Illustriertes Sonntagsblak
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lienischen Ministerpräsidenten Crispi als Zeichen besonderen Huld sein wohlgetroffenes Oelbild ernannte den Kronprinzen von Italien zum meister im 1. Hessischen Husarenregiment Nr. 13. Der Bundesrat nahm den Nachtragsetat an mit Betrage von 26 250 Mk. für die Anstellung Reichskommiffars, eines Kanzlers und eines elürs für Neuguinea. Der Betrag wurde aus- orfen sür das Halbjahr vom 1. Oktober bis März 1890, für das Volljahr beträgt der Etat doppelte Summe. — Der .Reichsanzeiger" öfsentlicht das Gesetz, betreffend den Erlaß oder Ermäßigung der Grundsteuer infolge von Ueber- mmungen, ferner das Gesetz, betreffend die eitigung der durch das Hochwaffer vom Sommer 8 herbeigeführten Verheerungen, sowie das Gesetz, essend die Heranziehung der Fabriken mit Prä- lleistungen für den Wegebau in Schlesien. — „Nordd. Allg-. Zlg." erklärt, die Mitteilung Wiener Berichterstatters der „Times", daß die chenke des Sultans an Kaiser Wilhelm angeblich i Wert von 40 000 Lstr. übersteigen und daß Halsband mit Brillanten für die Kaiserin 000 Lstr. koste, entbehre nicht nur der Begründung, ibctn sei von Anfang bis zu Ende erfunden. — t Reichstagsmitglieder v. Benda, v. Kardorff, nf Udo zu Stolberg, Graf von Dönhoff, Dr. ttcher und Rickert statteten heute nachmittag l1/» Uhr, Mitglieder des Deutschen Reichstags und Ver- ter des deutschen Volkes dem italienischen Minister- isidenten Crispi einen Besuch ab, um denselben
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»8 hinab in die Schlucht und einige Augenblicke ittr spritzten die schäumenden Waffer au der Stelle, > die Mädcheugestalt verschwunden, von Neuem hock f. Wieder einige Minuten Stille — dann erhob W ein Haupt über die Oberfläche und die neivigen Me eines Mannes teilten kraftvoll die Wellen. Wie Mvoll seine blaue» Auge» dabei über die Wasser, pe tzinirrten. Aber waS blitzte da an der ent« Wrigesttzterr Seite goldig auf? Das war langes, N>8e8 Haar, mit dem die Wellen spielten. Wie ^Manu arbeitete, um zu jener Stille zu gelangen. Wt tauchte er wieder uud zoa sie empor, bemüht, W bleiche Gesictt über dem Wasser zu halten. So Pjfcte er dem Ufer zu mit Aufbietung aller Kräfte, W seine Brust keuchte uud seine Pulse flogen. Iprettet, Gerettet?* fragten feine bebenden Lippen, W er sie am Rande auf das moosige Gestein nieder- Ve. Und dann kniete er neben der jugendlichen Walt und lauschte an ihrem Munde, — aber kein E? so leiser Hauch war wahrzunehmcu. In wildem Wwerz drückte er daS bleiche, schöne Antlitz an seine E’fö und preßte einen leideuschaftltcteu.Kuß auf W.kalten Lippen. »Mein Gott, mein Gott, veilafse W nicht", flehte er und drückte fein Ohr an ihr Ein mattes, unregelmäßiges Pochen vernahm f*bag er mit einem Laut deS Entzückens begrüßt.
lebt", mit diesem Worte erwachte alle f-ine Wik;ast. Er sprang auf, hob sie wie ein Kind F seine Arme und klomm mit ihr den Abhang E*an. Es war sehr beschwerlich, feine Füße konnten V keinen Halt finde», vnd wenn er sich mühsam
emporgearbeitet, glitt er wieder eine Strecke abwärts. Endlich kam er mit fchweißbedcckter Stirn oben an nrd ließ sich erschöpft zur Erde finken. Er horchte angstvoll auf ihren Herzschlag, er war noch immer matt uud ungleichmäßig, aber ihm dünkte, als sei er schon vernehmlicher geworden.
Nach kurzer Ruhe raffte er sich wieder auf, hüllte sorgsam seinen Rock, den er abgeworfe», ehe er sich ihr nachgestürzt, um Violas schlanke Gestalt und spähte dann umher. Wohin konnte er fie tragen? Nach Hause war der Weg wohl eine Stunde weit, und schon hatte es z» dunkeln begonnen. Droben über den Bergen hatte fick eine dunkle Wolken mässe zusammeugezogcn und verfiasterte den Himmel. Ab uud zn zuckt: ein fahler Blitz daraus hernieder und ein heulender Bewitierwiud schüttelte die fast noch kahlen Aeste.
.Wie unter Dach kommen, wo einen Schutz finden?" fraate sich Roderich. Es war unmöglich, den weiten Weg nach Sckloß Lodenwäld mit dem bewußtlosen Mädchen zurückzulegen. Wie er seinen glühenden Kopf anstrengte, einen Ausweg zu finden, während der scharfe Wind seine durchnäßten Kleider erkältete, daß ein Schüttelsroft ihn überkam und feine Zähne hörbar an eirianderfchlugeu. Da erinnerte er sich plötzlich der Hütte unweit im Walde, die ein Taubstummer des Dorfes, ein armes, halb blödfinniges Geschöpf, bewohnte. Dahin konnte et daS Mädchen trage», um eS vor dem auSdrecheudeu G-witter zu schütze». Noch einmal lauschte er bei dem Gröle» deS Donners, dem Henle» deS Windes auf die ruhiger werdende» Schläge ihres Herzens, dann hob er fie auf seine Arme und eilte, so schnell es ihm der beschwerliche Weg gestattete, jener Richtung zu, tu welcher die Hütte liege» mußte. Immer dunkler trat es geworden, und nur die schnell aufeinander folgende» jäh anfznckenden Blitze zeigten ihm den Weg. Eine Erstarrung hatte alle seine Glieder befallen, die Kräfte schienen ihn bisweilen verlaffen zu wollen, aber wenn er bann beim Schein
heute Potsdam, die Sommerresidenz der preußischen Könige, dem einziehenden Könige von Italien. Aus dem ganzen Wege vom Bahnhof über die neue Havelbrücke bis zum Stadtschloß standen die Menschen Kopf an Kopf, es konnte buchstäblich kein Apfel zur Erde fallen. Brausende Hurras, Hochs und Eovwas begleiteten beide Majestäten auf ihrem Einzuge in die Residenz an der Havel, auf deren Schloßzinne um 9 Uhr die purpurne Standarte der preußischen Könige gehißt wurde. Im Lustgarten waren unter dem Kommando des Kommandeurs der 1. Garde« Jnfar terie - Division, Generalleutnants von Sobbe, die Truppen in die Alignements gerückt, das 1. Garde - Regiment zu Fuß in den Grenadiermützen, den Monarchen zum erstenmale die neue Fahne des 1. Bataillons (verliehen am Gedenktage von Groß - Görschen) mit Stolz vorbeiführend, die Gardes du Korps in den schwarzen Küraffen des Kaisers Nikolaus von Rußland, das Trompeter - Korps mit den hellschmetternden silbernen Trompeten. Bei solchem wonnigen Frühjahrswetter und bei solcher Veranlassung sind die Potsdamer Paraden gewiß das vollkommenste, was das schärfste Soldatenauge überhaupt zu sehen bekommt. Wohl 500 Offiziere zählte die glänzende Suite. Sämtliche Generale und Regimentskommandeure der Berliner Garnison, an der Spitze der greife Feld- marschall Gras von Moltke, die sämtlichen Militär- Bevollmächtigten, die obersten Hof-, Oberhof- und Hofchargen, der Botschafter in Rom, Graf Solms, Graf Herbert v. Bismarck, die zahlreichen italienischen Offiziere und fremde Offiziere nahmen von der Südseite des Stadtschlosses fast die ganze Breite des Lustgartens ein. Die Schloßrampe war dicht besetzt von den Damen der Offizierkorps, auch die 2. Etage des Stadtschloffes war bereitwillig st den Zuschauern eingeräumt und Schloß und Lustgarten umgab eine vieltausendköpfige Menge! An den unteren Fenstern stand Ihre Majestät die Kaiserin und Königin in schwarzer Toilette mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens und den anderen Orden, welche die hohe Frau trägt, mit den Königlichen Prinzessinnen und der Herzogin Johann Albreckt, mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Fritz, dem glänzenden militärischen Schauspiele zusehens und mit Interesse folgend. Um 9 Uhr und wenigen Minuten verließ Kaiser Wilhelm mit dem Könige Umberto, dem Kronprinzen, dem Prinzen Hemrich, dem Prinzen Albrecht, dem Erbprinzen von Meiningen und den Generaladjutanten v Wittich und v. Hahnke das Nordportal des Schlosses. Voran
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als den Repräsentanten des deutsch - italienischen Bündnisses zu begrüßen und ihn zugleich einzuladen, an einem freundschaftlichen Essen teilnehmen zu wollen. Der Herr Ministerpräsident sagte seine Teilnahme zu, für den Fall, daß feine stark in Anspruch genommene Zeit dies gestatte. — Das „Wiener Fremdenblatt" bespricht den Besuch des Königs Humbert in Berlin und den glänzenden Empfang daselbst sehr sympathisch. König Humberts Reise bedeute das feste unerschütterliche Ausharren auf dem Boden jener Politik, welche Italiens Ansehen im Rate der Mächte erhöht, feinem Worte eine gewichtige Bedeutung geliehen und an der Erhaltung des.Ariedens wesentlich mitgewirkt habe. Er bringe die Kraft eines mächtig aufstrebenden Volkes mit, das allen Pflichten einer Großmacht gerecht zu werden vermöge, als Unterpfand und Bürgschaft für die fernere gesetzliche und loyale Entfaltung der europäischen Verhältnisse, für die Achtung des geltenden internationalen Rechtes und des Friedens. Die Begeisterung der Berliner Bevölkerung wecke auch in den Herzen in Oesterreich - Ungarn freudigen Wiederhall, weil sie das Band kräftige, das alle drei Reiche umschlinge. Wohl fehle es in Oesterreich wie in Deutschland nicht an Strömungen, welche noch keinen Frieden mit Italien geschloffen haben und gerade in letzter Zeit zum Ausdruck gebracht worden seien. Allein die Politik der Mächte wurzle in staatlichen Interessen, räume andern Rücksichten keinerlei Einfluß und Geltung ein. Dieselben blieben ohne Einwirkung auf das Gefüge des Bundes, an deffen Lauterkeit und Stärke keinerlei Zweifel statthaft fei. — Das italienische Fachblatt „L'Esercio Italiano" hatte der Reise des Königs Humbert nach Deutschland am 19. d. Mts. einen schwungvollen Artikel ge widmet, in welchem u. a. gesagt wird: „Die Allianz Italiens und Deutschlands ist das naturgemäße Ergebnis großer zeitgeschichtlicher Ereigniffe, gegen welche man vergeblich mit künstlichen Mitteln zu kämpfen suchen würde, weil man gar nicht oder nur schlecht gegen Naturschöpfungen anzukämpfen vermag. Die Einheit Italiens und die Einheit Deutschlands, beide der Ausgangspunkt einer wunderbaren Gleichartigkeit der Interessen und der Ziele, beide der Triumph einer gleichen Sache, beide das von der Vorsehung bezeichnete Ziel zweier edler und großer Völker und zweier alter glorreicher Dynastieen, verbinden dieselben brüderlich miteinander. Sie würden einen Teil ihrer achtunggebietenden Solidität ein- büßen, vielleicht sogar gemeinsam oder rasch nach
Deutsches Keich.
Jjjjf Berlin, 23. Mai. Der Kaiser schenkte dem
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Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
fie wohl einige Zeit, aber schon hatte Roderichs Rock, tu ben er Viola gehüllt, Feuer gefangen, als endlich der Regen, erst in einzelnen schweren Tropfe», bann in ganzen Strömen Dom Himmel niederranschte.
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„Na, baS ist ja wirklich eine schöne Bescheernng", sagte Doktor Wehrmuth, als er fich beim erste» Morgengrauen nieder fitzte, nm die Taffe Kaffee zu trinke», die Tante Betty eigenhändig für ihn bereitet hatte. „Schloß Lodenwäld ist ja das wahre Lazaieth geworben. Wie hat ben» baS alles auf einmal kommen können?"
„Ja, wie Roberich und Viola", wollte Taute Betty eiowetfen, als ihr der Doktor inS Wort fiel: „Das weiß ich schon, hab' eS mir so ziemlich an» ben Aenßernngen bet kleinen blochen, wie heißt fie boch? Viola, so? — zusammengereimt. Aber wie kam eS, baß bte Beiden bann überhaupt gefnnbex wnrben?"
„Roberichs Pferb", berichtete fie, „war gleich »ach AuSbrnch beS Gewitters mit zerrissenem Zügel allein nach Hanse gekommen. Zur selben Zeit hatten wir auch Viola vermißt nud Babette berichtete,, fie habe geäußert, fie wolle in ben Walb gehen. — Sie könne» sich unsere Angst benken, Herr Doktor. Da eS schon fast völlig bnnkcl geworben, mußten fich bie Leute mit Laternen versehen nnb unter Philipps Leitung den Walb durchsuchen, während Herr van Haare», vo» einigen Stallknechten begleitet, zu Pferde bie Fahrstraße einschlug, anf welcher Johann am Morgen Roberich fich entfernen gesehen.
„Aba, nnb habet würbe er vom Pferbe geworfen ?' fragte ber Arzt.
„Aber Herr Doktor!' rief Tante Betttz entsetzt, „was benken Sie, wie würbe fich ein Kavalier je abmerfen lasten? Nein, baS Pferd schenke — gerade bei bem entsetzlichen Donnerscklag — bäumt hoch anf nnb überschlug fich, so baß Olaf unter baS Tier zu liegen kam. So fanden ihn wenigstens wenige Minute» später die beide» Knechte."
(Nachdruck verboten.)
Litt Kl«- -es Südens.
Novelle von R. Anüt.
(Fortsetzung.)
Über da tönte er noch einmal, ber angstvolle, Der» eifette Ruf: „Isabella, Stola!" Unb bann ein ' wcheu unb Knacken, wie wenn baS Gehölz bnrch- \ - »chen wird. Steine nud Erdreich rollten den Ab»
Änyiflti nimmt entgegen die Expedition » Blatte», sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Bögler M-ÄfSÄtiÄS V ™v- Jayrg-ma. Daube n.»». in Frankfurt e. WL, Berlin, Hannover. Paris.
emanber verschwinden an dem Tage, an welchem dies Gefühl der Gemeinsamkeit verloren ginge. Daher die Notwendigkeit, ihre Kräfte beim ersten Anzeichen einer Gefahr zu Verbünden. Sie finden so ihre kräftigste Bürgschaft in dem gegenwärtigen Gleich- gewicht Europas, besten Hut der Tapferkeit und Ergebenheit so mächtiger Heere anvertraut ist. Und während von Berlin das sympathische und immer mehr anschwellende Echo der Vorbereitungen hierher dringt, welche in dieser Stadt mit bezeichnender Uebereinstimmung zum Empfang des erlauchten Hauptes des italienischen Volkes als sehnlich erwarteten Gastes getroffen werden, ist es auch nur ein Ruf, welcher von hier aus unseren geliebten Monarchen über die Alpen geleitet: Es lebe König Humbert, es lebe der deutsche Kaiser, es leben die verbündeten Heere hoch!" — Die Abreise König Humberts von hier erfolgt Sonnabend abend 11 Uhr, nach- bem vorher ein Zapfenstreich stattgefunden haben wird. Der König wird am Sonntag sein Husaren-Regiment in Frankfurt sehen und der Kaiserin Friedrich in Homburg einen Besuch abstatten. Freitag nachmittag von 4—6 Uhr ist bie Auffahrt ber Berliner Studenten. Dem Kaiser hat der König einen kostbaren Humpen verehrt, Fürst Bismarck erhielt sein lebensgroßes Bild.— Zu dem morgen abend stattfindenden Hoskouzert sind auch Reichstagsmitglieder, ferner der Oberbürgermeister von Forckenbeck und der Stadt- verordnetenvorsteher eingeladen.
Potsdam, 23. Mai. Dieselben Regimenter, welche heute im Lustgarten zu Potsdam die Ehre hatten, vor dem Könige Umberto I. von Italien defilieren zu dürfen, standen an einem sonnigen Herbstmorgen des Jahres 1873 in der Parade vor Seinem Königlichen Vater, dem Könige Viktor Emanuel. Weiland Kaiser Wilhelm I. führte damals Seinem Königlichen Gaste, welcher die italienische Generals- uniform trug, die ersten Regimenter der preußischen Garde vorüber. Heute ritt an der Spitze Seims Leib-Garde-Husaren-Regiments in der Uniform derselben der Kaiserliche Enkel Wilhelms I., Kaiser Wilhelm II., geschmückt mit dem Bande des Militärordens von Savoyen, und führte mit gezogenem Säbel Sein Leibregiment, dem Sohne des ersten Königs von Italien, Umberto I., welcher die Uniform feines preußischen Husaren-Regimeuts trug, und an deffen Seite der Thronerbe des italienischen Königreiches, Kronprinz Victor Emanuel hielt, zweimal vorbei. Wie Berlin, die deutsche Reichshauptstadt, dem Gaste des Kaisers bei Seinem Einzuge und bei der gestrigen Parade gehuldigt hat, so huldigte eines Blitzes in das bleiche Mädchenantlitz schaute, dann rief es in ihm: „Vorwäits, nut vorwärts, um ihretwillen!" Jetzt war er ganz nahe: dort drüben auf bem freien Platz, nicht mehr fünfzig Schlitte eutferut, mußte bie Hütte stehen. Seine letzten Kräfte zusammenraffeub, eilte er barauf zu, ba plötzlich ein blenbenbet Blitz, ben ein betäubender Donnerschlag begleitete. Roderich wat von bet plötzlichen Erschütterung zu Boden gestürzt, nnb in demselben Augenblick schlugen bie Flammen bicht vor ihm von allen Ecken bes nur aus Holz gezimmerten Häuschens empor. Roberich suchte vergebens fich wieder anfzurtchten, seine Kräfte wollten bazn nicht mehr ausreichen. Von ber Erschütterung beS Falles mußte Viola bas Bewußtsein wiebergekehrt fein, benn sie richtete sich jetzt empor, schaute mit ihren «roßen braunen Angen verwundert erst in Roderichs Antlitz, ber fie noch immer mit seinen Armen umschlossen hielt, bann empor zu ber brenneubeu Hütte, wo der Wind die Flammen immer heller aufachte. Daun fuhr fie mit der Hand über die Stirn und sagte: „Ich stürzte hinab — aber waS war dann?" Ein neuer grollender Donnerschlag übertönte ihre Worte nnb ließ fie erschreckt zusammenfahren. Sre klammerte fich ängstlich an Roberich an nnb flüsterte: »Wenn Du mich gerettet hast, so schütze mich auch jetzt. Hab' Erbarmen mit mir nnb trage mich hier fort, ich fürchte mich so sehr."
Da tönte von ber brennenben Hütte her durch baS Kniftein bet Flammen ein gräßliches Geschrei. Es war bet arme taubstumme Blödsinnige, der, jetzt erst erwacht, fich in schwerer Gefahr sah. Stola wandte erschrocken ben Kops nach jener Richtung, als ein heftiger Windstoß bie breunenbe Hütte erschütterte. Im nächsten Augenblick aber, als sie praffelnb über bem armen Opfer zusammenbrach, batte fich Viola über Roberich geworfen, ihn mit ihrem Leibe vor bem feurigen Sprühregen zu schützen, bet fich jetzt über fie ergoß. Dann verlor fie von Neuem bie Befinuuug. Die »affe» Kleider schützten
Urschet« ttgtt* nfa t» Bedtag« »ach 6mm» und ftTl . »
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8e^n';S^"*ä‘b£.1 ’Ätene Stu* Sonnabend, 25. Mar 1889.
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