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Kschentliche Bellagm: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg md Kirchhain. - Illustriertes Sonutaasbiatt

Sxprditiou Mar« 21. Redaktion. Druck und «erlag von Joh. r»g. »och.

Inyiflee nimmt tmye*«. «xpeoition k Blatte», sowie b. Aimoncen.Bureauk von Haasenstein und Bögler ItiKMÄIäÄÄV«!- Jahrgang Daube «.Co. in Hrankfurt a W., Berlin, Sannover Baris.

Erscheint täglich attß« « Werktagen nach dann» und LUUsg . ..f,..

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3?mL ÄT ®eUe Freitag, 29. März 1889.

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Ker Normalarbeitstag

hat in der vorigen Woche den Reichstag beschäftigt. Es war der Antrag gestellt worden auf Einführung eines Arbeitstages von höchstens 11 Stunden. Auch Überstunden sollten nicht gestattet sein. Den sozial­demokratischen Rednern war diese Frist aber noch ju lang, sie meinten, höchstens zehnstündige Arbeit am Tage genüge. Die Ausführungen fanden indesien im Hause nur geringen Beifall. Der Mensch ist mm einmal zum Arbeiten da, es kann sich nur um die Beseitigung des .Zuviel" handeln. Aber von diesem «Zuviel" ist in Deutschland wirklich recht wenig zu bemerken. In gewöhnlicher gewerblicher Thätigkeü wird heute schon nicht länger als zehn Stunden gearbeitet und wer in kleinen Betrieben länger thätig ist, das ist häufiger der Geschäfts- Inhaber, als seine Gehilfen. Vielfach wird in «uhigen Geschästsperioden nicht einmal zehn Stunden gearbeitet, dieser Aussall wird dann allerdings in der eigentlichen Saison wieder eingeholt. Es fehlt ja auch in Deutschland nicht an Gelegenheiten, no die Arbeitszeit eine überlange ist, aber auch hier müssen wir wieder einen Unterschied machen. Der selbständige Geschäftsmann ist häufig schlimmer daran, Äs die Arbeiter. Fehlt es ihm an paffenden Ge-

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(Nachdruck verboten.^

A«gela.

Erzählung aus vergangenen Tage«.

Fortsetzung -

Als er sich eine beträckuluve Strecke entfernt, ver­ließ auch Federigo seinen Platz und folgte ihm, und toter wußte entweder vollständig mit seinen Gedanken beschäftigt sei», oder angenommen haben, daß er nnb Federigo vor ihm diesen Weg betreten und vielleicht auch schon die Stadt erreicht, denn er wandte das b«i«pt nicht «ehr zurück.

12. Kapitel.

Nm langsam verstrich d,m Marchese die Zeit, bie er auf seinen Diener warten wußte, von dem er Äigeacktet mehrere Stunden verflossen waren, kein «benszeichtn gesehen. Zur Anstalt hatten fich mehrere versauen begeben und diese auch wieder verlassen, tot Wagen war aber nicht dahin gefahren, mithin dar das, was möglicherweise deabfichtigt ward, auf tote spätere Z tt verschoben.

Endlich sah er wiederum in der Ferne die Ge­llalt eines Mannes auftauchen, nnb erkannte zn toner Freude in dieser den so ungeduldig Erwarteten, mderigo kam mit schvrllen Schritten heran und blickte zugleich suchend in das an der Landstraße Wachsende Gebüsch. Seinen Platz verlassend, eilte Eiovannt ihm entgegen, nnb sagte, ohne seine Anrede ^bjuwarten:

, .Nun, Federigo, was hast Dn> entdeckt und er. Wen?"

, .Mancherlei, Marchese*, antwortete dieser,nnb "vunter das wichtigste, daß Signora Angela »och fiesen Abend von jenen Männern anS der Anstalt Angebracht werden wird!"

.Fortgebracht?* wiederholte schnell der Marchese. 60 haben sie nnS doch erkannt nnb stab für alle WHe von dem Conte mit Vollmacht versehen l Wir fit» Signora Angela jedenfalls an» den Händen

Hilfen, oder sind seine finanziellen Verhältnisse nicht günstig, so muß er einfach länger arbeiten. Der Mann findet daran auch nichts besonderes, es ist einfach selbstverständlich Der Normalarbeitstag ist in Deutschland überflüssig und einführbar nur bei einem Stillstände der Industrie. Dann läßt sich die Arbeitszeit regeln. Heute, wo der Dampf schon dem schnellen elektrischen Funken zu weichen beginnt, ist das unmöglich. Heute muß verdient werden, so lange es eben etwas zu verdienen giebt. Wer nicht auf die Mark zu achten braucht, der wird schon sieiwillig auf die Extraarbeit verzichten, wer das nicht kann, der wird eben arbeiten.

Der Normalarbeitstag ist der schlimmste Streich, der besonders kleine Gewerbtreibende treffen könnte. Jeder praktische Mann weiß, daß die Augenblicks­arbeit heute nicht mehr zu beseitigen ist, daß es auch nicht immer möglich ist, abends eine Verrichtung halbfertig liegen zu lassen. Wer Lust und Liebe zur Sache und zu seinem Fache hat , der wirst heute schon nicht mit dem Glockenschlag die Arbeit fort, sondern bringt sie zu einem g-wissen Abschluß Und handelt es sich um etwas Außerordentliches, nun so ist es keine Last, sondern eine Lust, die Arbeit fertig zu bringen, namentlich wenn dafür bezahlt wird. Die Anschauung, die Ueberstunden- arbeit sei verhaßt und ruiniere, ist eine irrige. Nur das .Zuviel" schadet; im übrigen werden die Ueber- stunden recht gut bezahlt und gestatten dem Arbeiter, sich etwas Extragutes zu leisten. Die Handarbeit, das muß immer beachtet werden, ist die schwerste noch nicht. Oft gehen die Handarbeiter mit dem Glockenschlage nach Hause, und der Prinzipal zerbricht sich bis in die Nacht hinein den Kopf, woher er Arbeit für seine Leute und Verdienst erhält. Auch daran mag man denken, hierfür giebt es keinen Normalarbeitstag, keine Garantie für die Schonung der geistigen Kräfte. Von allen Gründen, welche zu Gunsten des Normalarbeitstages vorgebracht werden, ist nur einer geeignet, Sympathie zu er­wecken, nämlich die Angabe, die verkürzte Arbeitszeit werde zahlreichen Brotlosen Beschäftigung geben. Aber man kann dem Einen nicht nützen, ohne dem Anderen zu schaden. Wenn zehn Arbeiter dieselbe Arbeit fertigstellen sollen, wie früher acht, und eine Erhöhung des Verdienstes für den Prinzipal nicht eiutritt, so können selbstverständlich die Zehn zusammen nur so viel Lohn erhalten, wie früher die Acht, und damit würden die Letzteren wenig einverstanden fein. Vermehrter Absatz, allgemeiner industrieller Auf­schwung und besserer Verdienst, das sind die Mittel,

ihrer Entführer befreien, nnb Du mir vor allen Dingen erzähle», was Dn seit biefem Morgen erlebtI"

.Lassen Sie nn8 dazu ein Versteck aufsuchen benn Sie bürfen Ihren Beobachtnngsposten nicht bei» lassen", entgegnete Feberigo, auch habe ich Ihnen Brob, Fleisch nnb Wein mitgebrackt, woran Sie fich sättigen müssen, da man »ock nicht weiß, wann Sie zu einer Mahlzeit kommen können!"

Das ist sehr fürsorglich von Dir*, erwiberte der Marchese, den bereits der Hunger nnb Durst ge­quält, nnb beibe traten in bas Gebüsch zurück, von wo ans fie die Lanbstraße übersehe» konnte», unb li>ß-n fich ans den grasbewachsene» Boden nieder. Während unn der Marchese bie mitgebrachten Lebens mittel zn verzehren begann, berichtete ihm sein Diener:

Ich folgte diese» Morgen dem Manne nach der Stadt, unb suchte auf bem Wege mich, falls et mich bei Ihnen bemerkt haben sollte, möglichst unkenntlich zu machen. Zu diesem Zwecke zog ich meinen Rock ans unb hing ihn nachlässig über bie Schulter, strich baS Haar wild durcheinander nnb unter meinen Filzhut, bem ich noch betriebene Beulen beibrachte, unb steckte schließlich mein Beinkleid in den Schaft bet Stiefel, bie ich vorher gehörig mit Staub einge­rieben. In diesem Aufzuge, zumal ich nvin schweiß- bedecktes Gesicht noch durch etwas Ehauffeestanb ver­schönte, wat ich fest überzeugt, kau» für den gelte» zu können, der ich bin!"

Du bist ein braver, treuer Mensch, Federigo", sagte gerührt der Marchese nnb reichte ihm bie Hand, in die er mit bescheidenem Zögern seine Rechte legte, nnb ich werbe mich für baS waS Dn jetzt meinet­wegen thnst unb entbehrst, dankbar erweisen!"

Entbehrt habe ich »och nichts, Marchese", ant­wortete Federigo, beffen Wangen das Lob seines Herrn gerötet,auch noch wenig für Sie getha», das soll unb muß erst von heute abend an geschehen!"

Dennoch aber verspreche ich Dir*, entgegnete sein Herr,daß, falls eS nnS gelingt, Signora Angela an» den Händen jener Schurken zu befreien, Du am

welche die Wünsche nach Aufbesserung der industriellen Lohnverhältniffe herbeiführen können; künstliche Experimente führen zu nichts.

Eine notwendige Folge des Normalarbeitstages, wenn er überhaupt durchzuführen wäre, müßte der Normalarbeitslohn sein. Denn was Hilst dem Ar­beiter und Gehilfen die vermehrte Ruhezeit, wenn er keine Geldmittel besitzt, sich ihrer zu freuen. Der bekannte Wunsch: Acht Stunden Arbeit, acht Stun­den Erholung, acht Stunden Schlaf hört sich recht hübsch an, aber woher soll das Geld kommen, welches in den acht Stunden Erholung ausgegeben wird? 2Rit trockenem Munde und leerem Magen erholt es sich schlecht. Wenn der Arbeiter aber einen Normal­lohn fordert, dann muß der Arbeitgeber auch ein Normaleinkommen haben. Es ist eben der Fehler der sozialdemokratischen Lehre, daß sie behauptet, der Arbeitgeber wiffe nicht wohin mit seinem Gelbe, während der Arbeiter .darben" müsse. Leider liegen die Verhältnisse in elfterer Beziehung lange wcht so, mancher Geschäftsmann muß sich oft mehr einrichten wie seine Leute, die mit ihrem sicheren runden Lohn Sonnabend abend nach Hause gehen. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Der Prinzipal hat genau denselben Anspruch auf ein gemütliches Leben wie sein Angestellter. Dann müßte also der Staat verpflichtet werden, alle Produkte zu einem bestimmten Preise abzunehmen. Und was hätten wir dann? Das glückliche sozialistische Zeit­alter, das nach einem Jahre zu einem Riesenkrach und totalen Ruin aller Gewerbe führen würde. Man muß stets ans Ende denken.

Deutsches Reich.

Berlin, 27. März. Der Kaiser wohnte gestern einem parlamentarischen Diner im Palais des Reichs­kanzlers bei. Eine Anzahl Abgeordnete hatten, rote bie .Nat.-Ztg." berichtet, als sie das Reichskanzler­palais betraten, von dem Vorhaben des Kaisers noch keine Kenntnis erlangt und sie waren aus das freudigste überrascht, als sie den hohen Herrn erblickten. Der Kaiser war sehr frühzeitig gekommen, kurz vor 6 Uhr fuhr er vor dem Palais in der Wilhelmsstraße vor. Der hohe Herr trug die Marine-Uniform, was von den anwesenden Reichs­tagsabgeordneten als eine besondere Aufmerksamkeit gegen den Reichstag wegen der Marinebewilligungen betrachtet wurde. Der Kaiser ließ sich, noch ehe er fich zu Tische setzte, die geladenen Gäste des Kanzlers vorstellen. Der Kaiser war außerordentlich heiter und fröhlich gestimmt, von einer Gruppe zur

Tage, wo sie meine Gemahlin wird, auf meine Dank­barkeit rechnen kannst. Du hast mir bann auch gewiß einen besonderen Wunsch auszusprechen unb Darfst überzeugt fein, daß ich ihn erfülle» werbe. Jetzt aber erzähle, benn bie Zeit vergeht schnell."

Nun, so hören Sie*, erwiberte Federigo, ben bk Zusage seines Herrn in bie größte Freube versetzt halte.

Ich folgte, wie gesagt, bem Manne zur Stadt, bei so sehr mit seinen Plänen beschäftigt war, baß er sich auf bem Wege nicht einmal nmsah. So er- reichten wir fast baS Thor, und ich hatte schon ge­fürchtet, baß er innerhalb desselben meinen Blick-» entfdjtoinbe» könne, ohne baß ich etwas für nnS Wichtiges erfahre», als er mit einem Manne, ben auch ich schon bemerkt, nnb bet offenbar auf ihn gewartet, zu sprechen begann.*

»War er berjenige, ben wir biefen Morgen eben­falls gift Heu?* fragte lebhaft ber Marchese.

Stein, er war kleiner als jener unb schien mir auch noch jünger zn sein*, antwortete Feberigo. .Eine gebückte Haltung unb einen schlürfenben Gang annehmenb, näherte ich mich ihnen mit offenen Augen nnb Ohren, nnb hörte alSbalb ben Kleinen mit lauterer Stimme, als jener gesprochen, wiederholen:

.Ja, Carlo*, erwiberte biefer, unb Du mußt Dick obalb wie möglich nach Neapel begeben unb ben Conte münblich benachrichtigen. Ein Bries könnte ans irgenb eine Weise verloren geben--

In biefem Moment ging ich, das linke Bein nach- ziehend, an ben Männern vorüber, die meiner nur dadurch achteten, daß fie einen Augenblick schwiegen, dann aber hörte ich Carlo sagen:Ich werde ihm alles berichten. U-brigenS haben Stefano und ich chon einen Postwagen bestellt, nnb ich kann sogleich abfahren!* Jetzt ließ ich mein Taschenmesser fallen »ach bem ich mich langsam bückte, zugleich aber sagte ber, ber ben Kleine» To mass genannt: »So laß uns gehen, bamit Stefano nnb ich alle Vorbereitungen für biefen Abend mache».'

(Fortsetzung folgt)

anderen ging er hm und her. Da war kein Abge­ordneter , den er nicht in ein Gespräch zog, von dem einen ließ er sich über die heimatlichen Ver­hältnisse unterrichten, während er mit dem anderen kurz die parlamentarischen Arbeiten besprach, er ge­dachte des Alters- und Jnvaliden-Bersicherungs-Ge- setzes, berührte das Genossenschafts-Gesetz, mit großer Vorliebe schien er bei den Verhältnissen der Marine zu verweilen. Eine ganz besonders fteudige Ueber- raschung bereitete er dem Abgeordneten v. Huene (Zentrum), er hatte ihm den Roten Adler-Orden 2. Klasse mitgebracht und ließ ihm denselben über­reichen/ bei der Ueberreichung betonte der Kaiser die Verdienste, welche sich der Abgeordnete bei den parlamentarischen Debatten im Reichstage nm die Marine erworben habe. Dem Reichskanzler Fürstm Bismarck bereitet bekanntlich das längere Stehen Schmerzen und deshalb bat der Kaiser ihn, sich zu setzen. Bei der Tafel hatte der Kaiser zu seiner Rechten die Fürstin Bismarck, zu seiner Linken den Reichstagspräsidenten v. Levetzow, neben der Fürstin hatte Herr v. Bennrgsen Plckß genommen. Der Fürst Bismarck saß zwischen den beiden Vizepräsi­denten Dr. Buhl und v. Unruh-Bomst. Während des Diners konzertierte ein Musikkorps, was sonst bekanntlich bei den parlamentarischen Diners im Kanzler-Palais nicht üblich ist. Nachdem das Diner aufgehobm war, machte der Kaiser, eine Cigarre rauchend, wiederum Cercle, in längere Gespräche zog er die Abgeordneten v. Bennigsen, Miquel, scherzend und heiter wandelte dann der Kaiser wieder von einer Gruppe zur andern, im Gespräch noch­mals die heimatlichen Verhältnisse berührend, bie Arbeiter - Angelegenheiten streifend, hie und da ge­schichtliche Erinnerungen berührend. Nach einem Bericht desBörs.-Cour." sagte ber Kaiser u. a.: .Eine neue Aera beginnt, Ich bleibe der König, aber Ich verkehre unter der Volksvertretung; Mei« Großvater stand dem noch fremder gegenüber, doch Ich bin eben ein Kind der neueren Zeit." Der Fürst Bismarck, um den sich ein Kreis von Abge­ordneten gruppierte, hatte sich unterdessen seine lange Pfeife angezündet. An dem Diner hatten folgende Herren teilgenommen: Der Reichstagspräsident von Levetzow, die Vizepräsidenten Dr. Buhl und v. Unruh- Bomst, die Reichstagsmitglieder Bürklin, Freiherr v. Buol-Berenberg, v. Kulmiz, Meyer-Jena, Wich­mann, Kochann, Ackermann, Graf v. Douglas, von Helldorff, Frhr. v. Bodenhauscn, Hartmann, Klemm, Frhr. v. Manteuffel, v. Saldern-Plattenburg, von Kardorff, Graf v. Behr-Behrenhoff, Müller, Fürst

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(Nachdruck Verbote».)

Er MU etwas werde«.

Lebensbilder von Jenny Felder.

ES ist nur eine schlichte Erzählung, bie hier folgen oll. Kein poefievoller Stoma» mit LiebeSlust und ßlebtSleib unb schließlicher glücklicher Hochzeit. DaS Leben läßt fich nicht immer farbenprächtige Bilder abgewinnen; wer in ber Lebenslotterie eine Niete zieht, wirb nicht bazu kommen, daraus einen großen Gewinn zu machen.

Dreißig Jahre find eS jetzt her. Ich war damals ein zwölfjähriges Märchen, das mit Todesverachtung in der hohen Töchterschule französische Vokabeln lernte. Die Regel», bie mir bawals eingeprägt wurde», habe ich so ziemlich alle wieder vergess », aber bie munteren Tage, bereu Abschluß bie AnS. arbeitung der französische» Exerzitien bildete, stehen fest in meiner Erinnerung. Ich war ein Wildfaug unb tobte manches liebe Mal mit meinen Brüder« in unserem großen Garten umher unb bei ihren Streichen war ich stets babei, wenn es nur irgend anging. Der Anführer ber jugendlichen Spiele war mein ältester Vetter Kurt. Er war vierzehn Jahre alt, ein hochgewachsener Junge mit strahlende« blauen Augen gewandt in seinem An'trete», schlag» ertig nnb witzig rote ein Alter. Mein Oheim, Kurt» Vater, war ein sehr wohlhabenber Mann, nnb da et in Kurt rein vernarrt war, fehlte es biefem nie a« Taschengelb. In jenen einfachen Zeiten, ba eine Tasse Chokolabe selbst für Kiuber besser situierter Familie» ein wahrer Hochgenuß war, ben es nicht alle Tage gab, traktierte er u»S mit süßen £ tferekn, bie er bei bem einzige» Konbitor des Städtchens anfgetritben hatte. Die Liebe seines Vaters zu ihm war nicht unbegründet. Kurt war ein außerordent­lich begabter Junge, ber in allen Klassen beS Gymnasiums bauernd ber erste hätte sein könne«, wen» eS ihm nur nicht an ausdauerndem Fleiß ge> ehlt hätte. Ein starkes halbe» Jahr bummelte et