Einzelbild herunterladen
 

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg mid Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt

Txpckitioo; Markt 21. Redaktion, Druck und Brrlag von Joh. An«. S,ch.

>ri

;h.

iadi J5 99.

1288

Mtion 2*/. Ml-, bd den Postämtern 1ÄL 50 $fg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertion-gebtthr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die steile 85 Vfg.

Marburg,

Sonntag, 28. April 1889.

Anzeigen aumat entgehe» «ic «xpeditto» d Watte«, sowie d. Smwneen-Bnreanz von Haasenstrm und Bögler in Frankfurt e. «efidL Magdeburg u. Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. Ä., Berlin, München u. JtMa; 0. L Daube tu Sb. m Frankfurt o M. Berlin, Hannover Bari«.

XXIV. Jahrgang.

arg.

Bestellungen für die Monate Mai und gnb Juni nehmen auf die vberheffische Zeitu»g mit ihren Gratisbeilagen

Kreisblatt

dei*

Illustriertes Souutagsblatt

die Kreise Marburg und Kirchhain und

!tS

reise.

sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitnng.

che

rsett

impfcr»

ttc w. 9

re ika n en

ir «it

kgt, und es ist sogar die Frage, ob eine gründ- Reform im Eisenbahnwesen eintreten wird, halb all dies Schweigen? Wer bisher noch t geglaubt hat, daß die Borki-Katastrophe die ge einer Explosion war, der muß es doch jetzt .en, und in der Thal hat damals keine Ent- isung stattgefunden, sondern eine für den Kaiser-

sNachdrnck verboten.)

A « g e l a.

Erzählung aus vergangenen Tagen.

t Fortsetzung.)

®<ib, mich Ihnen als Verwandte zn nähern nnb N möchte ich, wenn ich Celena verlasse--*

(Ds . .Da daS bald sein dürste, so wird nnS gegen- keine Zeit zu näherer Bekanntschaft bleiben', ^Segnete abwehrend Contessa Andrea nnb den Aus- der Enttäuschung sehend, der das schöne Anllitz vtt Nichte überflog, fügte sie zwar ein weniger ge­ästen hinzn: »Allein bis wir nnS Wiedersehen, »erden wir nnS an den Gedanken nnb an die That- M)en gewöhnt haben, daß ans Angela Manfredi

>-»»gelina di Locarno geworden ist!»

, .Versnchen Sie daS, Conteffa', versetzte Angela, ^schlossen, sich durch die nnfreundliche Behandlung wr Tante nicht abschrecken zn lasten, »ich bstte Sie Ngend darnm und lasten Sie mich hoffen, daß bei

Aus Petersburg

') dm soeben die Mitteilung, der russische Senat, welchem die Katastrophe von Borki zur Untersuchung [28 verwiesen worden war, habe die Einleitung eines ßtrasversahrens gegen die höchsten Eisenbahn- Beamten abgelehnt. Damit ist die Annahme auf's neue bestärkt, daß die Sache totgeschwiegen werden | soll. Gleich nach dem Unfall war von verfaulten Echienenschwellen, veralteten Wagenkonstruktionen wd von noch allem Möglichen die Rede, was recht

Contessa Andrea blieb die Antwort erspart, denn -nboll ? diesem, für die Bewohner de« Herrenhanse» von u ^txa so ereignisreichen Tage erscholl nochmals der

e, k-t die Handhabe zur Einleitung eines Prozesses gegen die nachlässigen Aufsichtsbeamten hätte geben Wimen. Nun wird einfach die ganze Sache ad acta

__ Contessa Andrea, welche längst mit allen weicheren «gungeu des Herzens abgelhan zu haben glaubte, Wte sich durch diese Worte seltsam ergriffen, dennoch Isier konnte sie daS beschämende Gefühl, welches sich JMrtr bemächtigt, noch nicht überwinden nnb dies auch T* vfe sie antworten:

tf .Nachdem es sich unerwartet heranSgestellt, daß tt Verwandte find, wollen wir versnchen, nnS als wlfte kennen zu lernen, Cont-ssa--*

«bcn i»> Angela hatte, als ihr gebührend, die Benennung Ml nicht vernommen, nnb am allerwenigsten jetzt hören gedacht, nnb einigermaßen enttäuscht, er- Aderte fie:

tH < t, .Wenn Sie wich so neunen, Contesta, so weisen '** * mir einen Platz an, btr es mir schwer machen

eise. I^gen bestimmte Sprengbombe platzte unter dem ------. Baggon des Gefolges, zertrümmerte diesen und AVt I verursachte dadurch das Hinabstürzen der folgenden »» Bogen. Der Zar hatte die Nihilisten halb ver- assen. Bei Borki ist die Erinnerung wieder in USO 6m aufgelebt, und diese Erinnerung hat neuer­dings eine erhebliche Verstärkung erhalten. Bei «Hern, was den russischen Kaiserhof angeht, ist man ttf sehr lückenhafte Meldungen angewiesen. Weil ibn unbequeme Dinge keine offiziellen Nachrichten tzgeben werden, laufen natürlich viele Uebertreibun-

[37i R mit unter, und man darf deshalb bei weitem

Morn nächsten Zusammentreffen Angelina di Locarno ?aup>»»"^hnen keine Fremde mehr ist!'

nicht alles glauben, was aus der ruisischen Haupt­stadt durch Privatmitteilungen berichtet wird. Aber aus allen neuen Nachrichten geht doch so viel her­vor, daß die Nihilisten in der That wieder eifrig bei der Arbeit waren, Attentate gegen den Zaren vorzubereiten.

Die russische Polizei scheint sich ziemlich stark in Sicherheit gewiegt zu haben. Als aus Zürich die Nachricht kam, mehrere russische Studenten seien bei Experimenten mit Sprengstoffen schwer verwundet worden, kümmerte man sich in Petersburg kaum darum. Die dortigen Blätter sagten, der Vorfall sei durch Spielereien unbesonnener junger Leute mit gefährlichen Stoffen hervorgerufen. Nach und nach erst ward man aufmerksamer, als festgestellt wurde, daß eine richtige Bombenwerkstätte entdeckt war, deren Fabrikate für das Zarenreich bestimmt war und nicht etwa zum fidelen Feuerwerksvergnügen. Nun wurde an der Newa scharf aufgepaßt und es sind Verhaftungen vorgenommen, weitgehende Ent­deckungen gemacht worden. Spezielle Details dieser Thatsachen sind bisher nicht beglaubigt und wir wollen uns nur mit dem merkwürdigen Faktum be­schäftigen, daß trotz aller Hinrichtungen und Ver­bannungen der Nihilismus, die Schreckenspartei, noch immer furchtbare Macht hat. Wie ist das möglich? Ueberwachung und Polizeivorschriften sind in Peters­burg sehr weitgehend, aber die Terroristen finden doch immer wieder einen Unterschlupf. Nur eine Erklärung ist vorhanden und dieselbe sagt auch die Wahrheit: Die Nihilisten haben Anhänger und Unterstützung in den Kreisen von welchen für ge­wöhnlich angenommen wird, daß sie den Umsturz­männern weit fernstrhen. Der Nihilismus steckt nicht so sehr im russischen Volke, als vielmehr in den sogenannten höheren Ständen. Das ist die Ursache, weshalb ihm so unendlich schwer der Todes­streich zu versetzen ist.

Ärutsiües Ktidi.

Berlin, 26. April. Der Kaiser ist heute früh 8 Uhr 10 Minuten nach Weimar gereist. DieNat. - Ztg." erfährt, die Regierung werbe einer Besprechung der Samoafrage im Reichstage nicht aus dem Wege gehen, sondern dieselbe in jeder Beziehung fördern. Der frühere Justizminister v. Bernuth, Mitglied des Reichstages und des Herrenhauses und Kronsyndikus, ist gestern abend gestorben. Heber die Beaufsichtigung des Zeichen- Unterrichts an den höheren Schulen hat der Unter­richtsminister an sämtliche Provinzialschulkollegien

Schall der Glocke durch dasselbe, der di- Verwandten, welche noch immer inmitten des Zimmers standen, sich erwartungsvoll anblicken und auch nach der Thür sehen ließ. Nach wenigen Minuten trat Francesca mit mehreren Briesen ein nnb sich ^ru ihre Herrin menbenb, sagte fie:

»Contessa. eS ist ein zweiter Bote von bew Marchese di Colonna gekommen nnb hat diese Briefe gebracht!'

.FranceSca!' rief erbleichend Angela nnb kau damit einer Antwort ihrer Tante zuvor, »eS steht doch nicht schlimmer um den Marchese?'

.Hat der Bote eine Bestellung ausgerichtet? fragte mit scharfer Betonung die Conteffa und nahm zugleich einen der Briefe in Empfang, indes Francesca den anbeten Angela reichte.

.Er hat mir gesagt, daß er ein Diener des Marchese di Colonna fei', berichtete Francesca, »und mit wichtigen Nachrichten von diesem, in Begleitung des FamilienarzteS gekommen. Nachdem der finge Marchese den Brief seines VaterS gelesen, hat er ihn sogleich hierher geschickt und kann er nur so lange bleiben, bi» die Pferde fich auSgeruht haben!'

Ein Blick auf die Briefe ließ die beiden Em­pfängerinnen erkennen, daß eine geübte Hand fie ge. schrieben und während Angela mit dem ihrigen ans Fenster trat, sagte die Cont ssa zu ihrer Kammerfrau:

»Sorge für diesen Boten, FranceSca, und laß Jacobo dasselbe für die Pferde nnb ben Kutscher lhnn, ich aber will sehen, waS dieser Brief ent­hält', nnb FranceSca kam bet Weisung ihrer Ge­bieterin nach.

Die Briefe welche Conteffa Anbrea nnb Angela lasen, waren, wie anfang» erklärt warb, von dem Familienarzt bet ColonuaS geschrieben. Der junge Marchese bezog fich batin auf alle kürzlich stattge­habten traurigen nnb wichtigen Ereignisse, von beneu er annahm, baß fie auch in Celena bereit» bekannt seien, et habe fie aber erst vor wenigen ©tunben burch bie Boten seine» Vater» erfahren. In beut Schreiben

eine Zirkularverfügung erlassen, in der es heißt: »Der Zeichenunterricht, dieser wichtige, für die prak­tische und ästhetische Bildung der Jugend unent­behrliche Lehrgegenstand, findet an unseren höheren Schulen vielfach noch nicht die rechte Pflege, weil es den Lehrern häufig an der richtigen methodischen Führung und den Direktoren und Aussichtsbeamten an der nötigen Sachkenntnis und praktischen Er­fahrung im Zeichnen fehlt. Insbesondere leiden die gymnasialen Anstalten, deren obligatorischer Unter­richt im Zeichnen nur bis Quarta einschließlich reicht, an diesem erheblichen Mangel, obgleich die Zahl der geprüften Zeichenlehrer in stetigem Zunehmen begriffen. Wie langjährige Erfahrung gezeigt hat, ist aber die in der Prüfung erworbene Lehrbefähi­gung allein nicht ausreichend, vielmehr muß eine regelmäßige Ueberwachung des erteilten Unterrichts durch einen Sachverständigen hinzutreten, um das erstrebte Ziel zu erreichen. Es ist daher infrage gekommen, ob es sich nicht empfehlen möchte, eine regelmäßige periodische Beaufsichtigung für diese Art be» technischen Unterrichts ebenso einzurichten, wie dies für das Turnen bereits geschehen ist, nur daß diese Aufsicht nach den einzelnen Provinzen zu glie­dern wäre." Bevor der Minister in der Sache weiter Stellung nehmen will, veranlaßt er die Schul­kollegien, nach Anhörung sachverständiger Direktoren binnen 3 Monaten darüber Vorschläge zu machen, wie diese Beaufsichtigung am geeignetsten einzurichten sein möchte, und auf wie hoch sich die ungefähren Kosten belaufen würden. Dabei giebt er zu beson­derer Erwägung, ob es angezeigt fei, die Aufsicht in die Hände zweier geeigneter Sachverständigen zu legen, von welchen der eine für Freihandzeichen und der andere mehr für gebundenes Zeichnen befähigt wäre, und den Besichtigungsturnus für alle Anstalten der Provinz für etwa 5 Jqhre zu bemeffen. Das Festmahl, welches gestern abend aus Anlaß des achten deutschen Geographentages im Hotel Im­perial stattfand, hatte einen großen Kreis hervor­ragender Männer vereinigt. Die preußische Unter­richtsverwaltung wurde durch ben Staatsminister von Goßler und ben Ministerialdirektor Greiff, bie Militärbehörbe durch General von Struberg ver­treten. Der letztere brachte auch das Kaiserhoch aus, während der vom Profeffor Wagener - Göttingen ge­feierte Minister von Goßler auf den Geographentag toastete. Auf ben vom Professor Kirchhof-Halle den fremden Gästen gewidmeten Trinkspruch, antwortete Professor Richter - Graz mit einem Hoch auf das Ortskomitee, in dessen Namen Profeffor von Richt-

an bie Contessa hieß es westet, daß dem Rate des Arztes zufolge et noch 1u .... bleiben würde, da er aber anuehme, daß feine Verlobte fich baldigst nach Neapel zurückzubegeben wünsche, so ersuche er fie, bie Reise für fie zu ermöglichen nnb für eine geeignete Begleiterin zu sorgen, währeub er feinen Diener nnb einen sicheren Wagen schicken würde, sie und feine Verlobte möchten nur ben Tag der Abreise bestimmen. Schließlich bedauerte er, dieS- mal nicht ihre persönliche Bekanntschaft machen zu können, da die letzten Ereiguiffe ihn sobald wie möglich noch Neapel beriefen, doch würde er dazu die erste Gelegenheit benutzen.

Seiner Verlobten ließ der Marchese hinznfügen, daß er fie sobald wie möglich in Neapel aufsuchen werde und möge fie ihm durch Felerigo Nachricht geben, ob er sie im Kloster Santa Maria ober in bet Villa Jsola finden werde. Et schloß mit der Bitte, um bestimmte Angaben über ihre Abreise von Celena und mit bet Versicherung seiner Freude über Ihre so nahe bevorstehende Wiedervereinigung, wie auch der feiner unwandelbaren Liebe nnb Treue.

Nachdem die Empfängerinnen diese Briefe gelesen und auch Conteffa Beatrice deren Inhalt erfahren, wurden die begehrten Antworten besprochen und nach reiflichem Ueberlegen Angelas nnb ihrer Tante Ab­reise in Begleitung von Josefa auf ben nächstfolgenben Tag fortgesetzt. Zugleich ward beschlossen, die Aebtesfiu von Santa Maria und auch Marcella von den stattgehabteu Eteiguisien zu benachrichtigten und ihnen Angelas und ihrer Tante Ankunft in der Villa Jsola anzuzeigeu.

Und wie bestimmt worden, so geschah die» auch. Gegen abend de» folgenden Tages traf Federigo, stolz daraus, bet Contessa Angelina bie Locarno als Begleiter nnb Beschützer bienenizu sollen, mit einem prächtigen Reifemagen, besten Führer Paolo wat, in Celena ein, nnb in einer späteren Stunde de» daraus- folgendeu MorgeuS traten Angela, ihre Tante nnb Sofefa welche höchst erfreut gewesen, «fiere unter so

Hosen bankte. Die Frauen feierte endlich in lau­niger Rede Dr. von der Steinen. Die nunmehr ausgegebene Präsenzliste weist 476 Namen auf, ba- runtcr 311 Berliner und 41 Damen.

In dem hier tagenden Chirurgen - Kongreß begannen gestern vormittag die Kranken-Vorstellungen im Operations-Saale der Königlichen Klmik, Zicgel- straße, nachdem vor der Tagesordnung Herr Hanau die Uebertragung spontan ausgestandener Carcinome von Tier zu Tier durch Impfung zum Gegenstand eines Vortrages gemacht hatte. Hiernach wurden eine ganze Reihe von Fällen glücklich geheilter Krebse gezeigt. Dr. Fedor Krause - Halle führte geheilte Patienten vor, bei denen in der Volkmann scheu Klinik Zunge und Lippe operiert worden waren. Professor Küster und Geheimer Rat Hahn zeigten gleichartige Krankheitsfälle. Bemerkenswert war bet von Küster vorgestellte Mann, welcher trotz völlig exstirpirter Zunge sich noch verständlich machen konnte; vorher war der Patient schon so verzweifelt gewesen, daß er dem Professor gegenüber erklärte^ wenn bie Operation nicht gelänge, würde er sich erschießen. Dr. Werner Körte, der neugewählte Direktor des Krankenhauses am Urban, präsentierte einen geheilten Kranken, der am Kehlkopfkrebs litt, ebenso Prof, von Bergmann, der außerdem noch eine von Dr. Moritz Schmidt - Frankfurt hierher gesandte Frau den Anwesenden vorstellte. Beide überraschten durch die Verständlichkeit ihrer Sprache. Weitete Demonstrationen betrafen Carcinome an anderen Teilen des Körpers. Die Nachmittags- Sitzung wurde durch Vorträge ausgefüllt.

Weimar, 26. April. Der Kaiser ist heute mittags 12'/, Uhr hier eingetroffen und unter dem Donner der Kanonen, dem Geläute der Glocken und dem Jubel der Bevölkerung in die prachtvoll deko­rierte Stabt eingezogen. Die Vereine, Innungen unb Schulen bildeten Spalier bis zum Schlosse, wo bie Großherzogin den hohen Gast empfing. Der Großherzog war dem Kaiser bis Sulza entgegen­gefahren. Auf die Begrüßungsrede des Ober­bürgermeisters Pabst erwiderte der Kaiser etwa folgendes: Er freue sich sehr, in Weimar zu sein, in der Heimat seiner teueren Großmutter, er habe schon lange gewünscht, die Stabt kennen zu lernen, bie burch ihren Ruhm in Kunst unb Wissen­schaft eine so bevorzugte Stelle in den deutschen Landen einnehme, bie Stadt, bie berufen gewesen sei, die Heimstätte so großer Dichter der Nation zu fein. Der festliche Empfang erfreue ihn, er bitte, der Bürgerschaft seinen Dank auszu- veränderten Lebensveihältnisseu wiederzusehen, bie Fahrt nach Neapel an. Die Verwandten trennten sich als solche, und Angela schied von Celena mit dem von Conteffa Andrea erhaltenen Versprechen, sie in nächster Zeit wo Geschäfte ihre Anwesenheit in Neapel veranlassen wurden, in der Villa Jsola aussucheu zu wollen.

28. Kapitel.

In der Villa Jsola war Freude und wiederum stiller Friede eingezogen. Nach allem Erlebten und Gehörten ging Marcella wie in einem glücklichen Traum umher, aus dem es zu ihrer Beruhigung kein Erwachen gab. Angela und ihre Taute Beatrice, welche letztere die Anstrengungen der verschiedenen Reisen fast überwunden, schloffen sich in gegenseitiger Liede immer festet an einander an, unb freuten sich der fie umgebenbett Ruhe' mtd Stille. Sie waten bereits im Kloster Santa Maria gewesen, und hatten die hochwütdige Aebtisfin nnb Angela auch bie ihr so lange bekannten Nonnen besucht, welche alle sich ihres so glücklichen Wiedersehens gefreut. Erstere hatte ihr dabei auch den schwatzen Kasten eingehändigt um noch durch eigene Anschauung dessen Inhalt kennen zu lernen. Bon ihrem Verlobten hatte Angela noch keine weitete Nachricht erhalten, doch hatte der ältere Marchese bi Colonna Feberigo, welcher auch nach .... zurückgekehrt war, nach der Villa geschickt um sich nach dem Ergehen der Conteffa di Locarno zu erkundigen. Gin WetteteS hatte er nicht sagen lassen, Federigo aber Angela, in welcher er schon feine künftige Herrin sah, mtigeteilt, daß der junge Marchese sich wohl befinde, nnb so bald wie möglich kommen werde.

Angela und ihre Taute befanden sich gegen die Mittagsstunde im Wohnzimmer, deffeu Fenster west geöffnet standen, und die herrlichsten Blumeudüste des Garten» einziehen ließen.

(Fortsetzung folgt.)