Illustriertes Sonntagsvlatt
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Posen, 15. April. Der Kaiser hat an den Oberpräsidenten Grafen Zedlitz-Trützschler nachstehende Mitteilung gelangen lassen: „Da aus militärischen Gründen die West-Enceinte nicht fallen kann, habe ich befohlen, daß bis auf ein Kilometer vom Hauptwall das Rayongesetz im Westen der Stadt aufgehoben werde. Es kann daher dort oben mit Bauten nach jeder Richtung angefangen werden." Der Kaiser spricht am Schluffe seine Freude aus, daß damit der Stadt Posen geholfen werde. Es sind bereits Anordnungen getroffen wegen baldigen Zusammentritts der Kommission zur Prüfung der zulässigen Schritte behufs Berbefferung der Vorflutverhältniffe in und bei Posen.
Oldenburg. 15. April. Bei der gestrigen Tafel toastete der Großherzog auf den Kaiser. Der Kaiser dankte für die herzliche Aufnahme, sprach seine Freude über die von der Bevölkerung kundgegebenen patriotischen Gefühle aus und schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Großherzog. Der Kaiser ist heute vormittag halb 10 Uhr nach Wilhelmshaven abgereift.
Wilhelmshaven, 15. April. Der Kaiser traf um 12 Uhr Mittags mit Gefolge (darunter auch Maler Salzmann) hier ein. Er wurde am Bahnhofe von der Admiralität, von dem Offizierkorps, dem Oberpräsidenten v. Bennigsen, dem Regierungspräsidenten v. Colmar und den Spitzen der Behörden empfangen.
München, 15. April. Ein Handschreiben des Prinz - Regenten an den Kultusminister v. Lutz inbezug auf das Memorandum der Bischöfe lautet: „Ich habe von Ihrer ebenso gründlichen als gediegenen Berichterstattung mit größtem Interesse Kenntnis genommen und spreche Ihnen für die treue Bedachtnahme der Rechte der Krone, sowie über die unbeschadet dieser Rechte den Wünschen der Bischöfe entgegengebrachte konziliante Gesinnung meine vollste Anerkennung aus. Mit sämtlichen Vorschlägen einverstanden, erteile ich dem vorgelegten Entwürfe der Entschließung meine Genehmigung." — Die „Allgern. Zeitung" glaubt versichern zu können, daß die bayrische Regierung der jüngsten maßlosen Auslassung des .Moniteur de Rome" über die Beantwortung des Memorandums der bayrischen Bischöfe kein Beachtung erheischendes Gewicht beilegt, da der „Moniteur" die Eigenschaft eines offiziösen Organes des Vatikans zweifellos längst verloren habe.
ike. Ettefi
Erzählung a»S vergangenen Lagen. «Fortsetzung.)
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AcchM Ikilum
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain.
____________________ Expedition? Markt 81. — Redaktion, Druck und Verlag von Iah. U,g. foQ
ler Kaiserin Augusta nicht beiwohnen. — Die .^ordd. Allg. Ztg." schreibt: In einem Börscn- fatte, dessen Beziehungen zu gewissen hohen Finanz- trifen natürliche und offenkundige sind, tauchten vor drzem Gerüchte auf über angeblich beabsichtigte krsonal - Veränderungen im Hofstaate des Kaisers, ie ausfälliger Weise auch in polittschen Zeitungen mstlich besprochen worden sind. Der Vorgang riimert an die Nachrichten, welche vor einiger Zeit in Veränderungen in hohen militärischen Stellungen l Umlauf gesetzt wurden und die sich bald darauf ls vollständig unbegründet erwiesen. Ob die Hinter- länner des Börsenblattes ihre falschen Nachrichten i ballon d’essai lanciert oder ob sie damit ihrer eiftimmung über zu geringes Entgegenkommen "sdruck gegeben haben, möge dahingestellt bleiben, llr können uns damit begnügen, dem grundlosen fcrebe und Geschreibe durch die kurze Erklärung v Ende zu machen, daß von Veränderungen im ^etlichen Hofstaate an maßgebender Stelle über- topt niemals die Rede gewesen ist.
Aentlches Leich.
Berlin, 15. April. Der „Rcichsanzeiger" publi- jiert das Sekundärbahnge'etz. — Der „Post" zufolge wrd die Konferenz wegen Samoas am 1. Mai hier zusammentreten; Deutschland werde darauf Mihrscheinlich durch den Staatsminister Graf Herbert M Bismarck und den Geheimen Legationsrat firauel vertreten sein und auch den Vorsitz führen, da die Konferenz auf deutschem Boden stattfinde. — Der .Polit. Korr." zufolge erachtet man in türkischen «mtlichon Kreisen in Konstantinopel den eine Zeit lang zweifelhaft gewordenen Besuch des deutschen Kaisers beim Sultan nunmehr auf Grund Berliner Berichte wieder für sehr wahrscheinlich. Man versteche sich von diesem Besuche bedeutsame politische Rückwirkungen. Demgemäß werde auch der Empfang des deutschen Kaisers am türkischen Hose schon iußerlich die hohe Wertschätzung des Sultans für
abzw . .vs ist flut-, nnteiorocv wn rnrz und scharf bei [258» T^chese nnb weinte, feinen Diener damit zn ent» h, ’WJ.Jbod) begann dieser nochmals:
»Er hat nns auch erzählt, was sich diesen Morgen
Kaiser Wilhelm II. dokumentieren, wofür übrigens die traditionelle türkische Gastlichkeit bürge. Weit zrößere Wirkung aber, als von dem äußerlichen £2039 Prunke, versprechen sich die türkischen Staatsmänner ton der offenen und aufrichtigen Freundschaft, welche der Sultan für Deutschland und seinen Herrscher hege und welche er gewiß auch zu Tage treten dssen werde. — Die Kaiserin ist, wie der.Reichs- £ mzeiger" im nichtamtlichen Teile mitteilt, durch tine Erkältung genötigt, das Zimmer zu hüten und Ptrar turnte daher gestern der Einsegnungsfeier in der tiitU» Haupt-Kadettenanstalt, sowie dem Familiendmer bei
TröAnitg.
Du schaust mich an wehmütig, Eo lieb, so mitleidsvoll, Du schauest ernst und gütig, Dir hegt ich niemals Groll.
Du hast mich nie verraten, Mir nie gebrochen Treu, Du hast mir niemals Schaden Und nie verursacht Reu.
Du hast mir nicht geheuchelt, Gelogen Freundschaft nicht, Mit süßem Wort gestreichelt, Wie mancher andre Wicht.
Du mahnst mich nicht an Schulden, Und bist so lieb und gut, Du hast mich lernen dulden Der argen Gläub'ger Wut.
Wenn stürmende ©etoitter Mich je umtosten hier, Dann neigtest Du wohl bitter Dein Haupt, zum Tröste mir. Du sangst mir dann verständig Vom Wankelmut der Welt, Daß alles wetterwendig Um Ehre, Ruhm und Geld.
Ich jetzt zum Dank mich mahne: Ich küßt' Dich gern, doch achl Du alte Wetterfahne Stehst auf des Nachbars Dach.
W. Zöll
Anzeigen nimmt ertgeyc* He Expedition b Blatte», ~
Haasenstein und Vogler
inFrmcksnrtLÄ.,Berlin,*MünAnuJtK*; XXIV. Jahrgang.
Daube tu Co. m Frankfurt a. BL, Berlin, Hannover.'«aria.
mühten, da- Fenn zu lösch !' w!s ibuen^n^nb». «L "" Staunen nnb Ueberraschnng las. weitere Hilfe gelungm ist!" ' U<S1 ®nbe Abkommen, starrte er lange
.Und der SonteV fragte her Marchese f ?nb fa0tc;
ZZMWWMWWM Leben ein Ende gemacht" «-«««s-inem angenommen, und er wäre Locarno nicht so verderb. b«ÄTuis' 'sä w
Marchese: ’ 1 8 toe9CH beruhigte I nahe genug berührt?" und uachdeukend stützte er da»
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noch nicht lesen kaunl" 9 ® biegen I sein Zustands erlaubte, nach Neapel zuruckzuführeu,
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AaslavS.
Wien, 15. April. Gegenüber den beunruhigen- tn der Wohnuu i des Conte zugetrageu, was traurig und schrecklich genug ist!"
»Was ist dort geschehen S" fragte der Marchese nnb wußte wieder an seinen Sohu denken, von dem er zwar wußte, daß er in einem Hospital lag.
.Erstens ist schon bet Conte vor mehreren Stunden gestorben", erwiderte Philippa, welcher deshalb be- onders feinen Bekannten Giacamo beklagte, der dadurch einen guten Dienst verlor.
»Der Conte ist gestorben ?" wiederholte überrascht der Marchese, nnb unwillkürlich mußte er an einen Selbstmord denken.
P^lippo berichtete nun so kurz wie möglich von der Ankunft des Boten mit einem Brief aus Celena und wie der Conte Giacoma beauftragt, fich feiner auznnehmeu, bis er die Antwort an feine Schwester geschrieben, die dieser überbringen sollte. AIS er und die alte HanShüteriu dies gethan, und fie eben »eint Frühstück gesessen, hätten sie im Arbeitszimmer >eS Conte einen lauten Hülfernf nnb gleich darauf einen schweren Fall gehört. Er nnb bet Bote seien sineiugestürzt und hätten den Conte regungslos in »er Nähe der Thür am Fußboden gefunden, während ein kleiner Tisch und der Fußboden tn Hellen Flammen gestanden.
.In Flammen?" fragte langsam der Marchese. .Wie aber mochten diese entstanden sein?"
„Giacomo meint, der Conte muß, waS er oft gethan, Briefe verbrannt haben, denn er hat in einer auf dem Tisch noch vorhanden gewesenen eisernen Schale verkohlte Papierreste gefunden. Er wird mit dem Spiritus nicht vorfichttg gewesen fein und o das Unglück selbst verschuldet haben. Auch hat Giacomo die zersprungene Flasche auf dem Fußboden gefunden--*
.Ist der Eoute verbrannt?" fragte »ach momentaner Pause der Marchese.
„Nein, glücklicherweise hat das Feuer ihn nicht erreicht", antwortete Philippa. .Sobald Giacomo und der Bote ihn erblickt, haben fie ihn in eta anderes
j!" jungen deutscher uiw französischer Blätter I selben verlangten Leistungen, ferner Bestimmungen authentisch mitqeiettt da^die"" nnrb ü6er die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Aufsicht Schmerzen tragg-b-r und Dienstmann, sowie Strafbestimmungen
märtgen Gerucht^sind unbegrünb«.
gestern von den B arnten L b«°bscht-det- sich preise mit dem 1. April zu Stande gekommen und leiteten FsttammiEe^ m« des seither von ihm ge- auch die Kgl. Salinenverwaltung zu Sooden bet brem n«enM>-?^7/ worauf letztere tot Allendorf an der Weser, welche für hiesigen Platz tonnte die hauv säckllckst ° Dieser hauptsächlich inbetrachtkommt, dieser Konvention bei-
Löiuna 4 r ^Irei$en ihrer getreten ist. Dieselbe hat eine Erhöhung ihrer Preise
fe‘?le Schaffung einer um 40 Pfennige per 100 Pfund vom 1 April c sää »a äs
9nm«rre ^nh 99tP?-‘ U Boulangistenführer von 10 Pfg. L 100 Pfd. bei Abnahme von 1000 ? Hbrtssö das gestrige Bankett in Zentner tn Wegfall kommt. Es steht zu hoffen, hLren non^ ^en. wurde der Wagen, worin sie daß diese Preisverschiebung im Engros-Berkause i« Ja s Ö L Polizeikommiffär angehalten und Detail - Verkehr für den Konsumenten ohne Ruck-
nach der Mame gebracht. Eine große Menschen- Wirkung bleiben wird.
Mtttä/2» ?^n •bem SBa9en- Die dem Marburg, 16. April. Die Schutzmannschaft
Milttarposten vor der Maine angehörenden Sol- h'esiger Stadt wurde dieser Tage um 1 Monn
Daten pflanzten die Bajonette auf, um die Menge verstärkt und mit der probeweisen Versetzung dieser von emem weiteren Vorgehen abzuhalten. Die De-[Stelle Sergeant Menge! vom 80. Jnfanterie- putterten protestierten gegen die ihnen widerfahrene Regiment beauftragt. Die Zahl der Schutzleute ist Behandlung und wiesen auf ihre Unverletzlichkeit damit auf 8 gestiegen. P
ohne o?hXenein®rrotofDfn^faffen/ ~ Monat April hat seines wankelmütigen
mar — X ( ) r ausgenommen worden Wetters wegen eine reiche Anzahl von Wetter- und den ‘ 2ßobnunfletF üönl °S£r Bauernregeln, trifft die eine nicht ein, wirds vielleicht
E^^^£des^engl,scheu Generalkonsuls, Hawer. \ nasser April verspricht der Früchte viel. — Wenn SpirMt _ --------------- ffch ein Rabe am Georgi im Korn oder eine Krähe
Marbnra is m m dem Weizenfeld verbergen kann, so folgt ein gutes
KreLes^nt lt ta vom" "L7 Ä 7, mcht°mag?das
“ Dom 11 -u‘ai d. Zs. in steckt der Mai in’n Sack. — reitiaer im Anril inpLp Sr b“ D'enstmannswesen hiesiger Stadt I die Schlehe blüht, um so früher ^ um ^ak^bi die
Einsckluü einer nT 8e9en“tor dem Publikum, mit I soll einen trockenen Sommer geben. — Herrenqunst —^ur aIte don den- Aprllenwetter, Frauenlieb' und Rosenblätter, Würfel-
Mttou2</j«L M bat Postämtern IM 50 Pfg. (Jrft Iß,
‘Wfes Mt tfar U Mittwoch, 17. April 1889.