MchM Leitung.
KSchenüiche Beilagen: Kreis»Blatt für dir Kreise Marburg Md Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsdlatt
Expedition: Markt 21. — Rdxtttion, Druck und Berlag vou Joh. Hup «,ch. ö
M 101
KL, M ben Postämtern 1 Ml. 60 Pfg. (exll. )• Jnsertionsgebähr für die gespaltene Zeile Wfg., Reklamen für die Zeile 95 Pfg.
Al) (trfltfVA «nxigeu mmmt aOgtgai die Expedition d Blatte«,
sowie d Amwncen-Vureonx von Haasenstei» und Bögler
Mittwoch, 1. Mai 1889. »'S ™v- Jahrgang.
Laude u.Lo. in Frankfutt e. St. Berlin, Hannover. Pari«.
Bestellungen für die Monate Mai und mb Juni nehmen auf die cberhesfische Zeitung mit ihren Gratisbeilagen
Kreisblatt
Ar -ie Kreise Marburg and Kirchhai« und
-ltustriertes Sonntagsblatt fwtliche Postanstalten, unsere Agentur in sirchhain, sowie für hiesige Stadt un- se Expedition entgegen.
Die Exped. der Oberh. Zeitung.
Deutsches Keich.
Berlin, 29. April. Kaiser Wilhelm ist Mon- ig abend nach 5 Uhr von dem Ausfluge nach Häringen wieder in Berlin angekommen. Er fuhr fort in's Schloß und erteilte noch mehrere udienzen. Die Kaiserin besuchte am Montag aschiedene Berliner Geschäftslokale und war bei bsrr Gelegenheit der Gegenstand lebhafter Ovatio n — lieber den Besuch des Kaisers im Göthe- iuseum in . Weimar wird von dort berichtet: Bon n klassischen Stätten Weimars besuchte der Kaiser egen der Kürze der Zeit nur das Göthe-Museum, i diesem verweilte er anderthalb Stunden und $ sich durch den Direktor desselben durch die ämne führen. Er bekundete das lebhafteste Jnter- t für die Sammlungen, für die Bücher, die der Wer in ferner Hausbibliotbek besessen und benutzt ttte. Innige .Bewegung sprach sich auf seinem Etz aus, als er die in ihrer Schlichtheit um so gleisender wirkenden Zimmer, in deren einst öche gearbeitet hat, während er in dem anderen, «an Schlafzimmer, gestorben ist. Die Aeußerungen, t er zu seiner Begleitung that, bekundeten, wie üchtig der Eindruck war, den diese Räume auf «Kaiser machten. Auch des Verhältnisses zwischen öthe und Schiller gedachte der Kaiser in Worten, «sein Interesse und seines Verständnis für Beide 1 liebenswürdiger Weise zeigten. — Bei der heute ^findenden Eröffnung der allgemeinen deutschen Wellimg für Unfallverhütung in Berlm wird dem Nehmen nach sich der Kaiser auch über die Ar- Erfrage äußern. Bei der feierlichen Eröffnung
der Ausstellung werden beim Herannahen des Kaiserpaares Fanfaren von den Ausstellungstürmen ertönen. Die Majestäten werden vor dem Hauptportal durch den Vorstand empfangen und in den Empfangssaal geleitet werden. An dem Festakt werden auch die Botschafter, die Gesandten, die Minister, die Parlamentspräsidenten, die Mitglieder des Bundesrats u. s. w. teilnehmen. An die Eröffnungsfeier wird sich sofort ein Rundgang schließen. Von nichtdeutschen Staaten werden Oesterreich und Belgien in der Ausstellung vertreten sein. — Der .Reichsanzeiger" veröffentlicht folgende Kabinets- ordre: „Auf Ihren Vortrag bestimme Ich, daß die Staatssekretäre des Auswärtigen Amtes, des Reichsamtes des Innern, des Reichs-Justizamts, des Reichs-Schatzamtes, des Reichs-Postamtes und des Reichs-Marineamtes für die Dauer ihres Amtes das Prädikat Exccllenz führen sollen. Wattburg, den 27. April 1889. Wilhelm I. R. von Bismarck. An den Reichskanzler." — Unter Vorsitz des Fürsten Bismarck fand nachmittags 2 Uhr eine Sitzung des Staatsministeriums statt. — Die Samoakonferenz trat heute nachmittags 2V* Uhr im Kongreßsaale des Reichskanzler-Palais zur ersten Sitzung zusammen, welche bis 3*/* Uhr dauerte. Betreffs der Verhandlungen ist auf Antrag Deutschlands strengste Geheimhaltung beschloffen. — Die .Kreuzzeitung" hört, dem Generalleutnant von Mischke, Inspekteur der Kriegsschulen, sei der erbetene Abschied bewilligt und Generalmajor von Brauchitsch an seiner Statt zum Inspekteur ernannt worden. — Der Kultusminister hat im Einverständnis mit dem Kriegsminister angeordnet, daß die in dem Erlaß vom 4. Oktober 1876 betreffs der einzeln stehenden Geistlichen und Volksschullehrer getroffenen Bestimmungen über die Ausstellung der Unabkömmlichkeitsatteste für den Fall der Einberufung der Reserve, Land- und Seewehr auch hinsichtlich der Ausstellung von llnabkömmlichkeits- attesten für landsturmpflichtige einzeln stehende Geistliche und Volksschullehrer entsprechende Anwendung zu finden haben.
— In der abzelaufenen Woche tagten in der Reichshauptstadt zwei Versammlungen, deren Zu- ämmentritt und Beratungen nicht bloß für die mgern Fachkreise bedeutsam und wichtig waren, ändern auch das allgemeine Jnttreffe in vollem Maße in Anspruch nahmen. Die eine, der deutsche Geographentag, dessen Ziele und Aufgaben der Ehrenpräsident Kultusminister Dr. v. Gvßler in einer trefflichen Eröffnungsrede so lichtvoll darlegte,
darf wohl als ein Kind, eine Frucht der Wiederentstehung des Reiches und der Einigung der deutschen Stämme betrachtet werden, durch welche diese auf den verfchiedensten Gebieten des Lebens auch vorher schon vorhandenen Einheitsbestrebungen neu belebt und rasch gefördert wurden. Ohne Ueberwindung der Schwierigkeiten, welche sich der Herstellung der politischen Einheit entgegenstellten, wäre es schwerlich gelungen, all der Bedenklichkeiten Herr zu werden, welche der Begründung eines deutschen Geographentages und eines deutschen Geographenbundes seinerzeit entgegengehalten wurden. Aber erst einmal unter dem belebenden Hauche des nationalen Gedankens entstanden, wuchs der Geographentag aus kleinen Anfängen bald zu einer bedeutenden angesehenen Institution, die sich um die von ihr gepflegte Wiffen- schaft nicht unbedeutende Verdienste erworben hat. Und gerade das neuerstandene Reich war wohl in der Lage, den Männern der geographischen Wissenschaft rechte Anregung und Förderung zu geben. Wohl darf sich Deutschland rühmen, auch in den trübsten Zeiten nationaler Zerrissenheit Geographen ersten Ranges hervorgebracht zu haben — wir brauchen bloß die Namen Karl Ritter und Alexander v. Humboldt zu nennen —, aber es läßt sich nicht leugnen, daß erst mit der Wiedererstehung des Reiches in allen Zweigen der geographischen Wiffenschaft eine ganz neue Regsamkeit und Schaffenslust sich eingestellt hat. Unser Blick hat sich geweitet, unsere Jntereffen verknüpfen uns mit der ganzen Welt; zu der bloßen Lust au fremden Ländern und Leuten sind sehr praktische Erwägungen und Bestrebungen gekommen. Die deutsche Flagge weht in allen Meeren, und namentlich die deutsche Kriegsmarinei hat sich in den Dienst der praktischen Geographie I gestellt und darin bedeutendes geleistet. Die wiffen- fchaftliche Erforschung der Meere hat aus derselben ungeahnte Fortschritte gemacht. Die von dem deutschen Reiche unter der begeisterten Zustimmung! der großen Mehrheit des deutschen Volkes eingeleitete Eolonialpolitik hat, obwohl von je her deuffche I Forscher an der Aufschließung ferner Erdteile rühm- lid;en Anteil hatten, zu einer großen Unternehmung! angeregt und unfern Forschungsreisenden neue Ziele! und Bahnen gewiesen, neue Aufgaben gestellt, deren I Süfung dem Vaterlande zugute kommen sollte. I Unleugbar hat alles dies dazu beigetragen, die! Wiffenschaft der Geographie zu fördern und immer! populärer zu machen, sodaß die Geographentage nicht! bloß immer mehr besucht werden, sondern auch ihre I Arbeiten und Beratungen immer mehr der allge-I
I memften Teilnahme sich erfreuen. Und dies kann I namentlich von dem eben in Berlin abgehaltenen behauptet werden, der damit vielleicht noch mehr »als seine Vorgänger zu einem wichtigen Baustein unserer nationalen Kultur geworden ist. — Von vielleicht noch größerer Bedeutung, von größerm
I Werte für die Menschheit ist die andere Versomm- !lung geworden, der Kongreß der deutsche» iChirurgen. Denn wo die Männer und Heroen Iber „schneidigen Kunst" zusammenkommen, da ge- I schieht es, um neue Erfahrungen, neue Methoden, die gemacht und angewandt werden, zum Besten I der leidenden Menschheit auszutauschen. Ueber die I wissenschaftliche und nationale Bedeutung dieses Kongreffes länger reden zu wollen, hieße Eulen Inach Athen tragen, aber von hervorragender Bedeutung waren die Worte, mit denen Geheimrat Dr. v. Bergmann die Versammlung eröffnete. Auf I bie Leidenszeit Kaiser Friedrichs, des Helden und I Lieblings seines Volkes, hinweisend, sprach er es, ohne Widerspruch zu finden, aus: so wenig es der I deutsch-chirurgischen Wissenschaft vergönnt war, das, I was ihr als bereits gesicherter Besitz ihres Könnens I erschien, in den Dienst des edelsten der Fürsten zu stellen, so unbeirrt werde sie in der Vertretung deS keinmal für richtig Erkannten sortsahren; und eben so wenig erfuhr es den leisesten Widerspruch, als er es als eine der ersten Regierungshandlungen unseres jetzigen kaiserlichen Henn rühmte, „Klarheit und Licht in das verworrene und verfahrene Gewebe von Verdunkelungen getragen zu haben, welches zu unser aller Schmerz sich um das Krankenbett Kaiser Friedrichs gesponnen hatte". Mit der Darstellung dieser Thatsache vor dem Lande und vor der Vertretung der Wiffenschaft, die durch Wiederwahl zum Vorsitzenden dem Redner einen besonderen Vertrauensbeweis erteilte, ist ein gemeinhin verständliches Urteil gesprochen und sozusagen rechtskräftig geworden. Im übrigen legten die Verhandlungen Zeugnis ab von den großartigen Fortschritten der Chirurgie: immer wirksamer geht man gerade dem Nebel, dem Kaiser Friedrich erlag, zu Leibe und eine ganze Anzahl bewundernswerter Heilungen wurde vorgeführt; wenn nicht alles trügt, so dürfte auch dieses schrecklichste Leiden in Zukunft viel von seiner Furchtbarkeit und Gefährlichkeit verlieren. Darum hauptsächlich dürfte der diesjährige Chirur- gen-Kongreß, auf dem zum ersten male mit einiger Gewißheit diese Aussicht von berufenem Munde eröffnet wurde, ein besonders denkwürdiger bleiben.
Frankfurt a. d. O., 29. April. Bei der
fR^qvruck Dcrboten.]
Angela.
Erzählung aus vergangenen Tagen.
iForlsetzung.)
«Sei unbesorgt, Federigo", unterbrach ihn lächelnd R Herr, „denn tote Du denken kannst, werde ich Er Weife meine Gesundheit schonen. Wir später zur Mittagszeit nnS einmal wieder die Amlichen Räume auseheu, in welche die der- ®®®te Gestalt uns zu locken gewußt!"
Sie hatten bald die FestungSruiuen erreicht nnb A°, der für seine treuen Dienste schon zum Wr des jungen Marchese di Colonna ernannt fiten und demnächst mit seiner Familie nach Neapel 'fimdelu sollte, hielt die Pferde an.
wie die beiden Jnsaffeu deS Wagens, dem “”'80 hatte ihn hinlänglich von ihren Erlebniffen «e« alten Gemäuer in Kenntnis gefetzt, betrach, p dies eine Weile, das von der finkenden Sonne Wet, nnb zu beiden Seiten aus dem dunklen der es umgebenden Waldung hervsrttetend, Sar malerischen Anblick gewähtte. Rach wenigen Men stillen AnschauenS forderte der Marchese E Kutscher auf, den Weg fortzusetzeu, und fügte, Federigo wendend, hinzu, deffen lebhafte "ttofte ihm nochmals bie bnnlle Gestalt vor. We, bie so oft unter bent Bogen lautlos dahin Men und spurlos vor ihren Augen verschwunden
'Federigo, waS wag wohl nach beut Tobe bes di Locarno auS feinen Helfershelfern geworben -- Sicherlich hast Du Dich nach ihnen er.
^Das können Sie beulen, Marchese", erwiderte । “ bei treue Diener, dem, nun fein Herr genesen, Innern Vater sich auSoesöhnt, und dieser selbst die Hand der jungen Louieffa angehalten, seine
Lebhaftigkeit nnb stets fröhliche Stimmung ""gekommen war.
.Dazu wirb mein Bericht kaum auSdaueru", antwortete munter Federigo", denn genau genommen habe ich Ihnen von ben Schuften nicht viel zu sagen. Stefano, unfer erster Bekannter als vermummte Gestalt, ist am Tage meiner Abreise aus . . . . nach Celena nnb hier gestorben--*
.So ist er ber erhaltenen Wunde erlegen fragte mit einiger Teilnahme fein Herr.
„Davon wäre er wohl genesen", versetzte Federigo, „hätte er nicht durch übergroßen Eifer in ber schlechten Sache, in ber er bem Conte gebient, sich gleichzeitig ein hitziges Fieber zugezogeu, baS schnell einem Leben ein @nbe gemacht.
Von feinem Wärter, deffen Zunge ich durch ein Geldstück gelöst, habe ich auch erfahren, daß er noch eine zweite ältere Wunde am Bein gehabt, und bin ich ber Anficht, fie ihm beigebracht zn haben, nnb zwar in ber Nacht, als er nnb seine etwaigen Genossen, ,bie er nettoenbigermetfe gehabt haben muß, unS in ben nnterirbischen FestnngSgewölben einge. chlosftn nm uns von ber Villa Jsola fern zu halten l"
,DaS wäre nicht unmöglich", entgegnete lebhaft »er Marchese, „benn ich erinnere mich jetzt, baß wir n einem Winkel beSselben blutbefleckte KleidnngS- tücke gefuubeu!"
»AIS bie Verhältnisse sich so unerwartet schnell ür unS geflnbeit", fuhr Feberigo fort, .war eS meine Absicht, das Spiel, was er mit Ihnen in ben Paluzzi- ruineu getrieben, noch einmal gründlich zu besprechen, doch durfte seiner Krankheit wegen niemand zn ihm gehen. Er ist, gleich dem Conte, durch den Tod ;eber Verantwortung entgangen--•
,WaS aber ist aus ben Gefährten beS Stefano ;etoorbtn?" forschte ber Marchese weiter. .Wir ’ iahen deren noch zwei kennen gelernt--"
.Sie sollen, wie ich erfahren, natürlich aus Furcht vor nur zn gereckter Strafe, nach bem Tobe bes ionte Neapel eiligst verlassen haben, nnb mögen nach Frankreich ober Spanien gegangen sein", antwortete Feberigo.
.Wer stub fie überhaupt gewesen", fragte ber Marchese.
.Taugenichtse nnb mehr als halbe Räuber, Mar- chese", entgegnete heftig Federigo, sonst hätten fie »ch wohl nicht zn einem Bubenstück, wie fie e, aus. geführt, gewinnen taffen!"
Wteberum trat Schweigen ein, bas ber Marchese nicht unterbrach, benn ber Wagen näherte fich immer mehr ber Villa Jsola nnb mit ffeigenber, fteubiger Aufregung stellte er fich baS Wieberseheu seiner Verlobten vor. —
Diese befanb fich, wie am Tage zuvor, mit ihrer Taute im Wohugemach, nnb beten Wunsch erfüllend fang fie zu ben leisen Klängen ihres Instrumentes einige ihrer Lieber. Contessa Beatrice lauschte ihrer chönen Stimme mit demselben Vergnügen nnb Genuß, nie es stets Giovanni bie Colonna gethau nnb auch RaiceBa nnb Josefa waren hiozugetreten nnb stauben horchenb an ber leichtge öffneten Thür.
Angela hatte baS Lieb mit einigen leisen »Horben ! »eenbigt nnb fich bem Einbruck, ben es ans fie hervor«! Zf,bracht, hingehend, saß fie eine Welle schweigend. Plötzlich drang von der Landstraße her ein nnver. | kennbares Geräusch an ihr scharfe« Ohr, das fie heftig fich von ihrem Platz erheben ließ. Den Schall >on Hufschlägeu nnb Rädern ebenfalls vernehmend,! olgte Contessa Beatrice ihrem Beispiel, während bie| I eiben Dienerinnen fich von bet Thür entfernten, I Marcella aber tm Hausflur blieb, um ben Besuch! von bem fie bereits ahnte, wer eS fein wurde, in | 1 Wpfang zu nehmen nnb zu begrüßen. Dieser ließ | auch nicht lange auf fich warten, ber leichte Wagen | ielt balb vor ber Billa, nnb nach wenigen Sekunden! taub, von Feberigo gefolgt, Giovanni bi Colonna! in ber Vorhalle. Marcella schweigen!» die Handl reichenb, eilte er nach bem ihm so wohlbekannten! Wohugemach, besten Thür sich ihm hastig öffnete nnb wo er mit einem Ausruf aus Beider Mund, der ihr I ganjeB Glück, die volle Seligkett ihrer Herzen aus I prach, die Geliebte in feine Arme schloß, und leise I
| «nb tiefbewegt Contessa Beatrice fich entfernte. Lange I hielten fich, keines Wortes mächtig, die nach so vielen s Prüfungen Wiebervereiuteu fest umschlungen, bann I sagte leise ber Marchese:
I .Angela, Geliebte! laß balb uns durch die Hand IbeS Priesters unb ben Segen ber Kirche vereint I werben, damit meine Liebe unb Sorge Dich zu schützen lunb nur bet Tob uns zu trennen vermag!"
I .Giovanni!' ermiberte nur Angela, blickte aber I durch Thtänen beS Glückes zu ihm auf. Jetzt erst sein verändertes Aussehen gewahteub, fügte fie schnell lunb besorgt hinzu:
.Aber Du bist noch bleich nnb angegriffen, und in meiner Freude Dich wieder zu sehen, konnte ich der. geffen, was Du meinetwegen gelitten!"
.Hast Du nicht auch meintwegen gelitten, Geliebte?" fragte der Marchese, fie voll zärtlicher Bewunderung ansehend. Offenbar hatte fie alle Angst und Schrecken der Entführung überwunden, benn noch nie war fie ihm so schön unb blübenb erschienen.
.Laß uns nicht mehr batan beulen, Teuerster" entgegnete Angela fich toiebernm an ihn schmiegeub, Jonberu bas schreckliche Ereignis als einen schweren Traum betrachten, aus dem baS Erwachen so schön, so beseligend gewesen!"
»Du hast Recht, Angela", erwiderte, fie fest an seine Brust schließeud, ihr Verlobter. .WeShalb auch nicht allein an die glückliche Gegenwart denken, die mS zu einer ebenso glücklichen Zukunft führen wird? — Mei» Vater steht bereits in Dir eine Tochter, und eB wird Dir nicht schwer werden, Dir bald feine ganze Liebe zu erweiben!"
.Ich werde nickt unterlassen, das zu thun, Giovanni", verficherte seine schöne Brant.
.Er sendet Du seine Grüße, gleich wie auch der Contessa bi Locarno, vou der er voll Teilnahme unb Anerkennung gesprochen", fuhr ber Marchese fort.
(Schluß folgt)