AechW ZÄUM
Illustriertes Sonntagsblatt
in
JÜ 76
es3
bonuements-Erneuerung
hei
lie-
W '83
Mtion 2‘A ML, lei ben Postämter» 2 ML 60 Pfg (e$tt. BesteSgÄ). 3ifeetion<fleM|t für die gespaltene Zeile 10 Mg. Reklamen für Me Zelle 25 Pfg.
r
in
■» Werktage» **4 öohh» uni lbomementS-PreiS lei der Expe»
die Kommission aber in zweiter Lesung strich, wieder eingesührt werden. Die weiteren Anträge wollen den Gebrauch der Quittungskarte sicherstellen. So oll dieselbe am Kopfe auch die Bestimmungen ragen, welche über den Gebrauch der Quittungs-- karten und die diesbezüglichen Strafbestimmungen erlassen sind.
— ^Befähigungsnachweis.] In Nr. 142 bei „Nordd. Allg. Ztg." wird unter Bezugnahme auf eine im „Deutschen Tageblatt" erschienene Zuschrift auszuführen versucht, daß dem jüngst von de» Reichstag in zweiter Lesung angenommenen Anträge Ackermann-Hitze über die Einführung des Befähigungsnachweises im Handwerk vom Gesichtspunkte der kleinstädtischen und ländlichen Verhältnisse aus ernste Bedenken entgegenstehen. Wenn nun schon der Umland, daß bei der namentlichen Abstimmung die große Mehrzahl der auf dem platten Lande wohnenden Abgeordneten für den Antrag gestimmt hat, diese Bedenken ahschwächt, so ist auch in § 14g des eingcbrachten Gesetzentwurfs denselben bereits ausreichend begegnet. Der angezogene Artikel führt aus, daß eine Arbeitsteilung in den größeren, teilweise auch in den kleineren Städten sehr wohl möglich sei, daß aber dies auf ländliche Verhältnisse in keiner Weise zutreffe. Ein Tischler auf de» Lande sei zugleich Stellmacher, bisweilen auch Böttcher und Glaser, ein Sattler sei selbstredend zugleich Tapezierer und Stubenmaler, ein Schmied müsse alles leisten, was mit Metall und Feuer in einer näheren oder entfernteren Beziehung stehe und dergleichen mehr. Diesen besonderen Verhältnissen des Platten Landes ist jedoch bereits Rechnung getragen worden. Denn abgesehen davon, daß den höheren Verwaltungsbehörden das Recht eingeräumt ist, in einzelnen Fällen unter Berücksichtigung der vorliegenden Verhältnisse von dem Nachweis der Befähigung zu entbinden, bestimmt der Gesetzentwurf auch ausdrücklich, daß ein besonderer Nachweis der Befähigung im Falle des gleichzeitigen Betriebes eines verwandten Gewerbes nicht erforderlich sei, daß die höhere Verwaltungsbehörde zu bestimmen habe, ob und inwieweit ein Gewerbe als em verwandtes anzusehen sei, und daß dieselbe im Zweifelsfalle darüber entscheide, welche Arbeiten, die für gewöhnlich einem bestimmten handwerksmäßigen Gewerbe angehören, auch neben einem anderen betrieben werden können. Und endlich soll für die Ausführung aller Nebenarbeiten, soweit sie zur vollkommenen Herstellung der Erzeugnisse des Gewerbes notwendig sind, ein besonderer Be-
e
St.
also eine größere Zahl von Premierleutnants zu Kompagnieführern bestimmt werden kann. Schon mit Rücksicht darauf dürfte es erforderlich fein, von der gesetzlich zulässigen Einstellung ausgiebigen Gebrauch zu machen." — Die jährlichen Beiträge, owie die Antritts- und Gehaltsverbesserungsgelder, welche aufgrund des § 3 des Gesetzes vom 22. Dezember 1869 über die Erweiterung, Umwandlung und Neuerrichtung von Witwen- und Waisenkassen ür Elementarlehrer bis zu ben daselbst bestimmten ^öchftbeträgen von den Lehrern an öffentlichen Schul.n einschließlich der Emeriten an die nach den Vorschriften dieses Gesetzes beziehungsweise des Abänderungsgesetzes vom 24. Februar 1881 eingerichteten Witwen- und Waisenkassen für die Zeit nach dem 1. April 1889 statutenmäßig gezahlt werden müssen, sind, wie der Herr Kultusminister mit Rücksicht auf die eingeleitete anderweitige gesetzliche Ordnung dieser Angelegenheit durch allgemeine Verfügung bestimmt hat, vorläufig nicht zu erheben. Ausgenommen hiervon sind rückständige und gestundete Beiträge der vorbezeichneten Art, Beiträge für Versicherung mehrerer Pensionsportionen, Heiratsgelder, von den Lehrern und Emeriten an Stelle der Gemeinden zu entrichtende Beiträge, sowie die jährlichen Beiträge und Gehaltsverbesserungsgelder derjenigen Lehrer und Emeriten, welche als Staats beamte, bez-ehungsweise pensionierte Staatsbeamte, unter das Gesetz, betreffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen der unmittelbaren Staats" beamten und unter das Gesetz, betreffend den Erlaß der Witwen- und Waisenbeiträge, fallen.
— Die Fraktionen des Reichstages haben sich zum größten Teile über ihre Stellung zur Alters- und Invaliditäts-Vorlage schlüssig gemacht. Außer dem bekannten Anträge auf Errichtung einer Reichsversicherungs-Anstalt beantragen die National- liberalen (Duvigneau, Gebhard, Niethammer, Struck- mann) dem § 63 den dritten Absatz hinzuzufügen: „Die Anerkennung des Anspruchs auf Jnvalrden- rente kann unbeschadet der Bestimmungen des § 24 unter vorläufiger Beschränkung auf eine bestimm! e Zeit, jedoch auf höchstens zwei Jahre, oder ohne solche Beschränkung erfolgen. § 28 bestimmt, daß der gesetzliche Anspruch auf Ersatz des durch die Invalidität entstandenen Schadens gegen Dritte auf die Versicherungs-Anstalt übergeht, insoweit als diese zur Gewährung einer Rente verpflichtet ist. Ferner soll ein neuer § 63a* eingefügt werden: Ist die Anerkennung des Anspruchs auf Invalidenrente unter Beschränkung auf eine bestimmte Zeit erfolgt (§ 63
Krrrtschrs Leich.
Berlin, 28. März. Nachmittags 2 Uhr hielt Staatsministerium eine Sitzung unter dem Vorsitze
Abs. 1), so hat vor Ablauf dieser Zeit der Vorstand der im § 61 Abs. 1 bezeichneten Versicherungs- Anstalt von Amtswegen, im übrigen nach Maßgabe der Bestimmungen des § 63 eine Untersuchung über die Fortdauer der Erwerbsunfähigkeit des Rentenempfängers zu veranlassen und einen Beschluß darüber zu fassen, ob die Rente fortzubewilligen ist; eine Foribewilligung unter Beschränkung auf eine bestimmte Zett ist unzulässig. Dem § 65 soll folgender zweiter Satz hinzugefügt werden: Eine Berufung aus dem Grunde, weil nach Maßgabe des § 63 Abs. 3 die Anerkennung des Anspruchs auf Zeit erfolgt ist, ist nicht zulässig. — Die Konservativen werden die Anträge auf Herstellung des Einheitsgesetzes der Rente und auf Befreiung der Arbeiter von den Beiträgen einbringen, sowie in § 4 (Besondere Kasseneinrichtungen) für die sogenannten landwirtschaftlichen Berussgenossenschaften die besondere Fakultät im Plenum Vorschlägen. Die Freisinnigen haben fünf Anträge gestellt, dem § 4aa einzuschalten: Die unter § 1 bezeichneten Personen inb von bei gesetzlichen Versicherungspflicht befreit, wenn sie einer Alters- oder Jnvalidenkasse ange- )ören, welche *) mindestens gleich hohe Renten, wie in diesem Gesetz vorgesehen, bewilligt, b) für die Deckung der Renten nach versicherungstechnischen Grundsätzen Gewähr bietet, insbesondere aus den Beiträgen die nach dem Prämienverfahren notwendige Rücklage sicher stellt, c) über den Anspruch der einzelnen Beteiligten und Gewährung der Renten ein schiedsgerichtliches Verfahren unter Mitwirkung von Vertretern der Versicherten zulaffen. Sofern zur Erfüllung dieser Bedingungen eine Statutenänderung bestehender Kassen notwendig ist, muß dieselbe innerhalb sechs Monaten nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes erfolgt oder beantragt fein. Die obere Verwaltungsbehörde entscheidet, ob die Kassen den vorstehenden Anforderungen Genüge leisten. Gegen diese Entscheidung ist der Rekurs gemäß §§ 20 und 21 der Gewerbeordnung vom 1. Juli 1883 zulässig. In tz 7 soll der Versicherte mit dem 65. Lebensjahre die Altersrente empfangen dürfen. Der Betrag für die Voraussetzung der Erwerbsunfähigkeit soll einen Drittel des mittleren Jahresarbeitsverdienstes der letzten Lohnklasse gleichkommen. Nach ß 7a soll Invalidenrente auch derjenige nicht dauernd erwerbsunfähige Versicherte, welcher während 26 Wochen ununterbrochen erwerbsunfähig gewesen ist, für die weitere Dauer feiner Erwerbsunfähigkeit erhalten. In § 12 soll die Bedürfnisrente, welche die Regierungsvorlage wünschte,
es Fürsten Bismarck ab. — Mit der Einstellung Offizieren des Beurlaubtenstandes bei den Herbst- ungen dieses Jahres soll diesmal bis an die tzlich zulässige Grenze der Einberufungen gegangen ..den, und zwar hauptsächlich mit Rücksicht auf ie Ausbildung der Kompagnieführer. Der „Schief, jg." wird hierzu geschrieben: „Die Zahl der iompagnieführer soll auch schon in Friedenszeit
Zum bevorstehenden Quartalswechsel er- chen wir um rechtzeitige Erneuerung des ostabonnements, zur Verhütung sonst ein- nder Unregelmäßigkeiten im Eintreffen der berheffische« Zeitung mit ihren Gratisbeilagen
Kretsbtatt
r die Kreise Marburg und Kirchhai« und
Illustriertes Ssuutagsblatt.
Alle Postanstalten nehmen Bestellungen und auf dem Lande die Postboten.
In Kirchhain unsere Agentur, Herr Buch- inder Rindt, und in hiesiger Stadt unsere itungsträger sowie unsere Expedition.
Marburg,
Sonnabend, 30. März 1889.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain
Expedition Markt 2L — Redaktion, Druck und »erlag von Joh. An«. Koch.
Bnjeigen nimmt -ni»,i.. »u «xpevittou » Blatte», sowie b. Amonceu-Bureanx von Hänfenstei» und Bögler MÄÄÄttÄSSi Ttt ™ Jahrgang.
Daube u. So. t» Frankfurt a Berlin, Saunover Dari».
pi einen wesentlich höheren Stand gebracht werden, £ «für wohl die Erfahrung maßgebend ist, daß be- Sglich des Ausscheidens der älteren Reserve- bezw. wöbet Abwehr - Offiziere aus dem Dienstverhältnis zur mtafc 8eit noch jeder Maßstab zur Berechnung des reget« r .4 «äß'gen Abgangs fehlt. Es darf aber keineswegs - geschehen, daß im Mobilmachungsfalle die Zahl der ftei lienstuntauglicheu oder in der kurz vorhergegangeuen Dajnen 8«l Verabschiedeten so groß erscheint, um eine Publi empfindliche Lücke im Führermaterial zu bedeuten, en »i llebiigens wird es gerade die nächste Zeit mit sich n BD‘ bringen, daß auch im Beurlaubtenstande, der in evortt bieser Beziehung mit der Linie in gleichem Tempo rtdurti Heibt, das Avancement sich besser gestaltet, daß
ioe
.889.
>■
y 84
iffPk 104li
».
„Wir können über die Ausführung unserer «ficht en noch nichts bestimmen, Federigo, und müssen ins von dem Augenblick testen lassen. Wichtig aber ®eg es fein, wenn wir, um sie sicher yl wachen, sie ^nen Vorsprung gewinnen lasse», deu wir mit gute» Pferden leicht eioholeu können."
sNachdruck herboten.]
Angela.
Erzählung auS vergangenen Togen.
10*7
L 1*h ! 87t 1.101*
Fortsetzung.)
„Wir müssen dabei sehr vorsichtig sein, denn da tzaffti Ist ihnen begegnet sind, weiß man doch nicht waS stscheheu tonn", und nach diesen Worten schritten beide der Stadt zu. Ich hatte genug gehört, dennoch felgte ich ihnen, als sie meiner nicht achtend an mir boiüdergingeu uud sah, daß sie sich in ein dem Thore »aheliegeudeS Wirtshaus begaben, das ich mir genau ■ertte. Dann ging ich nochmals vor die Stadt, uw io gut wie möglich meiner äußeren Elscheinnog das frühere Ansehen zu geben uud suchte, alS dies ge- fchrhen, nufer Gasthaus auf, wo mich der Wirt sehr freundlich empfing und fich nach Ihnen erkundigte. Ich erklärte ihm, daß Sie sich einen hübschen Punkt ber Umgegend cenauer ansehen wollten, um später für ein Gemälde Gebrauch davon zu machen."
„Und waS hast Tu darauf für uns angeordnet?" Utetbrad) .ihn der Marchese mit einiger Ungeduld. »Denn wir dürfen Signor Angela nicht ans der änenaustalt fortbringen lassen, ohne alle», was in Meret Macht ist, aufzubieten, sie ans den Händen brr Mitschuldigen deS Conte zu befreien."
,DaS ist nur zu wahr, Marchese", antwortete Federigo, „und ich habe lange überlegt, waS zu thuu brr richtigste ist. Sind Sie der Ansicht, daß wir bru Wagen, in dem die beiden Männer, welche fick to«afo und Stefano nennen, die Signora fortbringen ■erben, schon gleich hier ix der Nähe der Anstalt Malten, ober wollen wir ihnen folgen--"
Eine Weile uachfiunend erwiderte der Marchese:
|1«
C<
iw
1WJ
„Und hat Signora eist bemerkt, daß Hilfe in der Nähe ist, so wird sie fich auch so ganz geduldig nicht 'ortbringen lassen", meinte Federigo.
„Darauf baue ich ebenfalls", erwiderte sein Herr.
„Wie aber steht es mit dem Wageu?"
„Ich habe einen kräftigen und gewandten Mann mit seinem im besten Zustand befindlichen Fuhrwerke angenommen und ihm ei» Drittel! der reichlichen Vergütung bei der Abfahrt versprochen. Sobald ick komme, ist er zum Ausbruch bereit, berichtete Federigo.
„Ich brauche Dir dem audereu Wagen gegenüber keine Vorsicht anzuempfehlen", sagte fein Herr.
, Lassen Sie mich für alles sorgen, Marchese", antwortete mit großer Ruhe Federigo, „und seien Sie zum Einsteigen bereit, wenn ich mit Paolo, so heißt unser Kutscher, komme."
„Vergiß auch unsere Waffen nicht", fuhr der Marchese fort. „ES könnte ohne Kampf nicht ab» gehen, denn jene Männer dürfen fich ihre Beute so leicht nickt entreißen lassen. UebrigevS wäre es für ben Fall, daß ich verwundet werden sollte, richtig einige Verabredungen zn treffen", fügte er dann ernster hinzu.
„DaS ist freilich wahr", sagte eben so ernst sein treuer Diener, „hoffen wir aber, daß eS zu keinen schweren Verwundungen kommt. WaS sollte unS im Grunde aber auch die Verabredung nützen und wer sie avSführen, falls auch ich verwundet würde?'
„Da hast Dn recht', verfetzte ber Marchese, „überlassen wir also alles dem Augenblick. Nun aber gehe zur Stadt zurück und überwache de« unS unbekannten Kutscher, bamti wir die bestimmte Zeit nicht verfehlen!' und Federigo kam dem Wunsch seines Herrn »ach, der in seinem Verstecke verblieb.
13. Kapitel.
Angela ward an dem Tage nicht wie sonst von ihrer Arbeit gefesselt, sie hatte ste vielmehr oft unterbrochen und über ihre Begegnung vom Morgen »ach. gesonnen, die allerdings geeignet war, ihre Gedanken
tu Anlpinch zu nehmen. Wer mockte Signora Antonia Bianckt sein, und welcher Art .die schrecklichen Ereignisse ihres Lebens gewesen', die nicht allein sie in die Irrenanstalt gebracht, sondern sie auch veranlaßt, dort einen anderen Namen zu führen? — Und ihre ihnen gegenseitig fo bekannten und vertrauten Ge- fichtSzüge? — Da verließ Angela plötzlich ihre» Platz und vor deu vorhandene« Spiegel tretenb, prüfte sie aufmeikiam ihr eigenes «-sicht. Ja, es ließ sich nicht verkenne«, zwischen ihr und Signora Antonia bestand die Aehnlichkeit, wie sie der Unterschied ber Jahre noch deutlich hervortreten lassen konnte und endlich langsam au ihren Platz zurückk-hrend, sagte sie:
„ES ist Zufall — kanu nur Zufall fein, denn woher solste eine Aehnlickkeit zwischen mir und Signora Antonia rühren? Ich werde ste Wiedersehen und ihren eigentlichen Namen erfahren, und ber wird mir ebenfalls beweisen, daß wir unS gänzlich fremd gegeuüberstehen. Lebte Tante Alessandra noch —"
Bei der E-innemng an die teure Verstorbene, deren Tod fie so schmerzlich getroffen, die io Rnbe zu betrauern man ihr nicht vergönnt, traten all anderen Gedanken zurück, ihre Hände sanken unthötig in den Schooß, nvd ihre Thränen begannen zn fließen. Sich aber bewußt, daß fie beobacktet werden konnte, ttocknete fie bald ihre Augen und nahm ihre Malerei wieder auf, die iudeS nur ihre Hände in Anspruch nahm, ihren Gedanken und Erinnerungen aber freien Spielraum ließ.
Die nächste Unterbrechung war durch Josefa welche in gewohnter schweigsamer Weise ihr das Mittagessen brachte n«d nach einer halben Stunde ihren Tisch wieder abräuwte. Der Nachmsttag ber ging ihr wie die übrigen i« der Anstalt verlebten, bis zu uugewöhnlich früher Zeit Josefa ihr das Abendessen brachte.
(Fortsetzung folgt)
^Nachdruck verboten.]
Er sollte etwas werde«.
Lebensbilder von Jenny Felber.
(Fortsetzung.)
Er hielt meine Hand fest, die ich anf ben Thür, drücker gelegt „Nein, nein, niemand darf wisse», daß ich hier bin." AlS ich ängstlich an der Thür stehe» blieb, flüsterte er: „Hast Du Furcht vor mir?" .Nein", sagte ich offen und gab ihm meine Hvnd. Er ergriff sie und drückte einen Knß darauf. Wie seine Lippen glühten! „Nun, bleibe denn hier, Jenny', fuhr er fort, „es handelt fich nm Ernstes." — „Aber ich allein mit Dir!" stammelte ich. „Wenn das jemand hört!" Er lachte bitter. „Nun, bann g.he ich wieder. S be wohl." Sein Gesicht nahm nach dicsen Worten einen so verzweifelten Ausdruck a», daß ich tötlich erschrak und alles vergaß. „Blerl' den« hier", flüsterte ich, „und sprich.'
Und er erzählte. Kurt hatte sich auf der Universität dem Spül erg-b-n und zur Befriedigung bei wilde» Leidenschaft hatten selbst die reichen Zuschüsse von daheim nicht genügt „Da bot sich mit', so erzählte er, „ein freundlicher alt» r Herr an, den ich in unserer Kneipe öfter gesehen. Er sprach so väterlich zu mir, versicherte, er habe meinen Vater fiüb»r gekannt u»b sei gern bereit, dem Sehne eines altn Jugendfreundes zu helfe». Der Schuft! Erft zu spät m.ikte ick, daß ich einem Halsabschneider oller schlimmster Sorte i» nie Hände gefallen war. Er streckte wir tausend Thaler gegen sehr mäßige Z-useu aus einen Wecks?! vor. „Sie brauchen keine Angst zu haben', sagte er, „ich dränge Sie nickt. Versuchen Sie iwm-rhiu noch einmal Ihr Glück. Uud so umgarnte er wich langsam. Immer höher ward di» Sckuld, nun find es sechstausend Tholer und ich sollte bezahlen." Er starrte dnmpf vor fich hi«.
„Sprich mit Dein-m Vater, gieb ihm das feste V isprechen, Dich zu ind-rn, und er wird das Geld hergeben", riet ich. „Dazu istS zu spät!" rief et,