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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt ffir dir Kreise Marburg Md Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt

Expedition Mar» 3L — Redaktion, Druck nud Verlag von Joh. L,g. gg($. '

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tÄ WT U Sonnabend, 27, April 1889. gSBSSSS

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Kreisblatt

Ur die Kreise Marburg und Kirchhai« und

Ilt«Ariertes So««tagsbtatt sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

Die Alters- ««d I«valideuverstcher«vg.

Die Osteipause des Reichstages wird ohne Zweifel den Mitgliedern dieser gesetzgebenden Kör­perschaft Gelegenheit bieten, mit ihren Wählern Fühlung bezüglich der Alters- und Invalidenver­sicherung zu nehmen. Längst sind auch die Gegner der Vorlage im Felde, um unter den verschiedensten Gesichtspunkten Stimmung gegen dieselbe zu machen. Bald sind es die Schwierigkeiten der Organisation, bald die angebliche Förderung sozialistischer Ten­denzen durch den Reichszuschuß, woran der Angriff whakt, bald wird, wie von deutschfreisinniger Seite, auf der ganzen Linie vorgegangen und dabei ins­besondere dem Arbeiter einzureden versucht, daß ihm zu wenig geboten werde. Demgegenüber wird es darauf ankommen, auch die andere Seife der Sache in entsprechender Weise zur Geltung zu bringen. In dieser Hinsicht kommt vor allem zweierlei in Betracht. Der in der Beratung des Reichstages Mr in manchen Einzelheiten abgeänderte, aber in feinen Grundlagen beibehaltene Gesetzentwurf ver­folgt den großen Zweck, etwa 12 Mill. Arbeitern die Sicherheit zu gewähren, daß sie bei Invalidität mid Alter vor Not geschützt sind, ohne der öffent­lichen Mildthätigkeit anheimzufallen. Eine dauernde nach den Arbeits- und Lebensverhältnissen abgestufte Rente, welche für die Invaliden mit der Dauer der Versicherung steigt, erfüllt diesen Zweck. Sie ist so bemeffen, daß sie ausreicht, den Rentenem­pfänger vor Not zu schützen, und hat nicht den Charakter eines Geschenkes, sondern eines durch eigene Beiträge wohlverdienten und wohlerworbenen

fNachdrnck verboten.^ Angela.

Erzählung aus vergangenen Tagen.

«Fortsetzung.)

Von einer seltsamen Angst oder einer Art Vor­ahnung erfaßt, nahm sie eiligst auS dem Wandschrank ta Wohnzimmer, daS noch nicht untersucht worden, di« schwarzen Kaste» mit den Fawtlienpapieren, und «ich das dort vorhandene Geld, welches sie zu sich stickte, während sie jenen sicher verbarg.

Im Begriff, sich in die unteren Räume der Villa »begeben, spürte sie zu ihrem Schrecken eine» starke» Rauchgeruch, der auch iu dem Vorzimmer Deiner Mutter war, dessen Thür sie zunächst öffnete. Schnell deren Schlafzimmer betretend, war dies zu ihrem name»- losem Schrecken so dicht mtt Rauch ungefüllt, daß ste kaum de» Schein der Lampe sehe» uud keinen Rrgeustand unterscheiden konnte. Von der furcht- darsten Angst ergriffen, drang sie zum Fruster vor, das sie öffnete, uud zugleich um Hilfe rief. Daun, Evar tu Gefahr zu ersticken, aus Bett tretend, rief ste Deine Mutter uud auch ihr Kammermädchen, er­hielt aber keine Antwort. Bald begann der Rauch stch zu zerteile», u»d »ach Deiner Mutter faffeud, i» sie aafzurichteu, fühlte ste, daß ste starr und steif dalag und zugleich sah ste, daß das Kammermädchen ttr Erde gefalle» und ebenso regungslos war.

lleberzengt, daß beide ohnmächtig geworden, rief ste nochmals um Hilfe. Im selben Augenblick hörte Rt im Hause lauteS Augstgeschrei und von allen Jetten drang daS Wort: »Feuer!* au ihr Ohr. Ihrem Rufe leistete etue Dieueriu Folge, mit der ste die Bewußlloseo nutersuchte, während sich zu- Äeich die Sorge nm Dich geltend machte. Zn ihrem Schrecken fanden ste Deine Mutter uud auch das Mädchen bereits tot, betäubt und erstickt durch "'S Qualm, der während ihres Schlafe» zu ihnen ^drangen war. Dennoch blieb die langjährige Dienerin, um noch Belebungsversuche zu mache» bei

Rechtes, ist mithin nicht mit jenem drückenden Be­wußtsein verbunden, welches die Anrufung der öffent­lichen Armenpflege erzeugt. Der invalide und greise Arbeiter soll seine Rente als sein gutes Recht und mit dem befriedigenden und zufriedenstellenden Ge­fühle eines vorhandenen Rechtsanspruchs beziehen; dabei fallen auch alle politischen Nachteile, Beschrän­kung des Wahlrechts re. fort, welche den Empfänger von Armenunterstützung treffen. Daneben wird der Rentenberechtigte durch den Reichszuschuß, welcher einen Teil seiner Bezüge ausmacht, deutlich daran erinnert, daß das Reich nicht nur der erste Staat ist, welcher sich ein.- so weit gehende Fürsorge für das Wohl der Arbeiter als Aufgabe gestellt hat, sondern daß es den Schutz der Invaliden und Greise der Arbeit vor Mangel als ein wichtiges auch finanziell zu förderndes Interesse des Gemein­wohls, als eine direkte Pflicht der Gesamtheit er­kennt. Diese Ueberzeugung kann nicht verfehlen, die Liebe und das Vertrauen zu dem Reiche und dem Kaiser in den arbeitenden Kreisen zu stärken. Wir sollten meinen, daß gegenüber von Zielen von solcher sozialen und politischen Bedeutung die Be­denken gegen die Vorlage zurücktreten müßten.

Deutsches Keich.

Berlin, 25. April. Bei dem Diner, welches gestern zur Feier des 200jährigen Bestehens des 1. Brandenburgischen Dragonerregiments Nr. 2 in Schwedt stattfand, brachte der Regimentskommandeur, Oberstleutnant v. Kotze, den nachstehenden Trink­spruch aus: „Durch die Gnade Sr. Majestät, unseres hochseligen Kaisers Wilhelm I., feiern wir heute das 200jährige Bestehen unseres Regiments. Blicken wir auf diesen langen Zeitraum unserer ruhmreichen Geschichte zurück, so können wir mit Recht stolz darauf sein. Fast auf allen Schlacht­feldern, welche die brandenburg-preußische Geschichte seit den letzten zwei Jahrhunderten aufzählt, ist unser Regiment dabei gewesen, und immer ruhmvoll und fast immer glücklich! Von dem spanischen Erbfolgekriege an bis zu den Schlachten des letzten französischen Krieges, immer hat es unser Regiment verstanden, neue Lorbeeren den alten hinzuzufügen. Eine so ruhmvolle Vergangenheit legt uns, der lebenden Generation, eine große Verpflichtung auf, die Verpflichtung, sobald der König ruft, unseres Regimentes Geschichte mit blutigen Lettern in der­selben Weise fortzuführen, wie bisher, — immer mutvoll — und, will's Gott, glücklich! Ew. Majestät haben heute so unendlich viel Beweise der Gnade

ihnen, während die Gesellschafterin sich entfernte, um, wenn möglich, Dein Leben zn retten.

Unterdes hatte das Feuer sich einen Weg ge» bahnt und fing an, sich auszndehne». Von Schreck.m erfaßt, riesen und schriee» im Hause die Menschen durcheinander und forderten sich gegenseitig zur Hilfe auf. Diese aber konnte nicht ausretchen und ks wurden Boten zur Stadt geschickt, um Löschmann­schaften zu holen.

lleberzengt, daß ste Deiner Mutter keine Hilfe mehr zu leisten vermochte, »ahm die treue Gesell­schafterin Abschied von ihr fürs Leben und eilte daun in ihr Zimmer, daS sich auch schon mit Rauch zu fülle» begann. Dich fest schlafend ans dem Bette nehmend, hüllte sie Dich sorgfältig ein, sich selbst in einen weste» Mantel, in besten Taschen sie den schwarzen Kasten und ein Packet eigener wertvoller Papiere barg, band noch ein Tuch um den Kopf und verließ mit Dir dar brennende Haus. Ungesehen erreichte sie den Garten, wo die Dunkelheit wie die dichten Baumgruppeu sie bargen und hier hörte sie zu ihrer Ueberraschung die Stimme deS Vetters Deine» BaterS, der auf der Landstraße mtt einem anderen Manne sprach. Seit der über die Familie gekommenen UuglückSzeit hatte ste die Ueberzeugung gehabt, daß er nicht eher rnheu werde, als bis alle Mitglieder derselben dem Tode anheim gefallen, uw sich daS noch vorhandene Vermögen avzueigue» uud da jetzt nur noch Du zwischen ihm und demselbeu staubest, fürchtete sie, daß auch Dich seinerseits ein verhängnisvolles Geschick treffen könne. Diese Sorge war gewiß übertrieben, allein die treue Freundin der Familie stand bereits in gereistem Alter uud war vielleicht ängstlicher Natur, kein Wunder also, wenn sie schwärzer sah als nötig war.

Zu ihrer Erleichteruug schritten beide Männer die Landstraße entlang, sie aber verließ eiligst den Garten und die Gegend kennend, suchte sie auf Um­wegen die klerue Stadt.... zu erreichen, wo ihre Verwandte — Deine kürzlich verstorbene Tante

für uns gehabt, vor allen Dingen uns so hoch erfreut durch die Verleihung Allerhöchstihrcs Bildes, sodaß meine schwachen Worte nicht ausreichen, um den Dank, den ich gerne ausdrücken möchte, wirklich bekennen zu können. Gestatten mir nur hierdurch Ew. Majestät, unser Aller Gesinnung dahin auszu­sprechen, daß, wenn Ew. Majestät uns rufen, wir drauf gehen wie unsere Vorfahren. Nun, meine Herren, ergreifen wir jetzt das Glas und stimmen wir ein in den Ruf, der uns immer der liebste ist: Se. Majestät der Kaiser und König, unser oberster allergnädigster Kriegsherr, Er lebe hoch! und nochmals hoch! und zum dritten Male hoch!" Se. Majestät der Kaiser und König dankte durch folgenden, dem seine Jubelfeier begehenden Regiment und seinem hohen Chef gewidmeten Trinkspruch: Zweihundert Jahre sind in unserer rasch lebenden Zeit eine lange Spanne. Wenn Ich überblicke, was in den 200 Jahren das Regiment durchgemacht hat, so kann Ich nur hier erklären, daß nicht ein Tag in diesen 200 Jahren der Geschichte dieses Regiments uner­wähnt bleiben darf. Ich nenne unter allen den Ehrentagen, die das Regiment unter der Führung Meiner Vorfahren erlebt hat, den einen Tag, den Tag bei Collin. Der schwere Schlag, der den großen König traf, wurde gemildert durch die sieg­reiche That gerade dieses Regiments, welches als das einzige Regiment der Armee im Stande war, besondere Erfolge zu erringen, so daß es mit fünf feindlichen Fahnen vor der Front deS Lagers unter der persönlichen Anführung des Königs dem ganzen Heere als Muster der Tapferkeit vorgeführt werden konnte. Nun, Meine Herren, die Traditionen, die in dem Regiment gepflegt wurden, hat das Regiment hochgeehrt und stets durchgeführt bis zu der schweren Zeit, wo Unsere ganze Armee zusammenbrach. Nichtsdestoweniger, wie der Phönix sich verjüngt, so hat auch dieses Regiment es verstanden aus der Asche des Vergangenen neu emporsteigend, wiederum neue Lorbeeren für fein Königshaus zu sammeln und um feine Standarte zu flechten. Ich spreche hiermit den Dank dem Regimente aus und Denen, die in demselben gestanden und für dasselbe gesorgt und seinen Geist gepflegt haben, für alles Das, was sie gethan haben. Ich vertraue fest darauf, daß Unsere märkischen Söhne stets denselben alten brandenburgischen Geist bewahren werden, und in dem Momente, wo cs gilt, sich zu bewähren, dem Regiment wiederum Ehre einlegen helfen werden. Das Regiment hat aber auch durch seine Chefs lange Jahre hindurch mit Meinem Hause eng zu-

ähffanbta — wohnte. Di.s glückte ihr auch »ach mancher Bcschwerde und großer Sorge um Dich. Da sie eint» Teil des Weges auf einem Holzwagen zuiücklegen konnte, dessen Besitzer fie gegen eine Ver­gütung mttnahm, so kam fie früh am Morgen in ..... wo ihre Verwandte nicht wenig überrascht war, sie und ihren Schützling zu so uugewöhulicher Zeit und in so seltsamem Aufzug zu sehe», an. Sie teilte ibr eiligst »nb noch ganz ergriffen von ihre» Erlebnissen mit, was sich zngetrage» nnb Signora Manfredi erklärte sich sogleich bereit, ihr den auch für Dich gewünschten Ansenihall zu geben nnb für ihre rote Deine Sicherheit zu sorge» l

»Also auf biese Weise bin ich in bie Hände meiner guten Tante Alessandra gekommen?* fragte Angela, welche mit sichtlicher Erregung zugehört.

»Ja, mein teures Kind und ich werde Dir gleich das weitere auf die Freundin Deiner verstorbene» Mutter bezügliche berichte»*, erwiderte die Contessa. »DaS Schicksal der Villa »ud ihrer Bewohner ließ diese nicht ruhen und da ste von dem Conte bi Locarno, der sich möglicherweise dort anfhiell, nicht gesehen sei» wollte nnb bürste, so schlug ihre Ver. wanbte, welche ntemanb in der Umgegend kannte, ihr vor, fich dorthin zu begeben, was fie auch schon nach einigen Tage» that. Die Nachrichten, welche sie heimbrachte, waren ttantiger Art. Da keine recht­zeitige Hilfe gekommen, war das Gebäude fast gänz. lich niedergebraunt und wie man ihr unter großem Bedauern gesagt, sei die kranke Contessa di Locarno, ihre kleine Tockter, die Miere Gesellschafterin und daS Kammermädchen, nachdem alle durch den furcht- baren Rauch erstickt, ebenfalls von dem Feuer ver­zehrt. Der noch lebende Eonte di Locarno, wie ihr von einem beim Abräumen des Schuttes befchäfttgt gewesener Arbeiter gesagt worden, habe alle» anfge- boten, fie zu retten oder wenigstens ihre Leichen in Sicherheit zu bringen, doch feien alle feine Be­mühungen vergeblich gewesen.

Da auch Du tot geglaubt wurdest, machte der

sammengehangen bis zu seinem jetzigen Chef. Das Regiment möge sich freuen und stolz auf die Ehre sein, den Feldmarschall Prinzen Albrecht an seiner Spitze zu sehen. Ich freue Mich, daß Ich daS hiermit aussprechen darf. Ich weiß, in wie warmer, inniger Teilnahme der Prinz für das Regiment denkt und handelt, und wie oft Mir der Name des Regiments aus seinem Munde entgegen geklungen ist. Ich fordere Sie nunmehr auf, mit Mir die Gläser zu erheben in dem Sinne: Alt ihr Panier, alt ihre Ehr', jung ihre Herzen und schneidig ihre Wehr! Das Regiment und sein hoher Ches, fie leben hoch! und nochmals hoch! und zum dritten male hoch! — Die „Nationalzeitung" meldet ver­bürgt, der Landtag werde am 30. April, an welchem Tage er seine Arbeiten wieder aufnimmt, geschlossen werden. — Der amerikanische Gesandte Pendleton überreichte heute nachmittag dem Kaiser fein Ab­berufungsschreiben. Die Geschäfte führt bis auf weiteres der erste Legationssekretär Coleman. —- Zur Angelegenheit des Hofpredigers Stöcker erfahren die offiziösen „B. N. N.", daß der Kaiser selbst einen Brief an den Oberkirchenrat gerichtet Habs! Stöcker war anfänglich entschloffen, sein Amt als Hofprediger niederzulegen, um der politischen Thätigt feit treu zu bleiben. Gras Waldersee hat besonders eifrig auf Herrn Stöcker gewirkt, um ihn zu einet anderen Entschließung zu bewegen. Infolge dieser und einer anderen, von sehr hoher Seite kommenden Intervention entschied fich Herr Stöcker, die politische Arena zu verlassen und in seinem geistlichen Amte zu bleiben. Aehnlich meldet die „Germania": Wie uns von zuverlässiger Seite gemeldet wird, hat Herr Hofprediger Stöcker in der That seine Dienstent­lassung als Hof- und Domprediger eingereicht, wie er es bereits vor zwei Jahren in Aussicht gestellt hatte. Von hochstehender Seite wurde aber der Demissionär zur Beibehaltung seines Amtes be­stimmt, und am Charfreitag darauf wohnte die kaiserliche Familie im Dome der Predigt Stöckers bei, der bann kurz darauf die Reise nach Süden antrat, nach welcher er sich in der That „vorläufig" der politischen Agitation enthalten wird, ohne seiner Thätigkeit in christlich-sozialen Vereinen und Ver­sammlungen zu entsagen. Stöcker wollte also fein früheres Wort ursprünglich einlösen, ließ sich dann aber zum ferneren Verbleiben tm Amte bestimmen.

— Die Prüfung zur Ernennung der Reserveoffiziere findet bekanntlich jetzt nicht mehr am Schlüsse des aktiven Dienstjahres der Einjährig - Freiwilligen, sondern am Ende der ersten achtwöchentlichen Hebung Conte bi Locarno für fich, feine Schwester und auch für mich Erbrechte an ben Nachlaß Seiner Eltern, ber wie ich Dir bereits gesagt, nicht bebrütend war, geltend, nnb diese konnten nicht bestrttten werden. Ebenfalls ward er zum Verwalter meines Vermögen» ernannt, von welchem er jedoch der betreffenden Be­hörde Rechenschaft zu geben hatte. Dadurch auch lernte er Stgnor Vitali kennen und blieb während langen Jahren i» Geschäftsverbindung mit ihm. Ihn hat rechtzeitig ein so schneller Tob ereilt, sonst hätte er wohl jetzt noch frühere Thaten büße» müssen!•

Eine längere Pause folgte biefen Worten, während welcher, ergriffen von allen Erinnerungen, die Contessa sich gegen das Sofa lehnte, Angela aber in ernstem Nachdenken dasaß. Einer Bemerkung von dieser zuvorkommend, richtete sich erstere jedoch wieder auf und sagte:

»Wie Deine Kindheit und Jugend in der Billa .^"flössen, Augela, ist Dir genugsam bekannt, laß mich Dir aber noch das erzählen, was jensett» Deiner Erinnerungen liegt, Du freilich auch in bex Papieren heS Kasten» lesen kannst. Daß Deine Retterin Deine Mutter nicht lange überlebt, habe ich Dir bereits gesagt, obgleich fie bei Signora Manfredi in behaglicher Ruhe gelebt.

AIS sie ihren Tod nahen fühlte, übergab fie dieser für Dich den schwarze» Katzen und thr kleine» Vermögen, nnb Signora Alessandra gelobte ihr. Dich gleich einer Mutter zu lieben und wie eine folfce für Dich zu sorgen. Daß sie Wort gehalten, weiß ich--*

»Und von ganzem Herze» habe ich diese Liebe erwidert!" rief unter Thräneu Angela, »und ihreu Verlust so tief und schmerzlich betrauert. Aber fahre fort, teure Tante--•

»Einige Jahre nach dem Tode der Freuudix Deiner Mutter", berichtete die Contessa weiter, „fiel Signora Manfredi durch Erbschaft die Villa Jsolx bei Neapel zu, nud da auch ein Verwandter von ihr in biefer Stadt wohnte, zog fie e» vor, mit Dir, bk