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Kreisblatt
für -le Kreise Marburg und Kirchham
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Deutsches Keich.
Berlin, 18. März. Der „Reichsanzeiger" «eldet: Der König hat den Generalmajor z. D. Sergius in Baden-Baden und den Wirklichen Geh. Oberregierungsrat im Handelsministerium Wendt i» den erblichen Adelsstand erhoben. — Der „Reichs- inzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Polizeipräsidenten von Berlin vom 17. d. Mts., wonach die Nummer 65 der periodischen Druckschrift: „Volkszeitung, Organ für jedermann aus dem Volke" aufgrund des Paragraphen 12 des Sozialistengesetzes konfisziert und das fernere Erscheinen derselben aufgrund des Paragraphen 11 desselben Gesetzes von Landespolizeiwegen verboten worden ist. (Gestern bereits telegraphisch gemeldet. D. Red.) Ueber die äußeren Umstände, unter denen die Maßregel der Behörde sich vollzog, wird berichtet: Gestern (Sonntag) nachmittag um */• 3 Uhr erschien Kriminalkommissar v. Tausch mit 6 Beamten der Politischen Polizei in dem in der Lützowstraße be- legenen Gebäude der „Volkszeitung". Die Beamten Ritten einen Schlosser mitgebracht, der jedoch nicht in Thätigkeit zu treten brauchte, da der Portier des Hauses die Schlüssel besitzt und sich bereit fand, die gewünschten Räume zu öffnen. Während sich zwei
sNacharuck verböte«.)
Angela.
Erzählung aus vergangenen Tagen.
(Fortietzung.,
Sie hatte sich auch nicht geint und Josefa kaum dir Thür versckloffeu, als d efe wieder g.öff tt wnde und ei» Mann, über die Fuufz g btnaus. von «ittelgroßer Gestalt mit leicht ergrautem Haar, dunklem scharfen Auge, und eb »so scharfgeschnutcuen GestchtSzügen eintrat uud Angela einen von ihi erwiderten Morgeugruß bot. Forschend und p üfend heftete sich dabei fein Blick aut ihr schönes bleiche» Gesicht, und ihr entging der Ausdruck von Teilnahm Ächt, der einen Moment das seivtge überflog. Daun ihr näher tretend, sagte er:
„Signora, Sie ftub mir einstweilen zur Heilung Vergeben worden, und ich werde alles Erforderliche vifbieten, um sie so bald tote möglich herznstellen!"
»Aber ich bin nicht krank, Signor", antwortete Whig Angela, welche, nun sie den Mann sah, deffev Händen ihre Feinde sie überliefert, zugleich die N t- deudigkeit erkannte, ihm gegenüber ihre ganze Ruhe uud Besonnenheit zu bewahren.
.Das sagen alle zu wir kommende« Patienten", rrwideite der Irrenarzt, ,nnb g°rade daS ist mir Set# der siche'ste Beweis ihrer Krankheit!"
»Wo bin ich, Stguoi ?" fragte nach jeder weiteren Semei tun# Angela. .Ich habe diese Frage bereits jedoch vergeblich der mich bedienenden Fra« vor- ielegl!'
.Sie find in einer Heilanstalt unseres Landes, « welcher Nerve«-, Kemürs- nnb allerbtngs and) geisteskranke Aufnahme staben", lautete die Antwort «es Drrigeoten.
»Ich wiederhole Ihne« nochmals, Signor, der Ausnahme in einer solche« nicht zu bedürfe«, wie Älch diejenige«, welche wich ohne mein Borwiffen gib meine Zustimmung hierher haben bringe» lassen, dieselbe Uederzeuguvg gehabt haben", erwiderte Angela,
MOM Mihm. wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg mi> Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und «erlag von Joh. Ung. f9$.
M 67.
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Marburg,
Mittwoch, 20. März 1889.
Anzeige« nimmt nttyeyu eu «rpedition » Blattes, sowie b. Lnuoneeu-Bureaux von Haaseustei» und Lagler
Jahrgang.
Daube o. io. in Frankfurt a. et, Berlin, Hannover Paris.
der Beamten zur Vornahme einer Haussuchung in die Wohnung des Redakteurs Dr. Mehring begaben, verblieben 5 im Druckereigebäude, vernichteten Platte und Satz des Leitartikels vom 17. er. („Zum 18. März") und beschlagnahmten in den Redaktionsräumen Manuskripte und Akten. Die Thätigkeit der Polizei nahm 1V* Stunden in Anspruch. Die im Vorderhaus belegene Expedition, in welcher die noch vorrätigen Exemplare der beschlagnahmten Nummer lagerten, blieb unbetreten, doch wurden während des gestrigen Tages und die ganze Nacht hindurch die verschloffenen Räume durch Schutzmannsposten derartig bewacht, daß niemand hineingclangen und nichts entfernt werden konnte. Heute siüh um V, 10 Uhr erfolgte unter Leitung eines Polizeioffiziers bie Beschlagnahme der Nummer, tvorauf der Schutzmannsposten zurückgezogen wurde. Den Setzern, welche heute früh erschienen, wurde alsdann der Zutritt zu den Arbeitsräumen nicht verwehrt; man plant, die Leute, welche inzwischen mit Accidenzsatz beschäftigt werden sollen, bei der Herausgabe einer Zeitung unter anderem Titel („Berliner Arbeitsmarkt") zu verwenden. In den Restaurants und Casäs, sowie bei den Zeitungshändlern, wurde die beschlagnahmte Nummer bereits gestern nachmittag durch Beamte der Polizei abgeholt. — Der vierzigste Bericht der Staatsschuldenkommission über die Verwaltung des Staatsschuldenwesen pro 1. April 1887/88 liegt vor. Die Staatsschuld belief sich am 31. März 1887 auf 4 184 643 807 Mk. 72 Pfg. Hierzu treten bei der konsolidierten 3V,prozentigen Anleihe 251412100 Mk., dagegen gehen durch Tilgung ab von den auf dem Etat stehenden Schulden 19 854 837 Mk. 47 Pfg. Also treten überhaupt hinzu 231 557 262 Mk. 53 Pfg. Die Staatsschuld stellt sich am 31. März 1888 auf 4 416 201070 Mk. 15 Pfg. Die Einnahmen und Ausgaben der Staatsschuldenkaffe balanzieren mit 244 025 9 4 Mk. 42 Pfg. An laufenden und rückständigen Zinsen waren zu zahlen 184 014 849 Mk. 17 Pfg., davon sind 171 619872 Mk. 80 Pfg. gezahlt und 12 394 976 Mk. 37 Pfg. rückständig geblieben. Von dem pro 1. April 1887/88 aus geworfenen Zinsenb:trage von 172807 417 Mk. 67 Pfg. und den nach der Uebersicht der Staatsschuldenverwaltung verbliebenen Zinsenresten aus 1886/87 und früher von 13 824 926 Mk. 69 Pfg., zusammen 186 632 344 Mk. 36 Pfg. sind abgegangen 7 793 688 Mk. 18 Pfg. Den verbliebenen 178 838 656 Mark 18 Pfg. sind hinzugetreten 5 176192 Mk. 99 Pfg. Von den auf dem Etat
k tue» Augenblick vergessend, daß ste ihm Ruhe nnb Besonnenheit zu bewahren habe.
„Kranke Ihrer Art kcmme» stets ohne Einwilligung h'erher", versetzte bei Arzt, „und tote krank Sie stab, das muß erst meine Beobachtung ergeben. Es ist mir mitgeteilt worben, baß Ihr Gemüt burch heftige Aufregungen aller Art gelitten, Sie besonders nach b m plötzlichen Tobe Ihrer Taute von einer schweren Kiankett begriffen sein sollen--*
„Da hat man Ihnen nicht die Wahrheit gesagt Signor", ertotbeite Angela mit rnhigem Nachdruck, „denn meine Tante ist erst vor einigen Tagen gestorben--"
Mit einem mitleidsvollen Lächeln die Achseln zuckend, fuhr Signor Vitali fort:
„Ebenfalls soll Ihr Gemüt und infolge dessen auch Ihre Nerven durch eine kürzlich erlebte Eul- täuschng krankhaft erregt fein--*
„Darf ich wissen, worin diese bittere Enttäuschung bestanden s" fragte so ruhig wie bisher Angela.
„Man hat mir Ihre fehlgeschlagene Hoffnung genannt, als Tochter in eine hochgestellte Familie zu treten, die für den einzige« Sohu -eine ebenbürtige Verbindung wünscht. Dieser Sohu ist zur EikenutniS seiner Pflicht ben Eltern gegenüber gebracht, nnb hat sich bereit erklärt, sie baldmöglichst einzng'hen", entgegnete der Irrenarzt mit einem forschenden Blick.
Angelas Waugen färbte einen Augenblick ein leichtes Rot, das inbeB halb wieder schwand; ste aber hatte nun bie Gewißheit erlangt, auf Veranlassung von ben Eltern ihres Verlobten bet Irrenanstalt fibergeben worben zu fein. Da ste nicht sogleich antwortete, fuhr ersterer fort:
„Gebe« Sie zu, Signora, baß man mir hier bie Wahrheit mitgeteilt?"
„Nur teilweise, Signor", ertoiberte mit «ober» Snberter Ruhe Angela, „benn nie tobb mein Verlobter, bet Marchese Giovanni bi Colouni, eine anbete Ehe als bie mit mir eingeben!*
stehenden Schulden sind abgegangen 19 854 837 Mk. 47 Pfg.; 65 850 Mark in Verschreibungen der konsolidierten 4prozentigen und 3 V» Prozentigen Staatsanleihe sind als nichtverwendet zurückgegeben und demnächst vernichtet worden, 19 788 987 Mk. 47 Pfg. sind demnach durch Tilgung abgegangen. Gegenüber dem Schuldbetrag vom 31. März 1887 (4 184 643 807 Mk. 62 Pfg.) steht der Schuldbetrag von 4 416 201070 Mk. am 31. März 1888.
— ^Deutscher Landwirtschaftsrat) Im Sitzungssaale des Brandenburgischen Ständehauses begannen heute vormittag die Verhandlungen der 17. Plenarversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates. Dem Geschäftsbericht zufolge zählt der Landwirtschaftsrat gegenwärtig 58 Delegierte. Der Vorsitzende, Ritterschaftsdirektor v. Wedell-Malchow, eröffnete die Versammlung mit einem dreifachen Hoch aus Se. Majestät den Kaiser, die deutschen Bundesfürsten und die freien deutschen Reichsstädte. — Der Generalsekretär Dr. Müller teilte mit: Der Vorstand habe sämtliche deutsche Reichsregierungen zu der Plenarversammlung eingeladen. Auf diese Einladungen haben folgende Regierungen geantwortet, daß sie der Einladung eventuell Folge leisten werden: Sachsen, Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Schwerin, Hessen, Braunschweig, Anhalt, Schwarzburg-Rudolstadt, Hamburg und Lübeck. Sämtliche deutsche Regierungen haben außerdem mitgeteilt, daß die in Berlin anwesenden Bundesratsmitglieder, soweit als thunlich, in der Plenarversammlung erscheinen werden. — Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete der Bericht über die neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete des Hagelversicherungswesens. Der Referent, Ökonomierat Schosser (Kirchberg), bemerkte etwa: Uebcrall treten auf dem Gebiete der Hagelversicherung noch mehr als auf den anderen Versichcrungsgebieten die Mißstände entgegen, welche aus dem Fehlen eines Versicherungsgesetzes sich ergeben. Er wiederhole daher sein bereits vor einigen Jahren abgegebenes Gutachten: „Es sollte unter keinen Umständen davon Umgang genommen werden, auf die Schaffung einer Aufsichtsbehörde über die bestehenden Versicherungsanstalten, bezw. auf den Erlaß eines Reichsversicherungsgesetzes, nach Maßgabe des Artikels 4 der Reichsverfassung mit allen Mitteln hinzuwirken. Die Mißstände, welche aus dem Mangel hiervon erwachsen, nehmen von Tag zu Tag zu und beeinträchtigen aufs ernstlichste jetzt die Interessen der Landwirte, bedrohen diese auch in der Zukunft mit noch größeren Nachteilen. Wenn zum Wohle
Wiederum zuckte Signor Vitali mtt leisem, fast traurigem Lächeln die Achseln und antwortete:
„Es würde mich freuen, Signora, imstande zu sei», Sie baldmöglichst herzustelle», damit ich Sie meiner Obhut entlafftn darf, und Sie sich von der Wahrheit meiner Worte überzeugen könne«. Dazu aber bedarf es meiner wie der Wärterin Beobachtung, deren Auordunugeu Sie sich zu fügen haben, und werde ich Sie «ach einigen Tage» wieder besuche»", und leicht las Haupt neigend, entfernte er sich, vergaß ober nicht, die Thür zuzuschließen.
Angela trat an das vergitterte Fenster, das sie urcht zu öffnen wagte, nnb ihr G-ficht von der Thür abgewandt, ficher, daß dies nicht beobachtet werden konnte, überließ ste sich dem Nachdenken übet ihr Geschick. Dies war traurig, ja schrecklich genug, da weder ihr Verlobter, der alte Verwandte, Marcella, »och bie hochwfirdige Aebtisstu von Santa Maria ahnen konnten wo ste fich befand, nm Schritte zu ihrer Befreiung aus einer Anstalt zu thu», von der aus ihr Tod als eine Folge der ihr zugefchriebeuen Krankheit bezeichnet werben konnte, nnb in der man sie offenbar glauben machen wollte, daß fie geisteskrank sei.
Diesen Gedanken eine Weile nachhängend, begann ihr Mut zu finken, doch ermannte sie fich bald und sagte leise:
„Nein, nein, e8 ist nicht die Absicht von Giovannis Eltern, mich sterbe» zu laffe», denn das hätte leicht auf der Fahrt ausgeführt werden könne»! — Die hochstehende Familie wird fich durch keinen Mord befl-.cken, ich soll nur einstweilen verschwinden, damit sie ihren Sohu ihren Wünschen gemäß verheirate» kau». Doch wird ihnen dies nicht gelingen denn er bleibt mir treu und wird, nachdem er meine Entführung erfahren, alles aufbieten, mich aufzufiuden worin ihm die hochwfirdige Aebtisstu, mein Verwandter und Marcella zur Hilfe kommen werden."
Zwei lange auf einem der Wege daher kommende weibliche Gestalte« erregten ihre Aufmerksamkeit.
der Arbeiter bie Versicherungs-Gesetzgebung in Fluß gekommen ist, so werben bie Arbeitgeber, die Landwirte wohl dieselbe Berücksichtigung beanspruchen dürfen, welche überdies die soliden Versicherungs- Gesellschaften aufs dringendste wünschen zu müsse« ausdrücklich erklärt und die Versicherungskommission veranlaßt haben, sich zum Dolmetsch dieser Wünsche bei den Reichsbehörden zu machen". (Beifall. — Die Versammlung erklärte sich ohne Debatte einstimmig mit diesem Gutachten einverstanden.
Hannover, 18. März, Bei der am 16. dieses Monats im Wahlkreise Celle-Gifhorn stattgehabten Reichslagswahl wurde der Welfe v. d. Decken- Ruienstein durch die Unterstützung der Freisinnigen und Sozialdemokraten gewählt.
Ausland.
Paris, 18. März. In der gestern vormittag stattgehabten Versammlung der Chefs von Bankhäusern teilte Rouvier mit, zur Wiederherstellung des Komptoir d'Escompte seien etwa 40 Millionen notwendig. Das „Börsenblatt" zeigt an, die Banque de France solle hierzu weitere 20 Millionen, die Haute-Finance 17, das Syndikat der Agence de Change^ 3 Millionen einschießen. Der Sekretär der Sociötä des Mätaux, Eugene, hat sein gesamtes Privatvermögen, über 20 Millionen, der SocietS übertragen. Die Delegierten der amerikanischen Kupfer-Kompagnien haben sich gestern nach Europa eingeschifft. — Bis jetzt wurden zugunsten der Wiederherstellung des Komptoir d'Escompte von der Banque de France 20 Millionen, von Rothschild 3 Mill, vom Credit foncier 2 Millionen, insgesamt 36 Millionen gezeichnet. — Die Syndikatskammer der Agents de Change beschloß gestern abend, den Wünschen des Fmanzministers entsprechend, drei Millionen Francs zu geben, um die von der Banque de France und den hervorragendsten Bankiers bereits bewilligte Summe zur Rekonstruierung des Komptoir d'Escompte auf vierzig Millionen zu bringen. — Bei einem Bankett in Tours zu Ehren Boulangers hielt Senator Naquet eine längere Rede, worin er darauf hinwies, wie leicht es für die Konservativen wäre, sich der gemäßigten Republik anzuschließen. Naquet hob besonders die Absicht Boulangers hervor, dem Lande den religiösen Frieden wiederzugeben, indem die gegenwärtige Verfolgungspolitik, welche der Republik so viel schade, aufhören solle. Die Frage des Konkordates muffe durch ein Referendum der Nation gelöst werden; wenn letztere sich für die Aufrechterhaltung desselben ausspreche.
Die eine btrftlben, vielleicht eine Vierzigerin unb in schwere Selbe gekleidet, war offenbar eine Patientin, denn ihr schönes, bleiches Gesicht trat abgemagert und ihre gebückte Haltung ließ auf Körperschwäche schließe». Auch schritt fie nur langsam an der Seite ihrer Begleiterin, deren schlichter, bnnkler Anzug fie als eine Wärterin kennzeichnete, dahin. Näher kommend, sah Angela, daß ihre Gefichtszfige ebensowohl Kummer tote Krankheit ansbrückten, unb ein tiefes Mitgefühl bemächtigte fich ihrer. AIS mit ihrer Gefährtin sprechend ste ihren Blicke« entschwand, sagte Angela mit einem schweren Seufzer:
„Wer weiß wie lange schon fie eine Patientin in Signor Vitalis Anstalt gewesen und weshalb fie hier ist? Ihre Gefichtszfige find mir fast bekannt, wo aber mag ich fie gesehen haben?"
Vergeblich einige Augenblicke nachsinveod, wandte fie bann den Blick vom Fenster ab, biefer fi,l ans ihr Trauergewand und nochmals schwer seufzend, fuhr Re, während Thräueu ihre gingen füllten, fort:
„Wie schrecklich hat fich binnen wenigen Tagen da« Leben für wich verändert! Tante Aleffaudra ist sat und ich — ich bin in einem Irrenhaus»! Ach, hätte fie ahnen können, wie sobald nach ihrem Ende schon mein Geschick fein würde, nachdem sie mich, bie elternlose Waise, so treu gehütet, der Tob würde ihr »och schwerer geworden sein als er eS schon gewesen!"
DaS Oeffnen der Thür unterbrach ihr Seldstge- spräch nnb fich ummenbenb, sah fie Josefa eintreten, welche nach einem schnellen, forschenden Blick ans ihre Gefichtszfige sagte:
„Signora, ich komme, Sie zu einem Spaziergang abznholeu 1*
Angela war ein solcher Vorschlag nur zu erwünscht, denn ihr schmerzte der Kopf und die frische Luft mußte wohlthuend für fie sein. Auch wußte fie, daß fie fich ben Anordnungen der Wärterin zu fügen hatte nnb antwortete daher ruhig'
„Ich bin bereti, mit Ihnen zu gehen!" (Fortsetzung felgt.)