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Wöchentliche Beilage»: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Soimtagsdlatt

Expedition: »ftttt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. >»q. Koch.

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e*4^*6SSMrS?mÜ6$?'** Sonnabend, 6. April 1889. Jahrgang.

________________________ 10 MS-, Reklamen T Daube tu Co. in Frankfurt a Berlin, Hamwna Bari«.

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Berlin, 4. April. Das Marine-Verordnungs Matt veröffentlicht folgende kaiserliche Kabinettsordre an den kommandierenden Admiral v. d. Goltz vom 2. April: »Ein verheerender Orkan hat meinen bei den Samoa-Inseln stationierten Schiffen schwere Verluste zugesügt.Adler" undEber" sind mit Teilen ihrer Besatzungen gesunken. TieOlga" ist auf den Strand geraten und hat schwere Be- schüdigungen erlitten. Mit meiner Marine beklage ich den durch die uneriorschliche Fügung Gottes über dieselbe verhängten Verlust vieler Offiziere und Mannschaften tief. Er bewegt mich um so schmerz­licher, als ich aus den Vorgängen bei Apia am 18. Dezember weiß, daß ich brave und unerschrockene Männer verloren habe, welche ihr Leben in treuer Pflichterfüllung für Kaiser und Reich voll eingesetzt haben. So erschütternd aber auch die Folgen des alles verheerenden und vernichtenden Orkans gewesen find, so erwarte Ich von der Maiine, daß sie durch solche Unglücksfälle sich nicht in dem Vertrauen zu ihrer gedeihlichen Entwickelung wird erschüttern lösten. Mögen die für Kaiser und Vaterland bis zum letzten Augenblicke treu ihre Pflicht erfüllenden Dahingeschiedenen der Marine für alle Zeiten zum Racheifern voranleuchten und sie dadurch befähigen, ihre Pflichten zum Heile und zur Erhöhung des Ruhmes des Vaterlandes mit dem Geiste der Hingabe und Treue, der sie so hoch ausgezeichnet hat, auch ferner zu erfüllen. Sie haben der Marine diesen Erlaß zur Kenntnis zu bringen. In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangte der Antrag Preußens, betreffend Abänderungen des Strafgesetzbuches und des Preßgesetzes, nicht zur Beratung, weil die Be­ratung des Ausschuffes noch nicht beendigt ist.

.Neu' Porte» t Fr« (1709

DiePost" meldet: Von der Ernennung des Ministers v. Puttkamcr zum Mitgliede des Herren­hauses ist an zuständiger Stelle nichts bekannt. Äußer dem durch den Erlaß des Finanzministers

>»>m 1. d. M. verfügten Umtausche der 4prozentigen Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Prioritäten, 9. Serie,

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gegen 3V»prozentige Konsols im gleichen Nennwerte eit Zinsgenuß bis zum 2. Januar 1890 werden dl gleicher Weise zur Umwandlung angeboten folgende Prioritäten: Berlin - Görlitzer Litt, b; Berlin- Stettiner 3 (Zinsgenuß bis zum 1. April 1890), Schleswig sche, Berlin-Anhalter 2, Berlin-Hamburger 1 mb Berlin - Thüringer 6. Erklärungen sind bis Ende April abzugcben. Die Gesamtsumme, um die S sich handelt, beträgt 79 473 400 Mark.

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(Nachdruck verboten.)

Angela.

Srzühlung aus vergangenen Tagen.

Fortsetzung.)

Federigo enthielt sich daher auch jeder Bemerkung iber Stefano, der durch die betäubeude Eflenz, au die er ih« hatte rieche» laffeu, ibn einstweilen un­schädlich zu machen gedachte. Zugleich fühlte er itue» heftigen Schmerz in seiner Wunde, und hoffte *nb wünschte, ' der Marchese bald kommen werde, ihn von allen Ereigniffeu in Kenntnis zu setzen. Da er eine sonst nie empfundene Schwäche spürte I» trng er der Wirtin auf, ihm Speise und Trank # bringen, und sich, als fte sich entfernt, an ihren Rann wendend, fragte er ihn, nach welcher Richtung *t Wagen gefahren sei. Dieser bezeichnete sie ihm »b er fnhr fort:

.Er ist wohl dem ersten gefolgt, von dem ich ge» Mt, daß er hier gewesen?"

,DaS vermag ich nicht zu sagen, Signor", er» tiberte der Wirt, .denn den habe ich nur ankowmen üheu. Als der eine Signor alles für die beiden Damen und auch für die Männer Begehrte bekommen hat er gewünscht, daß wir in dieser Stube bleiben M-u. die ich anch eher nicht verlast en, als bis ich end) aufgefunden l"

, Federigo hatte sich bei diesem letztenBericht wiederum l?»et Bemerkung enthalten, obgleich iobezug auf Angelo ®nb ihre Begleiterin er gern noch einige Fragen gethau. Dos wäre ihm indes unmöglich gewesen, denn in raschem Drohe fnhr ein Wagen vor das HanS, und schnell die ®tnbe verlassend, ging der Wirt vor die Thür, neu- Stetig wen und was daS dritte Fuhrwerk bringen wöge, ^uch Federigo war anfgestauden, nnd auf den Flur hmansgktreten, und erblickte zn seiner Freude den schon b«m Bock gesprungenen Paolo. An den Schlag tretend, W) er, im Begriff diesen zu öffnen, hinein, wandte 6 aber, dem Kutscher erschrocken anstarrend, ab. Ahn verstehend, sagte dieser halblaut:

Der westfälische Handwerkertag, welcher am 31. März in Paderborn tagte, nahm einstimmig folgende Beschlüsse an, von denen der letzte dem Bundesrat übermittelt werden soll: 1) Der westfälische Handwerkertag, der von mehr als 600 selbständigen Handwerkern besucht ist, em­pfiehlt den Anschluß an denAllgemeinen deutschen Handwerkerbund", weil die Hauptforderungen des Handwerkerstandes in einer Aenderung der Gesetz­gebung bestehen, welche ohne große politische Ver­einigung nicht durchzusetzen ist. Alle Handwerker haben daher in erster Linie die heiligste Pflicht, sich dem Bunde anzuschließen, damit der Handwerkerstand eine festgeschlossene Masse bildet. 2) Der westfälische Hanvwerkertag beschließt aufs neue: Der obligato­rische Befähigungsnachneis ist eine unentbehrliche Notwendigkeit zur Erhaltung des Handwerkerstandes. Er spricht die Hoffnung aus, daß der hohe Bundes­rat angesichts der Kaiserlichen Botschaft und ange­sichts der Mehrheit des Reichstages, welcher zweimal den Befähigungsnachweis angenommen hat, feine Zustimmung dazu geben wird, damit der ausgleichende Mittelstand erhalten bleibt und den zerfetzenden Ten­denzen der Sozialdemokratie ein wirksamer Damm entgegengesetzt wird." Die Verhandlungen kennzeich­neten sich, wie dieKreuz-Ztg." bemerkt, besonders durch eine sehr scharfe Stellungnahme gegen die Nationalliberalen und Freisinnigen. Der eigentliche Führer der westfälischen Handwerker, Schneidermeister Möcker (Dortmund) hob hervor, es seien insbeson­dere die Nationalliberalen, Fortschrittler, Manchester­männer und Sozialdemokraten Feinde des Hand­werks, und deswegen stimmen die Handwerker für Zentrum und Deutschkonservative. Der Hauptredner war der Redakteur eines Handwerkerblattes und Tischlermeister Euler aus Bensberg in Rheinpreußen. Er sprach für den Legimationszwang der Gesellen, b« die jetzige Freiheit das Umherziehen der sozial­demokratischen Agitatoren begünstige und bemerkte darüber:Der Zwang, gegen den sich National­liberale, Manchestermänner und Sozialdemokraten so sehr sträuben, besteht im Kranken - Unfallgesetze und soll auch im Invaliden- und Altersversicherungsgesetze zur Anwendung kommen." Weiter polemisiert er gegen die .Raubtierfreiheit des Großkapitals", sowie gegen den Bundesrat wegen seiner ab­lehnenden Haltung gegenüber dem Anträge Ackermann-Buhl. Großen Beifall rief folgende drastische Ausführung des Redners über diesen Punkt hervor:Wir werden trotz der ab­lehnenden Haltung des Bundesrates in unseren Be-

,Jch will Euch gleich alles eizäplen, Signoi, laßt mich nur erst die müden Pferde in den Stall bringen, damit fte sich ausruhen nnd weiter dienen können!"

Von der größten Unruhe um seinen Herrn erfaßt, den er so sicher und wie er gesehen, vergebens er­wartet, aber auch die Notwendigkeit von Paolas Vor­sicht erkennend, ließ er diesen gewähren, dem schon der Wirt dienstfertig zur Hand ging. UnterbeS er­schien besten Ehehälfte mit der begehrten Stärkung und forderte er fie auf, ihm eine besondere Stube anznweisen und Speise und Trank dortbin zu bringen. Sie öffnete die, in welcher vorher Angela und Jos-fa und nach ihnen Stefano gewesen, war fie ihm auch mttteilte und sich entfernte, nachdem fte daS gewünschte Abendbrot auf den Tisch gestellt. Einer plötzlichen Eingebung folgend, begann er den kleinen Raum zu durchsuchen, den kaum der spärliche Schein der Lampe zu erleuchten vermochte. In den Ecken unter dem kleinen Schrank war nichts vorhanden, was seine Aufmerksamkeit hätte erregen können, doch unter das niedrige Sopha blickend, sah er hier zwei Strohschemel die zurückgeschoben in schnurgrader Linie standen. Dies konnte so gut Zufall, wie auch Absicht fein; aufge­regt wie er war, schob er fte schnell beiseite und ent­deckte nun hinter dem einen ein Stückchen weißes, nachlässig zusawmengelegteS Papier. ES hastig auf- nehmend, entfaltete er eS und sah, daß eS mit Bleistift beschrieben war und einzelne Buchstaben und Worte enthielt. Er trat dicht zur Lampe und unterschied m ist ein großes und ein kleines ,A", die durch vier Punkte verbunden waren. Dann folgten die Worte .hofft auf", darauf ein großes .G" und ein kleines ,i* und zwischen diesen sechs Punkte. Hätten nach kürzerer oder längerer Zett der Wirt und die Wirtin das Blättchen Papier gefunden, sie würden eS kaum ausgenommen, vielmehr achtlos beseitigt haben, für Federigo aber war eS von unschätzbarem Wert, denn er laS und feiner Ansicht nach konnten fie nicht anders heißen, die Worte:

ftrebungen nicht Nachlassen, und immer wieder unsere Anträge einbringen, bis wir ebenso Erfolg haben, wie dies schließlich seinerzeit mit den anfangs eben­falls abgelehnten §§ 100c und lOOf der Gewerbe­ordnung der Fall gewesen. Uedrigens ist ja bereits 1885 das Prinzip des Befähigungsnachweises an­erkannt worden, indem man denselben für die Huf­schmiede einführte. Da haben die Herren am grünen Tisch am eigenen Leibe so zu sagen erfahren, daß eine Befähigung für Ausübung des Hufbeschlags- Gewerbes notwendig ist. Ganz abgesehen von der Tierquälerei, werden durch die Pfuscher die Luxus­pferde ruiniert und bedeutend entwertet. Der schlechte Beschlag ruiniert aber auch die Landwirte, deren Tiere für die Gesamtheit von größerem Nutzen sind, als die eleganten Wagenpferde. Durch jenes Gesetz ist der Schutz eines Standes prinzipiell an­erkannt worden und so hat man diesem Hand­werk durch den Befähigungsnachweis aufgeholfen. Was dem Pferdefuß recht, ist am Ende dem Menschenfuß billig, bezüglich besten eine Statistik der zum Militärdienst infolge mangelhafter Füße, hervorgerufen durch schlechtes Schuhwerk, Untaug­lichen intereffante Resultate ergäbe". Schließlich sprach der Redner für geschlossene Beteiligung der Handwerker an den Wahlen, was jedenfalls Erfolg haben würde, denn .dem Handwerk gehörten sechs Millionen Deutsche an, der Großindustrie aber nur zwei Millionen". Was will es angesichts dieser Thatsache, daß die Handwerker selbst sich überall für die Einführung des Befähigungsnachweises aus- sprechen bedeuten, wenn einzelne Litteraten in der Presse sich dagegen aussprechen und sich dabei ledig­lich daraus berufen, daß hier und da in abgelegenen Gegenden ein Schuster auch Sattler und Seilflechter, und ein Tischler auch Stellmacher sein muffe. Die .Nordd. Aüg. Ztg ", welche diesen llassischen Beweis demDeutsch. Tagebl." entlehnt, hat übersehen, daß es dem Schuster-Seiler sicher nichts schadet, wenn er in der Jugend den Befähigungsnachweis als Schuster abgelegt hat, und die Bewohner solcher abgelegenen Ortschaften haben dann doch wenigstens einen wirklichen Schuhmacher bez. Tischler Seile flechten und Wagen reparieren können sie dann doch immer noch während sie ohne Befähigungsnach­weis Gefahr laufen, Leute zu haben, die überhaupt nichts ordentliches gelernt haben, weder Schuhe machen noch Seile flechten. Die Gefahr, daß diese Leute dann keine Nebenbeschäfttgung betreiben dürfen, besteht ja nicht; hier gilt: Not hat kein Gebot. Wer will es einem Tischler auf einem abgelegenen Dorfe

wehren, wenn er einem Bauer etwas an seinem Wagen flickt, das unter Umständen ein erfahrener Bauer sogar selbst machen könnte. Neue Wagen wird sich schwerlich jemand beim Tischler bestellen, und wenn der zufällig am Orte wohnende Sattler in Ermangelung eines Schusters die Stiefel besohlt oder riestert, so wird man doch schwerlich bei dem Sattler neue Stiefel oder Schuhe machen lasten.

Arrstimd.

Paris, 4. April. Der Ministerrat wird heute vormittag über die Frage entscheiden, ob in der Kammer die Forderung zum gerichtlichen Einschreiten gegen General Bonlanger unverzüglich eingebracht werden solle. Der Ministerrat beschloß heute, bei der Kammer die Ermächtigung zum gerichtlichen Einschreiten gegen General Boulauger zu beantragen. Das Boulangisten-Komitee erläßt eine Erllärung, wonach es sich mit allen gegen vier Stimmen für die Abreise Boulangers entschieden habe, weil dessen Freiheit und Leben von denjenigen Parlamentaristen bedroht war, welche zu allem enffchloffen seien, um die Regierung zu behalten. Die Zeitungen ver­öffentlichen Briese Laissants, Naquets und Laguerres vom 13. März, worin sie Bonlanger auffordern, abzureifen. Die Ansichten der Pariser Presse über die Abreise sind sehr geteilt. Die Opportunisten und die Radikalen betrachten sie als das Ende des Bonlangismus und erklären, die Regierung müffe mit der gerichtlichen Verfolgung fortfsahren. Das Journal des Debats" sagt, die Thorheiten und Albernheiten, welche andere ruiniert hätten, hätten Boulangers Glück gemacht; man könne nicht Voraus­sagen, ob die Flucht ein Beweis der Schwäche ober des Untergangs, oder der Verminderung des An­sehens Boulangers zur Folge haben werde. 'Der Figaro" sagt, die Zukunft nur könne beweisen, wer Recht habe: ob diejenigen, welche die Flucht billigen, oder die, welche sie verurteilen. Am Montag Abend um 7*/, Uhr traf der Präsident der Republik Carnot nebst feiner Gemahlin auf der festlich erleuchteten deutschen Botschaft ein, nm dem ihm zu Ehren vom Botschafter Grasen Münster veranstalteten Festesten beizuwohnen, Sluj, der sonst so stillen Rue de Lille war ein besonderer Polizei­dienst eingerichtet worden und berittene Gardes Repnbllcaines in ihren reichen Gala - Uniformen hielten am Eingänge derselben. Graf Münster empfing den Präsidenten an der Auffahrt des Botschaftsgebäudes, und da die anderen Geladenen schon vorher eingetroffen waren, so begab man sich

Angela hofft auf Giovanni!"

Weiter darüber nachzudeukeu vermochte er indes nicht, denn Paolo trat ein, der es kaum erwarten konnte, ihm feine MitteUuugeu zu mache», und zu dem er daoegeu sagte:

Paola, Signora Angela ist vor kam» einer Stunde hier gewesen, und wir müffe» ihr so schnell wie möglich folgen!'

Habt Ihr das durch das Stückchen Papier in Eurer Haud erfahren?" fragte der Kutscher der so wichtiges zu berichten hatte. Federigo erzählte ihm was eS enthielt und wie er dazu gekommen, und fragte bann hastig und ohne feine Antwort abzuwarteo:

Und nun, Paolo laß wich hören, weshalb der Marchese nicht gekommen ist, sonder» Euch allein geschickt hat!"

Von vielen Ausrufungen und Frage» das aafs höchste »nd schmerzlichste überraschten Federigo unter­brochen, berichtete Paolo was sich auf der Ehanstee jenseits des JrrenhavseS zugetrage». Als er die heftige Aufregung des Marchese beim Klang der Stimme deS hiuzugekommeueu Jnsaffeu des Wagens beschrieb, da wußte Federigo, daß er ihn als die geheimnisvolle Gestalt aus den Palnzzi-Ruiueu erkannt. So weit wie erforderlich teilte er Paolo davon mit, und fügte dann traurig uud niedergeschlagen hinzu:

Und wie stand eS mit dem Marchese, Paolo, als Ihr ihu im Hofpital oerlafleu?"

Er hatte im Wagen die Besinnung wieder kommen", antwortete dieser,mußte aber iuS Haus getragen werden, wohin ich ihm folgte, und er mir nochmals sagte, Euch nnd feinen Vater in Neapel aufzufuchen und für alles weitere zu sorgen. Ich blieb noch eine Weile in der Nähe der Thür, um von einem mir zufällig bekannten Wärter weitere Nachrichten zu erhalte», uud erfuhr anch von diesem, daß der Marchese vorerst nicht daS Bett verlassen könne nnd niemand, wer es anch fein möge, ihn sehen dürfe, der Geudaimeriesoldat aber eben so firner verwundet fei. Nach diesem Bescheid verließ ich daS Hospital um Euch so schnell

wie möglich zu folgen, und frage Euch uuu, was wir Euer Meinung nach thu» sollen?"

DaS ist schwer zu fugen, Paolo", erwiderte Federigo nnb suchte so gut wie möglich feine Reeder, gefchlagenheit zu bekämpfe»,benn auch ich bin 6er» wuudet--

Verwundet?* widerholte erschrocken der Kutscher.

Ja, und wie ich fürchte nicht unbedeutend", entgegnete Federigo uud «zählte, wie er dazu ge» komme«. Paolo hörte ihm aufmerksam zu uud aut» wartete:

Weuu Ihr die Schurken schon gekannt, so habe» fie auch »ach Verabredung gehandell, um Euch eben­falls für den Augenblick unschädlich zu mache». Glücklicherweise kauu ich in etwas Eure Stelle der» treten, den» vorerst habe ich kein Verhör zu erwarte» 1"

Und dient Ihr dem Marchese treu uud eifrig, so wird eS Euer Schaden nicht fein, Paolo", der» fetzte Federigo, dessen Wunde ihm die heftigste» Schmerzen vermsachte.Sein Vater ist ein sehr reicher Manu nnd wird Eure Sorge nm seine» einzigen Sohn gut belohnen!"

.So laßt uns denn überlegen, was ich zunächst thuu kann", erwiderte Paolo uud blickte voll Besorg­nis auf das bleicher werdende Geficht seines Ge­fährten.

Wir dürfen keine Zeit verlieren--

Beide überlegten nun die für den Augenblick er­forderlichen Schritte, während zugleich Paolo sich an Speise und Trank labte uud auch Federigo da­von genoß. Endlich tarnen fie darin überein, daß, da offenbar Angela sich gesund und wohl befand, ihre Entführer aber wußten, daß ihr erster Aufent­halt entdeckt worden, und ihr jedenfalls weiter nach, geforscht werden würde, fie fie daher schon ihrer eigenen Sicherheit wegen voll Rückficht behandel» wußten, eS daS notwendigste sei, Federigo ebenfalls ärztliche Behandlnng zu verschaffe».

(Fortsetzung folgt)