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VliechM Scifuiifl.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg md Kirchhain. - Illustriertes SonntaasblatL

Expedition- Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. A„.

«scheim tUgtich u|a *n Werktag« «q toomv aut Feiertage». - V»art»l-«ro»»ementS-Preis bei der Oree» ditto»S«/,DL, bei de» Postämtern »Ml. 60 Pfg. (exll vesteklgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeil- '10 Wz.. Reklamen für die Zeile 35 Pfg.

* «rpeditiou » «latte», sowie d.^»mu>ucen.»ureaur von Haasetchet» und «oaler

Donnerstag, 11. April 1889. »KMiv’fiÄÄlSfö M. Jahrgang.

Daube u.ro. in Frankfurt a.».. Berlin, Samwver. BartS.

Deutsches Reich.

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Berlin. 9. April. Der „Reichs-Anzeiger" ver- zffentlicht die auf Ansuchen erfolgte Entlastung des Staats- und Kriegsministers Bronsart v. Schellen- dorff und die Ernennung des Generals Verdy du Pernois zum Staats- und Kriegsminister. — Der Chef des Generalstabes, General der Kavallerie, Graf Waldersee, hat sich mit dem Generalleutnant, Ober-Quartiermeister Grafen v. Haeseler, und dem Oberstleutnant v. Rothe auf einige Tage nach Han­nover zur Rekognoszierung des Terrains für das Kaisermannöver begeben. — Gestern feierte Graf Waldersee seinen Geburtstag, aus welchem Anlaß ihm, wie die ,Kreuz-Ztg." berichtet, Glückwünsche und Angebinde in reicher Zahl zugingen. Die höchste Auszeichnung wurde dem Gen eralstabs - Chef im Lause des Nachmittags durch den Besuch Seiner Majestät des Kaisers und Königs zuteil, nachdem Ihre Majestät die Kaiserin und Königin am Vor­mittage durch die Gräfin Brockdorff mit einem

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Handschreiben Höchstihre Glückwünsche hatte über­bringen lassen. Die Majestäten bekundeten ihre dem

gräflich Walderseeschen Hause zugelhane Huld außer­dem noch durch ein sehr anmuthiges Geschenk: ein Lasenpaar, das in der königlichen Porzellan-Manu­faktur in Charlottenburg mit bildnerischem Kunst­

geschick geformt und sehr gefällig bemalt war In

Rokoko-Aufbau zeigen die Ziergefäße auf rundlichem Fuße je eine schlanke Figurengruppe an einem Baum­

stämme, der sich oben zu einem wie zweigartig durch-

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gL sm Assistenzärzte, der andere für Stabsärzte; an denselben nehmen etwa je 30 Ärzte teil und es 4 schließen sich die Prüfungen zu Stabs- bezw. Ober- ng vo Stabsärzten daran an. Die Frühjahrskurse des Möbe! Dozentenvereins, welche sonst weniger besucht zu stmstitl werden pflegen als die Herbstlurse, weisen diesmal

[1 größt Zahl von Teilnehmern auf, die bisher --erreicht worden ist, nämlich 276. Diese stattliche

Anzahl setzt sich nicht allein aus preußischen, sächsischen,

brochenen ovalen Korbe — der Blumenschale — er­weitert. — Etwa dreihundert fremde Ärzte weilen, der .Nat.-Ztg." zufolge gegenwärtig in Berlin be- h"ss Teilnahme an den ärztlichen Fortbildungs- 8ilt Eu^stn, welche zur Zeit hier stattfinden. Die Kurse ^werden seit einer Reihe von Jahren sowohl seitens der Marineverwaltung, wie von dem .Dozentenverein für ärztliche Ferienkurse" in jedem Herbst und Früh­jahr veranstaltet, und namentlich die letzteren er­freuen sich einer stetig steigenden Teilnahme. Für Militärärzte sind je zwei Kurse eingerichtet, der eine

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[Nachdruck verboten^

Angela.

Erzählung aus vergangenen Tagen.

i Fortsetzung.)

Den Brfif hastig öffaevd, las er:

Mei» werter Conte!

Tuich Ihre Vertranten werde» Sie schon er­fahren haben, daß die junge Signora, nachdem ich fte genügend beobachtet, meine Anstalt geistig gesund verlassen, und zwar wie sie gewünscht, in teilwetser Be­gleitung ihrer Wärterin. Auch ihre körperlichcGesund- heit hat sich während ihres kurzen Aufenthalts dier- felbst gekräftigt, doch scheint der sie betroffene schwere Kummer noch immer nicht von ihr welchen Pl wollen.

lv.

Leider kann ich Ihne» dasselbe augenblicklich Vicht von der Contessa sage», die, ihre gelegentlichen Anfälle abgerechnet, sich, wie ick Ihnen and) stets

gemeldet, seither eines guten Wohlseins erfreute. Die Anwesenheit der Sionora Angela hat sie in eine lange nicht gekannte Aufregung versetzt. Sie hat sie verschiedentlich iw Garten gesehen, einmal such habe» sie sich auf ihrem Spaziergang unten halten, und hat sie darauf wiederholt erklärt, eine Unterredung mit ihr haben zu müssen, da fte eine große Ae hnlichkeit mit ihrer Familie besitze. Thal- sacke ist es auch, daß Signora Angela der Contessa auffallend gleicht. Sie bedauert ihre Abreise, die fte vorher nicht erfahren, und hat erklärt, an sie, die fte in Neapel glaubt, schreiden zu wollen.

So viel für heute von Ihrem ergebenen Emanuelo Vitali.

Beim Lesen dieser Zeilen harte das Gesicht deS »/* 911M®e einen nachdenklichen Ausdruck angenommen, i/‘0 eine Weile auf die letzteren hinstarrend, sagte u. lil endlich:

i *1 L »Es ist Zufall — kann nur Zufall sein 1 — Wie ist unter gänzlich fernstehenden Personen eine Sehnlichkeit vorhanden, warum auch nicht unter der

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bayerischen, österreichischen Ärzten zusammen, sondern auch die fremden Länder, namentlich die überseeischen, haben ein zahlreiches Kontingent entsendet. Dar­unter sind besonders vertreten, Rußland, Schweden und Norwegen, Nord- und Südamerika — darunter eine ganze Kolonie aus Chili —, Japan, einzelne Ärzte auch aus England, Spanien, Italien und — was als eine Seltenheit zu verzeichnen ist — auch aus Paris. Die Kurse haben Mitte März begonnen und enden am 15. April. — Die Reichs­kommission als Berufungsstelle in Sachen des Sozialistengesetzes beriet heute im Ministerium des Innern die Berufung der Besitzer der hiesigen „Volks- Zeitung" gegen die aufgrund des Sozialistengesetzes erfolgte Unterdrückung dieses Blattes. Der Minister des Innern, Herrfurth, führte den Vorsitz, Ober­landesgerichts-Präsident Holleben, Oberlandessenats- Präsident Dr. Lehmann-Hamburg, Senatspräsident des Kammergerichts Delius und Geh. Rat Meinecke nahmen an der Beratung Teil. Der Spruch der Kommission ist noch nicht bekannt. — Dem Land­tage , der schon seit einiger Zeit keinen genügenden Arbeitsstoff mehr hat, soll wirklich nach Ostern noch ein Steuergesetz und das Gesetz über die Verwen­dung der Sperrgelder zugehen; beide sollen noch der Beschlußfaffung des Staatsministeriums unter­liegen. Die Kommission des Abgeordnetenhauses für den Hueneschen Steuerantrag hat zwei Sitzungen abgehalten und die Beibringung verschiedenen Materials von der Regierung verlangt. Die nächste Sitzung wird erst wieder im Mai stattfinden, weil man bis dahin auf den Steuerentwurf der Regierung rechnet. — Im Abgeordnetenhaus ist von ver­schiedenen Parteien mit Rücksicht auf die letzten Ueberschwemmungen ein Antrag eingebracht worden, welcher lautet: Das Gesetz vom 13. Mai 1888, betreffend die Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseitigung der durch die Hochwasser im Früh jahre 1888 herbeigeführten Verheerungen wird auch aus die Beseitigung derjenigen Verheerungen ausge­dehnt, welche durch die Hochwaffer im Frühjahre 1889 herbeigeführt sind.

Potsdam, 8. April. Der Feldwebel Hauck vom 1. Garde-Regiment z. F. ist, wie die „Potsd. Zeit." meldet, vom Kriegsgericht zu 1 Jahr 3 Mon Festung, 3 Wochen Hast und Degradation zum Gemeinen verurteilt worden. Die Haftstrafe ist auf den erlittenen Untersuchungsarrest angerechnet worden.

Kiel, 9. April. Die Taufe des königlichen Prinzen findet am 5. Mai statt. Dem Vernehmen

Cont-ssa Locarno und Signora Angela Maniredl, unter denen keine Verwandtschaft bestehen kann!"

Der Tag verstrich ihm nur langsam, denn da ei feine beiden Vertrauten nicht verfehlen durfte, konnte er auch während deSs-lben daSHanS nicht verlassen. Doch wartete er vergeblich.

Endlich ließ am folgenden Morgen Tomaso sich melden, und betrat auch alsbald das Zimmer. Nach flüchtiger Begrüßung sagte der Conte in ebenso ge­reiztem wie besorgten Tone:

,WaS hat sich zugetragen, Tomaso, daß ich 2M erst heute sehe, da Du doch wissen mußtest, wie wichtig mir Deine Nachrichten sind?"

»Was wich betrifft, wäre ick schon gestern morgen gekommen, Conte", erwiderte Towaso mit düster.m G-fickt, .doch konnte ich wich nicht so schnell aus ... . entfernen, da ich Ihnen doch genaue Nachrichten Über die Verwundeten dringen wollte I"

.Verwundete?" wiederholte schnell der Conte.

Tomaso erzählte nun ausführlich was fick in der ihm und seinem Gefährten anvertrauten Sache zu- getragen und manchen heftigen Ausruf auSstoßend, hörte der Eoute ihm zu, enthielt fich aber jeder Be­merkung. Als er einen genauen Heber blick über die Ereignisse jenes verhängnisvollen Abends erhalten, sagte er:

.Wie stand cs als Du fortgingst, mit dem Be­finden deS Marchese?"

.Er hat heftiges Wundfieber und eS darf nie. wand zu ihm, and) weil er gewissermaßen ein Ge­fangener ist. Glücklicherweise ist die Berwuudnung deS Soldaten nickt gefährlich, der in einigen Tagen das Hospital verlaflen kann. Wie es um den Diener steht, weiß ich nbtt habe auch nickt erfahren, wo er fich auf hält. Stefano, der so lange ohne Hilfe ge­blieben, ist schlimm daran, dennoch sorgt sein Arzt weniger nm seine Wunde als fein übriges B-finden, das er als ein nervöses Fieber beze'chuet und will ich, so bald wie möglich zu ihm zurückkehren!"

Dem Conte schien die Stefano betreffende Mlt-

nach werden Kaiser Wilhelm und der Großherzog von Hessen der Taufe beiwohnen.

Schwerin (Mecklenburg), 9. April. Dem Ver­nehmen nach beginnen die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Verwaltung der Mecklen­burgischen Friedrich Franz - Eisenbahn bezüglich der Verstaatlichung der letzteren am Donnerstag. Eine Erhöhung des Angebots ist nicht beabsichtigt.

Weimar, 8. April. Seit dem Bestehen unseres 1816 begründeten Verfaffungslebens ist, so wird der „Magdeb. Zig." geschrieben, noch kein Landtag in so günstigen Finanzverhältniffen versammelt gewesen, wie der heute vertagte. Der auf die Finanzperiode 1890 bis 1892 vorgelegte und abgeschlossene Etat schließt in Einnahme und Ausgabe um nahezu eine Million höher ab als seine jüngsten Vorgänger und bietet dabei noch die Mittel zu verstärkter Schulden­tilgung und einen Steuererlaß von 0,2 pCt. durch alle Steuerstufen. Was ober schwerer wiegt als ein Steuernachlaß und verstärkte Schuldentilgung, das sind die ausgiebigen Verwendungen, welche auf An­trag der Regierung der Landtag für Landeswohl- fahrts-, Landwirtschafts- und gewerbliche Zwecke, für Entlastung der Gemeinden, für Schulen und andere Bildungsanstalten, für Besierstellung der Geistlichen, Lehrer und anderer öffentlicher Diener, für Wiffen- schast und Kunst mehr als sonst hat beschließen können.

Darmstadt, 9. April. Der Großherzog reist heute nachmittag nach England ab zur Beisetzung der Herzogin von Cambridge.

München, 9. April. Infolge der Veröffent­lichung des Memorandums der baierischen Bischöfe im .Regensburger Morgenblatt" veröffentlicht der Kultusminister soeben offiziell die Antwort des Prinz­regenten aus das Memorandum. Dieselbe sichert die thunlichste Weiterberücksichtigung der Wünsche der Bischöfe, betreffs der Leitung und Besetzung der Lehrerstellen an den Volksschulen, Gymnasien, Se- minarien und Universitäten zu, sowie die Nichtent­sendung von weltlichen Kommiffarien zu den klöster­lichen und kirchlichen Konferenzen. Die tägliche Schulrneffe wird abgelehnt, die Absolutorialprüfung aus der Religionslehre für obligatorisch erklärt und die thunlichste Mitwirkung der bairischen Regierung zur Abänderung der Bestimmungen über die Mili­tärpflicht der Kandidaten der Theologie zugesagt, ferner die konfessionelle Scheidung der Mittelschulen abgelehnt, die Zulaffung von Klosterstauen an Mäd­chenschulen genehmigt, das Placetum regium aus- rc'lung gleichgültig zu sein, denn schweigend schritt -r seiner Gewohnheit gemäß im Zimmer auf und ab, und überdachte die Lage der Dinge, die eine so unerwünschte geworden. Es war drindend erforder, lick, die Eltern deS jungen Marchese von den statt- gehabtcu Ereignissen in Kenntnis zu setzen, ehe das von deffcu Seite geschehen würde und dazu wollte *'T fich so bald wie möglich nach der Villa begeben. Dann trug er Tomaso auf, unverzüglich mit Carlo zurückzufahreu, die späteren Tdatsachen in Erfahrung zu bi tagen und fie ihm mitteilen.

19. Kapitel.

Kaum eine Stunde später ward der Conte durch einen gewandten Goudolero auf der spiegelglatten Wafferfläche des Golf nach der Villa Colonna hin ausgefahreu.

Dem Hause fick nähernd, sah er die Glasthüren des GarteusaaleS geöffnet, dennoch aber einen Seitenweg einschlageud, betrat er den von Säulen getragenen Voibau der Villa, schellte und forderte den ihn empfangenden Diener auf, ihn seiner Herrin zu melden, ohne fick bei ihm nach deren Befinden zu erkundigen. Dieser kam seiner Aufforderung nach und kehrte alsbald mit der Antwort zurück, daß die Marckesa den Conte sogleich zu sehen wünsche. Nach gegenseitiger Begrüßung sagte die Marchesa mit sichtlicher Aufregung:

.Nun, die Nachricht von Giovanni, Conte, denn ohne solche würden Sie wohl nicht zu mir ge. kommen sein."

Dieser blickte voll Teilnahme in ihr so entstelltes Gesicht, das jetzt in jedem Zug Spannung und Er. Wartung aussprach und erwiderte mit leichter Zurückhaltung:

.Marchesa, ich bringe Ihnen allerdings Nachrichten von Ihrem Sohn, dem leider bet feinem Unternehmen ein leichter Unfall zngestoßen ist."

.Ein Unfall?" wiederholte hastig die Marchesa und ihr Antlitz ward um einen Schatten bleicher.

recht erhalten und endlich die Rückberufung der Redemptoristen zurzeit für unangänglich erklärt.

Ausland.

Rom, 9. April. Die „Agencia Stefani" meldet aus Maffauah: Der Negus soll vor seinem Ableben seinen Neffen Mangascha als Nachfolger be­zeichnet haben. Nachrichten aus Schoah über Assab werden erwartet.

Paris, 9. April. Die „Republique star $aife" bezeichnet als Mitschuldige Boulangers, auf welche das Dekret der Einsetzung des Senatsgerichts hin­ziele: Graf Dillon, Rochefort, General Dubarail, Laguerre und zwei Pariser Journalisten. Die „Au- torils" meldet, es seien 248 Amendements zu dem Entwürfe, betreffend das Verfahren vor dem Senats­gerichtshofe, eingegangen, und meint, es handle sich darum, diese Amendements durch die Erhebung der Vorfrage in Bausch und Bogm zu beseitigen..

Luxemburg, 9. April. Der Regent hat sämt­liche Deputierte auf Donnerstag nachmittag nach der Eidesleistung zu einem Diner zu sich ins PalaiS gerufen. Eine Proklamation an die Bevölkerung des Großherzogtums wird nicht jetzt, sondern erst nach der Thronbesteigung erfolgen. Dagegen er­wartet man am Donnerstag in der Kammer eine Ansprache beS Regenten (une allocution au pays). Die gestrige Botschaft machte bei der Bevölkerung einen günstigen Eindruck, insbesondere die Betonung des Gehorsams gegenüber der Konstitution, sowie schon der Umstand, daß die Botschaft in französischer Sprache verfaßt war. — Heute abend trifft ein Spezialzug aus Wien mit den Wagen und Pferden des Herzogs von Nassau ein. Auf der Grenzstation Wasserbillig wird morgen nachmittag eine Gen­darmerie-Abteilung mit einem Trompeter aufgestellt sein. Letzterer bläst bei dem Eintreffen des herzog­lichen Extrazuges das Signal „Achtung!" und den Präsentiermarsch. Vor dem hiesigen Palais zieht nach der Ankunft des Regenten eine Ehrenwache von 100 Mann mit der Fahne auf. Die höheren Staats­beamten sind von dem Regenten für Mittwoch zum Diner geladen.

Bukarest, 9. April. Dem Vernehmen nach lehnte Catargiu die Kabinettsbildung ab infolge von Differenzen mit dem Könige über Personalfragen bei der Besetzung der Portefeuilles. Der König habe den General Floresco berufen.

während ihre dunklen Augen ihm angstvoll fragend entgegenblickten. .Sprechen Sie deutlicher, Conte«, ügte sie dann mit heiserer Stimme hinzu.

.Er ist mit einem meiner Vertrauten in Konflikt geraten und leicht verwundet worden", entgegnete dieser zaudernd.

.Verwundet?" rief sie, fich mit gewaltsamer An- irengung aufrichtend. „Verwundet, und das durch meine Schuld? Ich will zu ihm, muß seinem Vater alles sagen, der leider heute mit dem König ab­wesend ist." (Forts, tzung folgt)

Plandrreiru aus Lausaunr.

Von stud. R. K.

(Schluß.)

Vorherrschend aber ist immerhin der französische Einfluß, welcher fich besondeiS in der hiesigen Sitteratur bemerklich macht und auf diesem Felde auch am besten auf baS ganze Leben deS Volkes ein- wirken kann. Und es ist nichts natürlicher, als daß ne kleine französische Schweiz, die durch baS Baud d» Sprache und dcS ganzen wirtschaftlichen Verkehrs mit unseren westlichen Nackbarn eng verbunden ist, ich diesem mächtigen Einfluffe beS französischen Geistes und Lebens nicht entziehen kann. Sv z. B. erregte bie Wahl unseres lieben Freundes Bonlanger in Paris die hiesige Bevölkerung, bei welcher er viel Sympathie zu besitzen schien, in einem solchen Grade, daß sogar unter den Studenten und Schülern boulangtstische und autibonlangistische Parteien sich itlbeten. Im Gegensätze hierzu sprachen die fich fier aufhaltenden Franzosen mit unverhohlener Bcr- achtung von dem zukünftigen Diktator.

Wenn fich so der französische Schweizer und ins« »efonbere der Waadtländer, von dem hier die Rede ist, wenig selbständig gegenüber der Einwirkung rember speziell französischer Sitte» und Ideen zeigt, o kann man ihm dies nicht ohne weiteres als der. dammliche Schwachheit auf die Rechnung setzen.