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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt

Expedition? Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Luq. Koch.

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Der deutsche Kaufmann

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Ährte dieselbe die Treppe hinauf, wobei sich die Kaiserin über das herrliche Treppenbild, eine Land­schaft aus der Krim darstellend, sichtlich freute. Der Kaiser trug die Uniform seines russischen Regi­ments mit dem breiten Bande des Andreas-Ordens und reichte nach herzlicher Begrüßung der Gräfin Schuwaloff den Arm, sie nach dem blauen Salo« geleitend, wo die Allerhöchsten Herrschaften erwartet wurden. An der Fenstcrseite hatte in der Mitte der Kaiser seinen Platz zwischen der Frau Gräfin Schuwaloff zur Rechten und der Frau Grast« Waldersee zur Linken, gegenüber saß die Kaisers« zwischen dem Grafen Paul Schuwaloff zur Rechte« und dem Prinzen Albert von Sachsen-Altenburg zur Linken; es folgten dann der Herzog Ernst Günther, Frau Gräfin v. Brockdorff, Graf v. Waldersee u. s w. Das Programm der Tafelmusik war: Torgauer Marsch, Tannhäuser - Ouvertüre, Zigeunerbub' tat Norden, Armeemarsch Nr. 7, Husarenlied aus de« Feldlager von Schlesien, Phantasie aus Lohengrin, russische Phantasie, finnländischer Reitermarsch. lieber die Beurlaubung von Militärpersonen nach Ostafrika wird berichtet, daß das Kriegsministerium auf Veranlassung des Reichskommissars, Hauptman« Wißmann, sämtliche Fußartillerie - Regime«ter der preußischen Armee aufgefordert habe, ältere Unter» ofstziere, welche Handwerker gewesen und gewillt sind vorläufig auf ein Jahr nach Ostafrika zu gehe» und der dortigen Kolonialtruppe beizutreten, in Bor- ichlag zu bringen. Von den von sämtlichen Re­gimentern in Vorschlag gebrachten Unteroffizieren werden 11 ausgewählt und diesen ein Oberfeuer­werker beziehungsweise Feuerwerker beigegeben, welche alsdann nach Ostafrika entsandt werden. Nach Ab­lauf eines Jahres steht es denselben frei, zu ihre« alten Truppenteilen, wo ihnen ihre Stellen bis da­hin offen bleiben, wieder zurückzukehren. Wie die Pos. Ztg." erfährt, sind aus der Garnison Posen zwei Oberfeuerwerker und ein Unteroffizier vo« Niederschlesischen Fuß - Artillerie - Regiment in Vor­schlag gebracht worden,- im ganzen sollen bis jetzt, abgesehen von den Unteroffizieren, 50 Oberfeuer­werker vorgeschlagen worden sein. Der Sold für den Oberfeuerwerker soll während der Beurlaubung monatlich 300 Mk. und der für die Unteroffiziere 250 Mk. pro Monat betragen. DieNordd. Allg. Ztg." bezeichnet auf Grund kompetenter Mit­teilungen aus Konstantinopel die Meldung der Franks. Ztg." und derKreuz-Ztg." von angeb­lichen Aufstandsversuchen der Softas in Konstan­tinopel für unbegründet, es sei absolut nichts vor-

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:olge. Was Italien anbetrifft, so sind Genua und Neapel geradezu Filialen deuffchen Handels. An- ässige deutsche Geschäfte geben in verschiedenen Industriezweigen direkt den Ton an. Auf der Bal­kanhalbinsel rückt der deuffche Kaufmann von Serbien und Rumänien aus unaufhaltsam vor, besonders groß ist sein Einfluß in Konstantinopel, während Griechenland mehr von Frankreich abhängig ist. In Rußland wird der heimische Industrielle von dem deutschen fast ganz in den Schatten gestellt. Wer reell und preiswert kaufen will, der geht zu einem >eutschen Geschäftsmann. In fremden Weltteilen jat der deutsche Kaufmann besonders in Ostasien einen hervorragenden Standpunkt. Der barsche Eng­länder und auch der schlaue Franzose haben viel­fach weichen müffen. So sind wir denn in den noch nicht zwanzig Jahren, die seit der Gründung des Reiches verflossen sind, dahin gelangt, daß es keinen auch nur einigermaßen bedeutenden Welthan­delsplatz giebt, in welchem Deutschland unvertreten wäre. Allerdings ist der englische Handel immer noch ganz erheblich größer als der unserige. Aber das ist erklärlich: Was die Briten Dutzende von Jahrzehnten uneingeschränkt besessen, daS ist ihnen nicht in zweien wieder abzunehmen.

Der deutsche Kaufmann verdankt seine sehr hervorragende Stellung auf den Welthandelsplätzen seinen Kenntnissen und seiner Reellität. Daß diese beiden Eigenschaften nicht verloren gehen, sondern im Gegenteil sorgfältig weiter gepflegt werden, davon dürfen wir überzeugt sein. Ein weniger günstiges Bild bietet nun die Lage des Kaufmanns­standes bei uns zu Hause: es ist eine ganz ent­schiedene Ucberproduktion zu beklagen, die zu un­erfreulichen Resultaten führt. Die Zahl der jungen Kaufleute ist zu groß, demgemäß die Zahl der Stellenlosen sehr bedeutend. Das Angebot übersteigt die Nachfrage so enorm, daß nunmehr selbst Leute mit sehr hervorragenden Kenntnissen sich mit be­scheidenen Posten begnügen müssen, wenn sie über­haupt eine Stellung haben wollen. Erst später können sie dann darauf rechnen, zu avancieren. Diese Stellenlosigkeit tritt am schärfsten in den größeren Städten hervor, zu welchen sich die Brot­losen drängen, und so werden hier besonders jene unerfreulichen Verhältnisse sichtbar, welche die Folgen desZuviel" sind. Nicht zu verschweigen ist freilich auch, daß eine Anzahl der jungen Leute den an sie herantretenden, sehr hoch oft gespannten Anforde­rungen nicht gewachsen sind. Daß die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und die Kenntnisse ge­

wachsen sind, erklärt sich ganz von selbst aus dem erweiterten Geschäftsbetrieb, zu dem sich so ziemlich alle Firmen haben entschließen müssen. Der Ver­dienst am einzelnen Artikel ist gering, der Absatz muß deshalb erweitert werden und erhöhte Tüchtig- i eit dafür sorgen, daß der Konkurrenz die Spitze geboten wird. Kapital und Kenntnisse sind heute die unbedingten Forderungen für das Gedeihen eines Geschäftes, und der Chef beansprucht von seinem Personal wieder ein verständnisvolles Eingehen auf eine Intentionen. Der Geist des Kaufmannsstandes ,eigt sich nicht hinter dem Ladentisch, sondern im litten Comtoir, von dessen schweren Sorgen das Publikum wenig bemerkt. Unter den heutigen Ver­hältnissen bietet sich deshalb nur den jungen Leuten ' Aussicht auf gedeihliches Fortkommen im Kaufmanns­land, die über gute Kenntnisse verfügen. Die Stellenlosigkeit ist ein beredtes Warnungszeichen; wer in dem Kampf ums Dasein hier nichts Be- »nderes in die Wagschale zu werfen hat, der wird total in den Hintergrund gedränkt. Daran sollten auch die Eltern denken. Die Lehrjahre int Kauf­mannsstande gehen schon vorüber, die Laufbahn nachher kann aber unter Umständen recht dornig werden.

Deutsches Leich.

Berlin, 25. Febr. Der Kaiser nahm gestern abend bei dem Grafen Moltke den Thee ein und beteiligte sich am Whistspiel; heute fuhr er zum Diner bei dem Fürsten Bismarck. An dem Diner beim Reichskanzler nahmen 'der Kaiser, sämtliche Minister, der Hausminister und Generalleutnant von Hahnke teil. Dem russischen Botschafter Grafen Schuwaloff wurde am Sonnabend zum ersten- male die Ehre zuteil, den Kaiser Wilhelm II. und eine erlauchte Gemahlin als Gäste bei sich zu sehen. Die Festräume der Botschaft im ersten Stockwerk erstrahlten im Glanze von 1600 Lichtkerzen. Der Rokokosaal, in welchem die Tafel hergerichtet war, war in einen wahren Palmengarten umgewandelt. Die Tafel war zu 37 Gedecken hergerichtet. Au der breiten Marmortreppe erwartete der russische Botschafter Graf Paul Schuwaloff mit den Herren der Botschaft das Eintreffen des Kaiserpaares. Der Botschafter trug die Galauniform eines russischen kommandierenden Generals mit den Abzeichen eines Generaladjutanten des Zaren, während die Gräfin Schuwaloff der Kaiserin entgegenging und, sich tief verneigend, die dargebotene Hand der Kaiserin küßte. Der Botschafter reichte der Kaiserin den Arm und

bielfach für die Preisstellung maßgebend und die Pariser wissen selbst kaum, wie viele Artikel, die sie str echt französisch halten, deutschen Ursprungs sind. Es ist auch noch eine große Zahl deutscher Kauf­leute in französischen Geschäften thälig, denn so lebendig die französischen Komptoristen sind, so viel lassen sie an Gründlichkeit zu wünschen übrig.

In Spanien und Portugal hat der deutsche Kaufmann, besonders in Barcelona und Lissabon, feine Hauptplätze und wirkt dort mit großem Er-

Weiertagen. Qnartal-Lbom>emnttS.Prei» bei der Srpe« dition y/i Mk., bet den Postämtern 9 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnfrrtionrgebLhr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 36 Pfg.

Bestellungen für den Monat März xeljmen auf die

Oberhesfische Zeitung

nebst Kreisblatt

für die Kreise Marburg und Kirchhain und

Illnstriertes Somttagsblatt sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in -irchhain, sowie für hiesige Stadt un- sere Expedition entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

Marburg,

Mittwoch, 27. Februar 1889.

daß letztere fleißiger und williger sind, als ihre Vlllt britischen Kollegen, sie übertreffen dieselben auch

ftfxnp recht oft an Kenntnissen. Die Zahl der selbständigen

' deutschen Geschäftsleute in der englischen Metropole llNgell Ist außerordentlich groß und sie haben in verschie-

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Bor kurzem ging die Mitteilung durch die Blätter, Cerra am Reichsseminar für orientalische Sprachen in Berlin

Anzeige« nimmt eMgeg« die Expedition d Blatte», sowie d. Anuoneen-Bureanx von Haaseuftei» und Logier

v- Jahrgang.

Daube u. Co. ra Frankfurt a. et, Berlin, Hannover. Paris.

denen Branchen ihre heimischen Konkurrenten aus * btm Felde geschlagen. In Paris wüthet man t " <? gegen die Deutschen, aber der deutsche Kaufmann 77 behauptet in der Seinestadt unvermindert seinen AW Hillen Einfluß. Deutsche Agenturen sind heute noch

habe der erste deutsche Kaufmann seine Prüfung in r der chinesischen Sprache bestanden und daraufhin JUTCH, sofort einen einträglichen Posten in Ostasien erhalten.

Diese Meldung bestätigt nur die bekannte Thatsache, daß der deutsche Kaufmann im Durchschnitt seinen Kollegen in allen anderen Nationen an Sprachkenm- niffen weit voraus ist, daß er nicht nur eine Welt­macht erst werden will, sondern bereits geworden ist. Was der deutsche Kaufmann bedeutet, sehen wir weniger bei uns, als vielmehr im Auslande.

1 In London beschäftigen selbst viele englische Geschäfts- j leute mit Vorliebe deutsche Komptoristen. Nicht nur,

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»«schlichen und endlich, wie iw raschen Entschlüsse dasselbe betreten hat. Da Gendarm Witte von dem IW» . «nsgetanchten Verdachte, zn welchem uns die Erzählung ihrer »leine« den Faden in die Hände gegeben hatte, I licht» wußte, so fand er darin nicht» Snssällige».

[Nachdruck verboten.)

Im Sturm der Eifersucht.

Roman von Ernst Fritze.

i ^Schluß)

Hellberg schilderte feine Gemütsstimmung, mit Welcher er tu der Morgendämmerung feine Entdeckungs­reisen nach Ortauhof «getreten hatte.

,Wa» ich bezweckte, gelang", sagte er und be­richtete wörtlich die Szeue in diesem Hause, wobei et einräumte, daß ihm Fräulein Lida znerst Mitleid einflötzte, daß er daS fast kindisch jugendliche Mädchen lediglich für ein Werkzeug ihrer weltklugen Mutter

gehalten habe.

.Meine Meinung hat sich seitdem verändert. Lida ist wie ihre Frau Mama eine Komödiantin;

: k aber ihr fehlt die Klugheit der Mutter; sie ist be- V ffr schränkten Geistes, wird jedoch unter der Leitung der Tarne Drtan die notwendige Routine bekommen, die in ihrem abenteuerlichen Leben unentbehrlich ist. DaS zeigt sich schon jetzt. Aller Wahrscheinlichkeit »ach find beide Damen in der Begleitung dcS Herrn »ou Paoli abgereist. Rach Ostende, woselbst der ce- »dferte Herr von Schweitzer Quartier für sich und sowie für die Damen bestellt hatte, aber schwerlich, sondern ufiAW in ein Versteck, wo man den Herrn nicht kennt."

»Ist bal denkbar? Ist daS möglich!" tief Fran Hedwig.

.Solchen Damen ist alle» möglich, was zu ihren Zwecken dient", entgegnete Hellberg zuversichtlich. .Meine Vermntung findet einen Anhaltepnukt in dem

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llek t eine eociniMiuun p««" «usuihp»»« "* (2öv Unstand, daß vom Gendarm Witte, der unmittelbar dach meiner Entfernung aus Ortauhof des Weges daher gekommen, ein fremder Herr mit auffallend starkem Barte bemerkt ist, der vorfichtig das HauS

Erst durch die Plauderei meines Kutschers wurde ihm ein Licht für diesen Zufall angezündet, und er agte wie rasend nach Ortauhof, um den schwarz- bäitigeu Fremden zu fassen. Er kam zu spät. Die Damen waren in der Begleitung dieses Herrn, den Frau von drtan als ihren längsterwarteten Bruder bezeichnet, und den Fräulein Lida mit Anbei und Zärtlichkeit begrüßt hatte, nach dem Bahnhof gefahren."

Unter solchen Umständen liegt der Gedanke nahe, daß Herr von Paoli in Ermangelung eines besseren Kavaliers vorläufig w Gnaden wieder angenommen ist", meinte Staikloff kopfschüttelnd.

.Und Dame Drtan hat ihren Scharfsinn voll­kommen bewährt, indem sie diesen Paoli als ihren Bruder vor gerichtlichen Nachforschungen zu ver­bergen sucht."

.Das find ja entsetzliche Menschen", flüsterte Frau Hedwig, .Mord und Eifersucht, Liebe, Hab­sucht, Wettlust, Lüge diese Schweitzers, diese Ortaus, diese Paolis haben denn die Menschen kein Ehrgefühl und kein Gewissen?"

.Es scheint so", antwortete Hellberg. .Wohin sie fich geflüchtet, bleibt fraglich. Nach Ostende find fie nicht gekommen, denn der Besitzer deS Hotels, welches Herr von Schweitzer zum größten Teile in Beschlag genommen, hat telegraphisch angefragt, waS er von der verzögerten Ankunft denken solle; er würde die Lokalitäten anderweit vermieten und ver­langt Entschädigung. Darauf hat ihm der Wirt- schaftSiuspektvr von Altenbek daS ganze Ereignis ge. meldet und ihn mit seinen Forderungen an die Erb- fchaftSrnasse, die in der Restdeuz verwaltet werde, gewiesen."

.Hoffentlich ist diese Episode ans unser« Leben abgeschlossen und wir werde« fie bald als einen wüsten, wilden Traum zu betrachteu im Stande sein", sprach die junge Frau mit einem tiefen Atem, zage.Wer denkt an solche LebenSstmme, wenn Frieden und Ruhe in uns und nm uns herrscht."

Eben veil wir nicht gewaffnet, nicht daraus vor-

bereitet waren, unterjochten uns die Schicksals- Wendungen", fiel Starkloff hastig ein.

»Bist Du jetzt gerüstet dagegen?" fragte Fran Hedwig in ihrem reizenden Utbermut den Gatten. .Ich zweifle."

.Sei unbesorgt, Hedwig", verficherte Starkloff treuherzig, .der Sturm der Eifersucht ist für mich ein überwundener Standpunkt. Lassen Sie fich ge, legentlich von meiner kleinen Frau die Geschichte erzählen, womit der ganze Skandal begann. Ich spielte die Rolle deS Othello ziemlich naturgetreu, bin jedoch kuriert."

.Ich hörte davon. Herr Arthur hatte in frecher Unverschämtheit eine frühere Bekanntschaft mit Ihrer Gattin geltend gemacht. Auch darüber befragte ich ihn in jenem Verhör, wovon ich Ihnen vorhin Bericht abftattete. Der erbärmliche Bursche gab lachend zu, von Fran HedwigS Bruder dafür dnrchgeblSut zu fein. Vor ihm find wir gefichert; er wird fich hier nie wieder blicken lasten. Augenblicklich hat er auf unbestimmte Zeit fich inS Ausland begeben, wohin, weiß niemand. Durch feines Bruders Tod ist die Testamentsklausel erloschen, die den älteren Schweitzer zum verantwortlichen Verwalter seine» Vermögens machte. Jetzt, im Besitz des Vermögens, wird er es auf feine wahnfinnige Weise vergeuden, um daun als Bettler zu sterben."

AIS die ganze Familie Starkloff mit Sind und Hund den Gast de» Tages bi» zu« Rand des Walde» begleitete, als man sich unter dem feurigen Glanze der Abendsonne trennte, da wußte es jeder von ihnen ohne Aufforderung und ohne Versprechen, daß deS neuen Freunde» Besuche fich »st, recht ost wiederholen würden.

Und so geschah e» auch.

Durch den Verkehr mit dem Justitiar Hellberg gewann die Häuslichkeit im Forsthanse einen erhöhten Reiz. Der Forstmeister erhiett einen geisteSeben- büttigeu Freund, der ihm bi» dahin gefehlt hatte.

Wir verlosten die Familie in ihrer Waldeinsamkett

mit der besänftigten Stimmung, die unS bei ihrem wiedergekehrten Glücke überschleicht. Alle späteren Entwickelungen sind leicht zu erraten, und sie wirkten nicht störend auf ihr Wohlbehagen ein.

Es erfüllten fich im Laufe der Zeit fast buchstäblich die Prophezeihuugen deS alten Fasauenwärters Lorenz. Zum Beispiel ereignete eS fich eines Tage», daß Herr von Bnusen in Begleitung seiner Fran Gemahlin langsam mit feinem faulen Ponny aus Drebitz fort« fuhr und niemals wieder dorthin zurückkehrte.

Ebenso ereignete eS sich, daß die vielen Gläubiger d-r Dame Ortau plötzlich die lang geübte Geduld verloren und daS stark verschuldete Gut Ortauhof verkauften. Mau erzählte, daß beide Dame« dadurch gezwungen wurden, das Theater als eine Erwerbs« quelle zu benutzen, und daß die Mutter in Sntriguen, die Tochter in Liebhaberiuneurollen Bedeutendes zu leisten sich fähig gezeigt.

Arthur von Schweitzer stürzte richtig bald darauf mit feinem schönen Pferde, brach sich zwar nicht da» Genick, verstauchte sich indes dergestalt daS Rückgrat, daß er nie wieder ein Pferd zu besteigen vermochte.

Otto von PaoliS weitere Schicksale find unbekannt geblieben. Geheiratet hat er Lida von drtan nicht, so viel steht fest.

[Nachdruck verboten.) Nrberwrm-err.

(Sine Geschichte von R. AnSt-

.Guten Abend, Papa! Wie schön, daß Du jetzt kommst, damtt Du noch meine Schiffchen schwimmen stehst", rief eine fröhliche Kindersttmme nnd ein lockiger Knabenkopf lachte hinter einer großen, mit Wasser gefüllte» Schüssel, dem eintretenben Kauf­herrn entgegen, dem seine junge Fran beim Abnehmen deS über und über mit Schnee bedeckten Mantel» behilflich mar.

.Sieh um", plauderte der Kleine weiter, .Mama hat mir die Schiffchen gemacht, an» Nußschalen und