Illustriertes Sonntagsblatt.
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Festungswerkes an der Sette des Weges, während an der andern sich ein dichtes Tannen, nnd Cedern» wäldchen befand nnd die dort ebenfalls vorhandenen Felsen- nnd Steinmassen den Augen der Vorübergehenden verbarg. Schweigend nnd vorsichtig gingen die Freunde weiter und hatten dabei stets die Umgebung im Ange, ans der sie jeden Moment eine verkleidete Gestalt hervortreten zu sehen erwarteten. Als sie endlich den Bogen erreicht, sagte leise Giovanni: „Wir find znr Stelle, mag sie nnn kommen —" »Laß uns lieber ins Freie gehen", meinte der tont«. „Mir gefallen diese Ruinen nicht, die nm zu leicht die Schlupfwinkel von Räubern und Mördern sein können! — Dort nnterscheiden wir wenigstens unsere nächste Umgebung l“
»Der V rmnmmte aber wird nnS dort sicherlich ebenfalls sehen nnd unsere Absicht erraten", antwortete Giovanni und trat hinter einen Winkel des Bogens, hart an eine Treppe, die, im Felsen ge- Kauen, einen Aufgang zu der ehemaligen Festung bildete. Nach kaum merklichem Zaudern trat Enrico au seine Seite, und voll Spannung warteten beide auf das Kommen der geheimnisvollen Erscheinung.
Schon hatten fie eine geraume Zeit gewartet, als der Conte eine menschliche Gestalt mit fast lautlosen Schritten näher kommen und am Eingang des Bogens stehen bleiben sah. Seine Blicke der Stadt zuwendend, hatte sein Freund fie nicht bemerkt, und deflen Heftigkeit befürchtend, unterließ er, ihn darauf aufmerksam zu machen, strengte fich aber um so mehr an, die Gestalt zu beobachten, um zu uuterscheideu, ob fie die von ihm beschriebene Erscheinung sei. Ihre Umhüllung und Größe veranlaßte ihn, dies zu glauben, und ließ ihn denn auch seinen Arm mit einem bedeutungsvollen Griff faffen.
In diesem Moment glitt die Gestalt heran und verschwand in der Dunkelheit, ward aber dennoch von dem Marchese gesehen, der seines Freundes Zeichen verstanden. Da keine Schritte an ihnen vorübergekommen und fie überzeugt waren, daß
Marburg,
Mittwoch, 6. März 1889.
Die englischen Kriegsschiffe „Cossalk", „Turquoise" und „Mariner" werden in nächster Zeit erwartet, um die Blokadeflotte zu verstärken. In Uganda sind gerüchtweise die Zustände andauernd sehr ungünstig. — Große Pferdeankäufe für die deutsche Artillerie, welche in direktem Zusammenhang mit der bevorstehenden Vermehrung des deutschen Artilleriebestandes gebracht werden, werden augenblicklich in Süd - Jütland und Schweden abgeschloffen. Die Provinzzeitungen enthalten zahlreiche Annoncen, in welchen die nordischen Pferdehändler aufgefordert werden, brauchbare Artiüeriepferde zur Musterung den deutschen Ankäufern vorzuführen. Die Pferde sollen eine Größe von 5 Fuß 4 Zoll haben; die Preffe bewegen sich zwischen 850 und 1000 Kronen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die mit der letzten amerikanischen Post hier eingetroffenen Zeitungen zeigen, insofern sie in englischer oder deutscher Sprache verfaßt sind, einen bemerkenswerten Gegensatz zu einander. Während viele der in englischer Sprache verfaßten Blätter noch immer fortfahren, sich in grundlosen Anschuldigungen gegen Deutschland zu ergehen und die Vorgänge auf Samoa in einem Lichte darzustellen, welches die Ruchlosigkeit eines Klein als eine Heldenthat erscheinen läßt, — nehmen die in deutscher Sprache redigierten Zeitungen keinen Anstand, auf die Ungerechtigkeit und Widerwärtigkeit dieses Preßtreibens hinzuweisen und der demgegenüber beobachteten Mäßigung der deutschen Regierung sowie der deutschen Presse Anerkennung widersahren zu lassen. Gleichzeitig weisen die deutschen amerikanischen Blätter darauf hin, daß der Zorn der englisch-amerikanischen Preffe auf den Haß und den Neid zurückzuführen sind, mit dem die englische, namentlich aber die irische Einwanderung, der deutschen gegenübersteht. — So schreibt das „Cincinnatier Volksblatt" : „Die Deutschen haben ihren Eingang auf Samoa nicht mit dem Schwerte des Eroberers gefunden, sondern durch Fleiß und Unternehmungsgeist. ... Ihr Bestreben war lediglich, den anarchischen Zuständen ein Ende zu machen, welche alle Zivilisation zu zerstören drohten. Wenn die Vereinigten Staaten jetzt Willens sind, gesetzliche Zustände wieder einzusühren, so wird niemand sie willkommener heißen, als die Deutschen selbst." — In dem „Wächter am Erie" lesen wir: „Die Aufregung der letzten Wochen hat uns gelehrt, daß man die deutsche Nationalität von feiten der englischen und irischen Amerikaner grimmig haßt und daß dieser Haß gleichzeitig auf das Deutsch-Amerikaner- tum, welches sich noch immer als ein dieser Republik
sNachdruck verboten.]
Angela.
Erzählung aus vergangenen Tagen.
Fortsetzung.)
Dieser vernahm das Gemurmcl ebenfalls, hielt eS aber für das in d-r Nähe einer größeren Stadt stets vernehmbare Geräusch, und schließlich war auch Eurico seiner Ansicht.
Wenngleich der Anfang des Ständchens nur wenig Erfolg gehabt, gingen dennoch die Sänge, nach der anderen Seite der Villa. Als ober auch hier ihre Bemühungen vergeblich waren, entschlossen fie fich, vom weiteren Musizieren abzustehen und bargen ihre Jnstrnmente unter ihren Mänteln. Giovanni that die» in verzweiflnogsvoller Erregung, denn er nahm fast mit Gewißheit an, einen Rivalen zu habe», und k-iue Vorstellungen seines Freundes vermochten ihn vom Gegenteil zu Überzeugen.
Endlich verließ er den Garten, der Marchese mit der Versicherung, daß er nicht ruhen werde, bis er seinen Nebenbuhler entdeckt nnd ihn gelungen, ihm seine geheimnisvollen Warnungen zu erklären.
,Thne daS nicht, Giovanni!" ries sein Freund. .Du setz,st Dich dadurch nicht allein den größten Gefahren auS, sonder» verrätst mich Deine Siebe, die geheim zu halten für Dich von großer Wtchttg- kett ist!"
»Deine Ratschläge find vergeblich", antwortete ersterer in entschlossenem Ton, „wir wollen vielmehr sehen, ob die vermummte Gestalt wir in den Ruinen wieder in den Weg tritt! — Sollte fie eS wagen, so wird sie mir diesmal nicht entgehen, ist fie aber nicht da, so will ich ihrer Rückkehr warten, und fie Ast meinen guten Waffen Bekanntschaft machen laffeu!'
»Sprich leise", warnte der Comö als fie eine auf ihrem Wege liegende FelSpanie erreicht. »Wir Nähern n»S der Stelle, dort ist schon der Bogen." —
Dieser ttat in bei nächtlichen Dämmerung deutlich hervor, nnd gehörte zu den Ruinen eine» ehemaligen
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Deutsches Reich.
Berlin, 4. März. Der „Post" zufiolge wird die Vermählung der Prinzessin Sophie von Preußen -mit dem Kronprinzen von Griechenland zunächst hier durch eine Prokuration vollzogen, wobei der Bruder der Braut, Prinz Heinrich, den Kronprinzen vertritt. Die Kaiserin Friedrich und Prinz Heinrich begleiten die Prinzessin sodann nach Athen, wo die eigentliche Hochzeit stattfindet. — Der Kaiser empfing am Freitag nachmittag den deutschen Zentral - Innungs- Ausschuß, bestehend aus acht Herren, sämtlich Vorsitzenden von Jnnungsverbänden - Faster (Schornsteinfeger), Brandes (Tischler), Warncke (Schmiede), Meyer (Drechsler), Beutel (Schuhmacher), Köppen (Schneider), Kuntze (Bäcker) und Coban (Sattler). Der Adjutant vom Dienst führte die Herren durch den Fahnensaal in das Arbeitszimmer des Kaisers, der pünktlich um 54/» Uhr, den Helm unter dem Arm, eintrat und die Herren durch wiederholte freundliche Verneigung begrüßte. Auf ein Zeichen nahm Obermeister Faster das Wort und verlas nach einer Ansprache die Adreffe. Der Kaiser erwiderte langsam und mit Betonung jedes Satzes. Er freue fich, die Vorkämpfer des Handwerks kennen zu lernen. Eine Zentralstelle für diese Bestrebungen halte er für notwendig. Der Handwerkerstand müsse christlich, geschichtlich und in der Wüte wie vor dem dreißigjährigen Kriege wieder erstehen. Seine Leistungen fett den letzten 14 Jahren gäben die Gewähr für die Erreichung dieses Zieles. Dann nahm der Kaiser mit herzhaftem Händedruck die Adreffe aus den Händen des Herrn Faster entgegen, besichtigte ihre kunstvolle Ausführung genau und legte sie auf seinen Arbeitstisch. Hierauf ließ er fich sämtliche Herren einzeln vorstellen und reichte jedem die Hand. Als er an Meister Cobans Uhrkette das Freimaurerzeichen erblickte, fragte der Kaiser ihn, wie die „Vossische Zeitung" berichtet, ob er auch bei der Ausnahme des Prinzen Friedrich Leopold zugegen gewesen sei und fügte hinzu: „Mein Vetter ist -ein sehr liebenswürdiger Herr!" Und als Herr Coban der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Freimaurer den Kaiser auch noch zu den ihrigen zählen möchten, meinte er lächelnd: „Wer weiß, was nicht ist kann noch werden!" — Auf der Tagesordnung der morgigen Bundesrats-Sitzung steht der Nachttagsetat, das Anleihegesetz und das Zuckersteuergesetz. — Nach einem Telegramm des Büreau Reuter aus Sansibar vom 3. März beginnt morgen die Blokade der Küsten von Sansibar und Pemba.
«nieigen nimmt emgege» die Expedition b Blatte«, -------
sowie b. Aimoncen.Bureaux von Haaseusteiu und Vogler
™V- Jahrgang
Tauben.Co.in Frankfurt a. W., Berlin, Hannover Bari«.
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„Antworte, oder Du bist des Todes I" I glaubte er in einiger Entfernung eine menschliche - diesmal war die Aufforderung vergebens, Stimme zu vernehmen und während er noch ange- ™ °ie Freunde glaubten etwas an sich vorüber- strengt lauschte, sprang ein Mann mit gezogenem Dufajen zu hören, was bei dem Umfang des Raumes Degen hervor, in dem er alsbald feinen Freund er. ntdit unmöglich war. Giovanni stürzte vor, sah aber kannte, welcher ihn erblickend sagte: niemand, auch nicht auf der Landstraße, obgleich das! »Laß uns gehen, Enrico, denn auch diesmal find dort herrschende Halbdunkel ihm das gestattet hätte, «eine Bemühungen vergeblich gewesen. In der nächsten ich auf der Treppe schleichende l Nacht aber werde ich mich hier mit Fackeln einfinden, Schritte, fiüfierte jetzt Enrieo. I kann ich auf deine Begleitung rechnen?
„Folge mir!« erwiderte sein Freund, int Begriff »Ein solches Verspreche» vermag ich dir noch nicht die Stufen hinan zu eilen. I iH geben , erwiderte ausweichend der tonte.
„©alt! ums Himmels Willen gehe nicht!« bat m "24 dringe nicht darauf", entgegnete schnell elfterer. „Vertraue Dich in der Dunkklheit nicht Giovanni, »doch bleibt mein Entschluß derselbe, beim diesen Ruinen an, wo Du vielleicht den Manni» |’4 rann biet nur während der Nacht Wache halten einem Versteck auf suchst!" I und muß zur Stunde hier fein, wo mir der Vet.
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steppe erreicht, befand er sich auf einer Art Terrasse, | -> ,
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg Mld Kirchham
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3eitungen schöpfen — „Die gröbsten Verleumdungen, Amerikaner ihn in den Vereinigten Staaten verfolgen
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