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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt

ErpHitiour Markt 21. «edaktiou, Druck und Setlag 6im Zoh. leg. Koch.

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Mattes sowie d. Lnuoneen-Bureanx von Haasenstein und Bögler mv- Jahrgang.

Daube u. 6s. in Frankfurt «. M., Berlin, Hannover. Vari?.

d März nehmen auf die

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nebst Kreisblatt

die Kreise Marburg und Kirchhain und

IUnstriertes Sonnlagsblatt

tliche Postanstalten, unsere Agentur in i r ch h a i n, sowie für hiesige Stadt un- e Expedition entgegen.

Soweit der Vorrat reicht wird der and- und Schreibkalender für 1889

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Zubeh Die Gxped. der Oberh. Zeitung.

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also von fetten des dortigen deutschen Konsuls oder

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keine Gemahlin gab willig zu, daß er alle Ursache we, aufgeregt zu sei«, aber sie fand die Gründe W stichhaltig, weswegen Forstmeister Starkloff ' i. Die kleinen Ber-

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Trost im Winter

Weun's wieder Frühling wird Schon freu ich wich darauf Dann schwindet jedes Leid, Hört aller Jammer auf.

Daun küßt der Sonnenstrahl Die keusche Blüte wach, Ihr süßer Duft verscheucht Des Winters Ungemach.

Der Storch, die Schwalbe kommt Zum alten Nest zurück, Laut fingt die Nachtigall Von Lenz und Liebesglück.

Dann bricht das junge Laub Aus jedem Zweig hervor, Dann schwebt der Lerche Lied Zu Gottes Dhron empor.

Daun singt'S in Wald und Flnr, Daun kliugt'S in Feld und Haiu, Daun dringt die FrühliugSlust Auch mir in'S Herz hinein.

»eil es an einem dortigen Gegner fehlt, dem der erklärt werden könnte. Der Häuptling Ta- masese ist deutschfreundlich, Mataafa aber von Deutsch- lanb nicht als Herrscher anerkannt, durch eine Kriegs-

sNachdruck Beiboten.]

Im Sttrrm der Eifersucht.

Roman von Stuft Fritze.

(Fortsetzung.) *

1 Avl Kriegserklärungen von deutscher Seite an Samoa, v daß eine Kriegserklärung im völkerrechtlichen Sinne,

i 1"w irntzyairrg, wcawcycu <ji I !» vrade der Thai verdächtig sei.

5»*! Ahr» Arthurs ständen nicht tat Vergleich Mit der Mchterliche» Strafe, weinte die Dame bedenklich.

-Ä' Q: t>Awtalft«r ßlorffnff ttiAl flnfta

Du kennst Forstmeister Starkloff uicht, Gust»", ^ltgeguete der BezirKamtwanu.

ot ^Zch kenne ihn eben so gut wie Du, »ein guter iW ~8efen; ich weiß auch, daß er barbarisch sein kann, tax «ex seinen Anordnungen zuwider handel,

kommandierenden Offiziers, nicht wahrscheinlich sei, [. MW »eil kein Auftrag dazu erteilt worden sei, ferner

Berlin, 1. Febr. Der Kaiser besuchte gestern mi Fürsten Bismarck. Wie derReichsanzeiger" meldet, ist für den Kronprinzen von Oesterreich eine > aus dreiwöchige Hoftrauer angeordnet worden. Der Waffe ,Reichsanzeiger" veröffentlicht das Preisausschreiben atz M lir ein National-Denkrnal für Kaiser Wilhelm I. eiten i ^ch englischen Blattern wird der Kaiser der Köui- - Ayl in Victoria im Juni einen zehntägigen Besuch ab-

patten. Der Kaiser verlieh dem luxemburgischen Erde. Minister von Eyschen den Kronenorden erster Klasse, mb ai DasMilitärwochenblatt" meldet: Prinz Külh Alexander v. Battenberg ist auf sein Ansuchen von feinem bisherigen Dienstverhältnisse a la suite Re­st 7. gimemts der Gardes du Corps und des 2. Hessischen

erklärung an ihn würde man ihn aber als Herr- . _ er anerkennen. Nicht ausgeschlossen sei es, daß die in Samoa vorhandene deutsche Streitmacht durch egend« t®cn ^n9r'ff Oon feiten der Mataafaschen Partei Niedü

obnui»^"6vnerregiments ausgeschieden. DieNorddeut- arofe Allgemeine Zeitung" bemerkt zu der Meldung Reuter'schen Bureaus" betreffs der angeblichen

im Wege der Notwehr und der Repressalien that- sächlich in Kriegszustand geraten sei, der aber nicht die völkerrechtlichen Konsequenzen eines internationa­len Krieges habe. Als vor mehreren Jahren an der spanischen Küste von feiten der Karlisten der deutsche Offizier Schmidt erschossen worden, ici es niemanden eingefallen, dem uns befreundeten Spanien den Krieg zu erklären; dagegen seien unsere Schiffe bemüht gewesen, au der Küste die Angehörigen der karlistischen Streitmacht abzufangen, um an diesen Repressalien für die Erschießung des deutschen Offi­ziers zu üben. Die Affaire Samoa sei analog, die deutsche Streitmacht könnte ohne weitere Instruktion zur Abwehr und Vergeltung des auf sie gerichteten Angriffes seitens der Anhänger des Mataafa solche am Strande, wenn sie erreichbar, bestrafen. Ob dies der Fall, sei noch unbestimmt, jedenfalls aber trage eine solche Abwehr nicht den Charakter eines von deutscher Seite erklärten Reichskrieges.

DerReichs - Anzeiger" veröffentlichte, wie bereits gemeldet, die Ernennung des Staatssekre­tärs v. Schelling zum Staatsminister und Justiz­minister. v. Schelling ist am 19. April 1824 geboren, vollendet mithin binnen kurzem sein 65. Lebensjahr. Er trat bereits am 12. Dezember 1844 in den Justizbienst ein, wurde am 1. Sept. 1846 zum Referendar und am 2. Juni 1849 zum Asseffor ernannt Seine erste definitive Anstellung erfolgte im Jahre 1854 als Staatsanwalt in Hechingen, nachdem er die Funktionen dieser Stelle eine ganze Reihe von Jahren hindurch interimistisch wahrge­nommen hatte. Im Jahre 1857 wurde er in gleicher Eigenschaft an das Kammergericht in Berlin versetzt und vertauschte diese Stellung im Jahre 1861 mit der des Staatsanwalts beim damaligen Berliner Stadtgericht. Demnächst trat er ins Justizmini­sterium im Jahre 1866 als Geheimer Justiz- und Vortragender Rat ein, wurde im Jahre 1869 Ge­heimer Ober - Justizrat, zugleich fungierte er als Mitglied der Justiz - Prüfungs - Kommission. Er übernahm im Jahre 1874 das Präsidium des Appellations-Gerichts zu Halberstadt und vertauschte diese Stelle bereits zu Anfang des darauffolgenden Jahres mit der eines Vize-Präsidenten des Ober- Tribunals. Auch aus dieser Stellung schied er nach kurzer Zeit wieder und trat als Nachfolger Friedbergs unterm 14. Dezember 1876 als Unter­staatssekretär in das Justizministerium wieder ein. Ende 1879 schied Herr v. Schelling wiederum aus, um die Leitung des Reichsjustizamts zu übernehmen. Diese Stellung bekleidet Herr v. Schelling mithin

sagte die Dame sanftmütig;allein hier möchte ich dennoch rate», vorsichtig za Werke zn gehen, da die Verdächtigung nicht ans haltbarem Grunde, sonder» auf vorgefaßten Meinungen beruht."

Diese Ansicht bestreite ich. Starkloff ist fürchter­lich eifersüchtig. Du weißt's, daß die Brüder von Schweitzer gestern plötzlich beschaffen, von uns auS im Forsthause Visite zu machen. Ich hatte dem Jüngsten eine gehörige Strafpredigt gehalten, ihm klar gemacht, daß die Beleidigung des Forstmeisters gleichsam eine Beleidigung des Grafen Badenberg sei, und ihm rund heraus erklärt, daß er alle mög­liche Ursache habe, zu Kreuze zu kriechen. Ich sage Dir, liebe Gusta, Herr Arthur war ganz zerknirscht."

Das muß ich bestreiten", »uterdrach ihn die Gnädige etwas spöttisch.Er lachte verstohlen, als Du ihn wieder in mein Zimmer brachtest. Aber waS nun weiter?"

Der Starkloff ist gar nicht daheim gewesen, als die Herren von Schweitzer bei ihm Vorgefühlen find, und Frau Hedwig hat sie aus Furcht vor ihrem Mauue gar uicht angenommen. Nun wird Dir wohl ein Licht aufgehen, daß Starkloff doppelt und drei­fach Ursache zu haben glaubte, einen Mann aus der Welt zu schaffe», der ihm sein Leben gründlich z» verleiden trachtete."

Erlaube, bester Buuseu, daß ich ttotz alledem meine Warnung wiederhole. ES ist etwas vorhanden, was mich zur Vorficht mahnt, ohne daß ich diesem inneren Widerstreben Worte zu geben vermag. Heber« lasse dem Richter, Justitiarius Hellberg, die Eta- leitung der Sache, melde ihm, was geschehe», teile Deine Verdachtsgründe «tt, sage aber, daß Heu Arthur sie ausgestellt hat."

Meine Beste, jetzt ist «eine Geduld zu Ende", unterbrach er seine Gattin höflich aber sehr bestimmt, gerade dieses Herrn Justitiar wegen werde ich mich mit aller Kraft enb mit aller Macht der Sache widme». Ich will ih« de» Beweis liefet», daß in diesem Laudesdistrikte mir ganz allein die Polizei-

während der längsten Dauer seiner ganzen amtlichen Dienstzeit.

Die Reichstagskommission für das Alters- versicherungsgesetz hat gestern die §§ 15 und 16 in folgender Fassung angenommen: § 15. Die Fest­setzung der für die Beitragswoche zu entrichtenden Beiträge erfolgt für die einzelnen Versicherungs­anstalten im voraus auf bestimmte Zeiträume, und zwar erstmalig für die Zeit bis zum Ablauf von 10 Jahren nach dem völligen Jnkrafttteten dieses Gesetzes, demnächst für je fünf weitere Jahre. Die Höhe der Beiträge ist so zu bemessen, daß durch dieselben die Verwaltungskosten, die Rücklagen zur Bildung und Ergänzung eines Reservefonds sowie der Kapitalwert derjenigen Renten gedeckt werden, welche in dem betreffenden Zeiträume der Ver­sicherungsanstalt voraussichtlich zur Last fallen werden. § 16. Für die Bemessung der Beiträge und der Renten werden folgende Klaffen der Versicherten gebildet: Klaffe I. diejenigen mit einem Jahres­arbeitsverdienst bis zu 400 Mk.; Klaffe II. von 400 bis 550 Mk.; Klaffe HI. von 550 bis 700 Mk.; Klaffe IV. von 700 bis 850 Mk.; Klaffe V. von 850 Mk. und mehr. In diese Klassen werden die Versicherten nach folgenden Grundsätzen eingereiht: 1. Die in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Personen gehören derjenigen Klasse an, in welche der für sie nach § 6 Ms. 3 des landwirtschaftlichen Unsallversicherungsgesetzes vorn 5. Mai 1886 fest­gesetzte durchschnittliche Jahresarbeitsverdienst fällt. 2. Diejenigen Personen, welche Mitglieder einer Orts - Betriebs- (Fabtiks-), Bau- oder Jnnuugs- Krankenkaffe ober einer Knappschaftskasse sind, ge­hören, soweit nicht Ziffer 1 Platz greift, derjenigen Klaffe an, in welche ein Jahresarbeitsverdienst im 300facheu Betrage des, ihrer Krankenversicherung zu Grunde liegenden durchschnittlichen Tagelohns, be­ziehungsweise wirklichen Arbeitsverdienstes fällt; 3. Diejenigen Personen, welche der Gemeinde-Kranken­versicherung und ähnlichen landesrechtlichen Ein­richtungen oder Hülfskaffen angehören, desgleichen diejenigen, welche nicht gegen Krankbeit versichert sind, gehören, soweit nicht Ziffer 1" Platz greift, a) wenn für sie Durchschnittstagelöhne nach § 20 des Krankenversicherungsgesetzes festgesetzt sind, der­jenigen Klaffe an, in welche ein Jahresarbeits­verdienst im 300fachen Bettag dieses Durchschnitts­tagelohnes fällt; b) wenn für sie Durchschnittstage­löhne nach § 20 des Krankenversicherungsgesetzes nicht festgesetzt sind, derjenigen Klasse, in welche ihr nach vorliegender übereinstimmender Angabe des

und Kriminalgeschäfte obliegen, daß von mir jeder Angriff nnd jede Verfolgung abt^-gig ist. Ich wünsche, uicht gestört zu werden, meine Gute, danach fich zu richten, «ödrte ich Dich bitten." Er machte seiner Gattin eine Reverenz und schritt zur Thür hinaus.

Herr von Bunsen verfügte fich ungesäumt in sein Burean, woselbst er seine Beamten »och nicht vor- faud. Um so besser. Ihm blieb dadurch Zeit übrig, die zerstreut umherirrevden Gedanken zu sammeln. Er überlegte, was zuvörderst zu thuu sei. Leicheuschau zu halten und eine Obduktion der Ge, richtSärzte anzuordnen. Gut. Das letztere schien ihm zuerst nötig zu sein. Der in der Nacht herbei- gehvlte Dokwr war uicht KreisphysikuS, also mußte dieser KreisphysikuS io Kenntnis gesetzt und auf feine Amtspflicht htugewiese» werden. Die Leichenschau hätte er am liebsten in Begleitung des Mörders auSgesührt, also mußte der Mörder perbeigeschaffl werde». Dazu ließ fich am beste» sein Geodarm Wstte, ein wortkarger und gewiffenhafter Mann, be» nutze». Den Forstmeister gerichtlich zitteren wollte er nicht, weil er genau wußte, daß derselbe bann nicht kam. Bester war eS, ihnzu einer Besprechung" auffordern zu lassen, wozn die Befehle des Herrn Grafen Badenberg einen schicklichen Vorwand gaben. Hatte er den Mörder erst im LaudratSamte', so konnte er mit seinen LerdachtSgründen auf ihn loSrücken.

Gendarm Witte wurde demnächst beordert, den Forstmeister Starkloff zn einer Besprechung aufzu- fordern. Ihm wurde unter de« Siegel der Amts. Verschwiegenheit mitgeteilt, was am Abend des ver­gangenen Tages geschehe» war. Gendarm Witte machte große Augen bei der Offenbarung oller Thatsache», allein seine Miene» bewiese» we»ig Will- fährigkest, de» Metuuoge» seines Herr» Vorgesetzte» beizupflichteu. In seiner schlichte» Auffassung aller Verhältuifle erschien ihm Forstmeister Starkloff al« ein edler »xd nobler Man».

Arbeitgebers und des Versicherten sich berechnender wirklicher Jahresarbeitsverdieost fällt; c) wenn entweder die Voraussetzungen unter a ober b nicht zutreffen, ober im Falle unter b der angegebene wirkliche Jahresarbeitsverdienst den 300fachen Betrag des ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher Tages­arbeiter nicht erreicht, derjenigen Klaffe, in welche letzterer Jahresarbeitsverdienst fällt.

Straßburg i. E., 1. Febr. In der heutige« Sitzung des Landesaussckuffes erklärte der Unter­staatssekretär gegenüber der Interpellation Zorn von Bulachs (Vater) betreffs des Paßzwanges und gegenüber den Angriffen Petris gegen denselben, die Maßregel sei nicht gegen das Land gerichtet, sondern gegen die französischen Umtriebe. Die Fälle von Landesverrat reichten bis in die neueste Zett. Die Regierung bedauere die Maßregel, dieselbe rnüffe aber aufrecht erhalten werden. Redner weist an der Hand des Etats nach, daß die Finanzlage eine glänzende sei.

Ausland.

Wien, 1. Febr. Das Leichenbegängnis deS Kronprinzen Rudolf findet, vorbehaltlich der Genehmigung des Kaisers, Dienstag nachmittags 4 Uhr statt. Es verlautet, der Kaiser wünsche eine einfache Leichenfeier. Der Leichenzug wird sich auf dem kürzesten Wege nach der Kapuzinerkirche be­geben, wo die Beisetzung erfolgt. Sonntag nachts wird die Leiche aus dem Schlafgemach in die Hof­burgkirche übertragen. Montag vormittags ist dem Publikum der Zuttitt gestattet. DieWiener Zeitung" schreibt in ihrem nichtamtlichen Teile: Die gestern von uns über das niederschmetternde Ereignis betreffs des Kronprinzen gebrachten Mttteilungen stützten sich auf die ersten Mitteilungen, die von der nächsten Umgebung des erlauchten Dahinge­schiedenen unter dem betäubenden Eindruck deS schicksalsschweren Vorfalles hierher gelangten. Bon dieser Seite wurde, nachdem die Thüre des Schlaf­zimmers erbrochen worden, bei dem Eintritte der Kronprinz entseelt im Bette gefunden. Auf diesem ersten Eindrücke beruhten die hierher gelangten Mit­teilungen und die Annahme des Schlaganfalles. Von den Anwesenden wurde Professor Dr. Wider- Hofer durch ein dringendes Telegramm nach Meyerling berufen, wohin er sich mit dem nächsten Zuge begab. Dr. Widerhofer konstatierte bei der sofort vorge­nommenen Untersuchung, daß am Kopfe des Ver­ewigten eine beträchtliche Schußwunde mit ausge- breiteter Loslösung der Schädeldecke und der Schädel-

Um eine» Meuchelmörder z» spiele», mußte mm» aoderS auSsehe».

Freilich, Eifersucht ist eine Hölleupeiu, eine Folter­qual, die de» ganze» tunern Menschen in Gähruug versetzt. Ja, ja. Er dachte zurück an seine Dienst- zett als Artillerist; er war als Unteroffizier ver­heiratet und damals auch eifersüchttg gewesen; allerdings, er hätte den Manu, der seiner hübsche», gefallsüchtige» Frau nachstellte, «tt kaltem Blute niederschießeu können, nnd er würde eS vielleicht gethan haben, wenn dieser Mann nicht sein Vorge­setzter gewesen wäre. Nein, er hatte versucht, fich auf eine andere Art zu helfe». Er hatte seine leichtfertige Frau fortgejagt und um seinen Abschied gebeten. ES gereute ihn noch heute uicht, daß er seine Seele damit anS dem Fegefeuer einer Hölle gerettet. Aber Forstmeister Starkloff dachte wahr­scheinlich, sein Eheglück zu retten, wenn er den lang« deinigen Refideuzler in den Himmel versetzte; die Anfichten find eben verschieden.

Unter solche» Gedanken hatte Gendarm Witte ta sanftem Trabe den Weg nach dem Forsthavse zurück» gelegt, ohne auf die fürchterliche Sonnenhitze sonder­lich zu achten. Erst als fein Pferd die ersten Baum- schatten benutzte, um im langsameren Tempo zu ver­schnaufen, erst da rüttelte feine schwere Dienstpflicht ihn aus dem träumerische» Nach sinnen ans. DaL Fawilienglück Starkloffs stand plötzlich vor seine« Geiste, nnd er, er mußte eS zerstöre» l Eine fürchter- liche Aufgabe für ihn.

Die Kinder, die reizenden kleinen Mädchen, welche ihn bei seinem Vorüberreiten stets wtt Jubel be­grüßtenI Eine Thräue drängte fich in daS Auge des starke», kalte» MauneS; er biß die Zähne zusammen, hielt das Pferd an und drehte seinen ergrauten Schnurr­bart, bis die Thräne getrocknet «ar. Daun »utiß vorwärts in die Lichtung hinein.

Welch' eine sriedltche Szene eröffnete fich seine« Blicke; die ganze Familie saß vor dem Hause ans der grünen Bank. Starkloff hielt et» Journal ta