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Zllustriettes Sonntagsblatt.
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IlUiKriertes Ionntagsblatt
Die Exped. der Oberh. Zeitung
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Sen sofortigen Besuch. Eine leichte Bewegung sät sich auf dem ehernen Gesicht, bann steckt der <eral den Degen an, nimmt Mütze nnd Mantel * in wenigen Minuten ist et im Auswärtigen Amt der Wilhelwstraße. Gleichzeitig mit ihm ist der «Ssminister von Roon erschienen. Im Hause ist totenstill, aber in allen ArbeitSrSnmen find die
scheidenheit nab sein Arbeitseifer. Er rettnet mit kaltem Blute weiter, er we'ß so gut wie Graf Bismarck, baß noch eine zweite, gefährlichere Kriegsgefahr droht. Er war auch ber Ansicht, baß, wenn nun einmal ge» schlagen werben solle, vom militärischen Stanbpunkte ans bas Jahr 1867, bas Jadr bes ZwisteS zwischen Preußen und dem dritten Napoleon, daS beste Kriegsahr gewesen wäre. Frankreich war total ungerüstet und leicht möglich wäre der Feldzug schneller zn Ende geführt, als mehrere Jahre spät r. Vor demselben hatte der große Stratege freilich noch einen herben Verlnst zu verzeichnen, seine Gemahlin starb und zwar gerade zu Weihnachten. Es »ar ein schwerer Scklag, der ihm in der Folge erst durch die treue Anhänglichkeit und liebevolle Fürsorge seiner Verwandten gemildert worden ist. Bald darauf ging es zum Kriege gegen den Erbfeind nnd Heller Jubel begrüßte Den bewährten Felcherrn, als er mit König Wilhelm L Berlin verließ, nnd frohe SiegeShoffuung blitzte ans Aller Lugen. M oltke war freundlich und ernst wie immer.
Marschall Bazaine war in der Festnng Metz eingeschloffen. Durch die Kämpfe vom 14. und 16. August waren seine Versnche, sich mit dem westwärts stehen, den Marschall Mac Mahon zu vereinigen, verhindert; nunmehr unternahm et den verzweifelten Versuch, nach Paris dntchznbtechen, und eS kam zu ber fürchterlichen Schlacht von Gravelotte, ber blutigsten beS ganzen Krieges. MoltkeS Schlachtplan war klar nnd umsichtig, aber anch Bazaine zeigte sich an diesem Tage als tüchtiger General, nnd so blieb dem deutschen Strategen nichts übrig, als seinen Plan in sachgemäßer Weise zu ändern. ES war ein fürchterliches Ringen um die Höhenzüge in BazaineS Zentrum, daS nnzähltge Menschenleben kostete. Düster blickte König Wilhelm in das G-wvge der Schlacht, nur flüsternd Unterwelten sich bie Herren ber Umgebung. Die Truppen leisteten >aS Anßerorbentltchfte, aber in der stundenlangen Blutarbett wußten doch endlich die Kräfte ermatten und noch immer nahte nicht das fett frühem Morgen auf dem Marsch befindliche zweite Armeekorps. Alle
ihrem Himmel glänzen. Möchte er noch lange sich ungetrübter Gesundheit erfreuen und uns vergönnt sein, noch lange den großen und doch so einfachen schlichten Mann in unserer Mitte wandeln zu sehen. Graf Moltke wird am 8. März nicht in Berli» anwesend sein. Der General-Feldmarschall wird in den ersten Tagen des März verreisen und erst nach dem Tage seines Jubiläums nach Berlin zurückkehren.— Die oberste Unfallversicherungsbehörde, daS Reichsversicherungsamt, hat Veranlassung genommen, die Vorstände ber landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften auf die den Erlaß von Unfallverhütungsvorschriften betreffenden Bestimmungen des landwirtschaftlichen Unfallversicherungsgesetzes aufmerksam zu machen, nachdem eine für die letzten drei Vierteljahre des Jahres 1888 angestellte statistische Erhebung über die Unfälle in der Forst- und Landwirtschaft ergeben hat, daß von den letzteren eine überraschend große Zahl vorkommt. Die gedachte Statistik hat dargethan, daß die Ansicht, die Unfallverhütung werde bei der Land- und Forstwirtschaft von untergeordneter Bedeutung sein, weil hier durch gesetzliche und polizeiliche Vorschriften ausreichende Vorsorge getroffen sei, nur in beschränktem Maße zutrifft. Insbesondere erfordern die mit der Landwirtschaft verbundenen maschinellen Nebenbetriebe, deren Bedeutung von Jahr zu Jahr wächst, eine steigende Zahl von Opfern. Das Reichsversicherungs- amt erachtet es deshalb an der Zeit, daß die Vorstände der landwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaften von der ihnen durch das Gesetz gebotenen Handhabe zur Verringerung der Betriebsgefahren mittelst Erlasses von Unfallverhütungsvorschriften Gebrauch machen. — Der Abg. Metzner (Zentrum) hat zur zweiten Lesung des Genoffenschaftsgesetzes, die bekanntlich am 27. d. M. anfangen soll, folgende» Antrag eingebracht: Nach § 17 folgenden §17» Die Genossenschaften unterliegen bezüglich ihres Geschäftsbetriebes den Bestimmungen der Gewerbeordnung, sowie der Steuerpflicht nach den für de» Landesteil, in welchem bie Genossenschaften ihren Sitz haben, geltenben Steuergesetzen." — Der Unterstaatssekretär v. Puttkamer ist zum Staatssekretär im Ministerium für Elsaß-Lothringen ernannt.
— Dem Bundesrat ist ein Antrag Hamburgs zugegangen, einen Beschluß dahin zu fassen: „Die obersten Landes-Finanzbehörden zu ermächtigen, bei der Bewilligung eines fortlaufenden Kontos vo» Inhabern von Export-Muster-Lagern von der 8t- üllung der im $ 2 des Konten-Regulativs vom 8. Juni 1887 vorgeschriebenen Kriterien abzusehen."
annehmen, daß die Berliner Bewegung das äußerste ausbieten wird, ihre Pläne durchzusetzen, und darum erscheint für das Frühjahr eine Krisis, größeren oder kleineren Umfanges, wahrscheinlich.
Das Baugewerbe ist in größeren Städten in ber Hauptsache das reine Spekulationsgeschäft geworden, bei dem viel Geld verdient, aber auch viel verloren ist. Im allgemeinen ist aber aller Orten eine ganz erhebliche Verteuerung des Grundbesitzes eingetreten und als Folge eine sehr erkennbare Preissteigerung der Miete. Selbst kleinere Städte haben eine Idee davon bekommen, was das Wort „Steigern", der Schrecken der Großstädter, bedeutet. Ganz besonders ungesunde Verhältniffe hat die Bauspekulation in Berlin hervorgerufen; der Grundstückspreis ist dermaßen in die Höhe geschraubt, da er den wahren Wert bedeutend übersteigt. Mit de Häusern sind auch die Mieten gewaltig gestiegen, und es haben sich dadurch Zustände ergeben, welche über kurz oder lang unbedingt zu einer Aenderung führen müssen. In der inneren Stadt klagen Geschäftsleute und Private gleichmäßig, daß die Wohnungsmiete nicht mehr zu erschwingen sei. Faßt mau diese Verhältnisse ins Auge, so entsteht die Frage, ob eine Baupause nicht ein Vorteil für die Allgemeinheit bedeutet. Freilich steht dabei das Geld mancher Spekulanten auf dem Spiel, aber eine Fortsetzung des jetzigen Treibens wäre nur der noch viel schlimmere Baukrach. Es scheint deshalb nicht, als ob sich die Bauarbeiter für ihre nächste Arbeitseinstellung den günstigsten Termin ausgesucht hätten, und es kann leicht sein, daß der Bogen bricht, wenn er zu straff gespannt wird.
Es scheint, als ob die ganze Streikebewegung auf Anraten der sozialdemokratischen Parteileitung eingefädelt ist. Offenbar hervorzutreten, wird dieselbe sich hüten, aber daß es hinterher sehr leicht ist, Stteik-Agitation und sozialdemokratische Agitation mit einander zu verbinden, ist klar. Berliner sozialistische Blätter gehen sogar noch viel weiter als die Arbeiter. Jene fordern zu einem allgemeinen deutschen Arbciterstreike auf, jeder Arbeiter muffe mehr Geld fordern. Denken wir daran, daß uns der Herbst wahrscheinlich schon die nächsten Reichstagswahlen bringt, so ist erklärlich, weshalb die Sozialdemokratie gerade in diesem Sommer eine große, alles umfassende wirtschaftliche Agitation wünscht. Die Lage der Industrie hat sich verschiedentlich insofern gebessert, als der Umsatz größer geworden ist. Daß aber bessere Preise gezahlt werden für die einzelnen Artikel, davon ist nur wenig die Rede.
Marburg,
Freitag, 1. März 1889.
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(Nachdruck verboten.)
Mottke-M-er.
Es ist überhaupt die Frage, ob die billige Produktion wieder verteuert werden kann. Wünschenswert wäre das sehr, aber das Publikum ist eine Macht, bie nicht im Sturm besiegt werden kann. Und zum Publikum gehören auch wieder die Arbeiter. Was sie ober ihre Frauen wohl sagen würden, wenn ihnen Vieser oder jener Konsum-Artikel mit der Motivierung verteuert würde, der Verdienst sei zu gering? Sie würden einfach einen anderen Verkäufer aufsuchen. Das Wort „Verdienen" ist ein schönes Wart und es ist niemandem zu verdenken, wenn er soviel zu verdienen sucht, wie nur möglich; aber sagen zu wollen, ich will und muß viel verdienen, das ist blinde Unvernunft. Der hohe Verdienst ist nicht vom Produzenten allein abhängig, sondern von zahllosen Umständen. Wer sich selbst als allein ausschlagende Macht aufspielen will, der verdient gar nichts. Er wird zu Grunde gehen trotz aller guten Ratschläge und Lehren seiner Arbeiter. Das ist bie Thatsache unb davon läßt sich nichts abhandeln.
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herübergrüßt. Der treue Begleitet Kaiser Wilhelms 1 auf allen feinen militärischen Reisen, sein erster Rat- gebet in allen Angelegenheiten, geehrt von allen Personen, hoch unb nichtig, bie nach Berlin kamen, arbeitete Graf Moltke unermüblich »eiter, unb bie einzige Erholung nach der verzehrenden Arbeit war ftu Aufenthalt auf feinem Gute Rreifan, wo feixe Gattin ruht, an bereu Seite er selbst bereinft zu ruhen gebeult. So ist Moftke bie ganzen Jahre gewesen , und nimmer möbe warb das deutsche Volk eine Zuneigung ihm zu zeigen, auch heute nicht, w» >et betagte Greis bie schwere Arbeit seines Amte» äußeren Händen übergeben. Wie er zu Kaiser Wilhelm L unb Kaiser Friedrich gestanden, so steht unser erster deutscher Feldmatschall auch zu Kaiser Wilhelm n, ein Freund des Reiches und des Volkes.
Ein Freund des Reiches und de, Volkes l Richt oft hat der Reichstagsabgeordnete Graf Moltke im beutfdjen Parlament gesprochen, ober aus allen seine» hochbebeutsameu Reben klingt bie Treue zu Kaiser und Reich bie Sorge nm unsere Zukunft »lebet. Unb einh# wie stets im Leben, erschien ber Feld- marschall auch stets im Reichstage. Allein bie Achsel- « «.,onf ber Schulter bezeichnen den hohen Rana >eS Abgeorbneten für den 1. ostpreußischen Wahl. rei8. Fast andächtig lauscht der erfahrene Man» den einzelne» Rednern, und wird die Sache doch etwa» ?a<F dann zieht er behaglich eine Schnupf, abaksbose auS ber Tasche und nimmt zur Anregung tue kleine Prise. Daß er in allen Sätteln gerecht, zeigt Graf Moltke, wenn e8 ihm als ältestem Mitgliebe >eS Reichstages zufällt, die erste Sitzung ber Legislaturperiode zu eröffnen. DaS ist ein sicheres, wohl- tbueube8 Auftreten, wenn ber greife Herr von bem hohe» - rafibenteustuhle unter ber schwarzweißroten Fahne auf die .Kollegen" im Saale herunterschant, bann ; eht ein leises Lächeln über bie scharfen Züge. Wird >a« Gespräch unten so laut, baß nur schwer noch etwa» u verstehen, dann schwingt die schlanke Hand energisch e Glocke unb die Helle Stimme sagt sehr entschieden:
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Deutsches Deich.
Berlin, 27. Febr. Eine Kabinettsotdte des Kaisers an den Chef der Admiralität vom 21. d. M. fpricht die Freude des Kaisers darüber aus, daß die Offiziere und Mannschaften in dem Gefecht au: dlpi» sich tadellos und des Geistes und der Tradition der Marine würdig geführt haben. Der Kaiser habe sich veranlaßt gesehen, einer Anzahl von Offizieren und Mannschaften Auszeichnungen zuteil werden zu lassen, und beauftragt den Admiralitätschef, auch allen übrigen an dem Gefecht beteiligt gewesenen Offizieren und Mannschaften die allerhöchste Anerkennung für ihr gutes Verhalten auszusprechen. — Der Generalfeldmarschall Graf v. Moltke feiert den 8. März sein 70jähriges Dienstjubiläum. Es ist nicht nötig zu sagen, wie großes Deutschland diesem Manne — dem größten Strategen des Jahrhunderts verdankt. Mit Dank gegen Gott gedenken wir dieses Tages, an dem uns dieser Soldat geschenkt wurde, dem im Verein mit Männern wie Kaiser Wilhelm, Bismarck und Rvon die große Aufgabe Vorbehalten war, die Neugestaltung Deutschlands herbeizuführen. Eine besondere Gottesgnade ist es, daß der große Stratege noch so lange an der Spitze der deutschen Armee stehen, viele Offiziere heranziehen und noch selbst seinen Nachfolger bezeichnen konnte, der sein großes Werk fortführen oll. So lange es eine deutsche Geschichte giebt, wird Moltkes Name als Stern erster Größe an
üglich «Her an Werktagen nach bomt- unb . — Ouarial-Abormeureuts-Preis bei bet Sxpe- 3JIL bei den Postämtern 3 3Rt 60 Pfg. (exkl. ). Juftrtiouzgebühr für die gehaltene Zeile Pfg., Reklamen für bie geile 85 Pfg.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain ______________________________________________________________________Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und «erlag von Z,h. Ang. »och.
5 «den, man will vor allem den Zuzug auswärtiger — Weiter nach ber Reichshauptstadt verhindern, und M dies zu erreichen, sollen die gesamten deutschen Bauarbeiter in die Arbeitseinstellung mit hinein- WW !Wn werden. Eine äußerst rührige Agitation ist Egi ieserhalb bereits im Gange, und aus einzelnen MD siebten liegen ja schon Nachrichten vor, daß gleich-
illls eine Lohnerhöhung beim Beginn der Bausaison MM klangt ober mit Arbeitseinstellung gedroht wird. MD ter Plan ist nicht übel, aber man darf billig be- H Geiseln, daß er in seinem vollen Umfange ver- 1^1 «Licht wird. Die Verhältnisse zwischen Groß- u «b Kleinstadt sind außerordentlich verschieden, in
LÄ " letzteren fehlen die extremen Elemente, deren «uptvergnügen ein tüchtiger Streit bildet, man er- Mit dort, daß ber sichere Besitz unb die feste Ein- assel ifae den ausschweifenden Zukunstsphantasieen vor- [U9. «ziehen ist. In jedem Falle kann man aber wohl
JJfter erhellt. Sin Vertrauter beS Grafen Bismarck inw 1 Uft bie Herren, ihm zu folgen. Man geht in den Jf "ttten, unter dessen Bäumen ber Minister Präsident tiefster Erregung auf- und abschreitet. Der Krieg I>«l 'entschieden, soeben ist bie Botschaft vom Könige 1 oa1^ Atomen. Aber wenn es benn fein muß, bann sofort. KM1/« ««al von Moltke äußert mit fester Stimme seine 7»ft» 'Ncht xnb bie Entscheidung ist der folgenschwere •-*> Schluß, den Vormarsch unverzüglich zu beginnen. 841* 1 EeueralstabSchef ist seiner Sache sicher, und als io2» ! lb darauf vor bem tief bewegten König Wilhelm »Lil da wiederholt er auch dort seine bändigen, litnL Ersichtlichen Mitteilungen. Und .Vorwärts!' heißt iti * Losung.
!*? L?cr Krieg ist geschlagen, Hellmuth von MoltkeS io» *taeu wird t» der ganzen Welt mit Ehrfurcht ge« *5 SX ES »erben ihm Auszeichnungen in reichster igst» Rlt verliehen, aber unverändert bleibe» feine Be-
Anzeigen uumnt entgegen die Expedition d Blatte», d^»mwneen.»ureanx von Haasenstein und Vogler
Jahrgang
Daube u.«o.m Frankfurt a.»., Berlin, Hannover. Paris.
richt gutwillig die weiter obengenannten Forderungen * erfüllen werden. Nicht nur, daß sehr umfangreiche
Sammlungen zu einem Streikefonds veranstaltet
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rsen, sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in ffeln iiirchhain, sowie für hiesige Stadt un- iftre Expedition entgegen.
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Für das Frützjahr
ist von den Berliner Bauarbeitern jeder Klasse ein skiesenstreik in Aussicht gestellt. Schon jetzt haben Krsarnmlungen der Maurer, Zimmerleute u. s. w. Mgefunden, in welchen beschlossen worden ist, im Frühjahr eine allgemeine Arbeitseinstellung herbei- Mhren, wenn nicht ein Mindestlohn von 60 Pfennigen pro Stunde bei neunstündiger Arbeitszeit gewährt mrd. Da die in den letzten Jahren hervorgerufenen Arbeitseinstellungen mit einer Niederlage der Strei- ieuden endeten und den letzteren den schwersten «kuniären Schaden zusügten, so sollen diesmal be- i-ndere Vorsichtsmaßregeln getroffen werden, da von «niherein angenommen wird, daß die Arbeitgeber
ms. ter -re Kreise Marburg und Kirchhain
-- und
blickten auf Moltke, ber wieder und wieder das Fern- glas erhob. Was in dieser schweren Stunde in der Brust des Heerführers borging, weiß niemand: daß b.te Entschlossenheit ihn nicht verließ, davon überzeugte ein Blick ttl sein steinernes Gesicht. Der General erbat vorn Könige die Erlaubnis, in .bas Gefecht reiten zu dürfen, und sprengte gleich daraus zu den von Neuem austürmeuden Truppen. Ein freundlicher Gruß deS Heerführers unb mit Hnrrah ging es vorwärt»; ober, wenn die Pommern nicht kamen, war die Sache doch kritisch. Moltke jagte dem Armee- korps auf seinem Wege entgegen, und Gott sei Dank, « «.7ro£n Een heran unb begrüßten ihn mit 3"bel. Der «eneralstabSchef stellte sich selbst an die Spitz- de» Korps unb führte es gegen ben Feind. Iiu letztes Ringen, und der Sieg war erfochten. Freiherr von Moltke sprengte zurn Standpunkt des Königs zuruck. Aus de» nahen Gebäuden einer i ,e «.! schlugen die Flammen gen Himmel, sorgend afj König Wilhelm auf einem aus einer Wageuleiter für ttjn hergerichteten Sitze. Salutierend meldete fioltke: .Majestät, ber Sieg ist errungen 1* Der Konar<b erhob sich schnell unb wortlos reichte er bem General die Hand; König Wllhelm wußte, was er an seinem Moltke hatte.
lleber Sebau, Versailles unb Paris kehrte General v. Moltke mit bem Könige nach Berlin zurück unb beim glänzenden Siegeseinzuge ritt er mit Bismarck tnb Roon vor bem ersten Kaiser be» neuen deutschen Reiches. Von da ab gehörte ber Feldmarschall in ben ausgesprochene» Lieblingen be« Volkes, unb es liebt wohl keinen berühmten Mann im deutschen 'eiche, ber so wenige, ober richtiger keine Feinde besitzt, wie unser Moltke. Auch im Ausland, in Frankreich selbst, hat er keinen eigentlichen Feind. ES giebt uur Bewunderer seiner Thaten, Verehrer der so un- »blich schlichten, einfachen Manne», ber nach bem Kriege seinen Wohnsitz in bem neuen SeneralstabS. gebäube am König,platze zu Berlin »ah», wo zu ihm die erhabene »ictoria von der ragenden Siegessäule
kmre. eumenmgSblätter zum 70 jährigen Dienst-Jubiläum des MI I Feldmarschalls von SR. Reinhold.
! (Fortsetzung und Schluß.)
-£ 1 Mit Sorgen blickt bie Bevölkerung in bie Zukunft.
M«al von Moltke hat feine Arbeiten beendet. Ruhig : be- fit stets spricht er mit feiner Familie. Dann tritt ohne saus Fenster und blickt lange sinnend zum dunklen in «st Mwel auf, ben zeitweise feurige Blitze durchzucken. [758 Mernacht ist vorüber, auf den Straßen ist eS still —- Morden. Da raffelt ein Wagen über das Pflaster
y gleich darauf erhält ber Generalstabschef bie Mde, ber Ministerpräsident von Bismarck bitte um