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Zllustriettes Sonntagsblatt-
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hie zur Zeit hier anwesenden Königlichen Prinzen
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daselbst begleitet. — Nach längerem Verweilen im Mausoleum kehrten der Kaiser mit dem Könige von Italien von Charlottenburg aus über den Kurfürsten-
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schiffer-Abteilung war mit dem Ballon captif aus gerückt, welcher um 8*/» Uhr pünktlich in die Luft Äeg. Das Tempelhofer Feld war umsäumt von über 100 000 Menschen. Von den Königl. Prinzen erschienen zuerst, mit Hurrah begrüßt, der Kron-
KölperS nicht mehr tragen können und brach unter ihr, daß einzelne Stück- in das rauschende Wasser unten niedeistürzten. Aber oben, das morsche Holz mit den Armen umklammert, unter sich, in der Tiefe, das schäumende Wasser, hing Viola. Wenige Minuten nur, und das Geräusch war verklungen, rings tönte das Gezwitscher der Vögel so hell und ftühlingLfrisch wie vorher. Alles schien wieder so friedvoll und freudvoll, und doch schwebte dort ein junges Menschen» leben tu grausiger Gefahr.
«Mein Gott, mein Gott", flüsterte das junge Mädchen, .nirgend» Hilfe, keine Rettung mehr.'
Sie fühlte, daß die Kräfte sie allmählich verließen und sie sich nicht lauge wehr würde halte» können.
.Vater', flüsterie sie wieder mit mattem Lächeln, .Vater, ich komme zu Dir, — dort unten wartet der sichere Tod — und doch ist die Erde so schön — o, so schön!' — Der Kopf mit den geschlossenen Lidern sank matt zurück, die Arme begannen schon sich kraftlos zu lockern, die Sinue wollten ihr schwinden.
In diesem Augenblicke hatte die Sonne doch endlich siegreich das Gewölk durchbrochen und küßte nun beim Scheiden die Erde mit warweu, rotglühenden Strahlen, lieber das Dorf und die Felder drrmten glitt ihr Heller Schein und anch hinauf über die waldigen Gipfel, bis hinein in die Schlucht des Gieß- baches, und übergoß noch einmal die schlanke Mädchengestalt in den schwarzen G-wändern mit dem lang herabwallenden goldigen G-lock, die dort zwischen Himmel und Erde schwebte, mtt ihrem vollen Glanz. Da plötzlich war eS, als töne in die halbe Bewußt- losigkeit Violas ein Ruf, ein Schrei. Er schien auS weiter, weiter Ferne zu kommen, fast war eS, als töne er vom Himmel oben herab. Sie «achte eine letzte Anstrengung, die Angen zu öffaeu, aber da löste« sich ihre Arme, uud im nächsten Augenblick schlugen die tosenden Waffer über ihr zusammen.
(Fortsetzung folgt.)
Marburg,
Freitag, 24. Mai 1889.
zurück. — In der altgewohnten Ordnung unserer Frühjahrsparade waren die Truppen heute morgen 8 Ilhr in die oorgeschriebenen Alignements gerückt. Die Parade kommandierte der kommandierende General des Gardekorps, General der Infanterie Frhr. von Reerscheidt-Hüllesiem; das erste Treffen: die Infanterie, kommandierte General-Leutnant v. Kaltenborn und Stachau (2 zusammengestellte und die 3. und 4. Garde - Infanterie - Brigade), das zweite Treffen: die Kavallerie, Artiller'e und den Train, dmmandierte General - Leutnant Graf Alten. Auf dem rechten Flügel standen die Stäbe, die Leibgendarmerie und das Kadettenkorps. Die Luft-
Bngeigen nimmt entgegen die Expedition d Blattes, sowie d. Nnnoneen-Bnreanr von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. «L, tteffeL Magdeburg n. Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a.Berlin, München u. «l»; 9.2. Daube u. Co. in Frankfurt a. BL, Berlin, Hannover. Paris.
bereits eingetroffen waren. Am Nachmittage gegen halb 4 Uhr begleitete Se. Maj. der Kaiser und König nach stattgehabter Frühstückstafel rm Königl. Schlöffe Allerhöchstseinen erlauchten Gast, Se. Maj. den König von Italien, auf einer Ausfahrt nach Charlottenburg, woselbst beide erlauchten Monarchen dann das Mausoleum im Königlichen Schloßpark besuchten, wo Se. Maj. der König Humbert von Italien am Sarge weiland Kaiser Wilhelm I. einen prachtvollen Lorbeerkranz niederlegte. Mit den beiden Monarchen hatte in einem zweiten Wagen auch der Prinz Heinrich den Kronprinzen von Italien vom Königlichen Schlosse aus durch den
prtnz und Prinz Ettel-Fritz in vteispänniger offener Equipage mit ihrem Gouveneur, dem Hauptmann von Falkenstein, dann die Prinzeß Fedora von Sachsen-Meiningen, die Frau Prinzessin Friedrich von Hohenzollern, die Frau Erbprinzessin von Sachsen- Memingen, welch beide letztere hohe Frauen am Steuerhause zu Pferde stiegen. Es erschien sodann m der Uniform der 1. Garde Dragoner Se. K. H. der Prinz Albrecht von Preußen. Regent von Braunschweig mit seinen Adjutanten Major v. Bernewitz und von Mitzlaff, mit den Abzeichen und dem Stabe eines Feldmarschalls; es kamen der Kriegsminister, der Chef des Generalstabs, die fremden Militär-Bevollmächtigten, die General- und Flügeladjutanten, soweit sie nicht zum persönlichen Dienst kommandiert waren, es kamen die Herren von der Samoa - Konferenz, der Ministerpräsident Crispi, Graf Herbert v. Bismarck, der der Person des Kaisers attachierte russische General - Adjutanten Graf Kutusoff und die glänzenden Gefolge und Stäbe, welche auf dem rechten Flügel des Kadetten Korps Stellung nahmen. Drei Minuten vor 8*4 Uhr verkündeten donnernde Hurras das Nahen des Kaisers und Königs. Jeder, der ein Tuch hatte, schwenkte es in die Lust, jeder jubelte dem Kaiser entgegen. Seine Majestät ritt einen prachtvollen Fuchs und war begleitet von dem dienstthuenden General und Flügel-Adjutanten. Der Monarch trug die große gestickte Generals-Uniform mit dem Bande des Militär-Ordens von Savoyen und die Kette des Annunziaten - Ordens. Seine Majestät nahm aus den Händen des kommandierenden Generals den Truppen-Rapport entgegen, sowie auch das Kommando über die Truppen. Hochs und Hurras, Evvivas, Tücher- und Hüteschwenken, wie sie nie seither gehört und gesehen waren, verkündeten schon von weitem, daß König Umberto naht. Und wie nahte der König von Italien dem Paradefelde ! Zu seiner Rechten ritt auf prachtvollem Goldfuchs Ihre Majestät die Kaiserin und Königin. Ihre Majestät trug zum erstenmal die Uniform der Königinnen - Kürassiere, ein schneeweißes, eng anschließendes Cachemierkleid mit den poneeaufarbeneu Paspels des Pommerschen Königinnen - Kürassier- Regiments 2. Auf dem Haupt trug Ihre Majestät einen breitkrämpigen Rembrandt - Hut mit weißen Straußenfedern. Ueber die Brust schlang sich das Orange-Band des Schwarzen Adler-Ordens, mit demselben trug die hohe Frau den Brillantenstem dieses hohen Ordens, an der Schulter den Luisen- und Katharinen - Orden. Zur Seite ritt hochaufgerichtet König Umberto auf prachtvollem Fuchs in
Jentsches Reich.
Berlin, 22. Mai. Se. Majestät der Kaiser mid König hatte während der gestrigen Morgen- jhinben bis kurz vor 9 Uhr im hiesigen Königlichen Schlosse noch mehrere Regierungsangelegenheiten erledigt und darauf um 9 Uhr den Prinzen Heinrich M Preußen empfangen, welcher am Morgen aus Ml hier angekommen war. Später arbeitete der erlauchte Monarch noch bis gegen 10 Uhr allein Lnnb begab sich alsdann gleich darauf vom Königlichen Schlosse aus zum Empfange Sr. Majestät des Königs von Italien und des Prinzen von Neapel nach dem Anhalter Bahnhofe, woselbst auch
griffen fühlte, und dann bat Olaf um den vierten Platz im Wagen, da eS nun ja nicht nötig sei, daß er nebenher reite. Nach dem Frühstück forderte Nieves Viola auf, mit ihr einen Gang durch das HauS, den Garten und das Dorf zu macken, um ihre nächste Umgebung kennen zu lernen. Olaf bat, sich ihnen anschließen zn dürfen, uud vertiefte sich dann in ein Gespräch mit Viola, während Nieves stets voranflatterte, alles zeigte, alles erklärte, ihnen aber nie Zeit ließ, etwas in Ruhe zu betrachten. Obe» vom Fenster auS schaute Mercedes ihnen nach und vei folgte mit ihren finsteren Blicken die schlanke, dunkle Gestalt Violas, an deren Seite lebhaft sprechend Olaf schritt. .Hüte Dich, Du Tochter JsabellaS", murmelte sie, „die alte Mercedes hat scharfe Angen."
Nach dem Diner fuhren die beiden Brautpaare davon, uud Viola sah ihnen mit einem Seufzer der Erleichterung nach. „Eine Stunde deS Alleinseins", sagte sie befriedigt vor sich hin; sie bedurfte dessen so sehr. In ihrem Zimmer Inlette sie dann vor einem der Koffer nieder, nm auszupacken, aber sie kam nicht wett. Jedes Stück, da» ihr in die'Hand kam, war mit so lieben, hüben Erinnerungen verknüpft, daß sie bald mit müßigen Händen träumend zu dem bewölkten Himmel ansschaute, der durch das Fenster zu ihr hereinsah.
„Darf ich vielleicht die Sachen für das gnädige Fränlein anSpacken?" fragte daS Kammermädchen hinter ihr.
Viola sprang auf. Ja, Babette, wenn Sie so gut sein wollen; ich möchte so sehr gern hinaus iu den Wald."
Sie hatte schnell einen Hut auf die Locken gedrückt, einen Shaw! nm die Schultern geworfen uud durcheilte bann den Garten, den Park. Dort an dem Back, der ihn durchfloß, blieb sie einen Augenblick stehen und verfolgte rückwärts seinen Lauf. In den Bergen dort mußte seine Quelle sein, aber wohin mochte er fließen? Immer weiter und weiter bi» ins Meer, nm eudlich auch dort keine Ruhe zu
Um 1V« Uhr Besuch der Ruhmeshalle und anderer Sehenswürdigkeiten. — Um 7 Uhr Tafel bei dem Prinzen Albrecht, Prinzregenten von Braunschweig. — Um 9*/i Uhr abends Konzert im Weißen Saal. Die Reihe der Vorträge ist folgende: 1) Ouvertüre „Belagerung von Korinth" von Rossini. 2) Arie aus „I Lombardi", Oper von Verdi (Herr Sylva). 3) Arie aus „Der Freischütz" (Frl. Leisinger.) 4) Klavierkonzert Es-dur von Beethoven, 2. und 3. Satz (Herr Dreyschock.) 5) Chor der Spinnerinnen und Ballade aus „Der Fliegende Holländer" von Wagner. (Frau Pierson und die Damen des königlichen Opernchores.) 6.) Arie aus „Hans Heiling' von Marschner (Herr Bulß) 7) Finale 2. Akt aus „Rienzi" von Wagner. Dirigenten sind die Herren Kahl und Sucher. — Am Sonnabend, 25. Mai. Besuch der Unfall-Verhütungs-Ausstellung und anderer Sehenswürdigkeiten. — Eine Huldigung der Berliner Studentenschaft in Gestalt eines Wagenzuges hat König Humbert sich bereit erklärt, am Freitag anzunehmen.
Berlin, 22. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg.' bezeichnet die Voraussetzung der konservativen Reichstagsgruppen, daß die Auslaffungen des „Deutschen Tageblatts" über den Zwischenfall in der Sonnabendsitzung des Reichstages und über das Verhalten des Reichstagspräsidiums gegenüber den Pfuirufen inspiriert seien, als jeder Begründung entbehrend; es sei völlig unverständlich, wie man zu einer solchen Annahme gekommen sei, nachdem der Reichskanzler selbst bei der ersten Begegnung mit dem Reichstags- Präsidenten nach jener Sitzung fein Bedauern darüber ausgesprochen habe, daß er gegenüber jenen Zwischenrufen in der Sonnabendsitzung dem Präsidium in der Ausübung der Disziplinargewalt vorgegriffen habe. — Die Samoa - Konferenz trat heute nachmittag um 3 Uhr zusammen. Die Sitzung schloß um 4*/» Uhr. — Das gestrige Gartenfest des Reichstages trug eiren imposanten Charakter. Vom Bundesrat waren fast alle Bevollmächtigte erschienen, Staatsminister v. Bötticher und Graf Herbert Bismarck beehrten das Fest um 11 Uhr durch ihre Anwesenheit. Der Chef der Reichskanzlei Geheimrat Dr. v. Rottenburg war ebenfalls anwesenv. Die Reichstagsabgeordneten und Vertreter der Preffe waren in großer Anzahl vertreten. Der Garten des Herrenhauses prangte in saftigem Grün, das durch die elektrische Beleuchtung seltsam erhellt wurde. Die Kapelle des 2. Garde-Regiments z. F. erfreute die Gesellschaft mit ihren herrlichen Weisen. Das Hauptgesprächsthema bildete der Streik, da neue
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(Nachdruck verboten.)
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Novelle von R. Unüt.
(Fortsetzung.)
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„Ich danke, Onkel Soldat, recht gut und träum» l»S", erwiderte sie lächelnd. „DaS Schicksal hat mir nichts Betraten mögen von dem, was mit in diesem Hause begegnen wird."
»Wir wollen wünschen, daß eS nur Gutes sei, Sein liebes Kind', fiel Tante Betty ein, mit ihrer Men weißen Hand, leicht über das goldige Gelock jungen Mädchens streichelnd, während Olaf ihr d»N (feinem Platze ans feine Verbeugung machte. *08 sie daun am Frühstückstische Plitz genommen, «iola zwischen Tante Betty und Olas, fragte der 1C71h «tztere: „Haben Sie die Anstrengungen der Reise "Mr ganz überwunden, mein gnädiges Fräulein?"
„So ganz doch noch nicht, Herr von Lobow', jWgnete Viola, als Nieves einfiel. „Wie komisch, «r Papa, Onkel Philipp and ich, wir heißen Lobow, «der Olaf heißt vou Haaren.'
,So, ich wußte das nicht, ich hielt Henn von Haaren für Deine» Brnber, Nieves.'
„Für meinen Brnber?' wieberholte diese, „wie Mberbar, ich bin seine Brant.'
. Onkel Philipp nnb Tante Betty hatten währenb dessen eine Spazierfahrt auf ein benachbartes Gut pplaut. „Wer von Euch kommt mit?" fragten fie A jungen Mädchen. NieveS wat sofort bereit, aber *Biola bat nm bie Erlaubnis, diesmal noch zu HauS «leiben zn dürfen, da fie fich noch müde »nd ange»
. »»raussichtlich am Abend zurückkehren, man sollte Easstif jedoch mit dem Abendessen nicht auf ihn warten und Me Herrschaften sollten sich durch seine Abwesenheit bl nichts stören lassen.
„Guten Morgen, Fräulein Viola", rief der Oberst dem jungen Mädchen entgegen, „haben Sie gut geschlafen?"
ber Uniform feiner Husaren, es folgten Prinz Heinrich, ber Kronprinz Viktor Emanuel, die Adjutanten und der Ehrendienst, zur anderen Seite der Kaiserin ritt der dienstthuende Kammerherr, Herr v. Veltheim, in der Uniform eines Majors der Gardes du Corps. Kaiser Wilhelm sprengte mit dem König Umberto unter den Klängen des Marcia Reale die Front des 1. Treffens herunter, das 2. Treffen wurde vom linken Flügel unter dem Klange des Kavallerie- Marsches gesehen. Das Abreiten der Fronten währte */i Stunde. Es folgte sodann der zweimalige Vorbeimarsch. Das erstemal: die Infanterie in Kompagniefront. die Kavallerie in V» Eskadrons im Schritt, die Artillerie und der Train in Zügen im Schritt; das zweitemal: die Infanterie in Regimentskolonnen, die Kavallerie in Eskadronfront, die Artillerie in Batteriefront und der Train in Kompagniefront, sämtlich im Trabe. Beidemale führte des Kaisers und Königs Majestät, an der Spitze des Korps reitend, dem Königlichen Gaste die Garde - Truppen Berlins vorüber. Prinz Albrecht von Preußen führte zweimal die ersten Garde-Dragoner, Prinz Friedrich von Hohenzollern zweimal die zweiten Garde-Dragoner vorüber. Der Chef des Generalstabs der Armee Graf v. Waldersee kotoyierte das Eisenbahregiment. Um halb 12 Uhr war die Parade zu Ende. Die Rückkehr der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften war ein Triumphzug durch das huldigende Volk. — Der König begab sich von dem Paradefeld mit dem Kronprinzen nach der Liewa'schen Waffenfabrik. Der Kaiser kehrte an der Spitze der Fahnenkompagnie in die Stadt zurück. Die Majestäten wurden auf der Hinfahrt und Herfahrt von den Volksmaffen unablässig mit stürmischen Zurufen, Tücher- und Hüteschwenken begrüßt. — Das Programm der Festlichkeiten gestaltet sich für die nächsten Tage nach bisherigen Festsetzungen folgendermaßen: Am Donnerstag, 23. Mai. Um 8 Uhr Abfahrt nach Potsdam. — Um 9 Uhr Parade im Lustgarten unter Kommando des Generalleutnants von Sobbe, Kommandeur der 1. Garde-Jnfanterie-Division. — Um 11 Uhr Fahrt ohne Gefolge nach Friedrichskron, Besuch der Friedenskirche. — Um halb 3 Uhr Mittagstafel im Stadtschloß. — Um 4 Uhr Wafferfahrt über die Havelseen, Spandau nach Charlottenburg. Von dort zu Wagen ins Schloß nach Berlin zurück. — Um 8 Uhr Abendtafel bei dem italienischen Botschafter Marquis de Launay. — Am Freitag, 24. Mai. Um 8'4 Uhr Gefechtsübung auf dem Tempelhofer Felde. — Nach Beendigung Frühstück im Offizier- Kasino des zweiten Garde - Regiments zu Fuß. —
finden. Sie warf die wenigen Blumen, die fie ge» pflückt, hinein uud sagte zu dem plätschernden Waffer: „Bring' baS bem Meer als Gruß von mir." Dann lief sie weiter hinein in bie bergige Waldeinsamkeit, ohne auf ben Weg zu achten, nur immer vorwärts, bis sie enblich mit entzücktem Ausruf stehen blieb.
XII.
Vor ihr that fich eine breite Schlucht auf, in welche ein Gebirgsbach, in mehreren Absätzen schänwenb nnb bransenb uiederstürzte. Drüben erhob sich bie Bergwanb hoch nnb felsig in wunderbaren Formen, während die Schlucht auf der anderen Sette einen Durchblick iuS Thal gestattete. Dort, wo fich unten baS Waffer in einem weiten Becken sammelte, ehe eS als Bach weiter zn Thal floß, führte oben ein einfaches, auf jeder Seite durch einen großen FelSblock befestigtes Brett, als schwanke Brücke auf die entgegengesetzte Seite hinüber. Dort stehend mußte man noch die sprühenden Tropfen des Waffer- falleS fühlen, und da Viola von jedem Gefühl des Schwindels frei war, betrat fie mit leichtem Schritt das Brett, ohne zu beachten, wie el unter ihrem Fuß erzitterte. Den Hut hatte fie vorher abgenommen und hielt nun, in der Mitte der unsicheren Brücke stehend, das Gesicht dem leisen Sprühregen entgegen, ber von bem Wasserfall herüberwehte. Eine ganze Zeit lang mochte sie so ba gestanden haben, bann sah fie, bas Gefickt trocknenb, zum Himmel empor. Er hatte fich zu klären begonnen, bie Sonne selbst war zwar noch verbeckt, aber allenthalben lugte fein tiefes Blau schon zwischen ben Wolken hervor.
„ES wirb Abeub, nnb bie Anbern werben halb heimkehreo, ba muß ich auch an ben Rückweg denken", sagte baS junge Mädchen. Der Bach ba unten konnte ihr Führer sein, eS war sicher berfelbe, ber am Fuße ber Berge durch ben Park vou Lodenwald floß.
So wanbte fie fich hastig zurück. Da plötzlich ein Knarren nnb Knacken unter ihr.
Das alte Brett, las lange nicht mehr als Brücke benutzt worbe» war, hatte die leichte Last ihres
Erscheint täglich «aß« an Werktag« nach von», und Feiertagen. — vRartal-LdonnementS-PreiS bei der Sxpe- Sitton 3«/. Ml., dei den Postämtern » Ml- ö0 Pfg. (exll. BefteSgeu). Jnfertion-gedühr für die gehaltene geile 10 Mg., Reklame» für die Zeile S5 Pfg.
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