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Illustriertes Sonntagsblatt.

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.Scvou heüte?' fragte überrascht Angela. »Ich meinte, sie sei krank--*

»Ihr Leiden ist oft gegen Abend erträglicher, entgegnete ausweichend die Kammerfrau. »Ich werde Sie holen* und das Gerät vom Mittagsmahl ausnehmend, entfernte fie sich wieder, während in einiger Aufregung über bte so baldige, von der Conteffa gewünschte Zusammenkunft, Angela zurück, blieb. Zur genannten Zeit erschien ebenfalls Francesca, und ohne Zögern folgte fie ihr. Sie gingen die Treppe hinab durch die geräumige Borhalle uud in ein mit altertümlichen Mobilien auSgestatteteS Bor. zimmer, wo Francesca eine Flügelthür öffnend, fie allein in ein eben solches größeres Wohngemach treten liefe, unb fie sich der Conteffa di Locarno Gegenüber befanb, welche auf einem Sopha ruhete. Sie mochte bsS fünfzigste Lebensjahr erreicht haben, und hatten ihre dunklen Augen uud wenig schönen Gefichiszüge einen kalt-strengen, stolzen Ausdruck. Jetzt aber verriete» letztere Neugier und Spannung, während fie Angela forschend nud prüfend ansah. Sie wollte sich offenbar überzeugen, ob ihre Ver- trante und Kammerfrau ihr recht berichtet uud das ihrer Obhut einstweilen anvertraute junge Mädchen eine Aehnlichkeit mit Personen besafe, deren Erinnerung fie nur zu gern von sich abwehrte. Francesca ober hatte ihr nickt zu viel gesagt und einen Moment die Faflnng verlierend, schien fie hastig eine Frage hervor, stoßen zu wollen, beherrschte sich jedoch eben so schnell nnb sagte, auf einen in einiger Entfernung vor ihr stehenden Stuhl deutend, in strengem und zugleich geringschötzendem Ton:

»Nehmen Sie dort Platz, mein Kind, denn ich habe mit Ihnen zu sprechen!'

Angela fühlte sich durch diese Behandlung ver­letzt, entsckloffeu aber, ihre Ruhe uud Faffuug zu bewahre», kam fie der Aufforderung nach. Dabei heftete sie ben Blick anf bte Contessa, welche ihrer­seits sich anstrengte, ihre Erregung zu verberge» und mit scharfer, wenig sympathischer Stimme ihr vor-

das Ministerium der Finanzen, Gherassi der Justiz, Pencesco der Domänen, Lahovary des Aeußeren, Bocresco des Unterrichts. Ein Arbeitsminister ist noch nicht ernannt. Bocresco ist liberal, die übrigen sind liberal - konservativ. Das Portefeuille für die Arbeiten ist gleichfalls einem Liberalen Vorbehalten.

Deutsches Leich.

Berlin, 11. April. Der Kaiser hat sein cheinen zu dem am 7. Juli in Witten (Kreis ochurn) stattfindenden westfälischen Krieger- erbandsfeste der Kaiser ist Protektor des erbandes in Aussicht gestellt. Die Dauer des fenthaltes ist auf vier Stunden festgesetzt. er bisherige Kriegsminister, General der Infanterie ronsart v. Schellendorff, empfing gestern aus Anlaß seines Rücktrittes von seinem bisherigen Posten eine große Anzahl von Besuchen; darunter namentlich viele der hier beglaubigten Militärbevoll­mächtigten. Am nächsten Sonnabend wird er, wie verlautet, sich zur Kur nach Karlsbad begeben. Einer kaiserlichen Kabinettsordre zufolge haben sämt­liche Osfiziere des 11 Armeekorps, sowie das Offi­zierkorps der zweiten Gardedragoner drei Tage lang Trauer um den General Schlotheiin anzulegen. Der Beisetzungsfeier des Verstorbenen hat eine Deputation der zweiten Gardedragoner beizuwohnen. Eine weitere Kabinettsordre vom 9. April bestimmt, daß zu Ehren des Andenkens an den Generalstabsarzt Lauer die Mitglieder des Sanitätsoffizieikorps drei Tage Trauer anzulegen haben. Der .Post" zu­folge ist die Vermählung des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen mit dcr Prinzessin Luise Sophie von Schleswig - Holstein auf den 24. Juni dieses Jahres festgesetzt. Die Prinzessin trifft am 21. Juni rm Schlosse Bellevue ein, von wo aus die feierliche Einholung am 22. Juni stattfindet. Die »Berl. Pol. Nachi." schreiben:Die Einkommen­steuervorlage dürfte, wie in parlamentarischen Kreisen angenommen wird, den Mitgliedern des Abgeord­netenhauses während der Osterpause zugehen und bald nach dem Wiederbeginn der Sitzungen zur ersten Beratung gestellt werden können. Man be­absichtigt zunächst am 30. d. Mts. und 1. Mai d. I. die vorliegenden kleinen Geschäfte zu erledigen, dann den Rest der Woche den Fraktionen zur Beratung -der Einkommensteuervorlage frei zu lasten und am |6. Mai die erste Lesung der letzteren zu beginnen. Man würde aber mit der Annahme fehlgehen, daß die Einkommensteuervorlage der einzige Gesetzentwurf von Bedeutung ist, welcher den Landtag noch be­schäftigen soll. Denn es ist mit Sicherheit zu er-

Ausland.

Wien, 11. April. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses legte die Regierung den

die noch im Umlaufe befindlichen 4prozentigen Stadt- Obligationen, über 121 Millionen Mark betragend, in 3V,prozemige Stadt-Obligationen zu konvertieren.

Ueber die Krankenversicherung der Arbeiter im Jahre 1887 teilt das neueste leichsstatistische Monatsheft folgendes mit: Die Zahl der Kranken­kasten betrug am Jahresschlüsse insgesamt 19 574 gegen 19 238 am Schlüsse des Jahres 1886 und 18776 am Schlüsse des Jahres 1885. Die Ge­meindekrankenversicherung war hieran mit 7343 (1886 7170, 1885 7024) Kasten beteiligt: Orts­krankenkasten waren 3754 (3738, 3693) vorhanden, Betriebskrankenkasten 5724 (5615, 5473), Bau­krankenkassen 99 (105, 83), Jnnungskrankenkasten 350 (288, 224), Eingeschr. Hilfskasten 1838 (1843, 1805) und landesrechtliche Hilfskasten 466 (479, 474). Die Zahl der Mitglieder betrug am Jahres­schlüsse insgesamt 4 842 226 gegen 4 570 087 unb 4 294173 in den Vorjahren. Davon kommen 1909 046 (1 701 305, 1 534 888) auf die Orts­krankenkassen , 1374 683 (1314216, 1261200) auf die Betriebskrankenkassen, 727 127 (731943, 730 722) auf die Eingeschriebenen Hilfskasten, 628 985 (629 069, 586 584) auf die Gemeinde- kranken-Versicherung, 143 374 (148 644, 143 785) auf die landesrechtlichen Hilfskasten, 41 700 (32 013, 24 879) auf die Jnnungskrankenkasten und 17 311 (12 897, 12115) auf die Baukrankenkasten. Die größte absolute Zunahme zeigen also die Orts- und die Betriebskrankenkassen, die größte relative die Jnnungskrankenkast°n. Die Zahl der Krankheitsfälle betrug während des Jahres 1887 1 738 906, die der Krankheitstage 27 012 705. Die gesamten Einnahmen bezifferten sich auf 78 928 281 Mk, die Ausgaben auf 61 068 262 Mk. Von den Ausgaben entfallen auf Krankheitskosten 55 202 066, und zwar auf ärztliche Behandlung und Arznei 19 614 248, auf Krankengeld, Unterstützungen an Wöchnerinnen und Sterbegeld 29 795 318 Mk. und auf Ver­pflegungskosten an Anstalten 5 792 500 Mk. Das Vermögen der Kasten belief sich am Jahresschlüsse aus 3 089102 Mark Stammvermögen und 38 521 688 Mk. Reservefonds. Ueber die Hälfte des gesamten Reservefonds (19 420138 Mk) ent» ällt auf die Betriebskrankenkassen; die Ortskranken­kasten hatten 10 640 427 Mk, die Eingeschriebenen Hilfskassen 5 435 337 Mk. Reservefonds.

Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches vor. Der Antrag des Prinzen Lichtenstein, betreffend die Teil­nahme Oesterreichs an der internationalen Konferenz in der Schweiz zur Regelung der Arbeiterschutz­gesetzgebung wurde einstimmig angenommen. Das Gesetz, betreffend das Rekrutenkontingent für 1889 wurde ohne Debatte erledigt. Der Landesver­teidigungsminister teilte mit, der Kaiser habe das Wehrgesetz sanktioniert.

Pest, 12. April. Das »Amtsblatt" veröffentlicht die Enthebung der Minister Graf Szechenyi und von Fabiny von ihren Aemtern, sowie die Enthebung Tiszas von der provisorischen Leitung des Finanz­ministeriums und gleichzeitig die Ernennung des Grafen Julius Szapary zum Handelsminister, Alexander Wekerles zum Finanzminister und Desider Szilagyis zum Justizminister. Die gesamte Presse begrüßt, ohne Partelunterschied, das neue Kabinett sehr sympathisch.

Rom, 11. April. Anläßlich seines heutigen Namenstages empfing Papst Leo mittags die Glück­wünsche der Kardinäle und Prälaten. Ansprachen und Reden wurden dabei nicht gehalten. Dem Vernehmen nach wird der Zar den Bischof von Wilna begnadigen, sobald das Einvernehmen mit dem Vatikan wegen der vakanten vier russischen und polnischen Bischofssitze erzielt ist.

Luxemburg, 11. April. Der Wortlaut des Eides, welchen der Herzog vor der versammelten Kammer heute ablegen wird, ist folgender:Je jure fidelite au roi-grand-duc. Je jure dob- server la Constitution et les lois du pays. Ainsi dieu me soit en aide Die Proklamation erfolgt erst nach der Eidesleistung. Die Nachricht der Blätter, der Herzog wolle vorläufig nur kurze Zeit hier verbleiben, ist unrichtig. Der Herzog bleibt bis auf weiteres in Luxemburg.

Petersburg, 11. April. Der Berkehrsminister General Paucker ist an einer Lungenentzündung ge­storben. General Paucker war erst Ende November vorigen Jahres zum Verkehrsminister ernannt worden, nachdem Admiral Posijet infolge der Eisen­bahnkatastrophe bei Borki hatte zurücktreten müssen. Die Ernennung Panckers wurde anfangs in Ruß­land sehr sympathisch begrüßt, allein da er wirklich reformieren wollte, scheint er bald auf den üblichen Widerstand nicht nur seiner Untergebenen, sondern auch einiger Minister-Kollegen gestoßen zu fein.

Bukarest, 11. April. Dem Vernehmen nach übernimmt Catargl neben der Präsidentschaft die Ministerien des Innern und des Kriegs, Vernesco

Marburg,

Sonnabend, 13. April 1889.

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»Es find hier frühe Stunden gebräuchlich, Signora, und das Mahl dürfte Ihnen schmecken.

»Wenn Sie etwaige Wünsche 6 ab en, die wir er­füllen dürfen, so sprechen Sie diese gegen mich ans, Signora--*

Angela sann einen Moment »ach nnb nachdem fie ihre ruhige Fassung wiedergewonnen, antwortete sie mit sicherer Stimme:

»So sage» Sie mir, welcher Art das Gebäude ist, wohin man mich zu Ihrer Herrin gebracht unb in welcher Gegcnd des Landls ick mich befinde!

»Sie find auf der, dem Tonte bi Locarua ge­hörigen Besitzung Cklena, welche beffen unvermählte Schwester, meine Herrin bewohnt. Er kommt selten einmal und bann nur zur Jagdzeit hierher l--"

»Und wo liegt Celeua? unter brach Angela die Berichterstatterin. _

»Eine Stunde von der Stadt .... entfernt und »och näher dem.... gebirge", erwiderte diese.

»Wo aber wohnt der Eigentümer dieser Besitzung?* fuhr Angela, deren Jnterefle erregt war, fort.

»Mehr, Signora, darf ich Ihnen nicht sagen, ver­setzte in zurückhaltendem To» Francesca. »Meine Herrin wird Ihnen jede gewünschte Auskunft, soweit fie diese für erforderlich hält, erteilen!

Der helle Klang einer Glocke rief die Kammer­frau wieder in die unteren Räume, und Angela be­gann von dem Mittagsmahl zu eff-n, das ihr mundete und sie merklich kräftigte. Sie überdachte dabei das ihr von Francesca Gesagte, und sah voll Spannung der Zusammenkunft mit der Contessa di Locarno entgegen.

Sie lauschte aber vergeblich, die tiefe Ruhe ward durch keinen Laut »»terbroche». Bald lesend, bald sich mit ihren Gedanken beschäftig» ud, 'vergingen ih nur laugsem die NaLmittagSftundeu, bis nach leisem Klopfen Francesca sich wieder blicken liefe und fick ihr nähernd sagte:

»Signora, in einer Stunde wünscht die Lonteffa Sie zu sehen!

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg md Kirchhain

Expedition: Mar« 21. Redaktion, Druck und »erlag von Joh. lug. Koch.

warte», baß auch das Gesetz über die Verwendung der einbehaltenen Staatsleistungen, welche der § 9 des sogenannten Sperrgesetzes vorsieht, demnächst zur Vorlage gelangen wird". Die Fincmzdepu- : tation der Berliner Stadtverwaltung beschloß heute,

Erscheint täglich «der « Bottegen nach wann- und Feiertagen. - Quartel-AdonnementS-PreiS bei der Expe­dition SV, Mk, bei ben Postämter» 2 3RL 60 Pfg. (exkk BefteSgÄ). Jnsertionsgrdthr für die gespaltene Zeile ÜO Bfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Hesse«--Nassau.

Marburg, 12. April. Herr Major v. Bose, Kommandeur des hiesigen Jägerbataillons, wohnte dem gestrigen Leichenbegängnis des General von Schlotheim in Cassel, wie fast sämtliche höhere Offiziere des elften Armeekorps, ebenfalls bei.

Marburg, 12. April. Wiesenbaumeister Kray von Hanau wurde vom 1. Mai l. I. ab zum Kreis- Wiesenbaumeister für den Kreis Marburg bestellt.

Marburg, 12. April. Nach der jetzt endgültig erfolgten Wahl der einzelnen städtischen Deputationen für die Amtsperiode vom 1. April 1889 bis dahin 1894 geben wir nachstehend die Zusammensetzung derselben: I. Armendeputation: 1. Ober­bürgermeister Schüler, 2. Prosesior Westerkamp, 3. Pfarrer Scheffer, 4. Bierbrauereibesitzer Miffo- melius, 5. Bäckermeister W. Schneider. II. Schul­deputation: 1. Oberbürgermeister Schüler, 2. Professor Schmidt - Rimpler, 3. Sanitätsrat von Heusinger, 4. Buchhändler Braun, 5. Schulinspizient Pfarrer Bernhard. III. Baudevutation: 1. Oberbürgermeister Schüler, 2. Bauunternehmer Dauber, 3. Schreinermeister Schocke, 4. Bäckermeister Schott, 5. Schlossermeister Siebert. IV. Direktion der Sparkasse und Leihbank: 1. Oberbürger­meister Schüler, 2. Bierbrauereibesitzer Bopp, 3. Bäckermeister H. Keßler, 4. Kaufmann O. Binder, als Stellvertreter: Kaufmann H. Berdux unb Bäckermeister Ph. Matthäi. V. Kuratorium bes Realprogymnasiums: 1. Oberbürgermeister Schüler, 2. Pfarrer Bernhard, 3. Rektor Dr. Hempfing, 4. Sanitätsrat von Heusiger, 5. Land­gerichtsrat Gleim. VI. Kassenrevifions-De- putation: 1. Oberbürgermeister Schüler, 2. Bier­brauereibesitzer H. Bopp, 3. Kaufmann C. Pütt, 4. Buchbindermeister F. Schaaf, Stellvertteter: Bäckermeister H. Keßler. VII. Schulvorstand der Handwerker-Fortbildungsschule: 1. Oberbürgermeister Schüler, 2. Schulinspizient Pfarrer Bernhard, 3. Professor Paasche, 4. Ausschußvor­steher Siebert, 5. Schreinermeister Schocke. VIII. Marktpreis - Kommission: 1. Bäckermeister H. Keßler Vorsitzender, als Stellvertreter: Bäcker­meister Philipp Matthäi, 2. Müller Wilh. Römheld

warf, bte Blicke eines hochgestellten jungen Mannes auf sich gezogen, feine Liebe erregt, angefacht nnb ertoibert zu hoben, unb daß sie nun schließlich glaube, er werde fie zu seiner Gemahlin machen, gegen den Wunsch seiner Elter» und ben alten Familiengesetz », bte keine nnebenbürtige Ehe duldete». Endlich einige Sekunden einhaltend, fügte sie hinzu:

»Nur dem besonderen Wunsch meiner verehrten Freundin zufolge habe ich eingewilligt. Sie einst­weilen unter meinen Schutz zu nehme» nnb so lange zu behalten, bis der Marchese Giovanni di Colo»»« die junge Dame geheiratet, welche beide Familien ihm längst als Braut bestimmt. Dann wird es Ihne» gestattet fein, dies Haus zu verlasse» unb sich Ihrem Stande entsprechend zu verheiraten, oder sonst Ihre» Wünsche» unb Neigungen gemäß zn leben.

Ihrem Vorsatz getreu, hatte Angela die Conteffa ohne Unterbrechung vollenden loflen, obgleich ihre Vorwürfe uud Vorschläge ihr Her, lauter schlagen gemacht, und ihre Wangen höher gefärbt hatten. AIS aber die alte Dame schwieg, erwiderte fie mit sicherer Stimme, während ihre sonst so fünften blauen Ange» in edlem Zorn leuchteten:

»Conteffa denn ich habe gehört, daß Sie als» anzureden sind nach allem was Sie mir da ge­sagt, müßte ich mich für eine arge Sünderin gegen die Familie Colonna halten, wären Ihnen die That- sachen der Wahrheit gemäfe geschildert worden. Jch hobe die Liebe beS jungen Marchese, .meines Ver­lobten, nicht gesucht, sondern er hat fie mir ent- gegevgebracht--

»ES ist nnr natürlich, daß fie ihre Handlungs­weise zu beschönige» s»che», unterbrach fie kalt und geriugsck ätzend die Couteffa, »verschone» Sie mich aber mit Ihre» Erklärungen, die auch Ihrem Alter wenig zukomme» nnb in der Sache nichts ändern werden, denn es bleibt bei ben einmal getroffenen Bestimmungen. Fügen Sie sich diese» ix jeder Weise, so könne» Sie einer rücksichtsvollen Behattt lang gemife fein nnb Francesca ist angewiesen, Ihnen

Anzeige» nimmt «tgey» Me Expedition k Blatte», sowie b. Annoncen-Bureaux Mm Haaseustei» uud Bögler

E. Jahrgang

Daube tu Eo. in Frankfurt a. M., Berkin, Hannover Pari».

^Nachdruck verboten.)

Angel«.

Erzählung au» vergangenen Tagen.

Fottsetzungy

Dem Auftrag seines Herr» zufolge, überreichte ihm Pietro beffen Brief, ben er, als jener das Zimmer verlassen, hastig erbrach und las. Der Inhalt lautete:

»Mein werter Conte!

Erfahren, daß Sie mich zu spreche» gewünscht, Be6me ich an, daß Sie mir in bezug auf meinen Sohn Mitteilungen zu wachen haben. Diese aber find nicht wehr erforderlich, da ich durch feinen Boten von eütn Ereignisse» der letzten Zeit bereits unterrichtet borden bin.

Ihr

Marchese di Eolouna.

Der Coute starrte die kurzen förmlichen Zeile» an, auf die er so wenig vorbereitet gewesen, und die ihm zur Genüge sagten, daß der Marchese alles er- sahren, und dos Zusammentreffen mit ihm z» ver­meiden gedacht. Ihm konnte nichts unerwünschter sein, zumal er feine Verwandte, die einen Teil der schuld trug, nicht mehr an feiner Seite hatte.

20. Kapitel.

Angela hatte daS ihr von Francesca gebrachte Frühstück genossen, unb darauf das Zimmer zu unter« lachen begonnen, daS wider ihren Willen ihr zum ttllstweiligen Aufenthalt biene» sollte. Dan» trat fie nochmals anS Fenster, blickte wiedernm in ben offenbar großen, doch anscheinend ohne Sorgfalt ge­pflegte» Garte», »ud sau» darüber nach, in welcher «egend von Italien fie fich wohl befinde» möge unb er bte Conteffa sei, die allein daS stille Ha»S oder bchlofe bewohne.

Frances cas Eintreten unterbrach ihr Selbstgespräch, «le brachte ihr Mittagessen uud eS auf dem Tisch ordnend, sagte fie in ihrer ernstruhigen Weise:

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