Illustriertes Sonntagsblatt
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Soziale Licht and Schattenbilder.
Während in dem Besuche König Humberts und in der begeisterten Aufnahme, welche er sowohl wie sein Berater in Deutschland gefunden haben, die Festigkeit des Friedensbundes der drei mitteleuropäischen Mächte sich aui's neue dokumentiert und damit dem Werke der Erhaltung des europäischen Friedens «in neuer wichtiger Baustein hinzugefügt wird, hat der Reichstag das große Werk sozialen Friedens, die Versicherung der etwa 12 Millionen deutscher Arbeiter gegen Not bei Erwerbsunfähigkeit und Älter, zum befriedigenden Abschluß gebracht. Eine Organisation, bei welcher das Reich und die Arbeitsgeber zu gleichen Teilen mit den Arbeitern zu diesem Zwecke finanziell zusammenwirken, und welche Adabei die Gesamtheit aller Arbeiter umfaßt, kann Hn der That auf die Bezeichnung als ein soziales ^Ariedenswerk vollen Anspruch erheben. Noch in keinem Lande ist die Gesamtheit der Steuerzahler,
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»larrdereirir ans Lausanne.
Ende April 1889.
Son -wä. R. K.
(Schluß)
WaS mag sich wohl der alte Latus Lemauus gedacht haben, wenn er diese» echten Zug unseres modrrueuLebeuS rott denSz-uen verglich, die er in altersgrauer Zeit sah, als uoch Römer oder Burguudinneu an leinen Ufer» ihre Feste feierte», oder gar, wenn man noch weiter zurück geht, als er die Pfahlbaueru bei ihren Festmahle» belauschte?
Doch die Reminiscsnze» dieses alten Herrn können unserer Zeit ja gleichgültig sein; jedenfalls ist der Zueck der Festveranstalter erreicht, alle Welt kauft „Smlight-SaTen* und noch lauge wird man au den Waslbplätzen von diesem Ostermontag reden.
WaS nnu jedoch meine stillen Hoffnungen bekifft, so hat derselbe edle Mau», welcher den Wäscherinnen dieses Vergnügen bereitete, eine Reise erster Klaffe nach Paris zor Weltausstellung und »ach London, olle Kosten eiubegriffc», als Preis für den besten Zeitungsbericht, der über das Fest erscheine» wird, ausgesetzt. Zwar fürchte ich, daß solches nur für die schweizerische» Zeitungen gilt, auch glaube ich mit meiukm Bericht zu spät zu komme», aber — war
Slujetge» numut entgegen die I »wie b. Smwueen-vureauk von
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Marburg,
Donnerstag, 30. Mai 1889.
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Bestellungen für den Monat Juni nehmen auf die
Oberhesfische Zeitung
mit ihren Gratisbeilagen
Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und Illustriertes Sonntagsblatt sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt unsere Expedition entgegen.
Die Exped. der Oberh. Zeitung.
während zugleich dafür gesorgt ist, daß diesen das erhebende Gefühl erhalten bleibt, die Rente als ein durch eigene Leistungen wohlerworbenes Recht zu beziehen. Man wird cs den Staais- 1 männern und den staatserhaltenden Elementen des Reichstages Dank wissen müssen, daß sie in unermüdlichem Eifer und mit Energie und Pflichttreue alle Hinderniffe, welche dem großen Werke in so reicher Fülle entgegenstanden, zu überwinden und in einer Session zu Ende zu 'bringen gewußt haben, Vas anfangs als die Aufgabe eines ganzen Menschenalters erschien. Sicher werden noch eine Reihe
(Nachdruck verboten.)
er« Kind des Südens.
Novelle von R. Intt.
(Fortsetzung.)
,O, eiu Soldat, und scheut sich vor eiuer winzigen Schnee flocke", höhnte NieveS und streckte ihre kleine zierliche Gestalt neben der hohe» männlichen Ec- fcheinung Onkel Philipp'- empor.
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Er lachte gutmütig, aber bann erst ernst werdend fragte er: .Sag' einmal, Kleine, wie steht es mit Olaf?"
.Ich war eben dort", entgegnete Re, .Doktor Wermuth hat ihm für morgen aufzusteheu erlaubt.
Er darf dann einige Stunde» am offenen Fenster sitzen, und ick freute mich schoo, durch das Fenster vit ihm Ballspielen zu können, aber das hat Doktor Wehrmuth Deibettn. Olaf dürfte die Arme nicht Kiel bewegen, sagte et."
Während dessen stand der Arzt drüben in dem ordere» Krankenzimmer mit ernst besorgten Zügen r» Roderichs Lager. Er hielt die fieberglühende Hand des Kranke» in der seine» und zählte, de» Blick auf die Uhr geheftet, die unregelmäßige», heftigen Prlsschläge.
.Wir habe» heute Nacht die KristS zu erwarten", tagte er endlich, halb zu dem Mädchen gewandt, das vit angstvollen Augen seinem Thun -»gesehen.
.Befolgen Sie meine gestrigen Verordnungen — Segen Mitternacht werde ich noch einmal kommen urd ein Mittel witbringen, daS wir im Fall der ^ot anwenden müffen. Haben Sie Jemand zu Ihrer Hilfe tu der Nähe?"
«Johann schläft im Vorzimmer nnb ist schnell »erdet gerufen, er hat einen leisen Schlaf."
.Gut", nickte der Doktor nnb erhob sich. Viola Weitete ibn zur Thür, beit ergriff er ihre Hand nnb tagte: .Mein liebes Klub, wenn wir ihn dnrchbringeu, ™ verdanke ich bas nächst Gott Ihrer aufopfernde», tonen, wachsamen Pflege."
Wchentüche Beilagen: Kreis »Blatt f#r Mt Kreise Marburg lllld Kirchham
Expedition: Markt 21. — «üxcktiou, Druck und »erlag von Joy. Lieg. «och.
gehendes ist, wen umfassender, als vielfach angenommen wurde, geht aus gelegentlichen Bemerkungen hervor. Gegen wen die Allianz in erster Linie abgeschloffen ist, nicht zum Angriff, sondern nur zur Zurückweisung eines Angriffs, konnte von Anfang an keinem Zweifel unterliegen. Daher auch der furchtbare Lärm in Paris bei dem Gerücht, König Humbert von Italien werde die Straßburger Garnison besichtigen, der sich bis zu der tollen Drohung verstieg, in diesem Falle werde Frankreich 6 Armeekorps mobilisieren. Die unheilvolle Excentrizität eines großen Teils der Pariser Preffe tritt bei dieser Gelegenheit wieder zu Tage, und da ist niemand, der solchen überspannten Aeußerungen in den Weg träte. Es ist richtig, wenn die Franzosen sagen, sie hätten mitgeholfen, Italien zu dem zu machen, was es heute ist; dem Kriege von 1859 verdankt Italien viel, aber ebenso großen Nutzen hat Italien auch aus den Kriegen von 1866 und 1870/71 gezogen. Zudem hat sich Frankreich für den Beistand, welchen es Italien leistete, durch Nizza und Savoyen glänzend bezahlt gemacht. Wenn eine Schuld Italiens gegenüber Frankreich bestand, so ist dieselbe in vollem Maße beglichen. Nicht minder merkwürdig, als die Haltung der französischen Blätter war die der russischen, welche es an den gröbsten Gehässigkeiten gegen die italienischen Gäste des Deutschen Reiches nicht fehlen ließen und sich angesichts der Trinksprüche im Weißen Saale sogar zu der kostbaren Aeußerung veistiegen, Rußland sei es, welches den Frieden Europas verbürge. Wie sehr gerade die russische Säbelrasselei dazu beigetragen hat, Europa in den letzten Jahren zu beunruhigen, ist so allgemein bekannt, daß ein weiteres Eingehen darauf unnötig ist. Die Trinksprüche aus dem Berliner Schlöffe, die Rede des Ministerpräsidenten Crispi vor den Mitgliedern des deutschen Reichstages beweisen, wo die Hüter des europäischen Friedens zu suchen sind; sie beweisen aber auch, daß diese Wahrer des Friedens die Macht und den Willen haben, jeden Ruhestörer zur Stille zu zwingen im Jntereffe der friedliebenden Völker. Fern von aller Ueberhebung, frei von allem Chauvinismus sind die Berliner König Humbert - Tage verlaufen, sie werden in Deutschland wie in Italien nicht so bald vergeffen werden.
— Der 19. Deutsche Müllertag beschäftigte sich in seiner heutigen Schlußsitzung zunächst mit internen Verbandsangelegenheiten. Der Verband hatte im letzten Geschäftsjahr insgesamt 32168 Mark Einnahme, darunter 9537 Mk. an Beiträgen, 14719 man wünscht, das glaubt man gern — nnb so suche ich mich mit dem Gedanke» zu tröste», daß vielleicht daS Renommee der .Oberhesstsche» Zeitung" all wirkungsvolle Verbreiterin von Annoncen nnb Berichte» auch i» Seifensachen diese Fehler anSgleiche» und zur Konkurrenz mitberechtigen kann.
Ja, eS muß doch ein eigenes Vergnüge» fein, mit dem Brustton der Ueberzcugung sagen zu kön»eu: auch ich bin zum preisgekrönten Journalisten gcborenl
Allein das war »och nicht allesOstervergnügeu. Die arme» Menschenkinder, die sich nicht als Wäscherinnen ober Journalisten von Profefion Ausweisen konnten, hatten wenigstens den Trost, der fite des beuchen (Fest der Fleischerinnung) beiwohnen zu können, zu welchem Zweck auch ich mich dann auf den Platz „Beaulieu“, der etwa dem Kämpfrasen in Marburg entspiicht, begab. Dort langte denn auch zur festge- setzten Stunde unter den Klängen der Milstärmnfik der Festzug der Metzger an. Voran etwa zwölf Berittene in etwas phantastischer, aber sehr malerischer Kleidung, hierauf der Zug der Festteilnehmer, auch ganz historisch aufgepntzt mit Baretten, Seilen, Hämmern und allerhand anderen Symbolen, deren Deutung selbst einem gewiegten Altertumsforscher Schwierig, leiten bereitet hätte. In ihrer Mitte schritten die zwei Kämpfer, die Helden des TageS, von denen der eine einen Lauf »ach einem benachbarten Dorfe machen mußte, mährend fein Gegner in dieser Zeit 100 Eier, die in einer bestimmten Entfernung von einander in ge. raber Linie niedergelegt waren, in einen Korb ein. sammel» mußte, wohlveistanbe» eines nach bem anderen, wobei der Korb nicht von feinem Standort verrückt und keinS der gesammilten Eier zerschlagen werden darf. Wie bieS ge-wöhnlich der Fall fein soll, gewann auch diesmal der Läufer, aber ohne dem zahlreich bet* sammelten Publikum den Genuß deS Ohnmächtig, werdens ,n bereiten, wie die» öfter passiert sein soll. Dieses Fest der bouchers soll alten Ursprungs fein nnb wird, so viel ich vernommen, auch in Gens und anderen Orten der Provinz alljährlich am Ostermontag gefeiert.
des Dampfers ^Alexandria", den die Kaiserlichen Herrschaften nachmittags 2'/, Uhr vom Schloßpark in Charlottenburg aus besteigen werden. Beamte und Diener des Hofhaltes haben sich gestern bereits nach Friedrichskron begeben, um daselbst alles für den Empfang der Kaiserlichen Majestäten herzurichten.
Ueber die vorläufigen Reisedispositionen des Kallers meldet die „Post", daß derselbe in nächster Zeit zu den Jagden des Grafen Dohna sich nach Ostpreußen begeben wird. Die Reise nach England wird der Kaiser nach dem 15. Juli in Begleitung des Staatsminister Grafen Herbert Bismarck antreten. — Die Samoa-Konferenz wird noch mehrere Sitzungen abhalten, da die amerikarischen Delegierten noch Instruktionen aus Washington erwarten.
— fNachklänge zum italienischen Königs- besuche.j König Humbert von Italien ist auf der Rückreise nach Rom und die Rechnung seines Besuches in der Reichshauptstadt läßt sich abschließen. Die Rechnung ist eine sehr glatte, das Facit ein so befriedigendes, daß selbst der eine Zwischenfall, welcher während der Festtage vorgekommen, kaum beachtet ist. Wir meinen die Erllärung des Abg. Frhrn. von Frankenstein, die dahin ging, daß die Zentrumspartei in dem Bündnis zwischen dem deutschen Kaiser und dem Könige von Italien ebenfalls eine wichtige Friedensbürgschaft erblicke, aber ihre Ansicht über die römische Frage unverändert behalte. Diese Ansicht geht, wie diejenige der katholischen Parteien aller Länder, natürlich dahin, daß Rom zu Recht dem Papste gehört. Die Katholikenkongresse haben in der letzten Zeit mit garz besonderem Nachdruck die Rückgabe Roms an den heiligen Stuhl gefordert, aber für den deutschen Kaiser und die deutsche Reichsregierung kann, wie die Dinge heute liegen, eine römische Frage beim besten Willen nicht existieren. Das Bündnis zwischen beiden Monarchen und ihren Regierungen besteht felsenfest, Kaiser Wilhelm II. hat durch seinen Toast im Ouirinalpalast zu Rom diese Stadt ausdrücklich als Hauptstadt von Italien anerkannt, er hat der savoyischen Parole „Sempre avanti Savoya“ — „Immer vorwärts Savoyen!" —, unter welcher sich die Annexion des Kirchenstaates vollzog, im Berliner Schlöffe zugestimmt und die Konsequenzen aus dieser Haltung liegen klar zu Tage. Weil diese Klarheit vorhanden, ist auch der Ausspruch des Herrn von Franckenstein wenig erörtert; es ist zwecklos, über politische Fragen zu streiten, die für Deutschland als solche nicht mehr existieren. Daß das Bündnis zwischen dem Deutschen Reiche und Italien ein ganz außerordentlich weit- AngenblickS ein Strahl des Verständnisses in den Ange» des Kranke» auf, als horche er auf eineu bekannte» Klang, aber im nächsten Moment schon war er wieder erloschen. Aber der Arzt hatte die momentane Verandetnnd bemerkt, nnb einer plötzlichen Eingebung folgenb, sagte er: „Sprechen Sie z» ihm."
«Aber was, was?"
„Nennen Sie seinen Namen."
«Unb nun beugte sie sich zu ihm, legte ihre kleine kalte Hand leise auf feine brennende Stirn, fuhr sanft über sein volles Haar und wiederholte immer wieder in liebevollem Tone: „Roderich, Roderich."
(Fortsetzung folgt.)
Don Schwierigkeiten zu überwinden sein, bevor die neue Einrichtung in allen ihren Teilen durchaus befriedigend wirkt. An manchen Stellen wird auch aufgrund der Erfahrung ohne Zweifel die bessernde Hand anzulegen sein. Aber die sichere Grundlage M großen Werkes ist doch jetzt gewonnen; die Hauptsache ist geschehen und, was noch zu thun bleibt, wird mit allseitig gutem Willen, in gleich befriedigender Weise durchzuführen sein.
Wenn so die Segnungen friedlicher Arbeit, des Zusammenwirkens aller zum Besten der Arbeiter uns deutlich vor Augen treten, so erscheint im Verlaufe der Streikbewegungen auch die volle Schädlichkeit des wirtschaftlichen Kampfes für alle Beteiligten in grellem Lichte. Nicht allein ist es sicher, daß die Bergleute so ziemlich alles, was sie jetzt erreicht haben, auch im Wege gütlicher Vereinbarung zu erreichen vermocht hätten und daher alle Schäden und Verluste, welche durch den Ausstand erwachsen sind, zu vermeiden waren, sondern es zeigt sich auch in Westfalen nur zu deutlich, daß solche Kampses- stimmungen nur zu leicht die Bahnen ruhiger Ueber- legungen verlaffen und selbst die bereits erzielte Verständigung zum großen Nachteile aller Beteiligten wieder gefährden. Friedliche Gesinnung und gegenseitiges Vertrauen liegen sicher ungleich mehr im wirklichen Interesse der Arbeiter.
G, cheim täglich u|a an Werktagen nach Sonn- »mb Feiertagen. — «mrtal-UdounementS-PreiS bei der Cfte» bitten 91/, 8RL bei den Postämtern lÄt 50 Pfg. (exkl. ■eftelgtib). gnfattoitfgebtbt für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile K Pfg.
Deutsches Reich.
Berlin, 28. Mai. Dem Vernehmen der „Kt.- Ztg." nach hatte bet Kaiser die Absicht, den König Humbert bis Frankfurt a. M. zu begleiten, dort demselben sein Husarenregiment vorzuführcn und sich dann nach Straßburg zu begeben, um an der feierlichen Einweihung des dortigen neuen Kaiser- palastcs teilzunehmen. Bon Straßburg aus fvllte auch der Stadt Metz ein Besuch gemocht werden. Als Beweis des am Sonntag beabsichtigten Antritts der Reise mag die Thatsache sprechen, daß bie nötigen Wagen und Pferde aus dem Kaiserlichen Marstall bereits unterwegs waren und in Bitterfeld den telegraphischen Befehl zur Umkehr erhielten. Offiziös wird die Nachricht von dieser Reise nach den Reichsladen als verfrüht bezeichnet. Der Besuch des Kaisers in den Reichslanden ist eine durchaus interne Angelegenheit Deutschlands und kein Franzose hat das mindeste Recht sich in sie zu mischen. — Die Heberst cd elung der Kaiserlichen Familie nach Potsdam bezw. Schloß Friedrichskron, welche, wie schon früher angckündigt, am heutigen Tage erfolgt, soll auf dem Wafferwege bewerkstelligt werden, und zwar mittels
„Nicht doch, Herr Doktor", wehrte daS junge Mädchen, „ich that nichts, was nicht einfache Menfcheu- pflickt war, so sehr ich auch gewünscht, mehr thun zu könne».'
„Um Mitternacht komme ich noch einmal", sagte Dottor Wermuth und bann ging er.
Viola saß einsam an bem Krankenlager, während eS in bem Schlosse stiller nnb stiller wurde. Nur einmal hatte Tante Betty den Kopf in daS Zimmer gesteckt und fragte leise: „Noch nicht bester?" Viola hatte tranrig den Kopf geschüttell und bann wat sie wieder allein.
Draußen hatte sich der Wind erhoben, pfiff um die Ecken, Erker unb Türmchen nnb schlug beit Regen, ber in großen Tropfen uiederfiel, prastelvb und klatscheub gegen bie Fensterscheiben. Unb drinnen in den Phantasten d s armen Kranken verwebten sich die Ereignisse der letzten Vergangenheit mit denen einer längst vergangenen Zeit zu quälendeu Gebilden. Unruhig warf er sich auf seinem Lager hin nnb her, verworreueWorte ansstoßenb, nnb Viola müße Johanns Hilfe in Anspruch nehmen, um ihm bie Arznei, wenngleich mit vieler Mühe, rechtzeitig eioflöße» zu können. Dabei horchte fie mit angstvoll klopfenbem Herzen hinaus in den ©lurmnnb den Regen.
„Gott, mein Kott, verloste uns nicht", flüsterte fie mit bebenden Lippen. „O hilf nuS, hilf ihm!'
Ta endlich das dumpfe Rollen eines Wagens in ber Ferne und bald darauf Rädergeraffel über ba» Pflaster deS HofeS. ES klang wie eine Erlösung in Violas Herzensangst. Als Doktor Wermuth halb barauf tu baS Krankenzimmer trat, fand et Robüich mit keuchendem Atem und fieberglühenbev irrten Augen anftecht fitzen, während Viola, vor bem Lager kuieend, seine Hände umschloffeu hielt. Et trat heran, hob fie sauft empor, und als fie nun mit ihren kalten, zitternden Händen seinen Arm nm« klammerte und ries: «Helfen Sie, Herr Doktor, er stirbt! — stirbt, weil er mich gerettt', da war S plötzlich, al» dämmte während einer
•«»ebitton d Blatte», pBnrean, Mm HaasenstetR und Bogle, USÄSÄ&ÄW M[T- Jahrgaaz. ». in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Pari».