1648
Illustriertes Sonntagsblatt
M 63
irttion 31/* 8RL bd da» Postämtern 8 SRI 60 Pfg. (ejfi. BeftÄlgÄ). JufMonsgebSbr für bie gespaltene Beile 10 Wg., SteHonten für die Zeile 85 Pfg.
fett,
in
atzt
ii
lvcki !N »arnt. nung. ben, 1647
109 104»/, 1(2»/, ire ies (651/,
1Ofr 85»/, 100’/,
onsu- Ab- kvm- insten zu [646
-S,
am
hatte sich ihrer auch eice gänzliche Gleichgültigkeit w g*n ihr Dasein bemächtigt, sodaß fie das GlaS er» gnff und daS kühlende Getränk bis zum letzten Tropfen genoß, ohne dabei die bedeutuogsvolleu von ihren Begleitern gewechselten Blicke zu bemerken. Merklich erquickt, gab fie daS Glas zurück und lehnte das müde Haupt gegen die harte» Riffen. So sah sie 'hre Gefährten wieder einstetgen, fühlte, daß nochmals der Wagen sich in Bewegung fetzte — dann aber schwanden ihr allmählich die Sinne und langsam schlosiev sich ihre Augen.
Wiederum wechselten ihre Begleiter einen bedeutungsvollen Blick, ohne jedoch der Borficht wegen zu spreche» und schneller noch als sie gefahren, fitzten fie mit den frischen Pferden den Weg fort. Bald li-ßen ein lebhafterer Verkehr auf der Laudfiraße und die am Abevdhimwel fich abzeichneudeu Kirchtürme die Nähe einer Stadt erkennen, deren ebene Umgebung einen reichen BanmwuchS als befonderen Schmuck hatte. Ehe indeß der Wagen fie erreicht, bog er in eine dichtbewachsene Allee ein, die zu einem hohen eisernen Gitter führte, das anscheinend die vordere Seite eines weitläufigen, zweistöckigen Ge- bäudes oder Vielmehr dreier verbundener Häuser, vou deueu das mittlere kleiner als die Seitenflügel war, abschloß, genau geseheu aber daS ganz zu dem Gebäude gehörende Terrain, verschiedene große Gärten umgab. Bet diesem Gitter angelangt, hielt der Wagen, einer der Vermummten, die ihre MaSken abgelegt halt' n, flieg ans, gab ein Zeichen mit einer an dem Gitter befindlichen Glocke, woraus alsbald auS dem uahegelegeueu Häuschen der Psörtuer erschien und die schwere Eisenthür öffnete, dnrch die dann der Wag.« in den geräumigen Vorgarten eiusuhr und bald vor dem rechten Flügel hielt. Hier wußte er erwartet sein, denn die HauSthür war bereits geöffnet und zwei nicht mehr junge Frauen mit ruhigen Gesichtern traten an ben Wagen, den die Männer verlaffen, doch an dem Schlage stehend ans die noch immer schlafende Angela beuteten. Jetzt erschien auch
Gaffel «4. iter’m einen, »scher-
chseld. r.
Marburg,
Freitag, 15. März 1889.
[Nachdruck »erboten.]
Angela.
Erzählung aus vergangenen Tagen.
(Fortsetzung.)
einem elenden Hause ward wiederum Halt und ihr Speise und kühlendes Getränk
dem preußischen Etat 12 Feldartillerie - Abteilungsstäbe, 1 Lehrbatttrie, 1 Lehrkompagnie eingerichtet, 151 Feldbatterieen, 14 reitende Batterieen aus den hohen Etat gebracht werden und 17 Feldbatterieen, 19 reitende Batterieen eine besondere Verstärkung erhalten. Für Sachsen werden gebildet 1 Feld- artillerie-Regimentsstab, 2 Feldartillerie-Abteilungs- stäbe; aus den hohen Etat gebracht 20 Feldbatterieen und 1 reitende Batterie besonders verstärkt. Im württenbergischen Kontingent werden 6 Feldbatterieen auf den hohen Etat gebracht. Im ganzen erforderlich find 3909 Dienstpfevde, wofür Ausgaben 4 56-6115 Mk. Die Pferde sollen volljährig gekauft werden. Als erste Raten von Neubauten sind beantragt für die Artillerie-Schießschule in Jüterbog, Kaserne für drei Abteilungen Feldartillerie in Brandenburg a. H., Artilleriekaserne in Saarlouis, Schuppen 243 000 Mk., Stallungen 805 000 Mk., Erweiterung des Exerzierplatzes in Erfurt 80 000 Mk. Artilleristische Bauten für die Artillerie-Schießschule in Jüterbog 242 000 Mark. Für Garnisonbauten: Magazine, Schuppen Stallungen rc. in Elsaß-Loth- ringen 337 000 Mk. Zur Beschaffung des Mehrbedarfs an blanken Waffen werden im preußischen Etat 30 440 Mk., zur Beschaffung von Artilleriematerial und Munition 4 810 000 Mk. (im preußischen Etat) gefordert, ferner je 50 000 Mk. als erste Raten für Kasernenbauten in Magdeburg, Rendsburg und Caffel. — Das Schicksal des Sozialistengesetzes bildet jetzt den Gegenstand effriger Erörterungen in den Preßorganen der verschiedensten Parteien. Wie man nun auch über diese Angelegenheit denken mag, so ist es zur Steuer der Wahrheit doch angezeigt, zu konstatieren, daß jenes vielgeschmähte Gesetz keineswegs die Bestrebungen bekämpft welche auf Befferung des Loses der arbeitenden Klaffen abzielen- diese sind legitim, so legitim, daß sie die Staatsgewalt selbst als vornehmstes Ziel innerer Politik erklärt hat. Aber es bekämpft dieselben, soweit sie den gewaltsamen Umsturz alles Bestehenden bezwecken. Und wenn die sozialdemokratische Partei sich darüber beklagt, daß die Handhabung des Gesetzes die Sozialdemokratie als solche treffe, die Hervorkehrung gewaltsamer Umsturzbewegungen nicht genügend abwarte, so wird sie für solche Klagen so lange kein Verständnis finden, als ihr offizielles Bekenntnis noch lautet: „Die erdrückende Mehrzahl der deutschen Sozialdemokraten hat sich niemals dem Wahn hingegeben, daß sie ihre Grundsätze in aller Friedlichkeit auf dem rein gesetzlichen Wege würden durchsetzen können!"
— In der zweiten Sitzung der Wildschaden-
na
83
84fr 90»/, 1 «2fr zrsfr 106*/«
81fr
vor »acht
ie Widmung des „Töchter-Album" anzunehmen, um- «ehr bereit ist zu gewähren, als Allerhöchstdieselbe ö Ziel und Streben Ihrer schriftstellerischen Thätig- i! so durchaus schätzt und anerkennt. Die Kaiserin Snscht, daß ich Ihnen sage, daß „Herzblättchens ^vertreib" das liebste Buch der Prinzlichen Kinder L* — Die ganze Ausstattung für die Prinzessin «phie wird, der „Post" zusolge, -aus Anordnung hier Majestät der Kaiserin Friedrich in Deutschland kz. Berlin hergestellt. — Fürst Bismarck begab / i heute nachmittag kurz vor Beginn der Reichstags- itzllng von seinem Palais in der Wilhelmstraße 18 zu Fuß in das Reichstagsgebäude, wo er zu- «hst einer Sitzung des Bundesrats beiwohnte, bn */,4 Uhr erschien der Reichskanzler imSitzungs- il, nahm jedoch nicht auf feinem gewöhnlichen Sitz j i Bundesratstische Platz, sondern setzte sich neben it konservativen Abgeordneten v. Helldorff, mit s üchem er eine Viertelstunde lang eifrig konferierte.
läbann begab sich Fürst Bismarck widerum zu Fuß in «Palais zurück. — Generalfeldmarschall Graf Moltke >t dem Großherzog von Baden in einem Schreiben seinen int ausgesprochen für die ihm anläßlich seines 70- stigen Dienstjubiläums verliehene hohe Ordensaus- ilhnung, welche für ihn doppelten Wert gewinne aus t Hand eines Fürsten, der so wesentlich und erfolg-
1 ich für die Einigung der deutschen Nation gewirkt bt — Der Nachtragsetat zum Reichshaushalt, ffen wichtigste Zahlen bei Vorlage desselben an n Bundesrat mitgeteilt sind, hat insofern eine vlderung erfahren, als derselbe von 21882 570 i«k auf 21 885 841 Mk. erhöht worden ist. Heber t Verteilung der Vermehrung der Artillerie aus t einzelnen Kontingente wird ausgeführt, daß nach
lächelt kam ein älterer Mann und seine kaum “fiere Gattin zum Vorschein, in deren abgemagetten bräunten Gesichtern fich eine säst stumplfinvige Kchgültigkeit auSprägte und die beim Anblick [maskierten Männer, und der fast zum Tod, mopsten schönen jungen Dame weder Erstaunen *4 Sitten ffe verrieten, denn gewaltsame Entführungen
zu der Zeit in Italien keine Seltenheit ■ * mochten sie deren auch schon mehrfach ge» w haben.
818 das Fuhrwerk fich wieder in Bewegung setzte, ^[den trotz der drückenden Hitze die Fenster uoch- V8 verhangen und die unglückliche Angela, die jeden •ßenblicf zusammevzubrecheu fürchtete, roetterge» «l>pt. Ihre Begleiter aber hatten weder Augen m Mitgefühl für ihr Leiden, verhielten fich in ihrer Hrmvart vollständig stumm und kamen damit offen, 6 streng den erhaltenen Beseblen nach.
Endlich begann der Tag fich zu neigen. Mit ^ sinkenden Sonne schwand auch die Hitze, doch »«en die Fenster des Wagens dicht verfchloffen Mten. Bei einbrechender Dämmerimi fand noch- ein Pferdewechfel statt, einer der Begleiter stieg wnbbem aus und kehrte bald mit mehreren mit 2* gefüllten Gläsern zurück, von denen er Angela ^ reichte, während seine Gefährten fich der übrigen Nchtigte». Einen Augenblick dachte fie, daß seicht der ihr gereichte Trank Gift enthalten könne J", mau fich ihrer auf diese Weise noch vor der in entledigen beabsichtigte. Zu erschöpft ober, p lange diesem Gedanken nachhängen zu können,
«öchkntliche Beilagen: Kreis-Blatt ftr die Kreise Marburg md Kirchhain
Sxveditrov Markt 21. — Redaktion, Druck und Setlag vou Ioh. lug. Koch.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b Blatte», sowie d. Lmwneeu-Bureaux von Haasenftetn und Bögler
E Jahrgang.
Daube u. Co. in Frankfurt a.Berlin, Hannover. Pari».
MW* Leich.
I Berlin, 13. März. Die Nachricht der „Pol.
। Dir.", daß der Kaiser nach den Hochzeitsseierlich- ntn in Athen den Sultan in Konstantinopel be- chcn werde, wird in unterrichteten Kreisen nicht nft genommen. Es steht gar nicht fest, ob der nifer nach Athen geht. — Der Landrat des Quer- iler Kreises, Kammerherr Freiherr von der Reck, dem Vernehmen nach zum dienstthuenden Kammer- r jun und Kabinettsrat der Kaiserin ernannt worden.
. Aus der Kabinettskanzlei der Kaiserin erhielt it bekannte Jugendschriststellerin Frau Thekla von
Kommission des Abgeordnetenhauses teilte zunächst der Vorsitzende ein Schreiben des von dem Land- wirtschaftsminffter zur Teilnahme an den Verhandlungen der Kommission bestimmten Regierungskom- mUars mit, wonach derselbe wegen besonderer Umstände verhindert sei, der Sitzung beizuwohnen. Dieses orakelhafte Entschuldigungsschreiben wurde vielfach dahin gedeutet, daß die Staatsregierung a?: das Zustandekommen des Gesetzes keinen Wert lege. Die Kommission beschloß, anstatt des von der Unterkommission ausgearbeiteten Gesetzentwurfs für die Bestimmungen über Verhütung des Wildschadens einen Antrag der nationalliberalen Mitglieder der Kommission (Francke, Schmieding und Friedrichs) den ferneren Beratungen zugrunde zu legen. § 1 dieses Antrages wurde schließlich in folgender Fassung angenommen: Werden Erzeugniffe von Feld- grundstücken durch Schwarz-, Rot- und Damwild erheblich beschädigt, so hat auf Antrag des Beschädigten die Aufsichtsbehörde die Jagdberechtigten der benachbarten Forsten, in welchen die betreffende Wildart ihren Standort hat, zur Abminderung der schädigenden Wildarten selbst während der Schonzeit anzuhalten.
— Im Kapitel 124 Titel 7 des Etats des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medi- zinal-Angelegenheittn ist, so wird den „Berl. Pol. Nachr." aus parlamentarischen Kreisen geschrieben, für 1889/90 ein Betrag von 800 000 Mark als Zuschuß zu den Pfarrwitwen- und Waisenfonds der evangelischen Landeskirche ausgeworfen. In den Erläuterungen ist auf ben zur Vorlage kommenden Entwurf des zu dem in der letzten Generalsynode in zweiter Lesung beschlossenen Kirchengesetze, betreffend die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Geistlichen, zu erlassenden Staatsgesetzes verwiesen. Wenn die Meinung hervorgetreten ist, daß die Position abzulehnen sei, weil der Entwurf dieses Staatsgesetzes noch nicht vorgelegt ist, so erscheint eine solche Schlußfolgerung nicht berechtigt. In einer Reihe von Präzedenzfällen, vor allem bei dem Volksschullastengesetz von 1888, sind Etatspositionen ^willigt worden, deren Voraussetzung das Zu- 'tandekommcn eines entsprechenden Gesetzes bildete. Die Landesvertretung hat sich in diesen Fällen mit der Erklärung der Staatsregierung begnügt, daß sie ich im Falle des Scheiterns des Gesetzes zur Leitung einer Ausgabe aus dem betreffenden Fonds nicht für ermächtigt erachte, der volle Betrag der- elben daher als erspart verrechnet werden würde. Es liegt kein Grund vor, in dem vorliegenden Falle
ein älterer Mann mit ebenfalls ernstem G,ficht und gemessener Haltung und nahm einen Brief in Empfang, welchen derjenige der Männer, der die traurige Expedition geleitet, ihm überreichte. Die Frauen hoben jetzt die bewußtlose Angela aus dem Wagen, betraten mit ibr die hellerleuchttte Vorhalle und trugen sie in ein Zimmer zu ebener Erde, das einfach, aber fanbei ausgestattet und mit einem Bette versehen war. Eine Lampe brannte auf dem Tisch und man hatte bereits die Fenstervorhänge herabgelaffeu. Sie legten die chlafende Angela ans daS Bett, befreiten fie von »er Kopfbedeckung, dem Mantel und den schweren Kleidern und hüllten sie in ein leichtes Gewand. Dann befeuchteten fie ihr Angesicht und Hände mit rischem Wasser, doch war der ihr gereichte Schlaftrunk zu kräftig gewesen, seine Wirkung dauerte noch /ort und mußte daS Erwachen abgewartet werden. Sich leise besprechend, zündeten fie bann bie unter der Decke deS Zimmers befestigte Hängelampe an und entfernten sich mit der auf bem Tische befindlichen Lampe, jedoch nicht ohne die Thür von außen verfchloffen zu haben.
Unterdes hatte der genannte Herr, Signor Vitali, !>en erhaltenen Brief gelesen und darauf dem liebet» bringet gesagt, am nächsten Morgen wiedetzukommen. Dies zusagend, entfernte er fich nach kurzem Gruß, -ehrte zu seinen Gefährten zurück und begab sich mit ihnen nach bet Stadt, an deren Eingang sie ein be> , cheidenes Wirtshaus anssnchten, um nach der langen । und schnellen Fahrt, die auch fie ermüdet, anSzu- ' ruhen.--- ,
Nicht ahnend, was fich in der Villa Jfola znge- i tragen, ging, wie er längst beabsichtigt, der junge | Marchese, nur von feinem ihm treu ergebenen Diener । begleitet, in bet Nacht nach ben Ruinen, um endlich , des dort versteckten Vermummten habhaft zu werden, ; da ihm mehr daran log, Aufklärung über feine Person i zu erhalten. Eie hatten fich mit einer Pechfackel versehen, i die ihnen in dem alten Gemäuer unentbehrlich war.
(Fortsetzung folgt.)
wnpert ein Schreiben, bem bie „Norbb. Allg.
Ig.- folgende Sätze entnimmt: „Ihre Majestät die IkN mserin unb Königin beauftragen mich, Ihnen zu r gen, daß Ihre Majestät Ihre cmsgesprochene Bitte,
t abweichend zu verfahren. Verschwiegen soll dabei > nicht werben, baß aus ben Kreisen bet Beteiligten ' inzwischen mehrfach Beschwerden gegen jenes auch in bet Verfaffung nicht eben glückliche Kirchengesetz erhoben worben sinb. Dieselben richten sich wesentlich gegen ben bann ben Gemeinden auserlegten
• Beitrag zu bem Pfarr-, Witwen- unb Waisenfonbs. Es wirb teils bie rechtliche Zulässigkeit dieses Be- schluffes mit bem Bemerken angezweifelt, baß bie Versorgung der Relikten nicht zu ben lanbeskirch- lichen Zwecken im Sinne bes § 14 bet General- Synodalordnung gehöre, für welche bet Generalsynode allein ein Bestenerungsrecht zusteht. Teils richten sie sich materiell gegen die Heranziehung bet Gemeinben. Man befürchtet namentlich auch in ben Kreisen bet Geistlichen selbst eine Trübung des guten Berhältniffes zu ben Gemeinden, unb zwar insbesondere ba, wo letztere durch Einrichtung eines Pfatrwitwentums ober sonstiger Anstalten bereits in erheblichem Maße ihre Fürsorge für die Hinterbliebenen ber eigenen Pfatter betätigt haben. Vielfach bestehen auch Diözesan-Witwenkassen, welche zum Teil aus Mitteln der Gemeinben gespeist werben. Enblich werden auch Bedenken gegen die Ordnung des Reliktenwesens der Geistlichen nach Analogie der Staatsbeamten aus dem Grunde erhoben, weil unter ben Geistlichen nicht ein Unterschied des Ranges und der Bildung zu finden ist, wie bei ben Staatsbeamten.
— Die Reichstagskommission für bie Altersund Jnvaliditätsversicherung nahm gestern nachmittag zunächst § 29 (Vorrechte der Renten) unverändert nach den Beschlüffen erster Lesung an. Mit § 30 beginnt der zweite Abschnitt über die Organisation. Die §§ 30 bis 36, welche von den Versicherungsanstalten und deren Vorstand handeln, erfuhren ebenfalls keine Abänderung. § 37 handelt von dem für jede Versicherungsanstalt zu bildenden Ausschuß. Hier wurde ein Antrag angenommen, welcher die Vereinigungen der Seeleute mehr berücksichtigt und der Schluß wie folgt gefaßt: „Soweit die Vorstände der Kaffen und Vereinigungen ans Vertretern der Arbeitgeber und Vertretern der Arbeitnehmer zusammengesetzt sind, nehmen bei der Wahl die den Arbeitgebern angehörenden Mitglieder des Vorstandes nur an ber Wahl ber Vertreter ber Arbeitgeber, die ben Versicherten angehörenden Mitglieder des Vorstandes nur an der Wahl der Vertreter der Versicherten teil." In § 40 wurde bet Satz ausgenommen : „Die Anzahl ber Vertreter der Arbeitgeber unb ber Versicherten muß gleich sein." Die
[Nachbtuck verboten.^
Vo« unseren blaue« I««ge«.
Skizzen au» Ostafrika. lFottsetzung.)
Es wird lange gefeilscht, unb bann kurz unb entschieden der schwarze oder braune Verkäufer gefragt: »Willst Du ober willst Du nicht hierfür?" Dann nickt er. Der Manu hat immer noch fein gutes Geschäft gemocht. Nun melbet sich aber ber Durst. Wo zahlreiche Seeleute verkehren, ist selbstverständlich au Schauklokalen aller Art und [eben Ranges kein Mangel. Unsere Freunbe haben schon einige Weisungen erhalten. Sie suchen sich einen Landsmann ans, wohin fie ein Negerbengel führt. Einfach ists und billig gerade nicht, aber dafür ist man auch so und so viele hundert Meilen von der Heimat entfernt, unb was eS giebt, ist zu genießen. Es wird ben Gästen nicht solches Gift vorgesetzt, wie eS in manchen Seemannskneipen ausgeschenkt wirb.
.. »blitz und Hagel", meint der eine, während er ein GlaS neu füllen läßt, „grüne unb himmelblaue Weiber giebt» nun hier allerdings nicht, aber sonst chiüetn fie wirklich in allen Farben. Und wie vergnügt die Negerinnen find und die Masse Schmuck!" — „Nimm Dir eine von den schwarzen Donuas mtt nach Hause, Du kannst da Staat mtt ihr machen", lacht ein anderer. Jener streckte abwehrend die Hände aus, sagt aber: „Offen gestanden, ich hätte nicht ge- dacht, daß die Schwarzen doch noch so manierlich auSseheu." In diesem Moment drängt fich eine braun-schwarze Gauklerbande in ben halbduuklen i tonm. Eine vergnügte Stunde verrinnt, unb endlich bricht man wieder auf, den Rnudgang fort- zusetzen. Hinaus geht es aus dem arabischen Quartter bahin, wo bie Europäer fich ihre luftigen, bequemen Häuser errichtet, unb dort Hingt ihnen auch ein froher deutscher Gruß entgegen, eine Herz, liche Einladung folgt und eine gute Bewirtung. Als ie endlich wieder, müde vom Hernmpilgern, bem
tticht, nach welchem fie in ber fie umgebende, toäle schon lange geschmachtet. Bei dieser G -