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Wöchentliche Berlage«: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg illd Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Brrlag vou Jsh. Ang. Agch.

Erscheint täglich »über en Bottegen noch bonn- und flrt>***I*****^.

Feiertagen. - Quartal-AdonnemeutS-PreiS bei der Expe- dition2»/,M°. bet den Postämtern S M. 50 Pfg. (exkl. ö

^^n^sertto^S-bühr str die g^PÄtene Seite SvNNtag, 10. FkbrUar 1889.

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b Blatte» sowie d. Annoncen-Bureaux von Haaseusteiu und Bögler xra Jahrgang.

Daube u. Go. in ^rankkurt « »terfin, . Rarip.

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AsirLsches Reich.

Berlin, 8. Febr. Die marokkanische Botschaft

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Mhnen und die Einrichtung von territorialen Ver- ficherungs-Anstalten (wahrscheinlich auf der Grund-

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einwq von Kommunal - Verbänden) beschließen. frei« Der Erlaß des Ministers, betreffend die Aussichten nd aut fcer jUm Eintritt in die höhere Forstverwaltungs- Kücht gMibahn sich Anmeldenden lautet:Die Zahl der chbehii ----- 1 1 r '

. lisch en Missionare der Benediktus - Genossenschaft 51*611 gegen Lösegeld herbeizusühren. Nach Peters­burger Meldungen gab der Zar seine Einwilligung

, hur Verheiratung seines Vetters, des Großfürsten ö'., I Michael, mit der Tochter des Generals Jgnatieff. x^® Der Entmündungs antrag gegen Professor Geffcken u-urde von der Familie zurückgezogen. Die Kom- 'rcxn6i Mission für die Alters- und Jnvaliditätsversicherung wird den Antrag auf Einrichtung einer Reichsanstalt

Dnst-Assefsoren und Forst - Referendarien ist so be- RHdeutend angewachsen, daß nach einer Durchschnitts- echnung etwa 19 Jahre vergehen werden, bevor iejenigen Forstbeflissenen, welche in nächster Zeit te erste forstliche Prüfung ableaen, zur Anstellung H Oberförster gelangen. Künftig kann demnach

i-^.kneratorische Befchäftigung in der Staatsforstverwal- 1 - lk~g finden und es steht zu befürchten, daß hier- rch nicht nur die fachmäßige Fortbildung leiden, ndern auch ein Teil der Forst-Assessoren in Be- ängnis geraten und die erforderliche Frische und erufsfreudigkeit verlieren wird, ehe in erheblich tÜei. ^°rgerücktem Alter endlich die Anstellung als Ober- v ' Erster erfolgt. Ich sehe mich deshalb veranlaßt, ie Bestimmungen über die Ausbildung und Prüfung für den königlichen Forstverwaltungs- ' tenst vom 1. August 1883 im 8 5 zu 5

wurde gestern von dem Reichskanzler empfangen mrd überreichte bei dieser Gelegenheit die für den­selben bestimmten Geschenke des Sultans. Tas .Militärwochenblatt" meldet: Generalstabsarzt Dr. J. Lauer wurde in Genehmigung seines Abschieds­gesuches mit dem Range eines Generalleutnants . mb unter Stellung » la suite des Sanitätskorps isnai pensioniert. DerPost" zufolge wird Prinz

^rwdrich Leopold von Preußen am nächsten Mitt- 8 E woch seitens derGroßen Landesloge" in den Frei- i kur» murer-Orden eingesührt. Nach einem Telegramm '*/?w der ostafrikanischen Gesellschaft aus Sansibar von -- heute vormittag ist es den Bemühungen der General- xrtretung der Gesellschaft gelungen, die Befreiung der von dem Rebellenchef Buchiri gefangenen katho-

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dch aus einer Seiteulhür die Gestalt des alten Ge> iLai Isvgenenwäiters schnell auf ihn zn bewegte.Halten *g% i** Gnaden, Herr Justitiar", sprach der Alte, respeki- doll die Mütze vom kahlen Kopfe reißend,da sagt JJb so eben der Herr Aktuar^ daß ich mich au Sie

»sicherer wurde sein Lauf.

_ Da staud bald alles, schwarz auf weiß, Wort für «ort, Nichts übertrieben, Nichts beschönigt, alles der Wahrheit gemäß, und er, er mußte das alles zur «rglaubigung noch unterschreiben.

teabtn müsse, wenn ich etwas auf den Forstmeister bezügliches zu referireu hätte; da wollt' ich doch lieber fragen, ob eS mir auch erlaubt wäre, hier"

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(Nachdruck verboten.)

Im Sturm -er Eifersucht.

Roman von Ernst Fritze.

(Fortsetzung.)

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, gift Weise nach der Straße binaus.

Ohne fich iw dunkeln Hausflure umzusehen, wolte I N a die steinernen Treppcustufeu aufwärts steigeu, als

15. Kapitel.

Ls war geschehen. Bunsen fächelte fich zornig -e- »Ü dem seidenen Taschevtuche Luft und Kühlung und der Justitiar traf Anstalt, nach einer formen» Verbeugung das Amt zu verlasieo. Während IS »et dicke Herr schnurstracks in sein Wohngemach stürzte M ®it beiden Händen durch's schweißfeuchte Haar fahrend A seiner Gemahlin mttzutetlen, was geschehen war, itn Aritt der Justitiar iu feinet ruhigen, vornehmen

Mua;| Wie bisher, so antwortete der Justitiar darauf ftnoü?ftix Wort, sondern diktirte ganz genau die Verhandlung ih91' te so eben durch seinen Machtspruch beendet war, seinem Aktuar in die Feder.

Gleich einem geängstigten Wilde lief der Amtmann dätzrenddeß hin und her; ein gelinder Angstschweiß teste nach und nach auf feinem vollen G-fichte. Je «ehr er etosab, daß dcS Justititar Verfahren der Bor« ttschriebemn Ordnung entsprach, desto hastiger uud

dahin abzuändern, daß der Vater oder Vormund u. s. w. der Eintretenden sich zu verpflichten hat, dem­selben die Mittel zum Unterhalt nicht mehr, wie bis­her,auf mindesten noch sieben Jahre, sondern auf mindestens noch 12 Jahre zu gewähren. Gleichzei­tig muß die Zeit der jährlich als Forstbeflisiene An- zunehmenden auf ein bestimmtes Maß beschränkt und demgemäß ein Teil der Anwärter, welche die Bedingungen zum Eintritt in die Forstverwaltungs- laufba.m erfüllen, gleichwohl zurückgewiesen werden. Zu dem Ende bestimme ich, daß die Oberforstbeam­ten nach wie vor zu prüfen haben, ob die bei ihnen fich Anmeldenden den (nach Vorstehendem abgeän­derten) Anforderungen genügen, und alle diejenigen abweisen, bei welchen dies nicht der Fall ist. So­weit hiernach grundsätzliche Bedenken gegen die Zu­lassung nicht vorliegen, sind mir aber die betreffen­den Anmeldungen mit allen dazu gehörigen Zeug- niffen alsbald nach der erfolgten Prüfung direkt einzureichen. Ich werde dann selbst diejenigen aus­wählen, welchen der Eintritt in die Laufbahn zu ge­statten ist. Die nach Vorstehendem abgeänderten Bestimmungen treten sofort in Kraft. Nach den gesetzlichen Bestimmungen sollen die Geistlichen, welche gedient haben, im Falle eines Krieges nicht zum Dienst mit der Waffe einberufen werden : man will sie daher zur Seelsorge oder zur Krankenpflege ver­wenden. Das Kriegsministerium hat nun durch die Bezirkskommandos auch an die römisch-katholischen Geistlichen die Anfrage richten lassen, ob sie gewillt seien, einen vierwöchentlichen Cursus in einem größern Lazarett mitzumachen unter folgenden Bedingungen: die Uebung ist eine freiwillige; die betreffenden Geistlichen dürfen -ihre geistliche Kleidung behalten; am Schluß der Uebung findet eine Prüfung statt; aus denjenigen, dick sich der Uebung unterziehen, wird der Feldpropst die für den Krieg nötigen Feld­geistlichen wählen. Der Erzbischof von Köln hat die Teilnahme an der Uebung jedem Geistlichen frei­gestellt.

Der Bundesrat erteilte in der gestern ab­gehaltenen Plenarsitzung dem Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen über das Hebammenwesen die Zustimmung. Von dem Beschluß des Reichstags, durch welchen derselbe den Beschluß des Bundesrats in der Bekanntmachung, betreffend Ausführungsbe­stimmungen zu dem Gesetze über die Einführung der Gewerbeordnung in Elsaß-Lothringen, soweit sich die Bekanntmachung auf den 8 16 der Gewerbeordnung stützt, genehmigt hat, nahm die Versammlung Kennt­nis und beschloß, der Eingabe der Vorstände der

erzog ein sauber tu ZeitnngS papier gewickeltes Perga- mentblältchen an8 feiner Brusttasche,hier dies G-schreibsel an des Forstmeisters Fran abzngebeu. Er schrieb's als er heimgekommen von Altenbek, nnb trug mir anf, eS besorgen zn lassen.*

Gut, alter Mann. Das darf borläufig nicht besorgt werden. Wie benimmt fich der Gefangene?"

Wie er fich benimmt, Gnaden?" Herr Jes habe ich doch noch nie einen so wilden Menschen ge­sehen, nie s» verzweifelte Reden gehört. Den gereut sicher seine Tat! Wenn er sich nur nicht das Leben nimmt, Gnaden. Es ist eine traurige Geschichte."

Ein fremdartiges Gefühl glitt durch das Justitiar Seele. Es konnte nicht Mitleiden, nicht Bedauern genannt werden, nnb doch glich es diesen Empfindungen als er stillschweigend den Vorsatz faßte, rasch den VerdachtSgrüudeu uachzuforschen, bevor er Starkloff zum Verhör vorführen lasse.

In feinem Gerichtszimmer an gelangt, entfaltete er das Papier welches ihm der Gefangeuwärter über­geben hatte. ES war ein Blatt Pergament mit Blei­stift geschrieben. Bedächtig durchlas er das Blättchen.

Hedwig, meine Hedwig, Dn mußt mir Hilfe leisten, wenn ich nicht unterliegen soll. Es ist ein Bubenstück im Werke. Warum kommt Erlaucht mir nicht zu Hilfe? Er hat die Verpflichtung dazu nach unfeim Uebcretntommen. Sende den alten Lorenz aufs Amt, damit er bekunde, wo und wann ich meine Flinte abgefeuert habe. Ist das ohne Erfolg, so telegraphire an Deinen ältesten Bruder, den Juristen. Er muß kommen. Er muß die schimpfliche Untersuchung von mir abzuwenden suchen. Man geht sichtlich darauf auS, mich ins Verderben zu stürzen. Deines Bruders Sachkenut niS wird Mittel und Wege finden, meine entsetzliche Lage zu ändern. Gott behüte Dich und die Kinder 1 Sollte denn wirklich Bosheit unser friedliches Glück vernichten können, wenn Gott ein gerechter Vater wäre? Bringt man wirklich eine Untersuchung gegen mich zu Stande, so weißt Du, daß ich das nicht

Weber-, Wirker-, Raschmacher- und Tuchmacher- Innung zu Berlin, betreffend die Ausführung von Weberei-Lohnarbeiten in Strafanstalten, die Nacht-, Sonntags- und Frauenarbeit und die Besteuerung der mechanischen Webstühle, der Eingabe eines Rechts­anwalts in Darmstadt, betreffend die Anerkennung der schweizerischen Ehescheidungsurteile im Groß­herzogtum Hessen, sowie zwei Gesuchen um den Er­laß von Zollabgaben eine Folge nicht zu geben. Der vom Reichstag angenommene Entwurf eines Gesetzes wegen Ausführung des internationalen Ver­trags zur Unterdrückung des Branntweinhandels unter den Nordseefischern auf hoher See soll zur Allerhöchsten Vollziehung vorgelegt werden. Als­dann wurde die Wahl von drei Mitgliedern des Bundesrats zu dem Preisgericht für das National­denkmal des hochseligen Kaisers Wilhelm vorgenommen. Mit der vom Reichskanzler in Vorschlag gebrachten Verlängerung der Amtsperiode der nichtständigen Mitglieder der Reichs-Schulkommission erklärte sich der Bundesrat einverstanden. Endlich wurde über mehrere Eingaben, betreffend die Zollbehandlung verschiedener Gegenstände, über die Mindestmenge von Branntwein, für welchen bei der Ausfuhr eine Vergütung der Maischbottich- ob:r Materialsteuer gewährt werden darf, und über die Auslegung eines früheren Bundesratsbeschlusses wegen der Zugehörig­keit eines Fraktionszweiges zu einer Berufsgenossen­schaft Beschluß gefaßt. Den Vorsitz führte zunächst der Vizepräsident des Staatsministeriums, Staats­sekretär des Innern, v. Bötticher, nach eingettetener Behinderung desselben der königlich bayerische Be­vollmächtigte zum Bundesrat Graf v. Lerchenfeld- Köfering-

Stuttgart, 7. Febr. Erschienen ist die Haupt­übersicht der Staatsausgaben und Einnahmen des Königreichs Württemberg für die Etatsperiode 1885/86 und 1886/87. Die Einnahmen für 1885/86 ürer­steigen bei verschiedenen Positionen die im Etat vorgesehenen Summen. Bei den Forsten beträgt das Mehr Mk. 859 812, bei den Verkehrsanstalten Mk. 850 577. Die direkten und indirekten Steuern warfen Mk. 52 004 mehr ab; der Anteil Württem­bergs an den Reichssteuern ergab Mk. 154319 mehr als im Etat berechnet war. Die Ausgaben für den laufenden Dienst sind um Mk. 529 766 gegen den Etat zurückgeblieben; der vorgesehene Zuschuß (Mk. 734 279) aus der Restverwaltung brauchte nicht herangezogen zu werden. Das Ge­samtergebnis der laufenden Verwaltung von 1885/86 stellt sich gegen den Voranschlag um Mk. 2 438 870

überlebe, daß ich eher sterben kann, als ohne Ehre fortbanern. Ich weiß jetzt, daß eS wieder eine Schandthat jenes Burschen ist. Warum mir diese entsetzliche Jntrigue gespielt wird, mag der All­mächtige wissen."--

, Der Brief Staikloffs kam nicht in Fran Hedwigs Hände; er wurde zu den begonnenen Akten gelegt. Seine Bedeutung sollte schon nach wenigen Stunden zu einer Höhe sich steigern, die seinem beabsichtigten Zwecke vollkommen entsprach.--

Frau Hedwig hatte nach ihren quälenden Nacht­phantasien so viel Ergebung gefunden, daß sie auf jede Nachricht von ihrem Gatten gefaßt war.

Geschehenes »st niemals zu ändern, kann es a'sühnt werden, so muß dies ohne Vorbehalt geschehen. Sie erkannte ihr Schicksal nnb bat den Lenker ihres Daseins um Kraft, das Schlimmste zu tragen.

Wie öde nnb farblob lag die Zukunft vor ihr; wie erschütternd die nächste Zeit. Sollte sie ihr» Verwandten benachrichtigen? Sollte fte ihre Mutter herbeirnfen?

Traurig senkte die arme junge Fran den Kopf in die zusammen gefalteten Hände. Was waren ihr die Brüder, was war ihr die eigene Mutter, wenn Oswald fehlte? Ihre kelineu Mädchen lachten und plauderten nach Kiuderart im Nebenzimmer. Tiras bellte dazu ganz tote sonst, alles tote vor wenigen Tagen, nur Er, der ihrem Leben Retz verlieh, nur er schmachtete im Kerker? Ob unschuldig?

Heiße Thränen rollten über ihre blaß gewordenen Wangen, und sie saß lange lange still, ohne sich zu regen. Da vernahm sie wie ans weiter Ferne wieder Cillt's Helle klangreiche Kinderstimme. Ob fie etwa geschlummert hatte? Sie wußte eS nicht.

Ach Anny", rief Cilli freudig,sieh meinen Korn­blumenkranz, fieh, wie er schön ist! Genau so schön wie der Kranz der Waldfee, nnb der ist himm­lich schön. Heute aber, da war die Waldfee nicht schön, Anny weißt bn*

günstiger. Für 1886/87 berechnet sich das Gesamt­ergebnis gegen den Voranschlag und Mk. 3 437 793 günstiger. Die Forsten ergaben 1886/87 einen Ueberschuß von Mk. 680 796 gegen den Etat, die Verkehrsanstalten einen solchen von Mk. 1 390 344, die Steuern einen solchen von Mk. 927 815; aus dem Anteil an den Reichssteuern wurden Mk. 489 028 mehr abgeliefert als vorgesehen war. Der in Aussicht genommene Zuschuß aus der Rcstverwaltuyg (Mk. 1 129 182) brauchte daher auch 1886/87 nicht in Angriff genommen zu werden. Im Dezember 1888 betrugen die Einnahmen der Württembergischen Staatseisenbahnen Mk. 2 453 075, vom 1. April bis Jahresschluß zusammen Mark 26 009 463 (Mk. 1118 143 mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres). Die Post- und Telegraphenverwaltung vereinnahmte vom Aprck bis Dezember Mk. 5 893 109 (Mk. 287 073 mehr als im Vorjahre).

Strahburg, 8. Febr. Der Toast des Statt­halters bei dem Festessen für den Landes-Ausschuß lautete:Ich trinke auf das Wohl von Elsaß- Lothringen und verbinde damit den Wunsch, daß es mir gelingen möge, mehr und mehr die Hinder- niffe zu beseitigen, die noch der ruhigen Fortent­wickelung des Landes eutgegenstehen. Ich zähle dabei auf Ihre loyale und vertrauensvolle Mit­wirkung." DasElsüffer Journal" stellt fest, daß der Kommissar in Avricourt von den hiesigen Be­hörden angewiesen war, dem französischen Militärarzt Ende den Eintritt zu gestatten. Der König und die Königin von Belgien und Prinz Balduin sind heute morgen 10Vi Uhr aus der Rückreise von Wien hier durchpassiert.

Austern!).

Wien, 8. Febr. DieWiener Zeitung" ver­öffentlicht mit dem Armeebefehl des Kaisers den vollkommen gleichlautenden Flottenbcsehl. Die Morgen blätter preisen die Kaiserin in begeisterten Artikeln anläßlich der bekannten Aeußerung des Kaisers über fie. DieNeue Fr. Presse" sagt: Die Rede des Kaisers ist ein Denkmal, welches der Kaiserin in der Geschichte errichtet ist. Ihr Bild wird den Völkern in der Gestalt vorschweben, welche aus der ergreifenden Schilderung erkennbar ist." Die Pester Studenten beabsichtigen, das kaiserliche Paar bei seinem Eintreffen in Pest am Montag in corpore in Trauerkleidern, Flore am Hut und Arm, spalierbildend zu empfangen, indessen ist die Annahme dieser Ovation noch zweifelhaft, weil die Kaiserin bisher jedem Tröste ausweicht und

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Warum denn nicht?" frug Anna in ihrer pro­saischen Weise.

Wril fie weinte. Ach, war das eine schreckliche Geschichte! Da kam ein böser Waldgeist, Anny, der hatte gar kein Gesicht, nur eine Nase nnb zwei Augen, schwarze, kohlschwarze Haare, nnb ber konnte gar nicht ordentlich gehen, nnb ba setzte tr fich am Graben ins Gras."

Und wo warst bn beim?" fragte bie kleine Schwester ängstlich.

O, ich war schon toteber durch gekrochen nnb stand zwischen den kleinen Bäumchen; nnb ba kam bie schöne Walbfee, und da stand der böse Waldgetst auf und ba schrie bie Waldsee: Ott», wo kommst Du her? Unb ba streckte ber Wald- geift seine Hand aus nnb sagte: Bleib ba, Iba, er kommt nicht, Dich zu holen, er ist tot. Ich habe ih" totgeschossen, wie ich es Euch gesagt habe. Unb da fiel die Waldfee auf ihre Knie unb sagte: O du Schrecklicher bn Schrecklicher! Unb ba kam Tiras angcdellt, ber mir nachgespürt hatte, bis er mich gefunden. Der schwarze Waldgetst aber war verschwunden unb bie Waldfee auch*

Frau Hedwig hatte der kindlichen Erzählung nicht besondere Aufmerksamkeit geschenkt, hatte fie jedoch fast willenlos vernommen. In ihr regte sich miberum ber Widerwille gegen die Eigentümlichkeit ihrer ältesten,wahres unb erbichtetes" zusammen zu reimen. Jedenfalls war der Kleinen in ber Zwischenzeit Erzählungen von ber Altenbecker Morb- aeschichle zu Ohr gekommen, und fie hatte ihre Phantasie dadurch bereichert.

Es that ihr unbeschreiblich wehe, ihre Kleinen so harmlos vou Thatsachen erzählen zu hören, die man ihrem eigenen Vater nachsagte. Sie beschloß, ihr zu verbieten, davon zu reden. Anf den Rus der Mutter kam Cilli hastig hereingesprungen; fie hatte den frisch geflochtenen Kranz auf ihr Bloubköpfchen gedrückt unb sah so glücklich, so lieblich aus tote eines ber Ge- bilde, bie man Engel nennt. (Forts, folgt)