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Illustriertes Sonnkagsblatt

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Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Brrlag von Joy. lag. »sch.

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Preußen, jüngste Tochter Kaiser Friedrichs tritt

mit ihrer Avantgarde auf der Hohe der Britzer Strotze, in der Avantgarde die 1. Garde-Dragoner und ein Bataillon des Regiments Kaiser Franz Joses von Oesterreich, gegen 8*/, Uhr sichtbar. Fünf Minuten.not 8V« Uhr schoß die Avantgarde- Kavallerie des Nordkorps den ersten Schuß und gleich darauf verstrchten die Kavallerie-Brigaden beider Parteien den Vormarsch der Infanterie zu verschleiern. Es kam südöstlich der Hasenheide zu einem mächtigen Anprall dec beiden feindlichen Kavalleriemasien, deren Resultat das Zurückweichen der Kavallerie der Nordpartei auf

von und zu Schachten) H Abteilung 2. Garde- Feld-Artilü:rie-Regmicnts. Sammelplatz: Kavallerie: Schnittpunkt des grünen Wrges mit dem aus dem Karlsgarten auf die Verbindungsbahn führenden Wege. Infanterie und Artillerie: . Links vorwärts des Schnittpunktes der Britzer Straße mit der Ver- bindmrgsbastn, hinter der Kavallerie. Beginn der Be­wegungen 8 Uhr ÄS Min. Nachdem an den beiden letzten Tagen die sämtlichen Garde-Truppen der Ber­liner, .Potsdamer und Spantmuer Garnison vor des Königs.Dmberto I Majestät »in der Parade ge standen hatten, exerzierten heute Teile derselben im .Feuer auf. dem Terypelhofer Felde vor Allerhöchst - ,demselben. Die dieser Uebimg zu Grunde liegende Idee ist von uns. bereits bekannt gegeben worden. Um 8. Uhr trafen Se. Majestät der »Kaiser und König in der.Uniform des 2. Garde - Regiments zu Fuß, Se. Majestät der König von Italien, der Kronprinz Mktor Emanuel, Prinz Albrecht von Preußen, der Erbprinz von Meiningen zu Wagen unter dem gleichen beMterten Jubel der Kopf,an Kopf stehenden MerffchenmeHen wie an den Paradetagen am ©teuer Häkchen des > Exerzierfeldes ein und stiegen hier zu Pfeckre. Es -folgten bald darauf Ihre Königlichen Hoheiten die Frau Erbprinzessin von Meiningen und Frau Prinzessin von Hohenzollern zu Pferde, letztere in Begleitung «des Prinzen Friedrich von Hohen­zollern. Ihre Majestät die Kaiserin unb Königin erschienen heute nicht zu den Truppenübungen. Die Majestäten begaben sich zunächst zur Nordpartei unter Kommando des Obersten Fchr. von Wilczeck, welche aufklärend »ihre Avantgarde, das 2. Garde- Ulanen-^gsment, eine Garde-Batterie und ein Ba­taillon des 2. Garde - Regiments zu Fuß, bis zur Tempelhofer Chausice vorgeschoben hatte. Die Spitzen des von Randow abmarschierenden Südkorps wurden <

Operation begleitete, wird die Nachtwache für heute übernehme», aber morgen früh um zehn Uhr, wen« ich wiederkomme, muß ich ihu mit mir zurückuehmeu und wir müsse» uns hier ander, -inrichten. I« Notfall will ich bona für morgen eine barmherzige Schwester besorgen.*

Mit diesen Worten trat der Arzt in Viola', Schlafzimmer.

a Doktor*, rief diese ihm entgegen und streckte die Hand nach ihm an,, .ich bin wieder aav, gesund.* "

«So, mm da, soll mich freuen*, entgeguete der kleine Herr, ergriff die dargereichte Hand, um nach dem Pul, zu fühlen, und schob die Brille ans die Stirn hinauf.

.Ein wenig lebhaft noch, aber kein Fieber mehr" daun, sich ans de» Seffel zu Füßen de, Bette, uiedcrlaffend.

.Und nicht wahr, ich darf jetzt anfsteheu? O bitte bitte, Herr Dottor.*

Der Arzt sah sie verwundert an: .Jetzt am Abend?« .3a", bat das juuge Mädchen, .um nur bei ihm wachen zn dürfen. Ich vertrage den Gedanken nicht, daß er meinetwegen leidet, etwa, für ihu zu thuu.«

Z' Sie meinen de» Herrn Baron,* sagte der D°k/or. .N-tu meiu Fräulein, Sie könnt«! jetzt nicht wohl eine Nachtwache übernehmen.*

.Er hat mich vom sicheren Tode errettet, und ich ollte ihm nicht einige Stunde» Schlafe, opfern könne»?" rief Viola erregt.

.Beruhige» Sie sich, mein Fräulein*, fiel der alle Herr wieder et», .wir Aerzte legen die Pflege Schwer, kranker nur immer in die Hände erfahrener Personen. Ein so junge, Mädchen wie Sie--

»O, Herr Doktor, vertranen Sie mir e, immerhin an, ich habe zwei Jahre lang an dem Krankenlager meine. Later, gesessen und wohl gelernt, wie man pflegen und Schmerzen linder» kaa».*

(Foitsttzung folgt.)

(Nachdruck verboten.)

Li« WM» des Lüde«s.

Novelle von R. Aast.

Kwrtsetzung.)

k, erschien ihr wie eine Pflicht, de» Haß, de» lauge Jahre hindurch gegen Jene genährt, auf "u Tochter zn übertragen. Ja, sie wollte es neu, das Mädchen mit den goldige» Lacke» und « große»,-sauftblickeudm braune» Auge».

Vorsichtig.teilte die Alte die Portiere und schlich a«, wie jöenn sie sich zugleich als finsterer bette» in den Traum Vssla, schleichen wollte. Die Abendsonne fiel hell in das Gemach und huete das verworrene Gezweig der Bäume vor 1 Seustern an Lie Wand. Ein roter Strahl glitt 11 Ne weiße» Kiffe» do, Himmelbette,, dessen

wieder ihre Bahn brach Mit größtem Interesse verfolgten sowohl der König, als auch die italenischen Offiziere das interessante Gefechtsbild, in dem die

Sevmelmg. Trupven: Kaiser Alexander - Garde- Grenadier - Regiment Nr. 1, Kaiser Franz - Garde- Grenadier - Regiment Nr. 2, 1. Garde - Dragoner- Regiment. 2. Garde-Dragoner-Regiment. (Oberst

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vor-

v°rh-r hinabgestürzt. - Und nun - nun ist er krank! O, laßt mich zn ihm.",

Augenblick tönte vom Nebenzimmer her die Stimme Doktor Wermuth'S.

auf ihrem Lager fitzend, blÄÄ nnr ^rzt sagen: .Ja Fräulein ^duitz, ich muß Ihnen gestehen, daß ich mit »XehJntf$/Tn inaxbe61ffranIen$imn,ern wenig den sein kann. Den Herrn Oberst, der besser stch für die nächsten Tage selbst al, Patient zu betrachte», treffe ich da bei dem Herr» Baron »VegAnfetftf durch ihr Gespräch aufregend nud Oberft toö.nfttn Sttber. Bei dem Herrn

Ob"k ha da, weniger z» bedeuten, ich wunderte e^ct eingetteten bei der immerhin nicht »ubedeuteudeu Verwundung, aber für DMhffSW errXnbe3nftanb des Herr» Cberft habe ich für die nächste» acht Tage ^rmmer- bi/tirt ,nnb wu^ Sie Fräulein von Rednitz dafür verantwortlich, daß er nicht gebrochen wird. t«h?rr^.eVafnien Schloff- habe» Sie »icht eine zuverlasfige Person, welcher mau die Pflege de, Herrn Baron auvertraueu könnte.*

*^ber ich, Herr Dottor, könnte ja hörte sie J£®te Betty', Stimme. Darauf wieoer die ??L Or8.: l>e"ke ich, werden genug mit

den beiden jungen Damen nud dem Herrn Oberst zn thnn haben.*

wird'«"" b0n Mercedes* sagte Fräulein Betty

.Für deren Beschäftigrmg ist schon gesorgt; ihrer Sorge will ich den jungen Dänen überweisen. Sie st wortkarg nnd gewissenhaft, da, paßt mir gerade denn er soll vor allen Dinge» »icht sprechen, da er eine recht böse Quetschung an der linken Brust davon getragen. Nnu aber, ich denke, e, soll schon »och , t}®0 werde» bet der nötigen Pflege und Sorgfal? i

s» richtig, was den Herrn Baron anbetrifft so ! ich für diese eine Nacht wohl AuShilfe gefundeu ' ber junge Assistent, bet mich so eben zu einer

Deutsches Leich.

t, Stttim, 24. Mai. Am heutigenTage fand zu Ehren des Königs Umberto von Italien durch Truppen der Berliner Garnison eine Gefechtsübung statt, welcher nachfolgende Idee zugrunde lag. .Ein im Anmarsch über Oranienburg auf.Berlin befind­liches Nord-Korps hat eine gemischte Brigade,,vor- tusgefenbet, tun Truppenversammluugen. des Feindes, hie bei Königs-Wusterhaufem gemeldet sind, zu ver­hindern und di« dort etwa emgetroffenen Streitkräfte

Bestellungen für den Monat Jun i nehme« -auf die

Oberhesfische Zeitung mit ihren Gratii-KsiüilaiKen Lreisblatt

fir die Kreise Marb«rg und Kirchhain

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Illttftriertes Sotttttagsbtatt sämtliche Postanstalten , unsere Agentur in KirchhaM, sowie für hiesige.Stadt un­sere Expedition entgegen.

Die Exped. der Ober-. Zeitung.

das Dorf Tempelhof war. Starke Schützenschwärme gingen jetzt von der Südpartei gegen die Chaussee nördlich Tempelhof vor, weiche von den Schüben

Infanterie-Gefecht und ein mäßiger Artilleriekampf her hnihrtv. üf_____1 ____l rvi ... _ . _____ ' '

fiber die Dahme chezw. die Spree zurückzuwersin. ills igabc den Westabhang des Kreuzberges I meicht, geht die Nachricht ein, dich feindliche Lruppon 10, «Iler. Waffen von Rudow her anmarschieren und 22, 'hrer Spitze sich der Berbinbungsbahn nähern.

Führer: Oberst Freiherr v. Wilczeck. Truppen s , darbe-Füsilier-Regiment, 3. Garde-Regiment zu Fuß,

inrer tzarde-Kürassier-Regiment, 2. Garbe-Ulanen-RegLment

i Oberst Freiherr v. Fürstenberg), I. und III. Ab- )aben Üümg 1.<Garbe-Feld-Artilleri.e-Regiments. Sammel

Wge weit zurückgeschlagen waren.

»3ch liebe daSOicht und tk Luft so sehr*, hatte w* gesagt, al, Babette dieselbe« herablassen wollte, Man» so doch ein Stückchen des blauen Himmels wlicken»*

L ^ttcebe, war nah an da, 8 tt getreten nnb E« mit finsteren Blicken auf die Schlafende. °6ne daß sie selbst e, wußte, wurden Eöüge weicher : sie war gar so schön! Das goldige ^nhaar floß lange herab über die weißen Kissen Umrahmte da, liebliche Antlitz, Hessen Blässe Iringezeichneten, schwatzen Braue» nab die bunflen Wimper» noch mehr hervortreten ließ. Em , . ? war über ben Kopf zurückgeworfen, während

boden- «t anbert lässig auf ber Decke ruhte. ' s293'^.'9a, ja*, nickte bie Alte, .glaub e, wohl, baß ' tlu Anblick ein Maunesherz entrücken kann. * hüte Dich, Mädchen! Wenn Du versuchtest, mein geliebtes Sinti, mit Deiner Schönheit Wahlen, ihr bas Herz ihres Verlobten abwendig 7° zu wolle« ich ha, ich wüßte nicht was lhätel--Aber auch Ihr, Don Rodrigo,

l Euch. Wenn die» Antlitz dort Euer Herz

Über« Utz: West-Abhang des Kreuzberges. Beginn der den- twegungM 8 Uhr 30 Min. vormittags. Auftrag. . r die Süd-Partei:Auf die Nachricht ,von dem trei * iormarsche feindlicher Streitkräfte nen Oranienburg

MchM Leitung

KIchentliche Beilagen: Kreis «Ailatt fflr lic Kreise Marburg md Kirchham

wieder entflamme» sollte, wie eS einst das ihrer Mutter getha» --- die alte Mercedes, i« deren

Hand ihr einst geschworen, fie wacht, wacht uner­müdlich. Wenn Ihr je hoffen dürstet, glücklich zu sein, bann trirb fie kommen unb Euch Euer Glück verbittern burch ei» schlimmes Wort. O, ich habe gelernt, in Eurer Seele zu lesen, unb weiß eS wohl, warum Ihr gezögert, ber bort zum Willkommen bie Hand zu reichen. Ihr fürchtet Euer eigen Hetz.*

Der rote Abenbstrahl war immer höher hiuauf- geklettert, hatte bie Lippen ber Schläfert-' geküßt, glitt jetzt über ihre geschlossenen Lider und weckte sie. Als fie die Augen aufschlug, erlosch er. Viola streckte ber Alten bie Hanb mit mildem Lächeln entgegen unb sagte: »Wie gut von Ihne», daß Sie zu mir gekommen find; ich danke Ihnen, Mercedes.*

Die Alte antmortete nicht nnb legte ihre Hand "'cht in bie bärge reichte. Ein trauriger Zug legte um ben Mund beS jungen MäbchenS, bann plötz­lich, als blitzte toieber eine Frage in ihren Gedanken a«f auf welche fie keine Antwort hatte finden könne», wandte sie sich schnell wieder zu der Alten und fragte; Wer war der blonde Mann, ber mich gerettet?*«

«Don Rodrigo.*

»Wer ist das?" fragte fie verwundert.

»Baron Rodrich von Lobow."

.NieveS' Vater? O, wo ist er, daß ich zu ihm eile, ihm zu danken."

.Er liegt im Fieber.*

»Krank?* wiederholte Viola. »Krank nm meinet, willen, weil er mich gerettet! O, und eS war so entsetzlich wie ich dort hing, an daS morsche Holz ge- lammert Aber mir benHimmel, unter mir in derTiefe baS schäumende, rauschende Wasser. Unb wie mich dann allmählich die Kräfte verließen. Endlich stürzte ich hinab; ich fühlte noch, wie die Wellen über mir zu ammenschlugen und dann nichts mehr, bis ich endlich in ben Armen des blonde» Mannes vor der brennenden Hütte wieder erwachte. Mir war, als sei er mein Schutzengel, der mich an» der Hölle trage, in bie ich

Ischreibt, »das Vorgehen in breiten Linien und das

d>e Kavallerie und Artillerie in Eskadrons- resp Batterie - Front im Trabe. Das zweite mal die önfantene in Regimentskolonne, die Kavallerie und Artillerie in Eskadronfront «sp. Batteriefront im Galopp! Prinz Albrecht führte beide male die ^Garde-Dragoner vorbei, der Erbprinz von Sachsen-

oar von dem schönsten Wetter begünstigt und nur. >on dem aufwirbelnden Staube etwas beeinträchtigt, klausende und Abertausende von Menschen warerr unausgewandert nach dem Felde, um bat groß- rtige schöne Schauspiel zu sehen; sie wurden aber rafie " Belle- Alliance- und die Lichterselder- iraße gewiesen und konnten auch vor der Bockbrauerei. » die große Tribüne ganz besetzt war, Aufstellung ehmen. Wer eine gute Aussicht haben wollte, war hon ftüh nach Tempelhof gegangen, um' vom iahndamm das Feld zu übersehen Der kleine

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afen Se. Majestät der Kaiser und die italienischen We auf dem Felde ein. Se. Majestät der Kaffer urde von einem Leibgendarmen mit der roten önigsstandartte begleitet. In der 11. Stunde rückten e Truppen staubbedeckt wieder ab. M.t jubelndem urrah und den fteudigsten Kundgebungen wurden auch e souveräne begrüßt, als sie durch die wiederum dicht it Menschen besetzten Straßen heimwärts eilten.- sie verlautet, hat König Humbert auf Bitten des itfer8 ftef) entschlossen, fernen Aufenthalt in Berlin iX ?en9nmVn? " ' -3 Nachmittag die

uckreise anzutreten. Das Gerücht von der be- rstehenden Verlobung des Kronprinzen von Italien J ^lahrrge« Prinzessin Margarethe

.. j n auf Berlin hat ein bei ^.Köni gs-Wusterhausen in n Versammlung begriffenes Südkorps seine ver­gären Truppen über Rudow vorgeschoben mit ffl Auftrage, «dem Debouchisven des Gegners aus ^aU' eilin entgegen zu treten und sein Vorbringen zu ^hindern. I» ber Höhe von Britz angefommen, Wt ber Führer die Meldung, daß lern bliche lvallerie-Patroujllen sich am Kreuzberg und in der iseirheide gezeigt haben. Führer: Oberst vsri

liwiee* »««< e*Mtii MC ^^0» » Blattes,

Sonntag. 26. Mai 1889.

_________ Daube u. tt. m Frankfurt a. M., Berlin. fimmMw 'iMi

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