofes am Rotenberg zum Preise von 3000 Mark. Seitens des Ausschußmitgliedes Schott wurde bei dieser Gelegenheit auf einige Mißstände aufmerksam gemacht, welche aus dem hiesigen Friedhof zutage getreten seien und um entsprechende Schritte seitens

banger, heiß-r Sehnsucht befallen, von dem sie fich doch nicht etngesteheu wollte, daß es nicht au8 ihrer Trauer, ihrer Liebe für de» tote» Later entsprang.

Roderich dagegen, so oft er den Blick auf ihr ruhen ließ, fühlte sein Herz höher schlagen. Die ganze Innigkeit seiner ersten Liebe, ehe sie so höhnisch zurückqewiese», erwachte wieder in ihm und mit ihr das Vollgefühl der Jugend.

Das war Isabella, das war ihre Gestalt, ihr Gang, ihre Stimme, ihr Antlitz Zug für Zug in kaum erschloffeuer Schönheit. Und wenn er ihr in die großen, offene» Augen schaute, au8 bene» ihn eine reine, keusche Seele aublickte, bann jubelte er ooch inniger, daß eS nicht bie herzlosen, grünschillern- den Nixenaugen waren, bie ihn mit ihrem faSciniere»- >e» Glanz einst aller Bestnnnug beraubt. Konnte ihm daher wohl »och Zeit bleibe», darüber nachzu« denken, daß er seit jener Z-it gealtert war, daß er bereits den Höhepunkt seines Lebens überschritten und vielleicht kein Reckt mehr hatte, die Hand nach einer morg-nfrischeu Blüte anSznstrecken?

Und Olaf, der einst so heitere lebhafte Olaf, war noch immer bleich und still. Er ging selten in ben Garten, und wenn er eS that, nnr bis zu jener Bank bei der Schaukel, wo er NieveS zum erstenmal ans S»z geschloffen. Mercedes war mtt einer rührenden Sorgfalt nm ihn bemüht, tote noch niemand die alle Spanierin gesehen, die fast noch düsterer geworden, und deren finstere Blicke Viola oft auf fich ruhen füllte. Auch NievcS war eine Andere geworden. Sie konnte oft stundenlang bei Olaf fitzen und ihm vorplauderu. Wenn er bann ihre Hanb nahm und ie an feine Lippen drückte, bann ging ein rosiger Schein über ihr Antlitz unb bann sprang fie auf und eilte fort, um balb darauf mtt einer duftigen Blume ober irgend einer Erfrischung für ihn wiederzukommen tu ihrer gewohnten Heiterkeit.

Als Olafs Zustand fich aber gar nicht bessern wollte, hatte Doktor Wermuth gemeint: ,ES hilft nichts, Herr von Haaren, Sie müfleu nach dem