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Köchentliche Beilagen: Kreid-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchham. - Illustriertes Sonntagsblatt-
Expedition- Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlaz vou Iotz. Lug. Koch.
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Lrscheim tigli* außer «e Werktage« eaä» tootm- und Feiertage«. Qxartal-Wonnemenrs-Preis bei der Expedition 3*Ä SRI, bei den Postämtern 3 SRI 50 Pfg. (exü. Sestellgeldl. Jnsertiensrebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für dir Zelle 35 Pfg.
Marburg,
Sonntag, 3. März 1889.
Anzeigen nimmt «tgege« die Expedition d Matter, sowie d. Annoneeu-Bureaux von Haaseusteiu und Bögler
™v- Jahrgang.
Daube n. Co. in Frankfntt a. M., Berlin, Hannover. Paris.
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üt „Nordd. Allg. Zeit." bemerkt zu einer m Oberforstmeister von Bodelschwingh in
Berlin, 1. März. Der „Post" zufolge wird r Kaiser der Königin von England zu Ende des ,nats August feinen Besuch abstatten. — Ter
7ns dern n beliebe
tz bekundete Wortlaut, der heute noch eidlich fest, füllt werden könne. Niemand habe behauptet,
tz nach der Uebersiedelung des Kaisers nach iiedrichskron erfolgen. — Das „Armeeverordnungs- M- veröffentlicht eine kaiserliche Kabmettsordre
«eralstabsreifen seitens des Gardekorps, des ersten, «ten, dritten, vierten, sechsten, achten, elften und Zehnten Armeekorps, sowie eine Fcftungsgeneral- ibsreise des fünften Armeekorps staltfinden. —
-des Königs Minister und er habe es wohl aus- v Cb mbig gelernt, was er als solcher zu thun habe, r scher umshin steckte General von Prutwitz den Degen aufen.. j unj) öer[ie^ den Platz. Dies sei der von Pritt.
toigen wiedergegebenen Erklärung, wonach die glichen Angaben des Reichskanzlers über die Mgkeit des Ministers von Bodelschwingh bezüg- h des Erlasses der königlichen Proklamation und 8 Befehls zur Zurückziehung der Truppen aus ttlin am 18. März 1848 vollständig unwahr sein len, daß diese angebliche Berichtigung vollständig wahr sei, sie bestreite eine in zweifelloser Weise iglaubigte historische Thatsache. General v. Prittitz habe, nachdem v. Bodelschwingh ihm die Prok- ...... «Ration vorgezeigt und amtlich ausgesordert hatte, kleiner Ju räumen, dies für militärisch unthunlich flirt, worauf v. Bodelschwingh unter Vorlesung K an "S Passus fragte: .Ist der Schloßplatz ein öffent- ri313 oder nicht'
----- wens des Königs die Räumung, für die der Käp) jßjg
sein Wort öffentlich gegeben habe. Noch sei ! ver- - — - - - •
, wonach in diesem Jahre
^uch des Kaisers von Rußland soll in der zweiten y{te des März zu erwarten stehen; über den Ort rZusammenkunft sei noch nichts endgiltig bestimmt; ; Wahl schwanke zwischen Berlin und Kiel. — a Besuch des Königs Humbert von Italien werde
Bodelschwingh sei der Verfasser der Proklamation
»esen. Derselbe brachte sie jedoch in derselben «ht m 3 Uhr nach der Druckerei und ersuchte
nebst
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sNachdruck verboten.^
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Erzählung aus vergangenen Tage».
I 5 Uhr morgens den Bürgermeister Krausnick, r ihre Verbreitung zu sorgen, woran er sich selbst iriligte, indem er thränenden Auges solche an eine
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« stützte, die Kirche verlassen.
Giovanni folgte ihnen, entschloffen, wenn möglich K Gesicht des jungen Mädchens zu sehen, wie auch [t und ihrer Begleiterin Wohnung zu ei fahren »da die Damen ihren Weg eiligst foitsetztev, verlor Ufa in einer belebten Straße aus den Augen, ^»e Schritte beschleunigend, erreichte er sie an der *sm Golf entlang ziehenden Terrasse, doch auch hier ^lang ihm seine Absicht, da sich die junge Dame fat noch in ihren Schleier gehüllt, und beide an. Men wagte er nicht, denn ihr Auflreteu und Be- ihvien hielt ihn in ehrerbietiger Ferne.
■ Ein leichter Unfall, der ihnen znsticß, war ihm M günstig. Der Fuß der älteren Dome glitt auf £ Terraffe aus, und als er zu ihrem Beistände ^ihflog, erfaßte ein leichter Windstoß den Schleier i 6 jüngeren, und ehe fte ihn noch wieder ergriffen
er bereits ein Antlitz von unvergleichlicher Schön ? gesehen. ES war von griechischem Schnitt, di. ”8e bekundeten Geist und HerzenSgüte, und auch tiefblaue« Augen eutstiahlte dieser AnSdruck. ^gltch um ihre Begleiterin bemüht, bemerkte fte “t sogleich dir Bewunderung, welche sie erregte, ließ
legt, die sich dann der Sängerin selbst zugewandt, kett». war ihm nur der Anblick ihrer zarten anmutigen DO« ^lt v-rgönnt, deren Haltung und Bewegungen sie 6 eine Dame ter besseren Stände kennzeichuete, — -1 ; ein dichter Schleier ihr Angesicht barg. D-m dwg ihrer Stimme lauschend, der ihn unwiderstehlich ' i der andächtigen Sängerin hinzog, wandte er keinen ütf von ihr, und sah, als der Gottesdienst beendet 6, sie mit einer älteren Dame, welche sich auf ihren
■ n-r Inder SanLorenzokirche zu Neapel sah er, während Frühmesse, im Jahre 182 . ., Giovannie di I88v. iionKa Angela Manfredi zum erstenmal. Der ein« irng ihrer schönen Stimme hatte seine Ansrnerksamkeil
denen mPe klebte. Bei der Forderung an General von sttwitz habe die in der Proklamation enthaltene
königliche Zusage nicht ihrem ganzen Inhalte nach Beachtung gefunden, es heißt ausdrücklich, daß die noch stehenden Barrikaden re. hinweggeräumt und daß die militärische Besetzung nur auf die notwendigen Gebäude des Schlosses beschränkt werden und auch da nur kurze Zeit dauern solle. Die Räumung der Plätze wurde also der Wegräumung der Barrikaden subordiniert, als v. Bodelschwingh den General v. Prittwitz zur Räumung aufforderte. Die „Nordd. Allg. Zeit." bezweifelt nicht, daß die erwähnte angebliche Berichtigung in gutem Glauben verfaßt ist, obgleich der Oberforstmeister v. Bodelschwingh die Vorgänge nicht aus eigener Anschauung kennt, sie versteht auch das Gefühl der kindlichen Pietät, den Vater zu vertreten, allein die unhöfliche Form der Berichtigung entbinde sie von einer Rücksichtnahme, und sie nimmt deshalb keinen Anstand, den wahren Sachverhalt nochmals zu konstatieren. — Der „Nationalzeitung" zufolge ging dem Bundesrate ein Gesetzentwurf betreffend die Aufnahme einer Anleihe zur Bestreitung der durch den Nachtragsetat aufgestellten einmaligen Ausgaben für das Reichsheer zu, wonach der Reichskanzler ermächtigt wird, 12 492 304 Mk. im Wege des Kredits flüssig zu machen, hierzu eine verzinsliche Anleihe aufzunehmen, und Schatzanweisungen auszugcben. — Zum 50- jährigen Künstler-Jubiläum des Prof. Joachim überreichte der Kultusminister im Auftrage des Kaisers dem Jubilare die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft. Eine Deputation der Bonner Bürger überbrachte dem Jubilare das Ehrenpräsidium des neugegründeten Musikvereins in dem angekauften Geburtshause Beethovens. Ministerialdirektor Greif überbrachte namens der Freunde und der Verehrer des Jubilars Hunderttausend Mark, welche zu einer Stiftung bestimmt sind. Deputationen der Hochschule für Musik, der Akademie der Künste, des Sternschen Gesangvereins des Philharmonischen Orchesters, sowie der hiesigen Konservatorien überbrachten Adressen. Von den Universitäten zu Oxford und Cambridge, ferner aus Amerika, aus Hannover, Frankfurt, Köln und vielen anderen Orten gingen nach Hunderten zählende briefliche und telegraphische Glückwünsche ein. Das Jubiläum wurde somit außerordentlich glänzend begangen. — Gegenüber den Meldungen verschiedener Blätter, der Reichstag werde schon in diesem Herbst aufgelöst werden, sei auf eine anscheinend offiziöse Notiz der „Kölnischen Zeitung" hingewiesen, daß sich der unbequeme Februartermi« der Neuwahlen auch vermeiden lasse, wenn die Neuwahlen bis zum Oktober
aber, als ihre Ang-n den beredten Blicke« des jungen Mannes begegneten, den Schleier sinken. Kaum durch den Fall verletzt, wollte die ältere Dame mit ihr weiter gehen. Giovanni aber diese vielleicht einzige Ge- l genheit mit ihnen bekannt zn werden, und bot mit höflich teilnehmenden Worte» ersterer seinen Arm an. Liese lehnte dankend feine Begleitung ab, da er aber sein Anerbieten noch dringender wiederholte, gestattete sie ihm, sie nach ihrer Wohnung zu führen. Auf dem Wege dahin veisuchte er auch mit dem jungen Mädchen eine Unterredung anzuknüpfen, erhielt aber nur kurze, höfliche Antworten, und sie hatten schon ihr Ziel erreicht, als er sich noch mit dem Gedanken beschäftigte, wie wohl ihre Zurück- haltnng zu besiege» sei.
Dem Hause nach zu urteilen, vor welchem sie jetzt standen, konnten ihre Vermögensverhältnisse nicht glänzend genannt werden, dennoch verriet schon das Aeußere desselben, daß, wenn auch bescheiden, seine Bewohnerin eS mit Geschmack und Behaglichkeit ausgestattet. Es war von einem sichtlich wohlgepflegten Garten uwgeben, und vor ihm, zwar in einiger Entfernung, lag die Stadt und der Golf von Neapel — ein ewig belebter Bild. Nach der entgegengesetzten Seite blickten sie in ein Tannen- und Cypreffex- wöldcken, das fast ihr ganzes Eigentum umschloß. Ein kleiner Vorbau gewährte Einlaß zur Villa Jiola, wie sie von den Bewohnern der näher und ferner liegenden, meistens noch bescheideneren Häuser g-nanut ward, und schützte zugleich deren Besitzerinnen, falls diese die zu ihnen dringende Seeluft genießen wollten, vor den Strahlen der Sonne.
An der Pforte des die Villa umschließenden Eise»- gitterS entzog die ältere Dame dem jungen Mann ihren Arm, dankte ihm in freundlichen Worten für die ihr erwiesene Aufmerksamkeit, unterließ jedoch, ihn zum Eintreten aufzuforder», was er fest erwartet, und dem er nur zu bereitwillig Folge geleistet hätte. Auf die Jüngere blickend, hoffte er, diese werde sein Bleibe» veraulaffen, sah sich jedoch getällscht, den»
1890 hmausgeschoben würden. Es würde dann von Februar 1889 bis Oktober 1890 kein Reichstag existieren, ein Zustand, den der Wortlaut der Verfaffung nicht ausschließt.
— Der Kultusminister hat in einem Erlaß vom 14. Februar darauf hingewiesen, daß der Erhaltung der aus alter Zeit herrührenden Grabsteine, soweit sie von urkundlichem oder künstlerischem Werte sind, nicht diejenige Aufmerksamkeit zugewandt wird, welche im Interesse der Denkmalspflege wünschenswert ist. Demgemäß wird der an die Königlichen Regierungen gerichtete Erlaß vom 12. Ji)ni 1855 wieder in Erinnerung gebracht, welcher anordnet, daß von jeder Veräußerung ober anderweitigen Verwendung von Leichensteinen Abstand genommen werden soll, bis darüber an den Kultusminister berichtet und Entscheidung seinerseits erfolgt ist. Dieser Erlaß bezieht sich natürlich nur auf alte Grabsteine von urkundlichem ober künstlerischem Werte. Unter bieser Voraussetzung soll auch bas häufig bemerkte Anstreichen unb Uebertünchen alter Leichensteine möglichst unterbleiben.
— Die von bem Abgeordnetenhause zur Vorberatung der Wildschadenfrage niedergesetzte Kommission von 21 Mitgliedern hielt gestern ihre erste Sitzung ab. In derselben wurde zwar der vom Fortschritt im Hause gestellte Antrag auf Abschuß alles nicht eingegatterteu Hochwildes als nicht geeignet erachtet, den ferneren Beratungen zum Ausgangspunkt zu dienen, aber es wurde von allen Seiten der ernste Wille bekundet, den durch Wildschaden bedrohten, nicht selbst jagdberechtigten Grundbesitzern ausreichenden Schutz gegen denselben zu gewähren. Dies soll nach _ der Ansicht einiger vorzugsweise durch Verschärfung der schon in dem Jagdpolizeigesetze vom 7. März 1850 enthalteneu polizeilichen Maßregeln zur Abminderung übermäßiger Wildstände, nach der Ansicht anderer durch gesetzliche Einführung eines Anspruches derjenigen Grundbesitzer, welche nicht selbst zur Ausübung des Jagdrechtes berechtigt sind, auf Wildschaden - Ersatz bewirkt werden. Bei der letzteren Lösungsart macht die korrekte Festsetzung des Ersatzpflichtigen Schwierigkeit. Von einer Seite wird empfohlen, lediglich den Jagdberechtigten rcsp. Jagdverpächter desjenigen Reviers heranzuziehen, wo der Schaben geschehen ist und sich babei zunächst an bie Jagbpacht zu halten. Von anberer Seite will man neben biesen bie Jagbberechtigten berjenigen Walber, in welchen bas Wilb, welches ben Schaben verübte, seinen Standort hat, mit heranziehen, weil nur biese in ber Sage sind, durch Abschuß ihrer
sie sprach ihm nur ihre» Lcmk für seine Sorge um ihre Taute aus. Er aber mußte die schöne Habe, kannte Wiedersehen, und fragte daher einigermaßen zaghaft, ob es ihm gestattet sei, sich »ach dem Befinde» der Signora zu erkundige», was diese ihm schließlich doch »ach merklichem Zöger» erlaubte.
Froh, so viel erlangt zu haben, entfernte er sich nach gegenseitigem höflichem Abschied, doch nur aus der unmittelbaren Nähe des Gartens. Er verweilte noch längere Zeit im Wäldchen, um vielleicht int Freie» »ber am Fenster bie Sängerin wieberzusehen ober zu hören, deren Stimme und Anblick ihn in eine nie vorher gekannte Aufregung versetzt. Seine Hoffnung war jedoch vergebens, denn kein mensch- lich-s Wesen zeigte sich, und wenn auch zögernd, trat er endlich den Rückweg an.
Ju wechselnder Stimmung, ebenso nachdenklich, wie freudig erregt, erreichte er Neapel und den Palast seines Vaters, wo ber Gedanke an bie schöne Unbekannte ihn nicht mehr verließ, bie wieberzusehen sein heißester Wunsch war. Seine Mutter, welche täglich um biese Zeit in seiner Begleitung eine Spazierfahrt unternahm, hatte bereits, was nie bisher geschehen, auf ihn gewartet unb entdeckte bald, daß ihrem Sohn etwas Ungewöhnliches begegnet sei« mußte, der bald aufgeregt, bald ebenso schweigsam ihr gegenüber saß. Ihn deshalb zur Rede stellend, erhielt sie ausweichende Antwoiten, die ihre Neugier noch mehr reizten, unb nicht weiter in ihn dringend, beschloß sie ihn zu beobachten und fein ungewöhnliches Bettagen zu ergründen.
Giovanni war der einzige Sohn des Marchese di Colonna, der, einet der ältesten Familien des Königreichs entstammend, ein besonderer Günstling se-nes Monarchen war und daher noch größere Macht, al8 Rang und Reichtum hatte. Er besaß einen maßlosen Ahnenstolz, und war ebenso stolz aif sich und seine Grundsätze. Einer Familie evtsproffen, die an Alter der einen gleich kam, war seine Gemahlin, wenn möglich noch stolzer ans ihren Namen und Sang, ohne dabei, gleich
Wilbdestänbe den Schaben abznwenben. Die Schwierigkeiten, welche bei ber Lösung ber Frage in ber einen ober anberen Richtung zu überwinben sind, dürfen nicht unterschätzt werben, benn es gilt nicht bloß bie Zustimmung bes Abgeorbnetenhauses, sonbern auch bie ber beiben anderen Faktoren ber Gesetzgebung zu gewinnen. Es ist zu hoffen, baß bie Kommission um so leichter zum Ziele kommen werbe, je klarer unb unanfechtbarer der Rechsboben ist, auf welchen sie ihre Vorschläge grünbet. Vorläufig ist eine Subkommission von 7 Mitgliebern zur Ausarbeitung einer Vorlage niebergesetzt, welche demnächst ben weiteren Beratungen ber ganzen Kommission zur Grunblage dienen soll.
— Die Zeitungen beschäftigen sich sehr angelegentlich mit ber Frage betreffenb bie Verlängerung bes Sozialisten-Gesetzes, resp. mit dem Ersatz desselben burch Einführung der wichtigsten Bestimmungen in bas gemeine Recht. Wenn dazu gemelbet wird, baß bie Staatsministerialsitzung vom letzten Sonntag sich bahin entschieben habe, baß die Verlängerung des Sozialistengesetzes pure zu beantragen sei, so dürfte bas nicht zutreffen. Wie wir wissen, haben schon vor einiger Zeit sehr eingehende Erörterungen nach beiden Richtungen hin stattge- funden, und es haben sich sehr gewichtige Stimmen für Einfügung der Bestimmungen bes Sozialistengesetzes in bas gemeine Recht ausgesprochen. Wir glauben nicht, baß der Beschluß bes Staatsmini- steriums bereits im gegenteiligen Sinne ausgefallen sein wirb.
— In jüngster Zeit sinb wieberholt Fälle zur Kenntnis bes.Reichs-Versicherungsamtes gelangt, in welchen Beisitzer aus bem Arbeiterstanbe an ben Berhanblungm der berufsgmoffenschaftlichen SchiebS- gerichte teilgenommen haben, obgleich sie wegen Ausscheibens aus ben zur betreffenben Genossenschaft gehörenben Betrieben ober infolge Wegfalls eine, der im Wahlregulativ vom 26. September 1886 vorgesehenen Voraussetzungen ihrer Wählbarkeit ihre Fähigkeit zur Ausübung bicses Amtes bereits seit längerer Zeit verloren hatten. Da es hiernach scheint, als ob es den Schiebsgerichtsvorsitzenben ungeachtet ber ihnen bei ber fortlaufenben Prüfung ber Personalien ber Beisitzer unb Stellvertreter von ben berufsgenossenschaftlichen Organen bereitwilligst zu Teil geworbenen Unterstützung nicht immer möglich ist, von allen babei in Betracht kommenben Vorgängen stets rechtzeitig Kenntnis zu erlangen, und daraufhin eine ordnungswidrige Besetzung des Schiedsgerichts zu verhindern, so hat das Reichs - Ver-
ihm, auf Tugend Gewicht zu legen. Leidenschaftlich und hochmütig, übte sie Verrat, wo er ihr gelegen kam, und verfolgte mit List unb (Bebulb ihre etwaige« Pläne. Ihre» Sohu liebte fte wie ben Sprossen zweier erlauchter Häuser, der beider Ehre und Namen sortpflanze» sollte, nicht aber wie ihr einziges Kind.
Giovanni hatte den edle» Stolz feines Vaters und in etwas bie Leibenfchaftlichkeit seiner Mutter geerbt. Er besaß einen offenen, ehrenhaften Charakter, unb sein Auftreten unb Benehmen war rücksichtsvoll wie ritterlich.
Die erhalteue Erlaubnis benutzend, ging er am nächstfolgenden Tage »ach der Villa Jsola, um sich nach dem Befinden der älteren der Damen, die er auf so seltsame Weise kennen gelernt, zu erkundigen, in der Hoffnung, vielleicht auch dte jüngere wieder, znsebeu.
Er schellte an der Eingangsthür und ward von einer älteren Dienerin empfangen, welche ihn in et« Wohngemach führte, wo er elftere beschäftigt fand, Spulen bunter Seide abznwindeu. Siu Stnbl und ein Stickrahmen standen ihr zur Seite, als Beweis, baß ihre junge Verwanbte sie soeben beilaffen. Sie empfing ihn in merklicher Zurückhaltung, beantwortete mit ruhiger Höflichkeit feine Fragen nach ihrem 83e» ftnben, jeboch ausweichend diejenigen nach ihrer Nichte, auf deren Wiebererscheine» er hoffte. AIS er sich ix feiner Erwartung getäuscht sah, auch der Stoff der Unterhaltung erschöpft war, mußte er sich erhebe», erhielt aber auf wiederholtes Anfragen die Erlaubnis, seinen Besuch erneuern zu dürfen, verabschiedete sich vou ber Signora und verließ die Villa.
„ Zögernden Schrittes durch ben Vorgarten gehend, spähte er forschend nach allen Richtungen umher, nm vielleicht diejenige zu erblicken, deren Bild ihm, seit er sie gesehen, stets gegenwärtig gewesen. Sie aber blieb ihm verborgen, unb langsam und niedergeschlagen entfernte er sich.
Es war nur natürlich, daß er z» wiffen begehrte, wer die Dame» seien, deren Bekanutschast er so xx.