MchM Bettung.
*öd)tutiidic Beilagen: Kreis-Blatt für litt Kreise Marburg md Kirchham. - Illustriertes SountagSdtatt
Sxprditio«! Ma-ckt 21. — «chaktiou, Druck und »erlog von Joh. lag. «,ch.
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Arlcheim tiglie m*s «e NBertteeoi noch bonn Feiertage». v»artal-LboimemrutS-Prn- bei der bttion 9*/j SRL bei de» Postämter» 8 SRI 60 Pfg. VeftSgÄl. F»sertiourgebLhr für die gespaltene
10 Wg.. Reklamen für die Zelle 35 Pfg.
$11} Inytgra nunmt e«^«. ou «xpevitum » Blatte»,
sowie b. Lmroneeu-Bureaur von Haasenstei» und Vogler
Sonntag, 17. März 1889. ™- 3-hrg-ug.
Daube n. Lo. m Frankfurt a.Berlin, Hannover Pari«.
Unsere Syndikate.
Bon einigen deutschen Zeitungen werden die Vorgänge, welche zu dem „Kupserkiach" in Frank-, «ich geführt haben, auf Las schärfste verurteilt.- Diesem Urteil wird niemand widersprechen- mchrere derselben nehmen dabei aber Veranlassung, die. deutschen industriellen .Kartelle und Koalitionen" enf die gleiche Stufe zu stellen und diese Vereinigung der deutschen Produzenten»Ausbeutung der Konsumenten" zu bezeichnen. Unter »Kartelle mb Koalitionen" verstehen die betreffenden Zeitungen unzweifelhaft die Syndikate, welche von deutschen Industriellen zum gemeinschaftlichen Verkauf ihrer Erzeugnisse gebildet worden sind. Indem sie diese Bereinigungen mit dem französischen Kupfersyndikat zleichfteüen, beweisen die Zeitungen nur, daß sie in das Wesen der deutschen Syndikate »och nicht «in-, gedrungen sind.
Das französische Kupferstßnßikat -bezweckte durch -en Aufkauf der gesamten Kupferproduktion und durch die Verfügung über dieselbe die Konsumenten' zur Zahlung von Preisen zu zwingen, welche mit einem Schlage um 100 Proz. und darüber erhöht Wurden ; das französische Syndikat hatte aber keinen Einstuß aus die Produktion, welche infolge des Emporschnellens der Preise natürlich auss Aeußerste gesteigert wurde. An diesem Mangel an Einfluß auf die Produktion mußte das französische Syndikat, Welches sich Lediglich als eine äußerst gewagte Spekulation darstellt, zugrunde gehen. Etwas ganz anderes wollen die deutschen Syndikate. Ihr Grundprinzip ist die Verteilung der vorhandenen Arbeit, oder des nach Maßgabe der jeweiligen Verhältnisse sich ergebenden Absatzes auf die einzelnen Produzenten. Diefer Zweck wird erreicht, indem die einzelnen sich des Rechtes begeben, direkt ihre Erzeugnisse zu verkaufen, vielmehr diefelben einer gemeinschaftlichen Verkaufsstelle zur Disposition stellen, welche den Absatz bewirkt und nach einem ermittelten Verhältnis dem einzelnen seine Beteiligung an dem Absätze zumeist. Der einzelne Fabrikant ist daher nicht in der Lage mebr zu produzieren, als der Markt aufzunehmen imstande ist d. h. nicht mehr als die Verkaufsstelle abzusitzen vermag und demgemäß charakterisiert sich die Wirksamkeit der deutschen Syn Mote hauptsächlich als eine Regelung der Produktion Line solche Regelung ist erforderlich in Zeiten, in denen, veranlaßt durch die verschiedensten Umstände, wie beispielsweise die Fortschritte in der Technik, die Vermehrung der Kap tals und dergleichen mehr,
sNachüruck Deiboten.J
Angela.
Erzählung aus vergangenen Tagen. gortleBungj
,DaS ist fast nnglaublia!* rief enttäuscht bei Marckise. .Haben wir e8 hier mit ei» m lebenden Menschen zu tbun, wo wag der mir geblieben fein!*
.Er ist entfloht»!' entgegnttc sein Diener.
.Off ubar und wahrscheinlich um uuS tu Ser. derben zu lock ul — Ich bin allerdings vor dem war meiner hier rrorttt gewarnt worden, der Mansch »der die Erscheinung, welche dies gethau, ist gleich einem überirdischen West» fortwähreud in meiner Nähe und dennoch kann ich seiner nicht habhaft werden. Allein--'
Seine Worte wurden hier durch ein lautes Krachen Unterbrochen, welweS daS ganze Gewölbe durch- dröhule und überrascht und erschreckend sich anblickend, stützten dann beide nach bei Thür, um so schnell wie möglich die unterirdischen Räume zu verlass, n, ta denen ihnen die größten Gefahren drohen könnt u. Zu ihrem namenlosen Schrecken aber fanden sie diese derfchloffen und waren auch ungeachtet aller Anstrengung üicht imstande, sie zu öffnen. Sie wußte von auß n bekriegelt f in und wahrscheinlich war daS Gewölbe i» dem sie sich befanden, eins der unterirdischen Ge> fäugnisse der ehemaligen Festung.
.Wir find auf hinterlistige Weise in eine Fall, zelockt und muffen alles aufbieten, unsere Freiheit wieder zu erlangen', sagte sich von hem auSgestandeuen Schrecken erholend der Marchese. Federigro stimmte ihm bei und fügte kleinlaut hinzu:
»Wie ober, Marchese?'
.Latz uuS zuerst daS Gefängnis untersuchen', schlug dieser vor, uod sogleich begannen sie mit den Wänden, ohne in einer derselbe» eine Spalte oder Öffnung zu finde». I» dem Winkel einen vor» springende» Mauer erblickten fie au der Erde einen dunklen Gegenstand, und als fie fich diesem vorfichtig
die Produktion dem Bedarf vorangeeilt ist und durch den gegenseitigen Wettbewerb der Einzelnen die Preise so geworfen werden, daß sie nicht nur auf- bören gewinnbringend zu sein, sondern in vielen Zöllen sogar Verluste bereiten. Der Preissteigerung, welche dadurch yt erreichen ist, daß dem übermäßigen Angebot ein Ziä gesetzt wird, ist eine verhältnismäßig sehr enge Grenze durch die Konkurrenz des Auslandes geftetft. Diese würde sofort eintreten, wenn die in Rede stehenden Vereinigungen es versuchen wollten, die Preise derart zu erhöhen, daß die Produktion als sehr lohnend zu erachten wäre.
Wenn eine der erwähnten Zeitungen im Hinblick auf die mäßigen Preissteigerungen, welche durch die Syndikate herbeigeführt worden sind, dieselben als eine »Ausbeutung der Konsumenten" bezeichnet, so ist ihr wohl entgegen zu halten, daß billige Preise aufhören förderlich für das wirtschaftliche Gedeihen der Nation zu sein, sobald sie der Produktion nur ungenügenden Gewinn bringen, oder gar Verluste bereiten; denn unter solchen Umständen muß die Produktion abnehmen, bezw. aufhören. Dadurch würde die Lage der Arbeitwbevölkerung, der umfangreichsten Klaffe der Nation, ungünstig beeinflußt werden; denn mehr als durch alle Wohlfahrtseinrichtungen und sozialpolitischen Gesetze wird die Lage der Arbeiterbevölkerung gebessert und sichergestellt, wenn reühlich Arbeit im Lande ist, wenn der Wettbewerb um Erlangung der Arbeitskräfte stetig zunimmt. Indem die deutschen Syndikate regelnd auf die Produktion einwirken, halten sie ab von einer ungesunden Steigerung derselben, sie haben zur Folge, daß die Produktion vor großen Schwankungen bewahrt wird, mit mehr Gleichmäßigkeit ihren Gang nimmt, und daß in dieser Beziehung auch die Arbeiter in eine bessere, sichere Lage versetzt werden. Damit tragen die Syndikate bei, den Grundsatz des „Schutzes der nationalen Arbeit" zu verwirklichen, ein Grundsatz, der freilich stets von mehreren der vorerwähnten Zeitungen und ihren Genoffen angefeindet und verworfen worden ist, dessen Befolgung aber in zehn Jahren die wirtschaftlichen Zustände des Deutschen Reiches auf eine früher nie geahnte hohe Stufe der Entwickelung geführt hat.
Deutsches Leich.
® erlitt, 15. März. Die Kommission zur Vorberatung des Alters- und Jnvaliditäts-Versicherungs- Gesetzes beendete heute ihre Arbeiten und nahm mit allen gegen fünf Stimmen die Kommifsionsbefchlüsse in zweiter Lesung an. — In der gestern abgehal-
i äheiten, erwies es sich als ein Haufen Kleidungsstücke die an mehreren Stellen mit Blnt befleckt waren. Nicht imstande, sich eines Schauders zu erwehre», wagten fie es nicht diese anznrühren. aus Furcht, vielleicht eine» Leichnam darunter zu finden.
.Was eS auch fein mag', sagte endlich der Marchese, wir muff.» jedenfalls die Sache untersuchen. Liegt hier ei» Toter, so werden wir sehen, wer es ist, haben wir eS aber mit einem Lebenden zu thun, so find wir ihm gegenüber unserer Zwei", und den verdächtigen Haufe» mit der Spitze seines Degens berührend, sah er, daß dieser aus einem Mantel und einem brett- kiSwpigeu Hut bestand und der Platz nnter denselben mit Blut b. fleckt war. Die Kleidungsstücke einige Augenblicke betrachtend, sagte er:
.Wo mag nur die Leiche deS Unglücklichen sein, der augenscheinlich hier getötet worden ist!'
.Eingegraben, Marchese, verscharrt!' entgegnete w-uiger sicher, als et bisher gesprochen, Federigo. »Vielleicht gar in unserer Nähe--"
Diesen Worten folgte eine längere Pause, welche ersterer unterbrach indem er sagte:
.Federigo, latz uns nochmals versuchen dies Ge. wölbe zu verlaffeu. Möglicherweise gelingt eS uns jetzt--*
Auch dieser Versuch war vergeblich; die Thür gab nicht natb und die Eifenstäbe der Fensteröffnung waren zu stark und haftete» auch zu fest in der dicken Mauer. Sie begannen nun so laut sie konnten zu rufen und zu schreie», was auch am Tage gewiß von Erfolg gewesen wäre, da die Ruinen an der Landstraße lagen, zur Nachtzeit jedoch kaum gehört ward, indem schon bei einbrecheuder Dunkelheit die Bewohner der Umgegend daS ehemalige FestungSterrain mieden. Bald erlangten fie die Ueberzeugnng, daß alle Bemühungen, ihren Kerker zu verlaffeu, vergeblich waren, uod fie sich gefaßt machen müßte», die Nacht in demselben znzubringeu. Sich an der Erde hiu- streckend, überließen sich beide dem Nachdenken über
tencn Plenarsitzung des Bundesrats gab der Vorsitzende, Vize - Präsident des Staats - Ministeriums, Staatssekretär des Innern, von Bötticher, zunächst unter allseitiger Zustimmung dem Bedauern Ausdruck über den Verlust, welchen der Bunderat durch das am 9. d. Mts. erfolgte Ableben des Bevollmächtigten für Bremen, Senators Dr. Meier, erlitten hat. Sodann wurde über die Zollbehandlung verschiedener Gegenstände, sowie über den Erlaß von Ausführungsbestimmungen zu dem Branntwein- und dem Zuckersteuergesctz Beschluß gefaßt. Die Vorlage wegen Abänderung der Bestimmungen über die statistische Aufnahme der Dampfkeffel und Dampfmaschinen und der Entwurf eines Gesetzes über die Ausrüstung der Kauffahrteischiffe mit Booten und Rettungsgeräten wurden den Ausschüffen für Handel und Verkehr und für das Seewesen zur Vorberatung übergeben. Ein Schreiben des Präsidenten des Reichstages, betreffend den Beschluß des letzteren zu der Petition der Gemeinde Kotta um Zuteilung zu dem Post-Ortsbestellbezirk von Dresden, wurde dem Vorsitzenden des Bundesrats überwiesen. Die Hauptfieuerämter zu Königsberg in Ostpreußen und zu Gera erhielten die Befugnis zur Abfertigung von Wollengarn. — Der achte deutsche Geographentag wird am 24., 25. und 26. April in Berlin abgehalten werden. Da die höheren Schulen schon am 25. April wieder ihre Lehrkurse beginnen, hat der Kultusminister auf Antrag des Zentralausschuffes des Geographentages gestattet, daß denjenigen Lehrern, welche an diesen Schulen dos Fach der Geographie in den oberen und mittleren Klaffen vertreten und dem Geographentag beizuwohnen wünschen, behufs Erreichung dieses Zweckes ein Urlaub für die Osterwoche erteilt werde. — In Sachen des Terminhandels in Kaffee nahm der am 3. und 4. d. Mts. in Leipzig zusammcngetretene Zentralvorstand kaufmännischer Verbände und Vereine Deutschlands einstimmig eine Resolution an, welche sich mit aller Entschiedenheit gegen die börsenspielartigen Auswüchse des Kaffee - Terminhandels zu Hamburg erklärt, und ermächtigte den Vorsitzenden, alle diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet erscheinen, die Aufhebung desselben, beziehungsweise die Umwandlung in einen wirklichen Lieferungs- Handel anzustreben. — Die Kommission des Abgeordnetenhauses zur Vorberatung des Antrags Berling (Wildschaden) nahm gestern abend § 2 nach den Vorschlägen Francke - Schmieding in etwas modifizierter Form wie folgt an: „Haben die betreffenden Jagdberechtigten der an sie ergangenen
ihre nicht beneidenswerte Lage, bis endlich der sonst so mutige Federigo mit einem tiefen Seufzer sagte:
-Ach, Marchese, was mag nun ans uns werden? Sicherlich müsse» wir hier Hungers sterben, wenn mau uns nicht, gleich jenem Unglücklichen, beffen Anzug da vor uns liegt, vorher ermordet! —, Die unterirdischen Gewölbe find mir immer schrecklich gewesen, doch habe ich eS mir nie als möglich borge stellt, einmal in einem solchen umkommen zu müflen!'
Ank die tief empfundene Klagerede erhielt der treue Diener keine Antwort, denn die Gedanken seines Herrn weilten bei seiner Verlobten, von bet die verhängnisvolle Erscheinung ihm gesagt, daß fie schon lange fortgebracht sei.
.Wohin aber und von wem?' fragte er sich, und diese Frage jagte ihm das Blut mit so furchtbarer Gewalt durch die Abern, daß er vom Erdboden aufsprang und den unheimlichen Raum mit hastigen Schritten durchmaß. Plötzlich hielt er inne, denn uoch ein schrecklicherer Gedanke trat vor seine Seele. Der Vermummte hatte ihm zwar gesagt, fie sei fortgebracht — wie aber, wenn fie ebenfalls unerwartet gleich Signora Al-ffandra gestorben wäre? — die Hand, welche die eine erreicht, konnte auch die andere treffen, und er vermochte sich noch immer nicht ins Argwohns zu erwehren, daß mau Angelas Taute Gift beigebracht.
Sein Zustand war fast unerträglich; er war ein- geschloffeu, seine Verlobte befand fich in den Händen ihrer Feinde, die fie, sollten die Worte des Vermummten Wahrheit enthalten, immer weiter von ihm entfernten, unb er war nicht imftanbc, ihr, die gewiß auf feinen Beistand hoffte, Hilfe zu beugen. Diese qualvollen Gedanken konnten ihn fast zum Wahn- stuu treiben.
Lange wanderte er in dem Gewölbe auf und ab, während, den Grund seiner Unruhe kennend, der treue Federigo ihn voll Teilnahme betrachtete. Endlich trat Ruhe in dem Sturm seiner Gefühle ein; er
Aufforderung nicht in genügendem Maße entsprochen, so hat die Aufsichtsbehörde den Beschädigten oder geeigneten Vertretern derselben für eine bestimmte Zeit die Ermächtigung zu erteilen, das auf ihre Grundstücke übertretende Rot- und Damwild auf jede erlaubte Weise zu fangen und namentlich auch mit Anwendung des Schußgewehrs zu töten. Diese Ermächtigung vertritt den Jagdschein; sie kann demjenigen versagt werden, dem der Jagdschein versagt werden kann. § 3 erhielt folgende Fassung: „Wird durch diese Maßregeln der weiteren Beschädigung nicht vorgebeugt, so hat die Aufsichtsbehörde die Ab- mindernng der schädigenden Wildarten durch geeignete Personen bewirken zu lassen. Die Kosten solcher Polizeijagden trägt die Staatskasse, welcher auch der Erlös aus dem dabei erlegten Wilde zir- fällt, soweit er zur Deckung der Kosten nötig ist. — Ein von den Abgeordneten Francke und Schmieding beantragter Zusatz zu diesem Paragraphen, welcher lautete: „Die Aufsichtsbehörde kann äußerstenfalls auch anordnen, daß die beteiligten Forstbesitzer zum Schutz der beschädigten Grundstücke Wildzäune auf ihre Kosten anlegen und unterhalten", wurde mit 10 gegen 7 Stimmen abgelehnt. — Die Kabinetts- Ordre wegen Tragens des neuen Degens für die Infanterie ist gestern ergangen. Der neue Degen hat einen vergolbeten Korb mit einem preußischen Adler, steckt in einer Stahlscheide und wird an zwei Riemen getragen, ohne zu schleppen.
— (Reichszuschuß zur Altersversicherung.) Der Kommission für bie Alters- und Invalidenversicherung ist im Anschluffe an die bisherigen Beschlüsse ein Ueberschlag über die Höhe des Reichszufchuffes zugegangen. „Beginnt die Altersrente mit dem vollendeten 70. Lebensjahre und beträgt der Reichszuschuß zu jeder Rente 50 Mk. jährlich, so stellt sich die Reichsbelastung, welche durch diese Zuschüsse bei einem Versicherungsbestande von jährlich 11018 000 Personen herbeigeführt, wie folgt: Im Laufe des 1. Versicherungsjahres sind erforderlich 6,4 Millionen Mark, das zweite 11,7 Mill. Mk., das 3. 11,3 Mill. Mk., das 4. 10,9 Mill. Mk., das 5. 10,5 Mill. Mk., das 6. 13 Mill. Mk., das 7. 18 Mill. Mk., das 8. 22,6 Mill. Mk., das 9. 26,8 Mill. Mk., das 10. 30,7 Mill. Mk., das 15. 45 Mill. Mk., das 20. 53 Mill. Mk., das 80. 69 Mill. Mk. Würde der Reichszuschuß nicht im Wege des Umlageverfahrens, sondern im Wege des Prämienverfahrens (wie solches die Vorlage beantragt) aufzubringen sein, so wäre alljährlich an Prämien die Summe von 35,5 Mill. Mk. auf- uberbagjte, daß möglicherweise man Angela nur entfernt, um fie einstweilen nach einem sicheren Aufenthaltsorte zu bringen, und niemand es wagen würde, fie zu töten, da keinesfalls Marcella Über den Vorfall schweigen würde. Auch feinet» wie Federigos wegen beruhigte er fich nach und n ch, denn bet Tagesanbruch war es leicht, fich den Vorübergehenden bemerkbar zu machen, wenn fie nicht schon vorher einen Ausweg entdeckt.
Nach einer Weile streckte er fich wieder auf de» Boden nieder, und vom Wunsche beseelt, seinen Herrn zu zerstreue», sagte Federigo:
.Marchese, wir werden gewiß beide die Augen nicht schließen, und es währt uoch einige Stunde», bevor der Tag anbricht. Soll ich Ihnen eins der von meinem Onkel erlebten «bet teuer erzählen?'
.Versuche lieber zu schlafen, Federigo", entgegnete Giovanni gerührt von der guten Abficht seines anhäng, lichen Dieners. Ich werde dasselbe thvu--•
Er ward hier durch vernehmliches Stöhne» und Klagelaute unterbrochen, die von einem Schwerleidendeu oder gar Sterbenden herrühreu mochten. Federigo hatte fie ebenfalls gehört, und wenngleich beide erschauernd zusammeufuhren, verhielten fie fich doch ruhig und lauschten Wetter.
«Es wird nur der Nachtwind gewesen sein", meinte als alles ruhig blieb, nach längerer Pause Federigo:
»Das ist auch meine Meinung', erwiderte der Marchese, unb da doch an Schlaf für uns Beide nicht zu denken ist, so laß mich denn die Erlebnisse deines Onkels erfahren. .Aber, horch! was war das?' fügte er sich schnell erhebend hinzu.
»Ich höre leises Sprechen", erwiderte Federigo, >er schon seinem Beispiel gefolgt war, und bald vernahmen sie deutlich das Gemurmel mehrerer Stimmen, verwachten aber nicht zu unterscheide», ob eS aus dem anliegenden Gewölbe herrührte, ober unter ihnen stattfanb.
(Fortsetzung folgt)