Einzelbild herunterladen
 

;et tt.

och j

Wei

Wöchentliche Beilage»: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg and Kirchham. - Illustriertes Sounraqsblatt

Sxprdüio« Markt 21. Redaktion, Druck mtb Brrlag von Joh. f9($ ö

~ Marbnra, s--------

Jw 84, bttieny/.KL »d da, Postämter» SAN. 50 Pfg. (ein. Haaseustrst'^uud Vogler

F-L Z'r,'"' Dienstag, 9. April 1889.

_«xhu* u.»o.m Srankfnrt g.«., Berlin, Haimover Baris.

latt

che»

Gesetz als Anlage beigefügte Staatshaushaltsetat

Eitzung sehr scharf gegen das Vorgehen des Staats-

A 1 Sitzung p I lekretärs 0 I die Rede

im Reichspostamte ausgesprochen. Auch

Rede des Herrn v. Schorlemer-Alft, in welcher

[10

äww? ht-tt t Per Vilsti

ll» fibrefl- tglis W* restz [21109

[236+

L S

»Leben Sie wohl, Josefa, und nehmen Sie meinen D«»k für olle mir erwiesene Anfmeiksawkeit---"

.. »Leben Sie wohl, Signora', erwiderte zwar äußer- «4 ruhig doch nicht minder bewegt die Wärterin, Mud wöge es Ihnen hinfort Wohlergehen, wen» ich >» auch kaum erfahren werde.'

k »Sagen Sie, falls eS Ihnen gestattet ist, Signora r^enia meinen Abitiedsgruß', und ihr nochmals ** Hand mit dem Gefühl drückend, als scheide sie > einer lieben Bekannten, folgte Angela Tomaso dem Zimmer, nachdem dieser zu Josefa ge- hatte:

»Sie wissen, wie alle- verabredet ist. Sobald möglich, wird einer der Wage» nach der Stadt '^ückfahrev, und werden Sie eine sichere Begleitung 7>hiu habe». Leden Sie wohl!' welchen Abschieds- Josefa erwiderte.

ms 1 513894879 Mk., nämlich auf 1 436 952 483 Mark an fortdauernden und auf 76942 396 Mk. an einmaligen und außerordentlichen Ausgaben fest- gestellt. § 2. Im Jahre vom 1. April 1889/90 können nach Anordnung des Finanzministers zur vorübergehenden Verstärkung des Betriebsfonds der Generalstaatskasse verzinsliche Schatzanweisungen bis auf Höhe von 30 000 000 Mk., welche vor dem 1. Januar 1891 verfallen müssen, wiederholt aus­gegeben werden. Auf dieselben finden die Bestim­mungen der §§ 4 und 6 des Gesetzes vom 28. Sept. 1866 (Gesetz - Samml. S. 607) Anwendung. Minister v. Maybach will sichs nicht gefallen lasien, daß sein Reichskollege Staatssekretär v. Stephan ihn und seine Verwaltung im Herrenhause scharf mtters Messer genommen hat. Angeblich soll der Minister sich eine Audienz bei Sr. Majestät erbeten Aid über das Verhalten des Staatssekretärs Be­schwerde geführt haben. Die Nachricht klingt inso­fern unwahrscheinlich, als sich Herr v. Maybach an dm Reichskanzler hätte wenden müssen, welcher der Vorgesetzte des Herrn v. Stephan ist. Daß Herr d. Maybach den Vorgang nicht auf die leichte Echulter, sondern sehr ernst nimmt, ist nicht zu be­zweifeln, denn er hat sich gleich nach der betreffenden

[Nachdruck verboten.)

Angela.

Erzählung aus vergangenen Tagen.

igottfeiMmg.)

»Das ist auch nicht meine Absicht', entgegnete ^stimmt Stefano, und beide begaben sich ins Haus, Ehrend voll Spannung und Eewartung Angela an «em Platz verblieb, Josefa sich aber aus ihrem «fiel erhob, und langsam im Zimmer auf und ab »gehen begann. Erstere sah bald, daß der bei ihrer Erkauft anwesend gewesene Wagen angespannt ward, »d vor das HauS fuhr, zugleich aber trat Tomaso 4t und sagte sich ihr nähernd:

»Signora, ich muß Sie bitten einzusteigen, doch «tdrn Sie die Fahrt mit einer anderen Begleiterin Metzen, da Ihre bisherige nach der Anstalt zu- riilkehit.'

Angela hatte eine solche Aufforderung bereits er- tittt. Es that ihr gewiflerwaßen leid, von Josefa Aeiden zu müssen, welche ihr, seit sie sie gekannt, Ailnahme uud Sorge bewiesen, und ihr die Hand «chend, sagte sie mit bewegter Stimme:

dieser aus Beschluß des Aeltesten - Ausschusses des Frank Abgeordnetenhauses die von Herrn v. Stephan über (226! kn Gang der Verhandlungen im Abgeordnetenhause ausgesprochene Mißbilligung zurückwies, soll dem Kaiser vorgelegt sein. DasDeutsche Tagebl." M wissen, daß Minister v. Maybach seine Ent­lastung eingereicht habe und Eisenbahndirektions- äsident v. Thielen zu seinem Nachfolger designiert Es wird bestätigt, daß im Bundesrate zu- des Wiederstandes Bayerns und anderer Re- ngen über eine Abänderung der Novelle zum irasgesetzbuche verhandelt wird. DiePost' s utd bttzeichnet ein Gerücht, wonach eine Mehrheit des vella Reichstages, aus Zentrum, Nationalliberalen und

, Dattsch«« «-ich.

tun Berlin, 6. April. DerReichsanz." veroffent- - chcht das Gesetz, betreffend die Feststellung des

Staatshaushaltsetats für das Jahr vom 1. April Ktt 1889/90. Dasselbe lautet: § 1. Der diesem

lätof für das Jahr vom 1. April 1889/90 wird in Ein­nahme auf 1513 894 879 Mk. und in Ausgabe

Deutfchkonservativen bestehend, versuchen wird, die Fertigstellung des Alters- und Invalidenversicherungs- Gesetzes bis zum Herbste hinauszuschieben. Dieses Gerücht ist vollständig grundlos. Auf der Reichs­tagstridüne machte heute ein Photograph mit Ge­nehmigung des Präsidenten verschiedene Moment­aufnahmen. Die offizielle Erklärung derNordd. Allgem. Zeit.', daß Wißmann seinen Instruktionen gemäß die Flagge der ostafrikanischen Gesellschaft, deren Hißung seinerzeit amtlich gemißbilligt worden war, heruntergeholt und auf seiner Behausung die deutsche Handelsflagge aufgezogen haben werde, welche auf allen Konsulaten im Auslande zu wehen Pflegen, läßt ganz deutlich erkennen, daß es dem Reichskanzler unangenehm ist, daß die erste Nach­richt von der amtlichen Thätigkeit des neuen Reichs­kommissars wieder nichts anderes meldet, als das ominöse Floggenhiffen, von dem er bekanntlich gar kein Freund ist. Die Nachrichten melden auch nichts von einer Handelsflagge, sondern kurzweg von der deutschen Flagge. Die Witdschadenkommission des Abgeordnetenhauses hat in der zweiten Lesung einen Paragraph eingefügt, wonach für erhebliche Reh- und Fasanenschäden ein Ersatz aus der Jagdpacht zu zahlen ist. Im übrigen verblieb es bei den Be­schlüssen der ersten Lesung.

Tie Einnahmen, welche der preußische Staat aus der Gewerbesteuer empfangen hat, sind in jedem der letzten Jahre gestiegen. So waren gegen die bezüglichen Vorjahre in den einzelnen Etats mehr eingestellt für das Jahr 1887/88: 487 000 Mk., für 1888/89: 209 000 Mk. und für 1889/90: 401 000 Mk Ist dies schon ein untrügliches Merkzeichen, daß unser Gewerbe- und Handolsstand m erfreulichem Wachstum begriffen ist, so wird in den nunmehr veröffentlichten amtlichen Nachweisungen über die Vermehrung der Gewerbesteuerpflichtigen in den Jahren 1885/86 bis 1887/88 der ziffer­mäßige Beweis für diese Thatsache beigebracht. Nach den letzteren hat in dem genannten Zeitraum die Zahl der Gewerbesteuerpflichtigen zugenommen: beim Handel im bedeutenden Umfange um 451, beim Handel im mittleren Umfange um 4160, beim Handel im geringeren Umfange um 20 603, beim Handel mit geistigen Getränken als Neben- gewerde um 833, urter den Handwerkern um 9746, unter den Fuhrleuten um 1581 und unter den Schiffseigentümern um 976. Die einzige Ge- werbesteuerklaffe, welche in diesem Zeiträume einen Rückgang in der Zahl der Gewerbesteuerpflichtigen aufweist, ist diejenige der Gast-, Schank- und Speise-

Auf dem Flur, uo wr.d-mm Wirt und Wilttn nicht zn sehen waren, e> blickte dagegen Angela eine gutgekleidete Fi au von et a Ȇnfzig Jahren, welche mit ruhig ernstem G sich: dastand, nud zugleich auch sagte Tomaso:

»Signor«, die Frau Äird Sie nach dem Orte Ihrer Bestimmung g-leiteu', und forderte dann durch eine Handdewegung beide zum Einsteigen auf. Als sie Platz genommen, er sich zu ihnen gesetzt und noch einige Worte mit sein>m bisherigen Kutscher ge- wecks lt, schloß er bin Schlag und die Fahrt begann von neuem. Angela war traurig und enttäuscht; ft hatte so sicher auf Beistand und Hilfe gehofft, und blieb dagegen noch immer in den Händen tsrer Feinde.

Der Wagen verfolgte feinen Weg, ohne daß der aber»als verhangenen Fenster wegen Angela imstande gewesen, einen Blick ins Freie zu thnu. Sie lehnte das schwer werdende Havpt gegen die Kissen, und durch ihren dichten Schleier geschützt, schloß sie die Augen, nicht aber nm zu schlafen, sondern nm nn- gehwdert lauschen zu können. Sie sah daher auch nicht, daß ihre Begleiterin, welche sie schon im Hanse mit forschende» Blicken betrachtet, sich alle Mühe gab, ihre G sichlszüge zu erkennen, was endlich ihr auch in etwas gelungen sein wußte, denn die ihrigen drückten Erstauueu und lleberraschung ans, ohne daß dirS jedoch jemand bemerkte, da Tomaso zu festem Schlaf die Angen geschloffen. Die der Fremden aber wandten sich Angela immer wieder zu, bis endlich sie sich ebenfalls gegen die Ecks des Wagens lehnte nnd sich ihren Gedanken überließ. Die Fahrt dauerte mehrere Stunden, dann hielt der Wagen wiederum. Angela vernahm das Geräusch von knarrenden Angeln, sie fuhren noch eine kleine Strecke auf einem gepflasterten Wege, und abermals standen die Pferde still. Den Schlag öffnend, stieg Tomaso ans und sich an Angela wendend, sagte er:

»Signora, wir find zur Stelle. Belieben Sie de» Wage» zu betlaffen--

Im Bewußtsein ihrer Schutzlofigkeit kam fie

wirtschaft. In derselben ging die Zahl zurück im Jahre 1885/86 um 158, im Jahre 1886/87 um 313 und nahm wieder zu im Jahre 1887/88 um 24, so daß in den angegebenen drei Jahren über- haupt ein Rückgang um .547 Steuerpflichtige in dieser Klaffe zu verzeichnen war. Die einzelnen Provinzen waren, denB. P. N.' zufolge, an der Zunahme der Gewerbesteuerpflichtigen in dem Trien- nium mit folgenden Zahlen beteiligt: Ostpreußen mit 81 (hier ist im Jahre 1886/87 namentlich beim Handel im geringen Umfange eine relativ be­deutende Verminderung der Steuerpflichtigen einge­treten); Westpreußen mit 440; Berlin mit 7869 (der Handel im geringen Umfange ist dabei mit 3965 beteiligt); Brandenburg mit4746; Pommern mit 880 (beim Handel im geringen Umfange dar- unter 556); Posen mit 436; Schlesien mit 2728 (darunter beim Handel im geringen Umfange 1167); Sachsen mit 3701; Schleswig-Holstein mit 1290 ; Hannover mit 2927 (darunter 1152 Handwerker); Westfalen mit 3220 (darunter 1397 Handwerker unb 1713 beim Handel im geringen Umfange); Heffen-Naffau mit 2171 und die Rheinprovinz mit 8422. Insgesamt hat die Zahl, der Gewerbe- steuerpflichtigen von 1885/86 bis 1887/88 um 37 903 Personen zugenommen.

DerKölnischen Zeitung" wird aus Berlin vom 5. d. M. geschrieben: ImDaily Telegraph" vom 1. c. finden wir die Nachricht, Deutschland wolle das Gebiet zwischen der Walfisch-Bai und Bet- schuanaland an England abtreten. Damaraland sei für Deutschland stets einweißer Elephant» ge­wesen und der Reichskanzler werde froh sein, das Gebiet für gute Bezahlung los zu werden. Wenn mit demweißen Elephanten" ein Besitztum bezeich­net werden soll, welches Kosten bringt und keinen wirtschaftlichen Wert hat, so ist dieser Vergleich für den in Rede stehenden Teil des deutschen Schutz­gebietes wenig passend. Nach allen neueren Nach­richten ist der Mineralreichtum von Damaraland ein sehr bedeutender und es ist bekannt, daß sich in Deutschland wie in der Kapkolonie grade in jüngster Zeit zahlreiche Gesellschaften gebildet haben, um mit dem Bergbetrieb im Herero - Gebiete zu beginnen. Was aber den Kostenpunkt betrifft, so hat Darnara- land dem Reiche bisher erwähnenswerte Ausgaben überhaupt nicht verursacht, was freilich nicht aus­schließt, daß das Reich sich bereit halten muß, nötigenfalls auch seinerseits Aufwendungen zu machen und das Land dem Verkehr zu erschließen und die Ordnung in demselben aufrecht zu erhalten. Unter seiner Aufforderung nach und während ihre Be. gleiteriu ihr folgte, sah fie, daß fie vor einem an- febnluben Wohngebäude stauben, an das sich an ber einen Seite Stallungen schlossen, an ber anberen sich aber Baumwuchs uub Gesträuch befanb. Die hohe, schwere Thür öffueub, ließ er fie und ihre neue Sefannte eintreten, indem er zugleich zu ihr sagte:

»Signora, ich bin beauftragt, Sie hier anderen Händen zu übergeben und verabschiede mich daher von Ihnen. Leben Sie wohll' und jene ebenfalls grüßend, verließ er das Han?. Wie Angela durch das in ber großen Vorhalle vorhandene Fenster sah, durchschritt er schnell den Vorraum und ging ebenso schnell ber Landstraße zu unb dem ibm folgenden Wagen entgegen, um dem verwundeten Stefano nach der Stadt zu folgen, während ber soeben angekommene den Stallungen znfnhr.

Jetzt wandte sich ihre Begleiterin, die bisher noch nicht gesprochen, ihr zn nud sagte:

»Signora, ich bin von meiner Herrin, der Eontessa beauftragt, Sie in das für Sie bestimmte Zimmer zu- sührev, uud bitte, mir dahin zu folgen--

Zum erstenmal sLlug jetzt Angela den Schleier zurück, und ihr uach aller Aufregung uud Austreugun so bleiches, aber nicht minder liebliches und edle? Gesicht ohne Verhüllung sehend, slbwieg plötzlich thre Begleiterin. Im Begriff, fie zu unterbrechen, hatte Angel« dies nicht bemerkt, und fragte in festem ruhigem Ton:

»Wer ist ihre Herrin, daß man mich zu ihr ge­bracht, uud was soll ich hier?'

.Die Fragen wird Ihnen die Cont.ffa, derer Kawmerftau Francesca ich bin, selbst beantworten" entgegnete diese fie unverändert anblickend.

»Wann kann id> die Cont-ssa sehen und sprechen?' fuhr Angela endlich ihre seltsam sotschendeu Blick bemerkend, fort.

»DoS wird, da die Conteffa krank ist, vielleicht morgen oder in den nächsten Tagen möglich sein' erwiderte Francesca. »So lange müssen fie fich

allen Umständen ist aber sicher, daß die kaiserliche Regierung nicht daran denkt, Damaraland an irgend eine fremde Macht abzutreten und daß somit die Nachricht desDaily - Telegraph" völlig aus der Luft gegriffen ist. Bei dieser Gelegenheit machen wir auch noch darauf aufmerksam, daß in demCape Argus" vom 11. vorigen Monats der Vorschlag gemacht wird, die Kapkolonie möge die Walfischbai dem deutschen Reiche überlassen, wogegen Deutsch­land den südlichen Teil seines Schutzgebietes bis zum 26. Grad südlicher Breite an die Kapkolonie abzutreten hätte. Auch von solchen Tauschgeschäften kann nicht die Rede fein, aber es freut uns, sest- siellen zu können, daß jener bisher vielfach für wert­los ausgegebene Teil des Schutzgebietes in der Kapkolonie hoch genug gilt, um ihn als einen gleich­wertigen Ersatz für den bisher so wichtig geschätzten Hafen von Walfischbai zu betrachten.

Ausland.

Paris, 6. April. Boulanger erließ von Brüssel aus ein Manifest an feine Wähler, worin es heißt: Ihr habt den Anklageantrag gelesen, womit der Versuch gemacht wird, ein nicht zu rechtfertigendes Verlangen nach meiner gerichtlichen Verfolgung zu begründen. Das in Narrheit geratene Parlament stimmte demselben zu und beschloß meine gerichtliche Verfolgung vor der Gerichtsbehörde eines reinen Zufalles, welche aus meinen politischen Feinden be­steht. Der kernige gesunde Sinn eines jeden von euch wird diesen abscheulichen Verleumdungen ein gerechtes Urteil sprechen. Der Anklage-Antrag wirft mir alle Handlungen meiner früheren Lebenslaufbahn und aus der Zeit meines Eintrittes in das Ministerium vor. Wären diese Handlungen strafbar, so wären diejenigen politischen Männer meine Mitschuldigen, die mich in das Ministerium beriefen. Boulanger erinnert weiter daran, daß er als Soldat sein Leben dem Dienste des Landes geweiht und daß er jetzt den berechtigten Ehrgeiz habe, die Republik aus den verächtlichen Händen zu reißen, worin sie sich be­finde; er wolle mit Hülfe des allgemeinen Stimm­rechts eine anständige und ehrbare Republik Herstellen. Alle Gewaltthaten und Verleumdungen würden ihn von diesem Ziele nicht ablenken. In wenigen Monaten würden die Wahlen die Million früher für ihn abgegebener Stimmen bestätigen und die Erlösung des Landes sichern. Der Ministerrat beschloß vormittags, daß das Dekret, welches den Senat als obersten Gerichtshof einsetzt, am nächsten Montag bem Senate vorgelegt werden soll und daß Bou-

gedulden, und mit jedem andere» Bekehr a» mich wende», da fix mir einstweilen übergeben sind", uud damit schritt fi-, Aug<las Reisetasche ergreifenb, ihr die Treppe voran, und öffnete aus einem geräumiges Korridor ai gelangt, ei» einfach und altertümlich aus. gestattetes Zimmer.

Sie einte eien lassend fügte fie hinzu: »Signora, Sie scheinen sehr ermüdet und angegriffen zu sei», und sollten fttlafen, doch will ick> Ihne» erst Früh, stück holen, das Sie ebenfalls Mitt gen wird! und dies sagend verließ sie das Gemach und Angela hörte fie wieder die Treppe hinabgehen, ohne daß fie jedoch, wie dies in der Anstalt geschehen war, die Thür ver­schloss, n hatte. Einen Augenblick ihr uachblickeud trat fie daun aus Fenster, schaute in den fich hinter dem Haufe ansdehueudeu Garten hinab und dachte-

Wo ich auch sein mag, so bin ich hier wenigstens nicht tn einem Jrrenhanse, nnd werde auch nicht wie .ine Gefangene behandelt. ES wird ptr hier wie

"'nLstd geschehen, und Giovanni mich zu finde« wisse». Wer wohl die hier so einsam wohnende Contessa >ein mag, und weshalb die so seltsam forschende» Blicke ihrer Kammerfrau. Vielleicht hat auch fie gleich Signora Antonia schon eine Aehu- Hdufit entdeckt. Die arme Signora AntoniaI Sollte ich wohl ihre Lebensgeschichte erfahren?'

Ein vernehmliches Klopfen unterbrach ihr Sinnen, und ohne eine Antwort abzuwarten, trat Francesc« mit dem versprochene» Frühstück ein. Es auf de» Tisch ordnend, sagte fie zugleich:

»Signora, die Contessa hat mich beauftragt Ihne« ,u melde», daß fie Sie, wie ich Zhueu auch schon ge» sagt, in den nächsten Tagen zu fich rufe» lassen würde. Befolgen Sie hinfichtlich des Schlafens meinen Rat, und werde ich mich nach einigen Stunden wieder nach Ihnen uwfehen!'

Nach diese» Worten und »ach einem forschend« prüfende» Blick anf ihre Plegebefohlene, verließ fie das Gemach, in welchem diese ihre» Gedanken überlasse» zurückblteb. - (Fortsetzung folgt)