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daun ihrer Hüterin, « eiche sie bis zum Ende deS
6tne breite, durch hohe Bäume gebildete Allee
Saar Mark MU final' Ml 8Rt) (9M 868).
fNacharnck verboten.)
Angela.
Erzählung aus vergangenen Tagen.
gottfeeung i
All den Schrank tretend, nahm Josefa auS diesen tot leichten Mantel und einen Hut hervor, welches Edes sie ihr reichte. Als sie zauderte eS zu nehmen, Ve sie:
.Signora, sämmtliche in diesem Schrank b find, «u Kleidungsstücke find neu, und für Sie hinein. *6t worden. Sie tonnen sie ohne Bedenken be- chn!"
801 rann ihrer Hüterin, « eiche fie bis zum Ende des vov toidorS führte, wo fie einige Stufen htuabge.
'sen und durch einen verschlofien gehaltenen Bor- J. zu dem jede Wärterin einen.Schlüffe! hatte, in *1 7 Barten gelangten, sodaß der Hanpteingavg von -v ’ Patienten nicht benutzt ward. Sie wareu stumm ». . “en einander herg-schrillen, denn Angela hatte fich
*2 Bemerkung über die Unglücklichen enthalten,
*n ben veischloffeuen Räumen weilten, dagegen ^ber nachg.sonoeo, ob wohl sämtliche Patientinnen Mskraok seien, oder die eine oder andere körperlich * geistig gesund, gleich ihr, von feindlicher Hand “ 7 Aufenthalt an diesem Orte des Leidens und deckens verdammt sei.
rOl9 . «ine breite, durch hohe Bäume gebildete Allee Abgehend, welche bald zu einer freundlichen Blumen.
.Angela nahm den Mantel und Hnt und folgte •Ma auS dem Zimmer, in welchem diese vorher I Fenster geöffnet. Sie schritten den Korridor tob, auf dem sie zu beiden Selten Thüren erblickten, •gleich der ihrigen mit ksein nBeobachtungSfenstern sehen waren. AvS einigen der Zimmer traten "»men in lebhaftem Gespräch hervor, in andern unharmonisch gelacht oder laut und heftig ge. M, und auS einem erscholl zu deu leisen Akkorden i_\ dz Pianos eine eben so leise nnb melodische, gliche Stimme. Einige Sekunden lauschend folgte
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Gegenüber den Zweifeln, ob die Ausdehnung des Sozialistengesetzes auf die „Volks-Ztg." zulässig fei, bemerkt die „Nordd. Allg. Zig.": Das Gesetz biete allerdings keine Handhabe dar, um rein demokratische Bestrebungen strafrechtlich zu verfolgen, es treffe lediglich sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Bestrebungen. Die „Volkszeitung" sei, obwohl sie sich auch heute noch demokratisch nenne, m Wahrheit schon seit längerer Zeit in ein sozialdemokratisches Fahrwasser eingebogen, sie steuere auf den Umsturz des Staates und der Gesellschaftsordnung hin. Daß die „Volks-Ztg." sich selbst demokratisch nenne, sei für die Beurteilung ihres heutigen Verhaltens bedeutungslos. Die „Bolks- Ztg." sei demokratisch gewesen, heute sei sie sozialdemokratisch. Die Behörden seien verpflichtet, sie ihrem wirklichen Wesen entsprechen dem Sozialisten- Gesetze zu unterstellen. Es handele sich also keineswegs um eine Ausdehnung des Sozialistengesetzes über dessen Grenzen, sondern nm ein Blatt, welches seit Jahren sozialdemokratische, auf den Umsturz des bestehenden Staates und der Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen vertreten habe.
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Kreisblatt k die Kreise Marburg und Kirchhai« und
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und klassifizierten Einkommensteuer und 37 Vs Proz. der Staats-Gewerbesteuer aufgrund des § 84,& der kurhessischen Gemeindeordnung vom 23. Oktober 1834 und § 10,» des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. Aug. 1883 seitens des Bezirksausschusses genehmigt worden.
Marburg, 20. März. Am Sonnabend, den 16. ds., hielt der Marburger Bienenzüchter-Verein die erste Monatsversammlung unter Leitung des neuen Vorstandes ab. Dieselbe war ungewöhnlich stark besucht. Die Tagesordnung bestand aus 7 sehr wichtigen Punkten. Die erste betraf die Prüfung der Rechnung und wurde durch Ueberweisung derselben an eine Kommission, bestehend aus den Herrn Steuerinspektor Göhring, Kreissekretär v. Han stein und Rektor Becker, sämtlich zu Kirchhain, erledigt. Sodann wurden die Entwürfe der Statuten für Bibliothek und Lesezirkel, welche der Schriftführer des Vereins Herr Freuden st ein ausgearbeitet hatte, von der Versammlung angenommen. Es erhält nun fortab jedes Vereinsmitglied die Leipziger Bienenzeitung als Eigentum, während das Zentralblatt in den Sektionen zirkuliert. Es ist zu hoffen, daß jedem Mitglied die Schriften pünktlich zugehen. Die Statuten werden gedruckt zu Händen der Mitglieder kommen nebst dem Bücherverzeichnis der Bibliothek. Um Wünschen entgegen zu kommen und den Mitgliedern es möglichst bequem zu machen, damit sie die Bibliothek in ihrem eigenen Interesse recht fleißig benutzen, wurde dieselbe Herrn Rektor Gräßner, Kaffweg 6, zur Verwahrung übergeben. Derselbe wohnt in der Nähe des Musterbienenstandes und des Versammlungslokals (Restaurant Ze iß). Es können sich deshalb die Mitglieder die Bücher leicht persönlich holen. Man ging nun über zu einer Besprechung betreffend die Verbands - Wanderversammlung und Ausstellung im Herbst d. I. An- knüpfend an eine Zeitungsnotiz wurde es als wünschenswert bezeichnet, dieselbe gleichzeitig mit der Gartenbau- Ausstellung abzuhalten. Die Versammlung zeigte sich dem Vorschläge nicht abgeneigt, wenn auch einzelnen der Termin als ein zu später erschien. Hierauf wurden von Herrn Freud enstein-Bortshausen namens des Vereins Bestellungen auf Krainer Bienen entgegen genommen. Die Preise stellte« ich bei Maffenbezug: ein Krainer Volk im Bauern- stock 9,50 Mk., dito mit Vollbau UM!., Original- Volk auf 10 Wabenrähmchen 13,40 Mk., dito auf 12 Rähmchen mit Edelkönigin 16,50 Mk., ab ■ kain. Es wurden in der Versammlung schon 15 Völker bestellt. Weitere Bestellungen, auch von Nichtmitgliedern, werden auch noch in der nächsten
W Marburg, tt«e Zeile Donnerstag, 21. März 1889,
Deutsches Reich.
Berlin, 19. März. Das „Marineverordnurgs- Blatt“ veröffentlicht eine Kaiserliche Kabinettsordre ■ den Chef der Admiralität vom 12. d. Mts., mach aus jedem Halbbataillon des Seebataillons in selbständiges Bataillon zu vier Kompagnieen bildet wird, wovon das erste in Kiel, das zweite i Wilhelmshaven garnifontert. Beide Seebataillone
der stre, ,, wie voti ./W.
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turbulente Vorgänge in dieser Versammlung gefaßt machen. Eine beredte Einleitung hierzu bildeten die Schlägereien, welche bereits die gestrige Wahl illustrierten und zahlreiche Verhaftungen not- wendrg machten. Auch die Schulfrage dürfte in Oesterreich demnächst wieder zu lebhaften Erörterungen Anlaß geben.
o c 19- März. Die Konferenz der
Liberalen beschloß, dem Könige Alexander durch die Regenten eine Erklärung zukommen zu lassen, worin ausgesprochen wird, die liberale Partei schätze die edelmütige Opferwilligkeit des Königs Milan hoch Und bringe dem neuen Könige ihre tieue Anhänglich keit entgegen. Die Konferenz beschloß die baldig Einberufung eines Landesparteitages zum Zwecke der Reform ihres Programmes. Die liberale Partei will ihrem Programme getreu den Radikalen gegen« c unabhängige Stellung einnehmen und
beabsichtigt, die Regentschaft und die Regierung zu ersuchen, die Ordnung und den Frieden in der Kirche wiederherzustellen durch die Rückberufung des Metropoliten Michael und der übrigen vertriebenen Bischöfe. Die Partei votierte Ristic ihren besonderen Tank für sein patriotisches Wirken. Ristic dankte in seinem Antwortschreiben für das ihm bewiesene Vertrauen und wies darauf hin, daß er infolge feiner jetzigen Stellung aus jedem Parteiverbande ausfcheide und ein Feld öffentlicher Thätigkeit betrete, welches alle Voreingenommenheit ausschließe. Ristic empfiehlt seiner Partei eine gegenseitige Schonung und ruhige Beurteilung der Handlungen anderer, sowie die Achtung vor der Ueberzeugung anderer und schließt: „Hoch der König! Hoch Serbien!"
Washington, 19. März. Hier gilt es für fraglich, ob die Delegierten zur Samoa-Konferenz vor Mitte April nach Berlin abreifen können.
] r und auf dem Lande die Postboten.
In Kirchhain unsere Agentur, Herr Buch- l «der Rindt, und in hiesiger Stadt unsere eitungsträger sowie unsere Expedition.
Köchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain
Expedition' Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von 3 oh. Ang. to$.
Ausland.
Wien, 19. März. Das „Vaterland" veröffentlicht einen Aufruf zur Teilnahme an dem zweiten allgemeinen österreichischen Katholikentag, welcher hier vom 29. April bis 2. Mai stattfinden wird. — Der Minister des Auswärtigen sagte dem griechischen Gesandten seine freundliche Verwendung bei dem Finanzminister in der Angelegenheit der Eximierung der griechischen Lose von dem neuen Losegesetze zu. — Die gestern hier stattgefundenen Ergänzungs- wählen habe« für den Gemeinderat den Antisemiten neun neue Sitze zugeführt, ein Ergebnis, welches um so überraschender kommt, je gewaltiger die Anstrengungen waren, welche in den letzten Tagen unter persönlicher Führung der namhaftesten Persönlichkeiten der Verfassungspartei, wie des Herrn v. Chlumecky, unternommen worden sind, um dem Antisemitismus den Zutritt in die Gemeindevertretung der Reichshauptstadt zu verlegen. Der doktrinaire Standpunkt der sogenannten liberalen Opposition scheint eben bei den Massen der Wiener Wählerschaft seine Anziehungskraft ganz und gar eingebüßt zu haben, wobei allerdings mancherlei lokale Verhältniffe mehr noch als politische Erwägungen mitbestimmend gewesen sein dürften. Rach den bisherigen Erfahrungen mit dem Antisemitismus im Wiener Gemeinderate muß man sich nun auf
anlage führte, sagte in ihrer erustruhigeu Weise die Wärterin:
„Signora, ich habe eine halbe Stunde mit Ihnen spazieren zu gehen und da mir nur wenig Zeit zu Unterredungen bleibt, so könnten Sie diese benutzen, mir irgend welche Wünsche auszusprechen, falls Sie deren haben!"
„Ich hier Wünsche aussprechen?" fragte Angela überrascht und zuglich voll Mißtrauen. „Und welcher Art dürften fie sein?" fügte fie bann mit einiger Bitterkeit hinzu.
„Eine jede der Patientinnen hat solche zu äußern", antwortete in nuveräudertem Ton Josefa. „Wenn e8 möglich ist, werden fie erfüllt, denn Signor Vitali steht darauf, daß seine Kranken fich hier wohl fühlen I"
„Dann wünsche ich meine gewohnten Arbeiten wieder aufnehmen zu können", versetzte nach kurzem Bedenken Angela, wohl wissend, daß diese sie, so lange fie fich dem Unabänderlichen zu fügen hatte wirksam zerstreue« würden.
„Und welcher Art find die Arbeiten?" fuhr die Wärterin fort.
.Ich habe mich vielfach mit der Maler und Seidenstickerei beschäftigt, können Sie mir das dazu erforderliche Material verschaffen?" entgegnete Angela.
»Es wird hier vorhanden sein", erwiderte erstere, „denn in dieser Anstalt werden die verschiedenartigsten Arbeiten angefertigt, welche wir zum Besten armer entlassener Patienten verkaufen l"
„Für diesen Zweck will ich gern arbeiten", antwortete lebhaft Angela, ward aber am Weitereden gehindert; denn die schon von ihrem Fenster auS gesehenen Frauengestalten traten, aus einem Seitenwege kommend, ihnen entgegen. Es entging Angela nicht, daß die Wärterinnen einen bedeutungsvollen Blick wechselten, aber auch fie sah die Patientin deS Signor Vitali an, wie diese ebenfalls ihre Angen forschend auf fie richtete. ES war dies alles im Vorübergehen geschehen, allein Angela bemerkte dennoch, daß deren
L März, betreffend die Formationsänderungen aus ■■ ckaß des Etats von 1889/90, wie die Unter« elur.g der Feldartillerie-Brigaden unter die Gene- , Kommandos, die Aufhebung der Generalinfpektion | er Feldartillerie, der vier Feldartillerie-Inspektionen, f it Aufhebung der Stelle des Generalquartier- nisters, die Errichtung von drei Oberquartier- Werstellen u. s. w. — Das „Berl. Tagebl." fa, der Senatspräsident am Reichgericht, Drenk- ' «m, fei zum Präsidenten des Kammergerichts in
erlin ernannt worden. — Der „Reichs-Anzeiger" liffentlicht die Verleihung des Ranges von Räten toter Klasse an die Landesdirektoren v. Levetzow Berlin) und v. Wintzingerode (Merseburg). —
Spedition d Blatter, warte b.JKanoncen^faräni mm Haasexsteiu nnb Logier
XM. Jahrgang.
Sanbe n. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.
Hesse«-Nassau.
Marburg, 20. März. Die nach § 62 der Gemeindeordnung vom 23. Oktober 1834 erforderliche Bestätigung des ueubestellten Bizebürgermeisters (Beigeordneten) ist durch Regierungsverfügung vom 16. d. Mts. erfolgt und gleichzeitig Herr Oberbürgermeister Schüler als Vertreter der Kgl. Regierung in Cassel mit der Beeidigung der neuem« tretenden Stadttatsmitglieder beauftragt worden. — Ferner ist der der königl. Regierung in Cassel vorgelegte Etat pro 1889/90 unbeanstandet wieder zurückgelangt und die in demselben unter Einnahme $it. IX Nr. 7 beschlossene Umlage - Erhebung von 75 Proz. der Staats-Grund-, Gebäude-, Klassen- Angen dabei ein besonderes Interesse ausgedrückt, wie sie ihr auch wiederum bekannt schien. Mtt Josefa ihren Weg sortfetzend, wagte sie indes keine Frage nach der kranken Dame, welcher diese auch vielleicht zuvorkommen wollte; denn fie teilte ihr mit, daß fie in dem Schranke ihres Zimmers Bücher zu ihrer Unter, jaltung finden würde, wie ebenfalls auch die erforder- lichen zum Gottesdienst, der täglich in der Kapelle der Anstalt ftattfanb, zu dessen Besuch aber die Kranken ©tgnor Vitalis besonderer Erlaubnis bedurften.
Aus Angelas Anfrage, ob auch männliche Kranke der Anstalt seien, teilte jene ihr mit, daß der linke Flügel deS Gebäudes von diesen bewohnt werde, zu dem auch ein besonderer Garten gehöre.
Nach Verlauf der halben Stunde, ward Angela wieder in ihr Zimmer geführt, und dort, wie vorher ungeschloffen. Sich ihres Hutes und Mantels ent- edigend -fitzte fie fich bann aus offene Fenster und roerließ fich ihren Gedanken, die fie nach der Heimat führten, wo Marcella fich unaussprechlich ängstigen wußte, während gewiß ihr Verlobter schon Schritte that, ihren Aufeuhalt zu ermitteln und fie aus diesem iU befreien, denn es konnte auch ihm kein Geheimnis Entfernung veranlaßt. Sich die Freude des Wiedersehens mit ihm und der tteuen Marcella vergegenwärtigend, behauptete bann nochmals bie traurige Wirklichkeit ihr Recht, hoch um wirksam ben ©ebanten baran zu verscheuchen, dem fie fich nicht hin- jebenbnrfte, erhob sie sich, nahm auS dem Schrank einige "r ihr bezeichneten Bücher hervor, und begann in einem derselben, von einem ihr bekannten Veriaffer zu lesen. .Siez setzte fie fort, bis Josefa ihr baS willkommene llittageffen brachte, bas fie auf bem Tisch orbnete unb t<B entfernte. Einen Augenblick kam Angela ber Gedanke bafe es möglicherweise, wie alle ihr gereichten Speisen, ttae giftige Substanz enthalten könne, nm sie langsam zn töten nnb als in ber Anstalt gestorben, gelten in ,°ssen. Sie unterdrückte aber diese Besorgnis, wie sie es schon einmal gethan, und genoß, da sie Hunger empfand von den ihr gebrachten Gerichten.
heil-, tigeu
erben der zu bildenden Inspektion ber Marine-
oä. ifanterie unterstellt. — Das „Armeeverordnurigs-
Äatt“ publiziert eine königliche Kabinettsordre vom
Nach etwa einer halben Stunde tarn Josefa, nm ben Tisch abzuräumen und brachte ihr zugleich baS begehrte Malgerät, wie eine Mappe mit Papier und Vorlagen. Als Angela ihr lebhaft ihren Dank aus- sprach, ermieberte sie:
„Sie werden auch alles für die Seidenstickerei erforderliche erhalten, Signora, ich konnte es nur so chnell nicht besorgen", und betrachtete mit unverkennbarer Teilnahme ihre Pflegebefohlene, während fie zugleich deren Zimmer verließ.
Unter der gewohnten Beschäftigung verging Angela »er Nachmittag schnell genug, und in dem Eifer bei derselben, hatte fie auf Augenblicke wenigstens ihre traurige Sage vergessen. Bald nach fieben Uhr brachte die Wärterin ihr das Abendbrot, und kam bei ein* brechender Dunkelheit nochmals um die Hängelampe auzuzündeu und das Rouleavx herabzulaffen. Als Angela fie fragte, ob es ihr gestattet sei, demGotteSdienst beiin- wohnen, antwortete fie ihr, daß Signor Virali noch nicht die Erlaubnis dazu erteilt habe und entfernte fich, ihr - ne gute Nacht wünschenb. Als sie gegangen, hafteten eine Weile Angelas Blicke an ber Thür, in ber fich mieberum ber Schlüssel gedreht, und leise sagte fie:
„So ist denn der erste Tag meiner Gefangenschaft zu Ende gegangen, ob ich deren wohl noch viele und in gleicher Weise erleben werde? — Noch bin ich nur eine von Signor Vitali beobachtete Pattenttn, ober, toenner wich nach dieser Zeit als krank erklärte tnb ihm dadurch das Recht würde, mich noch länger lier ßu behalten? — Nein, nein, das kann nicht, darf nicht fein", setzte fie dann heftig und angst, boll hinzu, „ich werde ihm keine Gelegenheit geben, mich geisteskrank zu erklären und Giovanni wird nicht ruhen, bis er meinen Aufenthalt entdeckt nnb mich ans biefem befreit I---•
Den Marchese nnb seinen Diener hatte nach allen ! Instrengungen in ben unterirdischen Gewölben ber FestungSruineu der Schlaf übermannt, aus welchem fie erst nach mehreren Stunden erwachten.
(Fortsetzung folgt)
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